Beiträge von Hartmut

    Gestern musste ich zu einer Silberhochzeit und es hat auch ohne Alkohol Spaß gemacht.

    Hallo Luna,

    ich wurde nie gezwungen, irgendwo hinzugehen. Ich entscheide es und lass es nicht von anderen entscheiden, nur weil sie das erwarten. Ich bin krank und muss die Konsequenzen daraus tragen.

    Ich kann heute auch auf ein Fest gehen, mich vorbereiten nichts zu trinken und das klappt auch. Jedoch nehme ich auf solchen Veranstaltungen nicht den Spaß mit, sondern auch alle andere Eindrücke mit. Gerade am Anfang war es sehr wichtig mich aber erstmal zu stabilisieren und keinen Ritt auf der Rasierklinge zu wagen.

    Nach 16 Tagen wäre das für mich ein No-Go gewesen.

    Hallo MD43

    ich weiß ja nicht, inwieweit es dir wichtig ist nüchtern zu bleiben und wo deine Priorität darin steht. An erster Stelle? Ob du dich hier angemeldet hast um HILFE zu bekommen oder nur deinen Weg mitteilen willst. Kommt mir im ersten Lesen so larifari vor. Kann es aber auch fehlinterpretieren, dann entschuldige .

    Hast du schon mal die Grundbausteine gelesen? Es ist der aussichtsreichste oder zumindest der risikoärmste Weg trocken zu bleiben. Zusammengetragen von Langzeittrocken. Trocken werden heißt auch Veränderung.


    Grundbausteine für ein nüchternes Leben - Alkoholiker Forum (alkoholiker-forum.de)

    Doch was mir Sorgen macht ist, dass durch die (notwendige) Auseinandersetzung mit dem Thema "Alkohol in meinem Leben/ Ich und meine Sucht ", was ja in der ambulanten Reha passieren wird, das Verlangen dadurch genauso gesteigert wird. Das alles Trigger ja voll. Aber ohne Hilfe / ohne Reha wird es bestimmt auch nicht gehen.

    Es wird niemand zu etwas gezwungen. Ohne Hilfe geht es zwar nicht, aber die Hilfe bestimmst du. Ich hatte die Hilfe auch nur hier und das hat bisher gut geklappt. Andere fuhren mehrgleisig mit SHG/ Beratung/ Therapie, was eben an jedem selbst liegt. Die zufriedene Trockenheit gibt jedem Recht.

    Wenn ich mich heute mit Alkohol auseinandersetze, weiß ich im, Vorfeld, wie du auch, als Süchtiger, das Verlangen aufkommen kann. Aber es "nur"ist die Sucht, die aus mir schreit. Dann kann ich es auch einordnen, bei Suchtdruck dagegenhalten und es auch als weitere Bestätigung sehen, dass ich Alkoholiker bin. Ein Nichtsüchtiger hat ja das Verlangen nicht.

    Du hast es bisher geschafft, wird auch so weiter gehen. Keine Angst vor Neues, was dir helfen kann. Oder war dein Weg bisher eine Qual?

    Ich bin jetzt ein halbes Jahr nüchtern. ( okay, ein Tag fehlt noch 😉).

    Dann gratuliere ich dir auch es morgen :mrgreen:


    Ist sehr gut. Eine Frage. Hattest du irgendwo dabei Verzicht und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

    und immer mit einem Auge auf der Uhr :idea: wie lange der Laden noch aufhat um was zu holen :shock:

    das Problem war, es war auch noch in einer Reha. Wegen Überfüllung der Klinik wurde ich auch noch in einem Hotel mit Bar (außer Zimmerbar) untergebracht. Und das auf Norderney im Sommer mit Sonne, Stand und Meer. Dann das "Kurschattensyndrom" mit Gruppendynamik

    Ich hatte jedoch Glück, wenn ich es mal so nennen kann, das die Erlebnisse eines Rückfalls noch klar vor Augen hatte. Das typische Abschreckungsbild. Ich war da auch erst eine kurze Zeit, (paar Monate, trocken).

    Seid dem nichts mehr. Mal aufflammende Gedanken ans Saufen, aber nichts was mich jetzt in Aufruhr gebracht hätte.

