Aliceinwonderland - Vorstellung

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich weiß wirklich nicht mehr weiter und hoffe die Anmeldung im Forum kann mir helfen. Habe schon einiges gelesen. Ich lebe mit meinem Partner zusammen . Wir sind aus - triftigen - Gründen sofort zusammengezogen. Ich liebe ihn wirklich sehr . Es war nicht immer einfach aber er hat echt viel in seinem Leben wieder aufgebaut und in den Griff bekommen auch andere Süchte sind kein Thema mehr.

    Nur der Alkohol wird immer schlimmer und schlimmer. Ich fühle mich als würde ich nach dem 5ten Bier auf einem Minenfeld wandeln . Ein vermeintlich falscher Satz und ich bekomme verbale Ausfälligkeiten der übelsten Sorte ab . Und ich meine echt der übelsten. Gestern war der zweite Polizeieinsatz und der Hausbesitzer hat mich angesprochen. Ich habe sehr geweint und er verzichtet noch mal auf eine Abmahnung. Heute mittag wollte mein Partner auf einen Kaffee reden um 16 Uhr war er daheim, total voll und es gab wieder Geschrei.

    Jetzt ist er draußen und ich hoffe es bleibt später still. Ich habe niemals jemandem aus meiner Familie von den ganzen Beleidigungen etc erzählt bis auf heute meinem Bruder ein kleines bisschen. Ich weiß dass ich mich da auch krank verhalte aber wenn dann wieder immer alles "gut" ist , fällt es mir schwer Leute in Sorge zu versetzen. Freunde habe ich nicht mehr.

    Wie ihr es bestimmt schon so oft gehört habt , nüchtern ist er meine grosse Liebe. Selten sieht er sein Problem , möchte sogar Hilfe , dann ist wieder alles wie ausradiert und er redet den Konsum schön. Ich mache ihn unglücklich und bin negativ und an allem Schuld . Gerade möchte er auch ausziehen und am liebsten die Beziehung weiterführen "seine ruhe" (saufen) dann wenn ich das thema Alkohol anspreche bin ich wieder die letzte böseste und dümmste Person auf Erden für ihn.

    Ich selbst habe es gerade auch nicht leicht ich bin in leitender Position gewesen und mein Betrieb musste dieses Jahr im April schließen. Langsam geht mir alles echt sehr stark auf die psyche und ich könnte noch ewig weiterschreiben. Ich finde es so toll dass es das Forum hier gibt. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen . Ich stecke leider noch tief drin und wünsche mir nichts mehr als dass er es irgendwie sieht. Ich wollte echt eine gemeinsame Zukunft. Alles Liebe allen

    Einmal editiert, zuletzt von Marie04 (14. August 2025 um 20:35) aus folgendem Grund: Zur nesseres Lesbarkeit Absätze eingefügt

  • Hallo Aliceinwonderland,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Marie04 14. August 2025 um 20:55

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „Aliceinwonderland - Vorstellung“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Aliceinwonderland.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Liebe Aliceinwonderland,

    Ich hoffe, du findest hier Hilfe zur Selbsthilfe.
    Du fragst, ob jemand ähnliche Erfahrungen, wie deine, gemacht hat, Ja. Ich bin z.B. eine davon. Lange vor meiner Anmeldung in dem Forum war ich nur ein stiller Leser und war sehr überrascht, wie oft ich mich wiedergefunden habe, in den Geschichten anderer.
    Andauernd habe ich meinen Mann innerlich entschuldigt, die Argumentation habe ich immer finden können- Probleme in der Kindheit , beruflich angespannt ist, ein Einzelgänger… Ich habe gelernt in der Beziehung mich für Sachen zu entschuldigen, welche ich nicht verursacht habe. War nervös, weil ich nicht wusste in welchem Moment die Stimmung kippen wird und einen Streit provoziert wird seinerseits. Danach habe ich mich entschuldigt, weil ich nervös war. Das macht mich ja zu einer unangenehmen Gesellschaft, also hab ich gelernt meine Bedürfnisse und Instinkte zu leugnen. Ende der Story ist - nichts davon ist wahre Liebe, keine Beziehung auf Augenhöhe und somit ist das lediglich eine krankmachende Zukunft. Du hast es in der Hand, für dich zu entscheiden wie du leben möchtest.

