Beiträge von Bianca am Meer

    Hallo,
    ich wollte mich doch mal kurz zurückmelden.
    Das Schlüsselproblem ist gelöst - ein neues Schloss, fertig. :wink:

    Und sonst - ja sonst schlage ich mich mit meinem Bandscheibenvorfall rum.
    Habe den reinsten Ärzte- und Therapeutenmarathon hinter und noch vor mir.
    Nach dem MRT folgten Neurochirurgin, Schmerzärztin und nun habe ich eine Überweisung für eine PRT - periradikuläre Therapie.
    Das hatte ich bei meinem ersten Vorfall 2012 auch schon mal, da hatte gut gewirkt.
    Zwischendurch war ich dann noch beim Cardio-CT, weil ich ein Druckgefühl hinterm den Brustbein hatte und der Kardiologe nichts feststellen konnte. Also einmal ins "Innere" schauen ... Ergebnis: absolut nichts am Herzen und den Gefäßen, nichts verkalkt, nichts verengt, absolut top. :thumbup:Das ist immerhin erfreulich, weil ich eigentlich familär vorbelastet bin.
    Allerdings wurde als Nebenbefund festgestellt, dass ich einen Zwerchfellbruch habe (den aber ab 50 Jahren sehr viele Leute haben). Der würde das gelegentliche Druckgefühl erklären. Ich denke, ich belasse es dabei und verzichte dankend auf weitere Abklärung durch eine Magenspiegelung.

    Trotz der ganzen Aufregung und der Schmerzen habe ich keinerlei Verlangen nach Alkohol. Das ist momentan überhaupt kein Thema. Auch das ist erfreulich, zeigt es doch, dass man schwierige und belastende Situationen doch auch ohne Suchtmittel durchstehen kann.

    Mir macht nur etwas Sorgen, wie es ist, wenn ich die Schmerzmittel wieder absetzen kann. Die machen natürlich auch abhängig. Aber das steht im Moment nicht zur Debatte.
    Jetzt erst mal Physiotherapie und PRT. Schritt für Schritt.

    Und die beste Nachricht: Am kommenden Mittwoch werde ich ganz offiziell Guttemplerin! :)
    Die Gemeinschaft gibt mir wirklich viel, man hilft sich gegenseitig, auch im Alltag, und ich kann mich sogar beruflich etwas einbringen.
    Das Leben schreibt schon die lustigsten Geschichten - als Kind habe ich immer gerne die Abenteuer von Michel aus Lönneberga gesehen (schau ich mir auch heute noch manchmal an, wenn es wiederholt wird) - und damals wunderte ich mich noch über diese merkwürdigen Guttempler mit ihrem Nüchternheitsgelübte. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich später einmal selbst Mitglied werden. ;) Und wer weiß? Vielleicht bin in 10 oder 20 Jahren Vorsitzende der Ortsgruppe ...

    Also, ich weiß ja nicht was für ein Wert in welcher Höhe kaputt ging, das entsprechend zu entschädigen ist doch auch in Freundschaften drin.

    Und das mit dem Schlüssel einbehalten, das ist in Freundschaften Mist.
    Aber so schnell trennt sich dann manchmal die Spreu vom Rest.


