Beiträge von Angler

    Vielen Dank für die ganzen Antworten. Ich mache hier jetzt erstmal Pause. Es belastet mich tatsächlich sehr stark. Ich hatte so ein wenig gehofft: das ist der Hebel, das musst du machen, dann ist alles gut.


    Nach meinen therapeutischen Sitzungen heute Morgen ist das Problem nicht eins, sondern viel tief Sitzendere.

    Da bin ich hier etwas falsch, das wird keinen Erfolg bringen, weil das Pferd von hinten auf gezäumt wird. Ich will auch keinem damit die Energie rauben.


    Es sind seit Jahren depressive Gedanken, innere Rastlosigkeit und Unzufriedenheit. Funktionieren ohne Lebensfreude.

    Deswegen klammer ich mich an Beziehungen, weil sie kurzfristig diese Leere füllen. An Aktivitäten, die aber keine Freude bereiten. Kommt die Routine rein, verschwindet wieder die Befriedigung und es entsteht Leere. Obwohl alles gut ist. Wenn dazu aber auch noch Probleme kommen, dann wird es richtig kritisch. Und dieses Muster kommt immer vor, und immer dann mit Alkohol gedämpft, dass das Gefühl wieder kommt.. diese Anspannung und seelische Leere verschwindet.

    Aus diesem Grund gibt es Phasen inden ich kein Verlangen habe oder auch nicht dran denke, weil ich Befriedigt bin. Ich suche stets aber das Glück, Freude im Außen, weil ich von innen nicht aufbauen kann. Das ist jedoch schon seit meiner Kindheit so, nicht erst seit den letzten Jahren.

    Es ist jedoch auch entscheidend, dass ich für mein Leben Alkohol umgehen sollte, weil der das ganze verstärkt. Genauso ist es, dass ich kein Online Shopping machen sollte, wenn es mir nicht gut geht, um Glücksgefühle zu bekommen, die nur kurzfristig wirken. Deswegen helfen die Antidepressiva auch nicht, weil sie das Innere nicht heilen können. Ich falle immer wieder in das alte Muster zurück.

    Obwohl ich jetzt nicht trinken, sehr gut finanziell aufgestellt bin, gute Freunde habe, eine neue Lebensperspektive ist es in mir so, alswenn ich bald sterbe.

    Die Reise wird jetzt über eine Langzeittherapeuthische Maßnahme gehen.


    Der Ort hier ist jedoch nicht die richtige Anlaufstelle. Deswegen kann ich mich nur für die Unterstützung von allen bedanken, melde mich vielleicht mal, wenn mir danach ist... Aber ich muss den Fokus jetzt auf mein inneres richten, weg von dem Gedanken, es ist nur der Alkohol und dann wird alles wieder gut.

    Da habe ich mal sehr interessante Berichte zu gesehen. Das war nämlich nicht immer so.

    Am Anfang hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts kaum einer Zigaretten geraucht. Edward Bernays gilt da als Urvater. Er vermarktet das so, dass in den Köpfen es für besonders galt, zu rauchen. Männlich, stark, entspannend usw. Er wurde damals von der Tabakindustrie angeheuert.


    Die selbe Strategie wurde mit Alkohol gemacht. Jeder kennt das Becks-Schiff von Freiheit und Abenteuer. Der harte Kommissar, der im Dienst schon das Dosenbier wegknallt und mega erfolgreich ist.


    Das ist alles ein Bild, was der Wahrheit in keinster Weise entspricht, sondern eine reine Gehirnwäsche ist. Diese Bilder werden aber über Generationen weitergegeben weil es in den Köpfen so verankert ist.

    Das ist ganz schwer zu erkennen, weil man ja eher der Verzichtet auf das ist, statt die Freiheit zu wollen.

    Der Wandel kommt langsam, ist aber noch recht rückständig. Wenn man in den 80er Jahren Serien schaut, rauchten die im Krankenhaus und es standen die Cognac Flaschen bei Prof. Brinkmann im Arztzimmer.

    1975 erkannte man jedoch die Probleme des Rauchens wo Zigarettenwerbung zum Teil verboten wurde. Da die Alkohollobby hier stark ist und unter dem Deckmantel Kultur das tarnt, geht man das nicht an. Da sind die Amerikaner weiter.


    Du kämpfst also nicht nur für ein besseres Leben, du kämpfst auch gegen ein Bild, was dir immer eingetrichtert wurde und nie in Frage gestellt wurde.

    Hallo

    Vielleicht ist es doch die Sucht, oder das suchtgedächtnis, das dich solange durch das Gedankenkarussel jagt, soweit bis du nicht mehr weiter weißt, erschöpft bist von den vielen Gedanken und "hätte,wäre wenns"

    Und dann die Flasche hinstellt, auch wenn du weißt das es nicht guttut, dich ekelt oder abstößt,und ein scheißegal Gefühl aufkommt, oder Zweifel, das du doch alles steuern kannst.

    Also ich kann gerade mir alles vorstellen aber das ist das allerletzte, was ich im Moment machen würde oder woran ich denke.

    Es kann gerade alles um mich rum geschehen, aber jetzt Bier trinken wäre die reinste Folter. Das ist sogar noch schmerzhafter als der Liebeskummer. Lieber würde ich den ertragen statt was trinken "zu müssen".

    Wie würde es bei dir aussehen, wenn du die Beziehungsgeschichte komplett ausblendest und nur diese eine Frage beantwortest?

    Wenn ich als Basis nehme, ich bin glücklich mit mir oder auch glücklich mit der Partnerin. Es gibt keine Sorgen.

    Nein, da käme kein Alkohol ins Spiel. Weder gedanklich noch vom wollen. Selbst wenn ich es DÜRFTE, also was trinken ohne mehr zu wollen oder so, würde ich nicht trinken wollen. Das liegt nicht daran, dass ich es jetzt alles anders sehe, sondern wirklich kein Verlangen hätte. Das hat sich in meinem Leben nie geändert, bis heute. Ein Verlangen danach war es nie, eher ein Zwingen für das Gefühl der Leichtigkeit und Vergessen.

