Beiträge von Hartmut

    Was hält dich in diesem Forum? I

    Ich bleibe im Forum, weil ich hier trocken geworden bin. Weil ich der Sucht etwas zurückgeben möchte. Vor allem aber wegen der Neuen. Ich habe damals selbst von den Erfahrungen anderer profitiert. Heute gebe ich meine Erfahrungen weiter.

    Als Moderator trage ich zusammen mit den anderen Moderatoren auch Verantwortung dafür, dass dieses Forum seine Linie behält. Genau diese Ernsthaftigkeit, Klarheit und das konsequente Benennen der Sucht, ohne sie zu verharmlosen oder schönzureden, haben Tausenden geholfen, trocken zu werden und trocken zu bleiben.

    Das sollte auch so bleiben.

    Und weil Sucht nie aufhört – nicht als ständige Bedrohung, sondern als Tatsache. Nach fast 20 Jahren, genau genommen 19 ½, habe ich keine Angst vor Alkohol, aber den nötigen Respekt davor.

    Alkohol ist für mich nicht mehr im Glas, sondern im Wort. Und ich bleibe wach.

    Wie gehst Du HEUTE in deinem Alltag damit um, wenn solche Stimmungen auftauchen? Was hat sich in den letzten - fast 20 Jahren - verändert?

    Wie ich heute damit umgehe? Ganz unspektakulär. Ich war fast umd die 20 Jahre massiv im Rausch, und kenne diese Stimmungen sowohl aus dem Vollrausch als auch aus der Nüchternheit. Früher habe ich sie weggesoffen oder mich in irgendein Koma geflüchtet – Hauptsache, ich musste mich und mein Umfeld nicht selbst ertragen..

    Der entscheidende Punkt war, dass ich die Sucht vom Leben getrennt habe. Ich habe akzeptiert, dass das eine chronische Krankheit ist. Nicht heilbar, aber berechenbar. Die Sucht macht ihren Job: Stimmungen verzerren, Druck erzeugen, Lösungen vorgaukeln, die keine sind. Das ist ihr Programm. Ich nehme das zur Kenntnis, mehr nicht. Ich muss ihr ja nicht auch noch ein Arbeitszeugnis ausstellen .;)

    Und ja, am Anfang gab es Situationen, die mich angekotzt haben. Das Leben hört ja nicht auf, nur weil man nüchtern ist. Manchmal gab es keine Lösung außer aussitzen, durchhalten, sich anders beschäftigen. Das war nicht heroisch, das war schlicht Alltagsbewältigung.

    Was sich in 20 Jahren verändert hat? Ich erkenne Trigger schneller, ich sortiere schneller, ich bleibe am Ball. Früher war jede Stimmung ein Anlass zum Saufen .Heute – wenn überhaupt noch etwas aufflammt – ist es ein Hinweis, dass ich kurz hinschauen muss. Mehr nicht.

    Und ja, ich bin sogar froh, wenn die Sucht nach fast 20 Jahren noch irgendwo mal kurz kitzelt.;) Das hält wach. Schlimmer ist es, wenn gar nichts mehr da ist ,zumindest bei denen, die sich für langzeittrocken hielten und plötzlich wieder gesoffen haben und angeblich nicht wussten, warum.

    Aber das hat gedauert. Trockenwerden ist kein Sprint, es ist ein Marathon. Mit Jahrelangen Saufen stellt man sein Leben nicht in drei Wochen um. Aber irgendwann trennt sich das: Die Sucht macht ihr Ding, das Leben macht sein Ding – und ich entscheide, welchem ich folge.

    Je mehr Bedeutung ich einer Stimmung gebe, desto mehr Bedeutung kommt zurück. Je weniger ich sie füttere, desto schneller ist sie weg. Das musste ich erst lernen

    Mal meine Sicht

    Steevie, aus meiner Erfahrung ist nicht deine Wahrnehmung das Problem.;) Wenn man nüchtern wird, sieht man Dinge klarer, die vorher vom Alkohol überdeckt waren.

