Sanni1234 - Ich bin am Ende meiner Kräfte

  • Hey Sanni,

    du kannst das Alles schaffen und wirst das auch! Es ist ganz wunderbar das du dir Hilfe suchst und offen darüber sprichst, es dir von der Seele schreibst. Leider hinter lässt so eine Beziehung extreme Wunden, die lange brauchen wieder zu heilen. Erstmal musst du nur stark bleiben und den Kontakt zu ihm weiter reduzieren. Du hast alles getan was in deiner Macht stand diesem Menschen zu helfen und hast dir schlimme Dinge durch ihn angetan. Doch das alles brauchst du nicht mehr. Du bist ein freier Mensch und all das Leid hat mit ihm und seinen Problemen zu tun, nicht mit dir. Du hast an nichts Schuld und dich niemals falsch verhalten:!:Du wolltest die Liebe mit ihm leben, er kann und will es nicht. Er will das alles so bleibt und du würdest weiterhin nichts als leiden. Du hast so viel aufgegeben für ihn und jetzt musst du dein Leben wieder zurück erobern und das schaffst du Schritt für Schritt. Und auch Rückschritte und Verzweiflung gehören dazu, aber für dich und dein Leben musst du ihn loslassen, dann wird bald wieder alles positiv werden, ganz versprochen. <3 Höre absofort immer auf dein Bauchgefühl was ihn angeht und hinterfrage ihn mehr, du kannst für ihn nichts mehr tun und tu Dinge die dir gut tun und dir Kraft geben, der Frühling kommt. :)

    Ganz liebe Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von Lila77 (29. Februar 2024 um 21:38)

  • Hallo ihr Lieben,

    jetzt hab ich gesehen dass mein letzter Beitrag / Update bereits über 1 Jahr her ist (verrückt wie schnell die Zeit vergeht).

    Nur kurz zur Vorgeschichte ich bin inzwischen seit über 4 Jahren mit meinem Alkoholkranken Partner zusammen, zuletzt auch zusammen gezogen da er meinte mit mir trinkt er viel weniger und er schafft das alleine nicht. Jetzt wohnen wir seit etwas weniger als 1 Jahr zusammen und zunächst hat er es geschafft 4 Monate nichts zu trinken. Und wir hatten wieder Spaß am Leben und haben viel unternommen.

    Dann kam Neujahr und er meinte naja 1 Drink geht schon. Und naja wie es so ist wurde aus einem einmal am WE, dann mehrmals wöchentlich. Zunächst nur am WE dann auch unter der Woche obwohl er arbeiten muss. Da quält er sich dann am nächsten Tag trotz Absturz wieder hin.

    Ich hatte schon vor einiger Zeit eine Therapie gemacht und versucht an meiner Co zu arbeiten. Aber natürlich hab ich es oft nicht geschafft am Abend ihm nichts mehr von der Tanke zu kaufen damit er dann nicht alleine noch mehr kauft und ich das zumindest kontrollieren kann.. nun ist es mir aber immer schwerer gefallen mich mit Freunden zu treffen aus Angst was zuhause wieder passiert. Und im mehrmals wie die letzten Jahre auch gesagt dass es so nicht weiter geht.

    Vor wenigen Wochen kam dann noch raus dass ich schwanger bin und wir haben uns gegen das Kind entschieden. Wir kommen ja zu 2. nicht zurecht, wie sollen wir uns da um ein Kind kümmern? Das hat mich auch nochmal alles überdenken lassen. Ob ich nicht vlt doch irgendwann Kinder möchte und ob das mit ihm jemals möglich sein wird und wir eine stabile Beziehung haben. Dann hat er mir nach dem vorletzten Absturz auch versprochen Therapie zu machen und was zu ändern. Natürlich hat er es dann nicht gemacht und war wieder 2 Wochen ohne Alkohol.

    Dann kam wieder ein Rückfall und ich hab mit ihm Schluss gemacht. Ich war so sauer dass er mich wieder nicht ernst genommen hat, immer nur Versprechungen macht und keine Hilfe sucht. Dann ist er ausgezogen und wir hatten wenig aber weiterhin Kontakt. Jetzt meinte er heute dass er ohne mich keinen Anker hat, dass er ohne mich keine Hoffnung auf eine Zukunft hat und nicht mehr leben möchte. Und er realisiert hat dass ein Leben ohne mich nicht vorstellbar ist und er jetzt nicht mehr trinken wird wenn er wieder einziehen darf. (Hilfe suchen möchte er aber weiterhin nicht)