    In guten Zeiten war das duselige Gefühl nicht gewollt. Aktuell fühlt es sich auch genauso an, wie ich mein Leben ohne kenne. Ich muss mich nicht zwingen oder ablenken. Es ist nicht vorhanden, eher unvorstellbar.

    Und nein, das ist nicht nur gesagt um es schön zu reden, dann würde ich mich ja selbst belügen. Ich bin ja hier weil ich mich damit auseinander setzen will.

    Zu trinken. Ich war aus der Wohnung geflogen, es war aus. Zum einen gab es kein Zurück, egal was ich mache, zum anderen wusste ich, dass ich jetzt nur für mich bin.

    Das was alles verursacht hat, hätte die nächsten Probleme gebracht. Vielleicht wärs der Führerschein gewesen.

    Es ergab ja keinen Sinn mehr. In de Beziehung wäre es irgendwann wieder besser geworden, irgendwann wieder Harmonie. Also temporär die Zeit weg trinken bzw. Die Spannungsspitzen zur Beruhigung.

    Ich hänge halt fest. Wenn dich deine Partnerin rausschmeißt, weil du immer trinkst. Man vergisst gerne die Abende, wo die Tränen flossen weil mein altes Leben weg war und die Einsamkeit da.


    Heute bin ich auf einem Flohmarkt, nachher zum Sport. Ich habe zwei Hosengrößen weniger und fühle mich fit. Der Bauch ist flach, die Arme werden dicker. Ich käme gar nicht auf die Idee oder Lust jetzt Bier zu trinken. Eben bei der Bratwurst gab's Cola. Kam sofort Erinnerung an meine Kindheit hoch, wie geil das schmeckte. Ich hab nicht mal gemerkt, dass die gar kein Bier verkauft haben. Ja ich genieße es zum Teil, vorallem dass ich mich nicht zu Grunde gerichtet habe und es mir wieder besser geht. Dass ich es gleich gelassen habe und nicht den Kummer ertränkt habe. Das kam für mich gar nicht in frage

    Also ich werde gerade nicht schlau aus dir, vorher hast du das geschrieben

    Das erste war meine Frau damals. Da habe ich mir noch nicht viel bei gedacht. War Anfang oder Mitte 20, es war sowas wie Wochenende. In den Jahren danach war eh keine Alkohol im Spiel. Oder nicht wirklich nennenswert. Wir wurden Eltern, haben viel mit Freunden und den kleinen gemacht, da hatte man andere Sachen im Kopf. Da gab's auch kein Partyleben mehr und Bier hatten wir eh kaum daheim. Wenn man ne Flasche Sekt wenn Besuch kam. Aber der Kasten stand nie bei uns daheim rum.


    Das andere und zu letzt, ist meine letzte Partnerschaft.

    Durch meine Krebserkrankung und erstmals bewusst entschieden, dass ich gänzlich auf Alkohol verzichten möchte, weil ich nicht mehr rankam, lernte ich sie damals kennen. Da war ich 1,5 Jahre ohne Rückfall oder sonstiges. Nach einem Jahr Beziehung, also gute 2,5 Jahre habe ich wieder angefangen mir Bier bewusst zu kaufen.

    Ich will da jetzt auch gar nicht mehr alles breiteten, das geht in eine sehr psychologische Richtung die ich derzeit aufarbeite. Manche machen das, andere sagen ich bin Süchtig und das weiß ich. Für mich ist aber wichtig Muster zu erkennen. Weil man wirft nicht einfach ein glückliches Leben nach einer langen Pause so weg. Ich kann jetzt 5 Jahre trocken und Single sein, im 6. Jahr fange ich wieder an weil sich das Spiel wiederholt und ich nicht merke woran? Das ist für mich .ist das gefährlichste überhaupt. Es ist nicht das es die Verfügbarkeit ist, dass in Gruppen getrunken wird usw. Es sind bestimmte Ereignisse, Phasen was auch immer, die ausschließlich in Beziehungen vorkommen. Meine Psychologin hat es Recht einfach runtergebrochen, was mir aber im Umgang und jetzt sowieso wenig hilft. Das ist immer die Sichtweise hinterher auf Dinge die passiert sind, ich sie aber in dem Moment gar nicht wahrnehme.

    Angler, du schreibst, dass du Alkoholiker bist.

    Deshalb eine konkrete Frage. Ab welchem Punkt würdest du sagen, ist aus deinem Konsum eine Sucht geworden? Und woran machst du fest, dass es heute keine Rolle mehr spielt?

    Ganz einfach: manche Leute trinken ein Bier und das wars. Manche trinken im Gespräch, das Bier wird nach einer Stunde schaal und sie geben das halb volle Glas zurück.

    Wenn ich nach langer Zeit wieder Bier getrunken habe, merkte ich sofort die Wirkung und mir wurde schlecht. Ich war auch über mich enttäuscht, weil ich es ja nicht mehr wollte und die Wirkung mich an böse Zeiten erinnerte. Der Schock war so groß, dass ich Angst bekam und es ganz schnell weggemacht habe. Aus Respekt und Folgen.


    Das ich merkte, dass da was nicht stimmt war, als ich mir bewusst was gekauft habe, mehrere Dosen, um in einer ruhigen Phase mich runter zu fahren. Also z.b..bin ich in den Wald gefahren, hab mich auf einen Hochsitz gesetzt oder auf eine Wiese. Dann hab ich getrunken und es kam eine Ruhe rein. Die innere Anspannung war weg. Ich dachte mir: die Probleme und die Menschen (die Frau) sind es nicht wert, lass dich nicht so fertig machen. Du hattest ohne sie auch ein tolles leben.

    Wenn es dann Monate später wieder heftig wurde sagte ich mir: du kannst mich mal, jetzt mache ich es eben, ich halte das nicht aus.

