Beiträge von Angler

    Wir reden scheinbar alle aneinander vorbei.

    Meine Frage zielte nur darauf, wieso man in der Abstinenz sich zwanghaft damit auseinder setzt und sich das immer vorführt? Ich finde das eher sehr belastend.

    Wenn man kein Verlangen hat und nicht dran denkt, dann ist das doch ok. Ich finde es sehr anstrengend, sich immer zwanghaft das bewusst zu machen.

    Natürlich möchte ich die Gründe wissen, wieso man da reinrutscht und was einen beschäftigt. Immerhin trifft das ja nicht jeden.

    Ich esse auch Lebensmittel wie Mon Cherie als krasses Beispiel ohne gleich Panik zu bekommen oder ein Verlangen. Genauso war das bis vor ein paar Jahren, wenn ich Lust hatte, hab ich ein Glas Alkoholfreies Bier getrunken, ohne den Gedanken, es ist nicht das Original. Und das Glas habe ich auch nicht in einem Zug geleert.

    Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, mir Alkohol bewusst einzuflößen. Meine Ausrichtung war ein gesunder Lebensstil, klarer Kopf und Energie. Daher passte Alkohol nicht mehr rein. Zudem auch der ganze Freundeskreis Eltern wurde und man beim Treffen die Kinder dabei hätte, keine Partyzeit.

    Und das habe ich FÜR mich festgestellt, dass Alkohol als vermeintlicher Problemlöser für meine Traurigkeit, Einsamkeit usw. war.

    Das Beschäftigen und Aushalten war eher ein Lernprozess, den ich davor ja gar nicht kannte. Ich hatte nie Probleme. Aber Bier gab es davor schon. Heißt, das eine hab ich mit dem anderen verknüpft.

    Die Instabilität habe ich eher dann, wenn ich mir den Horror ausmalen. wenn ich aber sage, du brauchst das nicht, konzentrier dich auf was anderes, bin ich ruhiger.

    Und so kommen auch gar keine Gedanken auf: da gab es ja mal was, was dich beruhigt hat.

    Und unterm Strich war die Beruhigung auch eingebildet. Es ging mir danach eher dreckig weil mir schlecht wurde, ich betrunken war und Kopfschmerzen hatte. Das hat extrem schnell negative körperliche Erscheinungen gehabt. Das ist wie bei kleinen Kindern, wenn man sagt: du darfst aber nicht... Was machen sie? Genau das Gegenteil. So in etwa war das dann in meinen Phasen.

    Und das weiß ich alles und kann es daher für mich einordnen. Den Druck habe ich schon genug von außen, den mache ich mir daher nicht noch selber. In meinem Kopf ist das nicht Müssen, nicht das nicht machen.

    Aber warum beschäftigt ihr euch damit sie ganze Zeit wenn ihr gar nicht dran denkt oder Unwohlsein habt, sondern frei und glücklich lebt? Das ist doch wie eine zwangs-belastung.

    Ich denke sich auch nicht jeden Tag an den Tod, weil er irgendwann mal kommt?

    Klar beim Craving oder andere Situationen kann ich das verstehen, aber dauerhaft?

    Ich habe in meinen Sitzungen z.b. rausgefunden, dass ich jemand bin, der fast ausschließlich allein getrunken hat. Um Druck abzubauen, um mal für sich zu sein. Alles wurde locker und auf einmal wieder glücklich. Hingegen mit anderen zusammen war kein Verlangen da, weil es angeboten wurde aber nicht in dem Moment von mir gebraucht wurde.

    Habe ich also Momente wo ich für mich sein will brauche ich nichts anderes zu tun und alles machen, außer zu trinken. Und mit dem Bewusstsein, dass es nur ein Hebel ist und keine Lösung habe ich seitdem eine ganz andere Sichtweise.

    Ich hab immer gedacht, man darf nie wieder trinken, da kommt sofort alles hoch und man ist wieder drin. Als ich nach Jahren ein Bier getrunken habe, kam da gar nichts. Weil ich zu dem Zeitpunkt total gefestigt und stabil war.

    Ich hab mich eher geärgert, dass die Kette der Abstinenz unterbrochen wurde.

    Wenn ich aber jedesmal dran denken würde, ich darf nicht, ich muss nicht, ich will nicht, ich kann nicht, mach dir das mal klar, dann ist das eher eine Belastung als Befreiung.


    Als ich damals Darmkrebs hatte, hab ich mir gleich den ersten Termin für die OP geben lassen, nach 4 Tagen frühzeitig entlassen, Chemo und Bestrahlung durchgezogen. Ich hab nicht einmal dran gedacht, was das alles bedeutet, was das alles mit sich trägt. Ist halt so, schnell hinter sich bringen und weitermachen.

    Ich war weder psychisch fertig noch hab ich Reha und sowas machen wollen. Die haben auf einen eher eingeredet, wie schlimm das doch alles sei. Hab ich gar nicht so gesehen.

    Und jetzt bin ich froh, dass ich wieder zu mir gefunden habe. Dass Auslöser von außen kamen und ich dem nachgegeben habe. Meine Baustelle liegt eher in meinem selbstbewusstsein, der Selbstachtung und vorallem der eigenen Wertschätzung. Dazu brauche ich keinen Verstärker, der mir nur Unheil als Folge bringt. Und mit dem Gedanken gehe ich mittlerweile seit bald wieder 3 Monaten ganz gut durchs Leben. Ich hab den Abgrund gesehen und ich habe ihn wahrgenommen, drauß gelernt was es mit einem machen kann. Will ich nicht mehr zurück, will ich auch nicht dran denken und noch weniger eingeredet bekommen, wie krank man doch ist und das hinter jeder Ecke das Monster lauert.

    Vielleicht sehe ich das so naiv, weil ich eben kein Partytrinker war. Niemand aus Genuss zum Essen und Bier nie einen Stellenwert in meinem Leben hatte, bis ich ihn als Nutzmittel missbraucht habe.

    Ich habe mir angewöhnt, wenn wieder einer auf mich einredet, sie Augen kurz zu schließen, tief zu atmen und zu denken: es ist mein Körper, mein Kopf, meine Einstellung. Du brauchst mir nicht einreden was in mir vorgeht. Ich bin stabiler als du ahnen kannst. Weil ich mich damit eben nicht rumquäle oder zwinge dran zu denken.


    In meiner Beziehung habe ich mich selbst verloren. Seelisch und auch räumlich. Ich habe mich leer und einsam gefühlt, ohne Rückzug. Wie in einer Fremde. In einer Abhängigkeit zu einem Menschen den ich Abgrundtief liebe und trotzdem nicht das bekam. Mein Leben stillstehen hab sehen. Aussichtslos, wie in einer Falle und das Mühlrad drehte sich weiter und weiter. Nur diese Momente für mich, das kalte Bier, das schlagartig Fallenlassen, das kannte ich dann zu gut. Und das wurde eine Spirale.

    Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit gepaart mit Trauer. Ganz diese Kombi. Mal mehr, mal das ganze Gegenteil. Und das muss ich lernen, damit mir das nicht wieder passiert. Auf mich achten.

