Anna-Sophie - Vorstellen

  • strammen Schrittes durch die Landschaft gelaufen

    Das habe ich auch mal gemacht. Aufgestanden, Schuhe an und zur Tür raus. Egal wohin. Nur nicht in den Supermarkt. Wohne direkt neben dem Wald. Nach einer viertel Stunde war alles wieder gut.

    Wenn ich in der Situation verharre, ändert sich auch nichts. Ich denke, alleine der Wechsel der Umgebung bringt da schon etwas.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Guten Abend

    Heute habe ich das Gespräch mit meinem Mann gesucht. Er lässt gerne beim Abendessen auf sich warten. Ich sagte ihm das mich das triggert wenn ich eine halbe bis Stunde auf ihn warten muß. (Ich habe immer abends gesoffen). Er hat irgendwie gar nicht darauf reagiert und das Thema gewechselt. Wir reden so gut wie gar nicht über meine Sucht. Mir würde das zwar helfen, aber zwingen kann ich ihn ja nicht. Dann ist das eben so. Ich habe ja euch und meine SHG in Present.

    Schönen Abend

  • Das ist sehr schade, dass Du mit Deinem Mann nicht über das Thema Sucht reden kannst. Ihm reicht es wahrscheinlich aus, wenn Du nicht mehr trinkst. Es gehört aber weit mehr dazu, das 1. Glas stehen lassen zu können. Aus Deinen bisherigen Beiträgen habe ich entnommen, dass es immer wieder zu Spannungen und Streit zwischen Dir und Deinem Mann kam. Ich lese da auch Frust und Ärger aus Deinen Worten, Situationen, die Dich triggern. Was möchtest Du tun, um daran etwas zu ändern?

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Das ist sehr schade, dass Du mit Deinem Mann nicht über das Thema Sucht reden kannst. Ihm reicht es wahrscheinlich aus, wenn Du nicht mehr trinkst. Es gehört aber weit mehr dazu, das 1. Glas stehen lassen zu können. Aus Deinen bisherigen Beiträgen habe ich entnommen, dass es immer wieder zu Spannungen und Streit zwischen Dir und Deinem Mann kam. Ich lese da auch Frust und Ärger aus Deinen Worten, Situationen, die Dich triggern. Was möchtest Du tun, um daran etwas zu ändern?

    Ich versuche ab und zu mal das Gespräch zu suchen, lasse es aber auch wenn er nicht will. Er hat ja auch genug mit mir durchgemacht. Mir ist das Abendessen mit meinem Mann sehr wichtig, weil das die einzige Mahlzeit am Tag zusammen ist. Ich werde wohl extra eine halbe Stunde später wie vereinbart mit dem kochen beginnen. Letzte Mal als er mich warten ließ habe ich laut Musik gehört und dabei gesungen. Das hat gut getan.

  • Wie ist das sonst bei Euch mit dem Reden?

    Meine Frau, mir der ich mich oft wegen meiner Trinkerei gestritten hatte, hätte das Thema am liebsten einfach hinter sich gelassen.

    Ich übrigens auch. Nicht gleich zwar und ich wollte auch keine Hilfe von meiner Frau, aber ich hab mich mit meiner Trinkerei auseinandergesetzt und irgendwann wollte ich auch mal drüber reden, wie es mir ohne Alkohol so ging.

    Sie hat im wesentlichen gesagt, sie hat mir meine Eskapaden verziehen und jetzt will sie davon nicht mehr viel hören.

    Dann kam aber noch dazu, dass sie sich trotzdem zu viele Sorgen um mich nachte, ich für sie auch auch an Einigem Schuld war und sie ein paar unbeglichene Rechnungen mit mir offen hatte, damit in Versuchung geriet, mir ungebetene Ratschläge zu erteilen, was ich dann wiederum nicht wollte und dann fühlte sie sich zurückgewiesen. Da gabs wieder Streit.