    Es kam irgendwann natürlich raus, das führte zu richtigen Spannungen. Ich fühlte mich in die Ecke gedrängt, war wie in einem golden Käfig. Zum einen wollte ich niemandem weh tun, zum anderen auch keinen Alkohol trinken. Also suchte ich Beratungen auf und sprach alles durch. Kennt jeder, was den Umgang, Gehirn, Trigger usw macht. Oft kam ich gestärkt da raus, ich wollte es ja nicht. Partnerin war stolz, Harmonie. Alles gut. Ich dachte mir: geht doch, wenn alles läuft. Nur Beziehungen sind nicht immer harmonisch, gerade nicht, wenn man einen sehr dominanten uns Selbstbewussten Part neben sich hat, dem man sich über Jahre gebeugt hat. Die Energie war irgendwann raus, ich habe meine weniger freie Zeit einfach für mich "genossen" kein Streit, keine Kontrolle. Verlustängste runtergekippt. An mein altes Leben gedacht, wo ich frei war, ohne Angst vor Trennung, schlechter Laune, Fremdgehen von ihr.

    Da es ein rotes Tuch für sie war (sie selbst trinkt und kifft, aber sie hat es ja im Griff...) habe ich genau drauf geachtet, dass KEIN Leergut mehr zurückblieb. Ich habe es richtig akkurat entsorgt und immer drauf geachtet, dass ich nicht völligst betrunken war und was übersehen habe.

    Mir war klar, dass das nicht normal ist. Andere schaffen es ja auch und haben nicht die Probleme. Habe mich engsten Freunden und auch der Beraterin anvertraut. Wirklich die Karten auf den Tisch gelegt. Die haben alle gesagt: Lauf jung, geh weg, die Macht doch krank.

    Ich hielt fest und war in diesem Rad drin.

    Es endete 2025 im Krankenhaus. Letzte. Chance von ihr, ich zog es durch. Sie war so liebevoll, bemüht, es gab wieder nähe. Sie war mein Droge. 7 Wochen lang, bis zum Weihnachtsfest. Ich könnte nicht mehr, ich wollte sowas wie ein Ende ohne es wirklich zu wollen. Mein inneres war fertig. Und damit trank ich am Tag der Trennung richtig was.

    Ich hätte es lassen können. Ich hätte es retten können, ich hätte es mir beweisen können. Ich hätte ich hätte ich hätte.

    Ich habe es nicht. Meine Welt brach ein, meine ganze Hoffnung, meine Liebe. endgültig weg. Und in tiefster Trauer, tagelang nur in Embryoatellung erblickte ich mich und sah durch mich durch, dass ich die letzten Jahre nicht mehr ich war. Ich sah mich als Kind, als junger Mann und als lieber netter Kerl, der ich mal war. verändet durch einen Druck, dem ich in diesem aleben nie standgehalten habe weil mein inneres unruhig war. Es fehlte irgendwas, was nur Bier ruhig gestellt hat.

    Seit diesem Tag habe ich nicht mehr getrunken. diese Anspannung weg war. Sie kam auch nicht wieder. Es war Trauer und seelische Schmerzen, bis heute verfolgt mich alles, aber ich habe kein Gefühl von seelischer unzufriedenheit mehr verspürt. Es war mir egal wie andere mich bezeichneten, was sie von mir dachten. Der Gedanke du musst jetzt was trinken, dann hört das auf kam nicht mehr. Das Gefühl war ein völlig anderes.


    Vom kognitiven ist wie gesagt seitdem Alkohol mit Schmerz, Trauer, Wut und Hass verbunden. Selbst bei dem Wissen, dass meine Ex einen neuen hat kam alles hoch, aber nicht die Flasche. Zum ersten Mal überhaupt bin ich in meinem Leben durch Trauer, Wut und Verletztheit nüchtern gegangen.

    Hallo,

    als ich das Mädel damals kennenlernte war gar kein Gedanke an Alkohol. Ich wollte gut riechen, wir haben lange telefoniert, bis in die Nacht. Ich war immer fit und abends bin ich zu ihr gefahren, teilweise wieder heim. Da passte Alkohol überhaupt nicht rein. Nicht mal Gedacht mich zu schwächen. Ich war körperlich und geistig total fit. Energy Drinks, das war immer so ne Zeit ein Laster von mir, wenn ich kein Wasser mal sehen konnte. Dieser klare Kopf, den hab ich jetzt auch und im Dezember, wo ich wirklich so gehofft habe es wird alles gut, da war auch kein Bier mehr im Spiel.

    Nein, ich habe nie getrunken weil ich das Verlangen nach Alkohol hatte. Wenn ich was getrunken habe, habe ich auch teilweise das Bier weggekippt, weil es mich geeklelt hat und ich an meine Gesundheit gedacht habe. Natürlich war es nicht das erste Bier, aber ich habe nicht alles weggetrunken. Gut, kein Alkoholiker trinkt gern. Ich habe meine Wesensveränderung gemerkt und war immer froh, dass ich allein war bzw bis zum nächsten Tag wieder alles weg war.

    Moin,

    dass da was nicht stimmt, ist mir klar. Sonst hätte ich es ja nicht gemacht. Ich wollte ja nicht absichtlich sie Beziehung kaputt machen oder mir mein Leben verbauen.

    Klar gehört das zum Therapeuten und die hat ja auch gesagt, ich habe mich abhängig gemacht. Und wenn dann was war, was ich selbst nicht ändern konnte, also in dem Fall dann in der Rolle drin war, habe ich sie Flucht gesucht. Raus, Ruhe, Bier.

    Ist das weg oder es ist Harmonie pur, kein Bier, kein Bedürfnis. Damit habe ich aber meine eigene Verantwortung abgegeben. Das ist schleichend, das ist Entwicklung. Da kommen noch Faktoren wie Unzufriedenheit, mangelnde Selbstverwirklichung und kein Seelenfrieden dazu.

    Den hatte ich über Jahre und am Anfang der Beziehung, daher kam da nie Alkohol vor. Ich war auch nicht in einem Verzichtsmodus weil ich wusste, ich vertrage das eh nicht, noch nie tat es mir gut.

    Habe von Anfang an gesagt, ich trinke nichts mehr, habe damit aufgehört. Hat mich auch nie gejuckt, wenn wir auf Feiern waren. Ich war ja eh der Fahrer und immer froh, nicht die Schnapsleiche zu sein.

