Beiträge von Gerodini

    Abstinent seit 77 Tagen (11 Wochen), mir geht es damit sehr gut. Ich merke, dass es mir nicht nur kognitiv, körperlich und seelisch deutlich besser geht. Ich erledige meine Alltagsaufgaben und bleibe auch bei anderen Themen am Ball, ohne es aufzuschieben oder gar zu vermeiden.

    Suchtdruck kommt immer seltener auf und wenn, dann kann ich diesen aushalten und gut weiterziehen lassen, ohne das der direkte Gedanke ans Trinken aufkommt. Am vergangenen Montag habe ich feststellen können, dass ich deutlich gefestigter bin, als noch vor Wochen. In einer Ausnahme- und Krisensituation habe ich mich bewusst gegen den Alkohol entschieden und keinen Rückfall gebaut.

    Im Grunde geht es mir seit den 11 Wochen sehr gut und ich fange wieder an, zufrieden mit mir selbst zu sein.

    Ich wünsche euch einen angenehmen Sonntag.

    Liebe Grüße

    Guten Morgen Zusammen,

    Hast du da bewusst etwas anderes unternommen, um dich vom Suchtdruck zu befreien?

    Kyra ich habe mir bewusst in meinem Kopf aufgerufen, dass wenn ich mich jetzt mit Alkohol betäube meine letzten 10 Wochen vollkommen umsonst gewesen wären und das der Alkohol dann wieder zum langfristigen Problem werden würde.

    Weiter habe ich mir bewusst im Kopf gehalten, dass Alkohol für mich nichts besser machen würde und alles wieder schlimmer werden würde, beispielsweise ich mir alles schön trinken, mich um nichts kümmern und irgendwann die Realität kicken würde.

    Gestern konnte ich im AA-Meeting offen über das vorgefallene vom Montag reden und mit innerer Zufriedenheit berichten, dass ich Standhaft geblieben bin, ich bin mittlerweile der Überzeugung das auch die AA Gruppe mich dazu motiviert, nicht mehr gegenüber dem Alkohol einknicken zu wollen.

    Schön das du wieder trocken bist. Es wird von Monat zu Monat leichter. Ich lasse das erste Glas stehen und denke nicht so weit voraus. Nur an heute

    Abstinenzler nach 10 Wochen bin ich durchaus wieder motivierter abstinent zu leben und standhaft zu bleiben deutlich gefestigter als noch vor den 2,5 Monaten. Vorher dieser Zeit hätte ich sofort zum Alkohol gegriffen und Tagelang durchgetrunken.

    Durch das abstinent bleiben und nicht nachgeben, habe ich mich gestern um alles gekümmert was am Montag vorgefallen ist und es hat sich im Wohlgefallen umgewandelt, da ich tatsächlich für nichts Verantwortlich war und dieses mit entsprechenden Dokumenten nachweisen konnte. Somit habe ich Dienstag den Montag vollständig geklärt und die Situation gelöst, was ich definitiv nicht geschafft hätte, wenn ich getrunken hätte.

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    Auch wenn es der Montag in sich hatte, hat mir die Situation gezeigt, ohne Alkohol ist zwar nicht alles schön, aber deutlich besser.

    Ich wünsche euch einen schönen Tag.

    Liebe Grüße

    Gestern habe ich eine Hiobsbotschaft erhalten, die existenzielle Ängste und Sorgen in mir ausgelöst hat und auch nach einen Rattenschwanz für den ich nicht verantwortlich bin nach sich ziehen wird. Dennoch bin ich Stolz auf mich, da ich stark geblieben bin und mich bewusst gegen den Konsum von Alkohol entschieden habe. Seit heute 72 Tage abstinent.

    Hast Du Deinen Rückfall aufgearbeitet? Was war vorher im Kopf schon passiert, bevor die Hand zur Flasche griff?

    Guten Morgen Tabsi ,

    vielen Dank für deine Frage.