    Und du kennst das selbst. Du warst lange nass – du weißt, wie Alkohol Stimmung, Reizschwelle und Wahrnehmung verschiebt. Das passiert nicht erst seit du nüchtern bist. Das war immer da, nur weggeschüttet. Ganz normale Suchtmechanik.

    Ich habe es oft erlebt: In Beziehungen, in denen einer nüchtern wird und der andere weitersäuft, beginnt genau diese Entwicklung. Der Nüchterne wird ruhiger, klarer, stabiler. Der Trinkende wird unruhiger, gereizter, verzerrter. Die Klarheit des einen hält dem anderen den Spiegel vor. Und das wird verteidigt, sein Revier ist der Alkohol, dein Revier ist die Nüchternheit.

    Wenn sich daran nichts ändert, steht der nüchterne Alkoholiker irgendwann vor einer Entscheidung. Nicht aus Schwäche, sondern weil die Sucht solche Konstellationen ausnutzt: sich schützen oder über kurz oder lang wieder mitsaufen.

    Das Risiko ist nicht deine neue Wahrnehmung. Das Risiko ist das nasse Umfeld und das kennst du aus deiner eigenen nassen Zeit besser als jeder Außenstehende.

    Wo hast du das denn aufgeschnappt?

    Echte Abstinenz (= Zufriedene Abstinenz) erfordert eine Transformation. Es geht darum, herauszufinden, welche Funktion der Alkohol hatte (Trost, Entspannung, Flucht) und dafür gesunde, neue Wege zu finden

    Nö. Dann habe ich seit über 20 Jahren wohl keine echte stabile Abstinenz. :whistling:

    Nach meiner Erfahrung wird das gern herangezogen, um den einen entscheidenden Grund zu finden – eine Rechtfertigung dafür, warum man Alkoholiker geworden ist.. Natürlich gab es einen Anfang. Das erste Glas, die Clique, das Umfeld, bestimmte Situationen.

    Das mag alles eine Rolle gespielt haben. Für meine stabile Abstinenz hatte das später aber keine Bedeutung. Ich kenne jedenfalls keinen Alkoholiker, der morgens aufgestanden ist und beschlossen hat: ‚Heute saufe ich mich mal in die Sucht.

    Ich habe den Absprung nicht geschafft. Das war alles, das ist Suchmechanik.

    Die Funktion von Alkohol? Ich habe aus allen möglichen Gründen getrunken. Wegen der Clique, wegen der Stimmung, zum Feiern, zum Frustabbau oder einfach, weil Alkohol da war. Der Anlass wechselte ständig. Was nie wechselte, war das Ergebnis.

    Für mich waren das Begleitumstände, aber nie der eine entscheidende Grund.

    Ab einem bestimmten Punkt nimmt die Sucht jede Gelegenheit, jede Stimmung und jede Situation. Dann spielt das ‚Warum‘ keine Rolle.

    Erst wenn ein stabiles Fundament steht (Suchtmittelfreies Umfeld, Meiden von Trigger-Situationen, Aufbau von tragfähigen Hilfssystemen), kann man beginnen, den Weg individueller zu gestalten. Wer das Pferd von hinten aufzäumt, stürzt ab

    Mit dem zweiten Absatz gehe ich mit.

    Genau deshalb predigen wir hier seit Jahren zuerst die Grundbausteine: alkoholfreies Umfeld, Trigger möglichst vermeiden, Abstand zum alten Suchtleben und erst einmal stabile Abstinenz aufbauen. Die Individualität und die, wenn notwendig, spätere Aufarbeitung des eigenen Suchtlebens , läuft ja nicht weg.

    Die kann später immer noch kommen.

    Servus, Dry.

    14 Tage oder selbst die ersten Monate sind nett.;) Für eine lebenslange Abstinenz sagen sie erst einmal herzlich wenig aus. Das ist oft die Anfangseuphorie. Die hatte ich auch. Die Sucht- Realität interessiert sich dafür allerdings kein Stück.

