Beiträge von Tabsi

    Hallo Hope,

    ich finde gut, dass Du Dir weitere Unterstützung suchst.
    Ich bin in auch in einer realen SHG. Mir geht es dabei nicht nur ums zuhören, sondern auch um das Reden.
    Wie Du schon geschrieben hast, zu Hause durften Probleme, Sorgen nie angesprochen werden… Ja woher sollst Du dann auch wissen, wie man das kommuniziert. Hier zu schreiben ist das eine, aber offen zu kommunizieren nochmal ganz anders. Ich sehe die SHG für mich als Übungsfeld für das Leben da draußen. Ich bekomme auch real Feedbacks, Lob oder Kritik und lerne damit, umzugehen. Wir sind soziale Wesen und für mich spielt da Mimik und Gestik eine wichtige Rolle dabei. Ich muss auch mal lernen auszuhalten, Menschen die mir nicht so sympathisch sind, zuzuhören.
    Zuhören ist in der heutigen Gesellschaft auch so ein Thema…

    Ich weiß nicht, welche Generation Dein Vater ist, aber sollte er zur Kriegsgeneration gehören, sind viele traumatisiert. Sie haben es nicht gelernt, über Probleme zu sprechen. Wer schwach war, musste sterben. Die Erinnerungen aus der Kindheit und der Rückkehr aus Gefangenschaften wurden tot geschwiegen. Dieses Verhalten hat sich auf eine gesamte Nachkriegsgeneration übertragen.

    Was den Satan betrifft … Ich personifiziere den Alkohol nicht, damit gebe ich ihm Macht.
    Für mich ist es eine Flüssigkeit, die das Nervengift Ethanol enthält, abgefüllt in Flaschen rumsteht. Mehr nicht.

    Wie verhalte ich mich da in der Öffentlichkeit, wenn ich im Restaurant bestelle. Man will ja nicht überall rumerzählen, das man ein Problem hat.

    Oft sind die Soßen als Rot oder Weißweinsosse deklariert, wenn nicht, frage ich nach.

    Ich muss mich nicht rechtfertigen, wenn ich keinen Alkohol trinke. NEIN ist ein ganzer Satz.

    Andersherum könnte ich meine Tischgesellschaft fragen, warum sie Alkohol trinken.

    Ich „hänge“ an den Menschen in meinem Leben und will sie in der Regel behalten. Dafür nehme ich auch ne Menge auf mich, übergehe gerne eigene Grenzen und Kapazitäten, hauptsache ich verliere die Person nicht, bin sehr loyal und zuverlässig, einmal im Herzen, immer im Herzen. Ich würde sagen auf mich kann man immer zählen, oft auch wenn es mir schon lange nicht mehr gut damit geht.

    Dieser Absatz erdrückt mich schon fast beim Lesen, wenn ich Dein Partner wäre.

    Du bist genauso süchtig, wie der Alkoholiker nach seinem Stoff.
    Was musst Du erlebt haben, damit Du immer wieder dasselbe tust?

    Tue das, was Dir Dein Bauchgefühl sagt und alles in kleinen Schritten. Man muss ja nicht gleich alles von rechts auf links drehen.

    Bei der Therapeutin habe ich anfangs auch die Erfahrung gemacht. Ich denke, die haben das nicht so gern, weil Du dann eigentlich psychosomatisch als nicht therapierbar giltst, wenn man noch nass ist.

    Die wenigsten psych. Therapeuten nehmen Patienten auf, die noch nicht zur Suchttherapie waren und noch nicht langfristig trocken sind.
    Beim Hausarzt und Psychologen war es mir wichtig, weil auch Medikamente abhängig machen können und nicht von eine Sucht in die nächste möchte.
    Es ist auch wichtig vor OPs das anzugeben. Ich habe schon von einigen trockenen Alkoholikern gehört, dass sie bei Narkose mehr „Stoff“ brauchten als Nichttrinker und sei es auch nur die Betäubungsspritze beim Zahnarzt.

    Die Liste mit Alkohol in Lebensmitteln ist lang. Da frage am besten Google. Es ploppen dann Seiten von Krankenkassen und Selbsthilfevereinen auf.

    Es handhabt auch jeder anders, alles was nach Alkohol riecht oder schmeckt nehme ich nicht zu mir. Zum Beispiel reife Bananen enthalten auch Alkohol.
    In Soßen im Restaurant oder Kuchen kann auch Alkohol enthalten sein. Ich verzichte nicht auf Senf oder Gewürzgurken, weil dort Essig enthalten ist. Das Bad und Küche reinige ich trotzdem mit Flächendesinfektion oder desinfiziere unterwegs meine Hände.
    Bei Mundspülung schaue ich, dass kein Alkohol drin ist.
    Auch wenn nur Spezi drin ist, trinke ich nicht aus der Flasche, auch keinen O-Saft aus Sektgläsern.
    Aber das handhabt jeder anders. Ich übernehme da für mich die Verantwortung und achte darauf, was mich triggern könnte.
    Ich verfalle auch nicht in Panik, wenn ich versehentlich mal in was reinbeiße, was Alkohol enthält. Ausspucken, was nachtrinken und gut ist.