    Gute unkomplizierte Lösung wünsche ich dir/euch. 👍

    also der Wert "schwankte", für die Versicherung wollten sie quasi alles neu, incl. der selbst investierten Handwerkerstunden. Da hätte sie gern einen neuen Sessel und so einen kleinen Schrank gehabt (obwohl man da nicht mal sagen konnte, ob die kleinen Flecken/Schrammen nicht schon vorher da waren) - das hätte sich bestimmt auf 1000,- € geläppert.
    Das Blöde an der Geschichte war ja, dass im Frühjahr 2025 der Schaden entstand, den ganzen Sommer waren wir aber gut befreundet, sie hat bisweilen meinen Hund gehütet (nur für 1-2 Std.), wir haben viel unternommen und auf Nachfrage hat sie immer abgewunken, der Schaden sei ja behoben. Ich habe ihr immer mal wieder kleine Sachen mitgebracht, kleine Geschenke und Tipps und Hilfe für ihre Gesundheit (da ging es ihr nicht so gut), und nebenbei hat ihr Mann als Handwerker gut an mir verdient, weil einiges bei mir in Haus und Garten zu erledigen war.
    Nachdem ich im Herbst einen Rückfall hatte, fing sie dann plötzlich an, dass doch der Schaden nich nicht reguliert sei. Also habe ich es an die Versicherung gemeldet ... nun ja, was die dann ablehnten (was sich mit Briefwechsel locker so 2 Monate hinzog).
    Und dann wurde sie so richtig massiv, wollte das Geld, kam mit Vorhaltungen, dass es ihr ja nur wegen mir selbst so schlecht ginge, also gesundheitlich ... bis ich dann eben die Reißleine zog und ihr eine Aussprache anbot. Das war im März, gemeldet hat sie sich aber bis gestern nicht.
    Tja ...

    Evtl. Schlüsseltausch?

    Schlosstausch, meinst du?
    Ja, habe ich auch gedacht - aber nur für eine Tür. Um zu mir reinzukommen, muss man 2 Türen überwinden. Das erste ist quasi ein hohes Gartentor, aber mit normalem Schloss (aber kein Sicherheitsschloss) und dann kommt man über die Hintertür ins Haus. Das vordere Schloss müsste austauschbar sein - ich frage einen Nachbarn, der ist hier bei einer großen Firma Hausmeister, der kann so etwas.

    Variante 2 wäre: Ich schnappe mir einen aus meiner Guttempler-Gruppe und wir fahren da unangemeldet hin und fordern den Schlüssel zurück. Wenn ich allein komme, bleibt sie stur. Wenn ich jemanden mitbringe, habe ich immerhin einen Zeugen.
    Selbst wenn ich ihr das Geld zahle, die Freundschaft ist eh im Eimer.

    Oh je, da kommt aber wirklich was zusammen.

    Für Freitag alles Gute.

    Für das Gassi-gehen mit deinem Hund: Gibt es bei euch für die Umgebung vielleicht auch so Gruppen eine Nachbarschaftsapp? Eventuell auch auf Social Media? Da sind Menschen in der Umgebung, die sich gerne mal helfen. Vielleicht findest du da ja jemanden, der mit deinem Hund mal raus gehen kann, wenn du Termine hast. Drücke dir die Daumen.

    ja, das habe ich recht gut organisiert! Ich habe ein paar Hundesitter und aktuell helfen auch die Freunde aus der Guttempler-Gemeinschaft, wo sie können. Und sollte ich ins Krankenhaus müssen, habe ich schon eine Unterbringung für ihn - das wäre für ihn wie Hundeurlaub, zwei nette Artgenossen und 5000qm eingezäuntes Gelände.