    Ich bin eher für Klartext als für große Analogien oder Metaphern. Gerade am Anfang sucht fast jeder seinen ganz persönlichen Weg. Den Gedanken kenne ich nur zu gut. Nach meiner Erfahrung sind genau diese "Sonderwege" die, an denen viele später scheitern. Das zeigen die Rückfallquoten sehr deutlich. Wenn es egal ist, mehrfach rückfällig zu werden – bitte.

    Denn die Sucht interessiert sich einen Kehricht dafür, was der Trockenwerden‑Wollende gerade denkt. Sie hat sich seine Vorsätze jahrelang angehört: Ab morgen." ‚Diesmal wirklich.‘ ‚Jetzt habe ich es verstanden.‘ Und trotzdem wurde wieder gesoffen. Für die Sucht macht das keinen Unterschied. Ob nass oder gerade erst trocken – sie verfolgt immer dasselbe Ziel: wieder trinken.

    Wenn ich hier auftauche und sage: „Ich suche Hilfe“, mir aber gleichzeitig sofort meinen eigenen Sonderweg bastle, verstoße ich nicht gegen die Grundsätze des Forums – das ist völlig in Ordnung.. Ich spiele gegen die Sucht, und sie kennt dieses Spiel schon viel länger, als es Selbsthilfegruppen gibt.

    Für mich gilt deshalb ein einfacher Grundsatz. Erst die Grundbausteine. Erst stabile Abstinenz. Erst das alte Suchtleben konsequent verlassen. Individualität kann später kommen – wenn sie überhaupt noch wichtig ist. Am Anfang stammt diese angebliche Individualität meist noch aus dem alten Suchtleben.

    Abstinenz bedeutet nicht, das alte Leben trocken weiterzuführen, sondern sich Schritt für Schritt ein neues aufzubauen.

    Alles andere ist Wunschdenken. Denn ohne echte Veränderung ändert sich am Ende nur eins: Es wird nicht mehr heute getrunken, sondern etwas später. So einfach ist das.

    Und dann sollte man sich nur eine Frage stellen. Was passiert, wenn der Sonderweg im Delir endet? Oder auf der Intensivstation? Oder gar nicht mehr? Darüber entscheidet die Sucht nicht morgen. Sondern heute.

    Und jetzt komm ich zu meinem heiklen Punkt. Wann sag ich ihr daß?

    Ganz einfach: Ich bin Alkoholiker.

    Mehr ist es nicht. Warum willst du darum herumreden?

    Der Partner weiß im Grunde längst über das Trinkverhalten Bescheid. Ich glaube niemandem, der in einer Beziehung lebt, dass er das vollständig verheimlichen kann , zumindest nicht, wenn man zusammenlebt.

    Es mag sein, dass der Partner den Begriff Alkoholiker aus Unwissenheit falsch einordnet. Aber genau da geht es weiter. Das ist keine Schwäche, sondern eine Krankheit. Das hat nichts mit Willenskraft oder dem ganzen Blockmist zu tun, den man sonst so hört.

    Es nutz ja nichts denn um einen stabilen Abstinenz aufzubauen, gehören auch Maßnahmen dazu, die beide betreffen, Beisiel alkoholfreies Umfeld, alkoholfreies Zuhause und vieles mehr.

    Habt ihr denn einen Notfallplan, was ihr macht, wenn er an eurem 3-tägigen Hochzeitsfest trinkt?

    Wenn ein Alkoholiker trinken muss, gibt es nur zwei Optionen: tolerieren oder ausschließen. Alles andere sind emotionale Dramen, Ängste und Projektionen.

    Die Sucht kümmert das nicht – sie ist völlig gleichgültig und übernimmt die Rolle eines Alkoholikers.

    Ich fasse das mal nüchtern und aus meiner Sicht als trockener Alkoholiker zusammen.

