Beiträge von _Eternal_

    Merken Alkoholiker eigentlich selbst nicht diese Wesensveränderung? Das würde mich mal interessieren. Mich hat diese Woche jemand drauf angeredet, der meinen Mann nur sehr selten sieht und gesagt, was los sei, weil er so anders ist (äußerlich und charakterlich)?!?

    nein(!) merken sie nicht. wie auch, wenn die eigenwahrnehmung hinten und vorn nicht mehr stimmt.

    ich kann es nur aus eigener erfahrung wiedergeben. man wundert sich nur das freunschaften immer mehr zum stehen kommen, keine einladung zu familienfesten und bei freunden. alle werden distanzierter, man selbst betrachtet es als persönlichen angriff, weil man ja der meinung ist das ja alles top läuft. tut es aber nicht! wie auch wenn die eigenwahrnehmung völlig im ar... ist. das soll keine entschuldigung sein aber eine erklärung. die abwärtsspirale läuft dort schon auf hochtouren und wird sich auch nicht ändern, solange man weiter säuft:idea:

    deshalb nichts wie raus aus dieser situation so bitter es auch ist. denn solang sie/er trinkt geht das munter so weiter bis zum bitteren ende und nichts und niemand kann ihr/ihm daraus helfen, dass ist fakt. ausser man stellt die flasche weg und stellt sich dem ganzen, aber dieser impuls muss vom alki selber kommen, da hilft kein betteln und kein flehen...

    gruss eternal

    Guten Morgen Tag 7.

    Die Nacht war sehr lang, und dann definitiv zu kurz aber auch das gehört dazu. Ich versuche die Gedankenspirale zu brechen wenn es zu anstrengend wird.

    Lesen, was ich sehr gerne tue hilft nicht, ich schweife direkt wieder ab, Serie / Film schaffe ich max 3 Minuten. Also eine Kanne Tee aufgesetzt, Entspannungsmusik gestartet und Ausmalbilder bearbeitet. Das hat mir geholfen, ich konnte mich auf etwas anderes konzentrieren auch wenn mein Unterbewusstsein eventuell weiter die Spirale gedreht hat.

    Rückblickend kann ich sagen, dass ich echt kaputt bin und ich zukünftig Strategien entwickeln muss um mich selbst aushalten zu können. Aber ich beherzige eure Ratschläge resultierend aus eurer Erfahrung und werde mich vorerst weiter auf die Entgiftung konzentrieren und von Tag zu Tag denken. Alles andere ist mir ebenfalls sehr wichtig, lässt sich aber bestimmt nur in kleinen Schritten lernen und dafür sind meine Einzelgespräche angedacht. (nicht die mit mir selbst, die führe ich zwar auch aber ich meine die psychologischen :) )

    So far, körperlich geht es mir gut.

    gut du hast die nacht überstanden...halte den kurs;)

    hallo R/no

    Guten Morgen Eternal/Forum, also so einfach wie du das siehst ist es nicht. Jobwechsel, Familie, Kinder. Das ist nicht einfach so austauschbar. Die Abstinenz steht klar vorne aber nicht an erster Stelle, da steht meine Familie. Wenn ich trinke geht es mir und meiner Familie nicht gut von da her ist trinken nicht gut.

    doch so einfach ist es, ob du das wahrhaben möchtest oder nicht. dass leben verläuft nicht geradlinig, gerade du/wir sollten das wissen;) und alles was du aufgezählt hast ist austauschbar. schau dich im co-bereich um wieviele mit ihrem partner/partnerin brechen wollen ja sogar müssen, weil sie sonst daran zerbrechen würden oder schon daran zerbrochen sind. es liegt auch nicht immer am alkohol das sich paare trennen, aber das thema hatten wir schon. kinder verlassen uns irgentwann und gehen ihre eigenen wege und hinterlassen eine grosse leere und vorallem stille, dass zieht vielen den boden unter den füssen weg. auch der job ist austauschbar, gerade heutzutage ist nicht mehr viel sicher in dieser hinsicht. oder auch der wechsel vom berufsleben in den ruhestand, was für viele zum problem wird. das alles sind reale szenarien mit denen wir leben müssen und weißt du wer in diesen situationen immer der selbe bleibt? ja genau, "du" selbst und deine abstinenz, niemand kann dir das abnehmen. weil was passiert denn wenn einer dieser säulen (kinder ,partner, etc.) wegbricht? du bist allein mit dir und der hoffnung das wieder alles besser wird. was aber wenn das nicht passiert? das alles sind stolperfallen beim trocken werden und auch trocken bleiben. deshalb hälst "du" allein den schlüssel für deine abstinenz in den händen:idea:wie gesagt es ist kein egoismus sondern selbsterhalt/selbstschutz!

