Beiträge von Angler

    Hallo,


    Sorry ich war aber mit den ganzen Behördengängen beschäftigt und gucke nicht immer rein.

    Der Satz war so zu verstehen, dass meine Erkenntnis erst sehr spät kam.
    Ich habe in den Beratungen und wo ich überall war eins gelernt: abstinent leben.

    Das habe ich auch über einige Jahre gemacht und auf einmal erwischte ich mich wieder und dachte: das kann doch nicht wahr sein.


    Das bei mir Alkohol nie ein Genussmittel war, wusste ich nicht. Ich hab immer geglaubt, ich trinke zu viel und irgendwann ist was kaputt gegangen und deswegen ist das so.

    Erst auf die Frage: Bin ich mit mir glücklich? Kam ein Nein. Der Alkohol hat immer das Innere überdeckt bis die Probleme größer wurden. Und im Rückgang betrachtet waren alle Probleme die ich hatte nur auf eines zurück zu führen: Alkohol. Meine vermeintliche Hilfe in einsamen Phasen war am Ende der wahre Grund, weshalb ich mich selbst verloren habe.


    Das meine ich damit, weshalb ich es heute anders sehe. Er hat mir nur geschadet und ich möchte nicht mehr von etwas bestimmt werden, was mir so viele Probleme bereitet hat.

    Ich habe leider zu spät das Muster durchschaut, als ich mich schon längst verloren habe. Ich habe in meinem selben nie gelernt eine eigene innere Stabilität auf zu bauen. Es war immer nur ein Gerüst was stark von außen abhängig war. Und da kam der Alkohol.
    10 Jahre habe ich jetzt getrunken, mit den 3 Jahren Pause inkl.

    Ich möchte mein Leben jetzt so weiterführen wie vor diesen 10 Jahren.

    Guten Morgen,


    Meine Freunde kennen mich aus Zeiten wo ich nicht getrunken habe und auch aus „Jugendzeiten“ mit Bier. Sie kenne meine Einstellung dazu. Ein Teil sieht es etwas zu streng, wie ich mit mir umgehe. Ich selbst sehe es aber als enorm wichtig an, Weil ich eben kein Genusstribker war sondern missbräuchlich bei Kummer getrunken habe. Und zwar allein. Weder in der Kneipe noch sonst wo.
    Und wenn ich trank wusste ich auch, dass es falsch ist, was ich da mache. Ich habe aber viel zu spät mich an die Ursache gewagt sondern einfach nur gesagt: du hast ein Alkoholproblem. Lass es einfach und alles ist gut.
    Das reicht aber nicht weil man hat ja gesehen, dass nach 3 Jahren etwas kam, was meine komplette Lebenseinstellung zum Einbruch gebracht hat. Und zwar so extrem, dass die Beziehung, die ja ein Auslöser davon war, gescheitert ist.

    Ich habe bis heute die größten Selbstzweifel an mir weiß aber, dass Alkohol kein Mittel dagegen ist und es alles nur verschlimmert. Diese Anspannung kann ma gar nicht in Worte fassen, was in mir ist. Das ist wie eine Art Fluchtinstinkt, ja weg, nicht an einem Ort bleiben. Gesprächen kann ich nicht mehr folgen usw

    Und warum habe ich regelmäßig getrunken? Weil dieses Gefühl durch den Alkohol schlimmer wurde und zeitweise nur durch ihn zum Erliegen kam. Am Ende gar nicht mehr, die Wirkung war weg.


    Ich kenne aber auch ein erfülltes Leben und das war nie mit Bier

    Wenn ich je wieder dahin will, dann geht es nur ohne. Und das weiß ich. Und ich weiß auch warum ich heute hier in dem Forum bin. Diese Klarheit hatte ich leider in meinem Leben nicht. Und dieser Klick und die Betrachtung haben bisher noch kein Verlangen ausgelöst. Die Lehre sitzt zu tief. Ja, Gefühle ändern sich mit den Jahren, das weiß ich. Da hilft mir nur das Bewusstsein. Aber wenn das fehlt, ist es egal ob ein Kasten in der Nähe ist oder im Edeka. Weil der Wille zu trinken auf einmal da ist. Diesen Willen hatte ich nie beim ersten Bier, immer erst danach. Das erste Bier war immer der Teufel mit: eins geht doch, nach so langer Zeit.
    Falscher Gedanke, falscher Moment und ein Jahr später war ich voll drin.

    Das nennt sich Rücksichtnahme, jedoch sehe ich das etwas anders. Wenn jemand mit dem Rauchen aufhört nehmen die anderen auch keine Rücksicht. Und der es gerade aufgegeben hat, was macht der? Alles meiden oder sich bewusst machen, dass die Welt sich wegen ihm nicht ändert.

    Wieso hat mich nie Rotwein im Haus getriggert aber ein Streit sofort sagte: Bier!

    Und es gab kein Bier, also habe ich es aktiv mir besorgt. Weil ich es in dem Moment für die Lösung erachtete. Der Supermarkt war aber Kilometer weit entfernt. Die Flasche Rotwein nur einen Meter. Die blieb aber daheim und verschlossen.