    Es ist der beste Freund deines Mannes. Deshalb ist es nachvollziehbar, dass dein Mann ihn anders sieht. Er hat selbst kein Alkoholproblem und erlebt seinen Freund aus einer anderen Perspektive.

    Ihr bewertet die Situation deshalb auch unterschiedlich. Du reagierst sensibler, weil du mit Alkohol schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ob der Trauzeuge das weiß oder nicht, ist für mich zunächst zweitrangig.

    Dass ein nasser Alkoholiker Alkohol ins Spiel bringt, überrascht mich nicht. Das ist für mich typisches Suchtverhalten und kein Beweis dafür, dass er euch persönlich verletzen wollte. Die Sucht denkt nun einmal anders als ein nüchterner Mensch.

    Das entschuldigt sein Verhalten aber nicht.;)

    Eine „Dry Wedding“ bewusst zu ignorieren, bleibt eine klare Grenzüberschreitung. Dafür trägt er trotz seiner Suchterkrankung die Verantwortung.

    Mit einem nassen Alkoholiker über solche Dinge zu diskutieren, führt nach meiner Erfahrung selten weiter. Solange die Sucht das Denken bestimmt, haben vernünftige Argumente meist einen schweren Stand.

    Mich würde eher interessieren, wie dein Mann die Situation heute sieht. Sein Freund hatte die Chance, eure Entscheidung zu respektieren. Stattdessen hat er sich wie ein nasser Alkoholiker verhalten. Das macht ihn nicht zu einem schlechten Menschen, aber zu einem kranken Freund, dessen Verhalten von seiner Sucht geprägt ist.

    Zitat

    Die Unterstützung des sozialen Umfelds ist ein stabilisierender Faktor für die Abstinenz.

    du

    Genau so ist es bei mir. Ich werde unterstützt nichts mehr "mitzutrinken". Ich trinke Wasser, am liebsten mit viel Eis.

    Nö, du interpretierst das nur basierend auf deinem „nassen“ Denken. „Suchorientiertes Denken“ bedeutet, dass dein nasses Hirn dir einredet, du müsstest dich absichtlich an Orten aufhalten, an denen Alkohol präsent ist.

    Zitat

    ist wichtig, sich in einem Umfeld zu bewegen, das den Vorsatz für ein trockenes Leben schätzt.

    Es heißt eben nicht, sich konfrontativ auf Alkohol zuzubewegen, sich in einem nassen Umfeld aufzuhalten und irgendwas erzwingen zu wollen. Es heißt auch, zu unterstützen, dass ein alkoholfreies Umfeld zu Hause geschaffen ist – kein Alkohol im Haus – und den Weg zu gehen.

    Dann melde ich mich kurz aus meiner Sommerpause – da unterbreche ich doch gerne. :mrgreen:

    Ein Jahr ist nicht „irgendwas“. Es ist eine Marke, die längst nicht jeder erreicht.
    Dazu meine herzliche Gratulation!

    Alles davor hast du dir selbst erarbeitet. Du hast dir Hilfe geholt, sie angenommen und etwas gefunden, das dir hilft. Wir hier sind nur die Plattform.

    Den Weg bist du selbst gegangen. Mach genauso weiter. Denn das erste Jahr ist kein Ziel.

    Es ist das Fundament für alles, was noch kommt.

    Ich wünsche dir, dass aus einem Jahr viele weitere werden.

    Disziplin und "eisener Wille" sind persönliche Eigenschaften, die einem dabei helfen seine Ziele zu erreichen.

    Steve, eine Frage. Ist es derselbe Wille, der dich hat Alkoholiker werden lassen? Und dieselbe Disziplin, die dich früher nicht davon abgehalten hat, immer weiter zu saufen?

    Kann man mal drüber nachdenken.;) Oder hat die Sucht vielleicht mehr Hebel als ein Podcast, ein YouTube‑Video oder sonstige Konfrontations‑Impulse?

