Beiträge von Tabsi

    Huhu Sabine,

    Wenn ich meinen Faden suche, dann gehe ich oben rechts auf mein Profilbild ( in deinem Fall: grüner Punkt mit Kürzel SA)

    Dann nochmal auf das Profilbild links, dann bin ich im Kontrollzentrum.
    Da klickst Du „Inhalte ansehen“ an und gehst auf „ Themen“

    Wenn sich Leute hier vorstellen, werden sie ja immer gefragt, ob sie Alkoholiker sind und eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Viele scheinen ja ein Problem mit der Einsicht zu haben und eher kontrolliertes Trinken anzustreben.

    Es macht einen Unterschied, ob ich mich bekenne, Alkoholiker/ in zu sein oder ob ich ein Problem mit Alkohol habe.

    Ich wusste schon lange, dass ich ein Problem mit Alkohol habe, jedoch konnte ich mir nicht vorstellen, bis an mein Lebensende nie wieder Alkohol zu trinken.

    Mir liefen sämtliche Situationen durch den Kopf, wo es doch „ normal“ ist, ein Wein oder einen Aperol zu trinken. Dieses Gefühl, dazuzugehören, denn die anderen Trinken ja schließlich auch und ich war ja nicht die, die auf der Parkbank oder unter def Brücke liegt.

    Das sind oft die Bilder der Leute und damals auch meine im Kopf, die das Wort Alkoholiker ausmachen.
    Der Begriff Alkoholiker hat oft eine stigmatisierende Bedeutung, da es ja eher normal ist in der Gesellschaft zu trinken, als keinen Alkohol zu konsumieren. Dann kam noch die Scham und Angst dazu, insbesondere als Frau. Wenn ich mich dazu innerlich bekenne Alkoholikerin zu sein, muss ich mich auch nach außen outen.

    Da liefen noch etliche Jahre, Jahrzehnte ins Land bis ich mich dazu bekennen konnte, ja- ich bin krank, ich bin Alkoholikerin und ich will und muss was ändern- für mich, sonst fährst Du Dein Leben gegen die Wand.

    Natürlich war ich auch glücklich und hatte viele schöne Momente, doch irgendwann drehte sich alles nur noch um die Beschaffung von Alkohol und er stand an 1.Stelle, nicht aber weil ich es so wollte, sondern es war die Sucht, die mich steuerte.

    Hallo Sabine,

    willkommen hier im Forum. Komm in Ruhe hier an. Es gibt viel zu lesen.
    Du schreibst, dass Du seit 1 Monat nüchtern bist. Das ist doch schon ein Anfang. Wie geht es Dir damit?
    Hast Du Dir noch anderweitig Hilfe geholt?

    Die ersten Wochen waren für mich nicht leicht, immer wieder kreisten die Gedanken um Alkohol.

    Hallo Hope,

    ich finde gut, dass Du Dir weitere Unterstützung suchst.
    Ich bin in auch in einer realen SHG. Mir geht es dabei nicht nur ums zuhören, sondern auch um das Reden.
    Wie Du schon geschrieben hast, zu Hause durften Probleme, Sorgen nie angesprochen werden… Ja woher sollst Du dann auch wissen, wie man das kommuniziert. Hier zu schreiben ist das eine, aber offen zu kommunizieren nochmal ganz anders. Ich sehe die SHG für mich als Übungsfeld für das Leben da draußen. Ich bekomme auch real Feedbacks, Lob oder Kritik und lerne damit, umzugehen. Wir sind soziale Wesen und für mich spielt da Mimik und Gestik eine wichtige Rolle dabei. Ich muss auch mal lernen auszuhalten, Menschen die mir nicht so sympathisch sind, zuzuhören.
    Zuhören ist in der heutigen Gesellschaft auch so ein Thema…

    Ich weiß nicht, welche Generation Dein Vater ist, aber sollte er zur Kriegsgeneration gehören, sind viele traumatisiert. Sie haben es nicht gelernt, über Probleme zu sprechen. Wer schwach war, musste sterben. Die Erinnerungen aus der Kindheit und der Rückkehr aus Gefangenschaften wurden tot geschwiegen. Dieses Verhalten hat sich auf eine gesamte Nachkriegsgeneration übertragen.

    Was den Satan betrifft … Ich personifiziere den Alkohol nicht, damit gebe ich ihm Macht.
    Für mich ist es eine Flüssigkeit, die das Nervengift Ethanol enthält, abgefüllt in Flaschen rumsteht. Mehr nicht.

    Wie verhalte ich mich da in der Öffentlichkeit, wenn ich im Restaurant bestelle. Man will ja nicht überall rumerzählen, das man ein Problem hat.

    Oft sind die Soßen als Rot oder Weißweinsosse deklariert, wenn nicht, frage ich nach.

    Ich muss mich nicht rechtfertigen, wenn ich keinen Alkohol trinke. NEIN ist ein ganzer Satz.

    Andersherum könnte ich meine Tischgesellschaft fragen, warum sie Alkohol trinken.

    Ich „hänge“ an den Menschen in meinem Leben und will sie in der Regel behalten. Dafür nehme ich auch ne Menge auf mich, übergehe gerne eigene Grenzen und Kapazitäten, hauptsache ich verliere die Person nicht, bin sehr loyal und zuverlässig, einmal im Herzen, immer im Herzen. Ich würde sagen auf mich kann man immer zählen, oft auch wenn es mir schon lange nicht mehr gut damit geht.

    Dieser Absatz erdrückt mich schon fast beim Lesen, wenn ich Dein Partner wäre.

    Du bist genauso süchtig, wie der Alkoholiker nach seinem Stoff.
    Was musst Du erlebt haben, damit Du immer wieder dasselbe tust?