Beiträge von Hartmut

    Nun, ein Beispiel war jemand, der nach 33 Jahren wieder rückfällig wurde. Das hat mich schon geschockt.

    Ich bin für mich trocken, und wer rückfällig wird, ist für sich selbst verantwortlich. Mehr braucht es nicht zu wissen. Wenn jemand rückfällig wird, ist das nicht meine Angelegenheit.

    Es gibt zwei Möglichkeiten, damit umzugehen: Entweder denke ich, dass auch ich rückfällig werden könnte, oder ich schaue genau hin und analysiere die Gründe. Ich wähle die zweite Möglichkeit. So nutze ich es als Risikominimierung, um sicherzustellen, dass es mir nicht passiert.

    Nach einem Jahr wusste ich, worauf es ankommt, und habe regelmäßig in mich hineingehört, ob noch ein Funke „Vielleicht könnte ich wieder saufen“ vorhanden ist. Wenn da noch etwas ist, wird es gefährlich, denn dann hat man innerlich nicht vollständig abgeschlossen.

    Ich kannte jemanden, der seiner Frau zuliebe aufgehört hatte und fünf Jahre lang abstinent war. Nach ihrem Tod begann er jedoch wieder zu trinken. Letztlich kommt es immer auf einen selbst und die eigenen Ziele an.

    Was ich damit sagen will: Es liegt bei dir – was du denkst, was du tust und wie du handelst das bist du.

    Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Jahr. Ich erinnere mich an dein, sagen wir mal, etwas zurückhaltendes Auftreten hier – zumindest aus meiner Sicht.

    Aus dieser anfänglichen Unsicherheit ist nun ein Jahr geworden, und Schritt für Schritt festigt sich dein Weg weiter. Das gelingt nach meiner Erfahrung jedoch nur, wenn man konsequent am Ball bleibt.

    Mach weiter so!

    Ist es für Dich wichtig?

    Nein, nicht mehr zur Anfangszeit schon:

    Jedoch bin ich hier auch schon seit Anbeginn und werde auch erinnert und als Moderator habe ich auch eine gewisse positive "Nachweispflicht". :whistling:;)

    Ich habe auch eine Abneigung, wenn Stolz und Alkoholismus in Verbindung gesehen werden sollen. Ich war stolz, als ich eine Kiste Bier am Tag saufen konnte und mir kaum etwas anzusehen war. Nun soll ich stolz sein, solange trocken geblieben zu sein?

    Nein, ich bin auch nicht stolz darauf, wenn ich verschiedene Krankheiten überlebt habe.

    Jedoch kann das für den einen oder anderen eine Triebfeder sein, etwas erreicht zu haben und als Motivation dienen. Schau her , ich kann das auch.

    Wenn am Ende eine zufriedene und stabile Trockenheit steht, hat der Alkoholiker alles richtig gemacht.

    Heute beginnt das Konklave zur Wahl des neuen Papstes, und das Datum erinnerte mich an etwas, das ich ebenfalls einmal im offenen Bereich hinterlassen möchte.

    Vielleicht lasse ich mich ja heute zum Trockenpapst küren.. 😉 Kleiner Scherz.

    Vor 18 Jahren begann für mich etwas, das ich zuvor nie geschafft hatte: Durch meine Entscheidung, mich hier im Forum auszutauschen, habe ich meinen Weg in die Trockenheit gefunden

    Es fragte mich jemand auch nach meinem Erfolgsmodell. Nun ja, es ist das Übliche: die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein, die Akzeptanz, dass man allein keinen Ausweg findet, und schließlich die körperliche Entgiftung. Danach folgt ein stetiger Austausch mit mir selbst. Je kritischer ich andere hinterfragt habe, desto kritischer habe ich mich selbst betrachtet.

    Es gibt keinen ultimativen Weg, aber eines kann ich jedem mitgeben: Die Grundbausteine dieses Forums sind wertvolle Begleiter, an denen es sich lohnt, festzuhalten. Gerade zu Beginn dienen sie als essenzielle Orientierungshilfe, bis sie zur zweiten Natur werden. Natürlich kann man nicht alles eins zu eins übernehmen, doch wer Risiken meidet, verringert die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls.