    Den Schalter für „Ich will aufhören“ hast du bereits umgelegt. Sonst wärst du nicht hier. Nur gibt es leider keinen zweiten Schalter mit der Aufschrift: „Ab heute regelt mein Wille alles.“

    Genau deshalb reicht Wollen allein einem Alkoholiker nicht aus. Die Abstinenz muss im Alltag abgesichert werden. Nicht durch Gedankenspiele, sondern durch Veränderungen.

    Ich bin seit 20 Jahren hier. Solche Modelle tauchen immer wieder auf – besonders, wenn man den einfachsten Weg sucht. ‚Wird schon klappen‘ ist ein falscher Ansatzpunkt. Da hängt ein Menschenleben dran, falls es schiefgeht

    Das Gehirn muss umprogrammiert werden,

    Das Suchtgedächtnis bleibt erhalten. Ich kann es nicht löschen und nicht umprogrammieren. Ich kann lernen, damit zu leben und ihm keinen Raum mehr zu geben. Für mich ist das wie eine Festplatte. Man kann vieles überschreiben, aber nicht so tun, als wäre nie etwas darauf gewesen.

    Dir alles Gute

    ch denke derzeit von Tag zu Tag und freue mich über jeden Tag an dem ich nicht getrunken haben. Momentan fällt es mir wie gesagt recht leicht.

    Schön, das ist ein guter Anfang.

    Denken und Fühlen allein haben bei mir nie gereicht. Das hatte ich in meinen Trinkpausen auch. Ein paar Tage, eine Woche oder zwei waren nie das Problem. Auf Dauer hat das als Alkoholiker nicht funktioniert. Es mussten Veränderungen her.

    Deshalb interessiert mich bei dir weniger, was du denkst, sondern was du konkret verändert hast.

    Hast du außer dem Wegstellen des Glases noch etwas geändert? Wie sieht dein alkoholfreies Umfeld aus? Machst du eine Suchttherapie oder eine andere? Hast du etwas am Umfeld zu Hause geändert, um es alkoholfrei zu machen?

    Das sind für mich die entscheidenden Fragen. Abstinenz entsteht nicht dadurch, dass man das Glas abstellt, sondern dadurch, dass man sein Leben verändert. Genau dort entscheidet sich meist, ob es bei einer Trinkpause bleibt oder eine dauerhafte Abstinenz daraus wird.

    Genau, ich sehe es derzeit so, dass ich psychisch vom Alk. abhängig bin.

    Es ist völlig egal, ob sich jemand als psychisch oder körperlich abhängig bezeichnet. Alkoholiker ist Alkoholiker. Sobald wir anfangen, Abstufungen einzubauen, wird die Sucht verharmlost. Dann kommen die bekannten Sätze: „Bei mir ist es nicht so schlimm.“ Oder: „Ich bin ja nur psychisch abhängig.“ Genau mit solchen Erklärungen hält sich die Sucht oft am Leben.

    Wer kein Alkoholiker ist und sich trotzdem irgendwo einordnen oder vergleichen möchte, kann das für sich tun. Hier schreiben Menschen, die sich als Alkoholiker bekennen. Das ist die gemeinsame Grundlage dieses Forums, keine Bewertung für Dich .

    Es gibt Triggermomente, wie z.b. Partys oder das abendliche Kochen wo ich es gewohnt bin dabei über den Durst zu trinken

    Gerade im ersten Jahr empfehlen wir, konsequent zu sein. Zu Hause gehört kein Alkohol mehr hin. Alkoholreiche Feiern und Veranstaltungen lässt man besser aus . Auch alte Saufbekanntschaften meidet man erst einmal. Nicht, weil sie schlechte Menschen sind, sondern weil die eigene Abstinenz wichtiger ist als jede Gewohnheit.

