Angler - Hoffnung kommt hoffentlich

  • Hallo, ich melde mich mal wieder. Aktuell läuft mein Leben so vor sich hin.

    Gesundheitlich ist es gut, innerlich sehr angespannt. Das reden tut zwar gut, aber ich habe das Gefühl, ich drehe mich im Kreis und komme aus dem Dunklen nicht raus.

    Mit der Therapie geht es ganz ok. Das Thema Alkohol, weshalb ich hin ging, ist Recht wenig geworden.

    Seit dem letzten Bier sind es bald 100 Tage. Es kommt mir aber nicht so vor. Es ist eher so, alswenn es nie existiert hätte. Ich war jetzt viel bei Freunden und zum Grillen, wo die mächtig Bechern. Gedanklich bin ich oft woanders. Beim abräumen und auflesen der Kronkorken denke ich eher mal bewusst dran, dass es ja Bier war. Und das alles klebt.

    Gibt es sowas, dass durch "Schockmomente" ein früheres Verlangen oder eine Abhängigkeit sich umkehrt?

    Ich meine jetzt nicht durch bewussten Verzicht oder so, dass man weiß was es bewirkt, sondern sowas wie einen kompletten Reset und Ablehnung? Ich rede nicht von wieder normal trinken oder probieren, nein. Sondern dass das Verlangen oder die Gedanken völlig absurd vorkommen? Also vergleichbar mit: da liegt ne Nadel und Heroin aber man käme nie auf die Idee das zu machen.

    Ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll. Also alswenn man nie getrunken hat und es auch nie machen will und würde.


    So in etwa fühle ich mich und kann daher heute mein Verlangen oder wie man das beschreibt nicht zuordnen. Alswenn ich ein fremder Mensch gewesen wäre.

  • ich kann gerade mir alles vorstellen aber das ist das allerletzte, was ich im Moment machen würde oder woran ich denke.

    Es belastet mich tatsächlich sehr stark. Ich hatte so ein wenig gehofft: das ist der Hebel, das musst du machen

    "Im Moment "

    Andere Momente werden kommen, ganz normal im Leben.

    "Hebel "

    Wären die Grundbausteine. Machst du nicht.setzt dich zu Freunden und sammelst die kronkorken auf und schaust zu,wie die sich betrinken.

    Meine Meinung:der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht, vielleicht nicht im Moment oder einem Monat, aber irgendwann wenn es dir emotional ganz schlecht geht hat der alte "Tröster"dich wieder am Wickel.

    Woher ich das wissen will?Von mir selbst.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Seit dem letzten Bier sind es bald 100 Tage.


    Ich war jetzt viel bei Freunden und zum Grillen, wo die mächtig Bechern. Gedanklich bin ich oft woanders. Beim abräumen und auflesen der Kronkorken denke ich eher mal bewusst dran, dass es ja Bier war.

    Überschätz Dich und Deine "grandiosen" Fähigkeiten nicht. Das ist kein Freibrief für die Zukunft.

    Ich habe so manche "Akrobaten" wie Dich erlebt, es dauerte nie lange, bis sie wieder tranken.

    Du bist für meinen Geschmack viel zu nahe am Alkohol dran. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Deine Sucht wieder heftig meldet.

    Schau einfach mal genau so gründlich in die Grundbausteine rein, wie Du jetzt Trinkern beim Saufen zuschaust und anschließend deren Korken aufsammelst. Dann dürfte sich ein gewaltiger Unterschied auftun.


    Mein Fazit: Beim Thema Sucht hast Du noch einige Lücken zu schließen.

  • Ich habe mein Leben lang nie beigebracht bekommen mit negativen Gefühlen umzugehen..mit Druck, mit Enttäuschungen, mit falscher Hoffnung und mit Langerweile. vorallem aber wurde mir immer Verantwortung abgenommen. Mit dem Start ins Erwachsenwerden, mit Partnerschaften kamen aber all diese Sachen. Ein Aushalten, einen Umgang auch wenn es Konsequenzen hat wurde immer umgangen. Wurde es innerlich so angespannt: Bier zur Beruhigung.

    Das waren erlernte Muster.

    Fehler bei sich suchen? Ganz schwierig. Die anderen haben ja auch... Also verdrängen und beim nächsten Mal wird es anders.

    Lief es gut, brauchte ich die Muster ja nicht abrufen.

    Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mal den Finger in die eigene Wunde gesteckt bekommen. Und das tut weh. Das tut richtig weh. Vorallem was die Wahrheit betrifft. Und wieso? Weil damit ich die Möglichkeiten habe es anders zu machen. Nicht richtig oder falsch sondern eine eigene Stabilität aufbauen die von innen kommt. Nicht von außen, wie es immer bei mir war. Und wenn das Außen wegbricht oder wackelt, schwanke ich noch mehr.

    Täglich hinterfrage ich mich, analysiere mich und mein Verhalten. Ja es ist mehr als schmerzhaft sich eigene Fehler einzugestehen, für die man selber verantwortlich ist. Und jedesmal stelle ich fest, dass ich dazu aber keinen Alkohol brauche. Nicht weil ich dran denke, sondern weil ich nicht dran denke.

    Die Probleme sind weder ertragbarer, was in der Vergangenheit war, noch bietet es mir eine Zukunft. Natürlich spreche ich aus meiner heutigen Sicht, mit meinen jetzigen Gefühlen. Und die werfen auf das Thema einen ganz großen Schatten, den ich Stand heute absolut nicht mehr greifen kann. Es kommt kein Bedürfnis des nebligen Daseins mehr hoch. Kein Gefühl vor etwas zu fliehen, nur für den Augenblick.

    Noch nie war ich so nah bei mir und trotzdem so weit weg, wer ich eigentlich bin.

  • Wenn der Alkohol weg ist, dann tut sich so einiges in der Psyche und das ist gut und auch notwendig, aber es ist anfangs noch ein labiler Zustand.

    Hast du gelesen, was dir Carl Friedrich geschrieben hat?
    Hundert Tage sind ein erster Erfolg, aber eben auch nur ein erster Erfolg. Von Stabilität war ich zu diesem Zeitpunkt noch weit entfernt. Risikominimierung war das Gebot der Stunde und wenn ich höre, dass du bei deinen mächtig bechernden Freunden auch noch die Kronkorken aufsammelst, dann frage ich mich, wieso du so etwas machst? Was willst du damit erreichen?

    Dein letzter Beitrag klingt reflektierend, da ist jemand auf der Suche nach dem neuen richtigen Weg, aber das Handeln passt nicht dazu. Es gibt hier einen Satz, der da heisst: "Nur nicht trinken reicht nicht".
    Wenn du dich jetzt fragst, was denn noch, dann lies dir nochmal die Grundbausteine durch.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Noch nie war ich so nah bei mir und trotzdem so weit weg, wer ich eigentlich bin.

    Das hast du treffend geschrieben. Die Suche nach sich selbst halte ich für einen ganz wichtigen Aspekt beim trocken werden. So ähnlich hab ich das auch erlebt, wahrscheinlich auch viele andere.

    Das dauert, ist intensiv und recht schwer, lohnt sich aber später umsomehr.

    Auch bei mir ein sehr holpriger Weg. Manchmal entmutigend aussichtslos erscheinend.

    Abstand zum Alkohol ist eins der Rezepte wie es leichter wird. Absoluter Abstand.

    Bleib dran, es wird besser

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Ich habe in Gesellschaft nie getrunken und wenn immer nur ein oder zwei Bier, weil ich nachts noch heimgefahren bin.


    Mein Alkoholkonsum war stets allein, stets ungeplant. Ein Tag der gut war konnte durch Streit, Druck, innere Leere kippen. Dann wollte ich für mich allein sein, ging weg und habe in Ruhe getrunken um mich runterzufahren. Es war stets ein erlerntes Mittel was schnell wirkte und den Puls senkte.

    In Gesellschaft waren diese Spannungen nicht da.

    Auch nicht wenn ich heim ging, dass ich dann alles "nachholte" weil ich ja den Schein wahren wollte. Ne, ich wollte wirklich kein Bier trinken.

    Und das war ja auch nicht jeden Tag. Das waren immer so Spitzenzeiten.

    Die therapeutin meinte ja, ich hätte noch Jahre zur Beratung gehen können. Das Ziel ist dort eine Abstinenz zu erreichen, da geht es nicht um das Warum.

    Das kam alles erst später und auf die Frage: " wenn sie in dem Augenblick nicht getrunken hätten, was wäre anders gewesen? Was hätten Sie verändert? Genau, nichts. Weil es nicht in Ihrer Hand lag. Sie konnten nichts damit bewirken."

