Gerodini ist auch dabei...

  • Hallo Zusammen,


    ich bin männlich, noch 39 Jahre und bin schon in meinen jungen Jahren mit Alkohol in Berührung gekommen.

    Der folgende Inhalt könnte Triggern, daher in den Spoiler gesetzt.

    Spoiler anzeigen


    Anfangs in meiner Jugendzeit ab 13 Jahren habe ich regelmäßig am Wochenende getrunken, "Partys" halt. Das erste Mal mit Alkohol abgestürzt bin ich mit 15, Liebeskummer + Sonne + Alkohol = nicht gut. Im Alter von 16 Jahren trat dann ein sehr narzisstischer Mensch in meinem Leben oder besser als neue Lebensgefährte meiner Erziehungsberechtigen, zu der ohne hin gewohnten Gewalt, kam noch mehr Gewalt hinzu, mein Konsum stieg stetig weiter. Letztendlich war ich in meinen 20er Jahren oftmals in der Psychiatrie wegen diversen Diagnosen und den Alkohol, was ich damals natürlich abstritt, alle anderen sind Alkoholiker nur ich nicht, Langzeittherapien habe ich doch nicht nötig, die üblichen Ausreden halt.

    2022 dann mit schweren Depressionen, katastrophale Alkoholabhängigkeit und eine herunter gesoffenen Seele sowie ein körperliches Wrack. Es war der Moment wo ich wusste, ich muss was ändern und habe von mir aus angesprochen, dass ich eine Langzeittherapie machen möchte. Ich war von Dezember 2022 bis März 2024 ohne einen Tag zu Hause zu sein in Therapie. Erst Psychotherapie, dann Langzeittherapie und im Anschluss nahtlos Traumatherapie.

    Durch die Therapie habe ich es geschafft fast zwei Jahre abstinent zu bleiben, bis ich den dummen Irrglauben (Selbstverantwortlich)auf den Leim gegangen bin "Ein Bier kann ja nicht schaden!". Pustekuchen natürlich, das eine Bier reichte, um den süchtigen Anteil in mir, wieder vollends in die Sucht eintauchen zu lassen. Aktuell trinke ich mal 4-12 Wochen keinen Alkohol und dann wieder ein paar Tage durch und das in einer Endlosschleife.

    Meine Diagnosen
    Alkoholabhängigkeit, mittlere bis schwere rezidivierende depressive Episoden, Komplexe Traumafolgestörung (kPTBS), Burnout.

    Warum bin ich hier?
    Ich hoffe auf einen angenehmen sowie anregenden Austausch mit anderen Betroffenen.

    Meine Zielsetzung
    Wieder längerfristig abstinent leben, idealerweise dauerhaft. Ich versuche mir immer selbst zu sagen "Jeder Tag, ohne Alkohol, ist ein guter Tag!"

    Liebe Grüße

  • Willkommen bei uns im Alkoholiker‑Forum.


    Den Spoiler kannst du dir sparen – wir sind hier alle Alkoholiker oder haben damit zu tun. Und ich kann nach fast 19 Jahren behaupten, ich habe alles gehört und gesehen, was der Alkohol aus einem Menschen machen kann..

    alle anderen sind Alkoholiker nur ich nicht

    Aber heute bist du dir sicher ;) ?

    Du sprichst von der Diagnose Alkoholabhängigkeit. Manche wählen bewusst diese Formulierung, weil sie sich persönlich nicht als Alkoholiker bezeichnen wollen oder sich von diesem Begriff distanzieren. Alkoholabhängigkeit klingt medizinisch, während Alkoholiker eher eine persönliche Zuschreibung ist.

    Hier tauschen sich nur bekennende Alkoholiker aus, die sich auch so bezeichnen und eine lebenslange Abstinenz anstreben, soviel vorweg.

    Wann hast du das letzte Mal getrunken?

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Aber heute bist du dir sicher ;) ?

    Ich würde mal sagen, so zu 100%.