    Das änderte sich im Lauf der Zeit, als wir lockerer wurden und ich für sie - und mich - überzeugend trocken war. Und ich mich drauf verlassen konnte, dass auch sie mich lässt, wie ich bin.

    Heute, ich bin sehr lange trocken, machen wir schon lange Witze über unsere Vergangenheit.

    Entweder ist Dein Mann der Meinung, das musst Du allein regeln, oder er ist überfordert damit, oder er macht sowiesoo eher das, was er will und will nur, dass Du funktionierst.

    Nichts davon muss jetzt passen, nur ein Versuch von mir, was sein könnte.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Mein Mann und ich besprechen immer, zu welcher Uhrzeit wir Essen wollen. So können wir uns beide zeitlich darauf einstellen. Sicherlich kann auch mal was dazwischen kommen und die Zeit verschiebt sich, aber jemanden ständig warten zu lassen hat auch was mit Nichtachtung zu tun und empfinde ich als unhöflich. Insbesondere, wenn dann evtl. noch warm gekocht wird.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Mein Mann war noch nie der große Redner. Ich glaube er will das wieder alles funktioniert. Als unsere Kinder noch klein waren, war er oft auf Montage und ich habe mich um alles gekümmert. Jetzt sind die Kinder groß er macht keine Montage mehr und ich gehe auch seit Jahren wieder Arbeiten ist es immer noch so das ich mich um alles kümmer. Das mache ich ja auch gerne. Nur habe ich jetzt ein Problem über das ich gerne reden möchte. Ich glaube damit kommt er nicht klar. Er möchte seine Power Frau zurück. Die bekommen aber auch wieder. Es dauert nur ein bisschen.

  • Mein Mann und ich besprechen immer, zu welcher Uhrzeit wir Essen wollen. So können wir uns beide zeitlich darauf einstellen. Sicherlich kann auch mal was dazwischen kommen und die Zeit verschiebt sich, aber jemanden ständig warten zu lassen hat auch was mit Nichtachtung zu tun und empfinde ich als unhöflich. Insbesondere, wenn dann evtl. noch warm gekocht wird.

    Da hast du wohl Recht. Mein Mann war aber immer schon so. Es ist von ihm nicht böse gemeint. Vielleicht kam es ja bei ihm an und er kommt jetzt pünktliche.

  • Nur habe ich jetzt ein Problem über das ich gerne reden möchte.

    Es ist wichtig, dass Du ihm Deine Bedürfnisse und Grenzen aufzeigst. Vielleicht kann er mit den Worten „ es hat mich getriggert“ nichts anfangen, weil er die Sucht nicht versteht.
    Triggern ist ja auch die Konsequenz Deines Gefühls ans Trinken zu denken. Fühl mal rein, wie es Dir geht, wenn Du so lange auf ihn wartest. Was macht das mit Dir? Welche Gefühle kommen da hoch? Und dieses Gefühl kannst Du Deinem Mann gegenüber benennen. z. B. „ Es macht mich traurig oder ärgert mich, wenn ich so lange mit dem Essen auf dich warten muss“….

    ich mich um alles kümmer

    Er möchte seine Power Frau zurück

    Möchtest Du das denn sein?
    … die Powerfrau, die sich um ALLES kümmert?

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ist das hier eine Eheberatung? Wenn ich wegen dem kalten Abendessen wieder zu Saufen anfange, DANN gäbe es ein Problem. Ich finde, dass der Fokus hier nicht auf dem Ehemann liegen sollte, den wir überhaupt nicht kennen. Oder?

  • @ Hera

    Der Fokus liegt doch hierbei gar nicht auf dem Ehemann, sondern auf die Gefühle von Anna-Sophie. Und dabei geht es nicht um die Gefühle zum Ehemann, sondern ihre eigenen in gewissen Situationen.
    Jahrelang habe ich meine eigenen Gefühle durch Alkohol unterdrückt, weil ich sie einfach nicht haben wollte.
    Ich musste erst wieder ins Fühlen kommen, Lernen meine eigenen Grenzen und Bedürfnisse kennen zu lernen und diese auch zu äußern. Weil nur nicht trinken reicht eben nicht. Ich bin auch nicht mehr der Kümmerer für alle. Mein Fokus liegt auf meine Achtsamkeit, gesunde Selbstfürsorge und mein Helfersyndrom, wenn es nicht gefragt wird, da Acta zu legen.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Als Auslöser für's Saufen.

