Beiträge von hopeless


    Wenn dein Nochmann unbekannt verzogen ist, ist es nicht dein Problem, ob ihm Behördenschreiben oder sonstige Post nicht zugestellt werden können.
    Die Behörden ermitteln seinen Aufenthalt und wenn der nicht zu ermitteln ist, weil er beim Einwohnermeldeamt keine Meldeadresse hinterlegt hat, werden ihm Schreiben öffentlich zugestellt. Das heißt, die Schreiben hängen bei der Behörde oder dem Gericht öffentlich aus und gelten nach 4 Wochen als zugestellt.

    Hallo Sonnenschein,

    Ich stimme da Stern zu.

    Ich kenne es auch so, dass eine Behörde öffentlich zu stellt in Form des Aushangs, wenn keine Meldeadresse vorhanden ist. Wenn die Frist des Aushangs von der Behörde korrekt eingehalten wurde, hat das sogar vor Gericht Bestand.

    Klar ist es für die Behörde einfacher, das an die Meldeadresse bei Dir zu senden, aber ich glaube auch, dass du dadurch mehr Nachteile hast.

    Hallo,

    Ich hab tatsächlich den einen Tag durchgezogen. Aber am zweiten Tag hab ich ihm dann doch morgens geschrieben. Ich habs dann irgendwie nicht länger ausgehalten. Tja was ist passiert. Er hat es mir gleich getan und sich einen Tag nicht gemeldet. Hat erst heute morgen wieder geschrieben.

    Damit war ich wieder in der Warteposition. Was für ein besch... Gefühl.

    Ich hab ihn gefragt ob ich die Tage noch ein paar Sachen holen kann. Ich weiß nur noch nicht wann. Er meinte ich kann jederzeit meine Sachen holen. Er hat mir gleich seinen ganzen Wochenplan geschrieben, vermutlich damit wir uns sehen können, wenn ich komme.

    Tja nun sitze ich hier und bin hin und her gerissen. Weiß gerade nicht ob ich ihn überhaupt sehen will oder besser gar keinen antreffen möchte.

    Hallo Ella,

    Danke für deine Worte.

    Du hast so recht. Das parat stehen kommt mir sehr bekannt vor.

    Da er auch Schicht arbeitet war unsere Zeit eh schon begrenzt.

    Auch bevor wir zusammen gezogen sind.

    Und wenn ich dann noch die wenigen Tage die wir gemeinsam hatten abgesagt hätte und mir nicht für Ihn frei gehalten hätte, hätten wir wohl gar keine Zeit für einander gehabt.

    Also stand ich auch da schon immer parat. Denn ich wollte ihn ja auch sehen.

    Ich stelle mir gerade die Frage wie war es als wir zusammen wohnten und wie ist es seit dem Auszug?

    Als wir zusammen wohnten hatten wir uns zwar täglich gesehen aber wirklich viel Zeit für uns hatten wir auch da nicht. Eher im Gegenteil. Wenn ich so darüber nachdenke hab ich den Einduck das ihm das so gereicht hat, gerade weil wir uns ja täglich gesehen haben. Auch wenn gemeinsame Unternehmungen oft auf der Strecke geblieben sind.

    Ich war oft enttäuscht deswegen.

    Mir war das ehrlich gesagt zu wenig und wenn ich es angesprochen hatte, hat er sich mal wieder eine Zeit bemüht, bis es dann doch wieder in den alten Trott überging. Ich hab mich dann aber auch nicht unbedingt besser gefühlt. Ich hab dann immer den Einduck gehabt, dass er es nur macht, weil ich es angesprochen hatte und nicht weil er es von sich aus tatsächlich möchte.

    Für Hobbys und seinen besten Kumpel hatte er hingegen immer Zeit. Da hätte er sogar Urlaub genommen oder Schichten gedreht. Und da bin ich dann wieder an dem Punkt, wo ich sagen muss. Mit seinem Kumpel konnte er ja auch mehr trinken.

    Wie ist es seit dem Auszug. Ich bin jetzt genau 27 Tage weg. Wir waren einmal gemeinsam Essen. Und zweimal hatten wir uns zum Möbelkauf und Möbelaufbau getroffen.

    Wirklich viel geschrieben haben wir ja nicht. Angerufen hatte er von sich aus auch noch nicht.

    Und ja du hast recht das Gedankenkarusell dreht sich.

    Und auch ich fühle mich irgendwie in einer Dauerwarteposition und das ist kein schönes Gefühl. Da frage ich mich oft, erwarte ich vielleicht zu viel?

    Jetzt arbeitet es in mir wieder, aber nicht unbedingt wegen ihm, sondern hauptsächlich wegen deiner Worte.

    Und auch Rennachnecke hat vermutlich recht mit der Aussage, dass er insgeheim keinen Bock mehr auf meine Kinder hat.

    Aber warum braucht ein Mensch dann so viele Jahre um das festzustellen? Das ist etwas, was ich nicht verstehen kann. Meine Kinder haben ihn geliebt und akzeptiert von Anfang an. Sie waren begeistert von ihm. Gerade mein Sohn hatte immer so viele Dinge für ihn gebastelt, wo "Best Dad" drauf stand.

    Das er dann zum Schluss nur noch an ihm genörgelt hat und auch an mir, ist für mich einfach nicht nachvollziehbar.

    Aber ja, ein Alkoholkranker sucht sich oft einen oder in unserem Fall zwei Schuldige aus.

    Gemeldet gab ich mich noch nicht bei ihm. Ich halte mich gerade wacker an mein Vorhaben. Das ist für mich tatsächlich schon ein großer Schritt und fällt mir wirklich nicht leicht.