    Also bei mir staut sich gerade alles ...
    erst letzte Woche der spontane ungewollte Kontakt zu einer Person, die mich vor 40 Jahren (!) gestalkt hatte (nach dem Ende unserer Beziehung - für mich war es die erste große Liebe -) und der mir nun in einer Nacht 96 Nachrichten auf Whatsapp geschrieben hat.
    Ok, blockiert, gemeldet - bisher erfolgte kein weiterer Versuch. Aber ein Schock war es schon, denn der hat mich damals fast 2 Jahre verfolgt und ich hatte das tatsächlich vergessen und komplett aus dem Leben gestrichen.
    Gut, das habe ich einigermaßen verkraftet. Nun seit Sonntag der nächste Schlag: Meine kaputten Bandscheiben haben sich mit voller Wucht am Sonntag Morgen wieder gemeldet (nach knapp 3 Jahren) - seitdem kann ich mit dem rechten Bein vor Schmerzen kaum gehen, auch liegen ist schlecht. Autofahren geht auch nicht, bin jetzt nur am Rumorganisieren, wer mal meinen Hund ausführt, ihn nimmt, wenn ich Arztbesuche habe etc.
    Montag konnte ich gleich zum Hausarzt, habe jetzt starke Schmerzmittel (die aber nicht mal gut wirken) und am Freitag einen Termin für ein MRT.
    Auf eine OP habe ich keine Lust.
    Zumindest habe ich schon eine Unterkunft für meinen Hund, wo er hinkönnte, falls ich doch unters Messer muss. 💁
    Und zu allem Übel habe ich heute noch eine bescheuerte Rückmeldung einer Exfreundin bekommen.
    Das war mal meine beste Freundin ... dachte ich zumindest.
    Aber schon im letzten Herbst, als ich einen Rückfall hatte, hat sie sich mehr und mehr zurückgezogen; wir hatten immer mal wieder Momente, in denen die Freundschaft wieder auflebte und dann scheiterte es an einer blöden Sache.
    Vor 1,5 Jahren hatte sie netterweise spontan meinen Hund in Pension genommen, als ich ins Krankenhaus musste. Weil es im Haushalt aber eine Katze gibt, musste sie beide trennen. Und mein Hund kam in den Flur - und da wollte er weg und hat da ziemlich rumgewütet (er war ein Straßenhund und daher sehr freiheitsliebend, er hat an der Tür gekratzt, Blumentopf umgeworfen, Leine zerbissen, Stuhl umgeworfen etc.). Meine Haftpflichtversicherung hat es abgelehnt, den Schaden zu regulieren, weil "die Hundesitterin ihrer Pflicht nicht nachgekommen wäre". Auch ein Widerspruch wurde abgelehnt. Obwohl ihr handwerklich begabter Mann das fix wieder in Ordnung hatte, fiel ihr im Frühjahr plötzlich ein, dass sie das Geld von mir will - es ist anzumerken, dass mein Hund seit diesem Ereignis nicht mehr alleine bleiben kann! Das kostet mich Geld für Hundesitter, hat schon Kosten für mehrere Hundetrainer verursacht ...
    Jedenfalls ging mir das arg ans Gemüt und ich habe angeboten, dass wir uns doch mal aussprechen sollten, weil mich die ewigen schriftlichen Debatten doch sehr triggern würden. Da kam dann ein "Daumen hoch" und seitdem: nichts.
    Nun hat sie dummerweise noch einen Zweitschlüssel von mir (ich wollte ihn hier jemandem geben, der näher wohnt, eben gerade wegen meiner Bandscheibensache) und bat sie, mir den doch bei Gelegenheit einzuwerfen (oder über ihren Mann, der kommt öfter hier rum) - Antwort sinngemäß - den Schlüssel behält sie als Pfand, bis sie ihr Geld hat!
    Wirklich, mir ist das alles zu viel ...
    Jetzt habe ich sogar paranoide Vorstellungen, die könnte sich hier einfach Zutritt verschaffen. Ganz blöd.
    Ich sag mal: "glücklicherweise" bin ich gerade 1. immobil und 2. habe ich mit den Schmerzen genug zu tun und komme gar nicht auf die Idee, mir jetzt Alkohol reinzukippen (verträgt sich auch mit den Medikamenten so gar nicht - an so etwas habe ich mich immer gehalten).
    Aber beschissen fühle ich mich trotzdem und Schuldgefühle habe ich auch ... weil es mein Hund war, weil das nicht passiert wäre, wenn ich nicht getrunken hätte ...
    aber ich kann das, was war, ja nicht mehr ändern.
    Ich muss mich jetzt echt auf meine Gesundheit konzentrieren.

    Du beschreibst deinen inneren Dialog über das Treffen mit deiner Freundin. Möglich, dass Alkohol ins Spiel gekommen wäre, aber warum ist das für dich ein Trigger Moment wie meinst du das?

    Das ist schwer auszudrücken.
    Mich triggert es, wenn ich zu so einem Anlass zurückblicke und erkenne, dass ich mir selbst einiges verbaut habe im Leben. Dann kreisen die Gedanken und es fällt mir schwer, einfach nur ganz neutral im Jetzt zu sein.
    Und dass ich diese Eigenart habe, es irgendwie allen recht machen zu wollen, und dann ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich einen Termin, ein Treffen absage.