    Das war auch nie ein Gedanke: jetzt trinkst du mal ne Zeit lang nichts und dann darfst du wieder. War es nie, war keine auferlegte Pflicht. Als ich mit dem Rauchen aufhörte und so froh war, das nicht mehr zu wollen, habe ich ja auch nicht gedacht: och, demnächst darfst du mal wieder eine rauchen.

    Für mich war es irgendwann erschreckend, dass ich merkte, das bringt mich runter und ich brauche das, wenn es mir nicht gut geht, wenn keine Ablenkung mehr half, wenn ich immer Trennungsangst hatte. Das machte es natürlich noch schlimmer als besser.

    Wenn ich nicht trinken durfte, habe ich es auch nicht gemacht. Also damit meine ich Autofahren, Arbeit, Familientreffen usw.

    Es ist schwer anzunehmen, weil man immer einen Grund und eine Erklärung haben will, damit man es greifbar machen kann. Was wäre wenn das und das.

    Unterm Strich trifft mich die Trennung hart, aber das Hauptproblem lag in meinem Inneren, dass ich mich angepasst und aufgegeben habe. Und diese Leere wusste ich zu füllen.

    Es ist jetzt auch richtige Leere und die wird morgen noch sein und übermorgen usw. Aber ich kann sie nicht füllen, auch nicht mit Alkohol. Deswegen kommt kein Verlangen nach der Stille, weil die Stille im Inneren nicht kommen wird.

    Der Alkohol war ein Hebel in der Beziehung, für den dominanten Part von uns natürlich das Todesurteil. Er überdeckte aber nur mein inneres, nicht die wahren Probleme. Hätte ich nicht gesoffen, wäre es was anderes gewesen. Schwierig.

    Ich beschäftige mich viel damit, weil es für meine Zukunft wichtig ist. Und egal wo ich nun stehe oder so, es zeigt eins ganz klar: Alkohol und ich verträgt sich nicht. Er bringt nur noch mehr Probleme.


    Zum Thema Medikamente: Antidepressiva sind keine Happy-macher oder verändern das Wesen. Daher machen sie auch nicht abhängig und können ein Leben lang genommen werden. Sie reden Spitzen ab, die bei einer Instabilität zum Kollaps führen können, was tiefste Depressionen auslöst. Sie ändern weder die Einstellung zum Leben noch zum Alkohol.


    Ich selbst kann nur immer wieder sagen, dass ich jahrelang, auch zum Beziehungsanfang keinen Alkohol gebraucht habe, es sich entwickelte und ich jetzt wieder in meine alte Bahnen komme, an die ich mich mehr und mehr erinnere. Ich hoffe auch wieder innerlich meine Stabilität und Freude zu bekommen. Die hat mich immer geschützt, solange ich bei mir blieb.

    Selbstmitleid sehe ich etwas anders. Ich sehe mich nicht in der Opferrolle sondern ausschließlich als Verursacher, was natürlich auch zu einfach ist.

    Egal wie viel ich jetzt noch analysiere oder nicht:

    Ich brauche keinen Alkohol, ich mag keinen Alkohol, ich habe kein Verlangen auf Alkohol, ich hatte genug Alkohol, ich habe keinen guten Umgang mit Alkohol, ich kann sehr gut drauf verzichten. Das was nicht zu meinem Leben gehört ist daher Alkohol.

    Hello,


    Also ich gehe wieder zum Sport und treffe mich mit meinen Freunden. Ich habe Projekte zuende gestellt, die seit Jahren in der Ecke standen. Ich habe wieder angefangen zu malen, das beruhigt. Aktuell ist alles noch so in einer Warteschleife bis mein Umzug kommt.

    Ich gehe arbeiten und Abends fahre ich nach dem Sport runter..ich genieße es zu schlafen.


    Das ist so mein Alltag.


    Zum Alkohol. Ich habe nie gesoffen weil Bier da war. Ich habe auch nie getrunken weil ich konnte oder es mir erlaubt habe. Es ist immer in einem Zusammenhang mit innerer Leere gewesen, einer Art Unzufriedenheit. Diese Leere wurde jahrelang durch meine Partnerin gefüllt, bis irgendwas wieder fehlte.

    Heute weiß ich es, aber damals nicht: ich habe mich selber verloren und mein Leben auf sie fixiert. Damit war ich abhängig von allem was mit ihr in Zusammenhang steht.

    Davor hatte ich mein Leben und meine Tochter. Das war fast erfüllend und da gab es nie Alkohol.

    Das Leben was ich jetzt lebe kenne ich. Das nicht benebelt sein, körperlich stark. Ich habe mich betrunken auch nie leiden können. Das was ich jedoch noch nie so oft in meinem Leben hatte sind diese Gefühle. Ich habe mich bei Trennungen meist abgelenkt, war feiern oder sonstwas. Auf jeden Fall war immer Alkohol im Spiel. Bis zur nächsten Partnerschaft und dann hörte es wieder auf, ich war ja wieder Happy.

    Jetzt durchlaufe ich zum ersten Mal bewusst und nüchtern die ganze Realität, beschäftige mich viel mit mir, Suche nicht nach Schuld sondern Muster und Ursachen. Und das ist hart aber ehrlich. Und ich Stelle fest, es tut weh aber ich brauche dazu keinen Alkohol weil ich dann wieder was verdränge und in die gleiche Spirale wieder komme.

    Vielleicht bade ich darin aber genau das ist es, was mich gerade beschäftigt und ich es aufarbeite. Würde ich trinken, würde ich das nicht machen.

    Und genau aus diesem Grund habe ich auch in der Beziehung nach Jahren wieder angefangen zu trinken, diesmal aber richtig trinken, nicht nur zwei Bier oder so.

    Zum einen will ich das nicht nochmal erleben und zum anderen möchte ich Gefühle aushalten können und nicht Angst haben und es ertränken.

    Man sagt ja Sucht ist nicht heilbar, nur Stoppbar. Ich habe für mich festgestellt, dass man erstmal zu sich kommen muss und dann gar nicht die Probleme verdrängen/ ertrinken muss.

    Ich war immer nach außen ein sehr stabiler Mensch, der aber große Zweifel an sich selber hatte. Diese Zweifel sind angelernt und genauso habe ich mir angelernt es zu betäuben oder verschwinden zu lassen.

