Ich wollte mich kurz melden, dass alles ok bei mir ist.
Zur Zeit lese ich einfach nur verstärkt im Forum.
Ich wünsche euch allen einen schönen alkoholfreien Jahresausklang.
Ich wollte mich kurz melden, dass alles ok bei mir ist.
Zur Zeit lese ich einfach nur verstärkt im Forum.
Ich wünsche euch allen einen schönen alkoholfreien Jahresausklang.
War das eine Psychotherapie? Wenn ja, eher eine Verhaltenstherapie, eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie oder systemische Therapie? Reichte Alkoholismus als Diagnose für die Bewilligung aus? Brauchtest du ein Attest von einem Arzt?
Ich war in der Vergangenheit bereits in psychotherapeutischen Behandlungen. Da brauchte ich immer für die Genehmigung einen Arztbericht sowie - nach ein paar Probesitzungen - einen ausführlichen begründeten Antrag des behandelnden Psychotherapeuten.
Ich hatte Dir ja schon mal etwas zu dem Verhalten Deines Mann Dir gegenüber geschrieben. Musst Du wissen, was Du daraus machst.
Hallo Stromer,
ja, ich weiß noch, was du mir geschrieben hast. Nur, wenn er selbst Alkoholmissbrauch betreibt, dann ist sein Verhalten nicht einfach nur eine egoistische mangelnde Rücksichtnahme mir gegenüber.
Bist Du bei einer Suchtberatung? Gehst Du zu einem Therapeuten? Ich würde mal über eine Langzeitterapie nachdenken. Das geht auch ambulant. Das ist zwar nicht so hilfreich wie eine Selbsthilfegruppe aber ich hatte dabei doch einiges, was mir heute sehr hilft.
Wie ich bereits schrieb, habe ich nächste Woche einen Termin bei der Suchtberatungsstelle und will dort das Thema ansprechen. Ich sehe ja durchaus das Problem, bin aber allein für mich bei dieser Frage einfach vollkommen überfordert. Auch deshalb hole ich mir ja die Unterstützung vom Experten.
Und ich schrieb ja auch schon, dass ich meinen Mann zum zweiten Termin dann mitnehmen will (das wird keine Schwierigkeit sein, da er bereits von sich selbst aus gefragt hatte, ob er mich zum ersten Termin begleiten solle).
Ich denke auch, dass ich mit der Beraterin über den Beitritt zu einer Selbsthilfegruppe reden werde, und hoffe, dass ich eine passende Gruppe finde.
Was verstehst du unter einer ambulanten Langzeittherapie? Was kann ich mir konkret darunter vorstellen? Danke dir im Voraus für deine Erläuterungen.
LG
Hallo Lebensmut,
ich habe gestern deinen Faden gelesen.
Als ich das mit deiner Katze las, war ich sehr traurig. Denn ich habe eine eng verwandte Person, die wie du 2 Geschwister-Kater im Alter von nur wenigen Wochen (einzig überlebende Findlinge) zu sich genommen hat und ihnen mit ganz viel Liebe ein schönes Zuhause gibt. Gerade, weil sie so jung zu ihr gekommen sind, besteht eine sehr tiefe Verbindung zu ihren Katern. Wie geht es mittlerweile deinem Bruder-Kater?
Ich bewundere dich, dass du neben der Abstinenz auch deine Ernährungsumstellung angegangen bist und das mit so viel Erfolg. Als du schriebst, dass auch das Rauchen noch eine Baustelle ist, du aber dachtest, Alkohol und Nikotinentzug nicht gleichzeitig anpacken zu können, kam mir der Gedanke, dass das auch von mir hätte sein können. Ich werde diese Baustelle aber wohl aus Gesundheitsgründen in nicht allzu langer Zeit ebenfalls bearbeiten müssen. Nein nicht nur müssen, ich will es auch. Nur habe ich hier wesentlich größere Angst, den Absprung nicht zu schaffen, als beim Alkohol. In einer Woche habe ich ja meinem Termin bei der Suchtberatungsstelle. Und die Beraterin ist nicht nur auf Alkohol, sondern auch auf Nikotin spezialisiert. Da kann ich das Thema ja auch ansprechen.