    Wenn das Auslösers fürs Saufen sind, dann sollte ich da genauer hinschauen.
    Dann sind das die Ursachen…, das 1. Glas in die Hand zu nehmen, nur noch das Symptom.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ich bin euch dankbar für die Ratschläge und Meinungen. Ich denke mein Mann und ich sollten an der Kommunikation auf jeden Fall arbeiten. Ich will auch wieder die Power Frau werden nur vielleicht mit meinem Mann zusammen. Das ist aber, glaube ich noch ein Lernprozess beiderseits. Ich bin mir sicher wir schaffen das.

  • Mein Mann war noch nie der große Redner.

    Nur habe ich jetzt ein Problem über das ich gerne reden möchte.

    Mein Mann war aber immer schon so.

    Aus welchem Grund sollte sich bei deinem Mann jetzt etwas ändern?

    Mal ganz davon abgesehen, dass es immer nur möglich ist, mich zu ändern. Ich kann natürlich Dinge ansprechen, die mir nicht gefallen, aber wenn mein Gegenüber das so gar nicht interessiert, ist es doch an mir, dafür zu sorgen, dass ich mein Leben gerne lebe und mich nicht (zum Teil über Kleinigkeiten) aufrege oder ärgere.

    Du trinkst nicht mehr. Das ist doch super. Aber letztendlich bist du es, die süchtig geworden ist. Dein Mann hat damit gar nix zu tun.
    Und auch du bist es, die jetzt abstinent leben will. Auch damit hat niemand sonst was zu tun.

    Ich kann und will niemandem das Thema ‚meine Alkoholsucht‘ überstülpen. Es ist doch auch so, dass Nichtabhängige meist gar nicht nachvollziehen können, was es heißt: Ich musste einfach saufen…ohne äußere Gründe ….weil ich alkoholabhängig geworden bin.
    Wenn im allerengsten Kreis das Thema angesprochen wird, ist das was anderes, da rede ich schon darüber, wie es mir mit dem oder dem geht….oder was ich gut oder eben nicht so gut finde. Ansonsten lasse ich meine Sucht aus Themen wie ‚zu spät zum Essen kommen‘ komplett raus. Weil ich auch süchtig bin, wenn überhaupt niemand zum Essen kommen würde und weil ich auch dann nüchtern bleiben will, wenn das öfter passieren würde.

    Über meine Sucht tausche ich mich hier aus. Hier ist doch der Ort, wo jeder weiß, wovon ich rede, wo ich bezüglich meiner Sucht verstanden werde.
    Hier ist meine Selbsthilfegruppe.

    Wenn das Auslösers fürs Saufen sind, dann sollte ich da genauer hinschauen.
    Dann sind das die Ursachen…, das 1. Glas in die Hand zu nehmen, nur noch das Symptom.

    Ich finde es für mich ganz wichtig zu wissen, dass es zwar Gründe gab, warum ich zur Flasche gegriffen habe. Ich wollte das so. Warum ich aber süchtig geworden ist, ist schlicht und einfach: Ich habe zu viel gesoffen. Und das über einen viel zu langen Zeitraum. Auch das wollte ich ja so. Also, nicht das süchtig werden, aber das viele saufen ….bis ich nicht mehr aufhören konnte.

    Demzufolge gibt es auch nur einen einzigen Grund, wieder zur Flasche zu greifen. Ich will es.
    Und weil ich jetzt Alkoholiker bin, hat sich da in meinem Hirn die Sucht eingebrannt. Das geht auch nie wieder weg. Dieses Stück eingebranntes Suchthirn ist es, was anspringt, wenn ich wieder saufen wöllte…..