    Du sprichst von der Diagnose Alkoholabhängigkeit. Manche wählen bewusst diese Formulierung, weil sie sich persönlich nicht als Alkoholiker bezeichnen wollen oder sich von diesem Begriff distanzieren. Alkoholabhängigkeit klingt medizinisch, während Alkoholiker eher eine persönliche Zuschreibung ist.

    Ich mache da im engen Freundeskreis keinen Hehl raus, dass ich Alkoholiker bin, sonst hätte ich ja keine Langzeittherapie benötigt und gemacht :) Jedem erzähle ich es sicherlich nicht, beispielsweise Arbeitskollegen, denn nicht jeder Mensch meint es gut mit einem.

    Wann hast du das letzte Mal getrunken?

    Am 17.12. jetzt 12 Tage nicht mehr.

  • Dann steht dem Austausch nichts mehr im Wege nur noch die kleine Formalität.

    Auf den Link klicken, kurz um Freischaltung bitten vorgestellt hast du dich ja . Der nächstmögliche Moderator wird dich dann freischalten und an die passende Stelle im Forum verschieben.


    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Gruß Hartmut

    ------------------

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    Trocken seit 2007

  • Herzlich willkommen, Gerodini .

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet und kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Heute habe ich seit 2 Wochen keinen Alkohol konsumiert, mein gesunder Anteil hat aktuell die Kontrolle, aber ich merke zwischenzeitlich doch, dass der erkrankte Anteil (Suchtzentrum) die Kontrolle übernehmen möchte.

    Gestern war ich im edit, Supermarkt einkaufen, ich war kurz davor Bier zu kaufen, doch im letzten Augenblick, habe ich mich umentschieden und stattdessen Nahrungsmittel und Süßigkeiten gekauft :). Aktuell habe ich seit 2 Wochen keinen Alkohol mehr konsumiert.

    Liebe Grüße

  • Hallo Gerodini,

    bitte schreibe einfach hier in deinem Thread weiter und eröffne keinen neuen, sonst wird es unübersichtlich. Dankeschön.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • ich war kurz davor Bier zu kaufen, doch im letzten Augenblick, habe ich mich umentschieden und stattdessen Nahrungsmittel und Süßigkeiten gekauft

    Wie kommt das? Hast Du nicht den Entschluss gefasst, ein abstinentes Leben zu führen?

    Es liest sich bei Dir, als wäre das eine "Entscheidung", ob Bier kaufen oder nicht.

    Als ich beschlossen habe abstinent zu leben, weil ich Alkoholiker bin, war das meine Entscheidung gewesen. Danach brauchte ich mir im Supermarkt keinen Kopf mehr zu machen. Die Option Alkohol zu kaufen gibt es nicht mehr.

    Nix mehr mit "Qual der Wahl". ;)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Wie kommt das? Hast Du nicht den Entschluss gefasst, ein abstinentes Leben zu führen?

    Es liest sich bei Dir, als wäre das eine "Entscheidung", ob Bier kaufen oder nicht.

    Als ich beschlossen habe abstinent zu leben, weil ich Alkoholiker bin, war das meine Entscheidung gewesen. Danach brauchte ich mir im Supermarkt keinen Kopf mehr zu machen. Die Option Alkohol zu kaufen gibt es nicht mehr.

    Nix mehr mit "Qual der Wahl". ;)

    hallo alex,

    da hast du aber jetzt zu kurz gedacht und machst es dir einfach. ich hab in meiner anfangszeit manchmal 2-3 anläufe gebraucht um einkaufen zu gehen! im zweifel hab ich jemanden angerufen der mich begleitet hat.

    gruss

    ps: sorry, ein hallo und willkommen Gerodini

    Einmal editiert, zuletzt von _Eternal_ (31. Dezember 2025 um 14:04)

  • im zweifel hab ich jemanden angerufen der mich begleitet hat.

    Gut. Dann ist das ein sehr guter Hinweis.