Wir hatten jedenfalls ein komplett alkoholfreies Weihnachten. Heute ist Tag 33 - ich erlaube mir das Wort „Schnapszahl“. (Ich dachte gerade, mal zu googeln, wie dieses Wort entstanden ist.)
Ich finde es übrigens super, dass dein mann so mitzieht
Nun ja, nicht total. Wir haben zwar ganz viel Alkohol weggekippt. Aber in der Garage steht noch Buer und im Keller Wein. Nach der Aktion erklärte ich ihm, dass damit mein Risiko minimiert wurde, im Fall eines Verlangens nach Alkohol davon zu trinken. Richtigerweise antwortete er, dass ich mir dann wohl eher aus der Garage ein Bier holen würde. Daraufhin sprach ich darauf an, dass wir darüber auch reden müssten. Seine Reaktion war im Tonfall etwas heftiger. Er werde auf sein Bier nicht verzichten, das sei Genuss für ihn. Heute ist Samstag. Er wird also heute Abend (nicht nur ein oder zwei, sondern neun oder zehn) Bier trinken.
Tja, da werden wir die Samstag Abende künftig in verschiedenen Räumen verbringen.
Ich werde mir aber von ihm (eher von mir selbst) kein schlechtes Gewissen einreden lassen. Zumindest werde ich es versuchen. Denn ich bin so aufgewachsen, dass ich an vielem die Schuld hätte, wenn ich nicht wie erwartet funktionierte oder mal an mich dachte. Mein Vater war Akoholiker und meine Mutter hat mich bereits in Kndesalter als Kummerkasten benutzt. Dann war sie irgendwie das Kind und ich die Mutter. Noch heute schrecke ich auf, fühle mich ertappt,wenn mein Mann nach Hause kommt und ich nicht irgendwas im Haushslt mache, sondern lese oder rätsel. Ich muss mich zwingen, nicht hastig aufzuspringen und Geschäftigkeit vorzutäuschen. Aus dieser Erziehung resultiert bei mir auch ein Minderwertigkeitsgefühl. Und ich fühlte mich als Jugendliche in der Clique wie du unter Alkoholeinfluss lockerer, lustiger, dazugehörend.
Ich habe kaum Kontakte aus Angst, man werde mich eh nicht mögen. Ich ertappe mich immer noch bei dem Gedanken, was andere wohl von mir denken, wenn ich z.B. erst mittags die Rolladen hochfahre. Das geht soweit, dass ich extra dafür früh morgens aufstehe, um danach wieder ins Bett zu gehen. Auch mein Perfektionismus resultiert aus dieser Erziehung, da ich beispielsweise bei einer 1- von meinem Vater kein Lob, sondern Vorwürfe bekam, warum es keine glatte 1 geworden sei. Meine Mutter jammerte nur immer und verlangte von mir z.B. die komplette Bügelarbeit oder am Wochenende den gesamten Hausputz. Müßiggang war eine Untugend. Wenn ich nicht funktionierte, war ich daran Schuld, dass sie wieder Migräne bekäme, weil sie das nun selber machen müsse. (Das heißt nicht, dass sie faul war, im Gegenteil.) Ich wollte es meinen Eltern immer recht machen. Deshalb habe ich auch wohl Angst vor der Konfrontation mit meinem Mann in Bezug auf ein alkoholfreies Zuhause.
Wie du, möchte ich mich nicht von meinem Mann trennen, da ich ihn liebe. Mir wurde hier geschrieben, dass man es mit einem trinkenden Partner neben sich nicht geschafft hätte, abstinent zu bleiben. Zur Zeit verursacht das bei mir keinerlei Suchtdruck, sondern der Biergeruch widert mich eher an. Und dann denke ich, ich würde jemandem, der das täglich erleben muss, auch sagen, dass ich das nicht könne. Irgendwie ganz schön quere Gedanken. Wie geht es dir mittlerweile mit dem Trinken deines Mannes?
Ich muss nun aufhören. Mein Mann kommt gerade nach Hause und er soll nicht sehen, dass ich hier schreibe.
LG
Mein Mann hat sich sehr über die Eismaschine gefreut. In 2 Stunden werden wir Eis herstellen. ![]()
Außerdem haben wir vorhin den ganzen harten Alkohol (Ouzo, Portwein, Sekt, Metaxa etc.), der in der Abstellkammer stand, entsorgt. So einiges war bereits abgelaufen.
