Hallo,
Mein sehr alter Vater hat ein Alkoholproblem. Er betrinkt sich regelmäßig trotz Blutdrucksenker und PNP und stürzt dann. Für meine Familie (Mutter, Schwester) ist das inzwischen sehr schlimm.
Da er keine Einsicht hat, muss ich mich distanzieren. Teilweise hab ich das schon. Ich weine weniger um ihn, da ich denke es ist ihm auch egal, wie ich fühle. Zumindest ist der Wein wichtiger.
Morgen muss ich mein Auto bei ihm von der Einfahrt holen. Es steht dort während einer Reise. Seit ein paar Tagen weiß ich, er macht weiter wie immer. Daher möchte ich ihn nicht sehen. Ich werde das Auto einfach nehmen und nicht mit ihm sprechen. Das ist ein komisches Gefühl. Aber ich mag nicht hin, weil ich denke er könnte auch wieder betrunken sein.
Ich denke oft an seinen Tod und dass es vielleicht das letzte Mal war, dass ich neulich mit ihm sprach.
Ich frage mich, wie verhalte ich mich an Feiertagen, oder wenn er in ein paar Monaten Geburtstag hat. Ich habe das Gefühl es könnte zu einem kompletten Kontaktabbruch kommen, denn es tut mir gut auf Distanz zu sein, aber trotzdem vermisse ich ihn irgendwie. Obwohl wir eigentlich gar keine richtige Vater-Tochter Beziehung mehr haben.
Wie er früher war, das hab ich sehr geliebt. Ein bisschen von seinem alten Charakter ist noch da, aber nicht mehr viel.
Wie geht ihr mit dieser Ambivalenz um? Und wie haltet ihr es mit dem Kontakt? Gar nicht? Reduziert?
Er ist immer freundlich mir, also nie aggressiv oder so. Er leugnet halt seine Sucht und lügt, insgesamt schadet mir also auch der Kontakt häufig mit ihm.