    Ja das sehe ich ja auch so. Aber das hat doch nichts damit zu tun, dass mir schlecht ist, ich Panik nachts bekomme usw.

    Ich meinen wirklich körperlich.

    Vom Kopf ist alles voll, nur nicht Alkohol. An den muss ich fast schon bewusst denken. So wurde es mir die letzten Monate förmlich eingerichtert:


    Du bist krank, du bist süchtig, du bist der Psycho. Du hast alles mit dem saufen zerstört usw.


    Wenn ich jetzt ganz woanders hingehen, wo mich niemand kennt, ich würde nicht mal sagen was ich für Erfahrungen habe. Ich trinke nicht. Punkt. Und wenn mir das nicht ständig unter die Nase gerieben wird, dann kann ich auch locker damit leben. Weil ich es nicht mehr will und es abgelegt habe, ohne als Last die ganze Zeit mit mir einzutragen. Die meisten Tage stehe ich auf, arbeite, mache meine Dinge, gehe zum Sport, besuche Freunde mit dem Auto. Da kommt nicht ein Gedanke hoch ob ich fahren kann, ob ich verkatert bin usw.

    Das meine ich damit, wenn ich nur dran denken muss oder mir das ständig vor Augen führen, zwinge ich mich ja noch dazu daran zu denken. Die Tage ohne Gedanken, Vorwürfe oder Scham sind so locker leicht... Alswenn es nie Alkohol gegeben hat.

    Weder Trigger, noch Blicke beim Einkaufen.. gar nichts. Und wenn ich dann bewusst darüber reden höre ich: Wart ab, nach ein paar Jahren kannst du das sagen. Alswenn der Start und einige Monate nicht zählen.

    Und das nervt mich. Aus diesem Grund bin ich auch nicht mehr zum Blauen Kreuz gegangen. Die Gruppengespräche haben mich eher runtergezogen. Man fühlt sich so in eine Ecke gedrückt, in der man gar nicht sein will. Wieso muss ich darüber ständig nachdenken, reden und es als ganz großes Problem sehen, was mein Leben im Griff hat? Ich bekomme den Stempel ja förmlich aufgedrückt. Egal was ich mache.. einmal gleich Problem und schwach.


    Die Tage mit fremden Menschen, mit neuen Sachen und Erfahrungen sind für mich so viel schöner, weil das Thema nicht im Raum steht.

    Mittlerweile sind es über 60 Tage. Das weiß ich aber nur, weil mir Chat GPT das sagt. Ich zähle nicht.

    Was immer noch ist, ist die Normalheit. Kein Verlangen, kein Druck. Eher eine Ablehnung, Ekel wäre übertrieben, weil nur bei dem Gedanken wird mir schlecht, aber eher vom Geschmacksdenken.

    Die Klarheit ist für mich wieder normal. Ich habe körperlich mehr Kraft, bin nicht müde.

    Negativ sind die ganzen Gefühle, die hochkommen. Für mein Leben aber eine gute Lehre, dass ich weiß, dass ich es auch ohne schaffen kann. Der Schritt wäre fatal. Zudem ich mich auch nicht mit Alkohol mehr sehe. Es hat noch nie zu mir gepasst. Weder aus Genuss, noch aus Müssen.

    Ich bin froh, auch wenn ich es aus meiner Vita gerne streichen würde.

    Meine Bekannte meinte, dass ich aber körperlich nicht längst nicht weg bin, das würde Monate dauern.

    Das schockt mich jetzt etwas.

    Klar, der Liebeskummer, die fehlende eigene Wohnung, dass sind alles heftige Belastung gerade. Ich fühle mich daher auch nicht stolz, frei und glücklich.

    Ich kann alles nicht mehr ändern, dass ist mir bewusst. Aber ich kann es für die Zukunft machen und mir bewusst sein. Und das mache ich. Diese 60 Plus Tage sind der wichtigste Schritt, den ich alleine begonnen habe. Bewusst und mit Überzeugung. Egal was auf mich ein prasselte, ich bin nicht schwach geworden oder habe mal dran gedacht. Dieses Leben von früher habe ich langsam wieder bekommen und ich mag es. Kein Scham am nächsten Tag, das ist für mich so kostbar

    Hallo Angler, wenn ich Dich so lese, dann schwimmst Du förmlich im Selbstmitleid und Du machst Dein Glück von anderen Menschen abhängig. Zudem noch von Menschen, die Dich manipuliert und seelisch verletzt haben. Ich wünsche Dir diese Erkenntnis und die Kraft und den Mut loszulassen und Dein wahres Glück und die Freude am Leben bei Dir selbst zu finden.

    Richtig. Nur nicht Selbstmitleid, sondern Selbsthass. Und auch ja, ich bin nicht gern allein..habe ich wen, gebe ich 110%. Und wenn dann Enttäuschungen kommen, greife ich zum Alkohol. Bzw. Habe es gemacht. Und hinterher bedauer ich es. Das ist ein teufelskreis.

    Und dieses Rastlose macht mich so traurig und depressiv. Es gibt nur wenige Hochs..

    Danke euch. Meine größten Gedanken sind einfach: ich habe es alles kaputt gemacht wegen meiner Trinkerei. Hatte so viele Chancen bekommen.

    Ich habe aber auch viel gelernt, dass der Alkohol ein erlerntes Verhalten ist, negative Gefühle zu unterdrücken. Soll heißen, wenn ich mich nicht wohl fühle, raat- und hilflos bin, hilft Alkohol.

    Also gibt es immer eine Aktion, die vorausgeht. Ich trinke nicht, weil ich gerade Lust auf Bier habe, sondern um damit was zu bewirken.

    Und das ist auch der springende Punkt: die Beziehung war für mich seit langer Zeit ein absoluter Glücksfall. Allerdings habe ich dafür alles aufgegeben was ich hatte. Probleme im finanziellen alleine geklärt. Das staut sich auf.

    Tief im Inneren sprang dann dieser Teufel an.

    Jetzt, wo ich völlig fertig bin, raffe ich mich auf und bekomme alles hin, ohne Alkohol, ohne Verlangen.

    Und das macht das ganze Gefühl so furchtbar zum aushalten: wieso blieb ich nicht nüchtern? Wieso kamen immer wieder Rückfälle die bewusst in Kauf genommen wurden?

    Ich selbst sehe alles nur aus meiner Schuldperspektive. Außenstehende packen sich nur an den Kopf. Liebe macht wohl wirklich blind.

    Ich muss ja mit ihr leben und mich wohlfühlen... Scheinbar war ich aber innerlich nicht immer glücklich. Aus Angst vor dem Alleinsein und dem Neuanfang habe ich wohl vieles geschluckt, im wahrsten Sinne des Wortes.

    Nur jetzt stehe ich als Alki da, der alles kaputt gemacht hat.


    .......

    Mein ChatGPT sagt zu dem ganzen: es sind ungesunden Dynamiken, die dazu führten.

    Ich war nicht der Mann, der ich jetzt bin.