Ich hatte meinen Mann gefragt, ob wir da entrümpeln könnten. Seine Reaktion: „Wenn du ja keinen Alkohol mehr trinkst, wann soll ich denn die Sachen trinken? Da können wir sie auch wegkippen.“ Und wir haben sofort Nägeln mit Köpfen gemacht.
Es fühlte sich richtig gut an. Ich habe jede leere Flasche innerlich gefeiert.
… aber es könnte Alkohol geben. (…)
Pass auf dich auf.
Lieben Dank Nayouk für deine Fürsorge.
Nun, wir treffen uns lediglich am 1. Weihnachtstag mit den Kindern und Enkeln vormittags zum gemütlichen Beisammensein und Wichteln. Angesichts der Tageszeit und da alle nachmittags wieder nach Hause fahren, weil sie weitere Familientreffen haben, wird es keinen Alkohol geben. Darüber hinaus trinken alle Kinder sehr selten Alkohol.
Bisher waren es immer mein Mann und ich, die sich bei diesen Treffen irgendwann ein Bier holten. Sollte das mein Mann auch diesmal machen, wovon ich nicht ausgehe, werde ich, den Raum verlassen. Denn ich möchte nicht mich gegenüber allen als Alkoholikerin outen. Vielleicht sage ich einfach, dass es mir nicht gut gehe und ich an die frische Luft müsse. Mein Mann wird dann wissen, warum ich rausgehe. Aber wie gesagt, ich gehe davon aus, dass er auch keinen Alkohol trinken wird.
Am 2. Weihnachtstag werden wir meine Mutter im Altersheim besuchen. Da gibt es auch keinen Alkohol.
Und das war’s dann mit Aktivitäten.
Ansonsten werden wir uns ein leckeres Esen kochen und hoffentlich Eis herstellen.
LG
du gehst sehr geordnet und strukturiert vor. Das hört sich auf jeden Fall klasse an!
Lieben Dank Mattie, auch wenn es mir nicht so vorkommt.
———————
Nun ist Tag 28 ohne jeglichen Alkohol - wow 4 Wochen - und es geht mir gut.
Als wir heute für den 1. Weihnachtstag - unsere Kinder kommen zu Besuch - die Einkaufsliste erstellten, kam bei Getränken das Thema alkoholische Getränke gar nicht zur Sprache.
Heute Mittag habe ich unseren Baum geschmückt. Als meine jüngere Tochter noch bei uns wohnte, war es immer ein Ritual von uns beiden mit „Freut euch Weihnachtskinder“ - CD. Ich muss mich nun jedes Jahr regelrecht dazu aufraffen, aber heute hat es schließlich doch Spaß gemacht. Ich habe die Musik laufen lassen, lauthals mitgesungen und meiner Tochter Fotos vom Fortschritt geschickt.
Heute Nachmittag war ich dann beim örtlichen Sportverein, um mich nach geeigneten Sportkursen für mich zu erkundigen. Leider sind die passenden Kurse voll belegt, aber mit etwas Glück werde ich Anfang nächsten Jahres einsteigen können. Ich freue mich, dass ich den ersten Schritt in Richtung Sport gemacht habe - und ich komme raus aus dem Haus. In der Vergangenheit habe ich mich sehr stark eingeigelt, nicht weil ich eine Fahne gehabt hätte, sondern weil ich keinen Antrieb hatte.
Danach habe ich Zutaten für ein Bio-Vanilleeis besorgt. Morgen schenke ich nämlich meinem Mann und (ehrlicherweise ein bisschen mehr) mir eine Eismaschine. Ich trug mich schon lange mit dem Gedanken, selbst Eis herzustellen, aber auch hier hatte ich nie den ausreichenden Antrieb für die Umsetzung.
Eine sehr gute Freundin, die leider weiter entfernt wohnt, ist eine begeisterte Eisherstellerin, kreiert mittlerweile ausgefallene Sorten und steht unseren ersten Schritten hilfreich zur Seite. Dann kann es morgen oder übermorgen Nachmittag losgehen. Ich freue mich schon darauf, unser selbst gemachtes Eis zu probieren und mit dem im Gefrierschrank lagernden gekauften Eis zu vergleichen.
