Beiträge von Hartmut

    Schade hier so gar keine Hilfe und Tipps zu erhalten! Weiß gerade nicht ob ich hier richtig bin!!

    Nun ja, irgendwie habe ich im Moment nicht das Gefühl, dass es dir wirklich ernst ist mit deiner Abstinenz oder dass dir bewusst ist, was Alkoholismus bedeutet und welche Mechanismen im Kopf ablaufen, um trocken zu bleiben. Sonst würdest du nicht so trotzig reagieren, wenn dir jemand die Realität sagt.

    Du bewegst dich in einem Umfeld, in dem viel getrunken wird. Das ist eine massive Rückfallgefahr. Das wurde dir hier mehrfach erklärt. Wenn du das nicht sehen willst, ändert das nichts an der Tatsache.

    Der Thread ist voll mit Antworten, die dir nicht gefallen. Das ist nicht schlimm. Aber es liegt nicht an uns, dir Tipps zu geben, die du hören willst. Es liegt an dir, deine Krankheit so anzusehen, wie sie ist. Ungestoppter Alkoholkonsum endet tödlich, das ist die Realität.

    Ob du wieder säufst oder trocken bleibst, liegt allein bei dir. Deine Familie kann dich mögen und unterstützen, aber sie muss keine Rücksicht auf deine Abstinenz nehmen. Das musst du für dich selbst übernehmen. Sie kann dir die Verantwortung nicht abnehmen. Hier bekommst du auch keine Absolution. Du bist für dich verantwortlich

    Ich wünsche dir ein wenig mehr Weitsicht in deinem Handeln.

    Mal meine Erfahrungen dazu.

    Alkoholismus ist eine chronische Erkrankung, und wie bei anderen chronischen Krankheiten gehört ein Rückfall zum Krankheitsbild. Er muss nicht . Bei Krebs spricht man ja auch nicht von einem „Ausrutscher“, wenn ein Tumor zurückkehrt. Bei Depressionen ebenso wenig – um nur mal zwei Beispiele zu nennen. Darum frage ich mich, warum man ausgerechnet hier von „Vorfall“ oder „Ausrutscher“ reden sollte. Für mich blendet man damit die Krankheit aus. Man nimmt sie nicht ernst. „Vorfall“ klingt, als könnte ich nichts dafür. „Ausrutscher“ klingt, als wäre ich auf einer Bananenschale ausgerutscht und ins Bierglas gefallen.

    Wichtiger ist doch, sich ehrlich zu machen: Wie kam es zum Rückfall? Wollte ich wieder saufen oder musste ich wieder saufen? Ich hatte am Anfang einen Rückfall. Da war kein Gedanke an „Vorfall“ oder „Ausrutscher“, sondern nur die klare Erkenntnis: Ich habe wieder gesoffen. Enttäuschung, klar. Wille versagt, ja. Niederschmetternd – aber im Grunde gut, denn ab da gab es keinen Zweifel mehr, Alkoholiker zu sein und dass reiner Wille nichts ändert.

    Ein Rückfall bedeutet: Ich saufe wieder. Damit stehe ich wieder an der gleichen Entscheidung wie früher: Aufhören – ja oder nein. Und nur der Alkoholiker selbst entscheidet das. Einfluss von außen hilft da nicht.

    Ich weiß von mir, wie gut ich in der nassen Zeit schauspielern konnte. Wie ich mein Umfeld mit tränenreichen Erklärungen in den Trinkpausen um den Finger gewickelt habe. Und natürlich habe ich mir auch Bestätigung abgeholt, warum „es ja nicht so schlimm“ sei.

    Wenn jemand zu mir kommt und sagt, er hatte einen Rückfall, dann milder ich das nicht ab. Ich suche keine schönen Worte. Ich frage nur: Was hast du jetzt vor? Ich entscheide nicht, ob das ein Vorfall oder ein Ausrutscher war – ich weiß ja nicht, welche Gründe er für sich gefunden hat. Ich lege ihm nichts in den Mund.