    Und ich weiß auch was passieren kann, wenn ich trinken würde. Im schlimmsten Fall wären die Gefühle weg, der Kasten leer. Und was wäre morgen? Ginge es mir gut oder wäre ich mir im Klaren was es bedeuten würde? Das ich wieder in einem Kreislauf bin und nicht mehr ich selbst wäre?

    Es gab ja mal ein Leben vor dem ganzen Mist und hat einem da was gefehlt? Wahrscheinlich nicht. Und das war ja auch die Frage die ich mir gestellt habe: willst du das ganze so wie es ist oder wieder ein Mensch werden wie er mal war? Das geht nur ohne das Zeug, egal ob es vorhanden ist oder nicht. Ich war ganz unten mit all den Gefühle und nicht einmal wo ich sagen konnte: das ist toll, das will ich immer so. Und trotzdem hat man es immer und immer wieder gemacht, weil es ein erlerntes Verhalten war. Es gab keinen Plan B was genauso schnell das Hirn lahmgelegt hat, sofort eine Veränderung innerhalb von Sekunden brachte. Und das zu eine verdammt hohen Preis. Da möchte ich nie wieder hin und von daher gibt es für mich nicht den noch so kleinsten Anreiz, und wenn ich im Getränkemarkt leben würde.


    Wie gesagt ich weiß nicht was in der Zukunft ist.

    Ich will niemanden auf den Schlips treten!

    Kann aber niemanden zum Umzug herbestellen und sagen: ich trinke nicht, also ihr auch nicht.
    Kann es nur so wiedergeben wie es ist:

    Der Alkohol hat auf mich eine Wirkung wie Gift. Ich bringe mit ihm die schlimmste Zeit in meinem Leben in Verbindung. Selbst gerade jetzt geht es mir gar nicht gut aber ich würde im Leben nicht auf die Idee kommen, in die Garage zu gehe und was zu trinken.

    Es soll auch nicht überheblich klingen aber man könnte es mir nicht mal reinzwingen. Denke ich an Bier kommen die letzten Bilder in meiner alten Wohnung hoch, wie ich da saß und was danach passiert ist. Die Träume nachts wie ich am Wald saß mit dem Bier sind immer wieder gleich. Jedesmal wache ich davon auf und die Realität ist vor Augen.


    Ja, mir ist bewusst, dass es kippen kann, wenn es mir irgendwann wieder besser gehen sollte.

    Ich kann allerdings nur Hoffen, dass es nicht so kommt. Weil wenn es kommt, dann nicht weil der Kasten in der Garage steht, sondern weil ich es bewusst für mich einkaufe.


    Ich sehe heute die Dinge anders als früher. Das Bier hat auch den letzten Funken Charm verloren, den es vielleicht noch hatte. Die kurzfristige Entspannung brachte Elend und Verderben, was ich nicht mehr ändern kann. Und das möchte ich nie wieder erleben.

    Es ist aktuelle meine einzige Stabilität die ich habe: keinen Alkohol! Nicht einen einzigen Tag.

    Die neue Wohnung ist bezogen und nächste Woche habe ich wieder Therapiestunden.

    Es fühlt sich alles so unecht an, Ich sehe zwar meine Sachen aber alles ist fremd. Obwohl bereits 5 Monate vergangen lebe ich noch in einer anderen Welt. Weder der Auszug damals noch jetzt der Umzug sind real. Alles ist verschwommen, fühlt sich neutral an. Ich funktioniere nur.


    Es sind auch bald dann die 5 Monate, wo ich keinen Alkohol mehr getrunken habe. Jedesmal wenn ich dran denke kommt eine Wut und Trauer in mir hoch. Vorallem sind die Gefühle die selben wie damals, als ich dachte es muss jetzt ein Bier sein. Nur heute tut sich gar nichts. Meinen Umzugshelfen hatte ich einen Kasten in die Garage gestellt, der ist noch halb voll. Jedesmal wenn ich davor stehe könnte ich heulen, wenn ich sehe was dieses Zeug angerichtet hat. Er stört mich nicht im Sinne: das darf nicht hier her, er weckt in mir einfach nur tiefste Verachtung.

    Mein gesamter Tag fühlt sich wie auf Alkohol an. Alles nebelig, langsam, nicht greifbar. Höre ab und an Podcasts - edit, bitte keine Namen, danke - und spreche viel über das Thema und das Scheitern der Beziehung. Jedoch drehe ich mich immer im Kreis aus Selbsthass, Scham, Unverständnis und nicht die Akzeptanz von allem.

    Vor Jahren hatte ich mich für ein bewusstes Leben ohne Alkohol entschieden, bin wegen innerer Unruhe und fehlender Stabilität gefallen. Heute lebe ich das ganze mit Ekel und Hass. Nicht einen Tag bisher habe ich mir sagen können: du trinkst seit Monaten nichts mehr ohne dran zu denken, sei froh und genieß dein Leben ohne diesen Zwang. Geht nicht.. kommt nicht an. Für mich ist es einfach die Konsequenz und die Selbstverständlichkeit keinen Alkohol mehr zu wollen, als wenn es das einfachste und natürlichste auf der Welt sei.

    Schade, dass manchen einfach zu spät im Leben kommt

    Das es so ist, das ist das Bewusstsein und nicht Ausblenden so nach dem Motto: erledigt, jetzt ist alles gut.