    Zum ersten Mal gehe ich diesen Weg bewusst mit offenen Augen und stelle fest, ich kann das. Ich brauche keine "Hilfe" dazu.

    Diese Stärke hätte ich mir in der Beziehung gewünscht. Und das frisst mich auf. jaa, ich bin ein wenig stolz auf mich. Aber es ist nicht richtig stolz, es ist mehr sowas wie eine Natürlichkeit die immer in mir war, nur viel zu lange absichtlich kaputt gemacht wurde, weil ich mir selbst nicht getraut habe.

    Auch wenn ich noch ein Wrack bin, glaube ich bin ich stärker als es wirkt. Näher bei mir als je zuvor in den ganzen Jahren.

    Meine Ex Frau sagte mal zu mir, sie sieht in mir den Mann, der ich mal war. Das war in meiner Zeit, als ich es eigentlich für mich längst abgelegt habe. Dieser Mann werde ich wieder sein. Ich will nicht, ich werde.

    Das ist ja der Kreislauf. Ich verachte was und es kommt wie Panik hoch. Dann denke ich, ich will doch gar nicht, ich lehne es ab, mir wird schlecht, wieso denke ich zwanghaft daran, was mal war, nur um mich zu bestrafen, was ich alles kaputt gemacht habe?

    Ich kann gar nicht mehr frölich durchs Leben gehen und mich leicht fühlen.

    Ich denke aber nicht daran wie es ist betrunken zu sein oder dass Alkohol ein Verlangen auslöst, es kommt immer in den Kopf als was ganz abartiges.

    Ich selbst hatte ja Krebs und hab nie darüber nachgedacht, ich weiß aber das manche betroffene darunter gelitten haben, dass wieder was auftaucht und sie krank werden. Das war für sie sehr belastend.


    Und so in etwa geht es mir. Ich sehe ihn in meiner Vergangenheit, er ploppt aber darin auf, dass ich mich selbst darauf reduziere. Und das führt immer dazu, dass ich fast schreien will, weil es wie eine dunkle Wolken ist. Etwas was ich zutiefst verachte und nicht haben möchte, nicht mal ansatzweisen etwas gutes in ihm sehe. Keine Befriedung, weil er das nie war und schon gar nicht Verlangen oder gelüste. Je schwieriger die Situation ist, um so weniger kommt er jedoch in den Gedanken vor. Die Gefühle die ich hatte, als ich zum Bier gegriffen habe, fühlen sich ganz anders an. Es ist nichts mehr genauso wie es mal war.die selben Situationen, die soeben Leute, die gleichen Sorgen. Und nichts davon suggeriert eine Verbindung zum Bier. Alswenn es nie da gewesen wäre. Es gibt kaum Abende wo ich denke: wow, heute war ja nichts, hast durchgehalten. Sie kommen nicht vor. Es gibt keine Gedanken dazu. Er taucht nur auf, wenn ich dran denke: z.b. tabverlauf auf dem Handy von diesem Forum oder Umgang mit meiner Trennung und der Zeit. Es ist unvorstellbar, deswegen frisst mich das innerlich auch so auf. Irgendeine Verbindung zwischen Bier und meinem Gehirn ist nicht mehr die, die es mal gab. Es ist eine Unterbrechung, ich fühle dabei nichts mehr.


    Unterm Strich ist das natürlich mehr als gut, ja fast schon ein Segen.

    Ich bin weiterhin sehr viel am Nachdenken, Reflektieren... Eine totale Selbstfindungsphase.

    Ich habe meine feste Strukturen und das ist auch wichtig, dass ich was mache. Der Wohnungswechsel steht in einigen Wochen an, das wird mich hoffentlich nochmal etwas aufbauen.


    Ich habe ja schon eine Zeit in meinem Leben bewusst ohne Alkohol gelebt. Das war zu einer Zeit wo ich es nicht mehr wollte, weil der Zwang von außen überall immer Bier mit zu groß wurde. Während manche nach dem Feste heim ins Bett sind, hab ich zu Hause noch ein Bier getrunken. Das waren die Momente, als ich dachte, das ist nicht gut.


    Damals habe ich sehr gut damit gelebt, hatte keine Probleme.

    Die letzten zwei bzw 1,5 Jahre waren bzw sind jetzt wie im Rausch, in einer grauen Zone. Es war mit die bewegenste Zeit meines Lebens. Es ploppen immer wieder die Momente unsere Kennenlernens auf, die so schön waren. In der Zeit war ich total nüchtern.

    Ich hänge sehr an der Frau und vermisse sie total. Ich könnte mich hassen für das, was ich gemacht habe. In der Therapie lerne ich damit umzugehen und die Mechanismen zu erkennen, wieso ich das gemacht habe. Wieso Alkohol bei mir nie ein Genussmittel war, sondern immer eine Wirkung erzielt hat.

    Ich muss damit umgehen, jedoch vorallem wieder zu mir kommen. Der Alkohol hätte nicht an allem eine Schuld, er ist Anteil davon.

    Was mir nur seit Wochen mehr und mehr auffällt, und das hatte ich so in meinem Leben noch nie:

    Ich verzichte nicht auf Alkohol weil ich nicht darf, will usw. Hängen wir uns nicht an Wörtern auf.

    Ich verzichte nicht, weil er schadet oder mein Wesen verändert.

    Ich trinke auch nicht weil ich Angst vor dem richtigen Absturz habe.

    Ich trinke nicht, weil ich daran nicht denken kann. Es ist für mich ein unvorstellbares Mittel geworden. Das ist jetzt nicht nur gesagt, aber ich bekomme eine Art Übelkeit bei dem Gedanken an Bier, obwohl ich nicht mal mehr den Geschmack kenne. Er ist mir total fremd geworden. Es stört mich nicht, wenn ich es rieche oder so. Es ist so, alswenn ich denke, jetzt Benzin trinken zu müssen. Es ist unvorstellbar. Es gibt nicht einen Tag wo ich denke: wow geschafft. Es ist eher so, dass ich jeden Tag hoffe nicht daran zu denken, dass er mal Teil meines Lebens war, weil es total belastend und erdrückend ist. Es zieht mich dermaßen runter und ich bekomme heftigste Depressionen. Muss mich sofort ablenken und an andere Sachen denken, ja nicht Alkohol an mich ranlassen, so groß ist der Widerstand und Ekel.

