Beiträge von Tom69

    Nun bin ich heute mal am schreiben, also lege ich noch einen drauf ;)

    Ich war vergangene Woche 3 Tage in Wien.
    DONAUINSEL- Ein Muß für jeden Besucher.

    100 Discotheken, eine an der anderen, OK für einen Alkoholiker kein besonderer Ort aber wenn eine Verabredungung ansteht, stellt man sich nach einem halben Jahr Trockenheit der Gefahr !!
    Und, was soll ich sagen, es dauerte nicht lange, und alkoholische Getränke kamen ins Spiel. Auf den konkreten Hinweis, daß ich Alkoholiker bin, war natürlich die sogenannte "Verabredung" weg.

    Aber ich kann auch ohne "Verabredung" leben, schließlich ist es mein Leben, daß ich nun leben kann.
    ;)

    Und es war auch bis in die frühen Morgenstunden wirklich schön, vor allem, konnte ich zur fortgeschrittenen Stunde die sämtlichen "Alkoholleichen" sehen, denen ich auf keinen Fall wünsche, daß sie ein Alkoholproblem, wie ich, haben.

    Allen eine Gute Nacht
    Tom

    .....kurzer Zusatz noch...

    alle zusammen sitzen wir als alkoholabhängiger und Co. doch in einem Boot.

    Jeder "sollte" für sich selber den Kampf aufnehmen, der eine begreift es eher, der andere vlt. nie.

    Aber letztendlich müssen wir doch irgendwann alle begreifen, daß der Alkohol für jeden Abhängigen tödlich ist, der diese Krankheit nicht zum stoppen bringt.

    Und knuddeln hier im Co. Bereich (ich möchte wirklich !!! keinen ansprechen) bringt uns meiner Meinung nicht weiter!

    Mögen nun alle auf mich einschlagen, aber ich wollte hier noch einmal den Ernst der gesamten Alkoholabhängigkeit auf den Punkt bringen!
    ....und natürlich auch der Co-Abhängigkeit

    Eine schöne Woche noch
    LG
    Tom

    Hallo, Ihr lieben Leser,

    was ich nun schreibe, hätte ich vor wenigen Wochen sicherlich für unmöglich erklärt.

    Es gibt nur eine Möglichkeit, sich aus der Co-Abhängigkeit zu lösen, nämlich sich von einem Alkoholiker zu trennen.

    Leider muß ich nun aus meiner persönlichen Situation sagen, daß es aus dieser Trennung für mich kein Zurück mehr gibt. Ich habe erkannt, daß es viele (zu viele) Chancen für mich gab, welche ich nicht genutzt habe, oder besser gesagt, nicht für Ernst genommen habe.

    Es ist irgendwann die Zeit abgelaufen, wo man einen Angehörigen ständig mit seinem eigenen Alkoholkonsum belügen kann.

    Ich muß leider eingestehen, daß es bei mir zu lange gedauert hat, zu dieser Einsicht zu kommen.

    Also:
    Es gibt genügend Chancen, aber irgendwann ist es Schluß, und für mich gibt es eine Chance, nämlich ein Leben ohne Alkohol, und vor allem zusammen mit meinem Kind, welches ich über alles liebe.

    Viele liebe Grüße an alle
    Ein hoffentlich für immer trockener Tom

    Hallo Bella,

    Du mußt es auch nicht verstehen, warum man als Alkoholiker trinkt, ich weiß ja inzwischen was das Trinken für einen Abhängigen für Auswirkungen hat.

    Du mußt Dich weiterhin voll und ganz auf DEIN Leben konzentrieren und daran arbeiten, Dich aus der Co-Abhängigkeit zu lösen. Genauso, wie Dein Mann einen Weg aus seiner Abhängigkeit für SICH suchen muß.

    Und über das Geschehene darfst Du auch nicht mehr nachdenken, es war eben so, ändern kannst Du daran nichts mehr.

    Für Dich und Deinen Weg wünsche ich alles erdenklich Gute

    LG
    Tom

    Hallo Bella,

    es ist ein ständiges Auf und Ab und es lauern täglich neue Gefahren. In Situationen, wo ich früher zur Flasche gegriffen habe, überlege ich mir sehr genau, das erste Glas stehen zu lassen.

    Es ist ein sehr langer Prozeß und wird sicherlich auch noch ein sehr langer Prozeß sein. Aber ich merke deutlich, daß es einem von Tag zu Tag leichter fällt, gegen dieses Mittel keinen Kampf mehr auf zu nehmen.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und ich denke, daß Dein Partner mit Hilfe der Therapie einem trockenen und zufriedenen Leben schon ein Stück näher gekommen ist.

