Beiträge von Dalida

    Herzlichen Glückwunsch zu vier Monaten.

    Das klingt nach Verzicht. Fühlt es sich für dich danach an?

    Hallo Alex, danke dir!

    Es fühlt sich nicht nach Verzicht an. Ich weiss nur wie ich früher gehandelt hätte, eben, wie hier auch schon erwähnt, hätte ich den Schmerz mit Alkohol betäubt.

    Komisch war dann die Situation im Garten. Ich war auf einmal total drüber, hab bis morgens früh mit Freunden geschriebe , war am See baden, hab dort mit Fremden gequatscht und fühlte mich irgendwie befreit, oder sogar glücklich? Keine Ahnung, vielleicht war es eine biochemische Reaktion auf die Panikattacke (?) .. kennt das jemand?

    Manchmal frage ich mich, ob der Trennungsschmerz die Sucht im Moment überlagert? Was ist, wenn sie wieder mehr Raum bekommt? Oder darf ich stolz auf mich sein, dass ich ob dem Schmerz so standhaft bleibe und versuche gut für mich zu sorgen.? Es fühlt sich manchmal so an als würde ich mich immer mal wieder von aussen selbst betrachten und mir dabei wohlwollend einen kleinen Applaus geben.

    Hallo Elly, danke der Nachfrage und auch ein Hallo an alle Anderen, die mir helfen wollten und wollen.

    Gestern war Tag 120, also 4 Monate abstinent. Also habe ich den Tag und auch die danach bis heute gut überstanden. Was den Alkohol betrifft.

    Der Tag an sich war allerdings die Hölle. Ich stecke ja mitten im Trennungsschmerz und habe vor der Feier an diesem Tag rausbekommen, mit wem mein Ex nun seinen Spass hat und sogar noch eine andere Frau kam dazu. Den Verdacht hatte ich ihm gegenüber öfter geäussert, er hat mich aber immer für verrückt erklärt. Dann hatte ich die Erkenntnis, gleichzeitig hat es mir aber den Boden unter den Füssen weggezogen, ich hatte glaub ich meine erste kleine Panikattacke. Musste aber gute Miene vor ihm machen, da er da was für mich gemacht hat. Bin dann erstmal aus der Situation raus und ne Runde um den Block, wieder meinen Körper und Kopf beruhigen (kaum möglich gewesen) Dann weiter schauspielern bis er weg war. Dann schnell fertig machen und zur Feier gefahren. Dort versucht mich so unauffällig wie möglich zu verhalten, fröhlich zu sein, so wie man mich eben kennt. Seeehr anstrengend. Aber dass dort Alkohol getrunken wurde hat mich echt gar nicht wirklich tangiert (war auch kein Gelage, keiner war betrunken, war doch recht gesittet), viel zu sehr war ich damit beschäftigt mein inneres Chaos zu ordnen und ausserdem hatte ich den Abend schon so oft durchgespielt, dass ich mich was den Alkohol betrifft recht sicher fühlte. Früher hätte ich mir die Kante gegeben. Um Mitternacht habe ich mich verabschiedet und meiN bruder und seine Frau haben sich ehrlichvgefreut, dass ich da war. Mit ihm hatte ich auch über die hier geäusserten Bedenken im Vorfeld gesprochen. (eine Woche vorher). Er hatte es zur Kenntnis genommen. Bin nach Hause und war dann einfach nur dankbar, die Fahrten unfallfrei überstanden zu haben in meinem emotionalen Zustand. Den nächsten Tag bin ich gleich in der Früh auf mein Wochenendgrundtück gefahren und dort war ich dann 2 Tage alleine. Aber immer im ständigem Ausstausch mit lieben Freunden. Kein Suchtdruck gehabt, auch nicht im Nachgang. War am See alleine, nette Gespräche dort geführt und Energie getankt.

