Beiträge von Paul_

    Guten Morgen an Alle,

    melde mich mit kurzen Updates zur Sachlage:

    1. Ich schlafe wirklich gut. Ich schlafe durch, wenn ich nicht gerade noch vorm Schlafen 3 Tee getrunken habe und ich dann gegen 4 doch noch aufs Klo muss.

    2. Ich werde müde. Das war früher nicht der Fall. Ich verspüre Müdigkeit und kann dann relativ einfach einschlafen.

    3. Ich träume, kann mich aber meistens nicht mehr erinnern an was. Jedenfalls sind die Alk Träume vorerst nicht wieder aufgetreten.

    4. Ich schaffe mehr und schneller. Sei es nun Arbeit, Küche, irgendwas am Auto oder Handwerkliches. Brauche keine Ewigkeit um mich zu motivieren und halte lange mit Begeisterung durch.

    5. Alles schmeckt besser. Der bittere Geschmack ist weg. Ich hatte zur nassen Zeit und noch danach einen bitteren Nachgeschmack. Jetzt ist es wieder so wie es sein sollte.

    6. Ich probiere Neues aus. Gerne die umliegenden Städte und kulturelle Veranstaltungen erkunden, aber auch am PC, z.B. Programmiersprachen.

    7. Ich lese mehr. Vor allem Geschichte und Politik.

    Während der nassen Zeit waren das alles notwendige Übel, jetzt bringt es mir eine Art Freude. Ich realisiere langsam, dass sowas wohl normal ist. Für mich war es normal das nötigste zu tun und mich anschliessend "zu entspannen" (von was auch immer?), also volllaufen zu lassen.

    Mittlerweile werden die Gedanken an Alk weniger, sind aber besonders Abends noch präsent. Tagsüber hingegen ist diese Vorfreude auf das erlösende, abendliche Besäufnis verschwunden. Das ist schon viel wert, da die Gedanken nicht den ganzen Tag um Alk kreisen.

    Geduld ist hier wirklich ein guter Freund. Ich hab ganz vergessen was mir die Sauferei genommen hat. Jeden Tag kommt ein bisschen von meinem früheren nicht-alkoholiker Leben zurück. Gut, ich bin jetzt nunmal Alkoholiker, daran ist nichts mehr zu ändern. Aber ich kann trotzdem ein Leben geniessen wie andere nicht-alkoholiker. Nur eben ohne den Alk.

    Im Grunde schon fast lächerlich wenn man bedenkt, was man alles machen kann. Ich kann im Grunde alles machen worauf ich Lust habe. Durch den alk habe ich das komplett vergessen und habe mir auch nichts mehr zugetraut. Langsam verstehe ich wieso viele Alkoholiker von einem "neuen Leben" sprechen.

    Also, 3 Wochen geschafft, seit gestern läuft Woche 4 an. Soweit alles stabil.

    Liebe Grüße,

    Paul

    ....mein Suchthirn suggeriert mir immer noch die "angenehmen " Seiten des ersten Glases...das Gefühl von Leichtigkeit, entspannt sein....danach nicht mehr...

    Genau hier liegt ja das große Problem. Das erste Glas und die erste Welle an Rausch die binnen Sekunden anflutet. Das hält sich gern in der Erinnerung, das danach wird gerne mit der Zeit verdrängt. Ich kann dich da gut verstehen, bei mir war die Motivation auch der schnelle entspannende Rausch. Zu dumm nur, dass der nicht lange anhält. Spätestens nach ner halben Std. musste nachgelegt werden. Doch der angenehme Rausch kam nicht wieder, stattdessen nur ein abstumpfen und abschalten des Gehirns. Dann ging das alle 5-10 Minute so weiter, Schluck für Schluck. Bis man so voll ist dass man sich hinlegt und wegpennt.

    Daher die Frage: Lohnt sich das? Für diese paar Minuten des Rausches den ganzen Tag, Woche, Leben wegzuschmeissen?

    Dann kommt noch hinzu, der Rausch ist auch nicht so doll. Aber die Linderung der Entzugserscheinungen kommt einem so vor als wenn alles super ist.