    LG
    Tom

    Hallo Ette,

    und genau, dies war der Punkt. Ich habe jeden und vor allem meine Ex dafür verantwortlich gemacht, daß es mir so schlecht ging.

    Wie ich bereits schrieb, hätte ich ohne dem Forum bestimmt bis heute noch nicht die Einsicht, daß ganz alleine ich für MEIN Glück verantwortlich bin!

    Und ich werde auch weiterhin an mir arbeiten müssen. Ein halbes Jahr ohne Alkohol ist ja schließlich kein Freibrief!

    LG
    Tom

    Hallo Ayki, hallo Ette,

    meine Äußerung sollte keinesfalls eine Anspielung auf meine Ex sein.
    Ich lese nur ab und an meinen Thread durch und bin doch sehr erstaunt, wie tief ich in Selbstmitleid versunken war.

    Es dauerte bei mir sehr lange, bis ich die Einsicht hatte, etwas an MIR zu ändern. Es war für mich viel einfacher, zu sagen, wie schlecht es mir doch geht, nach den wahren Ursachen zu forschen, dauerte eben.

    Ayki, klar bin ich immer noch trocken und möchte dies natürlich auch weiterhin bleiben :)

    Allen noch ein schönes Restwochenende
    Tom

    Ein Hallo an Alle,

    was ich heute hier schreibe, wird sicherlich für viele Co´s nicht gerade ermutigend sein.

    Je länger ich über meine Exbeziehung nachdenke, und vor allem, was nach der Beendigung so alles passiert ist, macht mich echt nachdenklich.

    Wenn ich heute den Anfang meines Threads so durchlese, kommen gewaltige Zweifel bei mir auf.

    Ich bin der Meinung, daß mir dieses Forum so richtig die Augen geöffnet hat, auch wenn ich wenig geschrieben habe, ich habe stetig das Geschehen hier verfolgt.

    Da meine EX hier im Forum auch liest und schreibt, möchte ich nicht näher darauf eingehen.

    Ich wünsche Euch allen Alles Gute und geht Euren Weg.

    LG Tom

    Wieder mal ein Hallo an alle,

    vielen Dank für Euer Feedback, mir geht es gut, vor allem habe ich wieder dieses Wochenende den Kleinen bei mir, und da geht es mir sowieso immer super ;)

    Ich habe in der letzten Zeit viel nachgedacht und bin auch selber der Meinung, daß ich nun endlich auf dem richtigen Weg bin. Ich werde noch viel an mir arbeiten müssen, denn alleine mit nichts mehr trinken ist es nicht getan. Ich merke nun auch langsam Fortschritte, was das soziale Umfeld angeht, und mit einem neuen Job zeichnen sich auch langsam Fortschritte ab.

    Aber nochmals kurz zu dem Thema Trennung: Als ich meine Lebenspartnerin kurze Zeit kannte, fragte ich Sie einmal, wie sie sich DEN Mann fürs Leben vorstellt. Spontan kam die Antwort, daß er auf jeden Fall EHRLICH sein muß und auf keinen Fall ein SÄUFER sein sollte. Diese Worte kochen nun ständig in mir hoch, ich war ja nun ganz und gar nicht der Kerl, wie sie sich ihren Mann vorstellte!!

    Auch war ich ja 3 Jahre trocken, doch selbst in dieser Zeit war es mit der Wahrheit nicht weit her und deshalb denke ich heute, daß auch in dieser Zeit bei mir das nasse Denkverhalten Vorrang hatte.

    So, dies soll es erst einmal gewesen sein, ich wünsche allen ein schönes Pfingstfest und werde natürlich die Beiträge im Forum mit großem Interesse weiter verfolgen.

    Tom

    Ein Hallo an alle,

    habe mich nun eine längere Zeit nicht mehr zu Wort gemeldet, aber keine Angst, ich habe natürlich die Beiträge verfolgt, wobei ich mich aber mehr bei den betroffenen Alkies aufgehalten habe, wo ich ja auch hin gehöre.

    Zum Thema "Chance auf Wiedergutmachung" möchte ich nur sagen, daß ich ja genügend Chancen bekommen habe, sie aber nicht genutzt habe.