    Ich hatte eine längere Phase wo ich ein abstinentes Leben wieder mal nicht ernstgenommen habe und mich selbst belogen habe, nach dem Motto "Ich kann ja jederzeit wieder aufhören" und "So schlimm ist es doch nicht". Bis dann der gesunde Teil übernommen hat und das selbst belügen endlich in einem Realitätscheck geendet ist. Es war noch nicht mal ein Rückfall weil es mir schlecht in der Zeit ging, im Gegenteil in der Zeit ging es mit im Grunde gut.

    Mittlerweile ist es mir wieder bewusster, dass ein abstinenter Lebensweg der einzige richtige Lebensweg für mich ist und nehme die Sucht wieder ernster und das ich nur gesünder und besser Leben kann wenn ich nicht trinke.

    Liebe Grüße

    Elly vielen Dank für deine Antwort :) Mein Haushalt ist komplett Alkoholfrei und wenn ich Besuch bekommen, wissen alle Bescheid und niemand würde jemals Alkohol mit in mein Zuhause mitbringen, musste ich noch nie erwähnen, es hat nie jemand versucht. Ich denke es ist im engsten Freundeskreis wichtig offen darüber zu kommunizieren und es wichtig ist Freunde zu haben die zu einem stehen.


    Heute bin ich genau 9 Wochen und 2 Tage abstinent (65 Tage, aktuell zähle ich noch jeden Tag). Der Suchtdruck hat mittlerweile stark nachgelassen und ich kann auch einkaufen und am Alkohol vorbeigehen und das dieser mich interessiert. Leider sind viele Einkaufsläden so aufgebaut, dass bei den nicht alkoholischen Getränken auch Alkohol steht, daher war Vermeidung in der Abstinenzzeit noch nie Thema sondern eher die Konfrontation. Anfangs meiner neuen Abstinenzzeit bin ich dann vor dem Kaufen umgedreht, als ich merkte das es kritisch wird, mittlerweile denke ich weder auf dem Weg noch während des einkaufen an Alkohol.

    Logisch ist mir, dass das Rückfallrisiko ein Leben lang besteht und die Sucht nicht einfach verschwindet, daher vermeide ich auch 0,00 Produkte, da alleine der Geschmack einen Triggern kann. Die Meeting der AA nehme ich weiterhin war, da es gut tut sich ohne Verurteilungen und Wertungen austauschen zu können.

    Update

    Ich war eine Zeitlang wieder Rückfällig und habe sehr viel Alkohol getrunken, ich habe mir selbst etwas vorgemacht und mich selbst belogen. Doch seit dem 15.06.26 schaut es wieder anders aus, ich bin nun wieder seit 7 Wochen aus eigner Motivation ohne Entgiftung und therapeutische Unterstützung abstinent.

    Eine weitere Änderung ist, dass ich seit Mai 2026 zu den wöchentlichen Meetings der AA gehe, ich habe dort viele neue nette Menschen kennengelernt und fühle mich dort gut aufgehoben. Jeder hat seine/ihre Gesichte und niemand verurteilt oder wertet jemanden.

    Ich habe für mich wieder bemerkt, dass ein Leben ohne Alkohol deutlich entspannter und koordinierter ist, ich kümmere mit um meinen Alltag und lasse nichts liegen, bis es schlimmer wird. Ich fühle mich deutlich motivierter wieder langfristig abstinent leben zu wollen. Nach Möglichkeit natürlich mein restliches Leben ohne den Alkohol leben.

    Oftmals habe ich in der letzten Nassphase am Monatsanfang getrunken, dies ist der zweite Monatsanfang ohne zu trinken. Ich merke das mein Suchtzentrum den Monatsanfang triggert und der Suchtdruck zunimmt. Ich war heute auch für das Wochenende einkaufen, ohne Alkohol zu kaufen. Ich bin Standhaft geblieben, als mein Suchtzentraum den Konsumdruck triggerte und habe mich positiv abgelenkt, sodass der Suchtdruck weitergezogen ist.