    Warum ich das hier schreibe? Ganz einfach: Einerseits gönne ich mir ein kleines Schulterklopfen, andererseits will ich denen einen Impuls geben, die gerade verzweifelt mitlesen.

    Jeder kann es schaffen, aber es reicht nicht, es nur im Kopf zu haben. Entscheidend ist, ins Handeln zu kommen. Wer etwas verändern will, muss aktiv werden.

    Tun muss man Tun!

    Auch wenn ich weiter oben schrieb, keinen "richtigen" Tiefpunkt erlebt zu haben

    Das ist häufig der Trugschluss. Nach meinem Verständnis hatte ich einen Tiefpunkt, als ich hier das erste Mal ankam. Doch im Vergleich zu dem, was ich nach einem Rückfall erlebte, war das nur ein "Spaziergang".

    Tee ist so eine Sache. Damit kann ich mich überhaupt nicht anfreunden. Zu Beginn hatte ich diese Welle, die trockene Alkoholiker als Alternative ansahen , einmal mitgemacht. Aber es ist einfach nicht meins.

    Jeder muss eben sine eigene Belohnung finden.

    Nun ist Vergleich einerseits Quatsch und ich gucke auf mich selbst, andererseits gibts Unterschiede wie Stärke/Vorhandensein des Suchtdrucks, aber auch Parallelen, wie die Unmengen Flüssigkeit in einer bestimmten Phase.

    Vergleich oder besser gesagt Abgleich ist ja immer nur der jetzige Istzustand, was nicht heißt, dass mich das genauso wie andere erreichen könnte, denn es sind ja die "Nebenwirkungen" der Sucht. Ich halte nichts für unmöglich, jedoch stets ohne Angst und nur mit Respekt. Ich schwäche auch nichts ab, da es unvorsichtiger macht .

    Ich kann mich noch an das Geschwätz an den üblichen Stammtischen erinnern, was da alles für Thesen aufgestellt wurden. Das hat mich, als ich das erste Mal hier trocken werden wollte, davon abgehalten, vernünftig den Weg zu gehen. Rückfall nach ca. 12 Wochen, weil das Hirn das Lied anstimmte: "Es ist ja bei mir nicht so schlimm und vor allem ganz anders."

    Das mache ich demnächst. Muß nur aufpassen, dass ich den Getränkethread dabei nicht sprenge...

    Macht nichts, besser dort als hier, sonst verschwimmt dein Suchthread im Tee.:mrgreen:

    Neulich diese Diskussion hier brachte mich tatsächlich zum Nachdenken,ob mir so ein Rückfall nach vieljähriger Trockenheit auch passieren könnte, inzwischen bin ich aber wieder ziemlich davon überzeugt, dass mir das nicht so aus Versehen passieren wird.

    Natürlich kann das passieren, schließlich handelt es sich um Sucht.

    Ich denke wer seinen jahrelangen Weg bereits geht und tief in sich hineinschaut, erkennt auch, ob irgendwo noch die Möglichkeit besteht, wieder Alkohol zu saufen oder ob das Thema für einen selbst endgültig abgeschlossen ist.Ferngesteuert auf Alkohol zuzulaufen, kenne ich nicht von Langzeittrockenen.

    Alles andere ist die Risikominderung. Dazu gehört für mich auch die bewusste Entscheidung, ob ich zulasse, dass Alkohol in unmittelbarer Nähe ist, insbesondere in Momenten, in denen starke Emotionen die Kontrolle übernehmen und das rationale Denken in den Hintergrund tritt.

    Ich erinnere mich auch gut. Paradox wird es, wenn einer der Freunde am Tisch selbst Arzt ist


    Sucht ist eben absolut unvoreingenommen sie fragt nicht nach Geschlecht, Religion , Beruf oder Status. Egal ob männlich, weiblich oder divers, ob kleine Nummer oder großer Geist sie macht da keinen Unterschied.

    Diese Gleichbehandlung könnte man fast als charmant bezeichnen;) wenn sie nicht so einen miesen Ruf hätte.:whistling:

    Das ist jedoch das Einzige, was mir daran sympathisch ist.

    Lügt nicht jeder beim Arzt?