Morgen werde ich noch etwas aufräumen, dann kann Weihnachten kommen. Da keine alkohollastigen Familienfeiern auf unserem Plan stehen, werden es hoffentlich stressfreie Feiertage.
Ich wünsche euch allen besinnliche Feiertage.
LG
Entschuldigung, ich wollte in meinem Ausgangspost das Datum des Beginns meiner Abstinenz auf den (richtigen) 26.11. ändern und habe irgendwie den ganzen Post hierhin kopiert. Und ich wusste nicht, wie ich einfach diese Kopie komplett löschen konnte.
Daher vergesst diesen Beitrag.
(Könnte jedoch einer der Moderatoren das Datum ändern? Im Moment freue ich mich nunmal über jeden Tag mehr mit meiner Abstinenz.)
Weise ihn aber bitte nicht auf dieses Forum hin, sonst kannst du hier nicht mehr frei schreiben. Das ist jetzt Deine SHG .
Das mache ich auf gar keinen Fall! Das ist mein geschützter Bereich.
Hallo Rennschnecke,
ich verstehe deine Einwände, ich bin leider noch nicht zur Konfrontation bereit, da ich davon ausgehe, dass auch mein Mann zumindest missbräuchlich trinkt. (Nicht nur wenige) Versuche in der Vergangenheit, über unseren gemeinsamen zu hohen Alkoholkonsum zu reden, schlugen immer fehl. Vorschläge, gemeinsam mehrere Wochen auf Alkohol zu verzichten, um zu sehen, ob und wie der Alkohol unser Leben bestimmt, wurden mit dem Hinweis abgelehnt, das brauche er nicht, er habe kein Problem und er lasse sich sein Bier nicht verbieten, das gehöre für ihn zum genussvollen Leben dazu. Zur Zeit stelle ich fest, dass er zum Wochenende hin immer gereizter wird.
Er wird meine Forderung nach einem alkoholfreien Zuhause ebenfalls ablehnen und als übertrieben abtun, da er sich ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen kann. Bisher akzeptiert er ja auch nicht, dass ich Alkoholikerin bin.
Ich lege daher meine Hoffnung in die Suchtberatung, dass auch er ins Grübeln kommt, zumindest von dritter Stelle gesagt bekommt, wie wichtig ein alkoholfreies Zuhause ist. Wenn er dann weiterhin das ablehnt, muss ich weiter schauen.
Wahrscheinlich rede ich mir selbst die Situation schön, will das Ausmaß meines Problems selbst noch nicht in völliger Konsequenz wahrhaben.
Nur ihn jetzt vor die Wahl zu stellen, entweder ich und alkoholfreies Zuhause oder räumliche Trennung, schaffe ich nicht. Da würde ich, wie ich mich kenne, in eine erneute Depression schlittern.
Deshalb ist die Anschaffung eines Schrankes für mich weiterhin eine vorübergehende Lösung. Wir können ihn ja später anderweitig verwenden oder wieder verkaufen.
Zumindest befinde ich mich gerade in einem ganz schönen Gefühlschaos.
LG
Hallo Bolle,
Ich finde es gut das du alles was dich bewegt und auch ein Risiko für dich bedeutet aussprichst.oder ansprichst.
Nun ja, ich spreche gerade einiges an, aber immer nur in dosierten Mengen. Denn mein Mann muss ja auch, wie du ebenfalls schreibst, in das Thema eintauchen. Und es bringt mir wiederum nichts, wenn ich ihn abrupt vor den Kopf stoße und er dicht macht, weil ihm das Ganze noch gar nicht richtig bewusst ist.
Und versprochen, ich bleibe dran. Dafür ist mir meine Abstinenz viel zu wichtig. Mein Körper verspürt mittlerweile die positiven Veränderungen. Der morgendliche Würgereiz ist nicht mehr da, ich habe sogar schon 2 kg abgenommen, ich fühle mich frischer, habe mehr Elan, achte wieder auf mich. Das will ich nie wieder aufgeben.
Hallo Alex
mir ist gerade spontan eine Idee gekommen. Vielleicht kann er den Alk in einen Schrank einschließen, zu dem nur er den Schlüssel hat?