    Danke für Eure Worte, ihr habt mir wirklich wieder was zum Nachdenken gegeben.

    Hallo Rennschnecke,

    Vielen Dank für deine Worte.

    Ich war tatsächlich schon in therapeutischer Behandlung, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es mir selbst nicht viel geholfen hat. Damals war mir auch noch nicht bewusst, dass ich mir tatsächlich Verhaltensmuster durch die Alkoholsucht meines Vaters angeeignet habe, die mir nicht gut tun. Der Narzissmus meines Ex-Mannes hat dies wohl nochmal verstärkt. Nur damals wusste ich noch nicht mal, dass es sowas gibt und was genau das ist. Das ich in einer Nazisstischen Beziehung steckte wurde mir tatsächlich in der Mutter-Kind-Kur, die ich nach der Trennung von meinem Ex-Mann in Anspruch genommen habe, von der dortigen Therapeutin gesagt. Von ihr wurde ich darüber aufgeklärt. Von meiner Therapeutin hingegen, wurde die Möglichkeit der Verhaltensmuster und der Zusammenhang leider nie erwähnt.

    Erst durch das Lesen von dem Buch und durch dieses Forum wurde es mir klarer.

    Ich stehe aktuell auf der Warteliste von mehreren Therapeuten und hoffe das ich bald einen Termin bekomme. Mir ist klar das ich viel aufarbeiten muss.

    Daher habe mich auch entschieden hier anzumelden um in den Austausch zu gehen. Der nächste Schritt wäre für mich noch eine reale SHG.

    Will ich eine Beziehung mit einem Süchtigen. Ein klares Nein. Aber ich hoffe immer noch insgeheim, dass er die Einsicht erlangt und wieder der Mann wird, der er mal war.

    Der Alkohol hat ihn definitiv zu dem Jetzt werden lassen. Ich habe ihn ganz anders kennen gelernt und zu wissen, das er anders sein kann, ist vermutlich auch das, weswegen es mir so schwer fällt loszulassen.

    Ich wollte mit diesem Mann alt werden. Das war das gemeinsame Ziel, bis er nach und nach sein Wesen verändert hat. Und ich mich selbst für diese Beziehung verloren habe. Ja mein Selbstwertgefühl hat ganz schön gelitten und tut es noch, aber ich versuche daran zu arbeiten. Tatsächlich habe ich angefangen mir Affirmationen immer wieder vorzusagen. So verrückt das klingt, manchmal hilft es tatsächlich. Ich denke an keine neue Beziehung.

    Wenn ich auf die Frage antworten müsste, wer meine große Liebe war, würde ich sagen er.

    Wir hatten tatsächlich eine Beziehung auf Augenhöhe... vor dem ganzen Alkohol.

    Gekifft hat er in all den Jahren nicht. Es fing erst mit den Trinkpausen wieder an.

    Nie..niemals hätte ich gedacht, dass es sich in diese Richtung entwickelt.

    Ich stecke in keiner finanziellen Verpflichtung mit ihm zusammen. Er hatte damals das Haus gekauft, damit wir ein gemeinsames Leben als Patchworkfamilie starten konnten. Ich habe viel Zeit und Energie und auch Geld in die Renovierung des Hauses mitinvestiert, aber ich stehe in keinem Vertrag. Ich habe zwar nichts mehr davon, habe aber auch keine Verpflichtung diesbezüglich.

    Hallo Ihr Lieben

    Ich hab wirklich viel über Eure Worte nachgedacht.

    Allerdings habe ich den Kontakt noch nicht abgebrochen. Es fällt mir soo schwer. Solange ich auch noch persönliche Sachen bei ihm habe, kann ich den Kontakt auch nicht abbrechen, auch wenn es vermutlich besser wäre.

    Aber Ich bin so hin und her gerissen.

    Wieso ist das so schwer? Und wieso habe ich das Gefühl ihn dann im Stich zu lassen?

    Seine Ich hab dich lieb Nachricht sitzt mir immer noch in den Knochen.

    Ich habe auf die Nachricht doch noch geantwortet, aber auf das Ich hab dich lieb bin ich nicht eingegangen.

    Vielleicht hat er erwartet, dass ich einfach ich dich auch schreibe oder vielleicht ich liebe Dich, aber das konnte ich irgendwie nicht. Das ich hab dich lieb hat mich so verwirrt.

    Wir hatten gestern über den Tag geschrieben und das ich sehr erfolgreich Pilze gesammelt habe. Er hat gestern sogar für seine Verhältnisse recht viel geschrieben. Da ich weiß dass er das auch gerne macht hab ich angeboten, dass er ja beim nächsten mal mitgehen könnte.

    Na ja danach kam dann nur noch ein gerne gehe ich mal mit, mal schauen wann das ist und dann nix mehr.

    Ich habe ihm heute morgen geschrieben, dass ich mich freuen würde und ihm einen schönen Tag gewünscht.

    Naja heute ist dann mal wieder komplette Funkstille von seiner Seite angesagt.

    Und da fängt das Gedankenkarusell bei mir wieder an. Ich denke dann an die Anfangszeit zurück, wo er jeden Tag geschrieben hat. Hab wieder so viele Fragen im Kopf und merke wie sehr mir seine Nähe und die Zeit wo noch alles unkomplizier war fehlt.

    Ich habe keine Ahnung wann die nächste Nachricht kommt und wie sie lauten wird.

    Ich habe mir vorgenommen jetzt nicht mehr zuerst zu reagieren oder direkt zu antworten und durchaus auch mal einen Tag oder auch zwei abzuwarten.

    Das Problem ist nur, ich hab keine Ahnung ob ich das aushalte und so durchziehen kann. Das ist so schwer.

