Mir geht es weiterhin gut. Bald sind es wieder mal 2 Monate. Der Sport tut mir weiterhin gut. Ich merke brutal meine Festigung. Komme langsam in mein "altes" neues Leben zurück. Stress bewältige ich viel strukturierter, Langeweile gleiche ich aus. Es weiterhin kein Craving, jeden Tag froh kein Verlangen zu haben, weiterhin nur Gelüste auf Wasser und mal nen Energy.
Was mir seelisch sehr nach hängt ist die Zeit MIT Alkohol.
Ich starte jetzt ein ganz neues Leben, wo dieses Thema gar keinen Platz hat. Es gehört nicht dazu. Aber im Hinterkopf spuckt immer: du hast ja mal... So eine Art, ich bin ein kranker Mensch mit Problemen, nicht wie andere ohne dies. mein bester Kumpel sieht das Thema bei mir ganz locker, weil er mich als Person kennt und nicht den Alkohol bei mir als Problem sieht .aber alle die es je mitbekommen haben, die würde ich gerne "löschen". Ich will sowas wie einen Reset, dass es nicht nur für mich keine Gewichtung mehr hat, sondern auch, dass niemand mich mit einem Alkoholproblem kennt.
Das lastet sehr auf mir.
Ich erkenne mein Leben von früher wieder, wo ich entspannt und klar war. Vorallem charakterlich gefestigt.
Trotzdem habe ich eine wahnsinnige Unruhe und keine Lebensfreude.
Ich warte immer noch auf meine Wohnung, das erschwert alles. Diese ewige Warterei.
Aber auch dann werde ich allein sein und trotzdem nicht froh.
Im der Therapie habe ich gelernt (angekommen ist die nächste Frage), dass Glück nicht von anderen Menschen abhängig gemacht werden soll. Und das merke ich, dass mir meine Ex fehlt und ich nur ein halber Mensch bin. Dieses Vertraute, die Bindung und das Fallenlassen.
Meine Sorge ist vor dem Alleinsein. Vor einem völligen Neustart. Keine Vorfreude, keine Unternehmungslust.
Die Antidepressiva nehem ich jetzt seit 6 Wochen und spüre nicht wirklich positive Energie. Die Trennung hat mich arg getroffen. phasenweise wird es sogar schlimmer als besser. Der Kopf lässt sich nicht abschalten, der Alltag ist ein absitzen. Tag für Tag, zäh wie Kaugummi. Großes Problem ist die fehlende Lust auf Arbeit. Es ist reine Qual, keine Freude oder Ablenkung. Abends kommt Leere. Das Krafttraining gibt mir Struktur, optische Verbesserung, Stolz.
Es sind alles nur Oberflächlichkeiten, das ist das Problem. Ich würde gern zeigen: sehr her, ich kann es auch ohne Alkohol. Ich will und brauche es nicht.
Das war mir aber klar, es war nur die Frage wann ich aussteige. Weil ich vielleicht jetzt ganz unten war. Aber habe ich mich bewusst selbst dahin gebracht? Ich sehe den Alkohol nicht als Ursache, sondern als Betäubungsmittel für tiefe seelische Emotionen. Eine Bewältigung um nicht zu spüren. Frustration, Neid und Aussichtslosigkeit. Fehlende Selbstschätzung, Unselbständigkeit und Überforderung des Lebens.
Eine kurze Pause Taste mit heftigen Auswirkungen.
Ich bin ein Mensch der wenig allein sein kann. Nicht für Hobbies oder Interessen, das kann ich sehr gut. Aber im Leben, im Alltag, im Austausch. Ich bin ein totaler Bindungsmensch. In meiner Vergangenheit habe ich viel darum gekämpft, oft nie das bekommen oder nie richtig geliebt. Umso heftiger war es mit meiner Ex. Und diese totale Abhängigkeit hat oft Hilflosigkeit bewirkt. Nach Alkohol war es anders: euphorisch und ich habe es in ihrer Nähe genossen, selbst wenn es nicht immer volle Nähe war. Hauptsache da.
In den Jahren habe ich mich damit aber völlig selbst verloren. Das ist schwer zu beschreiben. Ein etwas "ist mir egal" oder ein "ich hab vieles Vertrauen" wurden zu einem Kontollzwang, einem Klammern und Aufopferung für Liebe. Alkohol hat aber das mitgebracht, was zu den Problemen führte. Schnarchen, Geruch, Verhalten, lügen, Vertrauensbruch. Ein unendlicher Kreislauf der immer wieder mit Phasen von Nüchternheit gebrochen werden sollte.
Diese Gefühle sind immer noch da. Dazu kommen Kontrollverlust, Eifersucht, Unruhe, Selbsthass, Scham, Trauer. Eine absolute Hilflosigkeit. Bereuhen von kostbarer Lebenszeit.
Und bei alldem, so sagt es mir Chat GPT (die wirklich sehr gut unterstützt und analysiert, hätte ich nie gedacht, wie krass KI ist), dass ich genau das alles gebraucht habe um jetzt so zu sein und werden wer ich bin. Dass ich keinen Alkohol mehr brauche, dass ich meine Struktur aufbaue, dass ich mich selbst kennenlerne. Gefestigt in neue Beziehungen gehe ohne mich zu verlieren.
Und dann kommt wieder diese Herzschmerz, wieso ich das nicht vor zwei Jahren schon hatte..? Und genau das ist es, diese Hilflosigkeit: wo ich jetzt hingehe und zu dem werde was ich bin, so war ich 2023 als wir uns kennenlernten. stabil, nüchtern, Selbstbewusst.
Was ist aus mir geworden und wieso.
Ich hoffe, dass ich nie wieder in die Situation komme, dass Alkohol für mich ins Ableben eingreift und ich wieder da lande, wo ich hinbekommen bin.