    Fazit : ich hab die emotionalste Hölle meines Lebens gehabt, aber der Alkohol hatte keine Chance. Viel zu wichtig ist mir die Abstinenz und das Wissen darum, dass es noch was Schlimmeres als die Hölle geben wird, wenn ich mich hinreissen lassen würde...NO WAY!

    Ich hab die 120 Tage Abstinenz gestern durch Zufall entdeckt, da ich die Tage gar nicht mehr immer zähle. Aber ich bin allzeit achtsam. Mir hilft es Situationen gedanklich durchzuspielen und mich für Eventualitäten vorzubereiten, soweit das möglich ist.

    Meine Engsten empfinden es momentan so, dass ich eher ne Therapie wegen der Trennung brauche als wegen dem Alkohol.

    Mein Therapeut bei der Suchtberatung fragte vor 2 Wochen, was ich mir wünsche wie er mir helfen kann. Kann die Frage nicht ganz einordnen. Bis heute.

    Lg Grüsse,

    Dalida

    Bei mir war es so, dass ich mir meines Problems und dem Selbstbetrug ja sehr, sehr bewusst war. Dass ich darauf angesprochen wurde, war wie ertappt fühlen. Übles Gefühl. Vorm Partner hab ich je nach Stimmung entweder abgestritten und agro reagiert oder bin heulend zusammengebrochen und habe meine eigene Verzweiflung rausgelassen ohne einen Ausweg zu sehen (sehen zu wollen, können). Das Problem: ich wurde vom Partner nur angesprochen, wenn ich nicht nüchtern war. Da hätte ich wohl auch mal gesagt, wenn er sich trennt, bring ich mich um. (Als ich das erfahren habe im Nachhinein, bin ich fast vom Stuhl gefallen, da ich das normal nie gesagt hätte, weil ich solche emotionalen Erpressungen hasse wie die Pest!!!) Ich wusste soooo oft gar nix mehr von irgend solchen Gesprächen am nächsten Tag!

    Meiner Meinung bringt so ein Gespräch nur was, wenn überhaupt, wenn der Betroffene nüchtern ist und möglichst auch nicht im kalten Entzug steckt.

    Ich glaube mir hätte auch sehr geholfen, wenn der Gegenüber mich in nüchternen Phasen bestärkt hätte, mir gesagt hätte, dass diese Version von mir soviel besser ist und liebenswerter! In meinem Fall ist das leider nicht passiert. Und der Alkohol hat mir tief im Innern immer mehr und mehr jedes Selbstwert- und Bewusstsein genommen und das Suchthirn meinte nur mit dem Stoff bist du super.

    Egal wie es benannt wird, es wird genug Alkohol ausgeschenkt werden.

    Ja, das ist unausweichlich. Es sei denn ich geh nicht hin. Aber das kann ich nicht bringen. In der Schweiz war ich ja auch von den ganzen Alkohol trinkenden umgeben und es war ok. Wenn ich kurz davor merke es geht mir nicht gut und ich hab Zweifel werd ich nicht hingehen.

    Schuldgefühle und Trennungsschmerz sind keine Abstinenzsicherung, denn irgendwann wird beides ja hoffentlich weniger - und dann?

    Ja, diese Gedanken mach ich mir auch. Im Moment dominiert der Trennungsschmerz und die Scham. Anerkennung und Rückhalt für meinen Schritt sind aktuell sehr präsent. Wenn das weniger wird ist mir bewusst dass mein Suchthirn sich wieder in den Vordergrund drängen kann /wird. Ich bin sehr achtsam. Zumindest aktuell und hoffe das bleibt so.

    Hi Dalida,

    Wenn ich mich da mal einklinken darf….es gibt ja auch die Möglichkeit, bei der offiziellen Zeremonie dabei zu sein und sich dann zu verabschieden. Natürlich ist es grundsätzlich schön, Verwandtschaft und Freunde zu treffen, aber bei Dir ist das ja im Augenblick durch die Trennung von Deinem Partner eher emotional schwierig. Das und die Tatsache, dass auf solchen Festen meist viel Alkohol konsumiert wird, ist aus meiner Sicht für Dich gerade keine gute Mischung.