    Ich kann gar nicht ausdrücken, wie ich mich gerade fühle. Einerseits stark genug das durchzuziehenund irgendwann komplett loslassen zu können und andererseits auch extrem schwach es nicht zu schaffen.

    Hallo Krümel,

    Ich habe deine Geschichte gelesen und ich kann Dich sehr gut verstehen.

    Auch mir wude die Schuld gegeben, das alles zu negativ zu sehen. Die Frage, ob es nur an der eigenen Einstellung liegt oder man sich alles kaputt denkt war auch bei mir gang und gäbe. Ich war sogar soweit, dass ich mir selbst eine Depression bescheinigt hatte und mir einige Bücher zum Thema Verhaltenstherapie etc. besorgt hatte und sogar meinen Arzt um Überweisung zum Therapeuten gebeten hatte.

    Ich hatte wirklich geglaubt es liegt an mir und ich bilde mir das alles nur ein.

    Ich bin noch nicht lange in diesem Forum angemeldet. Aber bevor ich mich hier angemeldet habe, war ich stille Mitleserin und das sehr sehr lange schon. Aber durch das Lesen hier im Forum und auch durch das Lesen des Buches "Wenn Frauen zu sehr lieben" und der Fortsetzung dazu, ist mir erst vieles klarer geworden. Das Gefühl falsch und Schuld zu sein und das es an der negativen Einstellung liegen könnte wurde immer weniger.

    Ich kann Dir nur raten ließ hier im Forum so viel wie möglich und gehe in den Austausch. Ich habe für mich auch gemerkt, dass ich in den Austausch gehen muss.

    Du bist nicht verrückt oder deine negative Art das Problem.

    Es ist deine Wahrnehmung und dein Empfinden was du hast wenn er trinkt. Lass dir bitte Deine Gefühle nicht absprechen.

    Hallo Aurora, Hallo Sonnenschein, Hallo releasme,

    Ich danke euch wirklich für Eure offenen Worte. Ich musste das erst mal sacken lassen, aber In mir rattert und arbeite es gerade sehr.

    Es lässt mich gerade nicht los und ich denke wirklich viel darüber nach.

    Die Aussage deiner Therapeutin Aurora ist wirklich krass, aber da ist was wahres dran. Ich finde mich da tatsächlich wieder und irgendwie erschreckt mich das gerade selbst. Mir war nicht bewusst, dass dies unter psychische Gewalt fällt.

    Sonnenschein, auch ich habe gebettelt und mich dann gefühlt als die nervige unzufriedene Partnerin, dabei wollte ich das er versteht, wie ich mich in bestimmten Situationen fühle und wie verletzend das ist.

    Ich finde es gerade heftig, dass dein Mann Wahnvorstellungen hatte. Wie weit das alles noch gehen kann, ist echt heftig. Hätte ich jetzt auch nicht gedacht. Wahnvorstellungen hatte mein Partner bis jetzt keine, ich glaube auch nicht, dass er härtere Drogen nimmt. Ich wusste dass er früher als Teeni und junger Erwachsener gerne gekifft hatte, aber er hatte irgendwann vor meiner Zeit damit aufgehört. Das er es zum kompensieren wieder angefangen hat, hat mich schon geschockt. Hatte er aber nur in der Trinkpause gemacht, soweit ich weiß und mitbekommen habe.

    Aber ja du hast recht. Ich muss den Gedanken zu Ende führen, wo ich mich sehe, wenn er tatsächlich alles verliert. Das arbeitet gerade echt in mir.

    Das er alles verlieren wird und zu wissen, das der Tag irgendwann kommen wird und du nix machen kannst außer zusehen wie sich der geliebte Mensch selbst dahin befördert, ist irgendwie unerträglich. Da würde man echt gerne die Person schütteln, das dieser Mensch endlich aufwacht. Aber er lebt in seiner Welt.

    Aber die Worte das es irgendwann besser wird, machen mir tatsächlich etwas Hoffnung.

    Releasme, auch bei uns gab es zum Schluss keine Nähe, Küsse und Umarmungen mehr. Das musste ich mir schon einfordern. Ich konnte heulend vor im Sitzen, er hatte null Empathie für mich übrig. Wertschätzung gab es auch da nicht. Da wurde eher kritisiert wenn der Wäschekorb mal einen Tag zu lange mit der sauberen Wäsche stand und noch nicht zusammen gelegt war.

    Das war allerdings nicht immer so. Das kam alles erst schleichend.

    Es ist verrückt wie die Geschichten sich alle ähnlich sind.

    Hallo releasme,

    Vielen Dank für deine Worte.

    Ja die Angst, dass alle Träume geplatzt sind und verloren sind und die Gewissheit, den Menschen mit dem man alt werden wollte nicht mehr berühren zu können verstehe und kenne ich sehr gut.

    Ich glaube ich hätte den Schritt noch hinausgezögert, wenn er nicht diesen Satz gesagt hätte, dass wenn ich so packe noch die nächsten 6 Monate hier wäre. Ich hatte den Eindruck, dass er uns unbedingt raus haben wollte und wir nicht mehr willkommen waren. Das tat verdammt weh.

    Aber es war der richtige Schritt. Meine Kinder blühen langsam wieder auf.

    Wir sind alle zum Schluss auf Eierschalen gelaufen, wollten ihm keinen Anlass mehr geben uns zu kritisieren oder gereizt zu reagieren. Wir bzw. ich war so darauf bedacht alles richtig zu machen.

    Wenn ich wusste das er bald von der Arbeit nach Hause kam, bin ich wie wir eine Irre duch das Haus und hab versucht jeden noch so kleinen Krümel wegzuräumen.