    Jetzt trinke ich nicht mehr,

    Ging zur Beratung und habe mir einen Psychologen gesucht

    Reflektieren mich und mein Verhalten

    Mache täglich Sport

    Habe eine Wohnung bekommen

    Das ist niemand der abgestürzt ist, dass ist jemand der Stabilität aufbaut, der wächst.

    ..........

    Und wenn ich das lese kommt es bei mir nicht an. Im Kopf ist immer der Alki, der seine Liebe verloren hat, der an allem Schuld ist. Diese Selbstverletzung ist ganz tief. Die ganzen tollen Momente, die Nähe und die Gefühle kommen vorallem nachts, dass ich nicht mehr schlafen kann. Und das seit bald 70 Tagen.

    Ich war noch nie so am Boden. Und trotzdem käme ich gerade überhaupt nicht auf die Idee zu trinken. Alles, nur nicht das. Alswenn es nie da gewesen ist.

    Mir geht es weiterhin gut. Bald sind es wieder mal 2 Monate. Der Sport tut mir weiterhin gut. Ich merke brutal meine Festigung. Komme langsam in mein "altes" neues Leben zurück. Stress bewältige ich viel strukturierter, Langeweile gleiche ich aus. Es weiterhin kein Craving, jeden Tag froh kein Verlangen zu haben, weiterhin nur Gelüste auf Wasser und mal nen Energy.

    Was mir seelisch sehr nach hängt ist die Zeit MIT Alkohol.

    Ich starte jetzt ein ganz neues Leben, wo dieses Thema gar keinen Platz hat. Es gehört nicht dazu. Aber im Hinterkopf spuckt immer: du hast ja mal... So eine Art, ich bin ein kranker Mensch mit Problemen, nicht wie andere ohne dies. mein bester Kumpel sieht das Thema bei mir ganz locker, weil er mich als Person kennt und nicht den Alkohol bei mir als Problem sieht .aber alle die es je mitbekommen haben, die würde ich gerne "löschen". Ich will sowas wie einen Reset, dass es nicht nur für mich keine Gewichtung mehr hat, sondern auch, dass niemand mich mit einem Alkoholproblem kennt.

    Das lastet sehr auf mir.

    Ich erkenne mein Leben von früher wieder, wo ich entspannt und klar war. Vorallem charakterlich gefestigt.

    Trotzdem habe ich eine wahnsinnige Unruhe und keine Lebensfreude.

    Ich warte immer noch auf meine Wohnung, das erschwert alles. Diese ewige Warterei.

    Aber auch dann werde ich allein sein und trotzdem nicht froh.

    Im der Therapie habe ich gelernt (angekommen ist die nächste Frage), dass Glück nicht von anderen Menschen abhängig gemacht werden soll. Und das merke ich, dass mir meine Ex fehlt und ich nur ein halber Mensch bin. Dieses Vertraute, die Bindung und das Fallenlassen.

    Meine Sorge ist vor dem Alleinsein. Vor einem völligen Neustart. Keine Vorfreude, keine Unternehmungslust.

    Die Antidepressiva nehem ich jetzt seit 6 Wochen und spüre nicht wirklich positive Energie. Die Trennung hat mich arg getroffen. phasenweise wird es sogar schlimmer als besser. Der Kopf lässt sich nicht abschalten, der Alltag ist ein absitzen. Tag für Tag, zäh wie Kaugummi. Großes Problem ist die fehlende Lust auf Arbeit. Es ist reine Qual, keine Freude oder Ablenkung. Abends kommt Leere. Das Krafttraining gibt mir Struktur, optische Verbesserung, Stolz.

    Es sind alles nur Oberflächlichkeiten, das ist das Problem. Ich würde gern zeigen: sehr her, ich kann es auch ohne Alkohol. Ich will und brauche es nicht.

    Das war mir aber klar, es war nur die Frage wann ich aussteige. Weil ich vielleicht jetzt ganz unten war. Aber habe ich mich bewusst selbst dahin gebracht? Ich sehe den Alkohol nicht als Ursache, sondern als Betäubungsmittel für tiefe seelische Emotionen. Eine Bewältigung um nicht zu spüren. Frustration, Neid und Aussichtslosigkeit. Fehlende Selbstschätzung, Unselbständigkeit und Überforderung des Lebens.

    Eine kurze Pause Taste mit heftigen Auswirkungen.

    Ich bin ein Mensch der wenig allein sein kann. Nicht für Hobbies oder Interessen, das kann ich sehr gut. Aber im Leben, im Alltag, im Austausch. Ich bin ein totaler Bindungsmensch. In meiner Vergangenheit habe ich viel darum gekämpft, oft nie das bekommen oder nie richtig geliebt. Umso heftiger war es mit meiner Ex. Und diese totale Abhängigkeit hat oft Hilflosigkeit bewirkt. Nach Alkohol war es anders: euphorisch und ich habe es in ihrer Nähe genossen, selbst wenn es nicht immer volle Nähe war. Hauptsache da.

    In den Jahren habe ich mich damit aber völlig selbst verloren. Das ist schwer zu beschreiben. Ein etwas "ist mir egal" oder ein "ich hab vieles Vertrauen" wurden zu einem Kontollzwang, einem Klammern und Aufopferung für Liebe. Alkohol hat aber das mitgebracht, was zu den Problemen führte. Schnarchen, Geruch, Verhalten, lügen, Vertrauensbruch. Ein unendlicher Kreislauf der immer wieder mit Phasen von Nüchternheit gebrochen werden sollte.

    Diese Gefühle sind immer noch da. Dazu kommen Kontrollverlust, Eifersucht, Unruhe, Selbsthass, Scham, Trauer. Eine absolute Hilflosigkeit. Bereuhen von kostbarer Lebenszeit.

    Und bei alldem, so sagt es mir Chat GPT (die wirklich sehr gut unterstützt und analysiert, hätte ich nie gedacht, wie krass KI ist), dass ich genau das alles gebraucht habe um jetzt so zu sein und werden wer ich bin. Dass ich keinen Alkohol mehr brauche, dass ich meine Struktur aufbaue, dass ich mich selbst kennenlerne. Gefestigt in neue Beziehungen gehe ohne mich zu verlieren.

    Und dann kommt wieder diese Herzschmerz, wieso ich das nicht vor zwei Jahren schon hatte..? Und genau das ist es, diese Hilflosigkeit: wo ich jetzt hingehe und zu dem werde was ich bin, so war ich 2023 als wir uns kennenlernten. stabil, nüchtern, Selbstbewusst.

    Was ist aus mir geworden und wieso.

    Ich hoffe, dass ich nie wieder in die Situation komme, dass Alkohol für mich ins Ableben eingreift und ich wieder da lande, wo ich hinbekommen bin.

    Moin,

    Ich kann dir nur empfehlen, mal mit der Diakonie Kontakt aufzunehmen. Die habe. Suchtberatungsstellen. Ich selbst war da jetzt 12 mal in den letzten 1,5 Jahren. Dort geht es nicht so sehr um Austausch und so, es sind reine Einzelgespräche. Über dein Leben, die Situationen und auch deine aktuellen Lebensverhältnisse. Außenstehende sehen das viel sachlicher und neutraler.