    Halo Schmidtty,

    es wird keine offizielle Zeremonie geben. Die haben heimlich im Februar geheiratet und feiern das nur. Sein runder Geburtstag wird gleich mitgefeiert. Also wirklich reine Feierei. Hab mich da falsch ausgedrückt.

    Hallo Angler,

    danke für deinen ehrlichen und motivierenden Post. Ich habe einen Klos im Hals und Pippi in den Augen. Du hast Recht.

    Ich verfolge dich auch hier und finde das sehr interessant.

    Eins ist auf jeden Fall fakt : der Alkohol zerstört wirklich ALLES!!! Und das will und kann ich nicht mehr zulassen.

    Btw., hatte /habe ich spätestens nach 1 Woche seit der Abstinenz einen wunderbaren Schlaf, zwar mit Einschlafproblemen wegen Gedankenkarussell, aber dagegen habe ich eine gut funktionierende App.

    Morgens aufwachen ist dafür nicht so schön und heute war nach 3 Stunden vorbei, weil ich bis spät in die Nacht hier online war und ich im Garten (Wochenendgrundstück) bin und hier einem die Sonne morgens direkt ins Gesicht scheint :), also raus, Käffchen kochen und den Vögeln zuhören.

    Das mit dem Garten ist auch ein Thema. Mein Ex meinte nach der Trennung, ich kann alles was wir zusammen angeschafft haben in der Wohnung behalten, er will nur den Garten.

    Das kann ich nicht. Es ist auch mein Zufluchtsort, mein Safespace und ich liebe es dem Stadtleben nach der Arbeitswoche zu entfliehen und hier draussen in der Natur zu sein (Fahrtweg 45 min). Also bin ich derzeit fast jedes We allein hier draussen (bin noch dabei mich daran zu gewöhnen), er kommt nur mal vorbei, macht was mit und fährt dann wieder. Plan ist evt den Garten zusammen abzugeben, oder ich behalte ihn, aber die Arbeit hier alleine zu stemmen ist für mich nicht schaffbar. Dass er ihn allein behält und ich ihn nicht mehr nutzen darf, er vielleicht das irgendwann mit einer Anderen teilt, geht für mich gar nicht. Der Garten ist mein Baby.

    Glückwunsch zu Deinen 3 Monaten, das ist doch toll. Im ersten Jahr +/- sollte man eher von großen Feierlichkeiten Abstand nehmen. Nun ist es aber Dein Bruder. Hast Du irgendeine Rückzugsmöglichkeit vor Ort, falls es Dir zu viel wird?

    Läuft das bei Dir über die Krankenkasse?

    Hallo Tabsi,

    vielen Dank! Rückzugsmöglichkeit sind die Toilette und das Auto! :wink: Da ich selber fahren werde und das allein kann ich auch gehen wann ich will. Ich denke Braut und Bräutigam hätten da Verständnis.

    Und ja, das läuft über PKV und Beihilfestelle.

    Hallo Alex,

    danke der Nachfrage!

    Ja, heute ist Tag 91 ohne Alkohol begonnen und ich bin schon mächtig stolz darauf! Es gab zum Glück bisher nie wirklich starken Suchtdruck trotz sehr starkem emotionalem und psychischem Stress. Ich habe mich Familie und Freunden geöffnet. Es war erschreckend wie im privaten Umfeld allen mein Problem bekannt zu sein schien, Freunde sich Sorgen gemacht haben. Irgendwie ist davon wenig bei mir angekommen leider. Ich habe mich ja mit meiner Sucht sehr zurückgezogen, nur noch in meiner Beziehung stattgefunden, versucht Einladungen, Familientreffen aus dem Weg zu gehen, weil mich das massiv gestresst hat. Im Moment bin ich nach wie vor immer noch am liebsten allein, dabei war ich immer der geselligste Mensch überhaupt. In 2 Wochen heiratet mein Bruder, ergo großes Fest, ich hab so gar keine Vorfreude und der Gedanke stresst mich. Nichtvwegen dem Alkohol dort vor Ort, sondern weil ich da alleine hin muß, ohne Begleitung. Und ich da viele nach langer Zeit wiedersehe und keine Lust habe darüber zu sprechen.