    Oh Lichtknüpfer, ich finde mich gerade in Dir wieder. Als ich nüchtern wurde, fand ich wieder Freude am Lesen, ich wollte alles wissen, verstehen, mich verstehen lernen.
    Meine Art, alles zu hinterfragen, meine Neugierde, mein Ehrgeiz, mein Perfektionismus…


    Für mich war es wichtig, die Alkoholsucht begreifen zu lernen… ich hatte sie ja immer kleingeredet, Alkohol gehörte in meinem vergangenen Leben in meinem Umfeld dazu und mich damit auseinanderzusetzen kam mir gar nicht in den Sinn.

    Nach etwa einem halben Jahr nach dem Trinkaus übermannten mich meine Gefühle. Ich nahm wieder therapeutische Einzelgespräche in Anspruch, Gruppe sowieso.

    Irgendwann habe ich gemerkt, puhhh Tabsi, fahr mal ein paar Gänge runter. Ich musste lernen, Geduld mit mir zu haben, damit nicht noch das Leben an mir „ vorbeirauscht“.

    Ich übe mich immer noch darin, gelassener zu werden. Das Leben ist ein Lernprozess und die besten Erfahrungen können Dir die geben, die hier ähnliche Schicksale mit Dir teilen.
    Dafür musste ich aber auch bereit sein, ein Teil von mir preiszugeben.
    Hilfe zur Selbsthilfe eben.

    Ich finde es gut, dass Du hier Fragen stellst und wissbegierig bist.

    Bei welcher Frage fangen wir an😅?

    dass Menschen sich gewissen Themen, die Ordnung ins Leben bringen würden, egal wie unlogisch oder einfach das von Außen wirkt, nicht stellen können, weil Ordnung in den Gefühlen/Gedanken bedeuten würde, sich ihren Traumata/Ängsten zu stellen, etwas, das dann so gefürchtet ist seitens Nervensystem, wie beim Teufel das Weihwasser.

    klassische Mutter Tochter Bez. ist es auf jeden Fall nicht.

    Ich kenne das von meiner Mutter.
    Keine Herzenswärme, manchmal fehlende Empathie, wie die Axt im Wald, der Ex bekam bei der Trennung mehr Rückhalt als ich, Hauptsache Friede- Freude- Eierkuchen-Welt. Kein rankommen, um mal über Gefühle zu reden.

    Ich hatte dann vor kurzem mich auch mal in einem Workshop mit dem Thema Empathie befasst.
    Und da kam auch die Aussage, ähnlich dem ersten Zitat oben, dass es eine Schutzfunktion des Körpers/ Nervensystems desjenigen ist, die Angst davor, die eigenen Gefühle nicht mehr unter Kontrolle zu haben und zu dissoziieren

    Entschuldige. Wollte dir nicht vor den Kopf stoßen

    Du hast mir nicht vor den Kopf gestoßen und brauchst Dich auch deshalb nicht entschuldigen.

    Es sind ja Deine Gedanken, dass Du keine Aufpasser benötigst - nicht meine.
    Verstehst Du, was ich meine?
    - aus meinen Worten machst Du Deinen eigenen Klang.

    Der Grund, weshalb ich mich geoutet habe, ich wollte ehrlich zu meinem näheren Umfeld sein, mich nicht in Ausreden oder Lügen verstricken, warum ich keinen Alkohol trinke. Da begann auch die Ehrlichkeit zu mir selbst.

    Hallo Lichtknüpfer,

    Willkommen hier im Forum. Komm in Ruhe hier an. Hier in Deinem Thread kannst Du all Deine Gedanken und Fragen schreiben. Supi, dass Du schon über 8 Monate nüchtern bist. Ich habe gelernt und gemerkt, dass es nicht ausreicht, nur mit dem Trinken aufzuhören. Die Alkoholsucht ist eine körperliche, geistig und psychische anerkannte Krankheit.

    seit 2018 dauerhaft Therapie (auch stationär) in anderen psychischen Bereichen. Im Moment ist keine Kraft mehr vorhanden. Nach dem letzten Klinik Aufenthalt wurde das Alkoholproblem deutlich angestoßen und es eskalierte

    Auch ich war seit 2017 in psychotherapeutischen Kliniken, meinen Alkoholkonsum hatte ich aus Scham immer verschwiegen. 2024 war ich dann bei einer psychotherapeutischen Heilpraktikerin, der ich mich öffnete, da ich nicht wollte, dass Alkoholsucht in meiner Krankenakte steht.
    Irgendwann kamen wir nicht weiter und sie meinte, erst die Sucht, dann die Psyche.

    Ja, ich denke, ich bin Alkoholiker. Öffentlich mag ich es allerdings nicht aussprechen, da ich nicht abgestempelt werden möchte und verhindern möchte, dass schlecht geredet wird. Es ist mir unangenehm.


    Etliche Versuche aufzuhören, scheiterten nach 2-3 Tagen. Ich überwand meine Scham und Angst, ging zur Suchtberatung, outete mich gegenüber meinen Ärzten und Familie/Freunden. Ich gehe nicht mit hausieren, aber die wichtigsten Leute um mich wissen es, allein schon aus Selbstschutz.
    So schloss ich Hintertüren. Heute gehe ich offen damit um, weil es mir egal ist, was andere über mich denken.
    Das war nicht immer so. Mit nassem Kopf war es mir wichtig, Anerkennung von außen zu bekommen, mein Selbstwert war im Eimer.
    Suchtdruck habe ich nach 2 Jahren keinen mehr. Trotzdem bin ich achtsam, lese hier jeden Tag und gehe in eine reale SHG.
    Ein paar Tipps bei Suchtdruck findest Du unter der Lupe „ Notfallkoffer“ oder HALT- Regel.