    Liebe Grüße

    Es scheint sehr unterschiedlich zu sein wie man mit dem Einkaufen etc. umgeht. Ich gehe bewusst auch durch den Gang mit den Spirituosen und spreche in Gedanken gern eine Wodkaflasche direkt an. "Du Arschloch nicht mehr" oder sonst was...wenn ich dann den Laden verlasse fühle ich mich gut. Denke, jeder muss da seinen Weg finden. LG

    So mache ich das auch oft, ich schaue nach links und rechts, wenn niemand da ist sage ich zum Alkohol "***dich!". Das Gefühl es geschafft zu haben, kenne ich :)

    Ok. Schade. Aber es gibt immer eine Lösung. Auf dem Dorf kennt meist jeder jeden.
    Mit Sicherheit gibt es die Möglichkeit deine Getränke vorher beiseite stellen zu lassen, so dass du sie nur noch holen musst.
    Kommt natürlich drauf an, wie schwer dir der Einkauf jetzt wirklich fällt.

    50:50 aktuell, wenn ich wieder bei "Sinnen" bin, klappt es besser. Weihnachten und Neujahr ist anders.

    Hallo Zusammen,

    Wie kommt das? Hast Du nicht den Entschluss gefasst, ein abstinentes Leben zu führen?

    ich war zwei Jahre abstinent, dann war ich dumm und habe wieder getrunken. Mein Nah- und Fernziel ist es definitiv ohne den Alkohol durch mein Leben zu gehen, Fakt ist das ich Alkoholiker bin und für den Rest meines Lebens bleibe, geht ja nicht wieder weg wie bei einer Erkältung, das ist mir definitiv bewusst. Es ist nicht der Drang, um lockerer zu werden, eher die Flucht vor mir selbst und meiner Realität und ja, der Konsum von Alkohol macht nichts besser und verändert nichts zum Positiven in meinem Leben.

    Es liest sich bei Dir, als wäre das eine "Entscheidung", ob Bier kaufen oder nicht.

    Ein Stück weit empfinde ich es als Entscheidung, vielleicht nicht kaufe ich Bier oder nicht, jedoch bleibe ich Abstinent oder nicht.

    Also, wenn Einkaufen "noch" so gefährlich ist, ist eine Begleitung ggfs. eine gute Idee.

    Für den restlichen Getränkeeinkauf rate ich dir zu einer Begleitung.

    Zurzeit leider nicht möglich, da niemand mehr da ist, der mich zum Einkaufen begleiten könnte. Vorab, nein ich habe meine Sozialkontakte nicht dadurch verloren, dass ich Alkoholiker bin und gewalttätig gewesen wäre, es hat andere Ursprünge.

    Andere Uhrzeiten und andere Einkaufsorte als in der nassen Zeit können am Anfang auch helfen.

    ich weiß nicht wie es bei dir ist. Tatsächlich sind bei uns zwei Supermärkte in Food/Nonfood und Getränkemarkt unterteilt.
    Also richtig in zwei verschiedenen Gebäuden. Zwar gibt es auch im Food/Nonfood diverse Getränke zu kaufen, diese „Gänge“ sind aber durchaus einfacher zu umschiffen.

    Ich wohne auf dem Dorf, da gibt es REWE und Netto, bei diesen Läden steht der Alkohol direkt bei den alkoholfreien Getränken, sodass ich zwangsläufig daran vorbeimuss. Zum Beispiel beim Wasser und den Limonaden stehen direkt die Bierkästen und Mischgetränke im selben Regal.

    Vielen Dank für eure Antworten und einen guten sowie gesunden Start ins neue Jahr!

    Liebe Grüße

    Heute habe ich seit 2 Wochen keinen Alkohol konsumiert, mein gesunder Anteil hat aktuell die Kontrolle, aber ich merke zwischenzeitlich doch, dass der erkrankte Anteil (Suchtzentrum) die Kontrolle übernehmen möchte.

