Beiträge von Tabsi

    Die ersten paar Wochenenden waren die Erinnerungen an die letzten Abstürze noch sehr präsent und das Verlangen deswegen sehr klein. Aber die Erinnerungen verblassen leider viel schneller als der Gedanke an "gesellige Runden".

    Ich hab mal deine alten Beiträge überflogen, ich weiß nicht, ob Du sie Dir auch nochmal durchgelesen hast…

    Da waren zu Saufzeiten mal die 3 K‘s …Wie haben Deine „Kumpels“ ( wäre eigentlich das 4. K) darauf reagiert, wenn Du mal nicht im Vollrausch gefunden hast?


    Lange Rede kurzer Sinn, ich fühlte mich nicht ernst genommen

    Wahre Freunde nehmen mich Ernst

    Ich bin immer noch trocken und aktuell nicht mehr ganz so neidisch auf trinkende Mitmenschen

    … da scheint wohl aktuell der Neid gepaart mit Suchtgedächtnis wieder gewaltig an Deine Tür zu klopfen….

    und nicht wirklich hat sich seit letzten Sommer etwas verändert…

    Ich wohne auch auf dem Dorf. Wenn Besoffene vollgepinkelt, gröhlend und torkelnd nach Hause gehen, hat die Dorfgemeinschaft mal wieder Gesprächsstoff und derjenige hat die Lacher auf seiner Seite.
    Möchtest Du wieder dazugehören?

    Ich find in meiner Kindheit auch keine Ursache.

    Zum Anfang meiner Abstinenz habe ich auch nach Ursachen/ Auslösern gesucht. Irgendwer musste doch Schuld daran sein, mein Ex, der schon immer gern trank, Probleme in der Beziehung, Stress auf Arbeit. Es ist leicht, die Schuld auf andere abzuwälzen, dass rechtfertigte ja auch immer mein Saufen.
    Letztendlich war ich diejenige, die das Glas zum Mund geführt hat und irgendwann hat der Körper mehr verlangt und wurde süchtig.
    Der Leidensdruck war eigentlich noch nicht groß genug, irgendwelche Veränderungen herbeizuführen, lieber schmollte ich im Selbstmitleid und dröhnte die schlechten Gefühle weg.

    wichtig ist das Jetzt.

    So sehe ich das auch. Aus der Vergangenheit konnte ich lernen. Heute mache ich neu, frei von alt.

    Mir hilft in solchen Situationen der Gelassenheitsspruch… Dinge. die ich nicht ändern kann…

    Zum Anfang war ich auch immer unruhig. Fühlte mich innerlich wie ein Aufziehmännchen. Die kleinsten Dinge brachten mich auf die Palme und heute?
    von einem unterbrochenen Telefonat geht die Welt nicht unter…. Geduld und Gelassenheit kamen und kommen ganz langsam wieder…

    Ich will nicht wieder irgendwelche Erwartungen erfüllen müssen, die mir aber immer niemand sagt. Ich will mich nicht rechtfertigen, warum ich mich nicht gemeldet habe, vorbeigefahren bin, mich nicht mehr bemüht habe.

    Wer sagt dass Du das musst? Deine Gedanken? DU bist nicht Deine Gedanken.
    Ich muss mich heute vor niemandem mehr rechtfertigen. Das habe ich in meiner nassen Zeit zu oft getan.

    Ich will nur in Ruhe Abschied nehmen.

    Das darfst Du.

    Nein, ich warte darauf, dass du eine Pause machst, damit ich dich in den Arm nehmen kann, weil ich glaube, das brauchst du heute, weil du bestimmt traurig bist. Und dann hat er mich in den Arm genommen.

    Das hat mich sehr berührt 💕

    Hera

    Ich bin kein Kind alkoholkranker Eltern, hatte eine gute Kindheit und trotzdem bin ich Alkoholikerin. Mein Onkel ist Alkoholiker und ja, die Familie hat darunter gelitten. Ich habe als Kind genau gespürt, wenn sich mal wieder alles um meinen betrunkenen Onkel drehte. Zudem bin ich auf einem Dorf aufgewachsen. Wenn die Gerüchteküche um ihn mal wieder brodelte, war mir das als Teenager peinlich.

