Beiträge von Angler

    Ich bin so ein Typ, der muss mit alten Dingen abschließen. Und zwar richtig. Wenn ich hier angemeldet bin, dann schreibe ich wieder irgendwann rein, weil das Denken noch da ist: du musst denen was mitteilen.

    Wenn ich aber weiß, mein Account ist aufgelöst, dann kommen die Gedanken nicht.

    Danke für dein Verständnis! Gerade habe ich eine wahnsinnige Erleichterung und ein Lächeln im Gesicht.

    Merke richtig, wie mir die Last genommen wird.

    Nachdem ich das alles durchgemacht habe habe ich jede Möglichkeit ergriffen die ich bekommen habe:


    Suchtberatung, Therapie, Forum, Menschen.

    Ein halbes Jahr später merke ich aber, dass ich für meine Zukunft im Bezug auf Alkohol nichts groß verändern kann. Ich habe kein Verlangen, keine Probleme oder Schwierigkeiten. Ich muss mir halt immer klar sein, lass das erste Bier stehen und damit kann ich gut leben.

    je mehr ich mich in dem Kreis dreh um so größer sehe ich die Gefahr, alles totgedacht und geredet zu haben und am Ende gar keinen Abstand mehr zum Alkohol zu haben und auf einmal wieder trinke. Ist zwar aktuell unvorstellbar aber ich schließe nie was aus.


    Von daher sag ich jetzt einfach ganz lieb: Vielen Dank für alles und jedem hier alles Gute. Habe viel mitgenommen aber mein persönlicher Weg hier ist zu Ende :)

    Ich verstehe so langsam die Struktur des Forums.

    Für mich ist es manchmal gut, einfach seine Gedanken/ Gefühle raus zu lassen. Ich stelle aber auch fest, dass es mich manchmal mehr belastet und ich mich rechtfertigen muss, wie ich mit allem umgehe.

    Wenn ich zum Beispiel wieder mal einen Monat "gut überstanden" habe und das Normalität für mich ist, hier so meine Gedanken reinschreibe, die Antworten lese, dann beschäftige ich mich tagelang damit und versuche mich rechtzufertigen.

    Ich sag das jetzt mal ganz offen: das belastet mich eher mehr, als es mir unterm Strich was bringt. Wenn ich nichts hier verfasse, es keine Antworten auf meinen Feed gibt, dann bin ich total ruhig und gehe mit dem Thema ganz anders um.

    Da mein Problem (in meinen Augen) nicht die Abstinenz zu wahren ist, sondern eher mit der Vergangenheit aufzuräumen, habe ich oft das Gefühl, das ist hier nicht der richtige Ort.

    Ich will nicht sagen, dass ich stolz über meine "Leistung" bin was ich mache, es ist für mich wieder die Normalität geworden. Ich aber langsam merke, dass ich mich von dem Thema lösen möchte.

    Das was ich jeden Tag mache, in mich investiere und an mir festhalte gibt mir so viel Kraft und Stärke, dass die ganze Alkoholthematik eher ein Rückschritt ist und mich wieder runterzieht.

    Das ist nicht gegen euch als Personen bezogen, aber ich stelle mehr und mehr fest, dass das hier nicht mein Rettungsanker ist, den ich für MICH brauche.

    ich sag das jetzt mal ganz frei aus dem Bauch: das Leben draußen, alles was ich erlebe gibt mir so viel Kraft und Stabilität, dass ich die Gedanken an Alkoholdinge vergesse, mal wieder Freude habe.

    Hier habe ich immer das Gefühl, ich hab in meinem Leben ein Stempel "Alkohol" bekommen und muss mich damit auseinandersetzen, wie ein Zwang, weil es nötig ist.

    Das tut mir nicht gut, das merke ich immer mehr, dass es eher erdrückend ist.


    Ich lese mich ja auch viel durch andere Beiträge durch und nehme viel mit.

    Auch da kommen mir langsam Zweifel, ob es bei mir wirklich Alkoholismus mit einem Suchtverhalten ist, oder wie Hartmut öfters schon schrieb, Missbrauch. Vielleicht auch ein Zwischending, da es nicht schwarz oder weiß gibt.

    In vielen Sachen habe ich kein Gespür für manches, kann das auch nicht nachvollziehen oder "verstehen".

    Ich wollte die Zeilen jetzt einfach mal frei heraus schreiben und nicht einfach verschwinden. Aber ich merke innerlich:


    Wenn du dich da abmeldest, dann lass das Thema hinter dir. Leb dein Leben, sei frei. Belaste dich damit nicht.

    Versteht ihr was ich meine? Ich habe so das Gefühl, ich belaste mich absichtlich und mache es mir nur schwer damit, statt einfach frei zu leben.

    Vielleicht ist es gut für dich wenn du dir Aktivitäten suchst, bei denen du zur Ruhe kommen kannst. Vielleicht mehr Naturerfahrung, schwimmen im See, Waldspaziergänge, barfuß über die Wiese laufen, meditieren lernen. Im hier und jetzt sein, dann hört evtl das ständige Kopfkino auf und auch die Wut auf.

    Dazu gibt es auch gute Lektüre und Kurse.

    Du wirkst auf mich sehr getrieben.

    Das mache ich alles. Das habe ich vorher auch gemacht. Ich war ein so stabiler Mensch, bin ich eine so tolle Beziehung gekommen und habe dafür alles aufgegeben. Irgendwann merkte ich aber, es fehlt mir was. tief im Inneren bin ich unzufrieden, nicht ausgefüllt. Unruhig trifft es. Immer in Bewegung, immer am machen. Und diese Unruhe musste ich irgendwann stillen. Runterfahren, genießen. Klar dann Beziehungsthemen, Selbstaufgabe usw.

    ich war damals froh, dass kein Alkohol am Anfang der Beziehung war. Ich wusste um mein "Problem" und dem Umgang. Ich war froh, dass ich eben nicht getrunken habe. Es war aber immer im Kopf drin und sprang sofort an, wenn die Gefühle überhand genommen haben.