Das ist eine gute Idee. Ich dachte ja schon an einen abgeschlossenen Kellerraum, aber in die Räume muss ich auch rein. Und den Wein im Regal im Keller kann mein Mann schlecht im Auto verstauen, solange wir noch keine dauerhafte Lösung gefunden haben.
Wir können uns ja gemeinsam nach einem passenden stabilen Schrank umschauen und ich lade ihn danach zu einem Essen ein.
Insgesamt fühle ich mich gerade wieder sehr gut, meine negativen Gefühle hielten Gott sei Dank nur eine gute halbe Stunde an.
LG
Lieben Dank Stromer für deine Wünsche.
Ich möchte das Verhalten meines Mannes hier nicht schön reden, aber er trinkt nur noch am Samstag Abend und war vorhin ohne jegliches Murren sofort bereit, das Wohnzimmer zu verlassen. Insoweit nimmt er ja durchaus Rücksicht auf mich.
Ich gehe davon aus, dass ihm die Konsequenzen meiner Krankheit gar nicht richtig bewusst sind. Ihm ist nicht klar, dass bei mir aufgrund eines Triggermoments (sogar noch zu einem späteren Zeitpunkt) Saufdruck entstehen kann, der bei freiem Zugang zu irgendwelchem Alkohol im Haus dann zur Gefahr werden kann. Ich glaube, er geht davon aus, dass einfach nicht mehr trinken wollen für eine dauerhafte Abstinenz ausreicht.
Mir wird das alles ja auch erst gerade bewusst, nachdem ich viel über Alkoholismus gelesen und mir eure Berichte hier im Forum durchgelesen habe. Deshalb hoffe ich auf die Beratung, Ich möchte, dass er mich beim zweiten Mal begleitet und von einer Expertin erfährt, wie wir unser gemeinsames Leben umgestalten müssen.
Vielleicht versteht er mich dann und wird den notwendigen Änderungen zustimmen, da er mich durchaus liebt. Er stand mir bisher bereits in mehreren emotionalen Tiefpunktphasen ohne Einschränkungen zur Seite.
Heute habe ich Lasagne ohne den obligatorischen Rotwein gekocht.
Gestern sprach ich meinen Mann direkt an, ob er mein Problem ernst nehme oder es als vorübergehende Episode sehe.
Er meinte, dass er durchaus das Problem sehe, ich aber nach seiner Auffassung nicht süchtig sei.
Ich erklärte ihm, wieviel ich mittlerweile fast täglich getrunken hätte, dass ich nach dem ersten Bier keine Kontrolle mehr über meinen Konsum habe, dass ich definitiv Alkoholikerin sei, auch wenn ich tagsüber nichts trinke, und dass ich nie wieder Alkohol zu mir nehmen wolle, um nicht wieder dort zu enden, wo ich vor knapp 4 Wochen war.
Er meinte, er fühle sich schlecht, wenn er neben mir sitze und trinke. Er finde es wiederum schei.., dass wir nicht zu Silvester mit Sekt anstoßen, dass wir im Urlaub nicht gemeinsam was trinken werden. Für ihn sei der Alkohol Genuss, der zu seinem Leben dazu gehöre. Da wird mir wohl noch einiges an Arbeit bevorstehen.
Als mein Mann nun vorhin gegen 21 h sein erstes Bier trank, wurde ich innerlich aggressiv. Mir kam zwar nicht der Gedanke, auch ein Bier trinken zu wollen, es war irgendwie eine diffuse Wut. Und ich empfand den Geruch des Bieres als Gestank.
Nach einer halben Stunde habe ich die Reißleine gezogen und ihm gesagt, dass ich nach oben gehe. Das sei für mich ok. Er ist jetzt stattdessen nach oben gegangen und als ich ihn nicht mehr trinkend neben mir sah, verschwand meine Aggressivität, meine Wut ziemlich schnell. Er kam nochmal ins Wohnzimmer, um mich was zu fragen. Ich machte ihm dabei nochmals begreiflich, wie es mir geht, wenn er neben mir sitzt und trinkt (dass ich unruhig, wütend, aggressiv werde und das nicht brauche).
Jedenfalls herrscht keinerlei dicke Luft.