    Des Öfteren lese ich auch, dass jeder, der freiwillig und aus eigenem Antrieb es schafft den Weg aus der Sucht zu gehen, kann stolz auf sich sein. Stolz darauf, dass er etwas geschafft hat, wo andere noch drinnen hängen. Und das erzeugt ja auch bei dem einen oder anderen Neid.

    Ich sage nicht das es keine Stigmatisationen gibt, aber ich habe etwas dagegen es als Gesamtbild zu sehen, da es eben nicht stimmt. Vieles was "draußen" herumgeht, ist einfach nur Trash und wird vom Menschen mit einem angehörten Halbwissen weiter verbreitet.

    Zu den Geschichten,die ich höre und lese,habe ich auch selbst eine Alkoholkranken-Geschichte in meinem Leben,die mich als Kind sehr geprägt hat. Taschen wurden kontrolliert,sie wurde weggeschickt von den anderen,abwertend gesprochen in ihrem Beisein und ihrer Abwesenheit.

    Sie ist leider verstorben,aber im nassen Zustand.

    War sie trocken als sie stigmatisiert wurde oder noch nass? Schreibst ja das sie nass verstorben ist.

    Übrigens wurde auch über mich geredet, das wird es immer, ob nun nass oder trocken, aber es ist doch meins wie ich damit umgehe. Auch hier im Forum wird meine unglaublich nette und empathisch wirkende Art nicht bei jedem gerne gesehen. :saint: ..

    Ich war derjenige, der nach einem Kasten Bier breitbeinig da stand und fragte, was trinken wir jetzt. Bei den nassen Mitstreitern kam das Schulterklopfen, bei dem trockenen Alkoholiker ein wissendes Kopfschütteln, beim Rest den üblichen Trash. Damit meine ich nicht mein Privatleben, das war mein Berufsleben auf Meetings und Veranstaltungen.

    Ich war auch derjenige, der genau dieses Stigmatisierungsbild im Kopf hatte und es in der nassen Zeit ohne Wenn und Aber vertritt. Ist ja auch schön, seinen einigen Alkoholismus dahinter zu verstecken.

    Aber bei meiner "berufliche Laufbahn" hat es nicht gestört trocken zu sein. Da hinter dem Rücken gesprochen wurde, ist normal, aber das hatte nicht auf die berufliche Laufbahn ausgewirkt. Das stand eben das Leistungsprinzip und die Qualifikation im Vordergrund. Als Nasser hatte ich mich auf der Kariere Leiter tief nach unten bewegt. Als Trockener nach oben.

    Stigmatisierung ist auch ein weitgreifendes Bild. Veganer stigmatisieren ja auch Fleischfresser und umgekehrt. Liest man nur weniger.

    Und nun mal ehrlich. Es ist weniger als du denkst.


    Übrigens ich habe da mein Problem mit Stolz, wenn es um mich selbst geht. Krankheit gestoppt, mehr war es nicht. Aber das ist ein anderes Thema. Was ich jedoch in den 16 Jahren lernen konnte. Je weniger ich Aufhebens ich um meine Krankheit mache, was sein könnte, was sein wird, um so entspannter ist das Leben mit dieser. Muss nur meine Regeln einhalten, damit ich nicht rückfällig werde .

    Hätte ich damals noch die Kraft gehabt. mir über Stigmatisierung oder sonst was Gedanken zu machen, ich wäre wohl noch nicht so weit gewesen.

    Guter Ansatz.

    Wenn ich mich auf dem trockenen Weg nur dem Negativen widme, dann bin ich noch nicht so weit. Ich kann ja gar nicht aufhören, ich werde sonst stigmatisiert.

    Aber könnt Ihr mal beschreiben wie genau da die Empfindungen sind? Wie äussert sich " Saufdruck " eigentlich?

    Ich kann es mal aus meiner Anfangszeit schreiben.