    Am liebsten würde man sein Leben ganz neu starten. Privat, beruflich, ein anderer Ort. Aber das ist nur der Denkfehler, weil man die Sorgen und Probleme alle mitnimmt.

    also muss ich lernen damit umzugehen und das beste drauß zu machen. Ich kann nicht kündigen, nur weil mir die Arbeit keinen Spaß macht. Also weiß ich, irgendwann ist auch mal Feierabend. Statt das Bier auf dem Heimweg freue ich mich jetzt auf den Sport oder auf meine Kumpels.

    ich erlerne sozusagen einen neuen Umgang mit Dingen, die sich eingeschlichen haben. Das Wissen ist immer da: Bier ist keine Lösung, das bringt dir gar nichts! Da landest du nur wieder da, wo du schon mal warst. Also kann ich ALLES machen, und wenn es durch die Gegend fahren ist.

    Ich sage aber auch ganz offen: wenn ich nicht an dem Morgen vor dem Spiegel gestanden hätte und mich erschrocken hätte, ich wäre da nicht rausgekommen. ich konnte einfach nicht mehr. Ich wollte so nicht mehr leben und wusste, da stimmt mit dir was nicht. Du kommst mit deinen Gefühlen nicht mehr klar. Das ist nicht normal. Entweder sind das Depressionen oder du hast einen völligen Burn Out. Ich hatte zum Glück einen Therapieplatz mir letztes Jahr schon besorgt. jede Tag ohne Alkohol gibt mir Kraft und Mut. Ich kann mich jeden Tag selber im Spiegel anschauen und HEUTE mich nicht mehr schämen, was ich HEUTE gemacht habe. Das was ich mir nie verzeihen würde ist dieses wahnsinnige Glück der Freiheit wieder wegzuwerfen. Egal was ist, egal wie scheiße es mir geht, dieses ganze Trauma ist so ein riesen Mahnmal in meinem Leben was mir sagt: Lass die Finger davon! es verurteilt dich keiner (außer meine EX) was du gemacht hast, das was du heute aufs Parkett legst, das ist wichtig. Bleib bei dir, bleib der Mensch der du bist!


    ich habe noch nie in meinem Leben Drogen genommen weil ich immer Angst davor hatte, anders zu werden. Nur beim Alkohol bin ich in die Falle getappt. Und das will ich nie wieder machen.

    Verstehe ich alles, Hartmut.

    Ich habe halt nicht diese Alltags"schwierigkeiten" oder Umgang mit Alkohol. Da ich mit dem Thema abgeschlossen habe. Zwar nicht in der Erinnerung aber in meinem Jetzt und Hier.

    Ich lebe mein Leben, mache Sport, habe Freunde. Thema Bier ist nicht an der Tagesordnung. Es wird nur mit der Schuld und Scham verbunden. Trotzdem gehe ich "stabil" in meinem Leben weiter.


    ich lese ja hier die Beiträge von Suchtdruck, Gedanken und Rückfallsorgen. Das habe ich (zum Glück bisher) nicht. Für mich ist das auch gar nicht so richtig fühlbar, wie das ist, Alkohol zu WOLLEN, nur weil es ihn gibt.

    ich darf halt nur nicht denken "eins geht mal". Und solang ich damit gut durchkomme bin ich glücklich.

    Und eines ist mir wichtig. In unseren Alkoholiker-Forum unterscheiden wir klar zwischen Abhängigkeit und Missbrauch. F10.1 ist keine Alkoholabhängigkeit, sondern schädlicher Gebrauch. Wenn du dich als Alkoholiker siehst, ist das deine persönliche Einordnung. Medizinisch wurde aber keine Abhängigkeit diagnostiziert. F10.2 Ist Abhängigkeit.

    F10.1: Das Trinken verursacht Probleme. F10.2: Das Trinken hat die Kontrolle übernommen.

    Das sind nun mal zwei verschiedene Baustellen. Bei einer Abhängigkeit steht irgendwann nicht mehr das Verhalten im Vordergrund, sondern die Sucht selbst.

    Aber auch das basiert auf der Diagnose F10.1, oder? Dabei geht es in erster Linie um das Verhalten und die Folgen des Konsums, nicht um Suchtdruck, Kontrollverlust oder die typische Suchtmechanik.

    Bei Missbrauch arbeitet man vor allem an Verhaltensmustern. Bei Abhängigkeit hingegen kämpft man gegen das Suchthirn, wenn ich das mal so sagen darf.

    Hallo Hartmut,


    die Therapeutin hat KEINE Diagnose von mir ausgehändigt bekommen. Ich bin dahin und habe ALLES erzählt. Von meiner Jugend bis heute. Wann ich getrunken habe, "wieso", wie es mir dabei ging usw.

    Da es hier "mein" Feed ist schreibe ich jetzt was bei MIR ist. Ich möchte jetzt nicht, dass andere sagen: bei mir genauso, dann ist ja alles "gut".

    Die Dame sagte wörtlich zu mir: "Sie haben kein Alkoholproblem, Sie haben ein Beziehungsproblem". Was sie natürlich nicht nachempfinden kann ist, wie Alkohol bei mir wirkt. Das erste Bier ist noch eklig gewesen und wirkte sofort. Die Alarmglocken gehen an "oh oh, das ist jetzt nicht gut" Angst und gleich wieder aufgehört. Da ist nichts passiert.

    Irgendwann kam der Punkt, da dachte ich: letzte Mal ging ja auch, du kannst das gut steuern. Und das kann ich eben nicht. Dann wird aus dem ab und zu nach einem halben Jahr ein rasant steigender Konsum. Und wir reden hier von ursprunglich mal einem Bier am Ende bis zu 8 Flaschen oder mehr - je nachdem ob ich die Möglichkeit habe. Bei der Menge trinkt man eben nicht mal mehr vor dem Partner oder daheim. Das heißt, ich habe "bewusst" unterwegs getrunken.

    Wusste ich, ich fahre heim, dann habe ich davor getrunken. Das war aber auch nicht täglich, das war immer phasenweise. Und immer im Kopf: du hast doch das gar nicht gebraucht.

    In meiner Phase der Abstinenz oder jetzt auch ist es so, wenn ich einmal "weg" von der Gewohnheit bin, vermisse ich es nicht. Es ist kein Verlangen. 2024 war das einfach ein riesen Fehler zu denken, das wird wieder, ich will ja irgendwie doch nicht völlig drauf verzichten.

    Und immer wieder rutschte ich da rein. Nach Monaten ohne Bier passierte "etwas" und ich sagte innerlich: jetzt trinkst du ein Bier, die können dich alle mal

    Und das meinte sie mit Mustern. Ich habe das Bier als Hebel für Probleme genutzt und so verbunden, dass es mir innerlich besser geht. Die Konsequenz ist in dem Fall die kaputte Partnerschaft, mein eigener Hass und Unwohlsein.