    Hallo Yoyo!
    Also bei mir war es wohl so, wie es früher oft normal war. Man hatte eine kleine Hausbar (aber Gelage wurden nicht gefeiert - also eher so das vornehme Tischchen mit den verschiedenen Alkoholika für verschiedene Momente, in edle Karaffen umgefüllt), es gab Wein zu einem guten Essen, abends tranken meine Eltern gerne mal ein Gläschen; zu feierlichen Anlässen Sekt oder gar mal einen Champagner; den Verdauungsschnaps; den Prosecco für den Kreislauf ... aber alles nicht in Mengen. Aber Alkohol war ein Teil des Lebens, den auch nie jemand angezweifelt hat.
    Die Großmutter hatte immer ihren Eierlikör mit den Waffelbechern im Schrank, und wenn es ihr nicht gut ging, kam der "Alleskönner" Klosterfrau Melissengeist zum Einsatz.
    Den ersten Alkohol habe ich wohl eher inoffiziell als Weinbrand-Pralinen konsumiert - ich liebte Mon Cherie, das erste Glas Wein durfte ich zu meiner Konfirmation trinken. Später durfte ich dann mit einem kleinen Schluck an Silvester mit anstoßen.
    Den ersten Rausch hatte ich erst mit 18 - Silvesterfeier mit Schulfreunden, sturmfreie Bude. Und am nächsten Tag ging es mir so beschissen, dass ich dachte, ich hätte mir eine schlimme Erkrankung eingefangen. Nein, es war der erste Kater. Und damals schwor ich mir: nie wieder.
    Na ja ... ein "nie" wurde ja leider nicht daraus. Aber immerhin viele Jahre des maßvollen Konsums. Aber aus heutiger Sicht durchaus oft ein Konsum, um Probleme oder Ängste, Nervosität einzudämmen.

    Ich weiß jetzt nicht genau, ob man hier in seinem Thread weiterschreiben soll oder einen neuen Beitrag eröffnen.
    Egal, ich mache mal hier weiter.
    Ich habe gerade wieder so einen Triggermoment. Klingt banal, aber vielleicht empfindet das jemand so ähnlich.
    Also: Mich hat vor 2 Tagen eine ehemalige Freundin aus der Studienzeit angeschrieben. Wir hatten eigentlich seit der Studienzeit kaum Kontakt, ich sage mal, in den letzten 15 oder mehr Jahren genau genommen null Kontakt.
    Das ist bei mir irgendwie so im Leben, dass ich bestimmte Phasen abhake und gut ist. Ich habe auch nie an Klassentreffen teilgenommen oder so etwas. Neue Lebensphasen, neuer Wohnort, neue Interessen. Ich bin nicht der Typ, der nach Jahren wieder alte Beziehungen aufwärmt.
    Vielleicht auch deswegen, weil ich dann auch ständig um den Gedanken kreise: Hätte ich mein Leben anders leben sollen/können? Hätte ich an Punkt XY eine Weiche stellen sollen?
    Nun ja, sie schrieb, sie sei gerade auf dem Weg in den Urlaub (mit Familie), mache hier in der Nähe für 2 Tage Station und fände es toll, wenn wir uns - der guten alten Zeiten wegen - treffen.
    Den gestrigen Tag hatte ich eh verplant, das habe ich ihr auch geschrieben, aber heute hat sie dann wieder mehrmals nachgefragt.
    Und da kreisen dann in meinem Kopf die Gedanken ... ist es unhöflich abzusagen? Soll ich irgendeine Ausrede verwenden?
    Wie sage ich es, ohne sie vor den Kopf zu stoßen? Etc.
    Eigentlich blöd.
    Da habe ich jetzt den halben Tag damit rumgebracht, nur um mir selbst sagen zu können:
    Das ist mein Leben. Und wenn ich jetzt keine Lust habe, dann ist das eben so. Ich bin jemandem, mit dem ich nun seit Ewigkeiten keinen Kontakt hatte, keine Rechenschaft schuldig.