    War einer unterschätzten, aber typischen Gruppendynamik verfallen, und ging mit in eine Kneipe. (Reha) Dort noch soweit gut, kein Druck außer nach dem Zuschauen wie andere etwas trinken, tanzen, Spaß haben, wie sich das Verhalten der Trinkende verändert. Nun kam Triggern , Scheiße, würdest jetzt auch gerne. Mit mir gerungen, aber auch noch keinen Druck. Was sich jedoch zu Hause gesteigert hatte und ich plötzlich einen (fast) unbändiger Druck bekam jetzt trinken zu müssen. Bin wie in einem Bärenkäfig hin und her gelaufen. Es war mehr eine Treppe zum Saufdruck. Langsame gemächliche Steigungerung mit einem plötzlichen Crash.

    Hallo zusammen,

    da es gerade durch viele Threads geht, wollte ich Euch mal an meinen Erfahrungen der Stigmatisation Alkoholismus in den letzten 16 trockene Jahren erzählen. Wie geschrieben ich wollte, aber auch nach intensiven nachdenken, grübeln zurückschauen waren außer ein paar doofe Sprüche von noch trinkenden Menschen, nichts Nennenswertes dabei.

    Enttäuschend oder doch ermutigend? Jeder strickt sein eigenes Teil daraus. ;) Und nicht weil ich mich eingesperrt hatte, Nö habe jeden Tag mit sehr vielen Menschen beruflich zu tun.

    Ich kenne auch keinen persönlich, dem durch seine gestoppte Krankheit ein Nachteil erfahren hat. Ich war ja am Anfang auch felsenfest davon überzeugt, dass es sehr dramatisch ist. Habe es ja überall gelesen, da muss doch was dran sein. Da muss ich ja als trockener Alkoholiker geduckt durch die Straßen laufen. War aber nur mein Denken, was ich übernommen hatte.

    Also Bullshit, nothing, nix, niente, nada Pustekuchen, ein Hauch von nichts ist mir entgegengekommen. Als trockener Alkoholiker habe ich überwiegend nur Positives mitnehmen können. Natürlich werde ich nicht auf den Schultern durch die Arena getragen, aber warum sollte ich das auch? Nur weil das Saufen gelassen habe?

    Stigmatisierung. Die Gesellschaft denkt so? Liest man hin und wieder und hier im Forum wird auch sein Bestes dazu gegeben, dazu gereimt oder erzählt. Ist das wirklich so oder ist das nicht eher die eigene Denke sich selbst zu stigmatisieren. Vielleicht liegt es auch an meiner Natur. Opferrolle war nie was für mich.

    Das Bild eines nassen Alkoholikers ist da anders. Aber als Trockener? Ich kann dieser Empörung nichts abgewinnen. Obwohl Empörung für viele ein Grundnahrungsmittel in der digitalen Welt geworden ist, habe ich kein Bedarf

    Leute lasst Euch nicht von etwas herunterziehen, was ihr nicht selbst erfahren habt.

    Wenn ich auf ein Konzert bin und es war gut, betone ich nicht extra, dass es auch ohne Alkohol gut war. Sind zwei verschieden Sachen. Aber es hat ja anscheinend etwas in dir ausgelöst. Die Schlussfolgerung kein Alkoholiker zu sein wäre für mich mehr als bedenklich. Ich befände mich in einem gedanklichen Rückfall.

    Vielleicht bin ich auch nur irgendwo zwischen Alkoholmissbrauch und Abhängigkeit.

    Ob es die Sucht ist, die aus dir schreit oder deine Überzeugung musst du selber feststellen. Es ist ja nicht dein erstes Mal, über sowas nachzudenken. ;) Zumindest hattest du in deiner Eingangspost auch schon Bedenken.

    Ich weiß, das hört ihr nicht gerne.

    Es geht nicht um uns. Es geht nur um dich. Wir haben doch nichts davon. Ob du wieder säufst oder trocken bist ist doch deins.

    Der Gedanke käme in mir nur auf, wenn ich nicht meinetwegen trocken wäre.

    Hallo Mercedes,

    Schwarz Weiß Denken ist eher mein Stil. Warum gleich so angefasst?

    Deine Worte bzw. die des Moderatorenteams empfinde ich gerade nicht auf Augenhöhe.

    Na ja, Moderatorenteam kann nie auf Augenhöhe sein, nur der Mensch darunter, und zwar als selbst Betroffener.

    Und da machen wir eben den Unterschied, dass im offenen Bereich etwas genauer hingeschaut wird. Heißt ja nicht, dass wir immer richtig liegen, aber zumindest nach einer gewissen Linie.

