Beiträge von Somadi

    Liebe releaseme.

    Es tut mir wahnsinnig leid, was Dir widerfährt. Dieses Verhalten Deines Mannes ist überheblich, respektlos und demütigend. Der Kontakt zu Deiner Familie hält Dich aufrecht, lass Dir das nie verbieten.

    Ich wünsche Dir so sehr, dass Du Deinen Weg findest und zusammen mit Deinen Kindern und Deiner Familie glücklich sein kannst.

    Alles Liebe für Dich.

    Liebe Findus,

    tut mir leid, dass es Dir so schlecht geht.

    Schau Dir die Wohnung doch mal unverbindlich an. Du musst ja nicht zusagen. Schon der Schritt, nur mal zu schauen, ist wieder ein Schritt vorwärts.

    Wäre es Dir finanziell möglich, die Wohnung als Zweitwohnung zu mieten? Quasi als Dein Zimmer außerhalb des gemeinsamen Bereichs? Ich weiß, so was kann man sich nicht selbstverständlich leisten, aber wenn es ginge, wäre auch das eine Möglichkeit…

    Bei uns ist immer noch „Trockenzeit“. Jetzt seit 1 Woche. Ich merke, dass ich mich gerade etwas entspanne, bin mir aber darüber bewusst, dass es das nicht so einfach war…

    Ich schicke Dir liebe Grüße. Tu Dir was Gutes, Findus.

    Ich danke Euch für Eure Nachrichten. Es tut mir sehr gut, mich mit Euch auszutauschen.

    Ich habe meinem Mann gesagt, dass ich künftig während der Woche nur komme und bleibe, wenn 0,0 Alkohol getrunken wird. Anderenfalls bleibe ich in der kleinen Wohnung. Er wirkte sehr erschrocken. Vielleicht weil ich das erste Mal nicht gebettelt habe: „Trink bitte nicht“, sondern gesagt habe, wenn Du auch nur einen Tropfen trinkst, bin ich raus und komme erst wieder, wenn Du nüchtern bist.

    Seit Heiligabend ist er nüchtern. Natürlich bleibt er das nicht längerfristig. Ich habe mir aber vorgenommen, sofort in die andere Wohnung zu fahren, wenn ich Alkohol sehe oder rieche.

    Vielleicht ist das ein erster Schritt.

    Hallo Berliner.

    Ich sehe das genauso. Ein mit mir befreundeter Psychiater hat mir das mal als für jede Sucht und viele psychische Erkrankungen symptomatisch beschrieben. In seinem klinischen Alltag außerhalb des forensischen Bereuchs (d.h. wenn Patienten freiwillig Hilfe beanspruchen) seien Frauen immer überrepräsentiert, auch wenn sich das nicht mit den tatsächlichen Fallzahlen decke. Der Grund hierfür sei darin zu suchen, dass Frauen eher um Hilfe bitten als es das männliche Ego und Selbstbild erlaube. Aber genau das hat ja auch Hartmut beschrieben…

    Bestimmt gibt es dafür auch andere Faktoren, denn nichts ist monokausal, aber da müsstest Du einen Fachmann fragen.

    Ich danke Euch auch, Ihr Lieben, Jump, Bergdohle und Aurora.

    Nach einer 2stündigen Fahrt sind wir nun wieder an unserem Arbeitsort angekommen. Bislang ist alles harmonisch und schön. Jetzt wird erst mal ausgepackt, Wäsche gemacht und etwas gechillt. Ich hab vor einigen Tagen wieder damit begonnen, Socken zu stricken. Hab ich ewig nicht gemacht. Macht aber wieder Spaß und lenkt ab.


    Ich wünsche Euch allen einen schönen Restsonntag und danke Euch von Herzen für Eure Unterstützung.

    Danke, Jump.

    Es ist genau so, wie Du schreibst. Am größten ist wohl die Scham wegen meines eigenen Verhaltens, das ja auch von Kontrollverlust zeugt und zeigt, dass ich hinter meiner starken Fassade furchtbar schwach bin.