    Das hat mir viel gesagt, dass ich gar kein Hilfsmittel haben muss, weil es ja eh nichts ändert, außer nur neue Probleme schafft. Eigenschutz und innere Stabilität waren nicht vorhanden. Das lerne ich alles Schritt für Schritt aufzubauen.

    Von daher ist mir bei Bekannten, Freunde usw. echt egal, ob die was trinken, da ich ganz anders an die Dinge herangehen muss. Und das sind Prozesse die sehr langwierig sind aber der einzige Weg für ein stabiles Leben aus dem Innen heraus. Dass ich mich auf mich verlassen kann, unabhängig was um mich herum geschieht

  • Guten Morgen Angler, schön das daß so klappt, ich glaub dir das auch. Ich hab vor ein paar Monaten auch noch so gedacht, inzwischen weiß ich aber über mich das es mich mit einem Fingerschnips wieder in alte katapultieren "könnte". Wie Bolle geschrieben hat "der Krug...."

    Ich würde, könnte, täte das wahrscheinlich auch aushalten aber zu welchem Preis und warum. Stört es dich nicht oder besser gesagt bekommst du da keine Eingebungen vom anderen Teil des Hirns? Ich persönlich tue mir das nicht mehr an, die Kronkorken aufzuheben wäre mir ehrlich gesagt auch zu blöd, pass auf dich auf.und wie gesagt ich traue dir das zu, du bist ja alt genug um zu wissen was für dich gefährlich ist.

    Mit wäre es zu risikoreich meine Monate stell ich auf jeden Fall nicht "All in" davon abgesehen hab ich null Bock mehr Leuten beim saufen zuzusehen.

    Gruß Arno

  • Moin. Heute in drei Wochen lebe ich endlich in meiner eigenen Wohnung. Es ist Wahnsinn, wie die Zeit rennt. Gedanklich bin ich noch im Januar. Es ist unwirklich, ich habe viele Gefühle verloren.

    Meine Trauerbewältigung hält noch an. Manche Tage überstehe ich, an einigen ist es ganz heftig.

    Die vorrübergende Unterbringung bei meinen Eltern ist heftig. Wir stoßen mittlerweile an Grenzen, die nicht mehr einfach so sind.

    Oft rast mein Herz, dann meine Probleme, Job, mein Kind auch noch dabei. Die Nerven sind einfach fertig. Das ist eine Höchstbelastung.
    Ablenkung funktioniert kaum, ich habe nach kurzer Zeit keine Lust mehr, verfangenmixh in Gedanke und Schuld mit Scham, mit Ängsten und emotionaler Leere.

    Es kommt immer häufiger vor, dass ich diese Enge spüre, wie ein Druck der mir die Kehle zuschnürt. Ich kenne dieses Gefühl mehr als gut. Das ist das Gefühl raus zu müssen, an den Waldrand und Bier trinken, bis das Leben wieder schön ist.

    Die Gefühle sind alle ungefiltert, was nicht da ist, ist der Drang auf Bier.

    Mein Kumpel hat am Freitag zum Eishockey mitgenommen. Da waren wir früher immer. Sowohl mit Bier als auch ohne. War lieb gemeint, bisschen Ablenkung. Aber der Kopf will einfach ich Freude empfinden. Neben mir der hat einfach nur nach Bier gestunken. Ich konnte den Geruch bei anderen noch nie ab. Ich weiß, was meine Ex ertragen musste und noch lächerlicher, alsob ein Fisherman dagegen hilft. Das hat mich noch mehr getroffen. Diese Scham und die Erkenntnis, was ich gemacht habe.

    Der Blick in den Spiegel zeigt mir, dass ich gesundheitlich auf dem richtigen Weg bin, ich erkenne mich nicht mehr wieder. Auch der Blutdruck dürfte wieder normal sein, die roten Wangen bei Stress und Anstrengung treten nicht mehr auf. Langsam bekommt es mehr Struktur, liegt aber auch am Sport.

    Die Therapie tut gut, aber ich finde es auch sehr kräftezehrend. Man kommt sich wie ein kranker Psycho mit ganz vielen Problemen vor, während alle um einen rum locker drauf sind.

    Eigentlich bin ich auf einem guten Weg. Ich trinke nicht weil es normal ist und ich gar keine Grund empfinde es zu ändern. Ich reflektiere mich und finde hoffentlich irgendwann zu mir. Ich mache Sport und baue mir eigene feste Strukturen auf, die unabhängig von Personen sind.

    Alles soweit gut und normal.

