Moni87 - Vater abhängig, Familie verstrickt

  • Hallo zusammen,

    mein Vater (79) ist ein Rauschtrinker. Seit er in Rente ist, trinkt er immer regelmäßiger. Er hat PNP und seit ca. 3 Jahren stürzt er betrunken öfters.

    Meine Mutter und Schwester und ich haben ihn vor ein paar Jahren das erste Mal konfrontiert. Danach trank er heimlich weiter, komplette Abstürze mit Hinfallen wurden weniger. Einsicht hat er nicht. Nur Lügen und leugnen.

    Meine Schwester wohnt räumlich sehr nah und hat letztens den Krankenwagen gerufen, weil er gestürzt ist. Sie überlegt umzuziehen, weil sie ihre Kinder nicht traumatisieren will. Finanziell ist das aber schwer, aktuell profitiert sie von meinem Vater.

    Meine Schwester und ich sind eigentlich überzeugt, das wird nichts mehr mit ihm. Er hat letztens das erste Mal gesagt beim Arzt er hat ein Problem, auch mir hat er sich etwas geöffnet. Redet sich seine Abstürze aber weiterhin als Genusstrinken schön und findet Ausreden warum er nicht zur Suchthilfe geht.

    Meine Mutter freut sich über jeden Schritt den er macht, zb wenn er zur Krankengymnastik geht oder statt depressiv im Haus zu sein, mal in den Garten geht. Sie fordert uns auf Grenzen zu setzen, knickt aber selbst ständig ein und umsorgt ihn. Vor ihm trinkt sie nie, aber wenn wir mit ihr allein im Urlaub sind, trinkt sie regelmäßig, ich verstehe das nicht. Wenn man so viel Probleme mit Alkohol hat, vergeht einem doch die Lust? Meine Schwester und ich trinken fast nie.

    Das Verhalten meiner Eltern macht mich gerade wütend und traurig :( Ich reduziere den Kontakt zu meinem Vater und denke, es gibt für ihn keinen Ausweg mehr. Sauer macht mich auch, dass sie seine Sucht irgendwie unterstützt durch ihre Pflege und dass sie völlig verblendet meint, er würde was ändern. Sie fällt auf seine Manipulationen rein.

  • Hallo und herzlich Willkommen hier bei uns in der SHG.

    Der Erfahrungsaustausch mit den anderen Betroffenen kann dir sicher gut tun für dich einen Weg zu finden. Wenn die Eltern alt werden, dann ist das aber oft dermaßen eingefahren und von außen ist eh niemand 'trockenzulegen'.

    Du hattest dich schon über den Bewerbungslink gemeldet. Bevor du freigeschaltet wirst, wollte ich noch nach deinem Namen fragen. Ist das dein realer Name? Wenn ja, bist du sicher, daß du nicht lieber unter Psyeudonym schreiben möchtest? Es geht ja nicht nur um dich, sondern um deine ganze Familie und hier ist das Internet.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Linde,

    nein, das ist nicht mein richtiger Name. Nur ein Pseudonym :)

    Gibt es auch ein Forum, wo man nur hier intern schreiben kann? Ich versuche schon anonym zu schreiben, einfacher wäre es aber, wenn man wirklich offen beschreiben könnte, was los ist.

  • Linde66 21. April 2026 um 13:04

    Hat den Titel des Themas von „Vater abhängig, Familie verstrickt“ zu „Moni87 - Vater abhängig, Familie verstrickt“ geändert.
  • Hallo Moni,

    ich habe dich gerade für die Teilnahme im offenen Forum freigeschaltet. Du kannst dich jetzt überall austauschen, nur bitte in den ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich, bei den neuen Nutzern mit den orangeroten Namen.

    Für den geschützten Forenbereich gelten folgende Zugangsbedingungen:

    Dante
    4. Juni 2022 um 11:31

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo,

    Mein sehr alter Vater hat ein Alkoholproblem. Er betrinkt sich regelmäßig trotz Blutdrucksenker und PNP und stürzt dann. Für meine Familie (Mutter, Schwester) ist das inzwischen sehr schlimm.

    Da er keine Einsicht hat, muss ich mich distanzieren. Teilweise hab ich das schon. Ich weine weniger um ihn, da ich denke es ist ihm auch egal, wie ich fühle. Zumindest ist der Wein wichtiger.

    Morgen muss ich mein Auto bei ihm von der Einfahrt holen. Es steht dort während einer Reise. Seit ein paar Tagen weiß ich, er macht weiter wie immer. Daher möchte ich ihn nicht sehen. Ich werde das Auto einfach nehmen und nicht mit ihm sprechen. Das ist ein komisches Gefühl. Aber ich mag nicht hin, weil ich denke er könnte auch wieder betrunken sein.

    Ich denke oft an seinen Tod und dass es vielleicht das letzte Mal war, dass ich neulich mit ihm sprach.