    Liebe Grüße Ino

  • Hallo Ino, danke für die Antwort. Ich befürchte, dass ich grad echt nicht mehr normal bin. Er beleidigt weiter und trinkt am Abend so viel dass ich das Gefühl habe er wird gar nicht nüchtern. Verbietet mir den Zugang zu einem Zimmer und will mit mir nüchtern nicht reden , nur ausziehen.

    Dann aber will er zwischendrin wieder ein Haus mit Garten mit mir. Das Kranke ist ich bin todttraurig dass er ausziehen will. Kann mich auf nichts schönes konzentrieren . Ich denk mir die ganze Zeit dass ich das echt nicht verdient habe:( . Ich hab richtig schlimm Liebeskummer.

  • Liebeskummer geht erfahrungsgemäß irgendwann vorbei.

    Dagegen ist das

    wünsche mir nichts mehr als dass er es irgendwie sieht

    mit großer Wahrscheinlichkeit eine unendliche Geschichte. Na ja, nicht unendlich, irgendwann löst sich das biologisch.
    Jedenfallls hört sich das nicht so an, als ob er es mit dem Aufhören eilig hätte. Eher wie einer, der nie aufhören wird, bis er in die Kiste hüpft.

    Was ist dir lieber, ein oder zwei Jahre maximal Liebeskummer, dann bist Du damit durch, oder noch viele Jahre neben einem Trinker, der wahrscheinlich nie aufhören wird?

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Wie kommt es, dass Du nicht froh bist, dass er ausziehen möchte? Viele Angehörigen. Von uneinsichtigen Trinkern wünschen sich nichts sehnlicher.

    Hast Du eventuell schon Erfahrung mit dem Zusammenleben mit Alkoholikern, z. B. In Deiner Familie?

  • Liebe Aliceinwonderland,

    Ich denke, du bist vollkommen normal.
    Du befindest dich in einer Situation, in welcher deine Psyche normal reagiert.

    Es ist nun so, dass Menschen viel ertragen können und anfangen können , den Schrecken festzuhalten. Als ich für mich das eingesehen habe, ging es lediglich darum, zu verstehen warum ich mich in der Situation festhalte,
    Liebeskummer hatte ich anfangs auch, bis ich reflektiert habe, dass es nicht um Liebeskummer geht, sondern um Ängste welche mit mir zu tun haben. Das Streben nach Zukunft mit jemandem, der sich in der Sucht festhält, gab mir keine Möglichkeit für persönlichen Wachstum und Zufriedenheit.

    Liebe Grüße Ino

  • So vielen Dank für die Antworten. Lebenskünstler ich habe deine Geschichte etwas gelesen. Hut ab dass du irgendwann das Ruder herumgerissen hast .

    Ich habe das Gefühl er versteht den Ernst der Lage nur selten . Dann aber richtig. Dann ist wieder alles egal. Hast du Erfahrungen damit ? Ich denke er kann sich gerade ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen.

    Liebe Rennschnecke , einen Alkoholmissbrauch. Ich glaube auch,dass es bei mir mit massiven Verlustängsten zu tun hat .

    Danke Ino für deine einfühlsamen Worte es hilft mir immer dass ich nicht alleine bin . Wie lange hat es bei dir gedauert bis du es endgültig realisiert hast?

    Heute : wunderschöner Tag, daheim aus dem Nichts besoffen total ausgerastet . Ich werde ihm morgen sagen er muss mit der Hausverwaltung reden . Ich leide nicht darunter. Dann muss er echt raus . Ich denke der Vermieter wird mir noch mal einen Vertrag aausstellen. Ich sitze jetzt draußen und hoffe er verwüstet die Wohnung nicht . Ich entfliehe aus der Wohnung. Ich lasse mich so schlimm beleidigen ich weiß nicht ob sich das überhaupt jemand von euch vorstellen kann. Es geht so tief dass ich mich so schäme .