    Also geht es dir nur spürbar besser, weil es dir aufgrund von Alkohol in erster Linie schlecht ging.

    Ich habe als nasser Alkoholiker funktioniert. War ständig down, Freude verspürte ich immer nur kurz. Dachte das sei normal. Mit Alk hab ich nichts mehr gespürt, das war eine Erleichterung. Nur eben ein Teufelskreis.

    Ohne Alk, ist es einfach nur besser. Ich fühle mich bereits jetzt, viel besser als vorher jeden Tag.

    Und noch ein Bonus, die Schuldgefühle werden durch Stolz auf sich selbst ersetzt. Da kann der Alk-Rausch nicht mithalten.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hallo Biene,

    auch deswegen ist es sehr ratsam zum Arzt zu gehen. Die erste Woche ohne Alk ist einfach eklig. Es gibt aber Mittel, Medikamente, die den Entzug gut abfedern und den Saufdruck stark minimieren. Diese kann dir ein Arzt verschreiben und dich parallel begleiten beim Entzug. Nach einer Woche ist das schlimmste durch und Du wirst dann gesehen haben, dass Du eine Woche komplett ohne Alk geschafft hast. Die zweite Woche vergeht dann nochmal schneller und die Euphorie über das geschaffte hält noch lange genug an um voll ins nüchterne Leben durchzustarten.

    Die mangelnde Motivation etwas zu tun und die Gedanken an Alk sind die Folgen vom Alkoholkonsum. Das verschwindet schneller als Du denkst und deine Motivation ist wieder da, diesmal aber mit mehr körperlicher und seelischer Kraft.

    Ich hab das alles vor sehr kurzer Zeit erlebt. Vor 3 Wochen stand ich da wo Du jetzt stehst. Und es sind nur 3 Wochen in denen sich so viel zum positiven verändert hat. Versuch es durchzuziehen, denn mit Alk weisst Du doch wie es am nächsten Tag sein wird. Scheisse, wie die letzten Tage und Wochen auch.

    Also gib dir ne Chance, es wird von Tag zu Tag besser. Du brauchst keinen Alk der dir eine schöne Welt vorgaukelt. Das Leben ohne ist schöner.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Jap, so seh ich das auch. Ich hatte einige trockene Phasen, aber wirklich jede endete damit, dass ich überzeugt war wieder normal trinken zu können. Jedesmal war ich überzeugt, dieses mal schaffe ich es es unter Kontrolle zu halten. Stattdessen wurde es mit jedem mal heftiger als vorher.

    Gute Morgen,

    Ist doch gut, dass sowas bei dir noch nicht eingetreten ist. Falls es doch mal passiert, hast Du ja mittlerweile genügend Tipps erhalten, wie Du damit umgehen kannst. Die Flasche oder das Glas wandern schliesslich nicht von Geisterhand zum Mund, auch im Laden kauft sich der Alk nicht von selbst.

    Bei meinem letzten Rückfall war ich mir sicher, dass kontrolliertes Trinken gehen wird. Schliesslich war ich schon so lange trocken, ohne Probleme. Also einfach mal was trinken, dann weiter abstinent. Wo das hinführte ist unnötig extra zu erwähnen.

    Also pass einfach darauf auf. Selbstüberschätzung kann genau wie Suchtdruck in einem ungünstigen Moment kommen, mit fatalen Konsequenzen.

    Aber keine Paranoia deswegen, geh den Weg den Du gehst.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hallo an Alle,

    Ich rechne damit, dass solche Träume noch weiter auftreten werden. Es wäre ja schon ziemlich vermessen zu glauben, dass jahrelanges Saufen (mit oder ohne Pausen) nach zwei Wochen aus dem Gedächtnis wegradiert ist.

    Ich sehe es positiv. Der Traum hat mir sehr sehr realistisch gezeigt, was passiert wenn ich "nur" ein alkoholisches Getränk zu mir nehmen würde. Absturz, ohne wenn und aber. Vielleicht ganz gut sowas von Zeit zu Zeit mal zu erleben anstatt es nur zu wissen.