    Wenn man seine Abstinenz über alles andere stellt führt der Weg unweigerlich wieder zur Flasche mMn...glücklich sein sieht für mich anderst aus.

    die "abstinenz" steht über allem, sie ist ein leuchtfeuer für mich, für ein selbstbestimmtes leben! für mich ist es glück und es schränkt mich nicht mehr ein, weil ich unabhängig bin von einer substanz die alles zerstört auf ihrem weg. vielleicht solltest du in dich gehen und deine eigene aussage überdenken, weil es nasses denken ist (nicht böse gemeint). ich glaube du hast noch nicht verinnerlicht in welcher relation abstinenz und glück stehen.

    Um abstinent zu werden muss man natürlich eisern sein da ist es natürlich eine Notwendigkeit sich zu schützen und alle Eventualitäten auszuschließen die wieder zur Flasche führen. Um trocken zu bleiben muss man aber glücklich sein, sonst wird das nichts oder man bleibt halt sein Leben lang ein Gefangener des Alkohols, denn eigentlich würde man ja gerne wieder trinken darf aber nicht.

    bei dir hört sich abstinenz an als wäre es der gang nach "canossa", eiserner wille etc...natürlich hast du recht wenn du von selbstschutz redest. aber zu welchem preis? die aussicht ist ein selbstbestimmtes leben zu führen und das macht dich nicht glücklich? du musst dich auch selbst annehmen können. deine selbstzweifel(so klingt es) fressen dich irgentwann auf. für den letzten satz...;)wenn ich jedes mal ein euro bekommen würde dafür wäre meine rente gesichert. wie oft hab ich den gehört? du darfst nicht mehr trinken, sry was ein bullshit... also ich darf/kann trinken wenn ich es wollen würde und das jeder zeit. der kleine unterschied ist, "ICH" will nicht mehr trinken, ich möchte es nicht und punkt.

    Um sich nicht in die Hose zu machen ist es eine Notwendigkeit aufs Klo zu gehen aber das muss ich ja auch wollen, man muss aufstehen und loslaufen wo wir wieder beim "Willen" wären. Mein Wille ist für mich mein Bewusstsein also ICH warum man sich hier so schwer tut und die Worte auf die Goldwaage legt ist mir ein Rätsel.

    ich glaube das Hartmut dazu schon mehr als genug geschrieben hat:mrgreen: gerade was den willen angeht...

    und last but not least, ich hab jetzt mal nachgeschaut auf der app. ich zähl ja eigentlich nur noch die jahre:wink:. ich bin jetzt 6072 tage trocken. glaubst du das ich diesen zeitraum bewältigt hätte ohne glücklich und zufrieden zu sein? und als trauerkloß lauf ich ganz gewiss nicht durch die gegend und zum lachen geh ich auch nicht in den keller:mrgreen: obwohl ich festgestellt habe das trockene alkis einen eigenen sinn für humor entwickeln, der auch nicht jedem schmeckt:mrgreen:

    ich denke du wirst deinen weg noch finden....

    gruss eternal

    Eines hatte ich gestern noch nicht geschrieben weil es sonst zu üppig geworden wäre...

