Beiträge von Aurora

    Liebe Evy,

    das ist so ein schwieriges Ding. Diese Coabhängigkeit wenn es um so nahe Angehörige, um das eigene Kind geht. Ich war coabhängig von meinem Exmann, das war schon schlimm genug.

    In meinen Augen ist abhängig trinken Selbstmord auf Raten.

    Dein Sohn hatte ja nun schon mehrere Entzüge hinter sich, die letzten waren lebensgefährlich. Er weiß ja, worauf er sich einlässt. Und das ist das schwierige Thema bei der Sache. Ihm die Verantwortung für sein Leben zu überlassen.

    Du willst nicht, dass er stirbt. Das ist klar. Welche Mutter will das? Meine Tochter ist gestorben, vor 4 Jahren, aber an einer Embolie, nicht an einer Sucht. Und es ist das schlimmste überhaupt. :cry:

    Das Fatale an Sucht ist ja nun aber, dass es niemand stoppen kann außer der Süchtige selbst. Und mit Sicherheit weiß dein Sohn Stellen, an die er sich wenden kann, um professionelle Hilfe zu bekommen.

    Dein Sohn ist nun bei deine Mann. Beide sind erwachsene Menschen. Sie sind verantwortlich für sich selbst. Du kannst da nun nichts machen! Wenn dein Sohn krampft, wird dein Mann schon wissen, was zu tun ist. Versuche einfach zu vertrauen bzw. die Verantwortung, die du meinst zu haben, los zu lassen.

    Auch wenn es dich gerade zerreißt, mehr kannst du im Moment nicht machen. Es liegt nicht in deiner Macht, du kannst es nicht kontrollieren und es ist nicht deine Verantwortung.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Elisa-Chrissy,

    ich hoffe du denkst nicht, ich verfolge dich :wink: .
    Ich würd's gut finden, wenn du in deinem anderen Fädchen weiter schreibst, denn das ist einfacher für alle, die dir was antworten möchten. Weil da ja alles von dir steht.

    Karsten hat es dir ja schon geschrieben, ab wann jemand Alkoholiker ist, kann man nicht so sagen. Ich habe deinen Mann nun so in deinem anderen Fädchen tituliert, ob er wirklich einer ist, weiß ich ja nicht. Es deutet für mich aus eigener Erfahrung nur viel darauf hin.

    Was aber viel, viel wichtiger ist das ist doch, wie du dich damit fühlst.

    Zitat

    Mein Mann trinkt ca. seit 10 Jahren FÜR MICH zu viel.

    Darauf kommt es doch letztendlich an und auf nichts anderes!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo Klampsi,

    zutexten gehört hier dazu :wink: , also mach das ruhig!

    Diese Schuldgefühle kenne ich sehr gut, das sind nervige Teufelchen. Wofür fühlst du dich denn schuldig?

    Du weißt nicht, wie es weiter geht. Was hast du denn für dich geplant? Wie siehst du deine Zukunft?

    Du weißt nicht, ob er nach der Therapie wieder kommt. Wie sieht das denn bei dir aus? Möchtest du das überhaupt?

    Viele Fragen...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Elisa,

    wie du einen typischen Alkoholiker siehst, dass ist nicht nur ein bisschen Klischee, es ist das Bild, was leider sehr viele Menschen haben. Weil in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig darüber geredet wird.

    Wie viel dein Mann wirklich trinkt, weißt du nicht. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit trinkt er heimlich... Das ist meine Erfahrung. Alkoholiker haben da unglaubliche Tricks auf Lager, ihren Konsum zu vertuschen. Und mein Exmann der hatte immer nur 2 bis 3 Bier getrunken (das schwor er). Ich habe mal in meiner ehemaligen realen Gruppe gehört wie ein Mann, der selbst sehr häufig Gespräche mit Neuen gemacht hat, erzählt hat, dass diese auch immer nur "2 bis 3" Biere getrunken hätten...