    Sprint, Marathon, da ist ja was dran. Würde lügen wenn ich sagen würde, dass ich den Sprint nicht bevorzugen würde. Einmal volle Kraft, dann ists vorbei. Aber wir sind nunmal nicht bei Wünsch-dir-was und es ist mehr als gut zu wissen, dass es den Marathon raus aus dem Elend gibt. Immerhin ein Weg der zielführend ist.

    Noch am Rande, das Gefühl welches ich hatte als ich endlich realisiert habe, dass es wirklich nur ein Traum war: Einerseits Erleichterung, andererseits Beklemmung. Fast so als wenn ich wirklich rückfällig geworden wäre.

    Im Endeffekt hat es mich in meinem Vorhaben aber bekräftigt. Will mir nicht ausmalen was wäre wärs kein Traum gewesen.

    Danke für eure Worte, beruhigend, dass ich nicht alleine bin und es wohl ein normaler Prozess ist.

    Sonnige Grüße,

    Paul

    Guten Morgen,

    Gestern Nacht war es soweit. Ich habe mich dabei erwischt wie ich einen Flachmann getrunken habe und von dem leicht angetrunken war. Danach habe ich schon geplant, wo ich die nächsten her bekomme und wo ich diese verstecke. Plötzlich fiel mir jedoch ein, dass ich doch nicht mehr trinke. Ich geriet in Panik. Ich redete mir ein, dass muss ein Traum gewesen sein. Ich verbuche es einfach als Traum, nur das angetrunken sein hat mich gestört. Ich dachte nach, wie es dazu kommen konnte, ich konnte es nicht verstehen. Dann bin ich irgendwie aufgewacht und war mir jetzt unsicher, war es ein Traum oder nicht. Mittlerweile bin ich nun richtig aufgewacht, es war nur ein Traum. Aber so realistisch, sogar dieses angetrunken sein konnte ich fühlen.

    Soviel zum Thema Trigger, Suchthirn, usw... Einen "Fehler" hat das Suchthirn in diesem Traum jedoch begangen: Es zeigte mir haargenau auf, was passiert wenn ich nochmal Alk trinken würde. Erst ist es ein Flachmann, die nächste Sekunde wird der Plan geschmiedet wie ich mehr Alk anschaffe, wo ich ihn verstecke und dass ich genau wieder da anfange wo ich war, nämlich ganz unten.

    Sorry wenn es sich etwas verwirrend liest, bin immernoch etwas schockiert. Musste mich erstmal vergewissern dass es wirklich ein Traum war. Ja war es.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Guten Morgen an Alle,

    Es wird mal wieder Zeit für ein Update, auch wenn nichts wirklich gravierendes passiert ist.

    Die Medikation ist soweit durch, jetzt gibt es noch ein Mittel gegen craving. Ob es wirklich hilft oder ob es ein Placebo Effekt ist kann ich noch nicht beurteilen.

    Fakt ist, die zweite Woche ohne Alk war ab Montag rum. Bald ist es 1 Monat.

    Ich muss zugeben, dass mir die Beiträge hier sehr geholfen haben, insbesondere vorsichtig zu bleiben.

    Gestern war ich kurz im Ort einkaufen. Auf dem Marktplatz ist Nachmittags immer der ortsansässige Alki-Treff. Ich muss zugeben, es hat mich getriggert. Was Paradox ist, denn einerseits sah ich wie einer der Herren sich genüsslich einen großen Schluck Bier aus der Flasche einverleibte, bei strahlendem Sonnenschein in illustrer Gesellschaft, so Sorgenfrei sah das aus. Andererseits dachte ich mir, das wars doch bei dem. Da kommt nichts mehr. Die sitzen da Tag für Tag, labern Müll, saufen von Morgens bis Abends und das wars.

    Warum hat mich das dann im ersten Moment getriggert? Will ich da etwa auch hin? Vermeintlich sorglos in den Tag reinleben, keine Verantwortung, die einzige Sorge ob genug Geld für Sprit da ist.

    Da musste ich tatsächlich kurz drüber nachdenken wie es wäre wenn ich da sitzen würde mit genau den Prämissen.