    Nur immer wieder kommen diese Panikattacke hoch: wenn du nicht getrunken hättest, dann wäre alles gut gegangen, dann wärst du nicht da, wo du bist.

    Meine Psychologin sehe ich manchmal als kritisch an. Vor meiner Beziehung war ich stabil, ausgeglichen und nüchtern. Weder anfällig noch sonstwas

    Und trotzdem kippte etwas in mir, was zu all dem geführt hat. Sie argumentiert, dass das Problem nicht der Alkohol war, sondern Beziehungsstrulturen. Ich hätte auch was anderes machen können, die Probleme waren da. Bier war ein erlerntes Heilmittel dagegen. Weil ich ab der Trennung es nicht mehr ändern konnte, war diese Art von Lösung keine Option mehr, dadurch war das Verlangen weg, weil es nichts mehr brachte.

    Jetzt kommt stundenlanges mit Selbstliebe, innere Stabilität, Grenzen usw

    Aber es ergibt für mich keine richtige Lösung, weil normale instabile Menschen ja auch nicht immer zum Alkohol greifen

    Mir ist schon klar, dass es weit verbreitet ist, dass es zur Bewältigung von Problemen genutzt wird. Mir macht es eher Sorgen, mit welcher „Logik“ ich nach Jahren danach es wieder genommen habe um es dann wieder abzustellen, als für mich alles kaputt war.

    Und bis heute finde ich nicht zu mir und meinem Seelenfrieden und habe ehrlich gesagt Angst, dass es wieder Jahre gut geht und irgendwann es wieder kippt. Also was aktuell für mich unvorstellbar ist, aufeinmal wieder da ist, weil ich keine Ausweg aus meinen Gefühlen finde.

    Seitdem ich nichts mehr trinke, kann ich nicht mehr weinen. Das Bier war oft mein Mittel um für mich im ruhigen am Wald richtig loszu heulen, den ganzen Druck abzulassen. Ich kenne danach das Gefühl auch, wenn wie ein großer Klotz weg ist. Aufgestauter Balast. Und trotz Therapie, Reden, Sport empfinde ich trotzdem eine seelische Unzufriedenheit.

  • Vielleicht liest Du Deinen Faden mal in Ruhe von vorn bis hinten durch, Angler, um Muster und auch Entwicklung bei Dir zu erkennen. Diese Entwicklung braucht einfach Zeit und Geduld - und keiner weiß, wie lange.

    Ich frage mich außerdem, was "normale instabile Menschen" sein sollen: meinst Du Menschen, die trotz ihrer Probleme nicht süchtig geworden sind? Empfindest Du Dich als unnormal? Das Thema Scham kommt ja immer wieder bei Dir vor.

    Ich fürchte, solange Du nicht akzeptieren kannst, dass Alkoholismus eine unheilbare Krankheit ist und keine Charakterschwäche, wirst Du Dich weiter quälen müssen. Auch die Frage nach dem Warum und Wieso ist zwar menschlich verständlich, bringt Dich aber auf Dauer nicht weiter.

    Ich weiß auch nicht, warum ich alkoholsüchtig gewirden bin und meine Geschwister, so scheint es zumindest, nicht. Ich kann auch kein genaues Datum nennen, wann bei mir aus Missbrauch Sucht wurde.

    Richtig weinen kann ich auch schon länger nicht mehr, trotz diverser Trauerfälle. Das führe ich eher darauf zurück, dass ich es (und auch andere Gefühle) zu oft unterdrückt habe, weil scheinbar gerade "unpassend". Alk wünsche ich mir deswegen nicht zurück.

    Ich weiß nur, dass ich süchtig geworden bin. Und ich habe hier gelernt, was ich tun kann, um meine Abstinenz abzusichern. Schonungslose Ehrlichkeit mir selber gegenüber ist dabei für mich zentral.

    Kannst Du in den Spiegel gucken und Deine Realitât annehmen? Z. B.:

    "Ja, ich bin Alkoholiker - das ist eine schwere, unheilbare Krankheit, kein Verbrechen. Zumindest kann ich die Krankheit stoppen und dann gut damit leben. Das ist nicht immer einfach, aber möglich. Ich muss mich nicht schänen, dass ich suchtkrank geworden bin, aber ich kann stolz darauf sein, dass und wie ich mich meiner Sucht stelle. "

  • Wow Angler, ich kann gar nicht richtig einschätzen aus was dein Problem wirklich besteht, Alkohol, Beziehung oder innere Unzufriedenheit.