    Es wird auch nicht nach DER Ursache gesucht, sondern dich zu einer gewissen Stabilität gebracht. Du merkst recht schnell, dass du die Zügel in der Hand hast. Sie wird nichts aufgedrückt oder ne stationäre Behandlung ausgesprochen. Su allein darfst alles bestimmen, was auch für dich das richtige ist jeder geht seinen Weg..manche beschäftigen sich gar nicht mit dem Thema, andere, so wie ich, viel zu viel und reflektieren die Dinge und Auslöser. Du hast es ja immer wieder selber geschafft, über eine längere Zeit hinweg. Ziel ist es ja, dass du das ganze als Gewinn betrachtest, nicht als Aufgabe.

    So habe ich für mich gelernt, dass ich auch nach Jahren wieder angefangen habe, mit so ne Art "Freifahrtschein" im Kopf auszustellen. Also es wird der Tag kommen, wenn er mir passt, da wird es mal an einem Abend doch nicht so schlimm sein. Danach lasse ich es wieder. Dieses Denkmuster schlummert dann Tage, Wochen, Monate bis sogar Jahre. Ich weiß heute, dass ich diese Tage oder diesen Tag NICHT mehr erleben MÖCHTE. Meine Fahrkarte ist gestempelt und ungültig. Das verschafft mir Erleichterung, weil ich nicht auf diesen ungewissen Tag hinsteuer. Und dann wird es auch (hoffentlich) niemals eine Situation gebe, wo ich denke: ah, jetzt die Fahrkarte.

    Ich sehe die Abstinenz nicht als Hürde, Lebensaufgabe oder sowas an, das belastet nur. Ich trinke halt einfach nicht. Punkt


    Nicht mehr und nicht weniger. Ich verpasse nichts, ich brauche nichts. Alles ist bestens ohne. Dass es mal Gefühlsphasen gibt, wo man schreit und am liebsten auch benebeln würde mag es zwar geben, aber du hast irgendwann wieder ein Fundament und weißt, dass es nichts gutes bringt. Zeig dir vor Augen, wie der nächste Tag wird. Denke an die Biere, die du dir reinorgelst, alles ist super. Und dann?

    Die Gefühle am Morgen, der Blick in den Spiegel, der Einsatz beim Sport ... All das bleibt, aufgegeben für was?


    Und was ich auch empfehlen kann, was du ja auch selber sagtest: Psychiater suchen. Wird nämlich wirklich lange dauern, daher dran bleiben. Die helfen auch ungemein.

    Ob Therapie, SHG, Forum usw. Unterm Strich musst du dich damit auseinanderaetzen, deinen persönlichen Umgang und Weg finden.

    Spätestens wenn du es als Belohnung und Genugtuung verspürst, nüchtern zu sein, dann hast du es für dich gefunden. Kein Zwang, kein Verzicht, kein Durchhalten für irgendwen oder für irgendwas. Nur reiner Genuss am Leben ohne Alkohol

    Ich weiß gar nicht mehr, wie viele Tage und Wochen es mittlerweile sind. Kommt mir so vor, alswenn ich nie getrunken habe.

    Habe immer noch kein Verlangen oder Durstgefühl.

    Körperlich tut es mir richtig gut, alles läuft in normalen Bahnen. Kann mir gar nicht mehr vorstellen, jetzt angetrunken zu sein. Diese Müdigkeit vorallem.

    War am Freitag bei der Psychologin. Auch sie hat nicht mit dem Finger auf mich gezeigt und "Du hast es versaut" gesagt. Ich weiß nicht, wieso mich alle in den Schutz nehmen und keiner sagt, der Alkohol ist Schuld. Sie sagen nur, dass es nicht gut ist und ich im Moment sehr gut drauf bin und das eher ein Zeichen von fehlendem Frust ist. Ich weiß es selber nicht, wieso ich gerade jetzt so eine stabile Abstinenz an den Tag legen, und es mir das letzte Jahr immer wieder schwer fiel, wo ich noch alles hatte und kitten konnte.

    Auch das habe ich gelernt bzw gesagt bekommen, dass einer allein sich nicht nur ändern kann, wenn der Rest bleibt. Ich selbst Zweifel noch immer daran, dass alles so schlimm war. Die Sehnsucht und der Liebeskummer überdecken scheinbar alles.

    Das ist auch so mein mentaler Zustand: traurig und frustriert. Sport ist weiterhin meine Überbrückung aber freudig und stolz bin ich im Moment auf gar nichts. Und auch das würde ich für mich selber gerade noch erlauben und sogar verstehen, wenn ich jetzt zur Flasche greife....

    Aber weder das Verlangen ist da, noch der Wille mich mit Absicht zu schädigen. Ich habe nicht mal Lust loszugehen und was zu kaufen. Absolut gar nichts. Keine Gedanken, kein triggern, absolut 0.

    Es klingt vielleicht jetzt albern, aber ich höre seit 4 Wochen jede Nacht im Schlaf Meditationen. Zum Thema Alkohol, Selbstliebe, Seelenpartner usw. Ich hab auch manchmal das Gefühl, das bewirkt was.. alswenn jemand Gehirnwäsche gemacht hätte.

    Ich sehe so ein Ziel in ein paar Monaten, wenn ich umziehe. Stabil, ein eigenes Fundament und sportlich. Ich hoffe derzeit nur, dass die Zeit alle Wunden heilt. Im Moment sehe ich es leider noch nicht. Bin mit allem unzufrieden.

    Danke für die Worte.

    Vielleicht sollte es gerade so sein, dass ich diesen Schmerz erfahre.

    Außenstehende sagten uns ja seit Ewigkeiten die Trennung voraus. Ich hoffe sehr, dass ich für mich die Konsequenzen gezogen habe und es wirklich noch die richtige Frau gibt. Dann kann ich wenigstens in der Zukunft bewusster mit allem umgehen und klar im Kopf sein.

    Wenn ich mich heute Abend im Spiegel angesehen habe und das noch zum 30.12 vergleiche, dort liegen Welten. Ich sehe einen ganz anderen Menschen. Keinen erfrischen wie bald in einigen Monaten, aber jemand der weitermachen will. Dessen körper nichts mehr braucht was ihn kaputt macht. Der Situationen besser einachätzen kann. Auch meine innere Ruhe kommt langsam zurück. Das Hippelige hat aufgehört. Ich freue mich auch jeden Morgen, keine Verstecke, die ich selbst nicht mehr finde, leermachen zu müssen... Kein Leergut, keine klebrigen Tische. Vorallem aber kein schlechtes Gewissen. Wie eine große Last die plötzlich weg ist. Zwar bin ich morgens noch müde, ich rammel aber nicht gegen Schränke oder habe Kreislaufprobleme. Mein Blutdruck ist wieder normal, meine Herzfrequenz ebenfalls. Ich habe so viel Geld wie sonst kaum gespart, was in tolle Sachen fließt oder gespart wird. Und auch eins ist mir bewusst geworden: ich habe sie zwar verletzt aber mein gutes Herz ist immer noch da. Ich bin nicht mehr das elende Häufchen. Es ist wieder ein Tag rum, wieder nicht getrunken. Wieder ein ganz normaler Tag der mich vorabgebracht hat. Ich freue mich auf mein neues Leben ohne den Stoff. Ich kann ein neues Kapitel anfangen, was ich selbst mitgestalten kann. Ich bestimme. Wo es langgeht, nicht wo ich lang soll. Ich fühle mich endlich wieder frei, dabei stehe ich nach so vielen Stolpern erst gerade wieder auf und mache die ersten Schritte. Es kann nur eins: besser werden. Mit Bier wird es schlimmer. Mein Ego und Selbstanspruch sind zurück.