    Ich kann das nicht. Ich kann das einfach nicht. Das Leben bei denen und in dem Fall bei mir ist in so einem Zustand beendet. Das ist kein Leben mehr, das ist ein Tag für Tag vor sich hin vegetieren. Genau das Gegenteil von dem was ich will. Ein absoluter Alptraum, null erstrebenswert.

    Interessant ist jetzt, wenn ich nochmal anfangen würde zu saufen, weiss ich irgendwie dass genau dort meine Endstation wäre. Es wurde ja nach jeder pause in den letzten Jahren von mal zu mal schlimmer.

    Vielleicht ist es gut dass mich das getriggert hat. Aktiv nachdenken über die zwei Wege die ich gehen kann und die Konsequenzen. Ich muss mir manchmal wirklich vor Augen führen was auf dem Spiel steht. Ein einziges Bier gab es und gibt es nie bei mir. Das nächste folgt automatisch. Die Parkbank kommt in greifbare Nähe, der Rest löst sich von selbst (Ehe, Job, Freundschaften).

    Oder, ich scheisse einfach auf dieses Bier oder den Flachmann oder wie auch immer. Kein erstes Bier, kein garnichts. Ich lebe alk-frei, glücklich und in der Realität, habe keinen Stress mit Frau, Essen schmeckt wieder, Schlafe gut, bin erholt und fühle mich einfach gut.

    So klar die Entscheidung jetzt für mich ist, so unklar war sie noch vor Monaten. Worauf ich jedoch hinaus will, das Suchthirn nutzt sogar die vermeintlich absurdesten Situationen aus um an Stoff zu kommen. Kein normaler (gesunder) Mensch wäre getriggert von nem Alki auf ner Bank. Ich schon.

    Also, lasst euch nicht vom Alk oder Suchthirn verarschen.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Lieber Stromer,

    vielen Dank für die Worte!

    Ich muss auch zugeben, dass ich mir in letzter Zeit mehr gönne. Nach dem Essen ein Nachtisch, gerne mal was ausgefalleneres Kochen, was dann aber auch mir persönlich sehr schmeckt. Witzig mit den 0.33 Cola Glas Flaschen. Die feierer ich auch, besonders direkt ausm Kühlschrank, trinke sonst nie Softdrinks, ausser bei Veranstaltungen oder irgendwelchen Abendessen. Aber so hab ich es auch geplant, lieber auf solche Sachen hin und wieder zurück greiffen als auf Alk. Danach fühle ich mich immerhin nicht wie der letzte Dreck am nächsten Tag.

    Ich rede es mir mittlerweile auch so ein, es ist einfach nur eine harte, obgleich legale, Droge. Nur weil sie überall zu jeder Zeit legal verfügbar ist, heisst es nicht, dass sie a) ungefährlich ist und b) ich sie nehmen muss. Ich gehe schliesslich auch nicht zum Hauptbahnhof und hol mir dort irgendwelche Substanzen.

    Ich mein es ist zwar irgendwie interessant, dass unser Gehirn auf soviele Stoffe reagiert. Ob das beabsichtigt ist oder einfach nur Zufall, oder eine Form von Evolution, ich weiss es nicht. Aber nur weil es eine Wirkung hat, heisst es noch lange nicht, dass ich diesen Stoff zum Leben brauche. Ganz im Gegenteil, um so zu leben wie ich es will, muss ich auf Alk verzichten.

    Alkohol ist nun nicht die einzige Substanz die ich in meinem Leben probiert habe, aber ich muss sagen, einfach die gefährlichste. Sie ist gesellschaftlich akzeptiert, leicht verfügbar und erzielt genau die Wirkung, auf die man sich konditioniert hat. Bist du schlecht drauf, gehts dir besser. Hast du Stress, kannst du entspannen. Gehts dir gut, fühlst du dich noch besser. Bist du einsam, hast du einen Freund. Ist dir langweilig, hast du eine Beschäftigung. und und und... Leider hängt aber an dieser Illusion ein sehr deftiges Preisschild, welches gerne übersehen wird. Ich jedenfalls kenne meinen wert, oder besser gesagt, ich erkenne ihn wieder. Und der ist viel höher als die nutzlose Illusion die mir Alk vorgegaukelt hat. Leicht gesagt, leicht geschrieben. Aber so kann ich mir gut vor Augen führen wo ich gerade stehe und wieso ich den Weg gehe, den ich gehe.