    Meine Tochter hatte mir mal die Frage gestellt, wovor ich solche Angst hatte und ich hatte tatsächlich Angst davor mit Schweigen, Distanz oder mit Streit abgestraft zu werden.

    Die Angst vor dem abstrafen ist zwar mit dem Auszug weg. Aber die Verhaltensmuster sind immer noch da.

    Hallo Aurora,

    Ich danke Dir auch für deine Worte. Auch deinen Faden hatte ich gelesen und auch bei Dir war einiges dabei, was ich schon für mich selbst habe mitnehmen können. Auch tut mir das mit deiner Tochter und deinem Enkel sehr sehr leid und hat mich zum weinen gebracht.

    Aber ich freue mich, dass du eine neue Liebe gefunden hast und das im Forum geteilt hast. Das macht irgendwie Hoffnung.

    Ich danke Dir, dass Du so offen geschrieben hast.

    Ich verstehe genau was du meinst. Und ja ich glaube die Gefühle sind wirklich sehr ähnlich.

    Ich hänge innerlich noch sehr an meinem Partner. Fühle mich trotz Kinder oft sehr einsam. Er fehlt mir sehr. Komplett loszulassen fällt mir so schwer und macht mir irgendwie Angst.

    Hallo Sonnenschein,

    Vielen Dank für deine Worte. Ich habe deinen Faden gelesen und ich es hat mich wirklich erschreckt, zu was ein geliebter Mensch tatsächlich fähig sein kann.

    Ich habe wirklich Respekt, dass du diesem Psychoterror so standgehalten hast und zum Schutz von Dir und deinen Kindern gehandelt hast.

    Da ziehe ich den Hut vor Dir.

    Es freut mich zu hören dass es Dir und den Kindern heute etwas besser geht.

    Den Kampf gegen den Alkohol kann nur er gewinnen, das ist mir bewusst.

    Aber diese Einsicht hat er noch nicht. Als er beim letzten Streit vor meinem Auszug mir wieder die Schuld an allem gegeben hat, hab ich ihm schon gesagt, dass er alles nach und nach verlieren wird, wenn er so weiter macht. Die Frau die ihn wirklich liebt und mit ihm alt werden wollte ist mittlerweile weg. Das nächste wird vermutlich Job, Auto oder das Haus sein. Seine Antwort im betrunkenen Zustand war da noch, dann ist das so.

    Eine Möglichkeit mit ihm in nüchternen Zustand zu reden, gab es ja nicht mehr. Da er jeden Tag getrunken hat, gab es keinen Tag mehr wo er nüchtern war.

    Außer in den Trinkpausen, aber auch die Trinkpausen hat er mit kiffen kompensiert, was ich eines Abends zufällig herausgefunden habe.

    Da war ich bereits vor ihm im Bett und bin wieder Aufgestanden, weil ich nicht schlafen konnte und da saß er im Wohnzimmer und hatte sich gerade einen Joint gedreht.

    Ich war so perplex, da hab ich ihm gesagt, dass ich das Gefühl hab, ihn gar nicht richtig zu kennen und gefragt wie lange er das schon macht? Seine Antwort, was ist schon dabei. Ich bin wieder ins Bett und habe so geweint.

    Ja den Kampf die Sucht zu stoppen kann ich nicht gewinnen.

    Aber den Kampf für unsere Beziehung vielleicht schon.

    Nur haben wir wirklich noch eine Beziehung? Die Frage kommt immer häufiger bei mir auf. Wir wohnen im selben Ort. Haben uns jetzt seit dem Auszug nur 3 mal gesehen. Anrufen tut er nicht. Aber und zu kommt eine Nachricht.

    So wie gestern Abend. Er hat gefragt wie mein Tag war und mir geschrieben das er mich lieb hat.

    Zwischen lieb haben und jemanden lieben liegt für mich ein Unterschied. Die Nachricht hat mich noch lange Beschäftigt.

    Einerseits denke ich, ich bin ihm nicht egal und wir haben noch eine Chance und andererseits denke ich haben wir das wirklich noch...

    Ich liebe Ihn nach wie vor und habe Angst komplett los zu lassen und das würde ein kompletter Kontaktabbruch bedeuten.

    Klar ist viel vorgefallen und wir haben beide Abstand gebraucht. Aber diese Nachricht hat mich wirklich verwirrt.

    Vielleicht hatte ich auch selbst zu viel erwartet, gehofft, gewünscht, dass nach dem Auszug die Einsicht kommt und dass er merkt, das ich ihm fehle und was ihm droht zu verlieren.

    Ich hab noch nicht darauf geantwortet, ehrlich gesagt weiß ich auch gerade nicht wie und was.

    Ob er sich vor meinem Sohn schämt, kann ich nicht sagen. Mein Sohn ist mittlerweile 15 Jahre. Die Kritik und Zurechtweisungen gegen meinen Sohn und mich bestanden ja nicht erst seit gestern. Es fing schleichend an wurde mit den Jahren immer mehr und das waren teilweise wirkliche Kleinigkeiten, wie die Spülmaschine falsch einräumen, den Müll falsch trennen, das Geschirr zu laut wegräumen, die Schranktüren zu laut zu machen, etc.

    Es kann sein dass er sich schämt. Ich habe aber die Vermutung, dass seine Realität durch den Alkohl schon so verdreht ist, dass er ihm tatsächlich die Schuld gibt.

    Zeit für Hobbys habe ich leider noch nicht. Meine Kinder verlangen gerade viel von mir ab und auch herrscht noch ein bissel Umzugskistenchaos. Im Moment hab ich noch das Gefühl nur zu funktionieren. Dabei sehne ich mich wirklich nach Ruhe und ein bissel Zeit für mich selbst.