    Der Antrag für die ambulante Therapie ist immer noch nicht durch, ist nicht so einfach weil das bei mir nicht über die Rentenversicherung läuft und auch die Suchtberatung in meinem Fall keine grossen Erfahrungswerte hat. Bis das endlich anfängt hatte ich bis diese Woche 14tägig, ab jetzt 3-wöchig ein persönliches,ca.halbstündiges Gespräch mit einem Therapeuten dort.

    Die gemeinsame Wohnung ist gekündigt, mein Expartner (es ist immer noch schlimm ihn so zu bezeichnen) ist vorletzte Woche ausgezogen und ich habe auch eine Wohnung, bin aber hin- und hergerissen, ob die die richtige Entscheidung war. Aber es ist eben sehr schwer etwas richtig tolles auf die Schnelle zu finden in der Großstadt, wenn man ein paar Kriterien hat. In jedem Fall muss ich leider richtig Geld in die Hand nehmen.

    Mein Ex und ich verstehen uns gut, aber ich kann nicht loslassen, leide zwischenzeitlich wie ein Hund, es gibt aber auch mal gute, motivierte Phasen. Im Moment habe ich das Gefühl, dass der Trennungsschmerz schwerer wiegt als alles Andere. Nichts desto trotz ist die Erkenntnis suchtkrank und Alkoholikerin zu sein allgegenwärtig, ich bin mehrmals täglich hier im Forum unterwegs, viele Abende schau ich kein Fernsehen, sonder verliere mich hier, mein neues Hobby sozusagen. Ich lerne soviel! Und bin unendlich dankbar dafür!! Ich habe schon sämtliche Filmempfehlungen durch, habe tolle Bücher gelesen, insbesondere "Nüchtern" von Daniel Schreiber hat mich sehr gefesselt. Ich hab mich sooft wieder erkannt!!! Als nächstes les ich von Katrin Sass "Das Glück wird niemals alt" und aktuell "volle Pulle" von Uli Borowka. Eben alles zum Thema. Ich denk schon an den Alkohol aber mit großer Abneigung. Bis letzte Woche war die Wohnung zu Hause voll davon, hat mich tasächlich zum Glück nicht getriggert, sonst hätte er raus gemusst. (Ex hat dann mitgenommen). In die neue Wohnung kommt Keiner logischerweise. Beim Einkaufen stört es mich nicht, ich schüttele aber innerlich immer mit dem Kopf, wenn ich die Schluckis an der Kasse sehe. Wie muss es denen gehen die ständig mit dem Suchtdruck zu kämpfen haben? Das ist der reine Spiessrutenlauf!

    Auch was so an Alkohol auf dem Kassenband landet von den Kunden! Einfach Wahnsinn! So war es bei mir ja auch und es war mir immer so peinlich, aber ich brauchte ja Nachschub!

    Ich war über Himmelfahrt auf 2 Trauerfeiern eines Freundes in der Schweiz. Seine Frau trinkt auch (aktuell vor allem) sehr viel, ich mach mir Sorgen. Nach den 2 Trauerfeiern an den 2 Tagen waren jeweils immer noch einige Freunde dort mit zu Hause und es wurde sehr viel Wein getrunken. (mein Ex und ich waren dort offiziell als Paar und haben bei der Freundin 2 Nächte geschlafen). Da hatte ich im Vorfeld Bedenken wie das wohl wird, war aber ok für mich.