    Mir hat Tee in den ersten drei Monaten ganz enorm geholfen, jeglichen Suchtdruck wegzubekommen und vor allem, mein bisheriges altes Alkohol-Trinkritual zu Hause völlig umzuformen. Kannst gern in meinen Beiträgen mal nach "Teezeremonie" suchen. Ich kann das aus eigener Erfahrung sehr, sehr empfehlen. Aber auch dies passt für den einen gut und der andere mag/will es nicht.

    Nun hatte und habe ich es an sich nie so übertrieben mit öko-, bio-, etc. - bin da noch "alte Schule" Jedoch bei Pestiziden war ich bzgl. Tee immer schon auch ein wenig auf der Hut weil ich sehr viel davon trank. Man wird sich trotz ggf. Bio-Sorten-Auswahl nicht komplett davor schützen können - habe aber immer schon darauf geachtet, verschiedene Sorten o./u. von verschiedenen Teebauern bzw. Versendern zu trinken. Das entschärft das Risiko etwas.

    willkommen im club:mrgreen:bin auch so ein tee-junkie...ärgere mich nur manchmal das ich mir das selbst all die jahre vorenthalten hab:/

    Liebes Forum,

    ich fühle mich so unglaublich frei. Es ist einfach nur herrlich, nicht mehr Saufen zu müssen. Alles was ich im Haushalt mache wirkt auf mich meditativ. Vorher hat mich alles gestresst. In kann in Zeitlupe den Geschirrspüler ausräumen, dabei verträumt zum Fenster rausschauen und verspüre ein dermaßen großes Freiheitsgefühl. Alles ist ruhig in mir. Das will ich nie wieder anders haben.

    Ich werde niemals leichtsinnig. Denn diese Befreiung lasse ich mir nicht mehr nehmen.

    LG

    Bibi

    genieße diesen frieden:saint:

    Traumatisiert ist doch am Ende jedes EKA, oder?

    Diese Frage beschäftigt mich schon seit längerer Zeit.

    Nicht unbedingt...ich schreib das, weil ich 2 Perspektiven besitze. Zum einen bin ich EKA und zum anderen alki. Es hat mich einen grossteil meines lebens bewegt und war auch/mit grund warum ich zur flasche gegriffen hab. Der wechsel kam auch mit dem trocken werden und das lag daran, dass "ich" mich in den mittelpunkt gestellt habe. Es ware/sind meine bedürfnisse und wünsche:idea: und nichts und niemand kann darauf einfluss nehmen, schon gar nicht ein elternteil was mir meine kindheit geraubt hat! Sie haben keine macht mehr über mich, ich bin auch keine 7 jahre mehr alt, sondern führe ein eigenständiges leben. Diese erkenntnis erwächst nicht über nacht, das braucht zeit, je nach dem wie tief der schmerz sitzt. Aber eins habe ich als erstes angenommen, dass ich mir keine gedanken mehr mache über sachverhalte die ich nicht ändern kann! Ich kann das rad der zeit nicht zurück drehen, ich kann in dem fall meine mutter nicht ändern,sie will es nämlich selbst nicht. Oder auch nach antworten suchen die ich nie bekommen werde von ihnen, weil sie immer wieder einmal mehr andere für ihr versagen verantwortlich machen. Selbst verantwortung für sich und ihr handeln zu übernehmen ist ihnen fremd...aber für all das kann ich nichts! Aber ich verstehe das "warum" sie so sind, sie sind krank und haben das auf uns übertragen. Was aber nicht bedeutet das ich es akzeptiere, geschweige das ich es entschuldige. Ich lasse es für mich nicht mehr zu, ich habe den kontakt abgebrochen und lebe "mein" leben. Nichts anderes...ich zerdenke auch nichts mehr, was wäre wenn und und und, das führt zu nichts und endet nur in selbstzerstörung.