    Und wenn ein Langzeit‑Trockener wieder säuft, dann kommt das nicht aus heiterem Himmel. Da hat sich gedanklich schon lange vorher etwas bewegt.

    Also wenn ein Rückfall nur noch als „Vorfall“ durchgeht was ist dann Alkoholismus? Ein Kavaliersdelikt?;)

    Ich habe nichts gegen „Entlastung“ nach einem Rückfall, aber Verharmlosen ist definitiv nicht mein Stil. Wenn etwas im schlimmsten Fall tödlich enden kann und man nennt es dann „Vorfall“, dann verliere ich den Respekt vor der Sache.

    Ja, ich weiß, viele Therapeuten benutzen das Wort, damit sich der Rückfällige nicht komplett zerlegt. Kann man machen. Aber Wörter sind das eine , die Tatsachen sehen anders aus. Für mich bleibt ein Rückfall ein Rückfall.

    Alles andere ist Trocken‑Streicheln: die Hand auf die Schulter legen und jemandem die Verantwortung abnehmen.

    Nun ist nächste Wochen Skifahren angesagt. Das war früher ein typischer Trinkanlass. Ich bin aber guter Dinge, dass ich den gut und mit viele Freude trocken genießen kann.

    Schwer, dazu etwas Konkretes zu sagen – von deinem Weg weiß man hier ja nicht viel.

    Grundsätzlich. Alles, wo ich früher gesoffen habe, steckt in meinem Suchthirn. Das nehme ich überall mit. Das Hirn arbeitet zuverlässig mit alten Mustern. Es meldet sich, erinnert sich und fragt irgendwann wieder: „Na, wann gibt’s was zu saufen?“ Das ist eben Biologie.

    Dieses „Wird schon gutgehen, ich bin auf einem guten Weg“ fühlt sich nett an, ist aber meistens Wunschdenken. Kenne ich aus meiner nassen Zeit zur Genüge. Oft habe ich mir vorgenommen: „Heute trinkst du dort nichts.“ Am Ende war ich doch total abgeschossen. So viel zu meinen guten Vorsätzen.

    Und nur weil ich das Glas irgendwann weggestellt habe, hat sich ja nichts Grundlegendes geändert. Die Sucht ist die gleiche, das Hirn ist das gleiche, und das Denken läuft anfangs noch wie früher. „Saufen gestoppt“ heißt erstmal nur: Ich trinke nicht. Mehr nicht.

    Stabilität kommt nicht durch gute Vorsätze, sondern durch Zeit und Abstand. Erst dann sehe ich, was noch altes nasses Denken ist – und was mich wieder umlegen könnte. Welche Orte ich mir wieder zutrauen kann und welche ich besser weglasse.

    Deshalb empfehlen wir im ersten Jahr, solche Situationen zu meiden. Nicht aus Angst. Aus Erfahrung.;)

    So schnell geht das.

    Ich habe dich freigeschaltet und an die richtige Stelle verschoben.

    Hier kannst du dich nun überall austauschen, aber bitte in den ersten vier Wochen nicht im Vorstellungsbereich.

    Anbei noch ein Artikel, wie wir den Weg sehen, der zur zufriedenen Trockenheit führt.


    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hallo Marcel

    Willkommen bei unserer SHG.

    Sicherlich gibt es ähnliche Erfahrungen, aber vorweg. Du hast etwas von Alkoholproblematik geschrieben.

    Hier tauschen sich jedoch nur bekennende Alkoholiker aus, die sich auch so bezeichnen. Siehst du dich als Alkoholiker? Der nächste Punkt wäre der Wunsch nach lebenslanger Abstinenz, den du ja bereits geäußert hast.

    das Ding ist ,dass ich erst 2/3 Jahre hier lebe und ich bin nett aufgenommen worden. Aber-es wird hier gefühlt überall getrunken.