    Euch allen auch viel Kraft und Durchsetzungsvermögen!

    Liebe Grüße,

    Paul

    Guten Nachmittag an alle,

    habe mich die letzten Tage nicht gemeldet, dafür gab es aber keinen besonderen Grund. Soweit ist alles gut, das "Fenster" in dem sich die Gedanken an Alk einschleichen wird zunehmend kleiner, ist aber dennoch da. Immer so ab 17 Uhr bis Abends. Ab 10 Uhr ist für gewöhnlich Ruhe. Die zweite Woche neigt sich mittlerweile dem Ende, Am Montag sind es dann 2 Wochen. Hab im letzen Jahr nach dem Rückfall nicht annähernd so eine Lange Pause durchgehalten. Aber genau das ist der springende Punkt. Ich sehe es jetzt nicht als Pause sondern es ist ein endgültiger Entschluss.

    Stromer Als sicher würde ich mich jetzt auf keinen Fall bezeichnen. Dafür habe ich schon zuviel hier im Forum gelesen, mitunter von Leuten die sich auch in Sicherheit gewogen haben. Mein suchthirn kenne ich nun ganz gut, schliesslich sind wir schon über 20 Jahre zusammen aktiv gewesen. Dass das nicht von heute auf morgen oder binnen paar Monaten verstummt weiss und merke ich. Es laufen hier jedoch genügend Personen im Forum rum, die wie ich meine, mindestens genauso wie ich eine vermeintliche Lösung im Alkohol gefunden haben und dennoch das Fatale an der Sauferei erkannt haben und jetzt glücklich ohne Leben. Das ist eine sehr große Motivation, da ich in meinem Umfeld keine Alkis habe. Will ich auch nicht, reicht dass ich mich um mich kümmern muss, da hätte ich keine Zeit und Kraft mich noch mit solchen Problemen auseinanderzusetzen und in Gefahr zu begeben. Ergo, ausser dem Forum und einer Alkoholfreien Umgebung hab ich nichts weiter, es kommt jetzt auf mich an.

    Jedenfalls danke ich dir für die Worte und die mahnende Erinnerung, ich freue mich jeden Tag mehr auf die Zukunft. Wie Du ja implizierst, wird das Suchtgedächtnis mit der Zeit immer blasser.

    Ich schlafe jetzt in letzter Zeit viel mehr. Auch mal am Vorabend für ne Stunde. Nachts dann durch. Als ob ich den Schlaf der letzten Monate nachholen müsste. Ich trinke auch viel mehr Wasser und Tee, nicht als Ablenkung sondern weil ich einfach Durst habe. Heisshunger Attacken wie ich sie gerne mal so gegen 11 Uhr Abends hatte sind hingegen weg. N Schokoriegel tuts dann auch völlig, aber nicht ne ganze Tüte Chips oder am besten noch ne TK-Pizza wie noch im Vollsuff.

    Was mich hingegen die letzten Tage hier im Forum zusätzlich motiviert/geschockt hat, sind die Berichte von Angehörigen. Ich bin eine soziale Person, zumindest nüchtern. Dann zu lesen wie es dem Partner, der Familie ergeht wenn man kräftig am saufen ist und nicht merkt was für ein Leid man verursacht, ist schon ein anderes Kaliber. Also nicht nur aus Verantwortung mir gegenüber, sondern auch meiner Familie gegenüber sehe ich, dass es einfach nur einen einzigen Weg für mich gibt.

    In dem Sinne, auf das Wochenende!

    Derweil versuche ich nochmal meine Sauce die ich heute morgen angesetzt habe irgendwie zu retten. Das wird mir sicherlich gut Zeit abverlangen.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hallo an Alle,

    vielen Dank für die Reaktionen.

    Nayouk24 Genaus so soll es werden. In kleinen Schritten auf die Jahre zu. Die Grundbausteine hab ich mir wiederholt durchgelesen und fast genau nach denen gestalte ich jetzt meinen Alltag. ich habe mir auch den gepinten Beitrag zur Therapie durchgelesen, da steht ja auch drin, Schritt für Schritt. Also warte ich noch mit Therapie und sehe zu, dass ich mich sicherer fühle.