    Bier ist auch Alkohol! Genau so wie Schnaps oder Sekt oder Wein! Es geht um den reinen Alkohol. Und 0,5 l Bier hat ca. 20 g reinen Alkohol. Ein Schnaps 2 cl mit 35Vol% hat ca. 5,5 g reinen Alkohol. Soviel mal dazu: er trinkt ja "nur" Bier...

    Wieso denkst du, er würde ohne dich mehr trinken? Das ist ja das, was Cos so im allgemeinen denken. Ich hab auch so gedacht und es auch von meinem Umfeld so gesagt bekommen. "Wenn du gehst, stürzt er ganz ab!" Das hat mich regelrecht an ihn gefesselt. :( . Denn diese Schuld war unerträglich für mich, daran schuld zu sein, dass er dann sich tot säuft...

    Ich habe gelernt, dass ich nichts, aber auch gar nicht beeinflussen kann. Seine Sauferei wurde auch immer mehr, obwohl ich da war :shock: . Denn das ist Sucht. Die Sucht fordert immer mehr, damit der Abhängige sich wohl fühlen kann. Irgendwann kippt das Ganze dann und der Abhängige ist der Sklave seiner Sucht und es geht ihm dreckig damit. Und doch fordert die Sucht immer mehr und mehr an Alkohol. Das kann niemand beeinflussen außer der Süchtige selbst. Indem er den festen Wunsch hat, aufzuhören. Und sich in eine qualifizierte Entgiftung begibt.

    Das mit dem Größenwahn der Cos wovon Morgenrot schreibt, dem kann ich nur beipflichten. Es hört sich gemein an, aber es ist so. Der Co denkt, alles liegt in seiner Hand und vor allem "bei uns ist es anders".

    Ich schreib das alles nicht um dich zu ärgern! Ich schreibe das, weil ich lange genau so dachte wie du. Ich habe eigene Erfahrungen damit gemacht. Ich bin fast zugrunde daran gegangen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Elisa,

    was ist denn "der typische Alki"? Wie sieht der deiner Meinung nach aus?
    Und warum meinst du er würde einer werden, wenn du dich trennst?

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Geiß,

    herzlich willkommen hier im Forum :) .

    Zitat

    Wo sind all die starken Frauen und Männer, die bei ähnlichen Erlebnissen tanzend das Schlachtfeld verlassen haben?

    Weiß ich auch nicht :roll: . Ich bin jedenfalls nicht tanzend damals ausgezogen...

    Im Gegenteil. Ich habe über 20 Jahre damit zugebracht meinem Exmann zuzusehen, wie er in der Sucht verschwand. Jeden Tag ein bisschen mehr. Und jeden Tag habe ich versucht ihn festzuhalten und zurück zu ziehen. Ich wollte meinen Traum und meinen Zukunftswunsch nach heiler Familie nicht aufgeben. Aber hatte ich am Anfang unserer Beziehung noch gedacht meine große Liebe gefunden zu haben, einen Mann, mit dem ich alt werden wollte, so war das immer mehr der blanke Horror.

    Du hast total das Richtige gemacht mit der Trennung! Denn wenn du von 4 gruseligen Jahren sprichst ist das das Einzige, was du machen kannst. Dich in Sicherheit bringen.

    Wer will sich schon lebenslang gruseln?

    Als ich damals endlich draußen war, 9 Jahre ist das jetzt her, war ich total erschöpft und fertig. Denn der tägliche Kampf um die Sucht hat mich kaputt gemacht. Es waren viele Dinge, die da mitspielten. Hatte ich doch immer gedacht ich wäre die Retterin meines Exmannes, könnte ihm helfen, dürfte ihn doch nicht im Stich lassen und so weiter. Ich habe meine eigene Persönlichkeit dabei immer mehr aufgegeben.