Als er sich vorhin Nachschub holte, bat ich ihn, das Bier, das er noch trinken wolle, nicht in den Kühlschrank in der Küche (in meinem Blickfeld) zu legen, sondern direkt mit nach oben zu nehmen. Ich will ihn nicht sehen, wie er sich regelmäßig Bier aus dem Kühlschrank nimmt.
Mir ist klar, dass ich für mich lediglich die jetzige Situation entschärft habe. Aber es war heute zumindest das erste Mal seit meiner Abstinenz, dass ich überhaupt Konsequenzen gezogen habe.
In einem ruhigen Moment werde ich ihm das mit dem alkoholfreien Zuhause erklären und ihm vorschlagen, dass er seine Kiste Bier statt in der Garage in den Kofferraum seines Autos verstaut.
Ich weiß, dass ich nur an mich denken soll, dass ich keine Rücksicht auf meinen Mann nehmen darf. Aber ich bin noch nicht soweit, von ihm jeglichen Verzicht auf Alkoholkonsum zu Hause zu verlangen.
Ich bin froh, wenn ich meinen Gesprächstermin bei der Suchtberatungsstelle habe, um dort mein weiteres Verhalten zu besprechen.
LG
Auch meine Sucht will nüchtern bleiben, um sich wohl zu fühlen
Ja, das klingt ähnlich.
Verstehe ich dich richtig? Du hast deine Sucht dazu gebracht, dass sie nüchtern bleiben will, um sich wohl zu fühlen, weil du sie als einen natürlichen Teil von dir siehst mit der Folge, dass es ihr schlecht gehen muss, wenn es dir schlecht geht?
Ich dachte bisher, die Sucht existiere nur um ihrer selbst Willen, ihr einziger Daseinszweck sei, dem Süchtigen mit der Droge zu versorgen. Wie ein Virus, der auch keine Rücksicht auf den befallenen Gastkörper nimmt.
Alles, was Du glaubst, ist ab dem Moment so.
Mhm, es war nicht nur Glaube, es war eher eine lang dauernde eigene Konditionierung.
Ist aber letztendlich egal, Hauptsache, es hat gewirkt
.
Das könnte ich nicht als Süchtiger
Ich denke, dass mir im Moment mein unbedingter Wille hilft. Ich werde daher sehr achtsam sein müssen, dass ich nicht leichtsinnig werde, weil mir die bisherige Abstinenz relativ leicht gefallen ist.
Heute Morgen nach dem Aufwachen kam auch der erste Angriff meiner Suchtstimme. Plötzlich war der Gedanke da, dass ich vielleicht gar nicht abhängig sei, da ja bisher alles reibungslos lief. (Bei einem Bierkonsum von fast täglich 1,5 bis 2 Liter und am Wochenende auch bis zu 3 Liter bin ich jedoch definitiv Alkoholikerin.)
Mein Zensor (andere nennen es Eltern-Ich oder Über-Ich) reagierte recht schnell und rief in seiner gewohnt strengen Art „Hau ab“. Dieser Befehl hat gewirkt, die Suchtstimme verschwand ziemlich schnell.
Ich habe irgendwann im Rahmen einer Therapie diese kalte unbarmherzige verletzende Stimme als einen Teil von mir akzeptiert und mit ihr eine Vereinbarung getroffen. Da sie mir ja mit Aussagen wie „Lass das.“, „Nun mach endlich.“ durchaus auch was Gutes tun will, allerdings ihre Mittel kontraproduktiv sind, erlaubte ich ihr, es sich in mir gemütlich zu machen, solange sie ihre Einwände freundlich formuliert. Andernfalls würde ich mit einem „Halt“ reagieren und sie in einen Winkel meiner selbst schieben. Und komischerweise hat das geholfen. Ich habe wesentlich seltener diese destruktiven Herabwürdigungen. Und bei einem „Halt“ formuliert mein Zensor (bzw. meine eigenen Gedanken) seine Befehle, Vorbehalte, Verbote um in Bitten, Denkansätze. Insoweit habe ich mich mit mir arrangiert.
Heute Morgen habe ich dann meinem Zensor für seine schnelle Reaktion gedankt, dass er gut auf mich aufgepasst hätte, und ihm erlaubt, diese andere parasitäre Suchtstimme, die wohl leider auch ein Teil von mir bleibt, mit seiner gewohnten Härte in ihre Schranken zu weisen, damit ich mir danach die Situation in Ruhe anschauen kann.