    Weißt Du, ich bin der Problemlöser in der Familie, immer stark, immer ansprechbar… Ich würde nicht sagen, dass ich diese Rolle unbedingt brauche oder mich darin sonne, es war halt immer so, weil ich einfach rational bin, nie Probleme gemacht hab. Auch im Freundeskreis und im Kollegenkreis hab ich irgendwie diese Rolle ergattert. Und jetzt hab ich wohl das größte Problem von uns allen.
    Ich habe Angst vor der Frage „Warum gehst Du nicht einfach“. Das ist eine Frage, die ich nicht mit meinem üblichen rationalen Handwerkszeug beantworten kann… das macht mir Angst und lässt mich tiefe Scham empfinden.

    Und da ist wieder dieser Zweifel. Seit dem Ausfall am Mittwoch hat mein Mann keinen Tropfen getrunken und ist so, wie ich ihn mir wünsche… damit verpasst er mir aber faktisch eine Maulsperre. Denn wenn ich das Thema anspreche, wird er sagen: „Was willst Du denn? Ich mache doch genau das, was ich soll, nicht trinken.“ Das zeigt nur, dass er nichts verstanden hat, führt aber trotzdem dazu, dass ich mich schlecht fühle. Wie ein Meckerer, Nörgler…

    Das sind halt gerade die Gefühle und Gedanken, die ich habe. Und die muss ich erst sortieren…

    Ich danke Dir für Deine Worte, Jump.

    Nein, es soll mich nicht bestärken, dass andere auch länger brauchten, aber ich fühle mich nicht ganz so schwach mit dem Wissen um Deine Erfahrung und dem dennoch geschafften Absprung… und das nimmt mir etwas den Druck, der sich in den letzten Tagen bei mir aufgebaut hat.

    Ach herrje, das tut mir leid.

    Vielleicht solltest Du nochmal einen Versuch wagen und Dir einige Wohnungen anschauen. Wenn Du sie siehst und sagst, das ist die richtige, wirst Du es fühlen. Ansonsten kostet anschauen ja nichts… Du kannst immer noch Nein sagen.

    Hast Du eine liebe Freundin, bei der Du mal einige Tage ausspannen kannst?

    Interessante Perspektive … was erhoffst Du Dir denn hier?

    Ehrlich gesagt, das weiß ich noch nicht ganz genau.
    Ich habe vor drei Tagen das erste Mal hier über meine Probleme und Sorgen gegenüber anderen gesprochen und formuliert, was bei mir zu Hause geschieht. Das hat mich große Überwindung gekostet, denn das dominierende Gefühl ist neben der Traurigkeit aktuell Scham. Und diese Scham hemmt mich und lässt mich mich sehr alleine fühlen. Mein nächster Schritt, den ich mir zu gehen wünschen würde, wäre ein Gespräch mit meiner Schwester und meinen besten Freunden. Das fällt mir sehr schwer. Ich wünsche mir emotionalen Rückhalt, weil ich spüre, dass ich ohne einen solchen nicht handlungsfähig sein kann.
    Ich bin mir sicher, dass ich diesen bei den mir nahestehenden Menschen bekommen werde, aber dafür ist erst mal erforderlich, dass ich sprechfähig werde und die Scham überwinde. Vielleicht erhoffe ich mir, dies hier zu lernen. Vielleicht erhoffe ich mir, dass das Schreiben darüber mir hilft, zu formulieren, was mich belastet, sodass ich es irgendwann auch in meinem nahen Umfeld aussprechen kann…

    Es tut mir leid, ich bin sehr verwirrt, ich finde nicht die richtigen Worte, ich kann das möglicherweise noch nicht so klar. Ich will, dass sich etwas ändert, aber ich weiß eben noch nicht, wie dieses „etwas“ aussehen soll. Ich will hier bestimmt niemanden nerven und ich schäme mich, dass das alles so diffus ist, aber ich kann noch nicht klar durch diesen Nebel aus Gedanken und Gefühlen sehen… es tut mir wirklich leid.

