Beiträge von Gerodini

    Es scheint sehr unterschiedlich zu sein wie man mit dem Einkaufen etc. umgeht. Ich gehe bewusst auch durch den Gang mit den Spirituosen und spreche in Gedanken gern eine Wodkaflasche direkt an. "Du Arschloch nicht mehr" oder sonst was...wenn ich dann den Laden verlasse fühle ich mich gut. Denke, jeder muss da seinen Weg finden. LG

    So mache ich das auch oft, ich schaue nach links und rechts, wenn niemand da ist sage ich zum Alkohol "***dich!". Das Gefühl es geschafft zu haben, kenne ich :)

    Ok. Schade. Aber es gibt immer eine Lösung. Auf dem Dorf kennt meist jeder jeden.
    Mit Sicherheit gibt es die Möglichkeit deine Getränke vorher beiseite stellen zu lassen, so dass du sie nur noch holen musst.
    Kommt natürlich drauf an, wie schwer dir der Einkauf jetzt wirklich fällt.

    50:50 aktuell, wenn ich wieder bei "Sinnen" bin, klappt es besser. Weihnachten und Neujahr ist anders.

    Hallo Zusammen,

    Wie kommt das? Hast Du nicht den Entschluss gefasst, ein abstinentes Leben zu führen?

    ich war zwei Jahre abstinent, dann war ich dumm und habe wieder getrunken. Mein Nah- und Fernziel ist es definitiv ohne den Alkohol durch mein Leben zu gehen, Fakt ist das ich Alkoholiker bin und für den Rest meines Lebens bleibe, geht ja nicht wieder weg wie bei einer Erkältung, das ist mir definitiv bewusst. Es ist nicht der Drang, um lockerer zu werden, eher die Flucht vor mir selbst und meiner Realität und ja, der Konsum von Alkohol macht nichts besser und verändert nichts zum Positiven in meinem Leben.

    Es liest sich bei Dir, als wäre das eine "Entscheidung", ob Bier kaufen oder nicht.

    Ein Stück weit empfinde ich es als Entscheidung, vielleicht nicht kaufe ich Bier oder nicht, jedoch bleibe ich Abstinent oder nicht.

    Also, wenn Einkaufen "noch" so gefährlich ist, ist eine Begleitung ggfs. eine gute Idee.

    Für den restlichen Getränkeeinkauf rate ich dir zu einer Begleitung.

    Zurzeit leider nicht möglich, da niemand mehr da ist, der mich zum Einkaufen begleiten könnte. Vorab, nein ich habe meine Sozialkontakte nicht dadurch verloren, dass ich Alkoholiker bin und gewalttätig gewesen wäre, es hat andere Ursprünge.

    Andere Uhrzeiten und andere Einkaufsorte als in der nassen Zeit können am Anfang auch helfen.

    ich weiß nicht wie es bei dir ist. Tatsächlich sind bei uns zwei Supermärkte in Food/Nonfood und Getränkemarkt unterteilt.
    Also richtig in zwei verschiedenen Gebäuden. Zwar gibt es auch im Food/Nonfood diverse Getränke zu kaufen, diese „Gänge“ sind aber durchaus einfacher zu umschiffen.

    Ich wohne auf dem Dorf, da gibt es REWE und Netto, bei diesen Läden steht der Alkohol direkt bei den alkoholfreien Getränken, sodass ich zwangsläufig daran vorbeimuss. Zum Beispiel beim Wasser und den Limonaden stehen direkt die Bierkästen und Mischgetränke im selben Regal.

    Vielen Dank für eure Antworten und einen guten sowie gesunden Start ins neue Jahr!

    Liebe Grüße

    Heute habe ich seit 2 Wochen keinen Alkohol konsumiert, mein gesunder Anteil hat aktuell die Kontrolle, aber ich merke zwischenzeitlich doch, dass der erkrankte Anteil (Suchtzentrum) die Kontrolle übernehmen möchte.