    Unterm Strich ist das natürlich gut, weil damit besteht kein Risiko eines Rückfalls, aber mir macht eigentlich mehr Sorgen, dass diese Gedanken wie eine Art Tag-Alptraum im Kopf sind.


    Ich weiß nicht woher das kommt. Ich höre zwar meine Meditation immer noch aber irgendwas hat in mir wie einen Schock ausgelöst. Vielleicht die Trennung selbst, dass ich ein Trauma vom Alkohol bekommen habe. Mein Gehirn ist völlig umprogrammiert, ohne einen bewussten Umgang damit zu haben.


    Es ist schwierig das in Worte zu fassen. Wenn ich mich fast zwinge an Bier zu denken steigt mein Puls und ich platze innerlich, so groß wird das Gefühl der Ablehnung. Einfach nur schnell was anderes denken bevor ich fast zu würgen beginne. Ich bin jetzt bald 3 Monate nach dem letzten Drink trocken, falls das zur Einordnung hilft.


    Hoffe auf Schwarmwissen, weil diese Gedanken mich auch nachts verfolgen. Alswenn der Alkohol sich mir immer nähert und ich panisch davon renne, weil ich Angst vor ihm habe.

    Danke für die Meldung.

    Mein Suchthirn ging nie in Momenten an, wenn es Alkohol gab. Es kam immer daheim, wenn es stressig war. Ich sag es als stressig. Das sind Momente voller Wut, Streit der nicht ausgesprochen und diskutiert wurde, Frustration usw. Ich bin dann immer aktiv losgefahren. Wenn es nach 20 Uhr war, Pech, hatte nichts mehr offen. Habe aber nie bewusst eingekauft oder was im Haus gehabt, für den Notfall. Genauso wenig bin ich an den Rotwein meiner Ex oder die Spirituosen. Das war nicht meins, das war Tabu.

    Jetzt wo es alles vorbei ist, hat es auch schlagartig aufgehört. Der innere Druck und Schmerz ist ein völlig anderer. Es bringt nichts zu trinken. Die Situation ändert sich nicht. Ich muss also nicht nur den Abend oder Tag aushalten, sondern die Folgenden auch. Das ist der wesentliche Unterschied. Die Betäubung war immer dann, wenn ich nur runterfahren musste und am nächsten Tag war alles wieder gut.

    Dämlich aber so habe ich mich irgendwann konditioniert.

    Ich ging auch manchmal einfach nur spazieren, weil ich bewusst nichts trinken wollte.

    Habe hier viel gelesen, dass man keine Ursachen suchen sollte und die Sucht einfach da ist. Wenn ich mein Leben aber betrachte sind es immer die gleichen Faktoren, wenn Alkohol im Spiel war. Seit einem bewussten Umgang Mitte der 20er habe ich das Feiertrinken nicht mehr gehabt, es wurde sowas wie für mich als persönliche Entspannung. Ich habe getrunken, wenn ich allein war. Kein Gerede, einfach nur Ruhe. Am liebsten am Waldrand, auf einer Sommerwiesen. Dort saß ich manchmal stundenlang und habe irgendwann die Ruhe einfach nur genossen. Der Alkohol hatte bei mir IMMER einen Zweck. Nicht weil er da war oder so, sondern immer für eine bestimmte Wirkung.

    Irgendwann hab ich gelernt, dass Sport, Motorradfahren und Wandern den selben Effekt bringen. Das war zu den Zeiten, wo ich erst ne Woche, dann ein Monat und dann Jahre nicht mehr getrunken habe. Das erste Jahr hab ich fast vergessen, hab beim Übertrag vom Kalender gesehen: letzter Tag Bier und dachte wow, hast nicht einmal dran gedacht.

    Deswegen fressen mich diese Zweifel, diese Wut und dieser Selbsthass auf. Mit so einem Leben bin ich in die Beziehung gegangen, raus mit regelmäßigen und unregelmäßigem Konsum an Abenden. Eine Art Betäubung von allem..Trotz großer Liebe. Vielleicht tief im Inneren unerfüllte Liebe, wo zu wenig zurückkam. Ich weiß es nicht. Es ist tief im Inneren drin. Das sind die Hauptprobleme, der Alkohol ist nur ein Hebel des Ganzen. Daher hatte ich auch nie Probleme wenn Urlaub war. Da waren wir die ganze Zeit zusammen, haben viel gemacht. Ich war ausgeglichen und glücklich. Kein Alkohol. Genauso am Wochenende, das wären echt schöne Momenten. Glaube aber die Beziehung hatte einen Knacks bekommen und daher war hinter allem immer Alkohol, das Vertrauen kaputt. Das führte zu Spannungen und letztendlich zu nochmehr Wut, Rückzug, Enttäuschung und Frust.

    Am Ende hab ich es ihr auf dem Silbertablett präsentiert: hier ist dein Alki.

    Ja, ich hatte meine Chancen, hatte es alles in der eigenen Hand. Nur leider sind die Umstände nicht immer die, die man braucht.

    Für euch wäre das wahrscheinlich nichts, dass sie trotzdem vor mir ihren Wein trank, dass wir nen Rumtopf angesetzt haben, dass Schnaps und Co im Haushalt waren. sie wollte es sich nicht verbieten lassen.

    Ist ihr Recht, sie muss ja ihr Leben nicht umstellen. Ich hab Verständnis dafür.

    Die Therapeutin meinte: wow, die liebt sie aber! Hält es ihnen noch unter die Nase.

    Das stimmt leider auch, dass von mir Charakter und Beständigkeit gefordert wurde, wenn nicht bin ich der Falsche. wenn man wen sehr liebt, nimmt man alles hin. Das habe ich. Bis heute. Ich habe sie nicht mehr, sie hat schon wen neues, lebt ihr Leben genüßlich weiter.

    Ja, Außenstehende sagen, sei froh, denk an dich.

