Beiträge von Tisha

    Was war dann bei dir der ausschlaggebende Punkt warum du deinen Weg alleine weiter gegangen bist?

    Weil es nichts bringt. Man kann noch so perfekt sein, noch so toll, und so in super Anker. Es ist leider hoffnungslos. Entweder man ist die schuldige Person oder die perfekte. Dazwischen gibt es kaum was. Es ist sein Problem und nicht deins. Aber sein Problem macht es zu deinem. Wirklich, entscheide dich richtig

    Er möchte wieder mit Sport anfangen um einen Ausgleich zu finden und komplett auf den Alkohol verzichten

    Genau das habe ich etliche Male gehört. 8 Entgiftungen in fast 4 Jahren und eine Langzeittherapie. Es gibt bei alkoholkranken Menschen gute und schlechte Phasen und in den vermeintlich guten Phasen klammert sich die Person an alles. Es wiederholt sich und wiederholt sich, und irgendwann merkt man selber, dass es kein Ende gibt.

    Aber natürlich hab ich es oft nicht geschafft am Abend ihm nichts mehr von der Tanke zu kaufen damit er dann nicht alleine noch mehr kauft und ich das zumindest kontrollieren kann

    Du kannst es nicht kontrollieren, weil er es auch nicht kann. Man hat zunächst das Gefühl der Kontrolle. Aber es hilft null. Deshalb erklärt es vielleicht auch, warum er dich (wie bei mir) als Anker sieht. Weil du machst und tust und ihn unterstützt… Du musst selber deinen Weg gehen aber ich hoffe du wählst diesen gut

    Hallo Sanni,


    Ich habe deinen Beitrag gesehen und direkt mich selbst gesehen. Ich sage dir jetzt etwas, was ich selber fast kaum geschafft habe:

    Es ist die Abhängigkeit. Es wird besser. Und wenn du es geschafft hast dich zu trennen, dann lauf und schau nicht zurück, egal wie schwer es ist. Der Anker ist der Alkohol. Und das ist einfach so. Ich habe es so lange nicht verstanden. Weil es schwer und blöd und verletzend ist. Ich wünschte ich könnte mein Verhalten von vorher ändern und ich wünschte ich wäre eher gegangen.

    Alles Gute dir!!! ❤️

    Wenn man sich unter normal Umständen trennt, hätte er ja 3 Monate Zeit. Aber so geht das nicht. Und es klappt auch nicht, dass man in der Wohnung getrennt lebt. Es würden nur Vorwürfe kommen etc. Und er wäre wieder unnötige Hoffnungen für ihn und für mich unerträglich. Zumal er sich sowieso nix suchen würde. Ich denke am Wochenende wird er abstürzen. So geht er ja anscheinend noch zur Arbeit.
    Er hat so viele Freunde und Familie. Ich verstehe nicht, warum er gegenüber in der Wohnung hockt wo kein Strom ist. Ich vermute, dass er in der Nähe bleiben will. Die anderen Freunde wohnen 3 km weg. Sind aber gepflegt und haben u.a. Ein Zimmer frei.

    Er weiß nun, dass er das Geld auf dem Konto hat. So kommen deshalb wenigstens keine Vorwürfe.

    wie oft hast du ihm das denn schon angekündigt?

    Die letzten Male musste er sofort gehen. Dieses Mal habe ich es 5 Wochen hinaus gezögert, weil er den neuen Job hatte. Ich dachte er fängt sich wieder.

    Heute Morgen stand er vor der Tür und hat total auf Mitleid gemacht, dass er bei einem Freund duschen musste und Zähne putzen auf der Arbeit. Geschlafen hat er gegenüber bei einem Kollegen der ebenfalls konsumiert und keinen Strom hat.

    Er sagte, dass jeder anderer Mann Randale machen würde und ich ihm verzeihen soll, er hätte ja Nix gemacht.

    Ich weiß, dass er es oft nicht steuern kann. Komischerweise kann er es in Situationen, wo er es möchte. Ich kann nirgendwo anders unterkommen. Meine Arbeitsstätte ist ebenfalls um die Ecke. Einmal ist er vor einigen Monaten schon dort aufgelaufen… Ich bin oft genug „davon gelaufen“ und zu meiner Mama oder Papa für ein paar Tage. Früher oder später muss ich ja doch nach Hause. Heute ist es relativ ruhig. Aber das kenne ich schon. Er denkt, dass er mich so rum kriegt. Morgen sieht es wieder anders aus. Und wenn er wirklich realisiert, dass er nicht zurück kommen kann, dann wird es nochmal anders.

    Heute kam mir nochmal eine erschreckende Erkenntnis. Im letzten Jahr war es ein so krasses auf und ab. Und jedes Mal bangen, wann der Rückfall kommt und wie schlimm es wird. Dieses Mal war der Rückfall zwar nicht am ersten Tag nach Entlassung aber die 5,5 Wochen in denen er trocken war ist die Angst und Sorge geblieben, sodass ich zwar enttäuscht war als der Rückfall kam, aber irgendwie auch erleichtert, weil dieses vermuten und abwarten weg war

    Und irgendwie spielt einem das Gehirn auch einen Streich. Wenn es zur Veränderung kommt, denkt man sich: „war es wirklich so schlimm?“ „es waren auch schöne Zeiten“…. Man hilft und besonders in den trockenen Phasen, egal wie kurz sie sind, gibt man sein Bestes, damit die Rückfall Gefahr sinkt… aber sie sinkt nicht dadurch. Wenn ich richtig überlege, waren die schlechten Zeiten 80% und dann 10% Entgiftungen und Therapie so er trocken war… da bleibt nicht viel positives. Habe ich habe die Zeit umso mehr geliebt

    Kennt das auch jemand?

    Allerdings… es ging mir jedes Mal genauso. Hoffen und beten, dass es endlich zur Entgiftung kommt und man Ruhe genießen kann und was ist? Man fällt in ein Loch. Man stellt es sich vorher schöner vor, was man alles tun kann und wie ruhig es wird. Sogar die 3 Monate als er in der Langzeittherapie war, habe ich mich nur leer gefühlt. Ich denke es wird eine Weile dauern. Die ganze Verantwortung ist weg. Dem alkoholiker „bricht“ der Alkohol weg und somit dem Angehörigen die Aufgaben. Man hat sich daran gewöhnt

    Was ich wirklich nicht begreifen will ist, dass er genau wusste, dass er gehen muss wenn er wieder trinkt. Und er sich trotzdem um Nix gekümmert hat. Und vorallem, wenn ich doch wirklich zuhause wieder rein möchte, was nicht passieren wird, würde ich mich doch erstmal zusammen reißen. Noch hat er ja keine gravierenden Entzüge

    Ja er ist erwachsen… er hat tatsächlich im Auto geschlafen. Als ich auf dem Balkon war, rief er hoch, dass er ja kein Geld mehr hätte und er mir ja Geld gegeben hat und er sein Handy nicht laden kann… Heute schrieb er dann: kann ich nach Hause kommen… jetzt rief er vorhin an. Was würde es bringen, wenn er noch 2-3 Tage bleibt?? Und bis Ende des Monats, bis er angeblich die Wohnung bekommt, kann er wirklich nicht bleiben. Er stand bislang noch nicht vor der Tür. Da ich ihm das Geld überwiesen habe, wird er Geld haben und erstmal trinken und dann wieder hier stehen und ein auf Mitleid machen…