Nun werde ich aber meine Überweisung an die Bücherei machen, danach eine Zeugenaussage für die Polizei schreiben (mein Mann und ich waren Zeugen einer Unfallflucht mit Blechschaden), die ich bisher immer vor mich hin geschoben habe.
LG
Du markierst den Text, den du zitieren willst und dann auf Zitat einfügen, (…). Unterhalb des Zitates schreibst du dann deinen Text
Ist ein Test
.. Habe gleichzeitig mal ausprobiert, ob ich einen Zwischentext aus dem Zitat herausnehmen kann.
LG
Ich habe noch eine rein forenstechnische Frage:
Wie bekomme ich das mit den grau hinterlegten Zitaten hin?
Dankeschön im Voraus für eine idiotensichere Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Hallo Nayouk24,
herzlichen Dank für die Freischaltung.
Ja, ich habe mich bereits eingelesen.
Ich habe auch angefangen, einige Verhaltensweisen zu ändern. So mache ich abends im Bett autogenes Training, damit mich mein Gedankenkarussell nicht am Einschlafen hindert. Auch gehe ich nun peu à peu etwas früher ins Bett, um wieder zu einem normalen Tagesrhythmus zu kommen (ich war bei Schlafenszeiten erst ab 4 h morgens und kam mittags nicht aus dem Bett.) Nun bin ich zumindest schon bei meistens 1 h und stehe vor dem Mittag auf.
Ich weiß auch, dass ich meine typischen Verhaltensweisen, die mich bisher getriggert haben, ändern muss. Bisher war das überwiegend am Fernseher mit meinem Mann Fußball oder Formel 1 schauen. Da überlege ich, ob ich stattdessen zunächst mal einfach ein Buch lese, da ich normalerweise eine Leseratte bin. Also nehme ich mir für morgen vor, die Gebühr für meinen Büchereiausweis zu überweisen.
Bewegung/Sport ist ebenfalls wichtig. Nur das fällt mir als Coachpotatoe schwer. Da weiß ich noch nicht, wie ich das in Angriff nehmen soll.
Ich habe auch angefangen, mir einen Notfallkoffer zu packen:
- eine Liste darüber, was alles für meine Abstinenz spricht (kein Kater, keine Übelkeit morgens, Gewichtsabnahme, Gesundung der Leber, Ich habe die Kontrolle über meinen Geist und Körper etc.)
- Telefonnummern für Notfälle
- positive Gedanken über mich selbst (ich ziehe mich schnell runter, mein innerer Zensor bezeichnet mich sogar als „blöde Kuh“, sagt mir, ich solle mich nicht so anstellen)
Mhm, ich werde mir ein kleines Köfferchen besorgen, in dem ich die Listen, Gedanken auf Papier visualisiert legen kann. Das macht es realer.
Jetzt gibt es erstmal Abendessen.
LG
-
Hallo Kadett,
lieben Dank für deine Willkommensgrüße.
Mein größtes Problem wird die Minimierung der Risikofaktoren sein in Bezug auf ein alkoholfreies Zuhause. Zwar sind in der Vergangenheit stark alkoholhaltige Getränke (z.B. Ouzo vom Griechenlandurlaub) regelmäßig „schlecht“ geworden, aber in der Garage steht weiterhin Bier für meinen Mann.
Ich werde das Problem bei meinem ersten Termin in der Suchtberatungsstelle ansprechen und gemeinsam überlegen, ob eine Teilnahme meines Mannes an dem nächsten Gespräch sinnvoll ist, um von einem Experten zu hören, dass der Alkohol zu Hause für mich ein unkalkulierbares Risiko darstellt.
Im Moment habe ich den Eindruck, dass er meine Abstinenz als vorübergehende Marotte, mein Alkoholproblem nicht als so schwerwiegend ansieht. Denn, wenn ich das Thema, wie z.B. nie wieder mit Rotwein in der Soße kochen, anspreche, reagiert er mit Schweigen. Oder er sagt, dass sei meine Sache, und solange ich ihn am Wochenende ohne grimmige Blicke sein Bier trinken lasse, könne ich machen, was ich wolle.
Ich weiß, ich habe noch viele Baustellen, auch wenn ich das ein oder andere nun angepackt habe.
LG