    AnnaBlume Hallo Anna, danke der Nachfrage. Das Wochenende ist irgendwie gut an mir vorbei gegangen. Ich habe etwas aufwendiger gekocht, mit meiner Frau Schrott im Fernsehen geschaut, Freunde getroffen und die Sonne genossen.

    Mir kam schon das ein oder andere mal im Kopf, wie ich bei ähnlichem Wetter draussen auf der Parkbank sitze und mir jedes mal wenn keiner guckt einen Schluck aus den Flachmännern reingiesse. Der Gedanke widert mich gerade wieder richtig an. Das hat er damals auch ein bisschen getan, aber besoffen ist man sich ja für nichts zu schade. Furchtbar.

    Seit ein paar Stunden ist ja bei mir so die übliche Sauf-Zeit, also das Fenster in dem ich getrunken habe. Wahrscheinlich wäre ich jetzt halbwegs voll, würde nichts vernünftiges mehr machen und morgen früh würde ich bis 17 Uhr warten bis es wieder weiter geht. Ne... Wirklich kein Bock mehr drauf mein Leben so ausm Fenster zu werfen. Also, Tag 8 ist bis jetzt wie erwartet gut gelaufen.

    Liebe Grüße an Alle,

    Paul

    Hallo Liebe Mitglieder,

    Kleines Status update: 1 Woche ist rum. Es war eine turbulente Woche, zumindest in meinem Kopf. Vorab schonmal herzlichen Dank an dieses Forum, es hat mich jeden Tag in meiner Entscheidung zusätzlich bestärkt den einzig richtigen Weg eingeschlagen zu haben.

    Ich habe festgestellt, dass mir soziale Kontakte sehr gut tun. Gelegenheiten auf denen Alk konsumiert ist lass ich aus, aber mal mit Freunden einen Kaffee trinken ist super. Hab mich dabei erwischt dass ich die ganze Zeit über nicht einmal an Alk gedacht habe, erst auf dem Heimweg kam der Gedanke "Ach da war ja noch was". Aber eben nur der Gedanke, kein Verlangen.

    Ich glaube ich habe lange nicht mehr so gut geschlafen wie letzte Nacht. Kein aufwachen um 5 Uhr morgens mit Puls bis zum Anschlag. Oder kein Aufwachen und bis Nachmittags nicht richtig klar kommen auf die Welt. Einfach schön.

    Diese Woche wieder ein Termin beim Arzt, aber da wird es wohl auch nichts weltbewegendes geben.

    Ansonsten gestalte ich den Tag so, dass ich genug beschäftigt bin. Werde auch Abends wieder müde statt aufgedreht. Vorher war das ja mehr ein ins Bett fallen weil ich voll war.

    In dem Sinne, allen eine gute Zeit!

    Liebe Grüße,

    Paul

    Wow, das hätte auch schief gehen können. Auch das kann sich auf den Schlaf ausgewirkt haben.

    Ich habe mich dem Auto nicht genähert weil es nicht nötig war. jetzt musste ich jedoch fahren und wusste, was da im Kofferraum mitfährt. Also lieber schnell weg mit dem scheiss. Jetzt am Anfang ist ja Motivation und Euphorie stark, aber nach ein paar Monaten könnte es noch gefährlicher werden. Deshalb so schnell wie möglich weg damit. Aber ja, Gedanken hab ich mir auch gemacht, nur ist mein Entschluss stärker. Die Flasche wandert ja nicht von Geisterhand in Richtung Mund.

    Die Grundbausteine hab ich mir jetzt paar mal durchgelesen, bis auf die Therapie hab ich ja im Prinzip schon die gleiche Richtung eingeschlagen.


    Die ersten Tage nüchtern können auch anstrengend sein. Ich musste mich in Geduld üben und mir Zeit nehmen.

