Matcha - Wer will, findet Wege

  • Mir geht es gut!

    Seitdem ich mir kein alkoholfreies Bier mehr "gönne" und auch die alkoholhaltige Mundspüllösung ausgetauscht ist, hat der Suchtdruck nachgelassen und ist seit Monaten nicht mehr aufgetaucht. Ich musste so sehr kämpfen und standhaft bleiben und jetzt ist es einfach geworden, keinen Alkohol zu wollen, ich bin selber darüber verwundert.

    Heute hatte ich Suchtdruck, aber der bezog sich wirklich auf Caro-Kaffee und Schokolade. Ich nenne das Suchtdruck, weil dieses Gefühl, ich brauche das jetzt unbedingt, dem Verlangen nach Alkohol sehr ähnlich war. Ich musste für den Caro-Kaffee in 3 Geschäfte und wurde etwas unruhig. Jetzt, wo ich beides konsumiert habe, bin ich wieder entspannt. Gut, ich bin süchtig nach Kaffee geworden, morgens mit Coffein, abends ohne .

    Meine Stimmungslage hat sich insgesamt auch verbessert, sie bewegt sich (mit Höhen und Tiefen) auf einem etwas höheren Niveau, da kann ich es aber aushalten.

    Ich schreibe hier kaum mal etwas, aber ich lese alles. Das hat bei mir etwas bewirkt. Wenn ich in kritische Situationen komme, weiß ich gleich Bescheid, wie ich reagieren und mich schützen kann.

    Ich erinnere mich noch gut an die Alkoholzeit, nix war daran gut. Ich bin da reingeschlittert so als 30jährige durch meine Lebensparter, da gab es abends immer Wein. Vorher habe ich kaum mal etwas getrunken. Natürlich habe ich gelernt, dass ich mit dem Trinken mich besser fühlen kann und dann Probleme ausblenden kann. Aber ich habe nicht wegen der Probleme damit angefangen, sondern in guten Zeiten als Genuss. Nach 20 Jahren wurde es nach und nach heftiger mit dem Konsum und dann kam die Sucht.

    Da will ich nie wieder hin und deswegen lese ich hier weiter.

    DANKE an ALLE in diesem Forum, ohne das Forum wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.

    LG Matcha

  • Ich schreibe hier kaum mal etwas, aber ich lese alles. Das hat bei mir etwas bewirkt. Wenn ich in kritische Situationen komme, weiß ich gleich Bescheid, wie ich reagieren und mich schützen kann.

    Was sind denn deine kritischen Situationen?

    Wenn du denn mal in so einer kritischen Situation bist, wie reagierst du da?

    Da will ich nie wieder hin und deswegen lese ich hier weiter.

    Ich will auch nie wieder in die Zeit zurück, in der ich gesoffen habe.

    Deswegen bin auch ich hier, aber viel schöner und auch wichtiger ist für mich das Gefühl und das Erleben, was nüchtern alles möglich ist. Also: das jetzt, das heute….

    Ich lese immer mal wieder, was ich in der Vergangenheit hier geschrieben habe. Dabei sehe ich so viel Veränderung zum ‚heute‘. Mir würde, so glaube ich, etwas fehlen, wenn ich hier nur gelesen hätte ….vielleicht ‚mein Weg‘.
    Oft bleibt ja nur das besonders Schlimme und das besonders Schöne in Erinnerung. Diese vielen kleinen Schritte, die notwendig waren, um meinen nüchternen Weg gehen zu können, verblassen. Deshalb ist es mir wichtig, hier nicht nur zu lesen, sondern auch zu schreiben.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Wenn du denn mal in so einer kritischen Situation bist, wie reagierst du da?

    Hallo Stern,

    Es ist inzwischen nur noch ein Begrüßungssekt oder die Eierlikörrunde nach dem Kaffeetrinken.Das sind so kleine Alkoholeinheiten, das Suchthirn sagt, ach, dieses kleine Glas Sekt, willst du wirklich deswegen diese Diskussionen anfangen? Deswegen fahre ich meist mit dem Auto hin und sage das dann, ich gelte dann als verantwortungsvolle, rücksichtsvolle Person, das klappt.