    Aber die Gedanken daran sind nicht vorhanden.

    Wenn ich mich nicht aktiv damit beschäftige, dann taucht es im Tag nicht mehr auf, zu keinem Zeitpunkt. Keine Gedanken, keine Warnung, kein „du hast ein Problem, pass auf“.

    Deswegen sag ich ja, es ist nicht greifbar, weil ich keine Anziehung verspüre, keine Gelüste oder Verlangen. Wenn ich mich damit aktiv beschäftige ist es nur tiefste Verachtung durch Erfahrungen, vom Bauch her Ablehnung bei dem Bewusstsein wie es schmeckt und wirkt.


    Alkohol hat mir in meinem Leben sehr viel genommen, jedesmal wusste ich es, das ist nicht gut. Ich habe mich aber nie drauf eingelassen warum es so ist und immer: das erste Glas stehen lassen! Gelebt. Das brachte aber auch nach Jahren immer wieder Rückfälle. Erst mit der „Erklärung“ warum sehe ich es anders. Nicht mehr als Abstinent weil ich damit nicht umgehen kann, sondern mit dem Wissen warum ich es gemacht habe.

    Jetzt sind die gleichen Situationen und es kommt nicht mehr das Gefühl: jetzt brauche ich ein Bier.

    Aber es ist auch eine neue Gewohnheit, sich diesen Gefühlen zu stellen und nicht wegzurennen. Das fühlt sich sehr ungewohnt an, wie etwas was ich lange nicht mehr hatte.

    Nein, der Kopf denkt gar nicht mehr dran. Das ist wie Reset. Im gesamten Tagesablauf kommt Bier nicht mehr in den Gedanken vor. Ich nehme es beim einkaufen nicht wahr, nicht auf Feiern, nicht mal jetzt beim Firmenessen, als sich ein Kunde ein Bier bestellt hat. Ich habe es nicht mal mitbekommen. Sah es dann auf der Rechnung erst.

    Die Auseinandersetzung habe ich lediglich abends im Bett mit der Verarbeitung meiner Trennung und weiterhin Schuldgefühle.

    Es hat sich aber etwas gewandelt. Anfangs hatte ich noch sowas wie eine Gefühlseklärung: Innere Spannungen und Ungleichgewicht. Mittlerweile sehe ich zu dem damaligen Zeitpunkt einen anderen Menschen weil ich Alkohol gar nicht greifen kann. Es ist etwas unvorstellbares und gar nicht glaubhaft, dass ich das war. Das fühlt sich so unglaublich absurd an. Ich weiß, dass es so war, ich habe aber keinen Bezug mehr dazu

    Hallo,


    Es vergehen wieder Wochen zu Wochen.

    Wie ist das bei euch gewesen? Ich habe gedacht es kommt sowas wie ein Freiheitsgefühl, ein Aufatmen die Dunstglocke verlassen zu haben.

    Das habe ich gar nicht. Die Tage sind völlig normal, ohne irgendwelche Veränderungen.

    Es fühlt sich eigentlich normal an, wie ich es sonst auch kannte. Bisher habe ich noch nicht einen Moment Verlangen gehabt oder wollte etwas trinken. Es ist als wenn es nie vorhanden gewesen ist, etwas völlig uninteressantes.

    In vielen Momenten sticht es mir ins Auge, aber eher als Abstoßendes Element. Wir hatten gestern annageln und habe mich mit Aleuten unterhalten. Irgendwann hab ich die Fahne gerochen und das Bier in der Hand gesehen. Nicht mal bewusst aber ich hab eher dran gedacht, weil es mittags war.

    Auf dem Heimweg, grundsätzlich habe ich im Auto Tagträume, dachte ich so an mein letztes Jahr zurück, an die Etappen mit Alkohol. Es kam ein Würgreiz. Ein Moment voller Ungläubigkeit, alswenn das ein anderer Mensch war aber nicht ich. Wie ein krasser Traum aus dem man aufgewacht ist.

    Ich musste kurz anhalten und am Wald durchatmen. Nein, die Freiheit habe ich nicht gespürt. Es war die Normalität.
    Die Momente wo ich mich mit der Vergangenheit beschäftige, was das Thema betrifft werden weniger, ich vergesse es meistens.


    Zum Ende dieser Woche Zier ich in, in eine Gegend wo ich niemanden kenne, noch nie gelebt habe und weit weg von meinem alten Leben der letzten 40 Jahre bin. Ich hoffe sehr, dass ich dieses Gedankenlaster loswerde.
    Komme mir gerade vor wie Mitte 20, als Alkohol in meinem Leben nie eine Roll spielte.


    Ich möchte nie wieder auch nur einen Schluck trinken und das nochmal erleben, was mir passiert ist

    Es geht darum nicht wieso du trinkst, sondern wie du nicht trinkst. Weil Alkoholismus nicht heilbar ist.

    Das ist nicht: der Job ist stressig, mach was anderes und dann kannst du wieder normal trinken oder alles ist wieder gut.


    Es gibt gewisse Auslöser, die auf einmal Verlangen oder Rückfälle begünstigen.