    Alles andere wird Zeit brauchen. Viel viel viel Zeit. Aber auch hier gilt: nur ohne geht es. Mit ist keine Option und wird mein Leben zurückwerfen, bzw. Kaputt machen. Ich bin dankbar für meine jetztige Phase, weil ich endlich trocken bin und es auch bleiben möchte.

    Alswenn ich grad die Goldmedaille gewonnen habe 🤩

    Sagen wir es so: ich kenne selbst die Statistik der Rückfälle mit und ohne Therapie.

    Was ich oft aber auch festgestellt habe ist, dass viele sich dem gar nicht bewusst wären, was da mit ihnen eigentlich passiert. Das sie es als normal empfanden. Hab dich ne. Job, ne Familie, noch den Führerschein usw.

    Ich sehe es doch bei meinem Kumpel, der jeden Abend 3 oder 4 Bier trinkt und das als normal ansieht. Ich bin kein Moralapostel aber ich hab ihm auch gesagt, so war ich auch mal, nur, dass ich damals schon wusste, dass es eben NICHT normal ist und ernsthafte Schäden verursacht.

    Wenn ich eine Therapie machen, da Körbe flechte, Triggermomente mit Lösungaalternativen höre, was anderes ist es doch nicht, wenn ich mich selbst damit auseindersetze und mich Frage: bei all deinen Situationen in deinem Leben, was war da dein Gefühl und was hat es ausgelöst? Was hätte xy gemacht, der kein Bier mag.


    Ich will das nicht abwerten, aber irgendwie hab ich dann so das Gefühl, es zählt erst bzw..ich werde ernstgenommen, wenn ich den offiziellen Weg gehe.

    Ich habe mal eine Frage an alle die das lesen. Und zwar möchte ich eure Meinung wissen.

    Als ich merkte, dass der Alkohol in meinem Leben großen Einzug nahm, ich das aber nicht wollte (ich mochte dieses Schwummrige nicht. Den Geschmack der ersten 2 Bier ja, danach war es aber eher ohne Verstand und Kontrolle), habe ich ja aufgehört und ein sehr gutes Leben geführt. Es gab nicht einen Tag, an dem ich es vermisste.

    Durch große Veränderungen in meinem Leben hielt es wieder Einzug. Ich hätte vielleicht auch gar nicht begonnen wenn ich nicht das Risiko eingegangen wäre bzw wüsste, dass es zum wirklichen Problem werden würde. Ist ja auch egal, ist passiert.

    Seitdem gehe ich zu Einzelgesprächen der Diakonie. Nachdem meine Beziehung jetzt zu Ende ist, habe ich 3 Sitzungwn gehabt, demnächste den Übergang zur Psychologin.

    Ich war auch mal beim blauen Kreuz in der SHG.

    Da gefiel mir aber nicht, dass man sich die Zeit nehmen muss, dort hin, um explizit über das Thema zu sprechen. An manchen Tagen hatte ich anderes vor, nicht dran gedacht und hab ich eher gezwungen. Danach dachte ich: oh weh, wenn du das alles hörst, da kannste ja echt noch froh sein.

    Im Moment gehe ich durch die Hölle und trotz alledem habe ich immer noch kein Verlangen oder ähnliches. ich würde sogar fast meinen, dass ich noch nie strukturierter und klarer das Leben bewerkstellige. Ich gehe mit den Gefühlen bewusst um und sortiere sie. Was ist real, was löst sich, was machst du damit?

    Egal was es auch ist, ich sehe nur eins: Alkohol bringt mich kein bisschen voran, bleib so klar und bewusst bei dir.


    Muss ich (müssen tut keiner) in der jetzigen Phase eine stationäre oder ambulante Therapie machen? Ist das für mich wirklich sinnig? Ich kenne Trigger und ich weiß auch, dass es zu nichts führt, egal wie heftig. Da der nächste Supermarkt 10 min mit dem Auto weg ist, ist allein die Hürde schon da, bewusst loszugehen. Im Haushalt gibt es logischerweise nichts. Ich fühle mich im Moment sehr gut, was das Thema betrifft. Jedoch höre ich von außenstehenden, die natürlich das Thema nicht so kennen, ich soll eine Therapie machen. Die Aussagen kommen daher, weil die denken, da geht man hin und dann trinkt man nie wieder. Nur das hilft. Ich streube mich innerlich nur leicht darüber weil ich mich ja mehr als bewusst damit auseinander setze und alles bis ins Detail hinterfrage, analysiere und mir bewusst mache. Wenn ich dann sage, ich bin weiterhin trocken kommt sowas wie: aber das wird ja kippen ohne Therapie. Mich ärgert es auch so leicht, weil man mir meine Einstellung, meinen Willen und vorallem meine Überzeugung damit in Frage stellt.

    Wie seht ihr das?

    Ich denke schon, dass vieles mit einer seelischen Unzufriedenheit zusammenhängt. Da das Gehirn sehr komplex ist, wird es nicht wirklich Auslöser geben. Irgendwer schrieb mal: eines Tages kommt der Punkt, da fliegt die Panzersicherung raus und die geht nie wieder rein. Da wird aus Genuss/ Feiertrinken eine Abhängigkeit bzw. ein ungesunder Konsum.

    Ich kann nur von mir sprechen, dass die Toleranz und das Verlangen- obwohl man es weiß- seelischer Natur ist. Mit sich selbst irgendwie unzufrieden obwohl alles eigentlich toll ist. Die Selbstverwirklichung des Menschen ist in unseren Genen. Das ist unser Überlebenswille.

    Ich sag es mal anders: wenn es dir kacke geht, wann nimmst du Heroin?

    Genau, weil du es nie versucht hast, die Auswirkungen durch Wissen erlent hast und es nicht versuchst.

    Bei Alkohol ist es anders. Er ist gesellschaftlich akzeptiert und es wird gefördert. Wäre er verboten, wären weniger abhängig.

    Ich glaube auch sehr, dass die meisten von uns da reingeraten sind weil der Alkohol das Wesen verändert hat. In vielen Fällen erstmal positiv (Partys, Feiern, Gesellschaft usw.) dieses Gefühl ist stark verankert. Wenn man auch dann lernt, dass es bei Stress hilft, ist man irgendwann drin.

    Die wenigstens sind nach ein paar Getränke abhängig, das ist ein Erlernen.

    Ich habe mal in der Suchtberatung gefragt, wieso so viele junge Menschen jedes Jahr nach Malle fliegen, sich zu kippen und im Alltag keine Probleme haben.

