Beiträge von Tabsi

    Jeder Tag, den ich nüchtern bin ist ein guter Tag - egal wie lange ich schon trocken bin.

    Mein Körper war nach einigen Tagen frei von Alkohol, aber mein Kopf war noch nass. Ich musste meine Vergangenheit, mein Verhalten, alte Strukturen aufarbeiten und verändern, Loslassen, vergeben und verzeihen, auch mir selbst. Es reicht nicht, nur mit einem Stinkefinger am Weinregal im Supermarkt vorbeizulaufen.

    Es reicht nicht, nur zu verdrängen ( das habe ich mit Alkohol auch getan) und das ist kopfnasses Verhalten.
    Da wo es mich pieckte, mich nervte, mich traf- genau da musste ich ansetzen, da waren oder sind meine Baustellen.

    Für mich ist es wichtig, mich jeden Tag mit dem Thema Alkohol auseinanderzusetzen, deshalb bin ich hier im Forum. Mich zu erinnern, wo ich war und nicht mehr hin möchte. Dem Esel soll es nicht zu gut gehen…. sonst geht er auf’s Glatteis…

    Meine Bekannte meinte, dass ich aber körperlich nicht längst nicht weg bin, das würde Monate dauern.

    Das schockt mich jetzt etwas.

    Die Alkoholkrankheit ist eine körperlich, -geistig -u. seelische Krankheit. Den körperlichen Entzug hast Du nach 60 Tagen geschafft. Nur mit Trinken aufhören, reicht aber nicht. Solange ich auch psychisch abhängig war vom Alkohol und von anderen Menschen, war Heilung nicht möglich. Ich werde diese Krankheit bis an mein Lebensende haben. Sucht ist die einzige Krankheit, die nur ich selbst zum Stillstand bringen kann.

    Ich fürchte allerdings, dass der Alkohol jetzt bei ihr noch stärker in den Fokus rückt. Gefühle aushalten, vor allem negative wie Trauer, war noch nie ihre Stärke und Alkohol immer der Seelentröster

    So war es auch bei mir, meine Gefühle im Alkohol ertränkt. Heute lerne ich mich neu kennen, auch schlechte Gefühle dürfen sein.

    Sicherlich machst Du Dir Sorgen um Deine Schwester, das kann ich verstehen. Aber sie ist erwachsen und trägt die Verantwortung für ihr eigenes Leben. Sie darf trinken.

    Hallo Alyfee, ich denke, Rennschnecke meinte die Frage anders. Wie würdest Du entscheiden, wenn Deine beste Freundin in so einer Situation wäre? Also quasi von außen betrachtet. So wie wir jetzt auf Deinen Beitrag sehen…

    Du hast Deiner Schwester und Schwager den Spiegel vorgehalten und das macht was mit denen. Andererseits hält sie Dir den Spiegel vor, wie es zu Deiner Trinkerzeit war. Hast Du Dich nicht auch angegriffen gefühlt.
    Mein persönliches Fazit wäre: Meine Abstinenz steht an erster Stelle. Ich muss nichts aushalten ( Feiern), was ich nicht will. Entweder gehe ich nicht hin oder brauche Fluchtwege. Frage Deinen Bauch, wie fühlt es sich an, wenn Du daran denkst? Kommt da ein Unwohlsein hoch?
    Du musst nichts tun, weil andere es erwarten und es ist egal, was andere darüber denken… das sind ihre Gefühle, nicht Deine…sie müssen mit ihren Gefühlen umgehen. Du bist nicht dazu da, denen ein gutes Gefühl zu geben. Bleib bei Dir. Im ersten Jahr meiner Abstinenz war das für mich wichtig, nicht an jeder Party dabei sein zu müssen…

    Familie kann ich mir nicht aussuchen, aber auch dort musste ich lernen, meine Grenzen zu setzen. ICH bin mir der wichtigste Mensch und das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit gesundem Selbstschutz.

    Hallo Vic,

    willkommen hier im Forum. Ich habe ewig versucht, allein aufzuhören. Viele Jahre sind noch unnötig vergangen, immer wieder on/off mit dem Alkohol, die Abstände wurden kürzer und die Trinkmenge nahm zu. In psychosomatischen Therapien und Kliniken habe ich das Thema verschwiegen. Ich wollte nie, das was dazu in meiner Krankenakte steht und zu groß war die Angst und die Scham. Bei einer privaten heilpraktischen Therapeutin habe ich das Thema mit dem Alkoholkonsum angesprochen. Sie meinte, ich komm an Dich nicht heran, an Du musst erst deine Sucht bearbeiten, dann die Depression. Erst als ich den Mut hatte zur Suchtberatung zu gehen, anschließend zum Hausarzt und seitdem eine reale Gruppe besuche, war ich erleichtert und konnte alle Hintertüren schließen.

    Hintertüren schließen bedeutet für mich auch keine alkoholfreien Weine, Biere, Sekt. Wozu auch ? Ich möchte abstinent leben, alles andere wäre nasses Verhalten.

    Das Thema Grenzen ist für mich auch gerade so ein Thema. Meine Grenzen erkennen, aber wesentlich diese auch zu kommunizieren. Ich kann nicht erwarten, dass mein Gegenüber Gedanken lesen kann. Oft habe ich mich auch nicht getraut, diese zu benennen, weil ich Angst vor Ablehnung hatte. Zu Erkennen, dass ein NEIN nicht gegen mich, sondern für mich ist.
    Ich freue mich, dass Du den Mut gefunden hast, hier wieder zu schreiben.
    Ich denke, hier zu schreiben bevor der Griff zur Flasche erfolgt, kann wesentlich entlastender sein, als sich zu betäuben… alles Gute für Deinen Reset und Neuanfang.