    Das muss nicht nur das Bier im Regal sein, also was sehr offensichtliches. Das kann auch was ganz banales sein wie Verlustangst, Einsamkeit o.ä. Es geht um das eigene Innere, sich mit sich selber beschäftigen. Und da kommt manchmal viel raus, was man so nie wahrgenommen hat.
    Wie gesagt es muss nicht so sein. Die wenigstens Alkoholiker hatten eine schwere Kindheit, arbeitslos oder haben Depressionen. Es gibt nicht den einen Grund oder den einen Moment.

    Es geht um eben das Nicht mehr trinken und das auch wollen. Nicht weil man „krank“ ist oder nicht darf, sondern wirklich es nicht mehr braucht. Und da können solche seelischen Trigger manchmal sein.

    Ein Klassiker, gerade bei Männern, ist Schüchterheit und das Gefühl andere Männer sind besser oder toller. So half das Glas in der Disco locker zu werden oder mit Frauen in Kontakt zu kommen. Jahre später ist sowas im Job und beim Vortrag hilft vorher der Kurze. Und so kann sich ein Kreis schließen. Der Kern ist also ein nicht-stabiles Selbstbewusstsein. Und das kann man psychologisch erlernen ohne Alkohol zu brauchen.


    Das ist jetzt ein einfaches Beispiel aber ich hoffe so in etwa verstehst du, was ich meine. Manchmal sind Dinge verborgen und man weiß nicht, wieso man auf einmal eine Drink will.

    So ähnlich wie du das beschreibst, kenne ich das auch.
    In einem Umfeld fällt es nicht auf, weil andere sogar noch heftiger sind. Der Arzt meinte dann wegen den Leberwerten auch mal, dass ist über dem Maß, das solle man stoppen oder sich Hilfe suchen.
    Hat zwar Angst gemacht aber so richtig kam es nicht an, Man wollte ja nicht drauf verzichten. Bei mir war es das klassische Bier. Kein Schnaps oder Wein, das mochte ich nie. Aber beim grillen ne Cola? Mit Anfang 30? Undenkbar


    Irgendwann hörte ich von jetzt auf gleich auf, ohne mir Gedanken zu machen. Erst Woche und Monate, dann ein Jahr. War halt abgestempelt unter der Rubrick Jugend, jetzt bist du erwachsen.


    Es war dann für einfach völlig normal gar nichts oder wenn mal alkholfrei zu trinken. Aber immer klar im Kopf bleiben.


    Und vor etwa 1,5 Jahren kam dann alles zurück. Diesmal aber nicht wegen dem grillen oder so, sondern ein absoluter Missbrauch wegen Gefühlen. Ich erkannte mich selber nicht mehr aber es war wie eine Medizin, die ich brauchte. Natürlich wurde es schlimmer.


    Ab da ging ich zur Suchtberatung und hab offen mit denen gesprochen.

    Man muss an dieser Stelle auch anmerken, dass der Fokus dieser Beratungen auf der Abstinenz und nicht auf den Ursachen liegt. Das machen so nachgeschaltete Organe wie Psychologe usw.

    Mir musste keiner erzählen was Alkohol macht, wirkt und was passiert.

    Ich wollte ja auch nicht trinken. Es war ein absolutes Sträuben dagegen.

    Der Psychologe hat dann erstmal das Innere rausgeholt und da kam es auf den Tisch. Ich will damit nicht sagen, dass es bei jedem so ist oder man das pauschal sagen kann, manchmal gibt es aber einen Grund, gerade wenn es ein Missbrauch ist und nicht nur das Maß nicht halten. Ich hab auf Feiern später auch nie mitgetrunken, nur in Phasen für mich allein.


    Der Wille und Wunsch keinen Alkohol zu wollen und Vorallem zu brauchen, die Ursache und ein bewusster Umgang mit sich selbst haben mich erst da wieder rausgeholt.

    Ich musste ewig auf einen Termin warten und denke oft, wenn man das früher bekommen hätte, wäre einem viel erspart geblieben.

    Die klassische Medizin kennt nur Entgiftung, Entwöhnung, Therapie und Umgang.


    In keiner der genannten Form kommen die inneren Gefühle bzw Muster vor, die sich im Leben in vielen Bereichen eingeschlichen haben.

    Ich möchte anmerken, dass man nicht von einer (vollständigen) Heilung sprechen wird und einfach weiter macht, sondern für sich selber sein Lebensmuster erkennt. Das hilft enorm, wenn man sich diesem stellt weil es die Wahrheit ist. Und die ist anders als man es sich selber einredet.

    Aber damit fährt man bewusster und Vorallem, so geht es mir, ist das Gefühl wieder da: es kann alles passieren aber Alkohol hat keinen Platz mehr. Es geht einem in Fleisch und Blut über, dass man nicht trinken würde, weil es absolut gar nichts verändert. Es ist völlig egal.

    Daher: wozu dann?

    Ich habe eins gelernt: es gibt Menschen die trinken und können es dann lassen und es gibt welche, da verändert sich etwas.

    Das kann eine Erfshrung sein, eine Situarion, ein Gefühl. Und das speichert der Kopf ab und dann dockt irgendwann Alkohol da jedesmal an. Das ist von der Gehirnchemie bis heute nicht richtig erforscht um so erschreckender ist aber eigentlich, wie leichtsinnig wir Menschen mit einer so hochgefährlichen Droge umgehen und diese in unser Leben wie ein Familienmitglied integriert haben. Und da ist es egal ob psychische Abhängigkeit. Emotionaler Missbrauch und was es alles gibt… den Weg da raus schafft man nur für sich allein. Egal wie viel Hilfe man bekommt.

