Beiträge von Hartmut

    Sorry ? Was gibt es an dem Wort trocken nicht zu verstehen.

    Die Auslegungssache verschiedener Alkoholiker, die sich hier anmelden. Für mich bedeutet es dasselbe, was es für dich bedeutet, jedoch ist es leider mittlerweile so, dass viele denken, das Rad neu zu erfinden.

    Dann danke für deine Vorstellung . Hier ist der Link zur Freischaltung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und kurz "Bitte um Freischaltung" schreiben.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Hallo und willkommen in unserer Online-SHG.

    Etwas über 20 Jahre sind schon eine Ansage. Durchgängig oder gehörst du auch zu den Alkoholikern, die den einen oder anderen Rückfall nur als Vorfall ansehen?

    Wie hast du es geschafft, trocken zu werden? Arzt, Entgiftung, Therapie in klassischer Form oder anders?

    Wer will, findet Wege, war einer meiner ersten Thread-Titel vor etwa 18 Jahren, was schon ein Indiz dafür sein kann, dass es gut ausgehen kann. Der Spruch befindet sich auch in meiner Signatur. Aber genug von mir.

    Willkommen bei uns und 6 Wochen nüchtern ist ja schon mal ein guter Anfang. Nun schreibst du, du hast dich mit der Alkoholsucht beschäftigt. Siehst du dich denn als Alkohliker und was sind deine Ziele?

    Wenn ja, wie hast du aufgehört? Weiß dein Arzt Bescheid und hat dich begleitet oder hast du den Alkohol alleine abgesetzt?

    Mag sein, dass Hartmut es gut meint,

    Bitte sprich mich direkt an und nicht über mich, da dies meist verfälscht weitergegeben wird. Ich meine es weder gut noch schlecht, sondern ehrlich, klar und direkt.

    Ich habe deinen gesamten Thread gelesen und dieser strotzt vor trockenen und nassen Widersprüchen, was durchaus normal ist und hier wäre eben der Ort, wo es sortiert werden kann. Wenn du das nicht mehr von mir möchtest, kein Problem.

    Ich schreibe als User und nicht als Moderator also hast auch da nichts zu befürchten. Die Wahrscheinlichkeit, trocken zu bleiben, liegt bei etwa 5 %. Wer nicht zu den 95 % gehören möchte, sollte lernen, das Emotionale von der Sucht zu trennen, um Rückfälle zu vermeiden. Und ich bin kein Freund davon, nur eine Gelegenheit zur Sucht zu geben.

    Dir weiterhin alles Gute.

    Montag

    Irgendwas läuft grad schief bei mir. Bin im Job und denke an den Film , nicht wirklich an den Film, sondern an die Szenen wo Wein getrunken wurde.
    Mir schießen Gedanken durch den Kopf „für immer“ und „nie wieder“ auch so ein Glas Wein trinken zu können. Ich hadere echt rum und könnte die ganze Abstinenz an die Wand werfen.

    Gestern

    Morgen Abend werde ich allerdings unterwegs sein und werde mit Alkohol konfrontiert werden. Ich bin das gar nicht mehr so gewohnt, da ich nicht viel unterwegs bin oder oft aus gehe seit ich nicht mehr trinke. Will mich da mental auch etwas drauf vorbereiten.

    heute

    u kannst mir schon zutrauen, dass ich weiß was ich mache und wo ich hingehe.

    Wenn ich eines gelernt habe, dann dass ich bei der Suchtkrankheit niemandem trauen kann.

    Und nun.

    Aber ganz ehrlich mir wird das jetzt zuviel und anstrengend hier

    Wasch mir den Pelz, aber mache mich nicht nass? Hier werden die Fallstricke aufgezeigt. Es muss nicht für dich sein, aber du bist hier nicht alleine.

    Du schreibst innerhalb einer Woche von Verzicht dann dein Vorhaben, um dies zu vermeiden, machst dir aber ein paar Tage später Gedanken , weil du irgendwo hingehst und mit Alkohol konfrontiert wirst. Lies dich einmal selbst in Ruhe durch.