    Ich bin nur noch traurig und ich bin zu naiv . Ich denke immer wieder dass es besser wird. Es wird jeden Tag schlimmer. Ich lasse mich demütigen und bin echt nicht mehr die fröhliche Person die ich mal war. Immer wenn ich gerade wieder optimistisch bin, wird mir gezeigt dass es einfach keinen Sinn macht .

    Wie viele Anläufe ich wohl noch brauchen werde ? Gerade fühle ich mich bestätigt aber morgen schöpfe ich bestimmt wieder irgendeine dumme Hoffnung. Ich bin echt sauer auf mich selbst . Ich seh aber gerade meinen Zukunftstraum zerbröseln.

    Wieso ist das gerade in letzter Zeit so krass extrem . Es ist wirklich nicht auszuhalten eigentlich. Im Aushalten bin ich aber sehr gut ..

  • Liebe Alice, ich fühle mit Dir. Beleidigungen der allerübelsten Sorte waren auch bei meinem xy im betrunkenen Zustand normal. Er konnte das auch nüchtern, aber betrunken ging das so massiv unter die Gürtellinie, dass es für mich manchmal nahezu unfassbar war - und immer noch ist. Ich hatte das große Glück, dass ich nicht mit ihm zusammenlebe. Aber wir hatten eine Fernbeziehung und wenn er angefangen hat zu trinken, wenn ich dort war, konnte ich auch nicht einfach mitten in der Nacht flüchten, da dann kein Zug mehr nach Hause gefahren ist. Ich erinnere mich an eine Nacht, als er wirklich massiv betrunken war und verbal so ausfällig, dass ich mich irgendwann nicht mehr beherrschen konnte und ihn angebrüllt habe, dass er jetzt ins Wohnzimmer verschwinden soll und die Klappe halten, weil ich sonst die Polizei rufe. Da hat er mich noch verhöhnt, aber dann hat er sich verzogen. Aber diese Beleidigungen sind der Horror. Ich habe irgendwann angefangen, ihn auf WhatsApp sofort zu blockieren, wenn es dort anfing, und im persönlichen Kontakt sofort zu gehen - oder tatsächlich die Polizei zu rufen. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

  • Ich habe das Gefühl er versteht den Ernst der Lage nur selten . Dann aber richtig. Dann ist wieder alles egal. Hast du Erfahrungen damit ?

    Ich war nicht so schwankend. Ich wollte bis kurz bevor ich es getan habe, nie aufhören. So wie ich mir das nüchterne Leben vorgestellt habe, so lange ich noch getrunken habe, war mir das nicht erstrebenswert.

    Ich wusste schon, das zu viel trinken ungesund ist. Aber ich war überzeugt, ich kriege das unter Kontrolle.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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  • Liebe Hiijuma, danke dir für die Antwort. Es ist so zugespitzt dass ihn nicht mal interessiert wenn ich sage ich rufe die Polizei . Dann meint er nur ich soll die "scheiß Wohnung" verlieren. Und brüllt und beleidigt mich weiter.

    Nachdem er sich die letzten Stunden über alles aufgeregt hat. Ich habe mir irgendwas im Magen eingefangen wo mir sehr schlecht war. Erst meinte er er mache mir Tee und kümmere sich , dann fängt er in der Küche an zu brüllen, was er sich für eine scheiß Frau gesucht hat etc (zu schlimm es zu schreiben). Aus dem nichts .. Er ist komplett unberechenbar geworden.

    Danke mir hilft es sehr , mich auszutauschen. Bist du getrennt? Hast du es schnell geschafft?

    Viele liebe Grüße an alle.

  • Ich war nicht so schwankend. Ich wollte bis kurz bevor ich es getan habe, nie aufhören. So wie ich mir das nüchterne Leben vorgestellt habe, so lange ich noch getrunken habe, war mir das nicht erstrebenswert.

    Ich wusste schon, das zu viel trinken ungesund ist. Aber ich war überzeugt, ich kriege das unter Kontrolle.

    Chapeau . Gab es ein Schlüsselerlebnis für dich?

  • Wenn Du das bei mir gelesen hast...irgendwann gings mir halt schlecht genug, dass aufhören einfacher war, als weitertrinken.