    Ein "normaler" Konsum ist für mich NICHT mehr möglich. Es löst sofort in mir Ruhe und Zufriedenheit aus. Alle Probleme sind erstmal weg. Vorallem aber die innere Anspannung. Daher weiß ich, dass ich das erste Glas nie trinken darf.

    Heute ist anders, weil ich weiss, es wird nie gut gehen. Es geht wieder nach hinten los. Ich muss aber auf nichts verzichten, weil es bei MIR eben nicht normal sein wird. Diese Gefahr weiß ich. Mir geht es ohne Alkohol ansonsten hervorragend. Selbst in der Runde ist nicht mehr das Gefühl da "och eins würde ich jetzt auch gern trinken, aber ich darf ja nicht." Es ist einfach nur "gut, dass ich diesen Kreislauf nicht mehr habe".


    Ich habe gemerkt, dass ich immer dachte mit Alkohol bin ich lockerer, mutiger. Aber eigentlich mögen mich die Menschen, wenn ich nüchtern bin. Ich bin ein total wertvoller und liebenswerter Mensch. Der Alkohol macht mich nur kaputt und verändert mich. Das möchte ich nicht.


    Warum habe ich es gemacht? Weil ich mit dieser Welt, meinen Gefühlen, der Liebe und der Zukunft überfordert bin. Der Alkohol hat mir Kraft gegeben, das alles locker zu sehen und keine Gedanken zu machen. Es war eine Flucht. Wieso habe ich in einer tollen Beziehung getrunken, wo ich wusste, was auf dem Spiel steht? Weil ich mich selber aufgegeben habe, für die Liebe. Ich hatte keinen Rückzugsort, war dauerhaft allem und jedem ausgeliefert. Ich war von jetzt auf gleich in einer anderen Welt und habe auf meine Bedürfnisse nie reagiert. Das war ein gefundenes Fressen. Und bekomm da mal wieder von jetzt auf gleich das Bier weg! Alle denken, das ist ein Schalter. "Trink doch einfach nicht. Trink doch mal ein Wasser"

    Du wirst als Alkoholiker beschimpft und gleichzeitig erwarten alle, dass du das mal eben abstellst. Keinen interessiert es, wie es dir geht. Nur die Schwäche wird gesucht. Ja bis hin sich "lustig" gemacht, was man für ein Versager ist.

    Was ist passiert, dass ich heute so denke?

    Zum einen bin ich mir dank der Therapeutin mal klar geworden, wie die Welt draußen ist. Stück für Stück kam ich aus dieser Blase wieder zu mir. Auf habe auf das Passierte geschaut und mit einer Klarheit erkannt, was ich da eigentlich gemacht habe. Wie ich das alles gar nicht mehr wahrgenommen habe. Als einzigen Ausweg gesehen habe. Vorallem aber habe ich gelernt, wie ich damit umgehe, wenn es mir eben nicht gut geht. Zum einen ist das Sport, wo ich mal was für mich mache und zum anderen ein guter sozialer Freundeskreis, wo ich auch das Gefühl habe, nicht allein auf der Welt zu sein. Wo keine Sorgen und Probleme sind sondern ich Freude habe.

    ich habe Alkohol schon immer gehasst und trotzdem war er ganz lange in meinem Leben. Wenn ich mich heute im Spiegel sehe, dann bin ich nur dankbar, dass ich nicht getrunken habe. Das ich den Mann sehe, der ich wirklich bin. das die innere Stärke und Kraft von mir kommt. ich nicht mehr diese Betäubung will, dieses wegbeamen aus der Realität und dem Leben. Lallend am Telefon, betrunken im Auto, mit Kater am Morgen, mit einem hohen Blutdruck, mit einem dicken Gesicht. Mit stinkendem Atem und Scham. Mit Verstecken im Auto, damit keiner sieht, was ich auf dem Weg getrunken habe. Vorallem aber keine Anspannung und Gedanken mehr, du musst nachher los dir was zu trinken holen, du hälst das nicht mehr aus. Diese Ruhe und Gelassenheit, wenn diese Option nicht mehr im Raum steht.


    Ich habe mich über ein Jahr völlig verloren. Die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern. Ich habe massiv draus gelernt und jeder Tag ohne das Zeug bringt mir Freiheit, Selbstbewusstsein und einfach nur Glück.

    Teilweise würde ich im Getränkemarkt gern auf die bunten Bierdosen einschlagen, so sauer bin ich auf mich und das Zeug. Ich habe aber annehmen müssen, dass ich dafür nicht wirklich was kann, dass ich da reingerutscht bin ohne es zu wollen. Durch jahrelanges Fehlverhalten. Also kann ich für mich nur sagen, die Zeit ist vorbei, was ich ab jetzt mache zählt. Klar wünsche ich mir, das wäre nie so gekommen. Aber ich muss auch sagen, selbst wenn es nicht so wäre und ich das Wissen hätte, ich würde heute nicht mehr trinken wollen. Meine Zeit ist vorbei und es war eine eingeredet "schöne" Zeit. Nein, die war nicht schön. Es war die beschissenste Sache in meinem Leben. Für kein Geld der Welt will ich da je wieder hin. Jeden Tag bin ich froh. jeden Tag kommt der Ekel hoch, der Abstand und das Durchatmen: nicht mehr mit mir.

    Alkohol (also Bier bei mir) hat seine Image des Tollen, der Freiheit, der Coolnes, des Genusses völlig verloren, wenn ich an alle Biermomente meines Lebens denke. Das war nicht ich. Das war eine andere Version von mir. Und die mag ich nicht.

    Von der Jammerei mal abgesehen.

    Du hast eine sehr große Menge an Erfahrungen und Ratschlägen hier erhalten.

    Diese werden von dir abgeblockt, nichts davon umgesetzt. Ich lese nur Rechtfertigungen. Aus dem Grund schreibe ich hier nicht mehr. Das stresst dich ja nur.

    Aber eine Frage habe ich jetzt doch. Was erwartest du dir hier von diesem Forum? Was nur?
    Aus welchem Grund bist du hier?