    Ich denke aber auch, dass Kinder alkoholkranker Eltern schon oft früh Verantwortung übernehmen müssen, zusätzlich unter psychischer und physischer Gewalt leben. Das wirkt sich dann auch auf das zukünftige Verhalten und Leben aus. Oft gerät man dann an Partner, die man ebenfalls „retten“ möchte.

    Ich bin seit 1 Monat hier in diesem Forum, habe mitgelesen und kommentiert.
    Heute möchte ich mal denen Mut machen, die vor schwierigen Situationen im Leben stehen.

    Als ich im letzten Jahr ca. 1 Jahr abstinent gelebt habe, bekam meine Tochter die Diagnose Magenkrebs. Eine Welt brach für mich zusammen. Sie hatte gerade ihr Studium beendet, ihren Arbeitsvertrag frisch unterschrieben und wollte nun beruflich durchstarten.
    Ich hatte das Gefühl wieder in eine Depression zu fallen. Hab nur noch im Bett gelegen und geheult. Meine Gedanken haben sich das schlimmste Szenario ausgemalt. Zudem kam auch der Krebs ihres Freundes wieder. Eine große Belastungssituation für uns alle. Untersuchungen, Chemos, Operationen nahmen kein Ende.
    Ich suchte mir bei der Krebshilfe Unterstützung für Angehörige, ging regelmäßig in meine reale SuchtselbsthilfeGruppe, in die für KrebsAngehörige, zu meiner Therapeutin und schrieb mir in einer anderen Onlinegruppe die Finger wund. Zu Saufzeiten wäre das überhaupt nicht möglich gewesen, verkatert irgendwelche Termine wahrnehmen und Gefühle zu benennen…

    Die Erkenntnis der radikalen Akzeptanz ( gibt es auch Bücher dazu) und der Gelassenheitsspruch ( Dinge, die ich nicht ändern kann) halfen und helfen mir auf meinem Weg. Kein Tropfen Alkohol hätte die Situation geändert und besser gemacht.
    Im Gegenteil, ich konnte und kann für meine Tochter und Schwiegersohn da sein, wenn sie mich brauchen - ohne vernebelte Brausebirne, könnte jederzeit Auto fahren.
    Nach der Trennung von ihrem Vater hatten wir nicht immer eine gute Zeit. Vertrauen zwischen mir und meiner Tochter war verloren gegangen… Heute können wir wieder auf Augenhöhe miteinander reden.
    Deshalb bin ich dankbar und demütig, trocken zu sein.
    Gefühle dürfen sein, auch schlechte…sie dürfen mich nur nicht übermannen und mich vereinnahmen. Irgendwann darf auch wieder die Sonne in meinem Herzen scheinen…. und heute scheint sie.

    Liebe Alyfee, erstmal mein Beileid zu Deinem Verlust Deiner Schwester.
    In solch einer Situation übermannen einem die Gefühle…Trauer, Wut, Angst.
    Auch diese Gefühle dürfen sein. Es würde nichts besser machen oder an der Situation ändern, wenn Du sie mit Alkohol betäubst.
    Lass die Gefühle zu, rede, schreibe hier… um diese Leere zu füllen. Eine Beerdigung ist ein schmerzhafter Gang, aber auch noch mal ein Abschluss, den Verstorbenen zu würdigen und loszulassen.

    Ich kann das auch wie Hartmut bestätigen. Im ersten Jahr war mir die Stabilität wichtig.
    Habe Orte und Feste gemieden, wo viel getrunken wird. Skiurlaub kann ja auch erholsam sein, viel frische Luft, Bewegung, Sonne, abends Sauna und früh ins Bett.
    Allerdings schreibst Du bereits „ früher mein Trinkanlass“ … evtl. noch mit mittrinkender Skibegleitung….heißes Eisen, kann - muss nicht sein.

    Ich habe schon zwei SHGs hier vor Ort aufgesucht, das passte jedoch beides Mal nicht so wirklich

    In der Regel empfiehlt es sich, 2 bis 3 x die f2f Gruppen aufzusuchen und dann zu entscheiden. Wann ist es denn für Dich passend?

    Toffifee Du hast es sehr gut beschrieben. In alte Muster zurück möchte ich auch nicht mehr.