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  • Liebe Alice, ich kann mich gerade nicht erinnern, ob Du geschrieben hattest, ob Du die Polizei schon mal gerufen hattest. Ich habe es vor zwei Wochen zum ersten Mal wirklich getan. Er war betrunken in meiner Wohnung, hat mich sehr brutal beleidigt - subtil und offen - und hat sich geweigert zu gehen. Ich war selbst krank zu der Zeit, eine heftige Magen-Darm-Grippe und wollte nur ins Bett. Es war unmöglich, weil er nicht aufgehört hat mich verbal anzugehen. Ich hab ihm dann nochmal zehn Minuten Bedenkzeit gegeben: „Du kannst innerhalb von zehn Minuten gehen, oder ich rufe an.“ Er ist nicht gegangen und hat nach den zehn Minuten darauf beharrt, dass er bleibt. Ich habe angerufen und sie kamen. Ich habe fast bedauert, dass er zwei Minuten bevor sie da waren, die Wohnung verlassen hat, aber sie sind ihm nachgefahren.

    Ich glaube schon, dass das ein Schuss vor den Bug war. Er hat es mir nicht zugetraut, dass ich ernst mache.

    Ich habe ihm vor ein paar Wochen gesagt, dass ich keinen Kontakt mehr möchte. Bisher hat er das nicht akzeptiert. Er ist Quartalstrinker - trinkt alle paar Wochen jedesmal, wenn ihn etwas frustriert für eine Woche bis zur Besinnungslosigkeit und verliert dann alle Hemmungen.
    WhatsApp ist blockiert, aber dann schreibt er eben sms, auch wenn ich nicht mehr antworte, oder er kommt betrunken hierher - das letzte Mal war das mit der Polizei. Danach kam er nicht mehr und schreibt nur hin und wieder wirre sms.

    Es war sehr sehr schwer ihm zu sagen, dass ich keinen Kontakt mehr möchte. Und nachdem ich gestern erfahren habe, dass er in lebensbedrohlichem Zustand gefunden wurde, bin ich stark in Versuchung ihm zu schreiben und ihn wissen zu lassen, dass ich im Notfall da bin. Und das nach all diesem emotionalen Mißbrauch… Ich beschäftige mich gerade viel mit dem Thema Trauma-Bonding. Ich glaube, das erklärt vieles - also ich meine, warum wir uns nicht einfach frei machen können.

  • Liebe Aliceinwonderland,

    Wie lange hat es bei dir gedauert bis du es endgültig realisiert hast?

    Ich würde sagen, mein größter Schritt war es nicht zu realisieren, sondern zu akzeptieren, dass ich loslassen muss.
    ein Perspektivenwechsel war notwendig - raus aus dem Wartezimmer (er muss verstehen/ er muss doch wissen/ er muss sich ändern/ er hat es so schwer/ er ist so alleine….). Dann hab ich für mich verstanden- ich warte auf niemanden, der sich ruiniert, und mich und meine Tochter in den Abgrund zieht. Danach hatte ich keine Argumente für mich, es mir vorzustellen zu wollen, mit ihm zusammen zu bleiben.

    Liebe Grüße Ino

  • Hallo Aliceinwonderland,

    du musst da dringend raus. Für mich würde sich da gar nicht mehr die Frage einer Trennung stellen. Das hat niemand verdient.

    Kannst du nicht bei Hausverwaltung vorsprechen und deine Situation schildern? Vielleicht können die dir kurzfristig eine andere Wohnung geben. Dann musst du nicht weiter warten bis er mal tätig wird.

  • Hallo Alice,

    Ich lasse mich so schlimm beleidigen ich weiß nicht ob sich das überhaupt jemand von euch vorstellen kann. Es geht so tief dass ich mich so schäme .

    Ja, ich kann es mir gut vorstellen. Irgendwann war es so schlimm für mich dass ich endlich richtig in's Handeln kommen konnte.

    Hab Mut, du schaffst das auch. Irgendwo hast du noch einen Ritter in dir, der dir hilft. Sonst wärst du auch nicht hier. Sei es dir wert denn du bist es. Wertvoll.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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