    Ich bin jetzt aber soweit, daß ich unter diese ganze Sache einen dicken Schlußstrich gezogen habe, ändern kann ich ja ehe nichts mehr. Ich habe und möchte mich auch weiterhin auf MEIN Leben voll und ganz konzentrieren, hier gibt es noch genügend Arbeit für mich. Ich möchte hier auch sagen, daß es mir momentan gut geht. Ich hätte nie gedacht, daß das Leben so schön sein kann.

    Ich habe alle 14 Tage am Wochenende mein Kind bei mir, worauf ich mich schon immer lange im voraus freue. Ich denke auch, dass sich die Beziehung zu meinem Kind ins positive entwickelt hat. Und sonst geht es auch so ganz langsam aufwärts. Ich weiß, in 5 Monaten, welche man trocken ist, kann man sein Leben nicht in den Griff bekommen. Aber wie heißt es so schön: mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. ;)

    Und noch kurz zu dem Thema „Trennung“:
    Es ist aus meiner Sicht, die einzige Möglichkeit einem Suchtkranken zu helfen. Alles andere hat keinen Zweck. Sicherlich ist ein Ultimatum zuvor ganz empfehlenswert, aber wir können hier ja alle lesen, was es schließlich bringt. NICHTS.
    Und lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!
    Ich denke, wenn ich noch 1000 Chancen bekommen hätte, wäre ich bestimmt nicht soweit, wie ich heute nach 5 Monaten Trennung bin. Und dies sage ich als Alkoholiker.

    So, nun möchte ich hier noch allen Co´s viel Konsequenz und Durchhaltevermögen wünschen.
    Ein schönes Wochenende, und bleibt stark

    Tom

    Hallo Marga,

    wenn ich an meine Jugendzeit zurückdenke, habe ich den Eindruck, daß ich eigentlich ein ganz "normales" Leben führte. Was vielleicht zu meinem späteren Wandel geführt hat, ist wahrscheinlich die Tatsache, daß mich meine Eltern verwöhnt haben (ich bin Einzelkind) und mir wurden alle Probleme vom Hals gehalten. Aber man kann doch in diesem Fall sicherlich nicht behaupten, daß meine Eltern auch ein gewisses Co-Syndrom an den Tag legten. Nun gut, ich komme aus den neuen Bundesländern, wo Freundschaften auch ewig standhielten. Nach der Wende sind viele meiner Freunde in den goldenen Westen gegangen (was wollten sie auch tun, hier gab es keine Arbeit und somit keine Perspektiven), und somit sind viele Kontakte mit der Zeit abgerissen.
    Suchtprobleme gab es also in meiner Familie auch keine, sind mir zumindest nicht bekannt.
    Als ich dann älter wurde, und ich so nach und nach auf eigenen Füßen stand, begriff ich wahrscheinlich das wahre Leben, daß nicht nur aus Friede, Freude, Eierkuchen bestand. Zu dieser Zeit begann ich auch mit dem Trinken, da ich so manches nicht mehr verstehen konnte, oder verstehen wollte.

    Ich wollte all den anderen alles richtig machen, und ging jeglichen Schwierigkeiten aus dem Weg. Und da war dann eben dieser Perfektionismus, ich wollte immer etwas Besseres sein, was mir natürlich nicht gelang.

    Und so wurde es mit der Zeit immer schwieriger ALLEN zu zeigen, daß ich etwas Besonderes bin, dadurch wurden natürlich meine Probleme immer größer und der "Freund" Alkohol tat anfangs seinen Teil dazu. Ich merkte aber nicht, daß die Probleme durch ihn immer größer wurden und mit mir ging es immer mehr bergab.
    Ich habe mir hierbei nie die Frage gestellt, was nun wirklich mein Problem ist, ich konnte und wollte nicht "durchschnittlich" wie all die anderen sein, was mir ja nun auch zum Verhängnis wurde.

    Man ist nun mal, wie man ist, es gibt hier meiner Meinung nach kein gut und schlecht, zu dieser Einsicht zu gelangen habe ich aber leider viel zu lange gebraucht.

    Allen eine schöne Woche


    Tom

    Hallo Marga,

    ich denke schon, daß das in Ordnung ist, und weshalb soll ich mich verstecken, solange ich sachlich bleibe, kann doch eigentlich nichts passieren!
    Ich bin ja schließlich der Vater und da möchte ich schon bei seinem Geburtstag dabei sein, ich muß ja nicht stundenlang bleiben.

