Beiträge von Tabsi

    mich innerlich zerreißt zwischen den Familiebild was ich mir wünsche und was nicht ist… ob es noch werden könnte…

    es verfolgt mich seit meiner Kindheit durch mein stark Alkoholkranken Vater

    Wie war es denn für Dich als Kind mit einem alkoholkranken Vater? Meinst Du nicht, dass Deine Kinder jetzt in der gleichen Situation sind wie Du damals?

    wenn ich egoistisch Handel.

    Ich finde es ist Selbstschutz und Fürsorge für die Kinder und hat nichts mit Egoismus zu tun.

    Diesmal möchte ich mein Tiefpunkt erreichen auf eine gesunde Weise

    Ich denke nicht, dass man einen Tiefpunkt auf gesunde Weise erreichen kann, er hat immer Aus- u. Nebenwirkungen.
    Tiefpunkt hat für mich was mit Leidensdruck zu tun.
    Die meisten kommen erst ins Handeln, wenn der eigene Leidensdruck groß genug ist. Bei jedem liegt die Schmerzgrenze woanders. Ich hatte keine Trennung, noch keine gesundheitlichen Schäden, kein Job- oder Führerscheinverlust, keinen Unfall mit Alkohol und trotzdem wollte ich nicht mehr Sklave meiner Sucht sein.

    Mich hielt dieses „ nie wieder“ lange davon ab, mit dem Trinken aufzuhören, weil es mir Angst machte. Es war noch der Gedanke da, auf etwas zeitlebens verzichten zu müssen.
    Diese Angst nahm mir dann anfangs der Gedanke raus : „Ich kann ja, wenn ich will- ich möchte aber nicht“.

    Wohlwissend natürlich, dass jeder 1. Schluck mich wieder dahin bringt, wo ich vorher geendet habe und das wollte ich nicht. Es nahm mir aber den Druck raus.

    Es hilft Dir nichts, wenn Dir 100 Alkoholiker von ihrem Tiefpunkt berichten, weil jeder seinen eigenen hat. Viele sind dem Tod nochmal von der Schippe gesprungen und wiederum andere schaffen es nicht. Also kann Dir auch niemand sagen, wann dein Mann diesen jemals erreicht.
    Die entscheidende Sache ist, dass er selbst als Erwachsener verantwortlich ist für sein Leben. Er darf trinken.

    Hallo Meilenstein,

    nur durch meine eigene Einsicht, zu erkennen, dass ich Alkoholikerin bin und den Weg aus der Sucht nicht allein schaffe, konnte ich abstinent werden.

    Als Alkoholikerin funktioniert für mich kein kontrolliertes Trinken, weil Kontrollverlust ein Symptom der Krankheit ist.

    Wann jemand diese Einsicht erkennt ( viele schaffen es nie ) ist unterschiedlich, je nach Leidensdruck oder Tiefpunkt.

    Ich habe Dir diese Frage bewusst in Deinem Faden hier beantwortet.
    Eine Selbsthilfegruppe funktioniert, wenn wir unsere Fragen gemeinsam teilen. So können auch andere ggf. davon profitieren.

    Warum siehst Du Dich verantwortlich zu sein, für seine Ängste vor dem Alleinsein?

    Hallo Bergfloh,

    erst einmal willkommen hier.
    Ich gebe Nayouk Recht. Wenn Saufdruck kommt, stehen die Flaschen zu nah, auch wenn es nicht „ deine Sorte“ war.

    Ha! Als ich meinem Hausarzt schilderte, dass ich zuviel trinke, winkte er nur ab. Es interessierte ihn nicht.

    Es macht einen Unterschied, ob ich sage: Ich bin Alkoholikerin oder ich trinke zuviel.

    nur die Damen aus der Bastelgruppe, die nur Kaffee trinken? Ui, da wäre mein Leben vorbei.

    Sind diese Damen langweilig, weil sie nur Kaffee trinken?

    Mein Leben wäre eher schneller vorbei, wenn ich weiter getrunken hätte, weil die Alkoholsucht tödlich endet.


    Im ersten Jahr habe ich mich von trinkenden Gesellschaften distanziert und auch heute gehe ich rechtzeitig, wenn der Pegel von Angetrunkenen auf Festen steigt.

    Zu tun hab ich in der Rente genug, nicht unbedingt erfreuliche oder gar soziale Dinge. Haushalt, Gartenarbeit, viele kleine Reparaturen.

    Empfindest Du Deinen Garten eher als Belastung?
    Ich habe wieder Freude daran gefunden, erfreue mich wieder an den kleinen Dingen, wie es blüht und wächst, an den Insekten.
    Klar, das Gießen bei der Trockenheit ist manchmal lästig, aber wat mutt, datt mutt.

    Ich finde, es macht auch einen Unterschied, ob ich „allein“ oder „einsam“ bin.
    Heute bin ich gern mit mir allein, brauche diesen Trubel nicht mehr um mich herum. Ich habe eine Handvoll von Freundinnen und das reicht mir.

    Weitere soziale Kontakte habe ich durch meine reale Gruppe. Das sind aber eher oberflächliche Beziehungen, um am Thema Sucht zu bleiben.

    Ich muss auch nicht ständig im Tun und Machen sein. Heute kann ich mich wieder selbst aushalten und Ruhe genießen.

    Ich hoffe, dass Du auch für Dich einen Weg in eine zufriedene Abstinenz findest.