    Wenn ich vor dem Bier stehe und überlege, ob ich welches kaufe, muss ja irgendetwas anders laufen. Dann ist alleine einkaufen, wohl noch zu gefährlich.

    Also, wenn Einkaufen "noch" so gefährlich ist, ist eine Begleitung ggfs. eine gute Idee.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hey,

    ich weiß nicht wie es bei dir ist. Tatsächlich sind bei uns zwei Supermärkte in Food/Nonfood und Getränkemarkt unterteilt.
    Also richtig in zwei verschiedenen Gebäuden. Zwar gibt es auch im Food/Nonfood diverse Getränke zu kaufen, diese „Gänge“ sind aber durchaus einfacher zu umschiffen.

    Vielleicht ist das für den Anfang einfacher.

    Für den restlichen Getränkeeinkauf rate ich dir zu einer Begleitung.

    Viele Grüße

  • Hallo Zusammen,

    Wie kommt das? Hast Du nicht den Entschluss gefasst, ein abstinentes Leben zu führen?

    ich war zwei Jahre abstinent, dann war ich dumm und habe wieder getrunken. Mein Nah- und Fernziel ist es definitiv ohne den Alkohol durch mein Leben zu gehen, Fakt ist das ich Alkoholiker bin und für den Rest meines Lebens bleibe, geht ja nicht wieder weg wie bei einer Erkältung, das ist mir definitiv bewusst. Es ist nicht der Drang, um lockerer zu werden, eher die Flucht vor mir selbst und meiner Realität und ja, der Konsum von Alkohol macht nichts besser und verändert nichts zum Positiven in meinem Leben.

    Es liest sich bei Dir, als wäre das eine "Entscheidung", ob Bier kaufen oder nicht.

    Ein Stück weit empfinde ich es als Entscheidung, vielleicht nicht kaufe ich Bier oder nicht, jedoch bleibe ich Abstinent oder nicht.

    Also, wenn Einkaufen "noch" so gefährlich ist, ist eine Begleitung ggfs. eine gute Idee.

    Für den restlichen Getränkeeinkauf rate ich dir zu einer Begleitung.

    Zurzeit leider nicht möglich, da niemand mehr da ist, der mich zum Einkaufen begleiten könnte. Vorab, nein ich habe meine Sozialkontakte nicht dadurch verloren, dass ich Alkoholiker bin und gewalttätig gewesen wäre, es hat andere Ursprünge.

    Andere Uhrzeiten und andere Einkaufsorte als in der nassen Zeit können am Anfang auch helfen.

    ich weiß nicht wie es bei dir ist. Tatsächlich sind bei uns zwei Supermärkte in Food/Nonfood und Getränkemarkt unterteilt.
    Also richtig in zwei verschiedenen Gebäuden. Zwar gibt es auch im Food/Nonfood diverse Getränke zu kaufen, diese „Gänge“ sind aber durchaus einfacher zu umschiffen.

    Ich wohne auf dem Dorf, da gibt es REWE und Netto, bei diesen Läden steht der Alkohol direkt bei den alkoholfreien Getränken, sodass ich zwangsläufig daran vorbeimuss. Zum Beispiel beim Wasser und den Limonaden stehen direkt die Bierkästen und Mischgetränke im selben Regal.

    Vielen Dank für eure Antworten und einen guten sowie gesunden Start ins neue Jahr!

    Liebe Grüße

  • Es scheint sehr unterschiedlich zu sein wie man mit dem Einkaufen etc. umgeht. Ich gehe bewusst auch durch den Gang mit den Spirituosen und spreche in Gedanken gern eine Wodkaflasche direkt an. "Du Arschloch nicht mehr" oder sonst was...wenn ich dann den Laden verlasse fühle ich mich gut. Denke, jeder muss da seinen Weg finden. LG

  • Ok. Schade. Aber es gibt immer eine Lösung. Auf dem Dorf kennt meist jeder jeden.
    Mit Sicherheit gibt es die Möglichkeit deine Getränke vorher beiseite stellen zu lassen, so dass du sie nur noch holen musst.
    Kommt natürlich drauf an, wie schwer dir der Einkauf jetzt wirklich fällt.