    Bis es wieder richtig Sommer wurde in meiner Seele, das hat gedauert. Anfänglich war da aber schon auch große Erleichterung die ich spürte. Ich war aus dem Kreislauf draußen und das war schon mal gut. Der tägliche Terror war weg. Aber ich hatte noch lange mit Schuldgefühlen zu tun.

    Aber es ging aufwärts, immer ein bisschen. Ich kann jetzt keinen genauen Zeitpunkt sagen, ab wann ich fertig war. Also mit den Schuldgefühlen, der Trauer um die Beziehung und so. Bis ich im neuen Leben angekommen war. 1 Jahr nach der Trennung kam ich mit meinem 2. Mann zusammen. Da war ich schon sehr gut drauf aber fertig noch nicht. Vielleicht ist das auch bei jedem anders, könnte ich mir vorstellen. Es hängt ja auch von der Persönlichkeit ab.

    Du bist jetzt erst mal draußen und dabei, dich neu zu sortieren. An einer Trennung hängen ja nicht nur emotionale Dinge sondern auch materielle. Das Leben muss neu geordnet werden, finanzielle Dinge müssen geregelt werden. Vielleicht eine Scheidung oder Dinge, die Kinder betreffen, wie Umgangsmodalitäten und so. Und oft gibt der Abhängige ja auch nicht gleich auf. Sondern versucht, den Partner wieder zu holen oder aber auch zu verletzen.

    Gut, dass du Freunde hast, die dir beistehen. Und hier kannst du auch deinen Frust lassen ober auch von Erfolgen berichten.

    Ich wünsche dir jetzt erst mal ein schönes Wochenende. Und hoffe, du hast Zeit zum Krafttanken. Ausruhen. Denn eins ist klar, es geht alles nicht von heute auf morgen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Neuland,

    wow, da hast du eine Menge für dich erreicht! Hut ab!

    So Täler werden immer mal wieder kommen, ganz klar, das gehört dazu. Denn wie du ja selbst schreibst, war er mal die Liebe deines Lebens, du hattest Wünsche und Träume. Es ist ein Trauerprozess, der jetzt einsetzt. Aber sei mal sicher, du wirst da als strahlende Frau daraus hervorgehen.

    Atempausen sind gut, um Dinge zu sortieren und sacken zu lassen. Ich hoffe, du hast auch schon ein wenig aus unserer SHG hier ziehen können. Ich bin gespannt, wie es dir bei den AA gefällt. Ich war einmal da, damals, für mich war das nix. Aber ich finde es klasse, Dinge auszuprobieren um heraus zu finden was gut tut!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebes Schneckenhaus,

    herzlich willkommen!

    Familienangehörige leiden immer, wenn in der Familie ein Abhängiger ist. Da kommt das gesamte Familiensystem mit durcheinander und immer werden da auch Rollen vertauscht. Zum Beispiel übernehmen Kinder ganz oft die Verantwortung, die den Erwachsenen gehört. Bemuttern ihre Eltern, sorgen für gute Stimmung usw. Auch die Partner leiden darunter, auch sie sind dann in einer Coabhängigkeit und oft hilflos.

    Das Leugnen ist ein häufiges Ding. Mein Exmann konnte zum Teil kaum noch stehen und hat aber geschworen, keinen Tropfen angerührt zu haben... Und dass er abhängig wäre, wäre ja eine Lüge und unfassbar und ich hätte eine Macke und... noch viel schlimmere Beschimpfungen folgten dann.

    Zitat

    Da meine erste Frage: War/ist es richtig sie zu loben?


    Es gibt da kein richtig oder falsch. Ein Abhängiger wird immer einen Grund zum Trinken finden, wenn der Druck da ist. Da hast du gar keinen Einfluss darauf. Sie wird das vielleicht sagen: du hast Schuld. Das ist leider oft so. Aber es stimmt nicht! Es ist die Ausrede eines Abhängigen, der sein Trinken rechtfertigen will.

    Zitat

    Außerdem habe ich noch die Frage: Sollte ich ihr zeigen wie schlimm ich es finde, dass sie Alkohol trinkt oder lieber nicht?