    Es geht nicht darum, dass ich mit Suchtdruck zu kämpfen habe oder Verlangen auf Alkohol habe. Wie du liest, ist davon nicht ansatzweise was vorhanden. Es geht um das Aufarbeiten WAS geschehen ist. Finde es schön, wenn andere nach vorne blicken und positiv durchstarten. Wie man lesen kann, geht es seit Januar bei mir darum, dass ich diese Last nicht loswerde. Ich habe mir externe Hilfe gesucht und nehme auch Tablette. Und trotzdem ist der Alkohol wie eine schwarze Wolke über mir.
    Ich lese alle Beiträge und versuche den Umgang der anderen Betroffenen zu verstehen. Bisher habe ich aber diese Belastung in noch keinem Feed gelesen.

    Ich möchte gern mein Verhalten, die Auslöser und den Umgang damit verstehen.
    Es ist nicht das Bier im Supermarkt was auf einmal gekauft wird weil ich Lust habe. Irgendwas scheint mich ja so zu belasten, dass ich die Hilfe im Alkohol gesucht habe.


    Was ist, wenn das wieder passiert? Steige ich dann wieder in das Auto und fahre fest entschlossen ins Edeka?
    Und solange ich diesen Seelenfrieden nicht gefunden habe, beschäftigt mich das Thema enorm, weil es meinen Alltag und mein Leben stark belastet.

    Ich habe die Grundbausteine sehr oft gelesen. Die Umsetzung lindert aber nicht meinen Scham und die Schuld. Das ist ja kein Schalter, den man mal eben umlegt.

    Hey, erste Radler mit 16. das erste Bier mit 18.. dann bis 19 ab und an, nur am Wochenende.

    Bis 25 gar keinen Alkohol mehr, oder nur mal auf einem Fest oder so. Dann etwa bis 28 deutlich zu viel: Abends so 3 Flaschen Bier.

    Ab 28 bis Anfang 30 unregelmäßig, ab 30 bis 35 deutlich zu viel, täglich. Am Ende sogar bis zu 7 Flaschen am Wochenende. 3 Jahre stopp bis 39 und eben dann bis letztes Jahr. Seitdem wieder stopp.


    Nach der Scheidung mit 31 wurde es abends mehr. Einsamkeit, Frust. In den 20er war es einfach Arbeit und am Wochenende mal die Sau rausgelassen.


    Ich habe immer gemerkt, Alkohol beruhigt mich ungemein, obwohl ich ihn selber nicht vertrage. Übelkeit, Kater, übergeben.


    Das ist so die Kurzfassung

    ich kann es dir nicht sagen.

    Ich habe nach meiner letzten größeren Beziehung ein gutes Leben geführt. Ohne Alkohol, mit viel Freude, einem tollen Haus. Alles war super. Als ich dann das Mädel kennenlernte war das Liebe auf den ersten Blick. Noch nie habe ich einen Menschen so geliebt.

    leider bin ich ein totaler Kopfmensch und wenn vieles unter Spannung ist, dann kamen alte "Muster" hoch. Anfangs war das nur mal ab und an ein Bier aber ich habe schnell gemerkt, wie sehr mir das "geholfen" hat.

    Was meinst du, wie viele Situationen es gab wo ich nicht trinken wollte und dann doch nochmal "schnell" eine Dose mitgenommen habe - einfach nur kurz beruhigen. "Unnötig! Das war jetzt sooo unnötig".

    In der ganzen Zeit war es immer ein auf und ab: extrem schöne Zeiten und sehr angespannte Zeiten. Und obwohl monatelang kein Bier da war, alswenn ich es mir eingeredet hätte: heute trinkste mal eins. Zack, wieder alles schön leicht.

    ich hatte mich mit ALLEM arrangiert. So hingenommen wie es war, nie gesagt: du musst was ändern, du musst da raus wenn es dir nicht gut tut. Dann bin ich wandern gegangen, bin mal in die Stadt gefahren - all sowas. Aber ich hatte keine Konstanz drin. ich war einfach innerlich "leer". Ich hatte keine richtige Lebensfreude. Sowas was richtig pushed. Weißte wann das war? Wenn meine Partnerin und ich sehr viel zeit zusammen hatte, oder eben mit Alkohol. Es kam aber nie aus mir. Ich habe immer eins der beiden gebraucht.


    jetzt ist beides weg und ich habe aus mir heraus nicht diesen Dopaminkick bekommen. Diese Freude die ganze Welt zu umarmen. Ich habe diese Reize immer von außen bekommen.

    Frau, Alkohol, Urlaub, Geld, Shopping usw. eins musste immer sein, dann war der Rest "egal". Beim Bier wusste ich aber: das ist der ständige "kick". Und da ich das wusste, habe ich in allen Situationen mit Menschen nie getrunken. Der Verzicht und der Abend war schöner ohne als nach der ersten Flasche noch die zweite oder dritte haben wollen und nicht KÖNNEN/ DÜRFEN. Also lieber gar nicht.

    Wenn ich aber für mich war, dann "wollte" ich diese Last des Erdrückens loswerden. Das war wie ein Kreislauf und ich hab immer gedacht, wie hört das auf? Nur Verzicht bringt doch dauerhaft keine Beruhigung. Sobald wieder eine Phase war, egal wie viele Monate rum waren: auf zum Supermarkt


    ich hatte zwar alles was ich wollte, war aber mit meinem Leben trotzdem nicht zufrieden. ich war unruhig, angespannt. der Sinn meines Lebens war nie ersichtlich. Bis heute sehe ich es nicht.


    Hat der Alkohol mir geholfen? Ich bin jetzt 40 und wenn ich alles betrachte sehe ich nur Folgeschäden. Brauche ich ihn, dass es mir besser geht? Habe ich immer gedacht, bin reingefallen.


    und dann denke ich immer daran, wie das so in meinen 20ern war. Ohne Bier, ohne Sorgen. Und da merke ich erstmal, wie viel Raum ich Bier in meinem Leben Platz gegeben habe, ohne es zu merken. Ich bin weg von dem Denken: es gehört dazu. ein Mann trinkt ein Bier. Eine Feier ist nur mit Alkohol lustig.


    Er hat mich einsam, traurig und depressiv gemacht. Meine Fröhlichkeit genommen. Das wird noch ein langer Weg, da wieder rauszukommen. Wissen heilt keine Sucht. ich kann aber nur immer wiederholen, dass dieses Erlebnis wie ein Schock für mich war. Ein Aufwachen mitten im Leben. Bin der brutalen Realität und seinen Folgen. Das hat in meiner Seele so viel Schaden angerichtet, dass ich an alles denke, aber nicht an Alkohol. Das ist für mich das Grausamste auf der ganzen Welt geworden. Horrorgedanken wenn ich dran denke, je wieder etwas trinken zu MÜSSEN. Nur der Gedanken allein lässt mich erstarren und macht mir Angst.