    Und trotzdem habe ich ein blödes Gefühl, das mich irgendwie so grübelnd zurücklässt.

    Aber ich habe jetzt einfach geschrieben, dass es mir jetzt nicht passt, und ich gerade in einer Phase bin, in der ich neue Wege einschlage und keine Lust habe, die Vergangenheit wieder aufzuwärmen.

    Und jetzt nehme ich etwas aus meinem Notfallkoffer - da das Wetter eh so mies ist hier und sich eher wie Herbst anfühlt, gönne ich mir ein entspannendes Bad. 😄

    Hallo Mattie,

    danke! Ja, das war ein harter Weg zur Erkenntnis, könnte man sagen. Ich hätte das natürlich schon viel früher tun sollen.
    Aber das kennt ja jeder, wie lange man braucht, sich 1. nicht mehr selbst zu belügen und 2. es auch offen zu kommunizieren.
    Das ist immer noch so tief verwurzelt, dass man denkt, dass die anderen einen dann total "abstempeln", so nach dem Motto "oh, jetzt war ich jahrelang mit einer Alkolikerin befreundet, mit der will ich nicht mehr befreundet sein".
    Aber man ist dann doch erstaunt, wie locker das andere nehmen, dass du auch bei deinen Ärzten Verständnis findest, und man vor allem in den Selbsthilfegruppen sieht, dass Alkoholkrankheit in allen Gesellschaftsschichten vorkommt.
    Ich muss ja selbst sagen, dass ich auch immer das Bild vom heruntergekommenen "Alki" im Kopf hatte, kotzend im Straßengraben, der dann da bei den AA hockt und seine Geschichte erzählt, und dass das bloß keiner wissen darf, weil man sich selbst schämt.
    Aber in Wirklichkeit habe ich tolle Menschen kennengelernt, die eben aus eigener Erfahrung wissen, was Sucht bedeutet, und dass niemand sich deshalb verstecken muss.
    Und mich hat schon die Tatsache erstaunt, dass es z.B. in meiner Stadt allein 6 Selbsthilfegruppen gibt. Und dort sitzen ja nur die, die sich ihre Sucht eingestanden haben; die Dunkelziffer der tatsächlich Betroffenen ist vermutlich viel größer, als ich je dachte.
    Man merkt das ja erst, wenn man es sich selbst eingesteht - ich hielt mich früher ja auch nicht für ein Alkoholikerin - ich hatte es ja "im Griff", konnte tatsächlich Monate oder sogar Jahre ohne Alkohol leben. Bis dann eben wieder ein Absturz kam. Und selbst da redete ich mir noch ein "das schaffst du allein".
    Aber das ist halt nicht so.
    Darum war es Zeit für die Notbremse!