    Natürlich kannst und sollst du ihr das sagen. Aber erwarte dir nicht zu viel davon! Und sie muss so weit nüchtern sein, es hat keinen Sinn, mit einer alkoholisierten Person über so was reden zu wollen. Dass sie dann bisher mehr getrunken hat, hat nichts mit dir zu tun! Vielleicht war es nur Zufall, vielleicht sonst was. Sie wird immer trinken, wenn sie den Druck hat, egal. was passiert!

    Du hast keine Schuld daran, dass sie trinkt. Sie ist abhängig, süchtig. Das sind Dinge, da hat ein Außenstehender keinen Einfluss darauf. Das musst dir ganz klar sein. Du hast keine Schuld und du kannst ihr nicht helfen, solange sie das nicht auch selbst möchte!.

    Natürlich leidet auch dein Vater unter dieser Situation.

    Zitat

    Er kommt oft zu mir ins Zimmer und weint sich (meistens) deswegen bei mir aus. Wenn ich merke, dass es ihm schlecht geht versuche ich ihn aufzuheitern


    Das meine ich damit, dass sich Rollen vertauschen. Ein Vater sollte sich nicht bei seiner Tochter ausheulen. Und du versuchst dann, sein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen. Das ist nicht deine Aufgabe als Tochter!


    Zitat

    Habt ihr eine Idee, warum mein Vater den Alkoholismus meiner Mutter so schlimm findet, aber wenn ich mich darüber beschwere sagt, dass es doch gar nicht so schlimm sei?


    Dein Vater ist coabhängig. Er leidet unter der Situation, denn eine normale Partnerschaft ist in solchen Beziehungen nicht mehr möglich. Dein Vater steckt da aber in seinen eigenen Zwängen, Ängsten, Hilflosigkeit, Unsicherheiten. Aber er will auf der anderen Seite die Lage beschönigen, nicht zugeben, wie falsch alles läuft, das Bild soll nach außen gut aussehen. Er will deine Mutter auf eine Art beschützen und ihr helfen.

    Das sind alles sehr komplizierte psychische und emotionale Dinge, die da passieren.

    Du kannst dir Hilfe suchen. Hier ist es schon mal gut bei uns! Es gibt hier viele EKAs, erwachsene Kinder von Alkoholikern. Es tut gut, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Du kannst dir eine eigene Wohnung suchen, falls das finanziell machbar ist. Dadurch bekommst du Abstand. Du kannst also Dinge für dich machen, dir selbst helfen, nicht deiner Mutter und deinem Vater auch nicht!

    Auch dein Vater hat die Möglichkeit, sich selbst zu helfen. Er kann sich auch eine Selbsthilfegruppe suchen. Er kann zu einer Beratungsstelle gehen und dort reden, sich Hilfe holen. Er kann sich trennen, wenn es zu schlimm für ihn ist. Aber das muss alles aus ihm kommen, niemand kann ihn zwingen. Und deine Mutter kann niemand zwingen, mit dem Trinken aufzuhören.

    So ist das. Ich hoffe, ein paar deiner Fragen sind schon ein wenig damit beantwortet. Sonst einfach hier weiterpinseln :) .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Leergebrannte,

    das Gefühlchaos kann ich gut verstehen. Es ist am Anfang, wenn einem klar wird, dass da was gewaltig falsch läuft, bei mir auch so gewesen. Und deine Fragen, die sind auch normal, so war es auch bei mir. Der geschlossene Bereich ist da wirklich eine gute Option! Da kannst du offen los werden, was dich bedrückt. Und du wirst ernst genommen! Und jeder hier hat ähnliche Dinge erlebt.