    Hallo Aurora, Hallo Anthurie,

    Danke für Eure Worte. Ich hab viel drüber nach gedacht.

    Ja ich würde mich immer vor meine Kinder stellen. Und das hatte er auch gewusst und es war von Anfang an klar.

    Daher wundert mich jetzt seine Reaktion.

    Aber ja, bei Sucht gibt es keine Logik, da hast du Recht Anthurie.

    Aurora deine Worte mit dem totalen Kontaktabbruch lassen mich nicht mehr


    Die Wohnung war der erste Schritt und ich glaube dass ich es tatsächlich noch hinausgezöget hätte, wenn von ihm dieser Satz nicht gefallen wäre.

    Aber ein totaler Kontaktabbruch. Ich weiß nicht ob ich tatsächlich schon soweit bin.

    Wie hast du das geschafft? Wie konntest du dich von dem Gedankenkarusell und dem Schmerz ablenken?

    Bis jetzt hab ich mich nicht mehr bei ihm gemeldet und er sich bei mir auch nicht. Das Telefonat gestern Mittag war der letzte Kontakt. Aber die Gedanken kreisen mal wieder.

    Hallo Ihr Lieben,

    Ich muss mir mal wieder etwas von der Seele schreiben.

    Ich bin gerade wieder in einem Tief.

    Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

    Zu Beginn unserer Beziehung haben sich meine und auch seine Kinder bestens verstanden auch er kam super mit meinen Kindern klar.

    Doch dann fing das vermehrte trinken an und vor langer Zeit hatte er mir mal im betrunkenen Streitzustand einen Satz gesagt, den ich so schnell nicht vergessen kann. Er meinte, dass er mich will, aber meine Kinder nicht. Ich bin damals aus allen Wolken gefallen.

    Hatte ihm gesagt, dass es mich nur mit Kindern geben wird. Den nächsten Tag wusste er nix mehr davon. Meinte sowas würde er nie sagen.

    Er hat sich danach auch weiterhin toll mit meinen Kindern verstanden. Bis dann irgendwann die Kritik gegen uns losging und schrittweise immer mehr wurde und er auch immer mehr mit meinem Sohn aneinander geraten ist. Die Situation zwischen den beiden war zum Schluss wirklich sehr angespannt.

    Wir hatten uns heute getroffen. Aber dieses Treffen war irgendwie ganz anders als das letzte. Er war irgendwie wieder distanzierter.

    Er wollte mir helfen die restlichen Möbel aufzubauen.

    Es war klar dass wir wenig Zeit füreinander hatten, da ich meine Kinder noch abholen musste.

    Ich habe ihn dann also nach Hause gefahren und meine Kinder standen bereits an der Kreuzung. Er wollte wirklich, dass ich an meinen Kindern vorbei fahre und ihn zuerst nach Hause fahre (er wohnte von der Kreuzung nur die Straße hoch). Meine Kinder meinten er hätte sehr sauer geschaut, als ich neben ihnen angehalten hab.

    Wie kann er glauben, dass ich einfach an meinen Kindern vorbei fahre und Sie stehen lasse?

    Es kam von seiner Seite auch nur ein gepresstes Hallo für meine Kinder ohne Sie dabei anzuschauen.

    Letztes Wochenende bei dem Treffen hingegen hatte er sich mit meiner Tochter echt gut verstanden.

    Auch die Verabschiedung mir gegenüber war distanziert und irgendwie kühl. Er ist ziemlich schnell aus dem Auto.

    Ich hatte ihn danach nochmal angerufen um mich für die Hife zu bedanken und auch am Telefon war er sehr kurz und knapp angebunden.

    Lag es daran, dass mein Sohn dabei war?

    Es kommt mir vor als gibt er ihm die Schuld für die räumliche Trennung?

    Ich bin so verwirrt deswegen. Ich verstehe es nicht. Weiß nicht mehr was ich davon halten soll.

    Diese einerseits Liebevolle und Nähe und dann wieder Kälte und Distanz macht mich gerade echt fertig.

    Dabei hatte ich mich echt gefreut ihn heute zu sehen.

    Oder war dieses erste Treffen nach der räumlichen Trennung nur ein Versuch mich wieder auf Kurs zu bringen?

    Hallo Aurora,

    Danke für deine Worte. Ja das lesen hat mir auch schon viel geholfen und auch ziemlich erschreckt. Aber nur lesen reicht glaub ich nicht

    Ich hab sowohl hier, als auch im EKA Bereich viel gelesen und hatte teilweise das Gefühl hier schreibt jemand meine Geschichte vom Kind an.

    Es gibt so viele Parallelen. Und es ist schlimm, wie viele es gibt, die mit diesen Situationen konfrontiert sind.

    Es tut aber auch gut zu wissen, das es hier viele gibt die einen Verstehen und man nicht alleine ist. Ich danke Dir dafür.

    Ich habe auch oft an meiner Wahrnehmung gezweifelt und mich oft gefragt ob ich damit übertreibe. Auch wenn es um das Thema Zeit und Aufmerksamkeit ging, was von seiner Seite immer weniger wurde. Er hat das auch alles runter gespielt, aber ich hatte das Gefühl ich müsste darum betteln. Er ist im Dreieck gesprungen, wenn sein bester Freund mit ihm Wandern (Immer mit Wein im Gepäck), auf Weinfeste oder sonstige Feste etc. Wollte. Bei mir wurden ausreden gesucht, Zu viel Gedränge, ist nicht so meins, etc. Das kam aber alles erst mit dem vermehrten trinken. Ist mir im nachhinein auch klar, da er mit dem Kumpel ja mehr trinken konnte.