    Es ist aber doch eher paradox in meinen Augen, dass der Fokus auf Selbsthilfe gelegt wird, ihr zumindest mir dann aber vorschreibt, wie diese meine Selbsthilfe auszusehen hat.

    Ich lese die letzten Posts als Empfehlung. Du bist ja nicht der erste User, der damit konfrontiert wird. Vielleicht auch eine Möglichkeit, sich dahingehend erstmal selbst zu überprüfen. Es ist ja kein Verbot aus gesprochen worden .

    Ich kann da auch nur von mir mal sprechen. Ich hatte es satt therapeutischen Gespräche zu führen, da sie für mich nicht zielführend waren. Das war auch ein Grund, mich hier in einem Selbsthilfeforum anzumelden. Ich toleriere es jedoch dann, wenn der User selbst damit Erfahrung gemacht hatte.

    Du hast da eine, (eventuell auch noch andere) Empfehlung ausgesprochen.

    Es gibt eine Methode, die nennt sich „paradoxe Intervention“.

    Dabei gibt der Berater/Therapeut seinem Gegenüber scheinbar unsinnige, eben paradoxe, „Ratschläge“.

    Das soll dazu dienen, bei dem Gegenüber eine Reaktion zu provozieren, so nach dem Motto: „Sind Sie bescheuert ?!“

    Jetzt sehr kurz / vereinfacht dargestellt.

    Hätte einen Wert für mich, wenn du dieses "paradoxe Intervention selbst erfahren konntest. Als EKA oder als Alkoholiker.

    Ansonsten wäre es keine Hilfe für mich. Da bräuchte ich nicht in ein Selbsthilfeforum, sondern kann in eine Vorlesung gehen. Mal überspitzt formuliert.

    Es darf doch wohl mir überlassen bleiben, was mir hilft und was nicht.

    Das bleibt dir unbenommen.

    Hallo Torte

    hier ist eine Selbsthilfegruppe für Alkoholiker, die einen Weg aus der Sucht suchen und ihn mit uns gemeinsam gehen können.

    Für medizinische Anliegen ist immer der Arzt der Ansprechpartner, da die Folgeerkrankungen durch das Saufen bei jedem anderes ist. Wir machen auch keine Ferndiagnose. Wäre fahrlässig und würde mehr Schaden als Nutzen anrichten.

    Was das dein Hauptgrund deines Anmeldens hier oder siehst du dich auch als Alkoholiker und möchtest dich darüber austauschen.?

    Hallo Volka,

    ich bin immer wieder überrascht, welche Spekulationen aufgestellt werden und Thesen durch den Raum fliegen, dass nur aus einer Annahme heraus, ob jemand Alkoholiker ist oder nicht. Wie der Umgang dann sein müsste, sollte oder darf.

    Wenn jemand weiß, dass er abhängig ist, dann nur die Person selbst. Deine Tests kannst du dann getrost in die Tonne treten. Nutzt nichts, was da herauskommt. Sie säuft, wenn ich richtig gelesen habe, seit 6 Jahren mehr als notwendig. Oder liege ich falsch?

    Es stresst dich, macht dich unglücklich und deswegen suchst du für dich Hilfe. Also, wenn ich die Vorzeichen lese, wäre es für mich keine Hilfe, ob sie nun doch kein Alkoholiker ist. Sie säuft, sie lässt es nicht weg. Das ist doch der Punkt, warum es dich stört. Oder nicht.


    War deine Frau schon mal bei einer Beratung dabei? Kennt die Suchtberaterin denn deine Frau persönlich? Oder ist es eine Ferndiagnose aus deinen Erzählungen heraus. Oder warum wird da mehr über ihr Trinkverhalten gesprochen als um dein Anliegen. Es soll doch um dich gehen.


    Was bringt es für dich, wenn sie kein Alkoholiker ist. Würde dich das entspannen und die Jahre zuvor sind wie weggewischt?

    Entschuldigte mal meine direkten Worte, aber ich war jahrelang ein funktionierender Alkoholiker und habe mich zusammen reisen können, um den großartigen Partner zu spielen. Soff halt heimlich und zu gewissen Anlässen eben dann weniger.