    Ich habe damals auch mich an seine Familienmitglieder gewandt. Ich habe gehofft, sie hätten vielleicht mehr Einfluss auf ihn. Ich habe Hilfe gesucht um ihn trocken legen zu können. Das hat nicht geklappt! Denn auch Familienmitglieder sind in einer Art Coabhängigkeit. Meine Ex-Schwiegermutter hat immer geleugnet, dass ihr Sohn ein Problem hätte. Sie hat es beschönigt und ihn in Schutz genommen und mir die Schuld gegeben... Da hatte ich dann noch mehr Druck. Nicht gut!

    Es ist mir schwer gefallen zu begreifen, dass ich meinem Exmann nicht helfen konnte. Hatte ich mindestens 20 Jahre gedacht, ich könnte das noch eines Tages. Ich habe gedacht, ich müsse ihn unterstützen, ihm Rückhalt geben. Darf ihn nicht im Stich lassen. Denn - ich liebte ihn doch.

    Anfänglich war da auch noch Liebe. Aber im Laufe der Zeit ist Hass daraus geworden, Ekel, Abscheu. Und doch hab ich noch an irgend einem Fitzelchen was weiß ich geklammert. Hatte Hoffnung. Und wollte nicht aufgeben. Es ist sehr viel, woraus eine Coabhängigkeit besteht.

    Es sind Verhaltensmuster und Emotionen, psychische Dinge. Es ist ein ganz schön langer Weg da raus. Aber es lohnt sich!

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo leergebrannt,

    herzlich willkommen hier!

    Ich hatte ähnliche Sorgen und Erfahrungen, bis ich mich von meinem nun schon lange Exmann trennen konnte.

    Zitat

    . ich würde ihm gerne helfen können,

    das glaube ich dir gerne, dafür sind wir Cos Spezialisten. Für's Helfen. Ich hab mich damit total verausgabt, bis zur Erschöpfung. Und genutzt hat es nix, denn mein Ex wollte gar keine Hilfe. Also ein wichtiger erster Punkt ist: du kannst keinem helfen, der das nicht will.

    Zitat

    er schiebt seine Sucht darauf, dass ich nicht ständig bei ihm sein kann. Allerdings habe ich auch schon zig andere Gründe für seine Sucht gehört

    Und hier kommt schon der wichtige 2. Punkt: du hast definitiv keine Schuld an seiner Sucht! Niemand hat Schuld. Ich kenne das aber sehr gut von meinem Ex. Er hatte immer einen Grund, weswegen er saufen musste. Wetter zu gut, zu schlecht, Essen zu heiß, zu kalt, zu blöd, und ich war sein Lieblingsschuldobjekt. Ich war zu blöd, zu geistlos, zu lieblos, zu... was weiß ich.

    Zitat

    Und trotz allem liebe ich diesen Mann weil er eben auch schöne Seiten hat.

    Ok. Was ist mehr, die schönen Seiten oder die unschönen?

    Was hast du jetzt vor, was möchtest du machen? Mit dir und deinem Leben? Das ist nämlich der Punkt, der über allem steht.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebes Clärchen,

    ich freu mich, mal wieder was von dir zu hören.
    Höhen und Tiefen gehören ja dazu, wär ja auch langweilig sonst.

    Das mit dem Aufpassen kann ich bestätigen, ich glaube, Co-Strukturen sind sehr anhänglich. Aber gut ist doch,

    Zitat

    . Habe doch auch was gelernt Smilie

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo DontPanik,

    herzlich willkommen. Momentan ist hier überall im Forum leichte Flaute :? , Fußball bestimmt anscheinend jetzt den Tag :wink: .

    Du hast ja eine Menge geschrieben über deine Kindheit, über deine Gefühle, deine Einschränkungen, die du jetzt hast. Das sagt mir, du hast dich schon ganz schön mit allem beschäftigt! Das finde ich gut! Denn mit der Auseinandersetzung deiner Dinge wird dir vieles klar, vieles sortiert sich auch. Du wirst nun - leider - dadurch keine Spontanheilung erfahren. Aber immerhin weißt du, warum du so tickst, wie du tickst. Das kann eine große Erleichterung sein. Zu wissen, du bist nicht verrückt sondern einfach so geprägt worden. Und du kannst was tun dagegen.