    Nein, ich spreche immer offen über das, was mich belastet, sonst gehe ich nicht beim Arzt.

    Ich habe stets klar kommuniziert, dass ich zu viel getrunken und dadurch meinen Magen verdorben habe. Übermäßiges Essen oder zu viel Rauchen könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Es sind jedoch die Auswirkungen, die mich daran hindern zu arbeiten, nicht der ursprüngliche Grund. Deshalb suche ich einen Arzt auf.

    Aber hier geht es ja um den Alkoholismus, und da sind wir eben mal stigmatisiert, und nicht jeder will dazu gehören. ;)Zumindest nicht am Anfang.

    . Jetzt bin ich sehr stolz auf meine ehrliche Antwort. ‚Keine Zigaretten, kein Alkohol‘ Ein ziemlich gutes Gefühl!

    Siehst du, es gibt nicht anfänglich Schlechtes, das nichts Gutes bewirkt.:whistling:

    Solange ich darüber nachdenke, ob meine Abhängigkeit körperlich oder psychisch bedingt ist, habe ich meine Alkoholkrankheit noch nicht vollständig akzeptiert. Es erinnert mich an früher am Stammtisch, wo ich mein Trinkverhalten mit anderen verglich und mir einredete, dass es nicht so schlimm sei, schließlich gab es Menschen, die noch mehr tranken als ich.

    Gerade am Anfang ist es schwer, sich dieser Realität zu stellen. Besonders, wenn ein Arztbesuch bevorsteht, bei dem man sich öffnen soll, sucht man nach Ausreden oder stellt eigene Diagnosen auf, um ihn zu vermeiden.

    Wichtig ist zu wissen, dass es nicht unsere Aufgabe ist, das Verhalten eines Alkoholikers nach der Anmeldung hier zu kontrollieren. Dennoch ist es unser Anspruch in diesem Forum, kalte Entzüge nicht zu tolerieren oder darüber zu diskutieren.

    Übrigens habe ich bereits mir bekannte Alkoholiker gesehen, die sich beim Arzt eine Krankschreibung holten, weil sie sich „unwohl“ fühlten. Sie kennen den Weg also bereits.;)

    Oder glaubt wirklich ein nasser Alkoholiker, wenn er zum Arzt geht, sei nicht bekannt, dass er säuft?

    Nun ist es nicht nur eine besondere Leistung, sich heute noch mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

    Nein, es ist auch etwas Besonderes, dass du als Moderatorin im CO-Bereich das Forum in den letzten Jahren so mit geprägt hast und weiterhin die Geduld und Kraft aufbringst, dich mit anderen auseinanderzusetzen.

    Dafür herzlichen Glückwunsch und auf weitere 18 Jahre!

    Ansonsten kann ich nur schreiben, wie mein Erleben ist.

    Und genau das ist gut so! Wir sind hier oder sollten es zumindest sein um unsere Erlebnisse zu teilen, sie mit den Erfahrungen derjenigen abzugleichen, die schon länger trocken sind, und so unseren eigenen Weg zu finden.

    Deshalb: Schreib ruhig weiter, selbst wenn dir mal ein gefühlter Gegenwind entgegenkommt. Mein alter Spruch dazu.

    Wer nur Schulterklopfer für seinen Weg in die Trockenheit sucht, geht besser an den Stammtisch.;)

    Ich weiß Deine Meinung

    Nun tausche ich meine Meinung nicht so gerne aus, jedoch mit einer geballten Erfahrung kann ich dienen.:)

    Willkommen bei uns.


    Null Druck, Null Verlustgefühl -- trifft vollkommen zu und ist stetig. Der Alkohol ist mir wirklich gleichgültig geworden.

    Turbo -Trocken? ;)

    Wenn Alkohol gleichgültig geworden ist, wie kann dann jemand Alkoholiker sein? Wie ich lese, bist du seit ein paar Monaten trocken, und da denke ich, dass die Euphorie gerade noch den Hauptteil vom Denken übernimmt. Denn es ist eine Lebensaufgabe, den notwendigen Respekt nicht zu verlieren, ohne dabei verkrampft durch den Alltag zu gehen.

    Besonders wenn es sich um Themen dreht, die nur mittelbar etwas mit Alkoholsucht zu tun haben.