    Jaaa... Geduld ist hier wirklich das Wort. Plötzlich ist man wieder mit Zeit und dem realen Leben konfrontiert, ohne dass die Zeit einfach runtergespült wird. Aber genau das will ich ja auch. So ist das Leben nun mal, muss mich danach richten. Mit der Zeit werden sich wieder Wege finden wie ich die freie Zeit sinnvoll und für mich bereichernd gestalten kann. Aber eins nach dem anderen.

    Danke für eure Wünsche, von mir auch viel Kraft und Erfolg an euch.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hallo Nayouk,

    Mit den Grundbausteinen muss ich mich noch beschäftigen.

    Unser Zuhause ist Alk-frei, meine Frau trinkt auch nicht, also null trigger was die eigenen vier Wände angeht.

    Habe gestern noch die leeren Flaschen aus dem Kofferraum entsorgt, in einer war noch was drin. Hab die ohne Wehmut in den Container geworfen, nichts mit "naja, ist ja schon Verschwendung". Eher der Gedanke, wieviel Leben ich für diesen Mist verschwendet habe.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hallo Liebe Mitglieder,

    Tag 5 war erfolgreich. War gestern einkaufen, allerdings nur bei unserem türkischen Supermarkt. Also eine sichere Sache, auch wenn es mich in einem normalen Supermarkt auch nicht zieht der Alk Abteilung Beachtung zu schenken. Eher ein Respekt.

    Geträumt hab ich wirklich wirres Zeug, wieder das Verstecken von kleinen Alk Fläschchen und Leute die mir dabei auf die Finger schauen wollten. Dann war ich noch in einem Einkaufszentrum, konnte den Parkplatz nicht finden und wurde von allen möglichen Leuten dumm angelabert. Genau die Situationen die ich hasse. Man könnte fast meinen, der Alkohol verhält sich wie ein Teufel der mir sagen will: "Komm wieder zurück! Schau was für Probleme und Ängste du ohne mich hast, mit mir ist das alles vergessen." Als ich dann aufgewacht bin, dachte ich zumindest, hatte ich ne halb leere Wodka Flasche in der Hand. Regelrechte Panik machte sich breit. Während ich under Medikation bin Wodka trinken? Wie konnte ich nur so dumm sein? Wie ist das passiert? Keine Ahnung. Dann, richtig aufgewacht, realisiert wo ich bin, denn gestrigen Tag Revue passiert, ok, es war nur ein Traum. Erleichterung.

    Tag 6 hat begonnen und wird ein Erfolg!

    Liebe Grüße,

    Paul

    Lebenskuenstler Scheint mir, als hättest du wirklich die besten Voraussetzungen gehabt um in die Alk-Spirale rein zu rutschen.

    Bei mir wurde in der Familie nicht oft getrunken. Schon hin und wieder, dann auch gerne mal ordentlich, aber nur auf Familien-Feiern. Nie sowas wie ein Wein zum Abendessen oder ähnliches.

    Bin auch gerade dabei auszuloten, wie ich beruflich weitermache. Eine gut bezahlte bequeme Stelle die mir Spass macht, oder wirklich gut bezahlt und dann wieder nur Arbeit aber kein Leben. Diesmal ist die Entscheidung einfacher.

    Kurzes Update, Tag 4 auf Tag 5 ging endlich das Schwitzen weg und ich habe viel entspannter durchgeschlafen. Tagsüber geht es körperlich soweit ohne Probleme, Abends kommen Gedanken an Alkohol, aber die nehmen keine Überhand. Sind dennoch da.

    Fazit, Tag 5 läuft gut, hab heute ein etwas aufwendigeres Koch-Projekt, so wird der Nachmittag nicht langweilig.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Hallo Oskar

    vielen Dank, das gleiche wünsche ich dir auch!

    Bzgl. der Medikation, solange die Medikation wirkt, halten sich die Entzugserscheinungen in Grenzen. Solange ich mich bewege, stehe, gehe, sind es gelegentliche Schweissausbrüche. Sobald ich liege, versuche zur Ruhe zu kommen oder zu schlafen, werden die Schweissausbrüche heftiger. Ohne Medikation würden da noch tagsüber zittrige Hände, Aufgewühltheit, innere Unruhe und ein wesentlich stärkeres Verlangen nach Alkohol hinzukommen.