    Zudem schreibe ich aus der Ich-Perspektive und was du daraus machst, ist deine Sache. Ich gebe grundsätzlich auch keine Tipps, wie ich mich verhalten würde, wenn ich auf Alkohol bewusst zulaufe, sondern nur Verhaltensweisen, wie ich es machen würde, wenn ich zufällig auf Alkohol treffe. Da habe ich den Notfallkoffer im Kopf.

    Aber der hilft nur bedingt , wenn ich bewusst darauf zulaufe. Denn da spielt sich im Kopf etwas anderes ab. Die Synapsen machen schon mit den Neurotransmittern im Vorfeld eine Party, weil sie ja wissen, es geht dahin, wo etwas zum Saufen gibt .

    Sie freuen sich, weil der Suchtkranke nun wieder mit Willen versucht, dagegen zu halten. Es ist eine Hintertür, die aufgemacht wird, unabhängig davon, was das Endergebnis für dich ist.

    Das ist ein Anlass mit eher traurigem Hintergrund. Und es ist mir eine Ehre dort eingeladen zu sein und hin zu gehen. Ich werde mich hier dazu nicht rechtfertigen.

    Niemand braucht sich zu rechtfertigen. Wie kommst du darauf? Niemand hat geschrieben, dass du auf einen Rummel gehst oder sonst etwas. Niemand hält dich auf. Zudem, ob es ein trauriger oder schöner Anlass ist, ich habe als Suchtkranker immer gesoffen.

    Ich werde mich deshalb nun zurücknehmen und einfach nur hin und wieder lesen.

    Es ist deine Entscheidung, wie du trocken bleiben möchtest.

    Das ist ziemlich übertrieben, so ist das wirklich nicht, ist kein Drama

    Alles, was ich tue, um trocken zu bleiben, kann nicht übertrieben sein. Aber alles, was ich bewusst mache, um mich ins nasse Umfeld zu werfen, ist definitiv der falsche Weg. Klar, ich kann das machen, aber dann stehe ich dazu und hole mir nicht überall Tipps, wie ich etwas vermeiden kann, was durch einfaches Wegbleiben vermieden wäre.

    Vor ein paar Tagen hast du noch über den Saufdruck gesprochen und gesagt, "Nur nicht trinken reicht nicht" oder irgendwas von Kapitulation. Hast angeblich reflektiert und jetzt rennst du mit offenem Visier auf den Alkohol zu, gehst auf Konfrontation und stellst dich dem Kampf.

    Das ist meine Analyse aus den ganzen Posts

    Paar ungeschönte Gedanken dazu.

    Kurz gesagt, wenn ich mir all das Drama durchlese – die penible Planung im Vorfeld, die unzähligen Maßnahmen und Eventualitäten sowie die stressige Fahrt – und ich dann mit einer geballten Faust in der Tasche warte, ob mir jemand Alkohol anbietet, nur um dann herumzustottern, weil mir die ausgeklügelten Ausreden nicht einfallen, und schließlich panisch auf die Toilette sprinte, um einem möglichen Saufdruck zu entkommen, frage ich mich ernsthaft:

    Wozu der ganze Aufwand?

    Da bleibe ich doch lieber mit meinem Allerwertesten oder Allerliebsten zu Hause, mache es mir gemütlich und genieße einen entspannten Abend.

    Und bisher hat mich in meinen fast 18 Jahren Trockenheit noch niemand gezwungen, etwas zu tun, das mir schaden könnte.

    Ich weiß auch, dass ich Moderatoren sehr viel lesen und schreiben müsst.

    Vielen Dank, das wird manchmal übersehen.

    Wir haben hier etwa 5700 registrierte Benutzer und erhalten täglich zwischen 200-300 Beiträge, die gelesen werden. Deshalb sind unsere Regeln möglicherweise strenger, aber bei dieser Menge notwendig.