    Ja, Jump, natürlich hast Du Recht. Mit „Verborgen“ meinte ich die Welt außerhalb unserer Beziehung. Natürlich nicht vor mir. Sonst würde ich ja nicht darunter leiden.

    Respektvoll ist das sicher nicht. Auch das weiß ich, deswegen leide ich ja darunter.

    Das Paradoxe ist, man leidet und tut sich dennoch so schwer. Rational weiß ich das alles, aber die Umsetzung dessen, was objektiv richtig ist, ist mein Problem. Auf emotionaler Ebene…

    Auch der Hund merkt das natürlich. Er hat feinste Antennen. Wenn mein Mann nüchtern ist, klebt der Hund an ihm. Wenn er getrunken hat, meidet er ihn.
    Wir sind eben nach Hause gekommen. Bei den Freunden war alles okay. Gut, die Asperger-bedingten Besonderheiten sind immer da, aber die kennen unsere Freunde ja schon lange und können gut damit umgehen. Alkohol gab’s zwar, aber mein Mann hat keinen getrunken. Und ich sowieso nicht, da ich Fahrer war und ohnehin nie in Gegenwart meines Mannes etwas trinke, und sei es auch nur eine Tasse Glühwein. Schließlich will ich ihn zu nichts animieren.

    Ich fühle mich etwas beruhigt, dass Du auch lange gebraucht hast, um den Jump zu schaffen. Zwar finde ich es gut, dass ich mich hier austauschen kann, aber irgendwie fühlt man sich auch unter Druck gesetzt, wenn man -und damit meine ich jetzt nicht Dich- manche Posts von COs liest, die es schon geschafft haben. Ich finde es schon richtig und wichtig, dass einem der Spiegel vor Augen gehalten wird. Dennoch stellt sich bei mir ein Gefühl ein, das mir sagt, ich versage auf ganzer Linie…

    Johanna,

    bei uns ist es genauso. Es ist immer so normal nach der Eskalation. Und ich sehe keine Entzugserscheinungen, die doch da sein müssten… ich fürchte, ich bin zu blind.

    Und ja, Du hast Recht, rein rational weiß man genau, dass sich nichts ändert, aber die Ruhe „nach“ dem Sturm lässt einen zweifeln. Mich quälen diese fiesen Gedanken („Vielleicht ist es doch nicht so schlimm? Vielleicht übertreibe ich?“) auch. Doch ich weiß eigentlich genau, wie es ist. Genauso wie Du…

    Aber ich weiß, irgendwann macht es sicher Klick und man kann sich lösen. Ich freunde mich gerade erst mit diesem Gedanken an…

    Hallo Jump.

    Ja, während der Woche habe ich ja die andere Wohnung. Am Wochenende haben wir nur die eine in meiner Heimat, 200 km entfernt. Da muss und will ich auch hinfahren, denn das Hündchen ist ein 30kg schwerer Labrador, der seinen Auslauf auf dem Land liebt und braucht.

    Du hast in allem Recht, was Du sagst, man braucht Zeitinseln für sich selbst. Und Freiraum, in dem man keine Verantwortung übernehmen muss bzw. man denkt, dass man sie übernehmen muss.

    Mein Mann kann total gut switchen. Ich sehe null Entzugserscheinungen an ihm. Vielleicht bin ich zu doof dazu, aber ich sehe es einfach nicht. Jetzt hat er drei Tage nichts getrunken. Der Bierkasten ist unangetastet. Sonst gibt’s nichts in diesem Hsushalt und er konnte und kann sich hier in der Pampa auch nichts besorgen. Was er mitgebracht hatte, hat er am 22. und 24.12. vernichtet. Aber er ist nicht zittrig, schwitzt nicht, ist nicht aggressiv, angespannt oder depressiv. Es ist da gar nichts zu sehen… Er schreibt gerade an einem wissenschaftlichen Aufsatz, hochkomplex und das nach dem Desaster Anfang der Woche. Ich kapiere es einfach nicht.

