Alleszuviel - Angehörige

  • Hej hej,

    mir war gar nicht bewusst wie schwierig es ist sich vorzustellen.

    Ich lebe seit 16 Jahren mit meinem Partner zusammen. Psychische Probleme hat er schon lange, Vater war Alkoholiker, Mutte Co und Schwester schwer narzistisch. Beide Eltern starben innerhalb kürzester Zeit im mittleren Alter, zur Schwester herscht kein Kontakt. Ich stand zu Ihm in alles Höhen und Tiefen des Lebens, wurde immer mehr in die Therapeuten, Mutte, Seelsorger, Sekretätinnen, Animateurinin Rolle gedrängt (und ja, ich habe es leider zugelassen). Seit Jahren sage ich immer wieder, das er professionelle Hilfe benötigt um seine Traumata aufzuarbeiten, leider hat er das immer abgewiegelt. Ende letzten Jahres gestand er mir, das er dringend Hilfe braucht, er würde trinken. Plötzlich passten alle "Magen und Darmverstimmungen" Schüttelfrost usw. zusammen und er ist auch sehr schnell in die Entgiftung. Es gab nochmal einen Rückfall mit Aufenthalt in der Klinik, seitdem ist er bis auf 2 Entgeleisungen trocken. Seit mehreren Wochen befindet er sich nun in der Langzeittherapie. Ich vermute, dass er noch nicht lange abhängig war, Alkohol aber durchaus schon immer eine Rolle spielte. So weit die Umstände.

    Mein Grund, dass ich mich hier angemeldet habe ist zu verstehen, ob es "normal" ist, dass im Zuge der Therapie der Patient sein gesammtes Leben ändert und sich vorallem auch gegen das stabile Umfeld richtet. Ich kann durchaus verstehen, dass Ihn unser zu Hause triggert, hat er dort doch seine persönliche Hölle erfahren. Kann durchaus auch verstehen, dass er erstmal ausziehen möchte, der neue Job ist gute 2,5 Stunden entfernt von uns. Was ich nicht nachvollziehen kann, wie sich innerhalb von einer Woche angeblich Gefühle ändern, man keine Beziehung mehr möchte (aber alle Benefits weiter in anspruch nehmen möchte), sich aber 2-3 mal telefonsich am Tag meldet, von zu Hause spricht, durchaus jetzt schon Pläne für Weihnachten macht, all son Tüddelkram plant, aber Gefühlstechnisch nicht mehr so fühlt. Oder ist das durchaus eine verbreitete Reaktion aufgrund der Therapie, dass man erstmal alles hinterfragt, überfordert ist mit alles Gefühlen?

  • Hallo Alleszuviel,

    Herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Eine Therapie verändert einen Menschen, das ist erst einmal Fakt.
    Wenn er erst eine Woche in Therapie ist, mag der Blick noch sehr vernebelt sein, weil er seine Richtung noch nicht kennt. Da sollte er auch keine weitreichenden Entscheidungen treffen.

    Ich stand zu Ihm in alles Höhen und Tiefen des Lebens, wurde immer mehr in die Therapeuten, Mutte, Seelsorger, Sekretätinnen, Animateurinin Rolle gedrängt (und ja, ich habe es leider zugelassen).

    Dass alles bist du nicht, und kannst es auch gar nicht sein, aber an diesen Punkt musste ich auch erst kommen, dass kann mit unter sehr mühsam sein.
    Deswegen wird es hier in erster Linie auch um dich gehen, und was du tun kannst . damit es dir besser geht.
    In der Rolle, in der du jetzt steckst, gehst du irgendwann kaputt. Wir Angehörige irgendwann den Punkt, wo es eben für uns nicht mehr leistbar ist.
    Er wird jetzt von Fachleuten betreut, und an diese kannst du ihn auch jederzeit verweisen.

    Wenn du dich austauschen klicke bitte unten auf den LInk, wir schalten dich dann für den Austausch frei.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Morgenrot,

    vielen, lieben Dank für die prompte Antwort. Er ist bereits mehrere Wochen in der LT, kommt in ca 4 Wochen raus.

    Zu der Bewerbung im Forum: alles nochmal schreiben bzw einkopieren? Bin überfordert :oops:

  • Hallo,

    nein klicke auf den blauen Link, und schreibe einen Satz dazu. Vielleicht: möchte mich austauschen, du brauchst nicht alles zu wiederholen.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo,

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Morgenrot,

    vielen, lieben Dank für die prompte Antwort. Er ist bereits mehrere Wochen in der LT, kommt in ca 4 Wochen raus.

    Zu der Bewerbung im Forum: alles nochmal schreiben bzw einkopieren? Bin überfordert :oops:

    Liebe Alleszuviel. Mach langsam und les dich Pö a pö ein oder hau in die Tasten und teile mit, was dir alles Zuviel wurde.
    Vor lauter für (den) andere da sein, vergessen wir Co‘s oft uns selbst. Daher Selbstfürsorge heißt das Zauberwort u ich übe mich auch immer wieder neu darin, mich gut für mich selbst einzusetzen.

    Abstand zu Situationen oder Menschen, deren Verhalten mich stresst, ist für mich auch immer wieder das Mittel der Wahl. Leider bemerke ich es auch manchmal erst sehr spät, dann dauert die Erholungsphase um so länger.

    Vielleicht gelingt es dir, die Zeit wo dein Partner noch weg ist dich doch etwas zu distanzieren u dir kleine WohlfühlInseln zu gönnen . Damit du etwas zur Ruhe kommst.

