Ja, Jump, natürlich hast Du Recht. Mit „Verborgen“ meinte ich die Welt außerhalb unserer Beziehung. Natürlich nicht vor mir. Sonst würde ich ja nicht darunter leiden.
Respektvoll ist das sicher nicht. Auch das weiß ich, deswegen leide ich ja darunter.
Das Paradoxe ist, man leidet und tut sich dennoch so schwer. Rational weiß ich das alles, aber die Umsetzung dessen, was objektiv richtig ist, ist mein Problem. Auf emotionaler Ebene…
Auch der Hund merkt das natürlich. Er hat feinste Antennen. Wenn mein Mann nüchtern ist, klebt der Hund an ihm. Wenn er getrunken hat, meidet er ihn.
Wir sind eben nach Hause gekommen. Bei den Freunden war alles okay. Gut, die Asperger-bedingten Besonderheiten sind immer da, aber die kennen unsere Freunde ja schon lange und können gut damit umgehen. Alkohol gab’s zwar, aber mein Mann hat keinen getrunken. Und ich sowieso nicht, da ich Fahrer war und ohnehin nie in Gegenwart meines Mannes etwas trinke, und sei es auch nur eine Tasse Glühwein. Schließlich will ich ihn zu nichts animieren.
Ich fühle mich etwas beruhigt, dass Du auch lange gebraucht hast, um den Jump zu schaffen. Zwar finde ich es gut, dass ich mich hier austauschen kann, aber irgendwie fühlt man sich auch unter Druck gesetzt, wenn man -und damit meine ich jetzt nicht Dich- manche Posts von COs liest, die es schon geschafft haben. Ich finde es schon richtig und wichtig, dass einem der Spiegel vor Augen gehalten wird. Dennoch stellt sich bei mir ein Gefühl ein, das mir sagt, ich versage auf ganzer Linie…