    Natürlich ist das so, aber das interessiert die Sucht nicht. Die Welt wird ja nicht trockener, nur weil ich aufgehört habe zu saufen. Dass es nicht immer angenehm ist, sagt keiner. Und dass es mal schwer wird, passiert eben.

    Ich hatte all diese Gedanken auch. Und am Ende ist nur ein winziger Bruchteil davon wirklich eingetreten. Mein Umfeld kannte ich jahrzehntelang – und jetzt sind es fast zwei Jahrzehnte her, dass ich das Glas weggestellt habe.

    Es kräht kein Hahn mehr danach.

    Und was wäre die Alternative? Die Kontrolle wieder zu verlieren?

    Da ich Alkoholikerin bin,habe ich keine Kontrolle über meinen Konsum nach dem ersten Glas.

    Das fällt jetzt alles weg und ich habe hier niemanden mehr im Dorf.

    Nein, es fällt nicht alles weg. ;) Es fällt nur das weg, was jahrelang eingebrannt war.

    Wenn ich ewig am Stammtisch oder auf Saufveranstaltungen rumhing, weil die Sucht dort ihren festen Platz hatte, habe ich die Leute ausgeblendet, die nichts mit dem Saufen zu tun hatten. Die haben mich damals eh nur gestört, diese Spaßbremsen.:whistling:

    Beim Trockenwerden ändert sich – oder muss sich – das Verhalten und Denken, aber ein Rest bleibt. Auch die Verzichtsgedanken, das Gefühl, nicht mehr „dabei“ zu sein, hängen erst mal noch rum.

    Also musste ich mir Möglichkeiten schaffen, das anzupassen.

    Wenn wir im Forum vom ersten Jahr reden, in dem man alles meidet, was mit Alkohol zu tun hat, geht’s zuerst um Selbstschutz und Stabilität. Aber der Punkt ist, Aussitzen bringt nichts. Verzicht löst sich ja nicht von selbst.

    Deshalb sollte man das Jahr auch nutzen, um andere Leute kennenzulernen, neue Hobbys aufzubauen, andere Kontakte zu pflegen und einen anderen Alltag zu entwickeln.

    Kann sogar spannend werden. Aber eines ist klar: Es muss gemacht werden. Tun muss man tun.

    Alles Gute dazu !

    Bin aber auch der Meinung, dass ein gewisser Teil an Willenskraft notwendig ist um aus diesem Kreislauf auch wieder auszubrechen.

    Meinungen und Erfahrungen sind verschieden. Wenn ich nur meiner Meinung folge, renne ich manchmal in eine Richtung und merke erst später durch die Erfahrung, dass ich falsch lag.;) Die Sucht denkt ja nicht . Sie hat keine Meinung. Das Suchtgehirn hat nur einen Auftrag: wieder saufen.

    Natürlich gehört der eigene Wille dazu. Aber für mich macht es einen Unterschied, ob ich mich bewusst in ein alkoholgetränktes Umfeld begebe oder ob ich zufällig hineingerate.

    Gehe ich bewusst hinein, kommen Gruppendynamik, Verzichtsgedanken und all die alten Emotionen. Der suchtgetriebene Teil in mir will dann dazugehören – "mitmachen".

    Gehe ich nicht bewusst hinein, habe ich keinen Vorsatz im Kopf. Dann kann ich mit meinem Willen besser gegenhalten, mich entfernen oder einen Bogen machen, wenn ich jemandem begegne.

    Saufgeschichten bis hin zur Sucht ähneln sich oft. In der Jugend und in der Clique gehört dieses typische Gehabe dazu: wer mehr verträgt, wer sich profilieren kann, wer der ‚Härtere‘ ist.