    Es kommt immer häufiger vor, dass ich diese Enge spüre, wie ein Druck der mir die Kehle zuschnürt. Ich kenne dieses Gefühl mehr als gut. Das ist das Gefühl raus zu müssen, an den Waldrand und Bier trinken, bis das Leben wieder schön ist.

    Die Gefühle sind alle ungefiltert, was nicht da ist, ist der Drang auf Bier.

    Ich verstehe das nicht, Drang, dann doch kein Drang, fühl dich bitte nicht angegriffen vielleicht interpretiere ich das ja auch alles falsch aber führ mich ergibt das keinen richtigen Sinn.

    Bier war ein erlerntes Heilmittel dagegen. Weil ich ab der Trennung es nicht mehr ändern konnte, war diese Art von Lösung keine Option mehr, dadurch war das Verlangen weg, weil es nichts mehr brachte.

    Meine Psychologin sehe ich manchmal als kritisch an. Vor meiner Beziehung war ich stabil, ausgeglichen und nüchtern. Weder anfällig noch sonstwas

    Vielleicht hat deine Psychologin aber Recht? Vor der Beziehung warst du nüchtern und wenn ich es richtig lese danach auch.

    Seitdem ich nichts mehr trinke, kann ich nicht mehr weinen. Das Bier war oft mein Mittel um für mich im ruhigen am Wald richtig loszu heulen, den ganzen Druck abzulassen. Ich kenne danach das Gefühl auch, wenn wie ein großer Klotz weg ist. Aufgestauter Balast. Und trotz Therapie, Reden, Sport empfinde ich trotzdem eine seelische Unzufriedenheit.

    Jeder ist anderst aber bei mir wäre dann spätestens nach dem dritten Bier Schluss mit Weinen, das wäre dann vermutlich am nächsten Tag der Fall wenn man dann verkatert begreift das sich gar nichts geändert hat.

    Wie Du ja schreibst : Bier war ein erlerntes Heilmittel dagegen.

    Wie für die meisten Alkoholiker behaupte ich mal, mich hat der Alkohol alles vergessen lassen, Probleme wurden einfach auf später verschoben etc.

    Rennschnecke hat es gerade auch geschrieben was ich im gleichen Moment schreiben wollte, stell dich doch wirklich mal vor den Spiegel, ich hab das Gefühl du versuchst es zu relativieren, vor und nach der Beziehung war alles gut, dann wieder dich nicht...

    Um glücklich zu werden solltest du dir darüber in klaren sein was du bist, aber das hatten wir ja schon mal...

    Wie gesagt ich meine das nicht böse, ich verstehe dich nur nicht ganz, vielleicht stehe ich auch auf der Leitung.

    Gruß Arno

    Gibt es sowas, dass durch "Schockmomente" ein früheres Verlangen oder eine Abhängigkeit sich umkehrt?

    Ich meine jetzt nicht durch bewussten Verzicht oder so, dass man weiß was es bewirkt, sondern sowas wie einen kompletten Reset und Ablehnung? Ich rede nicht von wieder normal trinken oder probieren, nein. Sondern dass das Verlangen oder die Gedanken völlig absurd vorkommen? Also vergleichbar mit: da liegt ne Nadel und Heroin aber man käme nie auf die Idee das zu machen.

    Du versuchst doch Dir was einzureden oder? Meines Wissens nach gibt es das nicht, vielleicht bei Leuten die nicht viel oder lang getrunken haben, aber das glaube ich auch nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von R/no (12. April 2026 um 16:49)

  • Mit dem Drang der Gefühle ist gemeint, dass bei einem bestimmten Bauchgefühl es so heftig war, eine innere Unruhe, dass ich was getrunken habe.

    Ich musste raus aus der Situation um eine Erleichterung zu bekommen. Das waren heftige Streits, unausgesprochen und allen gelassen sein.


    Diese Gefühle kommen jetzt auch, es fühlt sich genauso an, Aber ich habe kein Verlangen nach Bier. Daher ist das Filtern nicht möglich. Es knallt auf mich ein und ich bekomme es nicht weg. Am liebsten würde ich ganz weit wegrennen und die Gedanken da lassen.

    Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich eine jungen Mann der sehr müde aussieht. Nein, ich kann mir nicht verzeihen, nicht Vergessen. Egal ob es nun ein 1/4 Jahr ist oder ein ganzes Jahr. Dieser aktuelle Zustand ist ja mein Normalzustand, nicht das andere, wie ich mich gegeben habe. Und das es so war, das ist eben etwas was mich trifft, egal warum und ob es eine Krankheit ist. Ich hab mich selbst enttäuscht.
    Und wenn ich in die Augen sehe kommt alles, aber nicht Bier. Nicht bei dieser Person.