    Hatte ich auch nicht... Für MICH ist die Abhängigkeit auch mit dem Alter und dem Leben verbunden. Erfahrungen, Betrachtungsweisen usw. Man sieht halt alles anders als mit 16. Reflektierter und sachlicher, weniger aus dem Bauch raus. Und viele Sachen davon, die man früher nie hatte, muss man dann ertragen oder durchleben. Positiv und negativ. Und da dockt dann häufig der Alkohol an, der Gefühle und Gedanken beruhigt.

    Der Mensch nimmt immer Drogen um sein Bewusstsein zu verändern. Der Umgang mit Gefühlen ist für MICH das elementarste an der Alkoholabstinenz. Wenn man das aushält, sich durchkämpft und auseinandersetzt, kann man es schaffen. Der Konsum ist lediglich die Betäubung.

    Hallo und danke für das Feedback.

    Nein, die Unruhe kam, weil ich am liebsten in meine alte Wohnung zu meiner Ex wollte. Das war so nah und ich konnte an nichts anderes denken. Vor einem Jahr in der Reha wollte ich auch nur noch weg, das war das selbe Gefühl. Da habe ich mir den Tag dann ertragbar getrunken. Im Moment kommen alle Gefühle ungefiltert. Die Stresshormone sind extrem hoch. Ob das für mein weiteres Leben gut ist, weiß ich nicht. Ich lerne viel, auch mit dem Aushalten und damit umgehen. Der Alkohol ist da für mich keine Option mehr. Mir ist die Nachwirkung sehr bewusst, zudem es mich innerlich noch weiter zurück werden würde. Da ich wie gesagt froh bin, es nicht zu müssen, stört mich das bei anderen nicht. Ich weiß ja, wie es Ihnen heute Morgen ging. Das brauche ich nicht mehr. Ich verpasse da nichts. Und trinken bei Gelegenheit oder in Gesellschaft war für mich schon immer mehr Gruppenzwang als Genuss. Das einzige ist, wenn man zusammen was trinkt und feiert. Aber das war mit 20 der Fall, nicht mehr heute. Ich hatte meine Partys.

    Kater

    Ich konnte meine Wanderungen kaum machen, nur unter Schwitzen und keine Energie, der Schlaf war beschissen, ich hab geschnarcht und ausgedünstet, dass man nur so gestunken hat. Es war stinkender Durchfall, die Augen waren verquollen, das Gewicht rot... Sie Fotos wären erschreckend. Ich habe Sachen gesagt, die würde ich nüchtern nie sagen. Mein Verhalten war nicht lustig, es war peinlich und ekelhaft.

    Der Bauch wurde dicker, Unternehmungen ohne Interesse.. den Tag verplempert.

    Dafür soll ich trinken? Nein danke.

    Ich kenne ein nüchternes Leben, ich weiß wie gut sich das anfühlt, und wie es auch ist, wenn man irgendwann nicht mehr dran denkt und Trinken wie ein Fremdwort klingt. Das Nüchtern sein ist im Moment das Wichtigste, was ich machen kann. Damit steht und fällt alles. Ein Rückfall wäre wieder in dem Loch drin.

    Das Thema Selbstliebe stelle ich für mich mit dem Alkohol ganz nach oben, da ein Zusammenhang herrscht. Durch die fehlende Selbstakzeptanz, Schüchternheit und Introvertierheit löste der Alkohol diese Zweifel.

    Wenn ich diese Baustellen angehe, dann hat er auch keine Macht und ich brauche ihn dazu nicht. Das sind aber alles Prägungen von Jahrzehnten. Ich muss offener auf Menschen zugehen, keine Angst vor der Zukunft oder vor Gedanken anderer haben. Ich lebe für mich.

    Das heißt aber auch, ich muss aus meinem.Umfeld ausbrechen, neue Menschen kennenlernen. Meine Ex ist da eine gute Lehrmeisterin gewesen. Was sie zu viel hatte, hab ich zu wenig. Ich sorge mich um jede Kleinigkeit, statt alles lockerer zu sehen. Vorallem muss ich von meinen vielen Ansprüchen und Verpflichtungen weg, mehr das Leben als Hobby sehen und genießen, statt sich in materiellen Dingen zu flüchten.

    Ja, ich mache mein Glück von anderen abhängig, und wenn man viel allein ist oder sich einsam fühlt, erstickt das einen. Mich sich selber was anfangen können. Trotz meiner vielen Hobbys habe ich sowas wie eine Lebenslangeweile. Und die gepaart mit emotionaler Sehnsucht ist der Nährboden für Alkohol.

    Ich habe nie des Trinken Willens getrunken, es war immer wegen Situationen. Und diese Situationen haben Verknüpfungen geschaffen, die mich dann immer wieder dazu gebracht haben, zur Flasche zu greifen.

    Das habe ich jetzt erst alles gelernt... Vorher habe ich es unter: mir geht's nicht gut abgestempelt. Vorallem auch eine Abhängigkeit zur Partnerin, finanzielle Sorgen was mit die Abhängigkeit zu den Eltern einbrachte... Das fühlt sich alles so unmännlich und nicht erwachsen an, was ich sein sollte. Ich kam mir immer wie noch der kleine Junge vor, jedoch mit Erwachsenenprobleme.

    Denke, erst wenn ich meine Seelenmitte wirklich gefunden habe, weiß ich auch wer ich bin. Auch wenn ich nie dauerhaft getrunken habe, sind es aber die letzten 20 Jahre, wo Alkohol immer eine Rolle gespielt hat. Jetzt muss ich auch lernen, dass er nicht mehr zu mir gehört und ich mein Leben ohne ihn leben kann. Das Gehirn denkt zu viel, wie toll es war, was aber letztendlich nur ein Trick ist und nicht die Wahrheit.

    Vielen Dank. Das ist für mich im Moment noch die schlimmste Phase. Es geht mir körperlich sehr gut, und das ist der springende Punkt. Mal die Krankheit außen vor, aber man kennt ja auch das schönere Leben. Wieso ich all das gute mir selber damit kaputt gemacht habe, bei vollem Wissen. Immer wieder kommt: wieso nicht vor 6 Wochen?

    Gestern war es so heftig, dass ein totaler Zirkus im Kopf losging: ich will nicht trinken und habe kein Verlangen. Dann denke ich: zwing dich doch einfach dazu, jetzt was zu trinken. Ich dachte: hä? Was soll das denn jetzt? Ich will doch gar nicht.

    Bei mir ist es eben noch die emotionale Abhängigkeit an der anderen Person, die mir gerade alles so schwer macht. Wäre ich unabhängig, wäre ich glaube ich gerade einer der glücklichsten Menschen.

    Und das bewirkt diese enormen Schuldgefühle.