    Ich wünsche dir nur, dass du an den richtigen gerätst und für dich das Glück findest, auch wenn du wieder „darfst“ oder könntest, es gar nicht mehr zu wollen.


    Mit ganz viel Glück hast du nur Lehrgeld bezahlt.

    Danke. Es gibt kaum noch Tage, andere ich so bewusst mir das vorhole. Ist zu lange schon her. Die Tage sind für mich alle normal geworden, ein Trott. Seitdem ich gelernt habe auf meine Gefühle zu achten und damit auch umzugehen, ist weiterhin immer noch kein Verlangen da. Also dieses „aaaaeg, ich brauch erst mal ein Bier-Gefühl“

    Ich halte es echt einfach aus, es passiert ja nichts. Schon komisch, dass man früher immer dann, kurz bevor es eh vorbei ist, nicht mehr konnte, oder was „wollte“. Also sich förmlich dazu zwang, es doch zu machen obwohl gar keine Lust da war.

    Mit dem Drang der Gefühle ist gemeint, dass bei einem bestimmten Bauchgefühl es so heftig war, eine innere Unruhe, dass ich was getrunken habe.

    Ich musste raus aus der Situation um eine Erleichterung zu bekommen. Das waren heftige Streits, unausgesprochen und allen gelassen sein.


    Diese Gefühle kommen jetzt auch, es fühlt sich genauso an, Aber ich habe kein Verlangen nach Bier. Daher ist das Filtern nicht möglich. Es knallt auf mich ein und ich bekomme es nicht weg. Am liebsten würde ich ganz weit wegrennen und die Gedanken da lassen.

    Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich eine jungen Mann der sehr müde aussieht. Nein, ich kann mir nicht verzeihen, nicht Vergessen. Egal ob es nun ein 1/4 Jahr ist oder ein ganzes Jahr. Dieser aktuelle Zustand ist ja mein Normalzustand, nicht das andere, wie ich mich gegeben habe. Und das es so war, das ist eben etwas was mich trifft, egal warum und ob es eine Krankheit ist. Ich hab mich selbst enttäuscht.
    Und wenn ich in die Augen sehe kommt alles, aber nicht Bier. Nicht bei dieser Person.

    Ich fechte seit Monaten was mit mir aus, aber nicht was die Abstinenz betrifft. Für mich war beim letzten Schluck klar, dass dieses Kapitel keine Zukunft mehr hat. Seitdem kann ich es nicht mehr nachvollziehen, was da alles mit mir passiert ist, dass es dazu kam. Der Kopf ist einfach Matsche. Es ist auch so, dass die Nerven unter Dauerbelastung sind, da ist gar keine „Freude“ da, dass es so gut läuft. Wie gesagt, es ist für mich nichts besonderes mehr, wieder zurück zu mir zu kommen. Wahrscheinlich belastet mich das deswegen so sehr.

    Moin. Heute in drei Wochen lebe ich endlich in meiner eigenen Wohnung. Es ist Wahnsinn, wie die Zeit rennt. Gedanklich bin ich noch im Januar. Es ist unwirklich, ich habe viele Gefühle verloren.

    Meine Trauerbewältigung hält noch an. Manche Tage überstehe ich, an einigen ist es ganz heftig.

    Die vorrübergende Unterbringung bei meinen Eltern ist heftig. Wir stoßen mittlerweile an Grenzen, die nicht mehr einfach so sind.

    Oft rast mein Herz, dann meine Probleme, Job, mein Kind auch noch dabei. Die Nerven sind einfach fertig. Das ist eine Höchstbelastung.
    Ablenkung funktioniert kaum, ich habe nach kurzer Zeit keine Lust mehr, verfangenmixh in Gedanke und Schuld mit Scham, mit Ängsten und emotionaler Leere.

    Es kommt immer häufiger vor, dass ich diese Enge spüre, wie ein Druck der mir die Kehle zuschnürt. Ich kenne dieses Gefühl mehr als gut. Das ist das Gefühl raus zu müssen, an den Waldrand und Bier trinken, bis das Leben wieder schön ist.

    Die Gefühle sind alle ungefiltert, was nicht da ist, ist der Drang auf Bier.

    Mein Kumpel hat am Freitag zum Eishockey mitgenommen. Da waren wir früher immer. Sowohl mit Bier als auch ohne. War lieb gemeint, bisschen Ablenkung. Aber der Kopf will einfach ich Freude empfinden. Neben mir der hat einfach nur nach Bier gestunken. Ich konnte den Geruch bei anderen noch nie ab. Ich weiß, was meine Ex ertragen musste und noch lächerlicher, alsob ein Fisherman dagegen hilft. Das hat mich noch mehr getroffen. Diese Scham und die Erkenntnis, was ich gemacht habe.

    Der Blick in den Spiegel zeigt mir, dass ich gesundheitlich auf dem richtigen Weg bin, ich erkenne mich nicht mehr wieder. Auch der Blutdruck dürfte wieder normal sein, die roten Wangen bei Stress und Anstrengung treten nicht mehr auf. Langsam bekommt es mehr Struktur, liegt aber auch am Sport.