    Damals hatte ich gewonnen – oder doch nicht? Ich war der, der einen Stiefel vertragen hattte, aber den Absprung nicht geschafft hat. Die Sucht ist mir dann freudig dazwischengegrätscht , wieder einen geschnappt.;)

    Das passierte von mir auch nicht willentlich. Heute, weil ich süchtig bin, kann ich mich drehen, wenden und denken, wie ich will. Handle ich nicht im Sinne der Nüchternheit, saufe ich wieder.

    Ich habe ja schon einige Jahre auf dem Buckel, und mir sind die Gedanken, die jeder am Anfang hat, nicht fremd. All die Wirrungen im Kopf, die Unsicherheiten , das war bei mir auch so. Dranbleiben, nicht nachlassen, auch mal Bullshit rauslassen, die eigenen Gedanken offenlegen , so bin ich der geworden, der ich heute bin.

    en. Ich denke, die einzige Antwort ist, weil der/ diejenige es wollte.

    Wer will, findet Gründe. :saint:

    Ohne Sucht gäbe es keinen Rückfall. Der Rückfall gehört zur Krankheit – aber er gehört nicht zu mir. Also muss ich dafür sorgen, dass er dort bleibt, wo er hingehört: bei der Sucht.

    Eine gestoppte Sucht ist wie eine verschlossene Flasche Alkohol. Solange die Flasche zu bleibt, passiert nichts.

    Wenn ich mit einem Flaschenöffner herumspiele oder ständig einen dabeihabe, bin ich schon auf dem Weg, sie zu öffnen. Wenn ich ihn zwar zu Hause lasse, aber unachtsam werde und mir die Flasche aus der Hand rutscht, kann sie auch aufgehen.

    Das Ergebnis ist am Ende dasselbe: Die Flasche ist offen.

    Also Risiken vermeiden und nichts griffbereit lassen, was sie öffnen kann.

    Wie oder warum jemand rückfällig geworden ist, sind am Ende Geschichten. Ob er es wollte oder ob er seine Trockenarbeit vernachlässigt hat – das ist seins. Meins ist einfacher: keinen Flaschenöffner mit mir herumtragen und aufpassen, dass mir die Flasche gar nicht erst in die Hände fällt. Dazu den Respekt vor der Krankheit behalten. Die Mechanismen verstehen. Keine Angst aber wach bleiben. Und das nächste Glas einfach stehen lassen.

    Mehr braucht es nicht.

    Stimmt schon, aber ich habe auf Konzerten nie Alkohol getrunken. Insofern ist die Verknüpfung bei mir gar nicht da.

    Nun bin ich leider rundum Alkoholiker — in allen Lebenslagen, Situationen und zu jeder Zeit. Das macht es sogar angenehm einfach. Ich muss mir nichts schönreden und kann deshalb auch nichts ausschließen. Ich ziehe den Hut vor jedem, der das kann.

    Ich habe früher in einem Café auch keinen Alkohol getrunken — und trotzdem in der Anfangszeit plötzlich Bock auf ein Bier bekommen. Also: nichts ausschließen, Risiken begegnen, aber nichts dramatisieren. Und vor allem: nicht alles glauben, was mir mein Hirn vorschlägt.

    Lass dir deine Konzertbesuche nicht von mir madig machen. Wenn es gut ist, dann ist es eben so da braucht es auch kein Aber.

    Willkommen bei uns.

    Ich bin nach 15 Jahren rückfällig geworden ,weil ich mindestens zwei Dinge nicht berücksichtigt habe.

    Die ersten Jahre war ich im Thema drin. Habe eine ambulante Suchttherapie gemacht und bin etliche Jahre zur Selbsthilfe gegangen.

    Ich habe das irgendwann aus den Augen verloren,denn alles schien so "normal". Trotz schwieriger Situationen immer mal wieder blieb ich abstinent.

    Ich denke nicht, dass sich der Rückfall auf einzelne Situationen zurückführen lässt, die als „Grund“ hätten dienen können. Solche Momente gab es doch bestimmt auch schon in den letzten 15 Jahren, als du trocken durchs Leben gegangen bist oder noch aktiv in der SHG warst. Oder?

