Montag
Irgendwas läuft grad schief bei mir. Bin im Job und denke an den Film , nicht wirklich an den Film, sondern an die Szenen wo Wein getrunken wurde.
Mir schießen Gedanken durch den Kopf „für immer“ und „nie wieder“ auch so ein Glas Wein trinken zu können. Ich hadere echt rum und könnte die ganze Abstinenz an die Wand werfen.
Gestern
Morgen Abend werde ich allerdings unterwegs sein und werde mit Alkohol konfrontiert werden. Ich bin das gar nicht mehr so gewohnt, da ich nicht viel unterwegs bin oder oft aus gehe seit ich nicht mehr trinke. Will mich da mental auch etwas drauf vorbereiten.
heute
u kannst mir schon zutrauen, dass ich weiß was ich mache und wo ich hingehe.
Wenn ich eines gelernt habe, dann dass ich bei der Suchtkrankheit niemandem trauen kann.
Und nun.
Aber ganz ehrlich mir wird das jetzt zuviel und anstrengend hier
Wasch mir den Pelz, aber mache mich nicht nass? Hier werden die Fallstricke aufgezeigt. Es muss nicht für dich sein, aber du bist hier nicht alleine.
Du schreibst innerhalb einer Woche von Verzicht dann dein Vorhaben, um dies zu vermeiden, machst dir aber ein paar Tage später Gedanken , weil du irgendwo hingehst und mit Alkohol konfrontiert wirst. Lies dich einmal selbst in Ruhe durch.
Zudem schreibe ich aus der Ich-Perspektive und was du daraus machst, ist deine Sache. Ich gebe grundsätzlich auch keine Tipps, wie ich mich verhalten würde, wenn ich auf Alkohol bewusst zulaufe, sondern nur Verhaltensweisen, wie ich es machen würde, wenn ich zufällig auf Alkohol treffe. Da habe ich den Notfallkoffer im Kopf.
Aber der hilft nur bedingt , wenn ich bewusst darauf zulaufe. Denn da spielt sich im Kopf etwas anderes ab. Die Synapsen machen schon mit den Neurotransmittern im Vorfeld eine Party, weil sie ja wissen, es geht dahin, wo etwas zum Saufen gibt .
Sie freuen sich, weil der Suchtkranke nun wieder mit Willen versucht, dagegen zu halten. Es ist eine Hintertür, die aufgemacht wird, unabhängig davon, was das Endergebnis für dich ist.
Das ist ein Anlass mit eher traurigem Hintergrund. Und es ist mir eine Ehre dort eingeladen zu sein und hin zu gehen. Ich werde mich hier dazu nicht rechtfertigen.
Niemand braucht sich zu rechtfertigen. Wie kommst du darauf? Niemand hat geschrieben, dass du auf einen Rummel gehst oder sonst etwas. Niemand hält dich auf. Zudem, ob es ein trauriger oder schöner Anlass ist, ich habe als Suchtkranker immer gesoffen.
Ich werde mich deshalb nun zurücknehmen und einfach nur hin und wieder lesen.
Es ist deine Entscheidung, wie du trocken bleiben möchtest.