    Dennoch habe auch ich an meiner Wahrnehmung gezweifelt, da er es immer so dargestellt hat, als würde ich mir zu viele Gedanken machen und alles kaputt denken.

    Ich habe es tatsächlich geglaubt. Ich hatte mich nicht mehr getraut das anzusprechen.

    Auch jetzt merke ich, das ich immer noch grübele. Da wir nicht entgültig getrennt sind haben wir noch Kontakt.

    Wir schreiben, aber sehr wenig. Am Tag kommt vieleicht mal ein zwei Nachrichten und das wars, wenn überhaupt . Wir hatten uns letztes Wochenende getroffen. Es war wirklich toll, fast wie früher und er hatte mir gesagt das ich ihm fehle und er wollte mich nicht nach Hause gehen lassen. Heute sitze ich da, und denke wenn ich ihm so sehr fehle, wieso ruft er nicht an und meldet sich ein zwei Tage gar nicht und dann kommt eine Nachricht bei dem so getan wird, als wäre nichts gewesen oder eben eine sehr distanzierte Nachricht mit einem Wortlaut den ich so nicht von ihm kenne.

    Da fahren meine Gedanken und Gefühle dann wieder ziemlich Achterbahn.

    In diesen Momenten denke ich, es ist besser sich ganz zu lösen, aber irgendwie schaffe ich es nicht. Denn immer wieder kommt auch der Gedanke, wenn du ganz aufgibt, weisst du nie ob du es nicht doch geschafft hättest.

    Verstehst du was ich meine?

    Ja die Zeit mit meinem Papa hat auch mich geprägt. Ich habe mir viele Verhaltensmuster angeeignet, die mir durch das Forum und auch durch ein bestimmtes Buch erst bewusst wurden.

    Mit 18 bin ich damals ausgezogen, weil ich die Streitereien zwischen meinen Eltern nicht mehr ertragen konnte. Mein Papa war bzw. Ist auch heute noch Quartalstrinker. Wir wussten ganz genau, wann er wieder Trinken muss. Es hat sich immer ein paar Tage im Verhalten gezeigt. Ich habe nach wie vor Bilder und Situationen im Kopf, die man wohl niemals vergisst.

    Damals ist es leider eskaliert. Das war vor fast 21 Jahren. Da hab ich zum Glück nicht mehr dort gewohnt. Er ist hat die Wohnung in ein Chaos verwandelt und meine Mutter musste zur Nachbarin flüchten. Diese haben dann die Polizei angerufen. Mein Bruder und ich wohnen in einem anderen Bundesland. Wir sind damals nachts noch zu unsere Mutter gefahren und zwei Tage später war er in der Klinik auf Entzug und danach in Langzeittherapie. Er hat es geschafft 2 1/2 Jahre trocken zu bleiben. Dann kam der Rückfall und seit dem trinkt er. Jetzt im Alter trinkt er zwar weniger, weil er gesundheitlich nicht mehr kann, aber er trinkt noch.

    Ich habe meinem Papa längst verziehen. Wir alle haben das, aber die Verhaltensmuster die ich angenommen habe, werden mir jetzt erst klar.

    Immer auf Harmonie bedacht, auf der Suche nach Familie, Verlust und Verlassensängste. Das Gefühl nicht gut genug zu sein und etwas falsch zu machen. Mich für Fehler entschuldigen, die ich nicht gemacht habe und vorallem ein Helfersyndrom.

    Das ist sogar schon meinen neuen Nachbarn aufgefallen. Sie hatten mich schon darauf hingewiesen, ich solle Anfangen mich hier wohl zu fühlen und nicht ständig Angst zu haben, das meine Kinder und der Hund zu laut sind oder ich irgendwas falsch mache.

    Damals, als Kind hatte ich mir geschworen, das ich meine Kinder so einer Situation nicht antun werde und dennoch bin ich irgendwie darin gelandet.

    Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, hätte ich mich schon viel früher räumlich trennen müssen. Ich hoffe meine Kinder werden mir das irgenwann mal verzeihen.

    Manchmal denke ich, ich hab ein Händchen für toxische Beziehungen.

    Auch die Ehe mit dem Kindsvater war von Narzissmuss, Manipulation und auch Gewalt geprägt und der Narzissmuss und die Manipulation sind auch heute noch ständig bei ihm präsent.Damals wäre ich froh gewesen, ich hätte den Kontakt komplett abbrechen können, was aber wegen der Kinder solange Sie nicht Volljährig sind, nicht möglich ist.

    Ja meinen Kindern geht es mittlerweile wieder gut. Meine Tochter wollte anfangs nicht weg und hatte schon sehr darunter gelitten. Ich war so in Zweifel, immerhin ist Sie bei meinem Partner aufgewachsen, es war Ihr zu Hause. An die Zeit bei ihrem Papa erinnert Sie sich nicht, damals bei der Trennung war Sie zu klein. Ich hatte Angst ihr das zu Hause zu nehmen. Mein Sohn hingegen war froh aus der Situation raus zu kommen. Auch er hat gelitten, da auch er das Gefühl hatte, bei meinem Partner nichts mehr richtig machen zu können. Aber vor ca. 3 Tagen, sagte auch meine Tochter: Danke das du uns da raus geholt hast. Es ist viel besser hier.

    Daher weiß ich das es die richtige Entscheidung war und dennoch fehlt mir mein Partner und das gemeinsame Leben was wir mal hatten sehr. Es war ja nicht immer so. Wir hatten wirklich schöne Zeiten gemeinsam als Patchworkfamilie.

    Zu akzeptieren, dass das alles nicht mehr ist, ist wirklich schwer.