    Ich kam als glücklicher, sportlicher Mann und ging als seelisches Wrack.

    Nach der Trennung habe ich abends noch getrunken, nur um zu schlafen. Ich sah mich im Spiegel und schüttelte mit dem Kopf. Da war er dann wieder, der Schalter, der mich wieder aufs richtige Gleis brachte.

    Ich hatte nur noch zu verlieren. Es war aus, ich war allein. Aber das Bier wollte ich nicht bei mir lassen. Das gehörte nicht zu mir.

    Das war der letzte Abend als ich getrunken habe. Bis heute. Kein Rückfall, keine Gedanken. Ich meide bewusst keine Situationen. Zum einen weil das Leben so ist und ich mich nicht vor irgendwas schützen will, alswenn ich eine ansteckende Krankheit habe. Ich sehe es, wenn andere trinken. Es gibt mir aber nichts. Ich habe es gesehen, was es bewirkt, und dass aus meinem Frusttrinken auch mal ganz schnell ein regelmäßiges Saufen werden kann, bis hin, dass der Körper es braucht. Da will ich nicht hin. Ich kann die Vergangenheit nicht rückgängig machen. Sie hat mich nie gezwungen zu trinken, hat immer gesagt lass es. Nach einem Jahr Beziehung mit all den Problemen, die auf und abs bin ich dort gelandet, weshalb ich mich hier angemeldet habe. Ich muss auf mich achten, auf mein Bauchgefühl um nie wieder dort zu landen wo ich war: ich einer emotionalen, räumlichen, finanziellen und Körperlichen Abhängigkeit von einem Menschen. Weil dann habe ich auch keine Kontrolle mehr über meine Gefühle und mein Handeln.

    Wie gesagt, ich zähle schon lange keine Tage und Wochen mehr, weil ich nichts erzielen muss, keine Etappe oder anderes. Mein Leben hat an einem bestimmten Tag wieder den richtigen Weg eingeschlagen und den gehe ich jetzt weiter. Mit Liebeskummer aber gesund.

    Ich weiß nicht wieso ich dort gelandet bin, wo ich noch nie war und ärger mich ununterbrochen über mein Handeln, meine Schwäche, kein Problem. Ich hätte alles haben können und habe es versaut.

    Es ist schwer auf andere zu hören, dass es nicht an mir allein gelegen hat. Alkohol kann man nachweisen, Frust und unglückliche Liebe/ Leben aber nicht. Das ist nicht messbar.

    Am meisten habe ich Angst vor der Zukunft. Sie war die große Liebe. Nach all meinen Beziehungen war es endlich eine tolle Frau. Unser Leben war für mich wie im Bilderbuch. Bis auf die andere Seite der Medaille. abgesehen davon, dass ich derzeit gar nicht in der Lage wäre mich mit wem zu treffen, sehe ich meine Ausgangslage wieder bei 0. Die Sorge vor dem Alleinsein, nicht die richtige Frau, nicht die passenden Umstände usw. Das raubt mir derzeit den Schlaf .

    Ich sag ja, der Alkohol ist gerade mein geringstes Problem, dafür bin nur ich zuständig. Eins der wenigen Sachen, die ich noch in der Hand habe.

    Sorry, dass ich nicht sofort geantwortet habe. Ich erlebe gerade eine sehr heftige Phase.

    Es fühlt sich alles wie im Nebel an, ja wie betrunken. Alles unwirklich und ohne Gefühle. Es prasselt alles auf mich ein und die depressive Phase ist enorm.

    Statt sich zu freuen, was ich alles erreiche kommt es mir von Tag zu Tag schwerer vor.

    Meine Hauptgedanken kreisen immer um den Alkohol und Schuld. Ich arbeite viel auf, habe auch weiterhin sie Psychologin. Es ist so, dass ich in eine totale Abhängigkeit geraten bin, was Emotionen und Gefühle betrifft.

    Und das spiegelt auch meinen Konsum wieder, wenn ich trank. Es war immer, dass ich mit den Gefühlen nicht wohin wusste, das Leben als grau ansah und alle um mich rum sind glücklich und erfolgreich. Ich war nie zufrieden, obwohl ich so viel erreicht habe.

    Ich habe über Jahre gelernt, wenn diese Gefühle sind, wie ich sie betäuben. Nur für den Moment, was morgen ist, ist mir egal. Die Konsequenzen wusste ich auch. Und ich war immer am Trinken, wenn es in Abhängigkeit mit dem Partner oder Zukunft war. Ich habe nie wirklich Verantwortung für mich übernommen, mein Glück in die Hand genommen.

    Das Glück war immer da, wenn ich Nüchtern war. reingerutscht bin ich wieder mit genau diesem innerlichen Konflikt.

    Aktuell geht es mir wie gesagt nicht gut. Ich lebe weiterhin abstinent und habe kein Verlangen, keine Trigger und Meise auch keine Orte oder sowas. Es berührt mich absolut nicht, da ich nur noch Ablehnung gegenüber Alkohol habe. Die derzeitigen Gefühle sind anders. Die Trennung u.a. wegen Alkohol hat mich so getroffen, dass ich dem ganzen keinen Raum mehr geben will und vorallem Kann. Ich schaffe es nicht mehr mich zu betäuben. Mein Akku dazu ist leer, dieses Spiel weiter zu machen.

    Das sehe ich ganz und gar nicht so.

    Es geht mir um den alltäglichen Umgang damit.

    Ich will dich die Situationen wissen, inden ich getrunken habe, um diese zu umgehen. Und da ich mir professionelle Hilfe in mehreren Bereichen gesucht habe, beschäftige ich mich viel damit.

    Was mir jedoch schwer fällt uns nicht gut tut ist der ständige Gedanke daran, es sich immer bewusst zu machen. Zumal der Alltag so geordnet und stabil ist, dass es kein Verlangen gibt oder Momente wo ich nachdenken muss. Die Tage vergehen und oft denke ich gar nicht dran.