    Was ich noch nicht gemacht/mich getraut habe, ist Leute zum Abendessen zu mir nach Hause einzuladen. Dann wird Alkohol erwartet und auf Diskussionen habe ich keine Lust. Etwas nur für diesen Abend zu kaufen, das würde bei mir noch nicht klappen, ich würde die Reste wahrscheinlich austrinken ( weil ich nichts wegwerfen kann....)

    Ich habe mich nirgendwo als Alkoholikerin geoutet, da ich alleine lebe, bestand die Notwendigkeit nicht, mir wird also manchmal etwas angeboten, die Antworten überlege ich vorher immer entsprechend der Situation oder komme mit dem Auto.

  • Das halte ich für bedenklich, weil gefährlich, Matcha.

    Du musst Dich nicht als Alkoholikerin outen, aber zumindest als "Nicht-mehr-Trinkerin" aus gesundheitlichen Gründen - damit diese Angebote endlich aufhören. (So hab ich es gemacht, funktioniert.)

    Und Du solltest auch keinen Alk für andere besorgen bzw. In Deiner Wohnung zulassen, auch in zig Jahren nicht.

    Ich erinnere mich gerade nicht: Hast Du mal versucht, Leute kennenzulernen, für die der Alk nicht so selbstverständlich in allen Lebenslagen dazugehört?

  • Was ich noch nicht gemacht/mich getraut habe, ist Leute zum Abendessen zu mir nach Hause einzuladen. Dann wird Alkohol erwartet und auf Diskussionen habe ich keine Lust. Etwas nur für diesen Abend zu kaufen, das würde bei mir noch nicht klappen, ich würde die Reste wahrscheinlich austrinken ( weil ich nichts wegwerfen kann....)

    Es gibt auch in meinem Umfeld Leute, die ich (vermutlich) nie zu mir nach Hause einladen möchte. Aus genau diesem: Die erwarten einfach irgendwann irgendwas alkoholisches.
    Dem gehe ich aus dem Weg: Es gibt keine Einladung. Und wenn die mal ohne Einladung vor der Tür stehen (was sehr selten ist), gibt es Kaffee, Tee oder Wasser. Was anderes habe ich nicht. Fertig. Das hat noch nie jemand hinterfragt.

    Mein Zuhause ist und bleibt absolut alkoholfrei. Für jeden. Es gibt keine Ausnahme.
    Es gibt so viele Alternativen. Statt des Eierlikörs nach dem Kaffee könntest du einen alkoholfreien Cocktail anbieten (natürlich nur, wenn du dich früher nicht mit Cocktails besoffen hast) oder einen leckeren Saft. Vielleicht sogar selbst gemachten.
    Dazu musst du auch gar nichts erklären….
    Es reicht vollkommen: „Ich habe da noch was vorbereitet ….“

    Glaubst du, dass dann noch wer nach Eierlikör fragen wird?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen keinen Alkohol ‚brauchen‘, wenn kein Alkohol da ist. Die anderen werden sich zeitnah verabschieden….

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • PS: Mir geht es dabei auch um Ehrlichkeit, Klarheit (vor allem mir selbst gegenüber) und das Schließen von Hintertüren. Denn Alkoholstopp aus gesundheitlichen Gründen ist ja nun nicht gelogen.

    Ich möchte mich auch nicht dauernd rechtfertigen für etwas, das traurigerweise beim Zusammentreffen von Erwachsenen nicht "normal" ist.

  • Ich kann Stern da nur zustimmen. Echte Freunde akzeptieren, wenn man aus welchen Gründen auch immer nicht trinken möchte.

    Leute, die den Alkohol unbedingt brauchen, sortieren sich so selbst aus. Ich komme aus einer Familie, in der Alkohol ein Thema ist und ich dachte es wäre unnatürlich, wenn es zu bestimmten Anlässen nichts gibt. Aber das ist wohl die nasse Welt, davon sollte man sich fern halten.

    Inzwischen mache ich viel Sport und habe Menschen getroffen, die auf sich achten und kaum trinken. So ist es viel einfacher, denn auch ich als EKA sehe mich vom Alkohol getriggert und auch gefährdet.

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