    Für mich sieht es eher so aus. Nicht die Situation selbst ist der Auslöser, sondern die Vernachlässigung der Trockenarbeit. Da wacht das Suchthirn auf , leise, schleichend und irgendwann schlägt es zu.

    Das läuft unbewusst ab, das sind Prozesse im Hintergrund. In den letzten zwanzig Jahren habe ich immer wieder erlebt, dass einige Langzeit-Trockene wieder trinken wollten. Warum und wieso spielt keine Rolle, aber sie wollten es.

    Jetzt bist du wieder in der Spur, hast dich hier angemeldet also weitermachen.:thumbup:

    Denn was bleibt sonst übrig? Saufen oder nicht saufen ist die einzige Frage, die zu beantworten ist. Oder?

    Auf Konzerte gehe ich aber trotzdem, da der Alkoholkonsum anderer mich da nicht stört.

    Danke für den Satz. Ob du auf Konzerte gehst oder nicht, ist ja nicht das Thema.;)

    Ich habe mich früher dort auch besoffen. Also bleibt es ein Risiko. Mich stört der Alkoholkonsum anderer auch nicht. Aber wenn ich dabei bin, sind alle Sinne bewusst und auf Empfang. Das nehme ich wahr , nicht nur unbewusst. Ich mache mir nichts vor, indem ich behaupte, dass mich es überhaupt nicht stört.

    Das Problem ist eben, dass ich Situationen meide, in denen Alkohol präsent ist und mir gleichzeitig schönrede, dass es dort, wo er auch ausgeschenkt wird, kein Risiko sei. Aber wenn Alkohol da ist, ist es ein Risiko.

    Wie geschrieben. Es geht nicht darum, keine Risiken einzugehen. Es geht nur darum, sie nicht zu verharmlosen. Denn im Kopf fängt der Rückfall an. Wenn das Glas erst mal in der Hand ist, ist es gedanklich schon längst gesoffen.

    Risikominimierung ist eines der unbeliebteste Worte eines trockenen Alkoholikers. Und doch ist es notwendig.:mrgreen:

    Dabei ist es ganz einfach. Alle Risiken, die zum Rückfall führen können, sind in ihren Grundbausteinen gut beschrieben.
    Alles andere ergibt sich im Austausch. Nicht das eigene Schönreden ist der Maßstab, sondern das Anerkennen, dass etwas ein Risiko ist. Nicht wegdiskutieren, was offensichtlich ist. Nicht beschönigen mit "ach, das macht mir nichts aus".

    Risiken bleiben Risiken auch wenn sie im Moment nicht zum Rückfall führen. Ein alkoholfreies Umfeld, zu Hause wie auch auswärts ist die Kernaussage. Ich treffe auf Alkohol, laufe manchmal darauf zu –mal unbewusst, mal bewusst . oder er wird von außen ins Haus gebracht, als Geschenk oder sonst wie.

    Alkohol ist gesellschaftlich verankert. Das kann man erklären, aber es löst das Risiko für den Trockenen nicht. Auch wenn ich jetzt ein paar Jahre auf dem Buckel habe, schätze ich das Risiko immer noch so ein, wie es ist: ein Risiko. Auch wenn ich mich stabil fühle und glaube, "das geht schon gut" freut sich das Suchthirn und bedankt sich irgendwann mit einem Rückfall wegen meiner Nachlässigkeit.

    Es heißt nicht, dass ich keine Risiken eingehe. Es heißt auch nicht, dass irgendjemand verurteilt wird, der das anders macht. Es heißt nur, dass ich Risiken nicht beschönige oder mir so hinbiege, dass ich ‚da und da schon mit dabei sein kann.