    Sobald ich aber daran denke kommt Frust und Selbsthass, dass ich alles damit kaputt gemacht habe. Da ich es nicht ändern kann, nur anders und ohne leben, Versuche ich damit klarzukommen. Und damit auch den Gedanken daran wegzupacken, wenn er nicht von allein kommt

    Erstmal danke, hier kam ja was an Texten zusammen 😃

    Ich meine ganz bewusst den Umgang und das Denken damit.

    Als ich mich hier angemeldet habe, habe ich es als Unterstützung für meine präsenz-Veranstaltungen genutzt.

    Das war sie Suchtberatung und der Psychologe.

    Ich war durch meine Beziehung völlig am Ende.

    Da ich mehrere Baustellen habe, habe ich anfangs kaum Kraft gehabt. Bis der Moment kam andem ich dachte, dass ich wegen anderen Menschen nicht mein Leben kaputt machen muss. Dass ich niemandem etwas schulde und mit meinem Trinken noch den Beweis liefer. Ich wollte wieder ich sein und mein altes Leben zurück. Das war der letzte Tag mit Alkohol. Über die Jahre habe ich mich, auch in der trockenen Zeit, immer wieder mit Videos der bekannten Potcaster beschäftigt, bis das einschlief, weil es für mich keine Erkenntnis mehr gab. Ich hatte mich an das Leben ohne Alkohol gewöhnt. Wie gesagt, ich kam spät damit in Verbindung und hätte nie gute Erlebnisse damit. Discozeit war immer Nacht des Grauens weil Karrusselfahren. Es gab nicht einen schönen Momente mit Alkohol. Er wird zwar immer so dargestellt, aber ich habe das noch nie so gesehen.

    In den letzten Wochen und Monaten habe ich körperlich wieder meine Form gefunden. Die Gedankenspirale funktionierte aber immer noch: du hast ein Problem, du wirst das immer haben, du bist krank. Wie gebranntmarkt.

    Und obwohl ich keinen Schluck mehr zu mir genommen habe, hatte ich nicht das Verlangen nach der Betäubung.

    Ich habe viel hier gelesen und mich dann über viele markante Sachen gewundert, die ich so im Alltag gar nicht wahrnehme oder ihnen Beachtung schenke. Während ich gerade zur Untermieter lebe, ist neben mir der Keller. Randvoll mit Bierkisten, Wein und alles was so in Flaschen ist. Als ich meinen Kumpel neulich besuchte, fragte er, ob ich ihm nen Kasten Bier mitbringen kann, er wollte nicht nochmal los.

    Jetzt schlagen alle die Hände über dem Kopf zusammen, ich lese es schon. Und genau deswegen Frage ich so doof: es macht mir nichts aus. Ich hatte nicht einmal das Kribbeln in den Fingern in den Keller zu gehen, ich hätte kein Problem die Kiste Bier zu kaufen. Das Einzige was ich hätte, waren Gedanken an meine neue Wohnung, Liebeskummer und welche Übung ich abends im Sport mache.

    Und so vergehen manchmal Tage oder Wochen, in denen ich nicht an das Forum denke. Einfach weil ich gar nicht an Alkohol denke.

    Meine Psychologin hat gesagt, ich muss das akzeptieren, dass die Menschen um mich rum trotzdem trinken. Ich kann meinem Vater nicht verbieten, wenn er abends mal ein Bier trinkt, dass er das alles aus dem Haus schafft. Ich hatte auch kein Problem damit, dass meine Partnerin Wein vor mir getrunken hat. Da war absolut 0.

    Ich hatte oben geschrieben, dass ich alkoholfreies Bier getrunken habe, als ich Lust hatte. Nicht jetzt, fruher. Das habe ich aber auch gelassen, weil ich davon solche Blähungen bekomme, dass es unangenehm ist.

    Ich war heute mit meiner besten Freundin nach Monaten mal wieder verabredet und sie meinte: wow, du siehst viel besser aus. Das war um halb 3. Das erste Mal am Tag, dass ich wieder kurz an Alkohol dachte, weil er damit im Zusammenhang stand. Nicht wegen Verlangen, sondern gänzlich im Kopf.

    Was es bei mir bewirkt ist eine schwere Last. Dass man was hat, was man nicht los wird. Am liebsten ist mir daher immer ein neuer Personenkreis, die gar nichts darüber wissen und ich so gesehen werde, wie ich wirklich bin.

    Meine Psychologin hat gestern was zu mir gesagt, das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht:

    Sie haben sich zurück gezogen weil ihre Partnerin wieder zu dominant war. Sie hielten es nicht mehr aus.

    Mal für sich sein, Ruhe und Entspannung. Durch Bier. Nur sie, kein Druck nichts.

    Was hätte es geändert, wenn sie statt dem Bier eine Stunde Sport gemacht hätten? Gar nichts! Sie wären heim gekommen und trotzdem wäre die Situation gleich. Sie können den Menschen nicht ändern, egal was sie machen. Wenn ich Ihnen jetzt ein Bier hinstelle, und sie müssten es trinken. Würden sie dann ein zweites wollen oder sich ärgern, es nämlich als unnötig betrachten?

    Es war interessant, wie tief sie ins Unterbewusstsein reingeht. Das je nach Gefühlslage und Grundstimmung es ohne Auswirkungen ist und hingegen bei anderen Gefühlen zur Selbstzerstörung führt.

    Durch das Bewusstsein, dass die Beziehung vorbei ist, egal was ich jetzt mache, gibt es keine Momente, die Gefühle zu betäuben, in der Hoffnung, später ist dann wieder alles gut. Die Situation ändert sich nicht.

    Der Alkohol ist ein mir bekannter Hebel, den ich angewendet habe. Es gibt aber nichts, was ich umschalten oder wegschalten kann. Das was ist, ist die Realität. Und egal wie sehr ich mich bemühen oder was mache, es bleibt so. Ich muss daher nicht mal Bier in Betracht ziehen, weil auch das ändert nichts. Ich weiß aber, wie es mir danach geht. Ich kann mir genauso gut mit dem Hammer auf den Daumen hauen. Dann sind die Gefühle auch schlagartig weg und am nächsten Tag der Finger blau.

    Und an den Hammer denke ich auch nicht sie ganze Zeit. Meinen Fingern geht es trotzdem gut.