    Heute Abend sind wir bei Freunden eingeladen. Da trinkt er sowieso nie. Er trinkt nur alleine zu Hause. Ich verstehe dieses Trinkverhalten nicht… dennoch bin ich dankbar für die Atempause.

    Morgen Abend fahren wir an unseren Arbeitsort zurück. Ab Montag wird wieder gearbeitet. Und dann kommt Silvester… mir graut davor.

    Jump, ich bewundere Dich für Deine Stärke. Wie lange geht das schon bei Euch? Hattest Du jemals an Trennung gedacht, nicht nur eine räumliche?

    Wo ist meine Grenze? Körperliche Gewalt (mir und dem Hund oder anderen Personen gegenüber) wäre eine klare Grenze, aber das befürchte ich nicht wirklich. Eine Grenze wäre auch ein derartiger Ausfall in der Öffentlichkeit oder gegenüber Familie und Freunden. So etwas passiert aber auch nicht, da er nur zu Hause trinkt… alles im Verborgenen.

    Wenn ich das jemandem erzählen würde, der ihn/uns kennt, würde es mir keiner glauben.

    So, jetzt gehe ich mal mit dem Hund raus. Bin mit einer Freundin verabredet.

    Liebe Grüße an alle.

    Oh je, Jalina. Das ist natürlich eine blöde Situation.

    Ich kann Dir nur raten, solche Dinge (Ohrringstechen) unmittelbar mit dem Kindsvater und nicht über das Kind abzusprechen. Alles andere macht nur Probleme… Jetzt hat Dein Sohn den Ohrring aber und es ist, wie es ist.

    Deine Gefühle kann ich verstehen, aber womöglich kann Dein Ex nicht alleine sein. Dass das so kurz nach Eurer Trennung nun die wahre Liebe ist, halte ich -ohne näheres zu wissen- für wenig wahrscheinlich. Lass es nicht zu, dass er immer noch Deine Gedanken und Gefühle manipuliert. Du hast einen eigenständigen Wert.

    Alles Liebe.

    Danke, Thalia.
    Entschuldige, das war mir so nicht bewusst. Ich werde daran denken.

    Ja, es tut schon gut, seine Gedanken mal auszuformulieren.
    Nach dem schrecklichen Heiligabend scheint er gemerkt zu haben, dass ich traurig und enttäuscht bin. Es gab seither keinen Alkohol. Nicht dass ich glauben würde, es würde dabei bleiben oder sich langfristig ändern. Natürlich glaube ich auch nicht, dass er einsichtig ist und das für mich macht. Wahrscheinlich hat er nur gesehen, dass ich so verärgert, traurig und wütend bin, dass es nun eng für ihn selbst werden könnte. Dennoch tut mir diese Atempause gut…

    Liebe Findus,

    gibt es denn die Möglichkeit, dass Du mal 1-2 Wochen zu einem Deiner Kinder gehst, um Dich selbst etwas zu stabilisieren und zur Ruhe zu kommen? Offensichtlich wissen Deine erwachsenen Kinder ja von der Problematik. Manchmal muss man einfach für einige Tage raus. Ich schaffe auch den Absprung nicht, aber oft tut mir eine Woche alleine im Urlaub, bei Freunden oder meiner Familie gut, um mich wieder zu fangen…

    Alles Gute für Dich.

    Hallo Releaseme.

    Ich habe Deinen ganzen Faden gelesen und ich verstehe so sehr, wie hin- und hergerissen Du bist. Das haben wir hier alle gemeinsam…

    Setz Dich nicht unter Druck. Es ist gut, dass Du bei deinen Eltern bist und bleiben kannst, solange Du willst. So ist es doch erst mal gut, ganz ohne Druck. Jetzt konzentriere Dich auf Dich selbst und Deine Kinder. Lass Dir Zeit.

    Wir denken alle an Dich.