    Guss eternal

    Guten Morgen Forum, es ist nun Tag 2 nach dem Klinikentzug. Erstmal Danke, Danke, an euch für die Aufmerksamkeit die Ihr mir schenkt. Seit gestern im Forum und ich sauge alles auf was mir vor die Augen kommt. Ich bin gerade erstmal dabei mich zu sortieren und mir einen Leitfaden für die nächsten Tage oder Wochen zu erarbeiten. Ja und mit der Schreiberei hier im Forum tue ich mir noch ein bisschen schwer, aber ich glaub mit der Zeit und viel Übung wird das schon. Ich werde auch mehr von mir erzählen, wegen den Rückfällen usw. dazu lasse ich mir aber noch etwas Zeit.

    Ich wünsche euch allen da draußen einen schönen, trockenen Tag

    LG Manni

    Nimm dir erst einmal nicht soviel vor und schon garnicht in wochen planen.komm erstmal an und hangle dich von tag zu tag bevor es dich erschlägt...

    Falsche Uhrzeit da gewesen. Morgens ist keine Sauferei dort.

    Also nur ein kleiner Teil der Suchtkranken schafft eine dauerhafte Abstinenz, viele schaffen es nicht. Viele sind gestorben oder trinken noch. Ich sehe sie doch überall. Laut meiner Selbsthilfegruppe kann ich zurecht stolz sein nichts getrunken zu haben. Das verwirrt mich jetzt

    Moin

    Warum verwirrt?das erste jahr ist das wichtigste und dazu gehört sich von solchen situationen fernzuhalten. Es hätte dir freigestanden zu gehn. Du setzt dich aber dem gezielt aus. Wenn du mal in dich gehst wirst du selbst merken, dass es nicht gerade clever war. Für schulterklopfen ist es wohl zu früh...

    Gruss eternal

    sehr schön:thumbup:;)

    Hallo Puppe1234

    Ein alki ist süchtig nach einer substanz, ein co nach einem menschen. Dein mann hat schon lange die kontrolle verloren über diese substanz. Er ist knecht nicht der meister. Also frag dich selbst(du hast es ja schon) warum kannst "du" nicht einfach gehn?

    Genauso wie er nicht wegkommt von dem teufelszeug, kommst du nicht von ihm weg...was helfen also vorwürfe?

    Ich glaube das du tief im innersten weisst was der richtige schritt ist:idea: er ist noch nicht ganz unten angekommen.aber keine sorge das kommt noch. Die frage ist, willst du das miterleben?

    hallo

    vielleicht ist es auch nicht immer die sucht die zu einer trennung führt. ich als alki muss auch erstmal einige sachen für mich sortieren wenn ich trocken werd. was für mich auch der ausschlaggebende punkt ist... wann hat man sich kennengelernt? im nassen zustand oder im trocknen? bei meiner letzten beziehung war ich noch voll drauf als wir uns kennenlernten. die trennung kam dann als ich trocken war. so kanns gehen selbst ich musste dann einsehn das wir uns nichts mehr zu sagen hatten. mal abgesehen davon hätte all der leim der welt nicht ausgereicht um das zu kitten was da kaputt gegangen ist. ich persönlich hab danach nie wieder , bis auf kurze ausnahmen, eine beziehung geführt. war/ist mir ganz einfach zu stressig, sich stets und ständig aufs neue verbiegen zu müssen um irgentwelchen ansprüchen zu genügen. nicht mein ding... ich bin alleinerziehender vater mit einem behinderten kind was meine aufmerksamkeit braucht und damit habe ich tag täglich zu tun.

    mal abgesehen davon, paare trennen sich auch ohne die suchtproblematik zu hauf. ganz einfach weil es nicht passt, man sich auseinander gelebt hat oder sich der eine weiterentwickelt und der ander einfach stehen bleibt. die gründe sind vielfältig.

    meine meinung(:idea:), ob eine beziehung die sucht überlebt? nein, in den wenigsten fällen vielleicht. so aus meiner erfahrung, auch aus dem bekannten und freundeskreis hat keine beziehung überlebt. aber, ja das gosse aber...bei all dem stress und dem was die sucht so mitsich bringt. selbst wenn die beziehung scheitert, tun sich für beide neue wege auf, auch wenn der anfang und das ende schmerzhaft waren/sind sollte man neue wege beschreiten sowohl der co als auch der alki...

    gruss eternal