    Gestern war ich im edit, Supermarkt einkaufen, ich war kurz davor Bier zu kaufen, doch im letzten Augenblick, habe ich mich umentschieden und stattdessen Nahrungsmittel und Süßigkeiten gekauft :). Aktuell habe ich seit 2 Wochen keinen Alkohol mehr konsumiert.

    Liebe Grüße

    Aber heute bist du dir sicher ;) ?

    Ich würde mal sagen, so zu 100%.

    Du sprichst von der Diagnose Alkoholabhängigkeit. Manche wählen bewusst diese Formulierung, weil sie sich persönlich nicht als Alkoholiker bezeichnen wollen oder sich von diesem Begriff distanzieren. Alkoholabhängigkeit klingt medizinisch, während Alkoholiker eher eine persönliche Zuschreibung ist.

    Ich mache da im engen Freundeskreis keinen Hehl raus, dass ich Alkoholiker bin, sonst hätte ich ja keine Langzeittherapie benötigt und gemacht :) Jedem erzähle ich es sicherlich nicht, beispielsweise Arbeitskollegen, denn nicht jeder Mensch meint es gut mit einem.

    Wann hast du das letzte Mal getrunken?

    Am 17.12. jetzt 12 Tage nicht mehr.

    Hallo Zusammen,


    ich bin männlich, noch 39 Jahre und bin schon in meinen jungen Jahren mit Alkohol in Berührung gekommen.

    Der folgende Inhalt könnte Triggern, daher in den Spoiler gesetzt.

    Spoiler anzeigen


    Anfangs in meiner Jugendzeit ab 13 Jahren habe ich regelmäßig am Wochenende getrunken, "Partys" halt. Das erste Mal mit Alkohol abgestürzt bin ich mit 15, Liebeskummer + Sonne + Alkohol = nicht gut. Im Alter von 16 Jahren trat dann ein sehr narzisstischer Mensch in meinem Leben oder besser als neue Lebensgefährte meiner Erziehungsberechtigen, zu der ohne hin gewohnten Gewalt, kam noch mehr Gewalt hinzu, mein Konsum stieg stetig weiter. Letztendlich war ich in meinen 20er Jahren oftmals in der Psychiatrie wegen diversen Diagnosen und den Alkohol, was ich damals natürlich abstritt, alle anderen sind Alkoholiker nur ich nicht, Langzeittherapien habe ich doch nicht nötig, die üblichen Ausreden halt.

    2022 dann mit schweren Depressionen, katastrophale Alkoholabhängigkeit und eine herunter gesoffenen Seele sowie ein körperliches Wrack. Es war der Moment wo ich wusste, ich muss was ändern und habe von mir aus angesprochen, dass ich eine Langzeittherapie machen möchte. Ich war von Dezember 2022 bis März 2024 ohne einen Tag zu Hause zu sein in Therapie. Erst Psychotherapie, dann Langzeittherapie und im Anschluss nahtlos Traumatherapie.

    Durch die Therapie habe ich es geschafft fast zwei Jahre abstinent zu bleiben, bis ich den dummen Irrglauben (Selbstverantwortlich)auf den Leim gegangen bin "Ein Bier kann ja nicht schaden!". Pustekuchen natürlich, das eine Bier reichte, um den süchtigen Anteil in mir, wieder vollends in die Sucht eintauchen zu lassen. Aktuell trinke ich mal 4-12 Wochen keinen Alkohol und dann wieder ein paar Tage durch und das in einer Endlosschleife.

    Meine Diagnosen
    Alkoholabhängigkeit, mittlere bis schwere rezidivierende depressive Episoden, Komplexe Traumafolgestörung (kPTBS), Burnout.

    Warum bin ich hier?
    Ich hoffe auf einen angenehmen sowie anregenden Austausch mit anderen Betroffenen.

    Meine Zielsetzung
    Wieder längerfristig abstinent leben, idealerweise dauerhaft. Ich versuche mir immer selbst zu sagen "Jeder Tag, ohne Alkohol, ist ein guter Tag!"

    Liebe Grüße