    Und er tut mir so leid ich würde ihm gerne helfen und bin kurz davor wieder einzuknicken.. ich muss sagen ich hab ihn schon sehr vermisst in der Zeit aber auch gleichzeitig innerlich etwas Ruhe gefunden ohne Angst vor dem nächsten Absturz. Und jetzt bin ich natürlich wieder am zweifeln. Früher war er oft als er betrunken war gemein oder abwertend. Das ist er jetzt nicht mehr sondern trinkt halt einfach bis er nicht mehr kann und ich schau zu. Es tut mir weh ihn so zu sehen, andererseits denke ich mir auch oft naja andere Leute feiern auch jedes WE bis es nicht mehr geht und ob ich übertreibe. Es ist ja trotzdem viel besser geworden als früher und nicht mehr täglich (wie es früher auch mal war). Und sonst ist er liebevoll und die meiste Zeit für mich da.

    Ich weiß mir kann niemand die Entscheidung abnehmen aber ich hoffe durch eure Antworten kann ich vielleicht wieder etwas klarer denken. Mein Umfeld versteh nicht was ich in ihm sehe aber ich weiß auch nicht ich hab noch nie jemanden so geliebt wie ihn. Liegt das an den vielen hoch und tiefs? ich weiß es nicht. Aber ich kämpfe innerlich mit mir und die Hoffnung dass es vlt nochmal etwas besser wird kommt wieder hoch. Oder kann ich nur nicht los lassen? Und wenn das meine wahre Liebe ist und ich nur etwas mehr noch kämpfen muss und es nochmal besser wird?


    Danke schonmal für eure Antworten und fürs zuhören :-|<3

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 (24. Juni 2025 um 20:38) aus folgendem Grund: Absätze eingefügt.

  • Hallo Sanni,


    Ich habe deinen Beitrag gesehen und direkt mich selbst gesehen. Ich sage dir jetzt etwas, was ich selber fast kaum geschafft habe:

    Es ist die Abhängigkeit. Es wird besser. Und wenn du es geschafft hast dich zu trennen, dann lauf und schau nicht zurück, egal wie schwer es ist. Der Anker ist der Alkohol. Und das ist einfach so. Ich habe es so lange nicht verstanden. Weil es schwer und blöd und verletzend ist. Ich wünschte ich könnte mein Verhalten von vorher ändern und ich wünschte ich wäre eher gegangen.

    Alles Gute dir!!! ❤️

  • Hallo Sanni,

    Willkommen zurück.

    Ich habe deine Themen zusammengefügt, damit alles beisammen ist. Außerdem in deinen Text ein paar Absätze für die bessere Lesbarkeit eingefügt.


    Pass auf dich auf, sonst hängst du wieder in der Endlosschleife drin... :?

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Aber natürlich hab ich es oft nicht geschafft am Abend ihm nichts mehr von der Tanke zu kaufen damit er dann nicht alleine noch mehr kauft und ich das zumindest kontrollieren kann

    Du kannst es nicht kontrollieren, weil er es auch nicht kann. Man hat zunächst das Gefühl der Kontrolle. Aber es hilft null. Deshalb erklärt es vielleicht auch, warum er dich (wie bei mir) als Anker sieht. Weil du machst und tust und ihn unterstützt… Du musst selber deinen Weg gehen aber ich hoffe du wählst diesen gut

  • Tisha danke für deine Antwort, und es tut gut sich mit jemandem auszutauschen der ähnliches erlebt hat. Was war dann bei dir der ausschlaggebende Punkt warum du deinen Weg alleine weiter gegangen bist?

    Mein Kopf weiß dass ich es dieses mal durch ziehen muss aber es zerreißt mir das Herz ihn so zu sehen und gehen zu lassen wenn er solche Dinge sagt bzw schreibt... aber ja ich denke ein großer Teil davon ist auch meine Abhängigkeit. Als es noch schlimmer war und ich mich mit isoliert hatte ohne Freunde war es unvorstellbar zu gehen weil er meine Welt war. Jetzt hab ich mir ein Umfeld aufgebaut das mir auch Kraft gibt, es dann trotzdem endgültig durchzuziehen ist schwerer als gedacht, weil er ja kein schlechter Mensch ist und wir viel zusammen durchgemacht haben.


    Linde66 danke fürs zusammenfügen! und ja da hast du recht, das geht manchmal schneller als man denkt :-|

  • Er möchte wieder mit Sport anfangen um einen Ausgleich zu finden und komplett auf den Alkohol verzichten

    Genau das habe ich etliche Male gehört. 8 Entgiftungen in fast 4 Jahren und eine Langzeittherapie. Es gibt bei alkoholkranken Menschen gute und schlechte Phasen und in den vermeintlich guten Phasen klammert sich die Person an alles. Es wiederholt sich und wiederholt sich, und irgendwann merkt man selber, dass es kein Ende gibt.