    Tom

    Hallo Marga,

    ich möchte da aber nicht einfach in einer Ecke sitzen, und meiner EX aus dem Weg gehen, ist schon komisch, nach 10 Wochen das erste mal wieder in meiner ehemaligen Wohnung aufzutauchen.

    Na, mal sehen, vielleicht stelle ich mir alles komplizierter vor, als es wirklich ist, aber dahingehen will ich auf jeden Fall!

    Tom

    Weißt Du, ich frage deswegen, da mein Sohn bald Geburtstag hat, und ich eigentlich vorhatte ihn besuchen zu kommen, gehört sich ja so und ich liebe mein Kind ja auch sehr.

    Ich habe aber auch keine Ahnung, wie ich mich da verhalten soll oder besser gesagt, kann.

    Meine "alte" Exwohnung, meine Expartnerin und bestimmt ne Menge andere Leute, die ich vielleicht gar nicht kenne.

    LG
    Tom

    Zitat von Elki

    Ich glaube nicht, dass ich jemals völlig befreit sein werde von dieser Last, aber doch zum sehr großen Teil!

    Dies wird man wohl auch sehr schwer erreichen.

    Ich wollte aber damit sagen, daß ich davon noch sehr weit entfernt bin. Ich gehe Leuten, die ich nicht kenne immer noch aus dem Weg, weil ich denke, etwas falsch machen zu können.

    Und nach meinem (hoffentlich) persönlichen Tiefpunkt habe ich ja begonnen, mein Leben neu zu ordnen, und dazu zählt mom. wirklich viel:
    Freundeskreis wieder aufbauen oder neuen finden, ich war ja wirklich nur noch abgeschottet, wollte niemanden sehen und hören.
    Die richtige Arbeit suchen und auch finden, einen Einstieg habe ich ja bereits, naja und Führerschein und und und.

    Man fängt wirklich irgendwie wieder bei NULL an.

    Tom

    Zitat von Elki

    Perfektionismus war der Auslöser für mein Suchtverhalten und ein ungeheurer Selbsthass! Ich wollte immer gut und richtig sein, immer für andere dasein und habe es nicht ertragen können das nicht zu schaffen! "Nein" war ein Wort was kaum in meinen Sprachschatz gehörte, alles was ich mir vom Leben nahm, nahm ich mir heimlich was weitere Schuldgefühle und Selbsthassgefühle erzeugte.


    Ja, und genau dies trifft auch voll auf mich zu, nur denke ICH noch nicht soweit mit meiner Arbeit an mir fortgeschritten zu sein, wie DU.

    Es erfordert bei mir eben noch sehr viel Arbeit, aber wie gesagt "Ein Schritt nach dem anderen"

    Tom

    Hallo Elki,

    ich neige auch sehr bei mir zu dieser Ansicht, deshalb bin ich ja auch im Co-Bereich.

    Denkst Du, daß das eine bei Dir unmittelbar mit dem anderen zusammenhängt, oder entwickelte sich das eine, zeitlich gesehen, auf das andere?

    Tom

    Hallo Lilly,

    vielleicht ist doch was dran, daß wir Betroffenen mit den Co´s vieles gemeinsam haben. Ich wollte auch immer Perfektionist sein, und jedem alles richtig machen. Und diese Verhaltensweise existiert bei mir schon ewig. Nun weiß ich nicht genau, seit wann ich alkoholkrank bin, vielleicht habe ich auch co-Merkmale entwickelt?

    schwierig, schwierig

    LG
    Tom

    Hallo Marga,

    man wird auch nicht bewußt Alkoholiker, dies ist ja bekanntlich auch ein fließender Prozess.
    Und deswegen ist auch auch von Nöten, daß beide "Parteien" hart an sich arbeiten müssen und wenn dies zusammen nicht möglich ist, gibt es letztendlich nur die endgültige Trennung.
    Ich habe auch für mich entschieden, sobald es wieder (vielleicht) mal zu einer Beziehung kommt, die Karten gleich zu Beginn auf den Tisch zu legen, daß ich alkoholkrank bin, alles andere bringt denke ich nichts.
    Aber eines ist natürlich auch sicher, man wird als Co in Zukunft sehr genau abwägen müssen, nochmals eine Beziehung mit einem Alkoholiker einzugen, selbst wenn dieser trocken ist, wartet der Rückfall an der nächsten Straßenecke. Ich war auch 3 Jahre trocken und anschließend, als es wieder los ging, wurde alles nur noch schlimmer!

    Tom