    Das hast du mir voraus, ich kann leider mit Fehlern und der Vergangenheit nicht abschließen, weil mich das sehr belastet.

    Seit 6 Monaten wache ich nachts 2 bis 3 Mal auf und bin nassgeschwitzt, dass ich mich umziehen muss.

    Es war das wichtigste in meinem Leben und das kann man nicht einfach so "vergessen".

    Ich habe auch kein Zeitgefühl mehr. Mein Leben ist am 30.12.25 stehen geblieben. alles was in der Zeit passiert ist ist nur funktionieren und mein "altes" Leben wieder Stück für Stück aufbauen. So wie ich mal war, bevor der Alkohol Einzug erhielt.

    "Erlernte Muster wieder verändern" hat meine Therapeutin erklärt.


    Hartmut ich lasse hier bewusst eigentlich ärztliche Dinge raus. Die behandelnden Ärzte haben F10.1 angegeben. Auf Grund der Tatsache, dass ich aber trotz Risiko und Wissen immer wieder mal getrunken habe, habe ICH für MICH eine Abhängigkeit "diagnostiziert". Ansonsten hätte ich es ja gelassen und mir nicht alles versaut

    Moment mal! Wer übernimmt hier keine Verantwortung?

    Ich übernehme die GESAMTE Verantwortung, das gesamte Handeln. Ich schiebe es nicht auf andere oder sage "sie hat mich dazu gebracht zu trinken". Das war ich. Und ich habe nicht verstanden wieso man von jetzt auf gleich sich an den Wald setzt und mit Bier anfängt.

    Das ist eben nicht normal.

    Komisch ist nur, seitdem der Psychologe das alles mal analysiert hat und wir über die Gesamtsituation gesprochen haben, ich die Konstellation kapiert habe, kein Bedürfnis mehr war, ein Bier zu wollen.

    Ich hab meine Sportasche gepackt und bin los. Ich habe was für mich gemacht. Nur für mich. Ich habe nach 2 (!!!) Jahren meinen besten Kumpel wieder besucht und wir sind gemeinsam mal wieder auf die Rolle. Ich hab mich wieder wie ein Mensch gefühlt.

    Ja hab ich ja geschrieben:

    Ich hatte keinen Ausgleich, keine Freunde, Geldsorgen, fremde Umgebung, Stress, Sorgen, Beziehungsprobleme.

    Und dann machte es Peng und ich habe meine Bier getrunken um wieder runter zu fahren. Ja, teilweise kam ich mir aussichtslos vor. Hilflos und fremd ohne Ausweg. Und da kam das Bier wie ein Zauber. 10 min Ruhe im Kopf, wieder gute Laune, alles wieder gut. Nur das Problem war, es war nicht EIN Bier am Abend. Es waren viele. Zu viele.


    Das war aber nicht Ziel in der Beratung zu wissen was mich bedrückt. Da ging es nur um das Trinken. Und wenn man da alles offen legt und über Mengen spricht ist es recht einfach: Alkoholiker, Konsum beenden, welche Hilfsmittel es gibt usw.

    Wenn dein inneres aber müde und traurig ist, dann helfen die besten Sprüche nicht, das beste Wissen. Man will einfach nur seinen Frieden. Jeder zieht an einem und man selber sieht sich im Leben nicht vorankommen.

    Und das Gefühl, keiner versteht einen und man muss immer stark sein, immer funktionieren. Und da habe ich den schlechtesten, aber für mich einfachsten Weg gewählt, den ich von früher mal kannte.

    Der Rest ist Geschichte

    Klar kann alles möglich sein.

    Aber das Thema Alkohol stand im Raum. Nicht weil ich jeden Tag betrunken war, um Gottes Willen.

    Es ging darum, dass ich heimkam und nach Bier gerochen habe.

    Ich wusste doch selber, dass ist nicht gesund was du machst. Vor allem wenn die Person das nicht möchte.

    Leider habe ich überhaupt nicht verstanden, was mit mir los ist. Die Hilfe mit der Beratung war einfach: "nicht trinken". Aber am gesamten Leben hat sich ja nichts geändert. Wie soll was verschwinden was vorher nicht da war, wenn alles gleich bleibt?

    Der Alkohol war ja nicht als erstes da, er kam mit der Zeit. Und das macht mir so Angst und auch Wut.

    Danke für das Feedback.

    Ich bin halt nicht jemand der etwas abschüttelt und einfach weiter macht.

    Mich hat das sehr getroffen, jemanden durch Alkohol zu verlieren den man sehr liebt. Und gerade weil es Alkohol ist und nicht einfach ein anderes Verhalten. Das ist kein Spaß mehr gewesen oder nur mal eine schlechte Angewohnheit. Und genau dieses Auseinandersetzen und das Bewusst machen was es mir "gebracht" hat, hat mich davon zum Glück sehr weit entfernt.

    Ja, ich lebe mein Leben weiter. Bewusst und stabil. Und als schmerzhafte Lehre für mein Leben.

    Was ist ASS?


    Selbstmitleid ist es nicht. Es ist tiefe Schuld. Es gibt nunmal Dinge im Leben die kann man nicht mehr ändern und das belastet mich sehr. Ich schäme mich dafür, weil das nicht mein wahres ICH war. Es ist mir peinlich und ich habe Wut Fehler gemacht zu haben.

    Ich habe 2024 wieder angefangen zu trinken. Da ich nicht wusste was mit mir los ist: zur Beratung gegangen. Immer wieder gab es Zeiten ohne Alkohol bis zum Kollaps Ende 2025. Seitdem bin ich beim Psychologen. Die Suchtberatung mit den Einzelgesprächen wurde eingestellt , da ich nicht mehr trinke. Eine stationäre oder ambulante Therapie wurde als nicht nötig erachtet.

    Was ich gemacht habe? Ich habe wieder mit dem Sport angefangen, habe meinen Freundeskreis belebt und soziale Kontakte aktiviert, welche völlig zum Erliegen kamen und ich die letzten Jahre sehr einsam war (ausschließlich Partnerin).

    Inhalt der Therapie: Verlustängste, Unsicherheit, Klammern, Unzufriedenheit mit mir selber, Zukunftsängste. Wunsch nach vertrauter Partnerschaft und Nähe.