    Ich habe gelesen, dass 70% im ersten Jahr rückfällig werden, ich will unbedingt zu den 30 Prozent ghören! (hier hatte ich eine noch höhere Quote gelesen)

    Das macht mir ehrlich gesagt Angst auch in Hinblick auf meine sehr schwierige emotionale Verfassung derzeit. Deswgen muss ich loslassen, aber ich schaffe es irgendwie noch nicht. Ich hoffe noch zu sehr.

    Mein Ex findet es unglaublich, dass ich jetzt nix mehr trinke, findetves total großartig, er kann aber nicht verstehen warum nicht viel eher. Er sagt, für ihn gibt es trotzdem kein zurück, zuviel und zu lange ging der Suff. Und mich zerreisst es. Ich ärgere mich sooo sehr über mich selbst und die nicht eher gekriegte Kurve.

    Habe sogar gesagt, dass ich ihm dankbar bin, sonst wär ich wohl jetzt noch nicht aufgewacht. Meine ich auch so auch wenn die Trennung fast unerträglich ist. Aber i r g e n d w a n n wird DAS besser werden, das Weitersaufen dagegen wäre nur noch Abgrund, das ist mir bewusst.

    Ich hoffe ich bleibe stark! Das ist Prio Nr. 1

    Liebe Grüße,

    Dalida

    Hallo Zusammen, ich bin Alkoholikerin und lese hier sehr viel, sowohl in meinem Bereich als auch in dem der COs. Bei den Cos kann man immer wieder die gleichen Muster lesen. Sowohl bei ihnen als auch bei den suchtkranken Partnern. Was ich aber noch nicht gefunden habe, dass Cos sich getrennt haben, der Süchtige aufgewacht und abstinent geworden ist, in Therapie gegangen ist und geht, die Krankheit endlich anerkennt und eine lebenslange Abstinenz anstrebt und es für Beide am Ende doch noch einen gemeinsamen Weg gibt. Bei mir ist die Trennung 78 Tage her, mein Partner hat mich verlassen wegen dem Suff. 78 Tage bin ich nun abstinent, beide haben eine neue Wohnung, sind am umziehen, es gibt guten, täglichen Kontakt, bis vor kurzem noch meist Tisch und Bett geteilt (wegen gemeinsamer Wohnung). Gibt es da Erfahrungsberichte, dass man wieder zusammenfinden kann? Natürlich nicht von heute auf Morgen. Trotz Trennung will er mit mir im September 14 Tage einen gemeinsamen Tauchurlaub machen, als TauchBuddies und sicher auch um nicht allein zu fliegen und Geld zu sparen. Die Beziehung war (den Suff und seine Rattenschwänze kurz ausgeblendet) nahezu perfekt. Hat sich jemand der Cos auf ein Zurück eingelassen und konnte wieder lernen zu vertrauen und die schlechten Erfahrungen hinter sich lassen?

    In meinem Fall möchte ich diese Beziehung weiterhin, kann der räumlichen Trennung sogar was abgewinnen (mehr Fokus auf mich und meine Krankheit).

    Für Meinungen und Erfahrungen bedanke ich mich.

    LG, Dalida

    Hallo Nayouk,

    danke für deine Zeilen. Ja, leider Gottes bin ich Alkoholikerin und ich wünsche mir nichts mehr als ein erfülltes, abstinentes Leben! Viel zuviel hat mich diese Droge gekostet, wahrscheinlich auch so einige Lebensjahre... die Erkenntnis war in mir schon sehr lange da. Nun wird es endlich Zeit und höchste Eisenbahn es auszusprechen. Noch ist die Scham sehr groß, aber das wird


    Liebe Grüße,


    Dalida

    Hallo Zusammen,

    ich bin weiblich,46 Jahre alt und ganz offensichtlich bin ich alkoholkrank. Ich bin jetzt seit 4 Wochen abstinent, war in der Suchtberatung, bin nun auf der Warteliste für eine ambulante Therapie und will das unbedingt schaffen! Ich will das für mein Leben, meine Gesundheit und mein Seelenheil!