    Die Erkenntnis für mich, dass ich all die Jahre - wahrscheinlich schon seit meiner Kindheit - die Anerkennung oft im außen gesucht habe, hat dazu geführt, dass ich vernachlässigt habe, was ICH eigentlich möchte. Mein Selbstwert hat sich nur darüber definiert, es allen Recht zu machen und habe meine eigenen Bedürfnisse hinten angestellt. Heute versuche ich mich davon freizumachen.

    Das ist aber, glaube ich noch ein Lernprozess beiderseits.

    Im ersten Jahr meiner Abstinenz war es mir wichtig, stabil zu werden. Allmählich kam dann auch das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein wieder zurück. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Da hast Du Recht, es ist ein Lernprozess.

    @ Hera

    Der Fokus liegt doch hierbei gar nicht auf dem Ehemann, sondern auf die Gefühle von Anna-Sophie. Und dabei geht es nicht um die Gefühle zum Ehemann, sondern ihre eigenen in gewissen Situationen.
    Jahrelang habe ich meine eigenen Gefühle durch Alkohol unterdrückt, weil ich sie einfach nicht haben wollte.
    Ich musste erst wieder ins Fühlen kommen, Lernen meine eigenen Grenzen und Bedürfnisse kennen zu lernen und diese auch zu äußern. Weil nur nicht trinken reicht eben nicht. Ich bin auch nicht mehr der Kümmerer für alle. Mein Fokus liegt auf meine Achtsamkeit, gesunde Selbstfürsorge und mein Helfersyndrom, wenn es nicht gefragt wird, da Acta zu legen.

    Hallo StegzumSee,

    erstmal willkommen hier.
    Die Zeit des Saufens möchte gefüllt werden. Da hat jeder so seine eigenen Vorlieben. Gibt es alte Hobbies oder irgendwas , was Du schon immer machen und ausprobieren wolltest?

    Durch meine wöchentlichen Besuche in meiner realen SHG habe ich neue soziale Kontakte aufgebaut und das tollste daran, , die verstehen mich und meine Sucht.
    Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich in gemeinnützigen Vereinen, hab Kurse in der VHS besucht.
    Natürlich kam da keiner auf mich zu. Ich musste machen… hab mich regional im Netz informiert und los ging’s…

    Nur habe ich jetzt ein Problem über das ich gerne reden möchte.

    Es ist wichtig, dass Du ihm Deine Bedürfnisse und Grenzen aufzeigst. Vielleicht kann er mit den Worten „ es hat mich getriggert“ nichts anfangen, weil er die Sucht nicht versteht.
    Triggern ist ja auch die Konsequenz Deines Gefühls ans Trinken zu denken. Fühl mal rein, wie es Dir geht, wenn Du so lange auf ihn wartest. Was macht das mit Dir? Welche Gefühle kommen da hoch? Und dieses Gefühl kannst Du Deinem Mann gegenüber benennen. z. B. „ Es macht mich traurig oder ärgert mich, wenn ich so lange mit dem Essen auf dich warten muss“….

    ich mich um alles kümmer

    Er möchte seine Power Frau zurück

    Möchtest Du das denn sein?
    … die Powerfrau, die sich um ALLES kümmert?

    Mein Mann und ich besprechen immer, zu welcher Uhrzeit wir Essen wollen. So können wir uns beide zeitlich darauf einstellen. Sicherlich kann auch mal was dazwischen kommen und die Zeit verschiebt sich, aber jemanden ständig warten zu lassen hat auch was mit Nichtachtung zu tun und empfinde ich als unhöflich. Insbesondere, wenn dann evtl. noch warm gekocht wird.

    Das ist sehr schade, dass Du mit Deinem Mann nicht über das Thema Sucht reden kannst. Ihm reicht es wahrscheinlich aus, wenn Du nicht mehr trinkst. Es gehört aber weit mehr dazu, das 1. Glas stehen lassen zu können. Aus Deinen bisherigen Beiträgen habe ich entnommen, dass es immer wieder zu Spannungen und Streit zwischen Dir und Deinem Mann kam. Ich lese da auch Frust und Ärger aus Deinen Worten, Situationen, die Dich triggern. Was möchtest Du tun, um daran etwas zu ändern?