    Alles Gute für dich liebe Alleszuviel. Simsalabim🧙‍♀️🚴🏿‍♀️🧹

  • Marie04 13. Juli 2026 um 13:28

    Hat den Titel des Themas von „Allzuviel - Angehörige“ zu „Alleszuviel - Angehörige“ geändert.
  • So, ich hab das mal sacken lassen.

    Ich bin wütend, wütend, dass man (n) 16 Jahre wegwirft, sich immer noch hinstellt, als ob er alles für die Beziehung tut. Mir erzählt, das in seinem Einzelgespräch rausgekommen ist, dass er ja auch schon aufgrund der Beziehung mal getrunken hat.

    Ich fühle mich ausgenutzt, emotional, finanziell....jeden Sch...hab ich mir von Ihm angehört, ehr von der Arbeit nach Hause zwischen Entgiftung und start der LT, weil "ich brauche dich, ohne dich schaffe ich es gerade nicht" alles damit er nicht rückfällig wird. Freunden abgesagt, damit er ja nicht alleine zu Hause ist und nun bekomme ich auf gut deutsch nen A-tritt.

    Er war das WE gerade zu Hause, was er sagt passt mal wieder nicht mit seinen Taten zusammen. Er hatte überlegt nächstes WE zu kommen, so zum grillen. Wir können ja meine (erwachsene) Tochter fragen ob sie auch kommen will. Ich meinte, dass ich das im Moment nicht möchte solange zwischen uns alles offen ist. Findet er nicht gut, ob er sie jetzt nicht mehr sehen darf. Es geht um IHN...IHN....IHN. Er macht ja alles damit es zwischen uns wieder funktioniert...ach ja? Aber immer wenn es darum geht wie es bei mir aussieht flüchtet er.

    So, sorry, das musste mal raus, und ist auch nur ein kleiner Auszug aus dem ganzen Mist

    Einmal editiert, zuletzt von Alleszuviel (13. Juli 2026 um 15:17)

  • Das ist gut, dass du es mal aufgeschrieben hast.

    Für mich liest sich dass, wie fortlaufende Manipulation.

    Gerade bei dem Satz: " ohne dich schaffe ich es nicht." klingen bei mir die Alarmglocken , ich kenne den Satz zur genügend.

    Mit dem Satz will er die Verantwortung für seine Trockenheit aufdrängen, die du definitiv nicht hast. Das ist seine Aufgabe und auf die wird er in der Therapie vorbereitet.

    Du kannst nur etwas für dich tun.

    Lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • jetzt scheint er es ja ohne mich zu schaffen, und ich fühle mich wie eine ausgelutschte Trinkflasche die man getrost wegschmeißen kann.

    Er bekommt in der Klinik von alles Seiten bestätigt wie toll er alles macht, er sähe so gut aus. Naja, da er recht früh erkannt hat dass er Hilfe benötigt hat er noch keine lange Abhägikeitszeit hinter sich, ich schätze "nur" knapp 1 Jahr.

    Ich komme gerade mit dem Cut den er mir gegenüber macht nicht klar. Ich war so Sicher, dass wir dieses Thema ebenfalls gemeinsam meistern können, wie schon so vieles. Dieses hat er mir zu beginn der Therapie auch immer suggeriert, und dann, von heute auf morgen, weiß er nicht mehr ob die Gefühle mir gegenüber noch so sind wie früher? Sorry, natürlich nicht. Schmetterlinge fliegen nach ein paar Jahren davon, es bleibt mit Glück eine tiefe Verbundenheit und Freundschaft mit Vertrauen. Und das wird alles in die Waagschale geworfen? Angezweifelt?

    Und natürlich habe ich auch Angst um Ihn, er will in einen Landstrich ziehen, der im Sommer total toll ist, im Winter aber sehr neblig und stürmisch mit einem Schlag Mensch welcher ehr unter sich bleibt. Ich wünsche ihm ja, dass er trocken bleibt, aber sehe die Gefahr wenn er da alleine, mit langer Dunkelheit aufgrund der Jahreszeit hockt. Und ich weiß, ich muss ihn ziehen lassen, er ist ein erwachsener Mann. Und doch kenne ich ihn so gut, dass ich das Gefühl habe, das der Schuß nach hinten los geht. Dann steht er mit hängenden Ohren vor mir, im schlimmsten Fall bringt er noch ne Fahne mit. Aber wo soll er sonst hin? Es gibt keinen.

    Noch sind zu viele Gefühle auf meiner Seite vorhanden, ich schwanke zwischen Wut, Enttäuschung und tiefer Traurigkeit, wobei letzteres leider überwiegt. Ich versuche viel für mich zu tun, mich abzulenken immer in der Hoffnung, dass es besser wird und nicht mehr so weh tut.

    Es tut gerade gut alles mal rauszulassen, es zu schreiben. Entschuldigt meine Schreibfehler, ich tippe langsamer als ich denke. Ich weiß gerade nicht was richtig oder falsch ist. Eigentlich kann ich Zusammenhänge gut analysieren und verstehe viele Dinge aufgrund logischer Schlußfolgerungen. Hier bin ich am Ende meiner Logik angelangt. Ich begreife einfach nicht wie sich das Gefühl von ohne dich geht es nicht zu ohne dich geht es mir besser innerhalb von 24 Stunden stattfinden kann.

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