    Meine Geschichte ist glaub ich recht typisch, früher immer beim feiern getrunken, eigentlich auch wirklich selten mal zuviel, irgendwann in der WG immer mehr mit den Freunden, dann irgendwann auch alleine. Immer Prosecco oder Wein. Dann war ich über 4 Jahre in einer sehr, sehr toxischen Beziehung, wo ich schleichend immer mehr gerunken habe, auch und viel allein. Nach der Trennung bin ich aufgeblüht wieder viel feiern gewesen, viele Menschen kennengelernt, der Begleiter war immer das Glas in der Hand.

    Nach 8 Jahren Singlezeit habe ich die Liebe meines Lebens kennengelernt und wir waren das perfekte Paar über 7 Jahre! War, weil er sich vor knapp 4 Wochen wegen dem Alkohol von mir getrennt hat. Das war auch der Auslöser den Wahnsinn, der mir immer wieder entgitten ist zu beenden. Seither habe ich mich fast rund um die Uhr mit dem Thema Alkoholismus und auch der CO abhängigkeit in Foren, Podcasts, usw. Beschäftigt und tue es weiterhin.

    Letztes Jahr kamen bei mir bei einer Blutunterauchung abnorme Leberwerte zu Tage und ich habe 2 Monate aufgehört. Das fiel mir gar nicht so schwer, dann waren die Werte wieder in Ordnung und ein Urlaub mit Freunden stand bevor, wo immer viel getrunkwn wird. Ich dachte bei mir, naja in Maßen kann ich ja wieder mittrinken, natürlich war das ein Fehler. Ich merke einfach nicht wann es zuviel wird, esse dann zu wenig und dann bin ich blau. In den 7,5 Jahren bin ich 3x kurz ohmächtig zusammengebrochen wegen dem Alkohol, mein Partner musste das miterleben. Zuletzt vor 5 Wochen, dabei habe ich mir die Schulter gebrochen....

    Trotzdem habe ich danach in Maßen weiter Wein getrunken, ich dachte, dann kann ich den Schmerz mehr betäuben und endlich auch mal ein paar Stunden schlafen. Das war zuviel für ihn. Er zeigte mir Fotos die er gemacht hat von meinen Weinverstecken im Kleiderschrank und er sagte er liebt mich, aber er kann und will nicht mehr, er kann mir nicht mehr vertrauen. Selten, aber es gab Gespräche über mein Alkoholproblem, leider hab ich jetzt erfahren wohl mehr mit Freunden als zwischen uns.

    Oder ich hab es nicht immer in Erinnerung, weil schon wieder zuviel Wein intus war, sagt er...

    Jetzt bin ich geläutert und verlassen. Ich bin todunglücklich, halte aber an der Abstinenz und meinem Willen fest. Würde er mir nur die Zeit geben um zu beweisen wie ernst es mir ist und wieder Vertrauen zu können, es wäre nochmal eine riesen Unterstützung, noch mehr Ansporn ( das soll jetzt nicht falsch rüberkommen, ich mach es wie oben geschrieben für mich!)...

    Daher auch meine Bitte um Meinung von Co- Abhängigen, die das vielleicht zusammen mit ihrem alkoholkranken, einsichtigen und entschlossenen Partner geschafft haben...


    Aber natürlich freue ich mich insgesamt auf einen gewinnbringenden Austausch!

    Im Moment wissen es nur 2 enge Freunde von mir (das ernsthafte Alkproblem und die Trennung) Das wird noch ein hartes Brot für mich, mich der Familie zu öffnen. Davor habe ich Angst und ich schäme mich. Denn es ist vor Allem meine Schuld...

    Ich habe soziale Kontakte, Interessen usw vernachlässigt, wurde immer einsamer (Partner ist workaholic) und mein neuer Freund wurde immer mehr der Wein am Nachmittag /Abend.


    Es gibt sicher noch mehr zu schreiben freu mich aber erstmal auf eure Antworten!

    LG Dalida<3