Eine Trennung mit Liebe, die man ja nicht wollte, wird lange dauern. Das geht nicht von heute auf Morgen weg.
Du hast es schön geschrieben und das musst du dir bewusst machen: der Alkohol ist anderen auch aufgefallen. Du hast eine Trennung erlitten. Die geht es logischerweise heute nicht gut. Du willst nicht mehr trinken.
Und du trinkst nicht mehr. Das musst du dir bewusst machen: trotz alldem greifst du nicht zum Alkohol. Du bist körperlich raus und jetzt geht es um die Stabilität. Heißt den schlimmsten und schwersten Schritt hast du hinter dir! Was du jetzt hast ist die Freiheit für dich. Du weißt was Alkohol bewirkt hat. Heißt, alle Entscheidungen und Dinge die ab jetzt passieren liegen nicht mehr am Alkohol! Der kann dir keinen Schaden mehr anrichten. Du allein bestimmst ob er wieder die Rolle übernehmen soll oder ob es das wahre Leben ist.
Wahrscheinlich gibt es kein Zurück mehr. Ich musste auch lernen, dass nur Abstinenz nicht Vergebung heißt. Er heilt keine Verletzungen oder Vertrauensbrüche. Das ist härter zu wissen als der Alkohol selber.
Genau das aber zeigt die: es liegt nicht an dir sondern an dem Alkohol, der das aus dir gemacht hat.
Wenn du dir dem bewusst wirst, also richtig bis in die letzte Zelle deines Körpers, um so abstoßender wird der Alkohol. Du musst ihm dieses Image nehmen was du immer im Kopf hattest und es durch die Realität ersetzen: er macht so oder so am Ende alles kaputt. Die ersten 10 min Rausch und Ruhe fordern eine lebenslange Strafe. Vergleichbar mit dem Packt mit dem Teufel. Du verkaufst deine Seele.
Du hast vielleicht nicht auf Verhalten und Gefühle anderer Einfluss aber auf deine. Und das einfachste ist einfach den Drink stehen lassen. Es ist nur ein Getränk! Du zahlst aber damit Trennung, Neuanfang, Liebeskummer, Zukunftssorgen usw. Das musst du immer im Kopf behalten. Nimm ihm die Verlockung.
Was mir sehr geholfen hat war das Auseinander setzen damit, auf was verzichte ich? Wenn ich normal trinken könnte, würde ich es dann heute auch noch machen? Vor Einem Jahr war es noch: gesellige Runde. Das war das einzige was noch im Kopf war. Getrunken habe ich für mich, allein, aus Frust. Also alles andere als gesellig.
Heute steht auf der Liste kein „Argument“ mehr weshalb der Alkohol (bisher) seine Verlockung verloren hat.
Ich habe damit nicht nur Alkohol weggelassen, wieder Sport gemacht. Nein ich habe auch gespürt wer ich bin. Klar auch ich gehe seit einem halbe Jahr durch die Trennung mit wahnsinniger Schuld und Wissen es hätte nicht so sein müssen.
Aber das letzte was noch was bringen würde wäre Alkohol. Ich würde es allen noch bestätigen, welchen Eindruck sie von mir zu letzt hatten.
Ich will aber mein wahres Ich sein. Du wirst dich selber finden weil die Person die du jetzt bist und sein wirst, ist nicht mehr die alte. Du wirst bewusster und gestärkter rausgehen.
Mir haben solche Sachen und Videos auch geholfen, mich bestärkt. Oft kam ich aber dann auch an den Punkt mit absoluter Traurigkeit und Wut auf mich. Es war einfach zu viel sich ständig damit zu beschäftigen.
Manchmal muss man auch einfach gehen lassen. Unternimm was schönes ohne ständig die Gedanken daran. Glaub mir, irgendwann wird dich das nicht mehr so berühren wie jetzt. Ich hatte auch einige Jahre ohne Alkohol hinter mir und das Leben war schön. Mein Hintertürchen war aber „ein Bier wird schon gehen“ an einem Scheiß Tag. Ich hatte vorher keine Konsequenzen erfahren, damals so aufgehört. Heute habe ich massive Konsequenzen erfahren weshalb diese Tür jetzt zu ist. Das was du bisher geschafft hast … und das ist enorm… nämlich den Schritt machen und nicht nach einer Woche oder nach zwei Wochen wieder anfangen, kann dir keiner mehr nehmen! Nur du dir selber.
Du gehst auf die Feier und ich sage dir, du wirst das gut machen. Weil du stärker bist als du dir selber zutraust. Diese Sachen bauen dich innerlich auf. Stück für Stück und sie bringen dich wieder zu dir. Dazu brauchst du keinen Alkohol. Die Kraft ist schon in dir drin.