    Mein Denken verändert sich durch gelebte Stabilität aber veändert nicht das Suchtzentrum im Kopf. Das ist davon unbeeindruckt. Für das Sucht- Hirn gibt es nur eine Lösung, "Wir saufen."Mehr kann es nicht.


    Wie habt ihr das erlebt, wie seht ihr das?

    Erstmall wilkommen in unser SHG , Stasik

    Eine Frage vorweg. Weil sich hier nur bekennende Alkoholiker austauschen, die eine lebenslange Abstinenz anstreben – gilt das für dich auch, oder willst du nur eine Pause machen?

    Zu deiner Frage. Wir geben hier keine medizinischen Ratschläge, weil wir keine Ärzte sind. Das klärst du am besten mit dem Arzt, der dich entgiftet.

    Aber es gibt auch eine allgemeine Empfehlung: Bis zur geplanten Entgiftung moderat weitertrinken, damit man nicht vorher in einen unkontrollierten Entzug rutscht.

    Wann geht es los mit der Entgiftung?

    Ich bin jemand, der Ständig an sich zweifelt und Angst hat, einen Fehler zu machen. Da haben mir die Worte anderer Alkoholiker Angst gemacht

    Ich ersetze Zweifel durch Wissen und Angst durch Respekt. Nicht dieses "Ich muss aufpassen‘" sondern "Ich werde aufpassen" Nahm viel innerlichen Druck weg

    Solche kleinen Schalter im Kopf haben mir immer geholfen, die Alkoholkrankheit nicht als Bedrohung zu sehen, sondern als etwas, das ich klar einordnen und führen kann.

    Und du? 12 Jahre trocken – das ist mehr, als sehr viele jemals erreichen. Die Rückfallquote zeigt das deutlich. Und dass es dir wichtig ist, sieht man ja.Du hast sofort reagiert, dich hier gemeldet und es nicht alleine ausgemacht.

    Erste Seite, zweiter Beitrag. Da hab ich es doch geschrieben, dass ich Alkoholiker bin.

    Wir sind hier eine Selbsthilfegruppe für Alkoholiker. Diese Frage taucht immer wieder auf, und wenn jemand ein Bild vermittelt, das für mich nicht klar als das eines Alkoholikers erkennbar ist, frage ich nach. Das ist nichts Persönliches, sondern notwendig, weil hier ständig neue Leute dazukommen, die sich erst orientieren müssen.

    Rückblicke oder Einschätzungen zu "Mon Chérie, alkoholfreiem Bier, dem Tragen eines Bierkastens oder emotionalen Situationen sind bei dir entweder rückwirkend bewertet oder eben nur hypothetisch. Aber nicht wie etwas, das du derzeit aus deiner aktuellen Suchtmechanik heraus erlebst.

    Und genau da liegt das Risiko. Bei einem Alkoholiker kann dieselbe Situation jedes Mal anders wirken. Das Unbekannte ist, wann das Suchthirn plötzlich zugreift. Sonst gäbe es keine so hohe Rückfallquote.

    Du bist jetzt ein paar Tage ohne Alkohol, was gut ist. Aber vieles, was du schreibst, sind theoretische Erklärungen – nicht das, was du selbst erlebt hast. Damit verharmlost du das Risiko. Es klingt nach "halb so wild, wird schon gut gehen‘"

    Sind dir die möglichen Folgen eines Rückfalls überhaupt bewusst? Der erste Schluck kann sofort kippen, und das hat nichts mit Theorie zu tun.

    Verstehst du, was ich meine? Mehr Theorie als eigenes Wissen. Denn das, was in deiner nassen Zeit war, hat ja nicht funktioniert sonst wärst du nicht hier gelandet.

    Und ich habe hier immer wieder erlebt, dass selbst bei Rückfällen Psychologen, Suchtberatungen oder Podcasts Erklärungen liefern, warum es passiert ist.

    Aber sie erleben den Rückfall nicht selbst. Das ist der Unterschied.