    Wer meint, gleich wieder alles mitmachen zu müssen, spielt oft mit unnötigem Risiko. Das erste Jahr ist keine Zeit für Mutproben, sondern dafür, ein stabiles abstinentes Leben aufzubauen.

    Alkoholismus ist keine Kleinigkeit. Säuft man wieder, kennt er nur eine Richtung.: Er wird schlimmer und endet nicht selten tödlich. Deshalb nehmen wir das Thema hier ernst.

    Es gibt Triggermomente, wie z.b. Partys oder das abendliche Kochen wo ich es gewohnt bin dabei über den Durst zu trinken. Meist 3 bis 5 Bierchen fast jeden Tag. Das ist mir zuviel. Es passt nicht mehr in mein Leben.

    Wie geschrieben, sollte man im ersten Jahr Trigger möglichst vermeiden und nicht bewusst die Nähe zu Alkohol suchen. Also nicht darauf zugehen, aber wenn er auf einen zukommt, reagieren.

    Deshalb ist das erste Jahr so wichtig. Alte Gewohnheiten müssen durch neue ersetzt werden. Die Zeit, die früher dem Saufen gehörte, sollte mit anderen Aktivitäten gefüllt werden.

    So entsteht Schritt für Schritt ein abstinentes Leben, statt nur ein Leben ohne Alkohol.

    Hallo Dry_ Steve,

    7 Tage nüchtern ist schon mal ein Anfang.

    Die Frage ist, warst du dabei beim Arzt, hast dich begleiten lassen oder auf eigene Gefahr?

    Wer weiß eigentlich alles, dass du Alkoholiker bist? Offenheit ist ein Schutz.

    Das mit der Feier lasse ich mal unkommentiert und hake es unter Unwissenheit der Alkoholsucht ab.

    Wir empfehlen etwas anderes, aber dazu irgendwann später mehr.

    Wenn du dich hier weiter austauschen möchtest, denn du bist noch im Vorstellungsbereich, dann schau mal den Link darunter an, schreib kurz etwas und der nächste Moderator wird dich freischalten.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Ich bin nicht nach einem Rückfall wieder hierhergekommen.

    Die Rückfälle waren im letztem Jahr

    Das ist doch nach dem Rückfall, Aennie. Also das erste Mal, dass du hier wieder bist.

    Du warst lange hier, hast dich ausgetauscht, und es sah alles stabil aus. Da muss etwas passiert sein – das fällt nicht einfach vom Himmel.

    Es geht auch hier nicht darum, jeden Ratschlag anzunehmen. Es geht darum zu sehen, was die Sucht macht. Wir haben hier Risikominimierung in Form von Grundbausteinen. Kennst du noch? Das sind keine Ratschläge, das sind Wege, die Langzeittrockene zusammengetragen haben. Erfahrungen, die funktionieren.

    Getan habe ich: mich von allen die mir gut gemeinte Ratschläge gaben, ferngehalten.

    Ratschläge sind ja keine selbstgemachten Erfahrungen, und ich hatte mich am Anfang an die Füße der Langzeitrockner gehängt. Woher bekamst du die? Bei uns hier?

    Es machte Klick und seitdem trinke ich nicht mehr.

    Aufhören ist das eine, trocken bleiben das andere. Dazu gehört auch, zu verstehen, wie Sucht funktioniert.

    Alles Gute dafür.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Klar kannst du so sein, wie du bist. Aber ein paar Umgangsformen sollte man schon einhalten, findest du nicht?

    Du bist ja nach einem Rückfall wieder hierhergekommen, dann erzähl doch mal, wie es dazu kam.

    Warum hast du wieder das saufen angefangen,,?

    Das ist doch das, was hier interessiert und was machst du jetzt anders?

    Wie sieht dein alkoholfreies Umfeld aus? Hast du Alkohol zu Hause? Wie gehst du außerhalb der Therapie vor?

    Das sind doch die Fragen und Antworten, die jedem weiterhelfen.