  • Was war dann bei dir der ausschlaggebende Punkt warum du deinen Weg alleine weiter gegangen bist?

    Weil es nichts bringt. Man kann noch so perfekt sein, noch so toll, und so in super Anker. Es ist leider hoffnungslos. Entweder man ist die schuldige Person oder die perfekte. Dazwischen gibt es kaum was. Es ist sein Problem und nicht deins. Aber sein Problem macht es zu deinem. Wirklich, entscheide dich richtig

  • Hallo sanni!

    Solange du nichts Grundlegendes veränderst wird das ewig so weitergehen. Du kannst dich noch so bemühen ihn trocken zu bekommen das klappt nicht weil er nicht will. Er macht keine Anstalten sich um eine Entgiftung zu bemühen und sein Problem anzugehen. Er macht wohl Trinkpausen und du schöpfst wieder Hoffnung daß alles gut wird.

    Und er tut mir so leid ich würde ihm gerne helfen und bin kurz davor wieder einzuknicken.. ich muss sagen ich hab ihn schon sehr vermisst in der Zeit

    Warum tut er dir leid er hat doch viele Möglichkeiten an seinem Zustand etwas zu ändern. Aber stattdessen instrumentalisiert er dich und du bist zur Stelle und besorgst ihm sogar noch Getränke an der Tanke. Denkst du wirklich so könntest du den Überblick behalten was er trinkt?

    Es tut mir weh ihn so zu sehen, andererseits denke ich mir auch oft naja andere Leute feiern auch jedes WE bis es nicht mehr geht und ob ich übertreibe.

    Bitte rede dir nicht schön was er macht, er betrinkt sich und ich finde das kann man doch nicht als feiern bezeichnen. Du bist doch unglücklich was gehen dich andere Leute an, es geht um dich und was es mit dir macht.

    Mein Umfeld versteh nicht was ich in ihm sehe aber ich weiß auch nicht ich hab noch nie jemanden so geliebt wie ihn.

    Sieht Liebe wirklich so aus, ich stelle mir darunter eine Beziehung auf Augenhöhe vor, ein gemeinsames harmonisches Leben, gemeinsame Unternehmungen, Zukunftspläne und nicht ein ewiger Kampf um seinen Konsum. Der Alkohol bestimmt doch das ganze Leben, alles dreht sich nur noch darum.

    Kann es auch das Gefühl sein gebraucht zu werden und der Wunsch ihn zu retten? Das wirst du nicht schaffen denn er will nicht, auch wenn er dir immer wieder etwas anderes erzählt. Bleib bei der Trennung, mit der Zeit wird auch der Kummer wieder besser und du bist offen für etwas Neues.

    Ich bin auch eine Angehörige und mir tut es heute noch leid daß ich nicht viel früher gegangen bin, ich hätte mir viel Kummer erspart.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Tisha ja da hast du recht.. und warum sollte es jetzt bei ihm anders sein und er jetzt plötzlich ohne fremde Hilfe dauerhaft trocken werden. Vermutlich wieder eine Trinkpause, es gibt neue Hoffnung und alles beginnt von neuem. Das habe ich schon inzwischen irgendwie verstanden aber die mini Hoffnung bleibt trotzdem.


    Marie04 erstmal danke für deine ehrlichen Worte. Und er tut mir leid weil er mir immer wieder gesagt hab dass ich die einzige Person in seinem Leben bin die er aktuell noch hat. Familie ist eher schwierig, Freunde hat er keine. Und ihn dann fallen zu lassen fällt mir sehr schwer. Und ja das stimmt schon kontrollieren kann ich das nicht was er trinkt aber so hat er halt manchmal mit bestimmt bereits 2 Promille statt 2 Bier von der Tanke + erbrechen mit mir nur 1 Bier gekauft. Aber mir ist auch klar dass man da nicht dauernd auf ihn auf passen kann wann er wie viel trinkt aber wenn ich mir das mit angeschaut hab hab ich es natürlich versucht...

    So stell ich mir auf Dauer auch keine Beziehung vor, wenn es immer so wäre wie in den 4 Monaten Trinkpause wären wir ein Paar auf Augenhöhe und könnten auch eine Zukunft haben. Aber das ist unrealistisch und das weiß ich auch..

    Rennschnecke ich kämpfe weiter und versuche stark zu bleiben und für ein freies Leben zu entscheiden


    Danke an euch <3

  • Hey Sanni,

    einer von Euch beiden muss aus dem Suchtsystem aussteigen, sonst ändert sich nie was und es geht Jahre so weiter. Er will nicht aussteigen, also bleibe bei Dir. Zumal so eine Beziehung keine Liebe ist sondern emotionale Abhängigkeit von Dir. Also kannst Du Dich auch wie süchtig betrachten und Du musst auch durch einen Entzug. Also am besten keinen Kontakt.