    Ich fechte seit Monaten was mit mir aus, aber nicht was die Abstinenz betrifft. Für mich war beim letzten Schluck klar, dass dieses Kapitel keine Zukunft mehr hat. Seitdem kann ich es nicht mehr nachvollziehen, was da alles mit mir passiert ist, dass es dazu kam. Der Kopf ist einfach Matsche. Es ist auch so, dass die Nerven unter Dauerbelastung sind, da ist gar keine „Freude“ da, dass es so gut läuft. Wie gesagt, es ist für mich nichts besonderes mehr, wieder zurück zu mir zu kommen. Wahrscheinlich belastet mich das deswegen so sehr.

  • Hoffentlich hilft dir deine neue Wohnung weiter, bei mir steht auch eine neue Wohnung an und ich freu mich schon riesig darauf. Eigentlich steht deiner zufriedenen Abstinenz ja dann nichts mehr im Weg, du musst die Vergangenheit halt hinter Dir lassen und vielleicht lachste dir nicht gleich die nächste große Liebe an bevor du mit dir selbst klar kommst.

    Bist ja noch nicht soo lang "trocken" und vielleicht bildest du dir das alles nur ein, das klarkommen, mit macht das nichts aus, Alkohol lässt mich kalt usw. bei mir war das am Anfang fast genauso ich war mindestens genauso hartnäckig davon überzeugt das mir das alles gar nicht soviel ausmacht, Freunde und Frau können ruhig in meiner Anwesenheit trinken, wieso soll ich mein "Problem" zu ihrem machen usw. usf.

    Alles gut gegangen, ich hatte Glück, ganz ungefährlich war es aber nicht. Gestern hab ich z.B. die Spülmaschine aufgemacht und ein Schwall von Weißwein kam mir entgegen, Weißwein im Kühlschrank, Weißwein im Vorratsschrank usw. deswegen bin ich froh bald meine eigene Bude zu haben, wenn ich mir vorstelle das ich in die Ecke gedrängt werde und es einen riesen fiesen Streit gibt, ich am Boden zerstört bin, dann wäre der Griff zur Flasche möglicherweise schnell. ich war auch lange in einem Jammertal und kann es ein stückweit nachvollziehen wie du denkst glaube ich zumindest.

    Pass auf, vor allem geh nicht auf Saufpartys, im Ernst was willst du da, wenn du wirklich Alkoholiker bist tanzt du echt auf Messers Schneide. Auch deine "Trauer" ist so ein Ding, ich hab gestern bei einem neuen geschrieben das die Traurigkeit der beste Freund der Sucht ist oder so ähnlich. Man schaukelt sich da so tief in eine hoffnungslose Situation bis der alte gute Freund bei Fuß steht, tja und dann wird's schwer.

    Mir ging es lange ähnlich schlecht, sah keinen Ausweg mehr, war depressiv etc. zum Glück hab ich immer noch einen kleinen Hoffnungsschimmer gesehen sonst wäre das nicht mehr lange gut gegangen und wär wieder da gelandet wo ich letztes Jahr angefangen hab bloß noch schlimmer. Ich bin dir Monate voraus mit der Abstinenz, hatte Hochgefühle, dachte schon ich bin übern Berg usw. also sei vorsichtig der Schein kann trügen.

    Also vergiss deine Ex, denk an Dich und schieb die Schuld nicht auf dich. Nach einen Neuanfang in deiner neuen Wohnung und nach bloß keine Einweihungsparty mit den üblichen Verdächtigen😉

  • Danke. Es gibt kaum noch Tage, andere ich so bewusst mir das vorhole. Ist zu lange schon her. Die Tage sind für mich alle normal geworden, ein Trott. Seitdem ich gelernt habe auf meine Gefühle zu achten und damit auch umzugehen, ist weiterhin immer noch kein Verlangen da. Also dieses „aaaaeg, ich brauch erst mal ein Bier-Gefühl“

    Ich halte es echt einfach aus, es passiert ja nichts. Schon komisch, dass man früher immer dann, kurz bevor es eh vorbei ist, nicht mehr konnte, oder was „wollte“. Also sich förmlich dazu zwang, es doch zu machen obwohl gar keine Lust da war.

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