    Hallo!
    Wenn ich heute zurückschaue, dann kann ich sagen, dass ich schon lange einen problematischen Umgang mit Alkohol hatte. Ich war aber immer der Meinung "ich kann jederzeit aufhören" (gelang mir auch des Öfteren) und "ich bin doch keine Alkoholikerin".
    Aber ja, ich BIN Alkoholikerin. Das habe ich mir im Herbst letzten Jahres eingestanden - auch gegenüber Freunden und Bekannten.
    Eskaliert ist mein Konsum nach den Coronajahren. Ich skiziziere das nur in Stichworten: 2020 - Tod meines Vaters, 2021 eine belastende Zeit, 2022 Job wurde gekündigt, ab 2023 wurde meine Mutter pflegebedürftig, ich selbst hatte neben meinen chronischen Schmerzen noch einen akuten Bandscheibenvorfall, 2024 ging es bergab mit meiner Mutter und ich versuchte bis es wirklich nicht mehr ging, sie zuhause zu pflegen. Es ging dann einfach nicht ohne Heim, was mir bis heute Schuldgefühle beschert, weil ich ihr immer versprochen hat, dass sie nie im Heim sterben muss.
    Als sie in die Kurzzeitpflege kam, hatte ich einen totalen Absturz; wurde von Polizei und Notarzt gerettet und zwangseingewiesen. Das war schon eine traumatisierende Zeit.
    Bis zum Tod meiner Mutter Ende Okt. 2024 war ich dann trocken. Und dann begann die Eskalaltion. Januar 25 Entzug im Krankenhaus, April 25 erneut. Und dann dachte ich, ich hätte es gepackt, ein super Sommer, eine gute Zeit, ich war sicher, dass es mich nicht wieder erwischt.
    Nun ja, im Oktober 25 hatte ich erneut einen Rückfall und es mir selbst (und anderen) gegenüber endlich eingestanden, dass ich ein richtiges Problem mit Alkohol habe. Dank dieser - späten - Erkenntnis habe ich mich noch während des Rückfalls mit Selbsthilfegruppen und der Suchthilfe vor Ort in Verbindung gesetzt, sodass ich nach dem Entzug gleich dort einsteigen konnte. Ich bin seitdem jede Woche bei den Guttemplern. Ich habe 4 weitere Selbsthilfegruppen ausprobiert und bekam dann die Chance, bei der Suchthilfe eine fachlich angeleitete Gruppe in Vorbereitung auf eine Reha zu besuchen. Zeitgleich habe ich eine Reha beantragt, ich wollte die ambulante Variante, die insgesamt über 2 Jahre laufen sollte. Diese Reha wäre theoretisch genehmigt worden - nur leider stellte sich ein Problem in den Weg.
    Ich nehme seit letztem Jahr Cannabis, oral und transdermal, gegen meine chronischen Schmerzen. Das ist vom Neurologen abgesegnet und auch mein Hausarzt findet das gut, denn nach über 50 Jahren (ich werde 57) habe ich nun fast keinen Migräneanfall mehr (vorher, seit ca. 20 Jahren: beinahe täglich!).
    Und bei einer Suchttherapie darf man eben keinerlei Drogen nehmen. Also: keine Reha und in die Gruppe kann ich auch nicht weiter gehen. (Notiz: Ich werden in den von mir gewählten Darreichungsformen von Cannabis NICHT high, es ist für mich kein Suchtmittel, sondern ein Heilmittel).
    Bis Ende April war ich trocken, über ein halbes Jahr. Und dann ist es doch wieder passiert.
    Immerhin hatte ich inzwischen gelernt, das nicht zu verheimlichen, sondern mich gleich meiner Guttempler-Gruppe anvertraut. Es gab natürlich nur einen Weg: erneuter Entzug. Leider hat mich das Krankenhaus nicht aufgenommen, weil "meine Vitalwerte" noch zu gut waren. Also musste ich erneut in die Entzugsklinik, in der ich 2024 schon einmal war - und es war wieder eine absolut traumatische Zeit.
    Seit Anfang Mai bin ich nun trocken. Und da soll auch so bleiben! Ich werde nicht jünger und jeder Entzug ist schlimmer (obwohl ich beim letzten Rückfall nur ca. 10 Tage getrunken hatte).
    Ich bleibe bei den Guttemplern und werde ab nächster Woche noch eine andere Selbsthilfegruppe besuchen, die mir am besten zusagt.
    Trotzdem fühle ich, dass ich weitere Unterstützung brauche, um abstinent zu bleiben. Ich sehe phasenweise einfach kein Licht am Ende des Tunnels, habe Zukunftsängste, wälze Probleme und Sorgen, und mir fehlt einfach der Elan, positiv in die Zukunft zu sehen.
    Aktuell bemühe ich mich um eine Psychotherapie. Bekanntlich kein leichtes Unterfangen. Aber das, was ich immer mit Alkohol tief in mir versenkt habe, muss aufgearbeitet werden. Denn ich möchte auf keinen Fall erneut in den eigenen Abgrund fallen.

    Sorry, ist ein bisschen lang geworden. Danke an alle, die bis hierhin mitgelesen haben. :)