    Tipps habe ich leider für dich keine :( ...

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    gerade habe ich bei Tautropfen geschrieben, dass ich auch nach so langer Zeit noch ab und an in eine Co-Falle tapse. Meine Persönlichkeit ist einfach so, dass ich einfach die ideale Co-Abhängige bin, mitsamt meinen Prägungen. Die sind da und nicht restlos auszumerzen. Und sie machen mich eben ja auch aus, mich und meine Persönlichkeit eben. Und ich kann immer nur ich sein, nicht eine gänzlich neue.

    Aber ich kann mit offenen Augen durch die Welt gehen. Ich kann aufpassen weil ich ja weiß, wie ich bin. Ich weiß auch, und dass ist noch eine neuere Sache, dass ich das Recht habe, meine Bedürfnisse einzufordern und zu achten. Ich habe das Recht, ich darf das, dass es mir gut geht. Ich muss nichts erdulden und kann niemanden retten. Ich kann meine Erfahrungen anbieten, aber rausgehen aus schlimmen Lebenslagen muss und kann nur jeder selbst.

    Das ist schon mal so.

    Dabei fiel mir jetzt auch wieder ein, dass es inzwischen 9 Jahre her ist...
    Vor 9 Jahren habe ich hier in meiner Wohnung gewerkelt und sie eingerichtet. Zum ersten Mal in meinem Leben nach eigenem Geschmack. Also nach ganz eigenem. Ich war viel mit meiner Tochter unterwegs damals.

    Ich kann mir noch ganz genau das Gefühl, die Gefühle hervorrufen, die ich damals hatte. Das ist erstaunlich, aber anscheinend war es so genial, so tiefgehend, dass es sich mir eingebrannt hat. Ich hatte, logisch, auch eine Menge Angst. Aber ich hatte keine Angst mehr vor ihr. Ich habe gedacht, ich schaffe das schon und nichts kann so schlimm sein wie das, was ich hinter mir habe.

    Meine Wohnung hat sich fremd angefühlt, ich kam mir vor wie in einer Ferienwohnung. Es hat auch ca. 1 Jahr gedauert, bis ich so richtig angekommen war. Aber es war so gut. Ich hatte Ruhe hier, endlich Ruhe, nicht mehr diesen Terror. Ich konnte heim kommen und musste keine Angst haben, was mich erwartet. Ich hatte das Bett für mich alleine, niemand, der mich betatschen wollte in besoffenem Zustand, der mir seinen Alkoholatem in's Gesicht blies, mich beschimpfte und s.exuell bedrohte.

    Wenn ich überlege, irgendwann damals ist mir aufgefallen, dass ich in meinem großen neuen Bett immer auf der äußersten Kante lag... Ich hatte es so lange vorher getan, aus Angst, meinen Ex zu berühren und dadurch was auszulösen, dass ich ganz automatisch schon so lag. Ich habe mich dann ganz bewusst so hingelegt, dass ich den ganzen großen Platz hatte, nur für mich. Das war so ein tolles Gefühl, es war einfach genial! Und ab da konnte ich mich immer mehr ausbreiten.

    Neun Jahre ist es her, seit ich auszog, um das Leben zu lernen. Ein guter Entschluss!

    Aurora

    Liebe Tautropfen,

    ich freu mich von dir zu lesen.
    Und noch besser ist ja, dass es dir gut geht! In so Co-Fallen zu tapsen ist immer mal wieder leider so. Geht mir selbst nach so vielen Jahren noch manchmal so.

    Aber gut ist doch, dass du da auf dich aufpasst.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Liebe Irene,

    deine Argumente für eine reale Gruppe leuchten mir ein!
    Ich finde es sehr gut, dass du da auch gar nicht lange zögerst sondern schon diesen Termin am Montag auch hast. Und auch eine SHG in Sicht ist.