    Alkohol als Regulationsmittel eingeführt um Sorgen und Gefühle zu betäuben statt zu reden und Mut zu haben Dinge anzusprechen. Das Wort "Nein" nie benutzt, in Sorgen, Verlassen zu werden oder den anderen zu verletzen. Selbstaufgabe. Aufgaben übernommen um Aufmerksamkeit und Nähe zu bekommen. Erschöpfung und Überlastung - Rückfall zum Alkohol.

    Über Jahre verlernt auf mich zu achten, was mir gut tut, was mir inneren Frieden gibt. Immer bemüht, dass es anderen gut geht und ich nicht alleine bin.

    Was ist anders als letztes Jahr? Ich nehme mir meine Zeit. der Sport tut gut, ich sehe eine krasse optische Veränderung. Mein Wesen ist wieder der Alte. Die Klarheit und das wohlergehen ist wunderschön. Der Geschmack von Wasser oder Cola ist wieder da. Bei Alkohol kommt gleich das Bild: Bierverstecke, rote Augen, dicker Bauch, Panik, Wesensveränderung. Dinge die ich nüchtern nie sagen würde, Scham, Peinlichkeit, Imageschaden.

    Was ist auch anders? Der Gedanke: "Ich darf ja nicht, andere haben Spaß auf Partys" ist weg. Es ist ein "endlich wieder Ich! Wo warst du T****** ?"


    Ich blicke auf ein Jahr Alkohol zurück, welches vor Jahren aus meinem Leben verschwunden war. Ich sehe einen jungen Mann der sein Leben fast weggeworfen hätte. Für Geld, Frauen und die Frage was meine Rolle in diesem Leben ist. Mit dem Gewissen muss ich leben, auch wenn ich damit Probleme habe. Aber ich möchte sowas nie wieder erleben! Ich möchte mein Leben behalten, es trotzdem genießen.

    Wenn ich auf alles in meinem Leben mit Alkohol zurückblicke wird mir schlecht. Eine Zeit in der ich nichts verstanden habe, in einer Blase gelebt habe und dachte, das ist halt so.

    Furchtbar! Einfach nur Furchtbar.

    Was geht in mir vor wenn ich Bier sehe? Ich blicke auf die bunten Dosen, erinnere mich an meine Käufe. Ein unglaublicher Hass und Selbstekel kommt hoch. Am liebsten würde ich drauf einschlagen und anbrüllen, was es mir angetan hat. Aber ich weiss, dass das Getränk dafür nichts kann, es lag an mir. Also lasse ich es liegen und weiß: du kannst mir nichts mehr, deine Zeit ist vorbei. Jetzt lebe ich. Und zwar ohne dich.

    Ende der Woche ist das erste halbe Jahr bald rum.

    Vieles hat sich geändert. Wer ich bin oder was mein Weg ist, ist immer noch nicht so richtig ersichtlich. Oft mache ich einfach meinen Tag und funktioniere. Die richtige Lebensfreude ist jedoch nicht zurück gekommen.

    Sehr viele Erinnerungen an die Vergangenheit sind da. Oft belastend. Am liebsten würde ich weit wegrennen und alles hinter mir lassen.

    Erinnerungen kommen manchmal hoch: hier hast du eingekauft, hier hast du gesessen und getrunken. An die Verstecke, an die Abende mit Bier.

    Vorallem aber an die Gefühle, wenn ich das Gespür hatte, ein Bier zu wollen.
    Ich sehe ein funktionierendes aber sehr kaputtes Leben. Im wahrsten Sinne wie im Rausch.

    Sehr viel Schuld und Elend kommen dazu. Was ich weggeworfen habe, welches Glück ich auch sabotiert habe.


    Ich denke viel dran. Viel zu viel, alswenn ich jeden Tag Angeklagter und Richter bin.

    Oft sind in den frühen Morgenstunden noch Panikattakten, Angst und Traurigkeit. Vorallem Wut.

    Wenn ich den Morgen dann starte habe ich ein Freiheitsgefühl, wenn ich im Auto Sitze.

    Die Gedanken sind bei meiner Ex, bei meiner Zukunft und wie es weiter geht.

    Das letzte halbe Jahr hat irgendwie nie existiert, alswenn es nur ein paar Tage waren. Alles ist weg, alles nicht greifbar.


    Heute ist der Alkohol (außer die Gedanken an die Vergangenheit) nicht mehr vorhanden. Ich lebe meinen Tag normal, alswenn nie was gewesen wäre. Hin und wieder sehe ich Menschen mit Bier und es überkommt mich wieder diese Abschreckung, Abstand, Wut, Unverständnis.

    Die Bierfahne von Freunden und Kumpels lässt mich ekeln; so hast du auch mal gerochen.

    Körperlich ist alles bestens, keine Schöden und Blutwerte alle im optimalen Bereich, was auch am Sport liegt.


    Es ist das dunkelste Kapitel in meinem Leben.

    Nicht mal Stolz ist dabei, da rausgekommen zu sein, obwohl die Lage mehr als deprimierend war. Aber ich habe es geschafft, mich frei gekämpft, eine komplette Wende in meinem Leben hinbekommen.

    Welche Gefühle habe ich zum Alkohol?

    Er hat mir alles genommen. Kraft, Energie, Lebenszeit. Ich habe Menschen verletzt und mich am meisten. Dachte immer, er sei ein gutes Mittel um runter zu kommen. Ich habe mich dadurch verändert, war nicht mehr der fröhliche und glückliche Mensch. Die Beflügelung, das Betäuben hatte einen hohen Preis.

    Ich mache bewusst keinen großen Bogen um das Thema, da es für viele dazugehört und im Alltag vorhanden ist. Ich sehe es nur noch als Lockmittel für Elend und Verderben an. Etwas womit ich nicht umgehen kann. Etwas was mir so viel kaputt gemacht hat woran ich heute noch leide.

    Innerlich bin ich ruhiger geworden, klarer und bewusster. Dinge bringen mich nicht mehr so schnell aus dem Gleichgewicht.

    Gelüste oder Verlangen? Absolute Fehlanzeige. Einfach nur abgrundtiefer Ekel und Hass.