    Hallo Dulcinella, willkommen im Forum.
    Gut, dass Du Dich für die Abstinenz entschieden hast.
    Ich war auch die Heimlichtrinkerin.
    Da Du ja jetzt in Rente bist hat sich ja auch Dein Tagesablauf geändert. Gibt es Dinge die Dir gut tun und womit Du Deine freie ( Sauf) -Zeit füllen kannst? Wie ist Dein soziales Umfeld?
    Nach 14 Tagen sehe ich es noch gar nicht als Rückfall, sondern eher das Beenden Deiner Trinkpausen.
    Ich wünsche Dir, dass Du ein paar Anregungen und Lösungsansätze findest.

    Also erstmal finde ich richtig, dass Du die Situation verlassen hast.
    Wegen der Kinder würde ich mir kein schlechtes Gewissen machen. Sie waren unter Aufsicht und hatten bestimmt trotzdem noch ihren Spaß. Schön, dass Du so tolle Freundinnen hast.

    Beim Lesen Deines Aktionismus im Haushalt wurde mir schon ganz schwindlig. Man kann sich auch an anderen Dingen „ besaufen“. Kein Wunder, dass danach eine gewisse Leere entsteht.

    Ich konnte mich anfangs auch nur schwer selbst aushalten. Mittlerweile bin ich da ruhiger und gelassener geworden.
    Vielleicht findest Du irgendwas nur für Dich, worauf Du Lust hast, alte Hobbies oder was Du schon immer mal machen wolltest….

    Zum Notfallkoffer gibt es hier auch irgendwo einen Faden, wo ganz viele Sachen aufgezählt sind.

    vermeldete Rückschläge tun mir fast körperlich weh. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier so mitleiden und hoffen würde.

    Ich bin an diesem Satz hängen geblieben.

    Für mich macht es einen Unterschied, ob ich mitleide oder mitfühle. Es ist wichtig für mich, das auseinanderzuhalten. Allein schon deshalb, um nicht selbst wieder in eine Abwärtsspirale zu geraten.

    Ich kann Hilfe anbieten, kann die „ Welt“ aber nicht retten.

    In unserer rSHG haben wir gerade 2 Rückfälle. Durch den realen Kontakt, macht es die ganze Sache nochmal persönlicher als in einer virtuellen SHG.


    Allein könnte ich das gar nicht auffangen, da der Schwächere den Starken mit runterzieht. Das ist wie in einer Co- Beziehung. Das ganze direkte familiäre Umfeld leidet.
    Die Gruppe kann das aber abfangen.

    Mit der Zeit habe ich gelernt, das nicht zu nah an mich rankommen zu lassen, denn jeder trägt für sich selbst die Verantwortung, ob er bleibt oder geht.

    Ich lese gerade „ Die vergessene Generation“ und „ Kriegsenkel - die Erben der vergessenen Generation“ von Sabine Bode.
    Die Kriegsenkel sind die in den 60igern bis 1980 Geborenen. Die Bücher zeigen, welche transgenerationalen Folgen der Krieg, das Schweigen der Kriegskinder über Flucht, erlebte Traumata auf die Erziehung und Entwicklung der heutigen Generationen hatte und hat.

    Ein absoluter Augenöffner für mich, meine Eltern und mich selbst besser zu verstehen.

    Hallo Honighummel,

    Ich habe hier still mitgelesen und gedacht: So wird das Nix.
    Ich bin Alkoholikerin, Ich trage eine tödliche Krankheit in mir, die ich aber nur SELBST zum Stoppen bringen kann. Die Suchterkrankung hat nichts mit Willenstärke oder Überzeugung zu tun. Sucht hat ihre eigenen Mechanismen.
    Dein Mann ist noch weit von seiner Krankheitseinsicht entfernt.
    Drohungen und Bedingungen hätten mich heimlich und vielleicht noch unheimlicher trinken lassen.
    Selbst ein niemals wieder trinken, war in meinem Kopf viel zu groß und hielt mich jahrelang davon ab, mir Hilfe zu suchen. Das dann noch von außen auf die Brust gedrückt zu bekommen, hätte meine innere Anspannung noch erhöht.

    Das „ Schlimme“ daran ist und wo Co‘s immer wieder dran hängen bleiben: Er darf trinken.
    Er ist erwachsen und trägt die Verantwortung für sich. Diese übernimmt er nicht, auch nicht für sein Kind.
    Du darfst aber die Verantwortung für DICH und dein Kind übernehmen, nein - du solltest! ansonsten verlängerst Du das Leid aller Beteiligten.

    Liebe Elara,

    ich denke, ich kann Dein Gefühlschaos gerade nachempfinden.
    Das ist wie in einem schlechten Film, der da gerade abläuft. Ich komme aus einer suizidgeschädigten Familie.

    DU bist NICHT Schuld !!!

    Dein Mann war krank!!! Er wollte keine professionelle Hilfe annehmen und er selbst war für sein Leben und seinen Entschluss verantwortlich.

    Meine Therapeutin sagte mal: „Wer jemanden richtig doll weh tun will, der nimmt sich das Leben.“ Das dann noch per Videocall zu tun, macht mich eher wütend.

    Scheue Dich nicht, Dir Hilfe zu suchen, reden, schreiben, Telefonseelsorge, Seelsorger, Hausarzt, Psychotherapeut….

    Mein Mitgefühl für Dich.