    Nichts im Außen ist für meine Gedanken zu meiner Sucht maßgeblich. Meine Sucht ist mir drin. Ich sehe das auch gar nicht als ‚mein Problem‘. Weil die Sucht kein Problem ist, wenn ich nichts trinke.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Natürlich kann nur ich mich ändern. Aber ich bin davon überzeugt wenn ich mich zum Positiven Verändere,verändert sich mein Gegenüber auch. Ich will ja auch gar nicht das mein Mann sich meinetwegen verbiegt. Ich habe ihn ja so kennen und lieben gelernt.

  • Aber ich bin davon überzeugt wenn ich mich zum Positiven Verändere,verändert sich mein Gegenüber auch.

    Meine Erfahrung zeigt mir, dass sich mein Gegenüber nur dann verändert, wenn er das will …. Aber ganz sicher nicht, weil ich mich zum Positiven verändere.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Das ist aber, glaube ich noch ein Lernprozess beiderseits.

    Im ersten Jahr meiner Abstinenz war es mir wichtig, stabil zu werden. Allmählich kam dann auch das Selbstvertrauen und das Selbstbewusstsein wieder zurück. Das geschieht nicht von heute auf morgen. Da hast Du Recht, es ist ein Lernprozess.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Aber ich bin davon überzeugt wenn ich mich zum Positiven Verändere,verändert sich mein Gegenüber auch.

    Das kann,muss aber nicht sein.

    Anfangs ist es meist so,das der Partner dem Frieden nicht so traut, also dir und deiner neuen Abstinenz. Verständlich.

    Es kann sehr lange dauern, bis neues Vertrauen aufgebaut ist.nicht Wochen oder ein paar Monate.

    Dann klappt auch das Gespräch und die Kommunikation wieder.

    Bei meinem Sohn kam auch nach einem Jahr noch ein fragender oder unsicherer Blick ob der Alte vielleicht nicht doch wieder heimlich oder verdeckt wieder dran wäre.

    Zeit ist dein Verbündeter,und manchmal stellt sich heraus das garnichts mehr passt.

    Kann so sein,muss aber nicht.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Liebe Anna-Sophie,

    Ich lese bei Dir schon ein Weilchen mit und manche Aussagen lassen bei mir eine Glocke klingeln (hier geht es aber auch um meine Erfahrung):

    Jetzt sind die Kinder groß er macht keine Montage mehr und ich gehe auch seit Jahren wieder Arbeiten ist es immer noch so das ich mich um alles kümmer.

    Er möchte seine Power Frau zurück.

    Ich war in einer ähnlichen Situation und habe gemerkt, dass man zu erwarten schien, dass ich, wenn ich trocken bin wieder 32 Dinge gleichzeitig erledige und neben dem Vollzeitjob den kompletten Haushalt nebst Finanzen, Papierkram und Kindererziehung wuppe. Für mich kam ich zu dem Schluss:

    1. Meine Gedanken, was andere von mir erwarten stimmen nicht immer mit der Realität überein.
    2. Mich um alles zu kümmern bzw. mich für alles verantwortlich zu fühlen, hat mich dort hin gebracht, wo ich nie wieder hin wollte, nämlich in einen Burbout nebst sattem Rückfall.

      Mir ist klar geworden, dass ich nicht wieder die "alte" Toffifee werden kann und mittlerweile auch nicht mehr will, denn es allen recht machen zu wollen, um Anerkennung zu bekommen hat mich fertig gemacht und ich habe mich dadurch selbst degradiert. Eine Powerfrau bin ich trotzdem noch, weil ich eine Menge wuppe, aber meine Teflonschicht ist eben ab und ich muss schauen, dass ich mich auch um mich kümmere, das kann nämlich nur ich. (Heute habe ich das Glück, 1 - 3 Menschen um mich zu haben, die mich immer mal daran erinnern).

      Liebe Grüße,

      Toffifee 🌻

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