    Du denkst gerade sehr viel in der Zukunft rum. Was wäre wenn - er nicht mehr trinkt, ihr wieder zusammen seid dann, wie du das mit den Freunden dann machst...

    Das ist Zukunftsmusik und leider kannst du nicht in die Zukunft schauen. Darum ist es besser, dich auf dein Jetzt und Heute zu konzentrieren. Denn da stellst du die Weichen, für dich. Was er da nun daraus macht, ist völlig unklar.

    Und für dein Heute hast du schon viele Dinge entschieden, die du nun angehst. Und das ist wichtig, denn du wirst Dinge für dich sortieren können, neue Erkenntnisse bekommen über dich und Aha-Momente haben. Wenn ich dich richtig verstanden habe, warst du schon einmal in einer sehr problematischen Beziehung. Da ist nun der Weg hin zu sehen, warum du in solchen Beziehungen landest.

    Ich kann dir von mir sagen, dass ich auch immer in problematischen Beziehungen war. Das ging bei meiner Jugendliebe los, bezog sich auch auf Freundschaften und gipfelte in der Ehe mit meinem Exmann, in der ich fast 26 Jahre aushielt. Jetzt habe ich eine Beziehung, die völlig anders ist, die "normal" ist, auf Augenhöhe und gegenseitiger Achtung und vor allem Liebe. Das konnte ich erreichen, indem ich mich mit mir und meiner Persönlichkeit auseinander gesetzt habe. Indem ich hingesehen habe und erkennen konnte, warum ich immer wieder Männer so anziehend fand, die eine riesige Problematik mit sich rumschleppten.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass deine Kinder da auf dich ein Auge haben :wink: . Obwohl - du lebst ja dein Leben und mischst dich in ihres sicherlich auch nicht ein. Das würden sie bestimmt nicht wollen. Ich weiß es aber auch von meinen Kindern, dass es sehr erleichternd war, als ich meinen Ex damals verlassen hatte.

    Ich hatte auch da selbst schon ein mächtiges Alkoholproblem und sie machten sich große Sorgen. Sie waren heilfroh, als ich endlich den Absprung geschafft hatte von allem, auch wenn der Ex ja ihr Vater ist. Sie haben ja aber auch gesehen, was da teilweise abging, mein Sohn hautnah, der wohnte derzeit ja noch zuhause.

    Ich kann mir vorstellen, dass es aber jetzt für dich sehr schwierig ist, da geheim zu halten, wie es um deinen Freund steht. Bezüglich der Sauferei. Meinst du, sie bekommen nicht doch was mit? Zumindest, dass es dir nicht wirklich gut mit ihm geht? Warum willst du ihnen gegenüber ein Bild aufrecht erhalten, das ein Scheinbild ist? Traust du ihnen nicht zu, dass sie damit umgehen können oder hast du Angst, die große Harmonie wäre dann gestört? Leben musst du dein Leben ja alleine, nicht deine Kinder. Deine Kinder leben ja auch ihr Leben alleine...

    Ja, deinen Kindern ist es sicher wichtig, dass es dir gut geht. Umgekehrt ist es ja auch so und es ist schön, familiären Rückhalt auch zu haben. Ein schönes Verhältnis Mutter - Kinder. Das ist ein wunderbares Gefühl, ich weiß das, denn ich bin auch Mutter. Und ich kann mir auch vorstellen, dass es dir wichtig ist, dass deine Kinder auch den neuen Partner akzeptieren und mögen. Es war ja bei mir nicht anders. Ich war und bin froh, dass mein Mann von meinen Kindern gemocht und akzeptiert wird. Und unsere Enkelin liebt ihn heiß und innig, obwohl er nicht ihr Opa ist. Aber Opa ist auch nur ein Wort, die richtigen Opas saufen beide...

    Oh, jetzt habe ich aber eine Menge rumgetextet hier. Manchmal ist das so bei mir, da schreib ich und schreib ich...