    So gut wie jede von uns Cos schreibt hier: Ich liebe ihn so, er ist mein Seelenpartner. Eigentlich ist er total lieb, etc pp...

    Selbe Gedanken hatte ich auch.

    LG Momo

  • mini Hoffnung bleibt trotzdem.

    E gibt immer Hoffnung. Davon leben wir. Es gibt keine, egal wie viel du hoffst, egal wie „toll“ es scheint. Es ist eine Sucht, die nur er verändern kann. Du nicht. Das musste ich lernen. Auf harte Weise und es ist sehr schwer davon loszukommen.

  • Es ist eine starke Liebe, das möchte ich dir nicht absprechen. Aber über dieser einzigartigen, tollen und perfekten Liebe, steht der Alkohol. Das ist eine Sucht. Sucht bedeutet mehr als alles andere. Und Mitleid macht dein gegenüber klein. Klein sind Kinder. Nicht Erwachsene.

  • Hallo Sanni,

    willkommen zurück.

    Und er tut mir leid weil er mir immer wieder gesagt hab dass ich die einzige Person in seinem Leben bin die er aktuell noch hat.

    Damit überträgt er dir quasi die Verantwortung für seinen Alkoholkonsum. Das ist reine Manipulation, ich kenne solche Sätze auch.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ich war so sauer dass er mich wieder nicht ernst genommen hat, immer nur Versprechungen macht und keine Hilfe sucht

    Das ist das angemessene Gefühl zur Situation. Natürlich gefällt ihm das nicht und er drückt da wo er weiß, dass du reagierst.

    Er braucht dich, du bist die einzige die ihm helfen kann und wenn du ihn im Stich lässt ist alles vorbei (in deinem Kopf ergänzt: und du schuld).

    Lass ihn diese Knöpfe nicht drücken! Wie man das macht? Knopf weg sprich Kontakt weg.

    Ihr habt euch getrennt also gibt es erst mal Pause. Eine völlig normale Sache. Da hat er Zeit sein Leben auf die Kette zu bekommen und du Zeit, zur Ruhe zu kommen.

    Warum muss man als expartnerin noch weiter Kontakt halten. Kinder? Haus? Hund? Gemeinsame Firma? 4x nein und herzlichen Glückwunsch, du kannst mit gutem Gewissen aus dem Kontakt raus. Das einzige was gegen die Co Sucht hilft, wie bei der Sucht auch: Absolute Abstinenz!

  • Hallo Sanni,

    deine Gefühle kann ich sehr gut verstehen. Es ist schwierig loszulassen. Mir hat geholfen zu differenzieren zwischen Realität und Wunschvorstellung. Mit meinem Mann und Vater meines Kindes wollte ich ein schönes Leben führen, voller Liebe, Freude, Vertrauen, Freundschaft, Abenteuer und, und… Habe mich bemüht, diese meine Vorstellung meines Lebens wahr werden zu lassen. Dabei habe ich ignoriert, dass die Lebensrichtung meines Mannes eine andere ist. Alkoholbedingt und anderen Problemen geschuldet. Enttäuscht und wütend habe ich probiert ihn zu überzeugen, dass er sich ändern muss. Erfolglos. Das ist meine Realität. Hier kann ich ansetzten und etwas bewegen. Eine Wunschvorstellung ist legitim, jedoch nicht realisierbar, wenn du die einzige von euch beiden bist, die sich bemüht, daraus etwas zu machen.

    Liebe Grüße Ino

  • Danke für eure Antworten. Ich finde es immer wieder erstaunlich zu lesen dass es letztendlich doch bei jedem in der ein oder anderen Art ähnlich verläuft. Und wie ihr beschrieben habt bin ich auch süchtig und muss an mir arbeiten bzw. Los lassen um auch wieder klar denken zu können. Und wie Ino sagt auch von der Wunschvorstellung weg kommen und die realität sehen.
    Und AnnaBlume damit hast du auch recht, wenn man keinen Kontakt hat kann es zu so etwas nicht kommen. Er hat nur noch einige Kartons bei mir aber deswegen kann man ja auch den Kontakt auf das Minimum begrenzen bis das erledigt ist..

    jetzt ist es an mir weiter für mich einzustehen und das durchzuziehen ..

    Ich versuche mir immer wieder eure Beiträge und auch meine alten Beiträge durchzulesen wenn ich schwach werde

    Liebe Grüße <3

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