    Dir auch ein Frohes Neues

  • Es scheint sehr unterschiedlich zu sein wie man mit dem Einkaufen etc. umgeht. Ich gehe bewusst auch durch den Gang mit den Spirituosen und spreche in Gedanken gern eine Wodkaflasche direkt an. "Du Arschloch nicht mehr" oder sonst was...wenn ich dann den Laden verlasse fühle ich mich gut. Denke, jeder muss da seinen Weg finden. LG

    So mache ich das auch oft, ich schaue nach links und rechts, wenn niemand da ist sage ich zum Alkohol "***dich!". Das Gefühl es geschafft zu haben, kenne ich :)

    Ok. Schade. Aber es gibt immer eine Lösung. Auf dem Dorf kennt meist jeder jeden.
    Mit Sicherheit gibt es die Möglichkeit deine Getränke vorher beiseite stellen zu lassen, so dass du sie nur noch holen musst.
    Kommt natürlich drauf an, wie schwer dir der Einkauf jetzt wirklich fällt.

    50:50 aktuell, wenn ich wieder bei "Sinnen" bin, klappt es besser. Weihnachten und Neujahr ist anders.

    Einmal editiert, zuletzt von Nayouk24 (1. Januar 2026 um 15:14) aus folgendem Grund: Edit: Bitte auf die Ausdrucksweise achten.

  • So mache ich das auch oft, ich schaue nach links und rechts, wenn niemand da ist sage ich zum Alkohol "***dich!". Das Gefühl es geschafft zu haben, kenne ich :)

    Ich gehe bewusst auch durch den Gang mit den Spirituosen und spreche in Gedanken gern eine Wodkaflasche direkt an

    Hallo ihr zwei,

    so in der Art ging es mir letztes Jahr auch noch aber es war der falsche Weg, so lauft ihr der Gefahr entgegen. Es ist doch so das der Alkohol wie ein großer böser Hund ist den wir jetzt hinter einen hohen Zaun gesperrt haben. Er kommt nicht mehr an uns ran. Wieso sollten wir jetzt genau vor diesem Zaun rumtanzen, faxen machen und den Hund herausfordern? Denn wir wissen ja alle wer den Kampf gewinnt, vielleicht hat der Zaun 1 paar Meter weiter ein Loch?

    Anstatt unseren Erfolg am einstigen Feind abzuarbeiten sollten wir weiter gehen und ihn in Frieden lassen.

    Gruß R/no

    3 Mal editiert, zuletzt von R/no (1. Januar 2026 um 16:29)

  • Das hast Du schön geschrieben R/no.

    Wenn ich durch den Supermarkt gehe, interessiert mich Alkohol nicht mehr. Genauso wie die Windeln, oder Kosmetik.
    Da gehe ich doch nicht extra hin und schenke ihm auch noch meine Aufmerksamkeit. Damit würde ich nur meine Suchstimme locken.

    So ist das Leben viel entspannter. Der Kampf ist vorbei.

    Versucht Euren Blick auf die Dinge zu richten, die interessant für Euch sind.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo R/no,

    möchte dir noch von Herzen zu deinem 1. Jahr gratulieren. Fürs kommenden Jahr wünsche ich dir ein Quentchen mehr gesunden Egoismus. Nimm dich wichtig, mach klare Ansagen, trau dich - das wollte ich dir beim Lesen immer mal wieder zurufen. Aber ich halte mich raus, denn ich bin EKA. Was ich hier über die Jahre mitbekommen habe ist, daß Kompromisse langfristig nicht immer die beste Wahl sind.

    Mir gefällt, wie intensiv zu den Austausch hier für dich nutzt.

    Viele Grüße, Linde (EKA)

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

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