    Jetzt einmal allgemein und nicht auf einen einzelnen User bezogen:

    Dies ist ein Alkoholforum, und Rückfälle können vorkommen. Es ist ebenfalls bekannt, dass sich User unter Alkoholeinfluss anders verhalten als im nüchternen Zustand.

    Da wir im Vorstellungsbereich bereits eine Vorauswahl treffen, um Betrunkene von Euch fernzuhalten, sind wir dennoch hin und wieder auf eure Unterstützung angewiesen, falls über private Nachrichten entweder betrunkene Personen oder andere Inhalte, die den Weg des Einzelnen betreffen, etwas Unpassendes geschrieben wird.

    Robyn Danke für deine Mithilfe

    Ich hatte starke Stimmungsschwankungen und zukunftsängste aber komischerweise überhaupt keinen Saufdruck, ich hab beim rauchen mal kurz darüber nachgedacht was ich jetzt in meiner nassen zeit gemacht hätte und war dann froh das ich jetzt auf diesem Weg bin.

    Das eine hat eben mit dem anderen nichts zu tun. Für einen Alkoholiker war das Saufen ein "Muss", während man nüchtern betrachtet merkt, dass es überhaupt kein "Muss" ist.;)

    Ich halte einen offenen Umgang mit einer Krankheit für äußerst wichtig, und niemand sollte sich deswegen verstecken müssen. Duckmäuser gibt es genug auf dieser Welt.

    Ein offenes Auftreten zeugt von Selbstvertrauen und zeigt auch, dass einem ihm das Nüchtern bleiben wichtig ist . Es wird ohnehin immer über etwas gesprochen, und wenn man zuvor viel getrunken hat, fällt es ebenso auf, wenn man plötzlich nichts mehr trinkt.

    Zu Beginn ist es entscheidend, ein alkoholfreies Umfeld zu schaffen. Es wird empfohlen, die Wohnung alkoholfrei zu halten, im ersten Jahr Veranstaltungen, Feiern und Feste zu meiden, bei denen vordergründig das Saufen im Mittelpunkt steht, sowie den Kontakt zu trinkfreudigen Freunden zu abzubrechen . Zusätzlich sollten in dieser Zeit geeignete Alternativen geschaffen werden.

    Servus, mal von einer anderen Seite aus betrachtet;)

    Heute räumte ich ein wenig mein Handy auf und ging dabei auch durch meine Whatsapp-Kontakte und die Chats. Was mir beim Durchforsten auffiel ist, dass es gar nicht mal wenige Bekannte (männlich wie weiblich) gibt, die man auf Fotos nur sehr selten ohne ein Glas Sekt, Wein oder Bier sieht. Oder [noch bezeichnender!] man sieht nur z.B. einen Tisch auf einer Terrasse, gerichtet auf die Berge oder das Meer und: ein Glas mit etwas Alkoholischen drin mit vielen Grüßen aus dem Urlaub oder von sonst wo. Also nicht einmal mehr den Menschen selbst.

    Ich würde mir l Gedanken darüber machen, was der tiefere Sinn ist, warum mir so etwas nun als trocken werdender Alkoholiker auffällt.

    Ich selbst mache mir darüber keine Gedanken. (mehr) Bei mir war es schließlich nicht anders. Warum sollte ich mein eigenes Verhalten infrage stellen, wenn ich es bei anderen beobachte?

    Den Verzicht, etwas nicht mehr tun zu können, zu wollen oder es zu analysieren, hole ich mir nicht ins Haus. Die Welt wird nicht trockener, nur weil ich nicht mehr trinke.

    Ich hatte nicht vor mich hier durch einen kalten Entzug von euch begleitet zu lassen

    Solange du dich hier austauschst und nicht entgiftet bist, begleiten wir dich bei einem kalten Entzug. Wenn dies von einem Arzt durchgeführt wird, ist alles in Ordnung, aber wir nehmen das hier sehr ernst.

    Mit Absichtserklärungen während eines kalten Entzugs, der jederzeit eskalieren kann, ist nicht zu spaßen.

    Melde dich einfach am Dienstag wieder. Bis dahin kannst du dich hier ja einlesen .