    Schließlich hast du dich in einem Austauschforum angemeldet, aber wenn dir das wider ist, sag Bescheid und dann deaktiviere ich deinen Account und gut ist

    Hallo Aennie, ganz schön patzig.

    Ein Mindestmaß an Respekt gegenüber den Leuten, die sich hier melden und sich mit deinem Thema beschäftigen, darf man erwarten.

    Wenn du keinen Austausch willst – alles gut. Aber dann frage ich mich, warum du überhaupt um Freischaltung gebeten hast.

    Natürlich kannst du im stillen Kämmerlein sitzen, hinter dem Vorhang beobachten und schauen, was hier passiert. Dafür brauchst du keine Freischaltung. Lesen kannst du auch ohne.

    Überleg es dir.

    Meine Eltern trinken beide keinen Alkohol. Einfach weil sie es nicht wollen bzw. brauchen. Warum sollte ich es also nicht auch schaffen?

    Der Vergleich hinkt. Deine Eltern sind höchstwahrscheinlich nicht süchtig – du als Alkoholiker schon. Das macht den Unterschied.;)

    Das plötzliche Absetzen von Alkohol kann zu Entzugserscheinungen führen, die plötzlich auftreten und im schlimmsten Fall zum Tode führt oder irreparable Schäden hinterlassen.

    Auch wenn es früher vielleicht ‚irgendwie gut gegangen‘ ist.

    Deswegen die klare Empfehlung: Geh zum Arzt, sag offen, dass du Alkoholiker bist und aufgehört hast, und besprich mit ihm deine persönliche Entgiftung. Die dauert ja in der Regel nicht lange, lass mal drüber schauen.

    Selbstdiagnosen sind an der Stelle fehl am Platz. Glaub uns – wir wissen, wovon wir sprechen.

    schaue mal

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Ich schreibe jetzt im geschlossenen Bereich weiter

    Finde ich gut.

    Das Problem ist, dass du deine Themen immer wieder im offenen Bereich platzierst. Dort lesen viele aus dem geschlossenen Bereich gar nicht mit. ;) Und im Offenen gibt es klare Regeln.. Wortwahl, Ton, Persönlichkeitsrechte und keine erkennbaren Beschreibungen von Personen, die nicht anwesend sind. Außerdem solte es im offenen Bereich hauptsächlich suchtbezogen bleiben.

    Alles, was tiefer geht oder persönliche Konflikte betrifft, gehört in den geschlossenen Bereich. Dort kannst du offener schreiben, ohne dass Außenstehende mitlesen oder mitbewerten.

    Sonst blickt hier keiner mehr richtig durch, und daraus entsteht das Chaos.

    Absti hat ein Problem, er öffnet sich, teilt es uns mit.

    Meine Aufgabe ist es nicht zu bewerten, sondern zu zuhören.

    Bewertet wird doch immer. Selbst wenn ich schreibe, etwas wertfrei zu sehen, ist das am Ende schon wieder eine Bewertung. ;) Ganz ohne geht es gar nicht.

    Für mich bedeutet meine Aufgabe hier Selbsthilfe. Ich höre zu, ich schreibe aus meiner Erfahrung und ich sage, wie ich etwas sehe. Mehr nicht. Aber ich muss nicht für andere denken oder sprechen. Wir sind hier alle groß genug, den Mund selbst aufzumachen.

    Wenn jemand meint, für mich in die Bresche springen oder mich verteidigen zu müssen, werde ich eher „ungehalten“. :saint: Ich habe extra noch mal auf meinen Personalausweis geschaut, ich bin alt genug. Genauso wenig möchte ich für andere sprechen.Ich weiß schließlich gar nicht, was der andere wirklich denkt, fühlt oder sagen möchte.

    Deshalb spreche ich für mich. Der andere spricht für sich und ein „Wir sprechen alle gemeinsam“ gibt es für mich in der Selbsthilfe nicht. Es gibt nur viele "Ichs", die ihre eigenen Erfahrungen teilen.