Guten Abend in die Runde,
will mich nur mal melden und mitteilen, dass soweit alles gut bei mir ist. Bald sind es Monate trocken. Wirklich stolz bin ich irgendwie nicht, schon ein bisschen, aber eben nicht so als wenn ich wirklich was weltbewegendes erreicht habe. Dazu ist es zu sehr eine Selbstverständlichkeit geworden nichts zu trinken.
Gelegentlich kommt die Stimme im Hinterkopf wieder auf und erinnert an das entspannende Gefühl wenn man was getrunken hat. Ich denk dann immer an das Gefühl Minuten später, wenn ich den nächsten und den nächsten Schluck nehme und es dann kein Halten mehr gibt. Da will ich nicht hin, also fällt auch der erste vermeintlich entspannende erste Schluck flach.
So geht es langsam aber stetig vor sich hin, ohne wirklich grössere Ereignisse.
Positiv ist: Meine kognitiven Fähigkeiten scheinen besser zu werden. Ich diskutiere besser, argumentiere und verliere nicht den Faden. Ich streite mich auch nicht mit meiner Frau wegen irgend nem kleinen Mist.
Gut zu wissen, dass es wohl doch am Alk lag und somit an mir.
In den Beiträgen der Cos sehe ich mich zwar nicht zu 100% wieder, aber es gibt (gab) erschreckende Parallelen. Auch ich wusste nicht wann Schluss ist, alles drehte sich nur um Alk und irgendwie den Tag überstehen bis wieder Alk da ist. Plus natürlich die miese Laune, Gereiztheit und Desinteresse am Leben.
Gut, dass das vorbei ist. Den Rausch vermisse ich nicht extrem. Es wäre gelogen wenn ich sagen würde, dass mir am Rausch nichts gefallen hat, sonst wäre ich ja kein Alki geworden. Aber ich lerne Tag für Tag die positiven Seiten des nüchternen Lebens mehr und mehr zu schätzen. Das macht mich glücklich.
Euch allen eine schöne Woche und liebe Grüße,
Paul