    Die Therapie tut gut, aber ich finde es auch sehr kräftezehrend. Man kommt sich wie ein kranker Psycho mit ganz vielen Problemen vor, während alle um einen rum locker drauf sind.

    Eigentlich bin ich auf einem guten Weg. Ich trinke nicht weil es normal ist und ich gar keine Grund empfinde es zu ändern. Ich reflektiere mich und finde hoffentlich irgendwann zu mir. Ich mache Sport und baue mir eigene feste Strukturen auf, die unabhängig von Personen sind.

    Alles soweit gut und normal.

    Nur immer wieder kommen diese Panikattacke hoch: wenn du nicht getrunken hättest, dann wäre alles gut gegangen, dann wärst du nicht da, wo du bist.

    Meine Psychologin sehe ich manchmal als kritisch an. Vor meiner Beziehung war ich stabil, ausgeglichen und nüchtern. Weder anfällig noch sonstwas

    Und trotzdem kippte etwas in mir, was zu all dem geführt hat. Sie argumentiert, dass das Problem nicht der Alkohol war, sondern Beziehungsstrulturen. Ich hätte auch was anderes machen können, die Probleme waren da. Bier war ein erlerntes Heilmittel dagegen. Weil ich ab der Trennung es nicht mehr ändern konnte, war diese Art von Lösung keine Option mehr, dadurch war das Verlangen weg, weil es nichts mehr brachte.

    Jetzt kommt stundenlanges mit Selbstliebe, innere Stabilität, Grenzen usw

    Aber es ergibt für mich keine richtige Lösung, weil normale instabile Menschen ja auch nicht immer zum Alkohol greifen

    Mir ist schon klar, dass es weit verbreitet ist, dass es zur Bewältigung von Problemen genutzt wird. Mir macht es eher Sorgen, mit welcher „Logik“ ich nach Jahren danach es wieder genommen habe um es dann wieder abzustellen, als für mich alles kaputt war.

    Und bis heute finde ich nicht zu mir und meinem Seelenfrieden und habe ehrlich gesagt Angst, dass es wieder Jahre gut geht und irgendwann es wieder kippt. Also was aktuell für mich unvorstellbar ist, aufeinmal wieder da ist, weil ich keine Ausweg aus meinen Gefühlen finde.

    Seitdem ich nichts mehr trinke, kann ich nicht mehr weinen. Das Bier war oft mein Mittel um für mich im ruhigen am Wald richtig loszu heulen, den ganzen Druck abzulassen. Ich kenne danach das Gefühl auch, wenn wie ein großer Klotz weg ist. Aufgestauter Balast. Und trotz Therapie, Reden, Sport empfinde ich trotzdem eine seelische Unzufriedenheit.

    Hallo,


    so in etwa finde ich mich in deiner Geschichte wieder, weil ich selbst seit 4 Monaten da durchgehe.

    Man könnte jetzt sagen, lernen durch Schmerzen aber eines ist leider wahr: es gibt selten Wege zurück und noch weniger sind sie erfolgreich, wenn man es für andere macht, als für sich. Weil dann wird der ganze "Erfolg" immer von außen sein.

    Meiner Ex war es am Ende auch zu viel, nicht mehr tragbar. Ich war vorher öfters zur Beratung und sie sah mein Bemühen. Da war immer Hoffnung.

    Den Schlüssel habe ich jedoch erst mit psychologische Unterstützung gefunden. Und ja, ich gehe seit der Trennung durch die Hölle mit den größten innerlichen Konflikten die man sich vorstellen kann. Da waren die Momente des Trinkens ein Witz gegen, um diese Gefühle zu überdecken. Das krasse jedoch ist, dass ich gemerkt habe, dass mir der Alkohol nicht dabei hilft. Das eine innere Stabilität ihn um Welten schlagen kann. Das ermöglicht es mir auch in dieser kurzen Zeit von nur wenigen Monaten ohne Rückfall, Verlangen und "jetzt ist eh egal" damit umzugehen.

    Die Suchtberatung hilft bei der Abstinenz, die Nachsorge mit dem Umgang im Alltag und Lebensphasen.

    Die Psychologin nach dem Warum. Ich weiß, dass wird hier zum Teil kritisch gesehen, mir hat aber erst diese Person die Augen geöffnet und den Blick dahin verschoben, wo ICH mein inneres Gleichgewicht verloren habe. Und erst als ich das erkannt habe.. es war nicht sofort gerade gerückt.. war diese riesen Wolke auf einmal ganz klein. Was das aber ist, ist von Person zu Person unterschiedlich. Mir hat es jedenfalls geholfen.


    Wie sich das auf das restliche Leben auswirkt, sag ich dir kurz vor meinem Tod ;) entscheidend, und das ist das einzige was für MICH zählt, dass jeder Tag seitdem erfolgreich war. Nicht ein einziges Mal kam die Versuchung.