    Einige unserer Moderatoren sind fast von Anfang an dabei, und auch ehemalige Moderatoren sind hier aktiv. Die vielen Langzeittrockenen bestätigen unseren Weg. Das Forum hat sich durch den direkten, ungeschönten Austausch etabliert und ist mittlerweile das größte seiner Art im deutschen Internet.

    Das ist nicht nur der Verdienst unserer Moderatoren, sondern auch der aktiven User. Ein besonderer Dank geht auch an unseren Administrator Alex07 ohne den es dieses Forum nicht mehr gäbe.

    Willkommen bei uns.

    Wenn ich 2 Monate geschafft habe, dann könnte ich über die Suchtberatung eine Ambulante Maßnahme machen, mit Selbsthilfegruppe usw.

    Wir sind auch eine Selbsthilfegruppe und sind 24 Stunden am Tag geöffnet. Erstmal möchte ich dir sagen, dass deine Entscheidung, mit dem Trinken aufzuhören, eine wirklich gute Idee war.

    Die Erkenntnis, ein Alkoholiker zu sein und eine lebenslange Abstinenz anzustreben, ist der einzig richtige Weg.

    Wie hast du es geschafft aufzuhören? Hast du dabei Unterstützung von einem Arzt bekommen oder hast du es alleine in deinem stillen Kämmerlein versucht?

    Ich möchte momentan keinen Streit provozieren, der wenn ich meine Frau bitten würde nicht mehr zuhause zu trinken hochkommen würde. Aber auch wenn alles gut wird kann ich es ja nicht verbieten, sie hat aber seit meinem Start ins neue Leben auch keinen mehr gekauft, heute muss ich nur die Vodkaflaschen entsorgen dann ist der Haushalt sauber.

    Der Haushalt ist erst wirklich sauber, wenn kein Alkohol mehr griffbereit ist. Alles andere wäre nur Schönreden.

    Ich habe meiner Partnerin einfach erklärt, dass, wenn sie möchte, dass ich ein suchtfreies Leben führe, entsprechende Maßnahmen notwendig sind, um mich zu schützen. Ein alkoholfreies Umfeld ist eine solche Maßnahme. Ich verbiete ihr nichts; wenn sie Alkohol trinken möchte, kann sie das gerne woanders tun. So einfach ist das.

    Deine Meldungen kommen so schnell hintereinander, dass ich kaum mithalten kann. Jede Antwort enthält ständig neue oder abgeänderte Erkenntnisse, und das in einem Tempo, bei dem mir fast schwindelig wird.

    Das ist dein Stil, und ich will dich nicht bremsen. Aber so wie ein Turbotrockner seine Zeit braucht, benötigst du und ich auch ein wenig Zeit zur Reflexion. Normalerweise bin ich ziemlich schnell im Auffassen, aber bei deinem Tempo verliere ich den Anschluss.

    Manchmal ist es gut, die 24-Stunden-Regel anzuwenden und eine Nacht darüber zu schlafen, statt sofort zu antworten. Trockene werden ist auch kein Wettkampf, bei dem es darum geht, wer als Erster trocken wird.

    Es ist eine Lebensaufgabe, die auch mal gemächlich vor sich hinplätschern darf.

    Genau so ist es bei mir auch.

    Du bist schon ähnlich lange vom Alkohol weg, daher sind deine Gedanken ebenso trübe. Das ist nicht überraschend.

    Ein Langzeit-Trockener hat mir damals gesagt:

    Zwei Ertrinkende können sich nicht gegenseitig retten, sie gehen gemeinsam unter. Da ist was wares dran.

    Ich schwanke noch bei „wie viel Egoismus möchte ich mir erlauben“

    Soviel, dass es mir klar ist, dass ein möglicher nächster Rückfall mir das Leben kosten wird.

    Und klar ist auch das Risikominimierung in dem Zusammenhang seine Grenzen hat.
    Kein Film ohne Alkohol, keine Tankstelle/Supermarkt/Fest oder sonstiges.
    Hier wohnt auch keiner 1,5h Fahrt entfernt von solchen Risiken.

    Nicht seine Grenzen hat! Sind es nicht meine Grenzen, die ich mir im Kopf zusammenzimmere?