    Nie wieder im Leben möchte ich sowas erleben, mich so selber kaputt machen wegen einem totalen Scheiß, wo ich dachte, ich brauche das und es geht nicht ohne. Ich sehe wie es geht, wie gut sogar.
    Ich Trauer um die Lebenszeit die ich verschenkt habe. Scham und Kopfschütteln, was ich gemacht habe.


    Es fühlt sich fremd an, alswenn es nie gewesen ist. Nie passiert ist.

    Oft möchte ich mich hinter einem Stein verstecken für das, was war. Um Vergebung bitten.

    Es ist nicht mal Freiheit, es ist einfach alles normal. Wie früher. Nie wieder will ich da erleben.

    Aber Hartmut,

    da sieht man doch eher wie unterschiedlich Menschen sind.

    ich wusste das auch, ich war Beratungen, ich habe keine Feste besucht. Es gab daheim keinen Alkohol.

    Aber trotzdem war ich derjenige, der abends los ist und sich doch noch was geholt hat. Alles über Bord geworfen nur bei dem Gedanken "du brauchst jetzt ein Bier". Wieso lief der Tag oder die Woche so gut ohne Gedanken daran und plötzlich überkam das einen? Nicht mal die Wut, als ich die 2 Bier mir eingeschraubt habe. Eher die Erkenntnis: wieder nicht durchgehalten.

    Wieder Podcast gehört, wieder Videos geschaut. Wieder den Willen. Und wieder nach ein paar Wochen/ Monaten getrunken.

    Es war immer der innere Kampf auf den letzten Metern. Gerade das psychologische brachte den "ahaa-Moment". Auch wenn es noch nicht so lang ist, aber bisher gab es den letzten Meter nicht mehr. Drüber hinweg. Da kommt dann eher sowas wie: "Wieso früher nicht? Wieso musste so viel passieren?"

    Man kann ja in andere nicht reinhören aber ich glaube schon, dass ein Suchtverhalten von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt sein kann.

    Als ich damals mal in einer realen SHG war haben die so ein bisschen erzählt. Klar lagen da noch Welten dazwischen aber mir war klar: wenn du so weiter machst, dann ist der Abstand bald nicht mehr da. Aber ich fand es eher "schlimm", welchen Kampf manche mit sich ausmachen müssen, während andere das Thema völlig "abgehakt" haben (ein Fall war trocken seit 1981 und nie wieder einen Rückfall).

    Glaube schon, solang man nicht das erste Glas trinkt, es eine wesentlich psychologische Einstellung bei manchen ist. Den Alkohol hat man sich ja auch aus irgendwelchen Gründen antrainiert. Sehr viele haben eine Ursache mit dem Konsum. Das können Ängste, Unsicherheit usw. sein. Am Ende ist der Alkohol im Alltag und bleibt. Wenn man aber eine 180 Grad Wende in seinem Leben WILL, kann das bei einigen sicher auch sehr gut funktionieren, die Ursachen auch zu bekämpfen.


    Ich bin kein Fachmann und ich will auch nichts falsches sagen. Aber vielleicht gibt es Abstufungen zwischen Missbrauch/ Zwang und ganz klassischer Alkoholsucht. Beides beinhaltet eine lebenslange Abstinenz aber der Weg raus und bleiben kann unterschiedlich sein, da verschiedene Trinkmuster zu Grunde liegen.

    Ich habe einige Fälle im Bekanntenkreis dort haben Leute das ähnliche wie ich durch, haben einige Entziehungskuren hinter sich, fangen sofort wieder an, wollen den Alkohol nicht lassen. Zwar gerne nicht mehr trinken aber auf der anderen Seite wollen sie es auch nicht völlig aufgeben - egal was noch passiert. Ich wollte nicht trinken, noch nie, hab so viel versucht und es gehasst aber nie den richtigen Sprung geschafft. Es gab einen Wendepunkt und der war auch mit großer Hilfe dann da. Ich will mich weder vergleichen noch mich als "besser" darstellen aber der Kopf machte auf einmal bei Alkohol völlig zu - von von jetzt auf gleich - und bis heute. Das war nicht mehr nur Verzicht, Lassen oder so. Das war ein richtiger Wendepunkt. Beim Rauchen damals auch. Von jetzt auf gleich und nie wieder Verlangen nach einer Zigarette gehabt.

    ich hatte vor drei Jahren schonmal so einen Wendepunkt. Nicht einen Tag noch an Bier gedacht. Bis zu einer Lebensveränderung. Und da dachte ich auch, hast es doch im Griff, das wird schon gut gehen. Sofort waren die Ängste und Sorgen weg. Alles war leicht. Alles lief super. Geld, Frau, neue Wohnung. Was soll passieren? Bis man merkt, man baut alles wieder auf dem Alkohol auf. Bis man völlig wieder drin ist. Nur mit einem Unterschied:

    diesmal ging es auf die Gesundheit, die Beziehung, eine Wesensveränderung und Depressionen. Die absolute Hölle! Das abfucken des eigen Lebens. Nur mit Bier am Abend wurde alles wieder gut. Bis alles am Ende kaputt war. Es lag nicht an der nüchternen Person die ich vorher mal war. Es lag alles am Alkohol und seinen Auswirkungen. Und wenn alles weg ist, bleibt nur der Alkohol.

    Wieso ist der neue Wendepunkt anders? Weil zum ersten Mal richtig das Bewusstsein kam, was man da eigentlich macht. das Luftschloss ist geplatzt. Die Realität ist da. Genauso: willst du wieder glücklich werden oder willst du in der Illussion bleiben?

    ich glaube nicht, dass man aufhört, wenn es am besten ist. Es ist der Moment wo der letzte Funke Lebensenergie nochmal aufploppt.

    Das menschliche Gehirn ist sehr lern und anpassungsfähig. Das was das nur zerstören kann, ist ein erneuter Konsum.

    Ich weiß nicht wie es euch geht aber manchmal schaue ich von außen auf mein altes ICH und sehe einen verzweifelten Mann mit vielen Problemen, der dachte Alkohol hilft. Es ist nicht schön, aber von außen zuschauen beruhigt sehr, dass man nicht mehr in diesem Kreislauf ist. Dank einem Wendepunkt

    Glaube auch, man muss nicht erst ganz unten sein.

    Damals hatte ich auch einfach so aufgehört. Weder ging es mir sehr gut noch sehr schlecht.

    Ich glaube einfach nur, dass ich nie so richtig abgeschlossen hatte. Ich habe halt nicht mehr getrunken. Weder ein für immer noch ein nur heute. Damit war die Tür immer ein Spalt weit offen.