    Und ja, ich denke auch immer dran: wenn sie mich jetzt sehen könnte, mein wahres Ich, wie wir uns kennenlernten, dann sieht sie mich wieder anders. Alkohol hinteerlässt jedoch Spuren und wenn es einmal zu spät ist, dann wird das Vertrauen für immer kaputt sein. Es kann 1 Jahr gut gehen, 2 oder 10 aber der Druck wird auf beiden Seiten immer indirekt da sein. Der Vertrauensbruch wiegt schwerer als das Trinken an sich selbst.


    Ich wünsche dir jetzt aber erstmal ganz viel Kraft und auch wenn es nicht sofort ankommt:

    Du kommst nackig allein auf die Welt, du geht's auch allein wieder. Was dazwischen ist, kannst du entscheiden. Manches mehr und manches weniger. Aber lerne dich zu schätzen und wenigstens ein bisschen mehr zu lieben als einen anderen Menschen. Lass dir dein Leben nicht wegen einer Substanz kaputt machen. Du hast jeden Tag die unglaubliche Chance es zu ändern. Nicht nur heute oder morgen, jeden Tag in deinem Leben! Und das kannst nur allein du bestimmen. Das ist eine unglaubliche Macht, die dir keiner nehmen kann.

    Ich habe in Gesellschaft nie getrunken und wenn immer nur ein oder zwei Bier, weil ich nachts noch heimgefahren bin.


    Mein Alkoholkonsum war stets allein, stets ungeplant. Ein Tag der gut war konnte durch Streit, Druck, innere Leere kippen. Dann wollte ich für mich allein sein, ging weg und habe in Ruhe getrunken um mich runterzufahren. Es war stets ein erlerntes Mittel was schnell wirkte und den Puls senkte.

    In Gesellschaft waren diese Spannungen nicht da.

    Auch nicht wenn ich heim ging, dass ich dann alles "nachholte" weil ich ja den Schein wahren wollte. Ne, ich wollte wirklich kein Bier trinken.

    Und das war ja auch nicht jeden Tag. Das waren immer so Spitzenzeiten.

    Die therapeutin meinte ja, ich hätte noch Jahre zur Beratung gehen können. Das Ziel ist dort eine Abstinenz zu erreichen, da geht es nicht um das Warum.

    Das kam alles erst später und auf die Frage: " wenn sie in dem Augenblick nicht getrunken hätten, was wäre anders gewesen? Was hätten Sie verändert? Genau, nichts. Weil es nicht in Ihrer Hand lag. Sie konnten nichts damit bewirken."

    Das hat mir viel gesagt, dass ich gar kein Hilfsmittel haben muss, weil es ja eh nichts ändert, außer nur neue Probleme schafft. Eigenschutz und innere Stabilität waren nicht vorhanden. Das lerne ich alles Schritt für Schritt aufzubauen.

    Von daher ist mir bei Bekannten, Freunde usw. echt egal, ob die was trinken, da ich ganz anders an die Dinge herangehen muss. Und das sind Prozesse die sehr langwierig sind aber der einzige Weg für ein stabiles Leben aus dem Innen heraus. Dass ich mich auf mich verlassen kann, unabhängig was um mich herum geschieht

    Ich habe mein Leben lang nie beigebracht bekommen mit negativen Gefühlen umzugehen..mit Druck, mit Enttäuschungen, mit falscher Hoffnung und mit Langerweile. vorallem aber wurde mir immer Verantwortung abgenommen. Mit dem Start ins Erwachsenwerden, mit Partnerschaften kamen aber all diese Sachen. Ein Aushalten, einen Umgang auch wenn es Konsequenzen hat wurde immer umgangen. Wurde es innerlich so angespannt: Bier zur Beruhigung.

    Das waren erlernte Muster.

    Fehler bei sich suchen? Ganz schwierig. Die anderen haben ja auch... Also verdrängen und beim nächsten Mal wird es anders.

    Lief es gut, brauchte ich die Muster ja nicht abrufen.

    Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mal den Finger in die eigene Wunde gesteckt bekommen. Und das tut weh. Das tut richtig weh. Vorallem was die Wahrheit betrifft. Und wieso? Weil damit ich die Möglichkeiten habe es anders zu machen. Nicht richtig oder falsch sondern eine eigene Stabilität aufbauen die von innen kommt. Nicht von außen, wie es immer bei mir war. Und wenn das Außen wegbricht oder wackelt, schwanke ich noch mehr.

    Täglich hinterfrage ich mich, analysiere mich und mein Verhalten. Ja es ist mehr als schmerzhaft sich eigene Fehler einzugestehen, für die man selber verantwortlich ist. Und jedesmal stelle ich fest, dass ich dazu aber keinen Alkohol brauche. Nicht weil ich dran denke, sondern weil ich nicht dran denke.

    Die Probleme sind weder ertragbarer, was in der Vergangenheit war, noch bietet es mir eine Zukunft. Natürlich spreche ich aus meiner heutigen Sicht, mit meinen jetzigen Gefühlen. Und die werfen auf das Thema einen ganz großen Schatten, den ich Stand heute absolut nicht mehr greifen kann. Es kommt kein Bedürfnis des nebligen Daseins mehr hoch. Kein Gefühl vor etwas zu fliehen, nur für den Augenblick.

    Noch nie war ich so nah bei mir und trotzdem so weit weg, wer ich eigentlich bin.