    Ich ging meistens nicht auf Partys, bei denen es keinen Alkohol gab. Wenn ich doch hinging, blieb ich nur kurz, weil ich vorher schon getrunken hatte oder danach wieder das Glas hob. Im Supermarkt hielt ich mich im Alkoholbereich auf und an der Tankstelle kaufte ich mir schnell etwas zu trinken.

    Das waren alles meine suchorientierten Grenzen.

    Diese Grenzen waren zu Beginn meines Weges noch in meinem Kopf, da ich bis dahin nichts anderes erlebt hatte. Erst als ich mir neue Grenzen setzte – alkoholfreie Umgebung, alkoholfrei feiern und mich nicht nur gedanklich vom Alkohol distanzierte – hatte ich neue Grenzen.

    Ich kann nicht immer dafür sorgen, dass mir kein Alkohol begegnet, aber ich kann dafür sorgen, nicht darauf zuzulaufen.

    Warum genau reicht einfach nur nichts mehr trinken nicht?

    Weil es zu Rückfällen führt. Mehr ist es nicht. Trockenwerden ist keine Wissenschaft. Dazu gehört Vertrauen, dazu sich auch mal nicht selbst zu vertrauen und nur einfach mal "machen".

    Je länger ich trocken war, desto klarer wurde mir all das, was ich am Anfang nicht verstanden hatte. Und je mehr ich mir den Kopf über das 'Warum' und 'Wie' zerbrochen habe, desto mehr Hintertüren habe ich geöffnet.

    Stabilität zu erreichen braucht eben seine Zeit, bis das Gehirn sich umschreibt. Ich kann ja nicht innerhalb weniger Monate eine jahrelange Sucht ausmerzen, aber ich kann trocken reagieren, und das reicht manchmal schon.

    Für die Entsorgung dessen wäre Vorraussetzung das sie selbst zu Hause keinen Alkohol mehr trinkt. Das kann, will und sollte ich nicht erzwingen

    Aus meinen Erfahrungen heraus hat es oft den Hintergrund, dass man sich weiterhin als 'starker' Partner zeigen möchte. Alles, was darunter fällt, wie Scham oder das Gefühl, dass man keinen Babysitter braucht, fällt ebenfalls in diese Kategorie.

    Denn wer nicht süchtig ist, der braucht auch keinen Alkohol zu Hause. Zumindest rate ich in der ersten Zeit dazu.

    Dass es da nun auch Zustimmung zu deinem Verhalten gibt, ist dir gewiss ;) Aber ich bin ein Egoist als Alkoholiker und nur für mich verantwortlich.

    Und das Argument 'war nie mein Getränk' ist auch ein echter Klassiker. Warum also greifen Alkoholiker immer wieder zu Rasierwasser und Mundspülung, wenn nichts anderes da ist? War das vielleicht das Getränk ihrer Wahl? Ich weiß nicht so recht ;)

    Schön, dass du dich hier aktiv austauschst..

    Ich habe die Diskussionen zum "für immer" die letzten Tage sehr interessiert verfolgt, auch weil bei mir ab und an dieser Gedanke sich sehr hoch auftürmte und "für immer" sehr gross, beinahe bedrohlich, wirkte.

    Frage mal jemanden, der nicht süchtig ist, ob er auch ein Problem hat, nie wieder Alkohol zu trinken? ;) Das ist eben nicht so. Das zeigt deutlich, dass nur die Sucht aus mir spricht. Dass es unsicher machen kann, ist das eine, aber auch gut, wenn ich es richtig einordne.

    Vielleicht schüttel ich mich jetzt mal und beginne damit, aus der sozialen Isolation zu klettern, in die ich mich die letzten Jahre gesoffen habe. Beginne damit, ein nüchternes Leben aufzubauen. Ein bisschen ängstlich und zauderlich bin ich da schon noch, diese sozialen Interaktionen anzugehen. Weiss gar nicht mehr, wie das geht.

    Tun muss man Tun. Traue dich es lohnt sich