    Ich Versuche langsam wieder mal unter Leute zu kommen... Außer Sport. Gestern war ich zum Kartenspiel bei meinem besten Kumpel. Die trinken alle Recht viel Bier. Das triggert mich aber nicht, da ich durch meinen Sport und die Medikamente sehr viel Durst habe, nur Wasser trinke. Das einzige was den Durst löscht. Statt mich auf das Spielen zu freuen uns Spaß zu haben, wollte ich nach 3 Stunden dringend weg. Diese innere Unruhe überkam mich. Es lag aber auch daran, dass das meine alte Heimat war und meine Ex in der Nähe wohnt.

    Ich freue mich auf meine Therapeutinnen diese Woche, um wieder klarer sehen zu können. Durchlebe gerade die Phase in der ich alles Negative ausblenden und nur die tolle gemeinsame Zeit in den Fokus rücke. Das klingt jetzt wirklich blöd, aber mein Gehirn sendet die ganze Zeit diese Gedanken, ohne, dass ich sie verdrängen kann.

    Heute war wieder so ein 08/15 Tag.

    Hauptsache er geht rum. Der Sport wird flüssiger, es tut nichts weh und ich kann die Gewichte langsam steigern. Einige Muskelgruppen sind schon fester, das Memory-Gedächtnis funktioniert. Seelisch komme ich an meine Grenzen. Die Stimmung ist im Keller.zu viel Anspannung und es kommt mir vor, als wenn ich nicht vorankomme. Habe etwas gewerkelt, damit ich mal etwas Erfolg sehe.

    Alkohol ist weiterhin kein Thema. Keine Gedanken, kein Craving.. es gibt ihn zwar, aber er hat keine Anziehung. Was nur seit Tagen stark zunimmt, sind Selbsthass und Scham. Vorallem aber der Umgang mit der Vergangenheit, der nassen Zeiten bzw. deren Auswirkungen. Wie geht ihr damit um? Sollte man das irgendwann mal weg packen und sagen, es geht jetzt nach vorn, das ändert sich eh nicht mehr? Wieso schäme ich mich so dafür? Andere Menschen machen peinliche Sachen, verhalten sich richtig dämlich und machen weiter, alswenn nichts wäre. Niemand den ich ab jetzt je treffe, kennt meine Vergangenheit, meine Probleme und was mir vorallem im Kopf rumschwirrt. Ich habe nur immer das Gefühl, jeder kann in den Kopf gucken und alles lesen. Ich könnte ja alle Zelte abbrechen und ein ganz neues Leben starten. Aber ich hänge immer noch in der Vergangenheit fest.

    Was ich genieße, sind die klaren Gedanken, das Aufstehen. Keine Übelkeit. Keine Angst beim Autofahren uns ich merke mir erstaunlich viele Sachen, bis hin zu welchem Tag wer was gesagt hat. Das sind echt geile Momente, die mich beflügeln, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.


    LG

    Alex, genau das ist ja der Irrsinn. Das ist eine toxische Beziehung. Wenn sie mich wirklich von ganzem Herzen genauso geliebt hätte, würde sie niemals sowas machen. Das ist ihr eigenes Leben ohne Kompromisse weiter führen und der andere muss mitmachen. Für seine Schwächen ist er selbst verantwortlich. Wenn er nicht stark ist, Pech gehabt.

    Wenn ich noch ein Quäntchen Selbstachtung hätte, müsste ich jetzt wirklich froh sein, frei zu sein.

    Ich habe mein Leben nüchtern betrachtet (haha) eigentlich im Moment mehr als im Griff. Das ist eine Meisterleistung da sich frei zu schwimmen. Es sind aber immer noch die Verlustängste und die Einsamkeit, fehlende Nähe. Selbst das Einreden der negativen Aspekte ändern es nicht. Da ich aber noch 12 Wochen ohne eige Wohnung bin, ergibt sich derzeit auch nicht die Sache neue Frauen kennenzulernen.

    A) es wäre eine gute Ablenkung und würde mir zeigen, dass ich doch noch ein Mensch bin

    B) es aber keine gute Idee ist, solange ich in mir nicht aufräume

    C) ich die Gewissheit wieder haben möchte, nicht ein paar Tage oder Wochen, sondern mehrere Monate nicht mehr getrunken zu haben. Das der Alltag eine 100%ige Festigung ohne Alkohol darstellt.


    Die innen Anspannungen kommen gerade sehr stark hoch, mehr als in den letzten Wochen. Das sind die gleichen Gefühle, wie als wenn ich getrunken habe. Ich halte es im Moment sehr gut aus, auch wenn es mir kein Lächeln auf die Lippen bringt.

    Ein Verlangen habe ich immer noch nicht, demnächst ist der erste Monat rum.

    Der Sport gibt mir körperlichen Halt. Durch das Auspowern kommen nicht mal Gelüste hoch, außer auf Wasser.

    Für Alkoholiker sehr gefährlich, ich weiß:

    Dadurch, dass ich ausschließlich Bier getrunken habe, nie Spirituosen oder Wein, ist der Geschmack und die Verknüpfung immer mit Bier verbunden. Der Irrsinn ist jedoch auch, dass mir Bier nie wirklich geschmeckt hat, solange ich es nicht regelmäßig getrunken habe. Bei dem Gedanken daran oder den Geruch habe ich derzeit zum Glück noch heftige Abneigungen. Die Wirkung und das sofortige Runterfahren verdränge ich eben.. ne anders: ich überspringe es. Ich denke an die 12 Stunden danach, wenn ich verkatert aufgewacht bin.

    Das hilft mir bei dem bewussten Umgang damit. Ich habe auch gelernt, dass jeder Mensch der eine Sucht hat anders umgeht. Es gibt nicht nur einen Weg. Entscheidend ist, dass es zum selben Erfolg führt: heute nichts getrunken zu haben.

    Uns jeder dieser Tage hilft mir ein kleines Stück wieder zu mir selbst. Den Scherbenhaufen hinter mir zu lassen und gut weiter zu machen. Ich bin für mein Leben verantwortlich, niemand anderes. Ich kann jeden Tag bestimmen ob ich glücklich leben will oder mich dem einfachen Weg hingeben, der mich zerstört (einfach nicht wörtlich nehmen, weil das einfache ist für mich nicht zu trinken). Ich trage keinen Kampf mit mir aus. Ich genieße es förmlich nicht mehr zu müssen

    Danke euch erstmal.

    Ja, ich finde mein Leben nicht so besonders. Es ist eingefahren, langweilig und ohne große Freude.

    Ich mache vieles an anderen Menschen abhängig, vorallem an Frauen/ Freundin.

    Meine letzte Beziehung (2,5 Jahre) war eigentlich perfekt. Selbe Interessen und was der eine nicht konnte, hat der andere wett gemacht.

    Als wir uns kennenlernen war ich über 2 Jahre abstinent und hatte das Thema Alkohol für mich begraben. Innerhalb der Beziehung gab es seelische Einsamkeit und durch die fremde Umgebung auch keinen Fluchtweg oder Freunde. Alkohol hielt wieder Einzug. Unregelmäßig aber als Betäubung. Das führte zu Reibereien. Diese Ursache, weshalb ich es als Seelentröster brauchte war mir klar. Ist er auch bis heute. Ich habe immer wieder dann versucht es zu lassen, immer wieder rückfällig geworden. Der Druck wurde auch immer größer weil ich schon merkte, das ist in Gefahr.