    Ich frage mich, wie verhalte ich mich an Feiertagen, oder wenn er in ein paar Monaten Geburtstag hat. Ich habe das Gefühl es könnte zu einem kompletten Kontaktabbruch kommen, denn es tut mir gut auf Distanz zu sein, aber trotzdem vermisse ich ihn irgendwie. Obwohl wir eigentlich gar keine richtige Vater-Tochter Beziehung mehr haben.

    Wie er früher war, das hab ich sehr geliebt. Ein bisschen von seinem alten Charakter ist noch da, aber nicht mehr viel.

    Wie geht ihr mit dieser Ambivalenz um? Und wie haltet ihr es mit dem Kontakt? Gar nicht? Reduziert?

    Er ist immer freundlich mir, also nie aggressiv oder so. Er leugnet halt seine Sucht und lügt, insgesamt schadet mir also auch der Kontakt häufig mit ihm.

  • Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe, Moni!

    Deine Themen habe ich zusammengefügt, damit es übersichtlich bleibt.

    Bitte eröffne keine neuen Themen für Dich, sondern schreibe hier einfach weiter.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Moni,

    herzlich Willkommen hier!

    Mir hat ein zeitweiliger Kontaktabbruch zu meinem Vater sehr gut getan. Ich war damals deutlich belastet, er hat regelmäßig betrunken angerufen. Ich habe es nicht geschafft, mich selbst von ihm zu distanzieren, er hat dann den Kontakt abgebrochen und ich habe dann erst gemerkt, wie gut mir das tut und wie wichtig das für mich war. Wir hatten dann nach ca. 1 Jahr wieder oberflächlichen Kontakt (Karten und Anrufe zu Geburtstag und Weihnachten, vielleicht 1-2 Mal im Jahr treffen, alle paar Wochen mal kurz telefonieren). Mein Vater hatte allenfalls Trinkpausen, wirklich stabil abstinent war er in meinen Augen nie. Es kann auch gut sein, dass er bei manchen unserer oberflächlichen Kontakten angetrunken war (er war vom Trinkmuster her eher Spiegeltrinker), wir hatten jedenfalls keinen Kontakt mehr, wenn er völlig betrunken war, das wollte ich nicht mehr und habe ihm das auch so gesagt.

    Mein Vater wusste und hat sich das auch eingestanden, dass er alkoholabhängig ist. Eine tiefgreifende Änderung in seinem Leben hat es aber nicht gegeben, auch wenn er die letzten ca. 10 Jahre seines Lebens überwiegend in Einrichtungen des Suchthilfesystems verbracht hat (Suchtreha, Adaption, soziotherapeutische Einrichtungen).

    Herzlich,
    Seepandarine

  • Hallo Moni,


    schön, dass du hier her gefunden hast. Bei mir liegt die Durchführung der Kontaktruhe nun etwa 3 Monate zurück. Es war ein harter Schritt, den ich eigentlich nie gehen wollte, jahrelang habe ich nach anderen Möglichkeiten gesucht. Mir tut der "Urlaub" und Abstand von der Sucht-Thematik sehr gut und eigentlich bedauere ich derzeit eher, dass ich zu diesem Schritt nicht eher bereit war. Eventuell ist diese strikte Ruhe nicht für immer und ggf. findet sich ein vertretbarer Umgang, wenn die Wunden etwas verheilt sind.

    Zu den Feiertagen kann ich noch nicht allzu viel sagen, der Geburtstag meines Angehörigen war inzwischen und ich hatte mich entschieden nicht zu gratulieren - habe dann auch erfahren, dass er eh betrunken war, also richtige Entscheidung.

    Erlaube dir halt mal mit der Distanz zu spielen, oder du gibst dir einfach mal einen bestimmten Zeitraum "Urlaub" und schaust dann weiter. Das ist ein höchst individueller Prozess, wo man immer wieder auf sich und die eigenen Bedürfnisse schauen darf, zumindest erfahre ich das so :)

    Mit der Verwandschaft kann man ja auch reden und wenn Feierlichkeiten sind, und man sich partout nicht begegnen möchte, das ansprechen und einen Termin finden, wo dann nur du z.B. vorbeikommst und ihr in intimen Rahmen etwas feiert oder so. Das wären meinde Gedanken dazu :)

    Viele Grüße,


    Floralia

  • Hallo Seepandrine,

    danke für deinen Erfahrungsbericht. Ja, ich denke ein Kontaktabbruch bzw. Sehr starke Reduktion des Kontakts tut mir gut. Gerade vermisse ich ihn zum Glück auch nicht so sehr, weil die letzten Besuche stark vom Alkohol überschattet waren. Ich denke er war nüchtern, aber es stand im Raum als Thema und belastet mich.

    Ich denke eine Karte zum Geburtstag reicht auch. So ganz ohne Kontakt kann ich mir noch nicht vorstellen, aber das ist ein guter Kompromiss.

    Heute kamen keine panischen Anrufe aus der Heimat von meiner Schwester. War auf Habacht Stellung und bin froh, dass der Tag vorbei ist.

    Schönes Wochenende

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