    Gestern war ich im edit, Supermarkt einkaufen, ich war kurz davor Bier zu kaufen, doch im letzten Augenblick, habe ich mich umentschieden und stattdessen Nahrungsmittel und Süßigkeiten gekauft :). Aktuell habe ich seit 2 Wochen keinen Alkohol mehr konsumiert.

    Liebe Grüße

    Aber heute bist du dir sicher ;) ?

    Ich würde mal sagen, so zu 100%.

    Du sprichst von der Diagnose Alkoholabhängigkeit. Manche wählen bewusst diese Formulierung, weil sie sich persönlich nicht als Alkoholiker bezeichnen wollen oder sich von diesem Begriff distanzieren. Alkoholabhängigkeit klingt medizinisch, während Alkoholiker eher eine persönliche Zuschreibung ist.

    Ich mache da im engen Freundeskreis keinen Hehl raus, dass ich Alkoholiker bin, sonst hätte ich ja keine Langzeittherapie benötigt und gemacht :) Jedem erzähle ich es sicherlich nicht, beispielsweise Arbeitskollegen, denn nicht jeder Mensch meint es gut mit einem.

    Wann hast du das letzte Mal getrunken?

    Am 17.12. jetzt 12 Tage nicht mehr.

    Hallo Zusammen,


    ich bin männlich, noch 39 Jahre und bin schon in meinen jungen Jahren mit Alkohol in Berührung gekommen.

    Der folgende Inhalt könnte Triggern, daher in den Spoiler gesetzt.

    Spoiler anzeigen


    Anfangs in meiner Jugendzeit ab 13 Jahren habe ich regelmäßig am Wochenende getrunken, "Partys" halt. Das erste Mal mit Alkohol abgestürzt bin ich mit 15, Liebeskummer + Sonne + Alkohol = nicht gut. Im Alter von 16 Jahren trat dann ein sehr narzisstischer Mensch in meinem Leben oder besser als neue Lebensgefährte meiner Erziehungsberechtigen, zu der ohne hin gewohnten Gewalt, kam noch mehr Gewalt hinzu, mein Konsum stieg stetig weiter. Letztendlich war ich in meinen 20er Jahren oftmals in der Psychiatrie wegen diversen Diagnosen und den Alkohol, was ich damals natürlich abstritt, alle anderen sind Alkoholiker nur ich nicht, Langzeittherapien habe ich doch nicht nötig, die üblichen Ausreden halt.

    2022 dann mit schweren Depressionen, katastrophale Alkoholabhängigkeit und eine herunter gesoffenen Seele sowie ein körperliches Wrack. Es war der Moment wo ich wusste, ich muss was ändern und habe von mir aus angesprochen, dass ich eine Langzeittherapie machen möchte. Ich war von Dezember 2022 bis März 2024 ohne einen Tag zu Hause zu sein in Therapie. Erst Psychotherapie, dann Langzeittherapie und im Anschluss nahtlos Traumatherapie.

    Durch die Therapie habe ich es geschafft fast zwei Jahre abstinent zu bleiben, bis ich den dummen Irrglauben (Selbstverantwortlich)auf den Leim gegangen bin "Ein Bier kann ja nicht schaden!". Pustekuchen natürlich, das eine Bier reichte, um den süchtigen Anteil in mir, wieder vollends in die Sucht eintauchen zu lassen. Aktuell trinke ich mal 4-12 Wochen keinen Alkohol und dann wieder ein paar Tage durch und das in einer Endlosschleife.

    Meine Diagnosen
    Alkoholabhängigkeit, mittlere bis schwere rezidivierende depressive Episoden, Komplexe Traumafolgestörung (kPTBS), Burnout.

    Warum bin ich hier?
    Ich hoffe auf einen angenehmen sowie anregenden Austausch mit anderen Betroffenen.

    Meine Zielsetzung
    Wieder längerfristig abstinent leben, idealerweise dauerhaft. Ich versuche mir immer selbst zu sagen "Jeder Tag, ohne Alkohol, ist ein guter Tag!"

    Liebe Grüße