    Ich liebe diese Frau sogar mehr als meine Tochter, die ich vergötter. Es gab immer wieder Tage an denen ich so enttäuscht war, wir führten wochenlang manchmal wie eine Freundschaft. Sie war müde, sie musste arbeiten, sie war weg usw. Das führte mich wieder in den Rückzug.

    Am Ende war ich betrunken als Schluss war.

    Dieser Punkt zerreißt mich innerlich. Ich weiß, es geht nicht zurück, ich bekomme diesen Gedanken aber nicht mehr raus.

    Ein normaler Mensch betrinkt sich nicht aus Frust. Ich hätte gerne auch die Nüchternheit gehabt. Für sie wäre es dann wahrscheinlich keine Trennung. Einen Alki will aber niemand, weil es auch alle mitbekommen haben.

    Die jetzige Abstinenz geht sehr gut. Also gibt es einen Zusammenhang mit der Beziehung. Auf der anderen Seite bin ich jetzt trauriger und seelisch leerer als in der Beziehung.

    Wenn der Alkohol über die Zeit nicht gewesen wäre, ich wäre nervlich vielleicht stabiler. Auch meinen Arsch mal hochbekommen und den Job wechseln sollen. Scheiß auf die finanziellen Sorgen die wir hatten, aber ich hätte eine tolle Freundin, die für mich die absolute Perfektion ist.

    Demzufolge sehe ich die Ursache und die Entwicklung an meinem Fehlverhalten, was den Alkohol betrifft.

    Man muss aber auch sagen, dass sie nach meiner Einer Lieferung in die Notaufnahme mit über 4 Promille danach meinte, die Ursache liegt an meinen erdrückenden Eltern und ich habe kein Alkoholproblem wegen dem Alkohol, sondern durch seelische Probleme. Sie bekommt das mit mir hin. Ich dürfte auch mit ihr mal ein Bier trinken. Im Restaurant hat sie mir den Ouzo unter die Nase gehalten, wie toll der riecht. Also sie sieht das Thema Recht locker. Natürlich habe ich nicht getrunken, weil ich auch nicht wollte.

    Sie möchte halt gern einen Freund, mit dem sie sich auf ner Party betrinken kann, der aber sonst nichts trinkt. Das geht bei mir jedoch nicht, ohne dass ich Gefahr laufen, in dem Kreislauf wieder zu landen. Dazu bin ich innerlich nicht aufgeräumt. Das fand die Therapeutin übrigens unverantwortlich, ob sie wirklich mich lieben würde, wenn sie sowas macht. Sie hat auch immer gesagt, dass sie hin und wieder ihren Wein trinken wird und das nicht wegen mir unterlässt. Das hat mir auch nichts ausgemacht.

    Und da ich darüber seit 5 Wochen ununterbrochen nachdenke komme ich immer wieder zu folgendem Urteil:

    Das Verhalten der anderen Person ist egal. Ich werde immer was finden, was mich in Klammern, Angst, Unsicherheit und Verlustängste führt. Der Alkohol wird so oder so wieder ein Thema werden können. Ich bin jetzt abstinent, genauso wie damals. Der Alkohol hat mich innerlich einsam gemacht und ich glaube ich habe in einem normalen Verhalten gleich Beziehungsprobleme gesehen. Vorallem aber den Druck mit Stimmungsschwankungen, gezicke nicht aushalten können. Also was eigentlich in jeder Ehe vorkommt.

    Weißt du wie man sich fühlt, wenn man weiß oder denkt, dass man für sein Elend selber verantwortlich ist und es nicht mehr ändern kann? Man hatte so viele Chancen und hat sie nicht genutzt.


    Das ist mein Kopf.

    Außenstehende sehen es zum Großteil völlig anders und haben nur drauf gewartet. Wie haben nicht zusammen gepasst sagen sie. Ein dominanter Part und ein emotionaler Mann.

    Ich hatte damals mit dem Alkohol aufgehört weil er mir nicht gut tat und ich es zuviel empfand. Jetzt habe ich aufgehört weil er mir mein Leben erneut kaputt gemacht hat. Das sind die einzigen und wichtigsten Gedanken wenn ich jemals wieder dran denken sollte, ein Bier an die Lippen zu führen.

    Vielleicht war es gut, wie es gekommen ist, um endgültig sich bewusst zu machen was es anrichtet. Es wird aber immer die größte Liebe meines Lebens bleiben und sowas gibt es kein 2. Mal

    Mit Austausch meine ich den Beziehungskram.

    Mit dem Alkohol habe ich derzeit wirklich so gut wie gar keinen Kraft. Will davon ehrlich gesagt meine Ruhe. Ich trinke nicht, denke nicht dran, hab keine Zeit dafür.

    Zudem ich auch in ihm den einzigen Übeltäter sehe, der mir alles kaputt gemacht hat.

    Jedesmal wenn ich getrunken habe war es kein schönes Gefühl mehr. Es war das Erkennen, dass ich an mir selbst gescheitert bin und mich jedesmal nach dem Warum fragte. Natürlich gab es immer einen Grund weshalb. Unterm Strich habe ich mich aber doppelt bestraft. Verletzt, einsam, traurig und wieder zuviel getrunken.

    Jedesmal wenn ich das Gefühl habe, ich bin auf der Welt aber ich kann mich nicht entfalten wie ich will. Das ist reiner Rückzug in den Kokon, den ich kannte und der es betäubt hat. Innere Anspannung.

    In Zeiten ohne Alkohol weiß ich aber auch, dass diese Anspannung nicht so heftig war, weil die Nerven besser arbeiten.

    Auch habe ich gelernt, dass ich gewisse Abhängigkeiten nicht ab kann. Wenn ich nicht selbstständig bin, bricht mein Selbstvertrauen. Ich ertrage selbst die nettesten Menschen nicht, will flüchten und nur für mich sein. Es erdrückt mich . Gleichzeitig kann ich nicht allein sein. Eine Partnerin ist für mich immer wichtig. Ich habe nicht dieses Glücklicher-Singel-Leben. Das war noch nie meins.

    Ich würde das auch als Teufelskreis bezeichnen. Die einzige Ausnahme ist der Verzicht auf Alkohol im Ganzen. Der Rest ist machbar oder es ist einfach so. Aber ich kann das Bier steuern.

    Da ich körperlich auch Ziele vorhabe, die mir ja sehr gut tun, entfällt der Alkohol sowieso. Ich weiß nicht mal ob ich es mir oder anderen beweisen muss, dass es auch ohne geht. Für mich ist das ein Punkt, den ich in eine Schublade stecke und diese fest verschließe, dass sie schön da drin bleibt.

    Ich bin einfach nur noch vom Leben müde und kraftlos. Die Energie ist derzeit völlig weg. Die Selbstverletzung und die Schuld überwiegen alles. Neurobiologisch wird das auch Monate noch dauern, bis die Gehirnnerven neue Verknüpfungen gebildet haben. Und dann will ich trainiert, nüchtern, glücklich und selbstbewusster in ein neues Leben starten.