    Aber ich bin dankbar darüber, das ich in diesem Forum mir das von der Seele schreiben kann.

    Hallo Aurora,

    Ja, es tut so verdammt weh und es fällt mir sooo schwer zu verstehen und zu akzeptieren, dass die Liebe gegen die Sucht nichts ausrichten kann.

    Wir hatten so viele Pläne. Ich hatte alles für ihn aufgegeben um mit ihm ein gemeinsames Leben zu leben. Wir hatten anfangs beide für diese Patchworkfamilie gekämpft. Von der Kindsmutter seiner Kinder und vom Kindsvater meiner Kinder kam anfangs nur Gegenwind und viel Manipulation der Kinder.

    Das Patchwork nicht leicht wird, war uns beiden klar. Aber zu dem Zeitpunkt hatten wir auch noch miteinander agiert, gegenseitig unterstützt und zusammen gehalten. Es war eine Beziehung auf Augenhöhe.

    Aber je mehr er Trank, desto mehr hab ich gemerkt, das er nur noch von mir Unterstützung erwartete und meine Wünsche und Bedürfnisse immer mehr in den Hintergrund gerückt sind. Ich hatte den Eindruck, dass er regelrecht vor uns flieht. Er hatte auf einmal für alles Zeit. Freunde, Hobby etc. Nur für die Familie nicht mehr. Da wurden oft ausreden gesucht.

    Und ich hab die Schuld bei mir gesucht. Hab mir mehr Mühe gegeben und wollte es ihm Recht machen. Aber es hat nicht gereicht und ich war erschöpft.

    Es gab immer mehr Vorwürfe gegen mich und meine Kinder.

    Bis mich meine Mutter dann mal gefragt hat, wieviel er eigentlich trinkt und ob in seinem Freundeskreis und auch bei seinem Hobby öfter viel getrunken wird.

    Darüber hatte ich mir nie Gedanken gemacht. Natürlich wurde da getrunken, aber es war für mich irgendwie normal, gehörte dazu. Ich habe selbst manchmal mit getrunken.

    Wie ich anfangs schon geschrieben habe bin ich auch EKA.

    Meine Mutter hat lange gebraucht aus der Co Abhängigkeit raus zu kommen. Da waren wir Kinder alle schon längst ausgezogen.

    Aber erst durch ihren Hinweis hatte ich dies beobachtet und gesehen wie viel er tatsächlich trinkt und mir wurde langsam klar dass ich mit meinen Kinder vermutlich auch in dieser Situation stecke.

    Ob er heimlich getrunken hat, glaube ich tatsächlich nicht, da bei uns immer Flaschen auf dem Terassentisch standen und er regelmäßig Flaschen aus dem Keller holte.

    Aber die Erkennnis hat mir den Boden unter den Füßen weg gezogen. Ich habe mir Vorwürfe gemacht, dass nicht früher gesehen zu haben, hatte ich es doch 18 Jahre mit meinem Papa mit gemacht. Ich war zu nichts mehr fähig. War nur noch am weinen.

    Irgendwann hatte ich mich wieder einiger maßen gefangen und hatte angefangen im Internet zu suchen und bin so auf dieses Forum gestoßen.

    Ich habe sehr lange viel mitgelesen, was mir von ihm tatsächlich auch als Vorwurf gemacht wurde (Ich würde ja nur noch am Handy sitzen), dabei wollte ich für mich wissen, wie ich mit dieser Situation am Besten umgehen kann.

    Ich hatte dann das Thema vermehrt angesprochen, aber er wollte es selbst nicht einsehen.

    Bis zu einem sehr heftigen Streit zwischen uns. Bei diesem Streit hat er mich 3 Stunden lang nur fertig gemacht, mir die Schuld an allem gegeben und zum Schluss mit seiner Ex Frau verwechselt. Er war auf einmal ein andere Mensch. So kannte ich ihn nicht.

    Am nächsten Tag hatte er sich dann entschuldigt. Er konnte sich nicht mehr an alle Worte erinnern, wusste aber das er sehr verletzend war. Da war er dann einsichtig, dass er ein Problem hat. Wollte sich aber keine Hilfe holen, sondern versuchen kontrolliert zu trinken. Ich hatte wirklich Hoffnung. Bis nach zwei Wochen eine Flaschen Lieferung kam, angeblich damit man verschiedene Schnapsflaschen hat, um Sie zu Geburtstagen zu verschenken. Ganze 21 Tage hatte er durchgehalten. Ichvwar so enttäuscht.

    Leider gab es noch ein paar solcher Ausfälle und Streitigkeiten.

    Aber er wollte nichts mehr von dem Thema Alkohol hören. Ich solle ihn mit dem Alkohol in Ruhe lassen.

    Es tut weh zu sehen, wie der Mensch den man liebt, sich selbst kaputt macht. Es tut weh ihm nicht helfen zu können und zu wissen, dass er seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht hat.

    Ich habe die Wohnung schon seit Juli. Der eigentliche Gedanke war das ich mir einen Rückzugsort für mich und meine Kinder schaffe, wenn es mal wieder droht zu eskalieren, aber nicht gleich komplett ausziehe. Er hatte dafür Verständnis. Er hatte mir sogar noch beim Aufbau der Möbel geholfen. Bis da hatte ich tatsächlich noch gehofft, dass er irgendwann die Einsicht bekommt.