    Ich habe ja im Grunde nie vor 17 Uhr getrunken. Da hat sich mein Körper wohl halbwegs drauf eingestellt, obwohl es gegen Ende schon Mittags eklig wurde. Nur da hat dann Bewegung geholfen. Am meisten hat mir immer das Herzrasen Sorgen gemacht. Das kam tagsüber, nachts, im Grunde wann es wollte. Das ist zum Glück dank Medikation nicht der Fall.

    Zum Thema Funktionieren... Ja, ich funktioniere. Das hat in 95% der Fälle geklappt, es sei denn ich habe am Vorabend extrem übertrieben. Nur ist dieses beschriebene Funktionieren kein Vergleich zu dem, wozu ich abstinent im Stande war/bin. Mir fehlte irgendwann einfach die Power und die Konzentration, ich wurde den Erwartungen an mich überhaupt nicht gerecht. Mein Hauptjob ist ja Geschichte, jetzt ist es ein anderes Feld.

    Damit mich niemand falsch versteht, ich nehme das nicht auf die leichte Schulter. Mir sind die Gefahren die draussen lauern bewusst, deshalb fallen sehr viele Optionen an Aktivitäten schonmal weg. Auf dem Kongress beispielsweise gab es tagsüber keinen Alkohol. Erst am Abend, zum Networking. Da war ich aber bereits weg, noch bevor die umgebaut haben.

    Liebe Grüße,

    Paul

    Herzlichen Glückwunsch Hartmut!

    Du bist eine große Motivation für mich und ein Beweis, dass man es schaffen kann wenn man sich an die Regeln hält.

    Auf die nächsten Jahre und alles Gute!

    Paul

    Guten Nachmittag,

    Nayouk Vielen Dank, ich freue mich ebenfalls auf einen guten Austausch.

    Lebenskuenstler Das mit dem Sterben wollen kann ich gut nachvollziehen, mir war gegen Ende alles egal, ich konnte mich nicht mehr ertragen. Aber Sterben wollte ich nicht, trotzdem auch irgendwie Leben wollte ich auch nicht. Es war ja mittlerweile auch kein Leben mehr.

    Wie verlief der Prozess bis Du nüchtern wieder so sein konntest wie es einmal warst?

    Mein letzter Rückfall war, wenn ich das jetzt mal Revue passieren lasse, auch in gewisser Weise beabsichtigt. Ich habe ja auch gute Erinnerungen an Alkohol. Die Entspannung, das für mich sein, der Rausch. Dass die ganze Nummer ausser Kontrolle geraten wird, war ich mir nicht mehr ganz bewusst. Ich dachte, dieses mal kannst du es locker schaffen. Früher hat es ja auch immer mit Pausen geklappt. Nur muss ich mir eingestehen, es hat nie wirklich geklappt. Wenn man kein Problem mit Alkohol hat, warum dann Pausen machen?

    Ich werde mir das wieder zurückholen. Nüchtern das Leben geniessen. Im Grunde ist der Alkohol-Induzierte Geisteszustand ja ne einzige Lüge. Belohnungsgefühl für was? Es ist ja nicht verdient. Auf diesen Gedanken hat mich Sick von Shore Stein Papier gebracht. Es meinte in einer Folge, dass er erkennen musste, dass es alles nur eine Lüge ist, keines der Gefühle im Rausch ist wahr. Freude, Entspannung, Sorglosigkeit, alles nur eine Lüge.

    Kleines Update am Rande: Die Nacht war unangenehm, ich habe geschwitzt und Mist geträumt. Hab geträumt ich komm nachhause, habe aber ausversehen noch ne kleine leere Flasche in der Jackentasche vergessen. Es gab aber in der Wohnung keine Ecke mehr, wo ich die hätte sicher verstecken können. Panik, was ist wenn die jemand findet, usw., usw...

    Ansonsten hält sich das Craving stark in Grenzen. Es ist mehr ein "daran Denken" als ein wirkliches wollen/verlangen. Dass ich mich nicht in Sicherheit wiegen sollte weiss ich, gehe nicht leichtfertig mit der neu gewonnenen Freiheit um.

    In dem Sinne,

    Liebe Grüße

    Paul