    Hallo Advocactus, willkommen hier im Forum und zu Deinem Entschluss abstinent zu leben. Es ist nie zu spät dafür. Ich hoffe, dass Du hier Antworten findest, vielleicht auch unter dem Thema EKA
    Die Vergangenheit kannst Du nicht ändern, sie gehört zu Dir, aber Du kannst es jeden Tag - im Heute- besser machen - ohne Alkohol.

    Hallo Alyfee, Deine Geschichte hat mich sehr berührt. Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg…. von Deinem Wunsch, den Rest Deines Lebens die Sonne und das Glück auf Deiner Seite zu haben. Das Funktioniert nur ohne Alkohol. Sicherlich verläuft das Leben nicht immer geradlinig, es wird immer mal Sorgen und Probleme geben, aber Hilfe zu suchen, anzunehmen, das richtige Umfeld zu haben, sind wichtige Bausteine einer zufriedenen Abstinenz. Du machst das gut 👍🏼

    Erst als ich aufhörte zu kämpfen, vor dem Alkohol kapitulierte, konnte ich trocken bleiben. Ich suchte immer einen Grund und eine Ausrede, um trinken zu können. Heute weiß ich, dass ich Probleme mit Alkohol nicht lösen kann.

    Hallo Angler, wenn ich Dich so lese, dann schwimmst Du förmlich im Selbstmitleid und Du machst Dein Glück von anderen Menschen abhängig. Zudem noch von Menschen, die Dich manipuliert und seelisch verletzt haben. Ich wünsche Dir diese Erkenntnis und die Kraft und den Mut loszulassen und Dein wahres Glück und die Freude am Leben bei Dir selbst zu finden.

    Bin in einem Stimmungstief und sehe überall Intrigen und Verschwörungen gegen mich. Unwichtige Worte oder Hinweise nehme ich als Kritik und beschäftige mich damit zu lange. Das Grübeln hört grad nicht auf.

    Im ersten Jahr meiner Abstinenz hatte ich diese Stimmungsschwankungen auch. War oft gereizt.Du bist jetzt körperlich promillefrei, aber vieles strömt jetzt ungefiltert ( ohne vernebelte Birne) auf Dich ein. Gefühle, die Du früher nicht haben wolltest, hast Du mit dem Alk weggedrückt. Diese Gefühle gehören aber auch dazu bzw zu Dir. Nimm sie an und schaue, wie Du Dich selbst wieder gut regulieren kannst.

    Entscheidungen stehen an und ich kann es nicht jedem Recht machen

    Das ist doch gut so. Du musst es nicht jedem Recht machen. Wichtig ist, dass DU Dich mit Deiner Entscheidung gut fühlst.
    Ich habe auch immer geglaubt, ich müsste es jedem Recht machen…Wenn es anderen gut geht, gehts auch mir gut. Falsch…Was ist passiert? ICH bin dabei auf der Strecke geblieben. Wenn Du eine Entscheidung triffst, die für Dich ok ist, dann ist es so. Punkt. Wie die anderen mit IHREN Gefühlen bei Deiner Entscheidung umgehen ist IHR Problem - nicht Deins.
    Ich befasse mich gerade mit dem Thema Grenzen und Nein sagen ( nicht nur in Bezug auf Alkohol), echt spannend, denn Grenzen verletzen hat was mit Übergriffigkeit zu tun. Und Grenzen zu setzen ist Selbstschutz und gibt Dir Sicherheit. Bleib bei Deiner Entscheidung bei Dir, alles andere wäre Manipulation.

    Ich habe mich im ersten Jahr auch auf mein Bauchgefühl verlassen und solche Situationen gemieden. Das Erreichen einer gewissen Stabilität lag für mich im Fokus und die Abstinenz steht heute noch bei mir an 1. Stelle, so dass ich darauf achte, mich aus jeder Situation rausziehen zu können.
    Eine Dampferfahrt auf einem Partyboot wäre also keine Option für mich.
    Ein Urlaub in einem Hotel mit AI genauso wenig.
    Zu Beginn meiner Abstinenz war ich zum runden Geburtstag meiner besten Freundin in großer Runde in einem Gastsaal eingeladen. Ich habe im Vorfeld meine Freundin über meine Abstinenz in Kenntnis gesetzt. Auf der Feier war ich mit Auto, so dass ich nicht in Notlügen gegenüber anderen Gästen ausweichen musste und ich hätte jederzeit losfahren können.
    Ich kann zumindest heute nach fast 2 Jahren Abstinenz sagen, dass ich nicht vereinsamt bin. 😊

    jetzt kommt der lange Weg der Entwöhnung bezw. Verzicht, der Kampf gegen die durstigen Geister, die mit allen Tricks um den Abtrünnigen kämpfen.

    Hallo Rotfuchs.

    Schön, dass Du hierher gefunden hast.

    2 Worte im Zitat, die mich aufhören ließen: Kampf und Verzicht.

    Erst als ich vor dem Alkohol kapitulierte, nicht mehr kämpfen musste und es nicht als Verzicht sah, ohne Alkohol zu leben, konnte ich das 1. Glas jeden Tag stehen lassen.
    Immer wieder wollte ich es allein schaffen, ein Irrglaube und lebensgefährlich. Erst als ich mir eingestand, dass es so nicht funktioniert , mir Hilfe bei der Suchtberatung und Hausarzt suchte, seitdem in eine reale SHG gehe, konnte ich die alten Muster durchbrechen.