    Ein gutes Jahr ging das dann wieder so, bis dann wirklich ein Tiefpunkt kam. Hörte wieder auf, diesmal aber mit dem Ziel: wieder ich zu werden. Gar nicht wegen dem Alkohol selber sondern nur was er bei mir anrichtet. Ich habe mich gehasst. Ich fand mich eklig und ich kam mir wie eine fremde funktionierende Person vor. Ohne Bezug zu seinem Inneren, ohne Ziele und Freude. Es hat mich angekotzt. Nicht der Rausch, der kurze Kick. Nein, es war die Quittung für alles. Die Veränderung, das Fremdwerden.

    Gerade wenn es einem wirklich mies geht finde ich das nochmal extrem schwieriger da raus zu kommen. Glaube jeder hat so ein kurzes Zeitfenster wo er sich sagt "jetzt". Nicht unbedingt aus Zwang, sondern eher aus Überzeugung. Das Gefühl ist irgendwann da. Stelle mir es sonst als absolutem Kampf vor, wenn man selbst nicht voll dahinter steht und es machen "muss".

    Erst kommt der Körper, dann der Geist. Und irgendwann bekommt man auch das Freiheitsgefühl wieder. De Gefühle kommen wieder. Ja, leider kommen ALLE Gefühle wieder.

    Finde, wenn man das erreicht hat, ab da ist es ein "einfacher" Weg. Man hat die allergrößte Hürde geschafft. Es gibt ab da immer nur eine Sache: das erste Glas stehen lassen. Das ist doch viel besser und einfacher als nach Jahren aus dem Sumpf rauszukommen, oder ;) ? Sie bewusst machen: es war nicht Gestern das letzte Glas. Nicht letzte Woche. Nicht letzter Monat. Oder letztes Jahr. Je nachdem wo man sich befindet. Aber sich klar machen, WAS man erreicht hat. Dafür gibt es keine Pille, nicht noch so gute Worte oder Tadel. Das hat man aus sich und ganz allein geschafft! Klar mit Hilfe aber die Leistung vollbringst DU

    Man darf sich bei "Gedanken" gerne immer wieder bewusstmachen: Bekomme ich in meinem Leben nochmal dieses Zeitfenster und sollte ich all das wegwerfen was ich erreicht habe?

    Weil egal aus welcher Situation heraus man aufgehört hat, es wird ja auch noch andere Phasen geben. Das man den Bezug trotzdem nicht verliert, nur weil alles "wieder gut" ist. Das sehe ich als die größte Gefahr an.

    Das ist leider leichter gesagt als gemacht.
    Mich hat das alles sehr mitgenommen. Ich hatte immer gedacht, das Thema mit dem Bier sei vorbei. Dieses Erlebnis und meine Lebensveränderung haben massiv eingewirkt. Das ist nicht mehr „heute trinke ich nicht“, es ist eine völlige Lebensumstellung bis ins letzte Körperteil. Okay ich habe nicht jeden Tag getrunken und hatte viele Phasen ohne Alkohol, ohne Verlangen, aber es war halt da!


    Es ist nicht nur das Wissen, die Erfahrung sondern ein schmerzhaftes Erwachen aus einem ein Jahr langen Alkoholtraum. Ein Gefühl der Freiheit, der Klarheit, dem Loslösen.

    Ich erinnere mich an die ersten Tage und Wochen. Ein Zustand den ich bis heute schlimm finde. Hilflos und unruhig war ich in dieser Welt. Die Unruhe habe ich durch die Trennung immer noch. Was in dem halben Jahr passiert ist fühlt sich wie eine Woche an. Nicht greifbar.

    Jeden Tag beruhige ich mich selber damit, dass ich dieses Thema nicht mehr mitmache. Nicht mehr erleben muss und will.

    Es ist so, alswenn das alles nie geschehen ist. Etwas nicht wollen und machen und es gar nicht merken.

    Die Gefühle sind gleich und ich frage mich immer dann, was hat mich geritten all dem nachzugeben. Habe ich dem zu einfach nachgegeben? Dachte ich immer ich muss? Alles völlig unverständlich.
    Ich denke an diese Tage wo ich einkaufen gefahren bin, ich fahre manchmal die Wege, gehe dort einkaufen und mich überkommt Übelkeit, gepaart mit Heimweh. Ich spüre: hier gehöre ich hin und gleichzeitig könnte ich im Laden schreien was das mit mir gemacht hat. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit, dieses Absturz, dieses Leben in einer Parallelwelt.


    Ich gehe raus, sehe meine Erscheinung im Schaufenster. Ich kann durchatmen und sehe mich heute. Zum Glück. Kein Kreislauf, einfach nur weg von dem Zeug.
    Es holt mich mental sehr viel ein, egal wie ich heute damit umgehe und lebe. Daher kommt einfach nur diese tiefe Verachtung und Abstand.

    Ich wache jede Nacht auf und denke mir auch, wie mein Leben ohne Alkohol gewesen wäre. Was alles dadurch kaputt ging. Da kommt Wut und Traurigkeit. Verschenkte Lebenszeit. Trotzdem bekomme ich keine Panik mehr bei dem Gedanken. Wieso? Weil ich weiß, dass ich eben nicht mehr trinke! Das erfüllt mich wahnsinnig mit Sicherheit. Nicht gestern, nicht letzte Woche. Sondern lange schon nicht mehr. Alkohol ist nicht mehr in meinem Leben. Jedenfalls physisch. Und das musst du dir auch immer bewusst machen: zurück geht nicht aber jede Tag ist der richtige Weg. Es verschwindet nicht aber du kannst dir über dein jetziges Ich eben keine Vorwürfe mehr machen.

    Manchmal beobachte ich Menschen und denke mir dann: die trinken auch nicht und wirken glücklich. Sie sehen gesund aus und können alles machen. Genauso wie ich! Es gibt nur eine Sache die alles kaputt machen wird: Alkohol

    Immer als absolute Befreiung sehen, niemals als Lösung oder Verlangen. Du hast in deinem Leben für 4 getrunken, du verpasst nichts mehr. Sie es so, dein Pensum ist aufgebraucht und ab jetzt geht endlich das Leben ohne neblige Welt los.

    Menschen ohne Sucht werden das Gefühl nie kennen. Aber Freiheit zu bekommen, durch einen selber, ist das aller größte Geschenk!