    Bis er dann an einem Tag aus dem nichts meinte, dass wenn ich so packe noch die nächsten 6 Monate hier wäre. Er war an diesem Tag sehr gereizt, hatte an dem Abend Nachtschicht und konnte davor ja nix trinken. Meist hatte er erst Abends getrunken, hin und wieder gab es nach der Nachtschicht auch einen Kaffee mit Schuss bevor er dann ins Bett ging. Vielleicht hat ihn die Vorstellung die ganze Woche Nachtschicht zu haben und abends nix trinken zu können, so launisch werden lassen, ich weiß es nicht. Aber nach der Aussage, hab ich dann kapituliert. Ich habe innerhalb von 4 Tagen sowohl Kinderzimmer, als auch meinen Kram gepackt und bin komplett ausgezogen. Das war vor 19 Tagen und er fehlt mir wirklich sehr.

    Aktuell bin ich ständig erkältet. Sobald ich wieder arbeiten gehe, dauert es ca. 4 Tage und ich hänge wieder drin.

    Ich bin mental sehr nah am Wasser gebaut.

    Ich müsste für meine Kinder stark sein, fühle mich aber aktuell so extrem kraftlos.

    Meine Kinder fühlen sich in der neuen Wohnung wohl, aber ich bin noch nicht angekommen. Es fühlt sich an wie eine Ferienwohnung und mir fehlt der Mann der er war und alles was wir uns aufgebaut hatten wirklich sehr.

    Ich wollte nicht mehr von vorne anfangen müssen, ich wollte endlich ankommen und bei ihm war ich angekommen.

    Das alles wurde mir durch den Alkohol genommen.

    Ich weiß das er nicht er selbst ist, wenn er trinkt und auch die Schuldzuweisungen und Vertrauensbrüche und Verletzende Worte nicht von ihm kommen, sondern der Alkohol aus ihm spricht.

    Das alles ist mir bewusst. Vielleicht halte ich deshalb noch so sehr daran fest und konnte mich bislang nur räumlich von ihm trennen.

    Hallo, ich bin Hopeless und sowohl EKA als auch Co.

    Ich lese seit ca. 1 1/2 Jahren hier im Forum mit und musste mir Anfang des Jahres eingestehen, dass mein Partner zunehmend immer mehr ein Alkoholproblem entwickelt hat.

    Anfangs hat er hin und wieder getrunken, mittlerweile trinkt er jeden Tag.

    Meinen Kindern und mir gegenüber wurde er immer gereizter und kälter und es wurde alles kritisiert, was wir getan oder nicht getan haben. Ich habe mich bemüht und alles versucht ihn zufrieden zu stellen. Aber jede Kleinigkeit wurde kritisiert, nix war für ihn gut genug. Ich war nicht gut genug.


    Es war nicht von Anfang an so. Wir hatten Pläne, Hoffnungen, Gemeinsame Wünsche und Ziele als Patchworkfamilie. Er selbst hat auch zwei Kinder.

    Wir hatten sehr schöne gemeinsam Zeiten und immer wieder wurde mir von ihm gesagt, das er mich liebt und mich nicht verlieren will.

    Was aber mit zunehmendem Trinken immer weniger wurde. Es gab immer mehr Ausfälle und Streitigkeiten und mir ging es psychisch immer schlechter damit.

    Zwischen drin gab es mal Trinkpausen, wo er selbst meinte, dass er vielleicht ein Problem damit hat und versuche kontrolliert zu trinken. In diesen Zeiten war es wirklich wieder harmonisch. Ich hatte Hoffnung. Aber leider war das nicht von langer Dauer. Ich habe gemerkt, dass es mich selbst auch körperlich krank macht.

    Meine Kinder haben ebenfalls unter der Situation gelitten, vorallem mein Sohn, der am meisten Kritik abbekommen hat.

    Wir sind jetzt seit ca. 18 Tagen räumlich getrennt. Wir haben immer noch Kontakt und sind offiziell nur räumlich getrennt. Familie und Freunde denken dass das zusammenleben als Patchwork nicht mehr geklappt hat. Den wahren Grund kennen Sie nicht. Ich habe nur ganz wenigen davon erzählt.

    Ich habe Angst ihn schlecht zu machen, wenn ich sage dass es am Alkohol liegt. Er ist im Grunde kein schlechter Mensch. Der Alkohol hat ihn leider zu dem gemacht, wie er mir und meinen Kindern gegenüber wurde. Ich liebe Ihn immer noch, trotz allem was bis jetzt schon passiert ist und das ist leider eine ganze Menge.

    Mir fehlt der Mann den ich zu Beginn unsere Beziehung kennen gelernt hatte und in den ich mich verliebt hatte wirklich sehr.

    Meine Gedanken kreisen ständig um die Warum Fragen? Warum ist uns das passiert? Warum muss er so viel trinken und sieht nicht das er sich selbst damit schadet? Warum will er keine Hilfe annehmen, wenn er doch selbst schon sagt, dass er vermutlich ein Problem hat? Warum sieht er nicht, wie sehr mich das verletzt, wenn er mich doch angeblich liebt und mich nicht verlieren will? Warum sieht er nicht wie sehr wir alle darunter leiden? Warum bin ich ihm nicht gut genug? Warum konnte ich ihn nicht wirklich glücklich machen?

    Ich weiß das er nach wie vor trinkt.

    Ich denke so oft, wenn ich nix gesagt hätte und das alles einfach hingenommen hätte. Ich suche sehr oft die Schuld bei mir. Was hätte ich anders, besser machen können?

    In guten wie in schlechten Zeiten, war das was ich eigentlich immer gelebt hab, aber ich habe keinen Ausweg mehr gesehen. Ich musste meine Kinder aus der Situation raus bringen, so dass ich uns eine Wohnung gesucht habe.

    Dennoch fühle ich mich wie eine Versagerin, dass es zur räumlichen Trennung kommen musste. Ich habe ihn noch nicht aufgegeben, aber die Hoffnung schwindet.