    Hallo, ich melde mich mal wieder. Aktuell läuft mein Leben so vor sich hin.

    Gesundheitlich ist es gut, innerlich sehr angespannt. Das reden tut zwar gut, aber ich habe das Gefühl, ich drehe mich im Kreis und komme aus dem Dunklen nicht raus.

    Mit der Therapie geht es ganz ok. Das Thema Alkohol, weshalb ich hin ging, ist Recht wenig geworden.

    Seit dem letzten Bier sind es bald 100 Tage. Es kommt mir aber nicht so vor. Es ist eher so, alswenn es nie existiert hätte. Ich war jetzt viel bei Freunden und zum Grillen, wo die mächtig Bechern. Gedanklich bin ich oft woanders. Beim abräumen und auflesen der Kronkorken denke ich eher mal bewusst dran, dass es ja Bier war. Und das alles klebt.

    Gibt es sowas, dass durch "Schockmomente" ein früheres Verlangen oder eine Abhängigkeit sich umkehrt?

    Ich meine jetzt nicht durch bewussten Verzicht oder so, dass man weiß was es bewirkt, sondern sowas wie einen kompletten Reset und Ablehnung? Ich rede nicht von wieder normal trinken oder probieren, nein. Sondern dass das Verlangen oder die Gedanken völlig absurd vorkommen? Also vergleichbar mit: da liegt ne Nadel und Heroin aber man käme nie auf die Idee das zu machen.

    Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Also alswenn man nie getrunken hat und es auch nie machen will und würde.


    So in etwa fühle ich mich und kann daher heute mein Verlangen oder wie man das beschreibt nicht zuordnen. Alswenn ich ein fremder Mensch gewesen wäre.

    Vielen Dank! Es ist schon krass, wenn man so tief in sein inneres geht und alles rausholt. Ich muss auch sagen, es tut weh. Nicht wegen Erfahrungen sondern darin, dass man eigene "Fehler" und Verhaltensweise analysiert.

    Letztendlich ist es aber alles, was man selbst in der Hand hat. Ich fange an Dinge ganz anders zu betrachten, von außen mal auf mich.

    Auch was den Alkohol betrifft, der immer wieder vorkommt. Man nimmt ihm richtig sie Macht wenn man erkennt, dass all das in einem steckt, was man versucht hat damit rauszuholen.

    Es ist eigentlich schade, dass ich erst 40 Jahre alt werden musste um meine wahren Probleme zu erkennen. Da hätte ich noch 5 Selbsthilfegruppen und Rehas besuchen können, wäre immer in das gleiche Muster gerutscht.


    LG

    Vielen Dank für die ganzen Antworten. Ich mache hier jetzt erstmal Pause. Es belastet mich tatsächlich sehr stark. Ich hatte so ein wenig gehofft: das ist der Hebel, das musst du machen, dann ist alles gut.


    Nach meinen therapeutischen Sitzungen heute Morgen ist das Problem nicht eins, sondern viel tief Sitzendere.

    Da bin ich hier etwas falsch, das wird keinen Erfolg bringen, weil das Pferd von hinten auf gezäumt wird. Ich will auch keinem damit die Energie rauben.


    Es sind seit Jahren depressive Gedanken, innere Rastlosigkeit und Unzufriedenheit. Funktionieren ohne Lebensfreude.

    Deswegen klammer ich mich an Beziehungen, weil sie kurzfristig diese Leere füllen. An Aktivitäten, die aber keine Freude bereiten. Kommt die Routine rein, verschwindet wieder die Befriedigung und es entsteht Leere. Obwohl alles gut ist. Wenn dazu aber auch noch Probleme kommen, dann wird es richtig kritisch. Und dieses Muster kommt immer vor, und immer dann mit Alkohol gedämpft, dass das Gefühl wieder kommt.. diese Anspannung und seelische Leere verschwindet.

    Aus diesem Grund gibt es Phasen inden ich kein Verlangen habe oder auch nicht dran denke, weil ich Befriedigt bin. Ich suche stets aber das Glück, Freude im Außen, weil ich von innen nicht aufbauen kann. Das ist jedoch schon seit meiner Kindheit so, nicht erst seit den letzten Jahren.

    Es ist jedoch auch entscheidend, dass ich für mein Leben Alkohol umgehen sollte, weil der das ganze verstärkt. Genauso ist es, dass ich kein Online Shopping machen sollte, wenn es mir nicht gut geht, um Glücksgefühle zu bekommen, die nur kurzfristig wirken. Deswegen helfen die Antidepressiva auch nicht, weil sie das Innere nicht heilen können. Ich falle immer wieder in das alte Muster zurück.

    Obwohl ich jetzt nicht trinken, sehr gut finanziell aufgestellt bin, gute Freunde habe, eine neue Lebensperspektive ist es in mir so, alswenn ich bald sterbe.

    Die Reise wird jetzt über eine Langzeittherapeuthische Maßnahme gehen.


    Der Ort hier ist jedoch nicht die richtige Anlaufstelle. Deswegen kann ich mich nur für die Unterstützung von allen bedanken, melde mich vielleicht mal, wenn mir danach ist... Aber ich muss den Fokus jetzt auf mein inneres richten, weg von dem Gedanken, es ist nur der Alkohol und dann wird alles wieder gut.