Hallo Seeblick,
du hast es erkannt. Alles richtig für dich gemacht.
Wenn ich zurückdenke hat mir im nassen Zustand das alkoholfreie Bier gar nicht geschmeckt. Warum sollte es nun Trocken schmecken?
Viele trockene Alkoholiker ging es auch so. Wenn dann der Gedanke aufkommt ,jetzt ein Bier wäre nicht schlecht und ich zum Alkoholfreien greife, kann es ja nicht wegen dem Geschmack sein. Es laufen unbewusst Prozesse ab die eben nur der Sucht und nichts anderes dienlich sind.
In meinen Trinkpausen hatte ich auch immer wieder mal zu einem Alkoholfreien gegriffen. Für mich war es die "Einstiegsdroge" für weiteres. Ich hatte mich auch jahrelang mit Wodka Lemmon zugeschüttet. Selbst jetzt nach fast 15 Jahre muss ich nur dran riechen und alle Suchtbirnchen im Hirn fangen an zu leuchten und bereiten sich auf eine Sauf- Party vor.
Aus dem jahrelangen Austausch , waren auch vermehrt Alkoholiker dabei, die sich das erste mal sich auf den Weg Abstinenz machten.
Da war der Gedanke Alkoholiker zu sein noch nicht manifestiert und für Kapitulation stand noch Kampf und Willen .
Sich in der Anfangszeit des trocken werden, kurz nach dem "nassen Zustand", selbst einzuschätzen und sich reflektieren, lassen auch nicht immer die richtigen Schlüsse zu. Das berühmte "nasse Denken " hört ja nicht mit wegstellen des Glases auf. Und was habe ich nicht alles in der nassen Zeit schön geredet.
Wenn ich mich dann noch wie vorher, im selben Umfeld bewege , nichts weiteres verändere und den Kampfmodus ."Mit Willen kann ich das auch" einschalte. Dann sage ich in meiner unweigerlichen ,netten und rücksichtsvollen Art, schon mal Prost 