    Ich wünsche dir nun einen schönen Sonntag und hoffe, du kannst die Zeit mit dir alleine genießen und zur Ruhe kommen.

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo,

    ich fütter doch mal wieder mein Fädchen hier...

    Inzwischen habe ich leider eine Ablehnung meines Rentenantrages bekommen und Widerspruch eingelegt.

    Ich hatte eine ziemlich schwere depressive Episode. Zum einen, weil jetzt die Geburtstage meiner Kinder sind. Mein Sohn hatte schon, meine Tochter hat am Montag dann. Sie wäre dann 34...

    All das und noch eine Menge anderer Dinge haben mich wieder in den Strudel gerissen. Zum Glück konnte ich da schnell wieder heraus, ich bin froh, dass ich inzwischen durch die Therapie und auch durch die Auseinandersetzung mit mir hier im Forum genug Werkzeuge habe.

    Ich muss lernen, mit der Depression zu leben, sie gehört zu mir. Noch eine Wegbegleiterin neben der Trauer und der Angst. Ok.

    Heute fliegt nun wieder unsere Enkelin hier ein und wir werden uns einen gemütlichen Fußballabend machen. Auf ihren Wunsch hin... :lol:8)

    Aurora

    Liebe Irene,

    Zitat

    Was ganz sicher ist das ich mir eine Selbsthilfegruppe suchen werde, die auch zu meinen flexiblen Arbeitszeiten passt. Ich hoffe sehr das es so etwas auch gibt.

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe!

    Denn das sind wir hier. Hier ist meine einzige SHG, ich bin seit 9 Jahren mit dabei. Ich bin sehr viel im geschlossenen Bereich, da kann nicht die ganze Welt mitlesen und das Wort bleibt dort, anders ist es auch nicht, wenn ich real irgendwo hingehe. Ich habe eine Zeit lang auch nebenher eine reale Gruppe besucht. Und erkannt, dass ein Austausch über Co-Abhängigkeit hier sehr viel intensiver und besser ist.

    Ich habe damals auch eine Gruppe gesucht, die zu meinen Arbeitszeiten passt. Ich habe im Einzelhandel gearbeitet. Und hier bei uns ist rund um die Uhr geöffnet :D . Das war und ist für mich auch ein sehr großer Pluspunkt.

    Wenn du also magst und denkst, hier bei uns ist es toll freue ich mich, wenn du hier bleibst und uns als deine SHG nimmst. Du kannst dir überlegen, ob du in den geschlossenen Bereich wechselst, das kostet monatlich einen kleinen Beitrag, dafür ist es dort aber ganz geschützt.( Und auch reale Gruppen sind meistens nicht kostenlos.) Es gibt dort Fotos von uns, teilweise auch private Kontakte inzwischen. Du kannst dort chatten und hast -fast- immer einen Ansprechpartner. Ich habe hier meine beste Freundin gefunden und meinen Mann :wink: .

    Ja, also herzlich willkommen in unserer SHG, die gerne auch deine werden kann. Bzw. ein wenig ist sie das ja schon, denn du bist ja hier. :) .

    Liebe Grüße
    Aurora

    Hallo gibteshoffnung,

    auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Was du über deine Situation schilderst kann ich sehr gut verstehen, denn so in der Art war es auch bei mir! Nur das ich das viele Jahre, mehr als 2 Jahrzehnte, durchgehalten habe.

    Zitat

    Was ich genau will. Kann ich momentan noch nicht genau sagen, ich kann aber sagen was ich nicht mehr will und das ist so ein Leben wie die letzten Monate.

    Diese Erkenntnis ist Gold wert! Darauf kannst du aufbauen. Du hast jetzt die Möglichkeit, dir weitere Klarheit zu verschaffen. Indem du dir sagst, was du von deinem Leben in Zukunft erwartest, was du dir vorstellst, wie es sein soll. Du bist ja noch jung und sehr viele Wege stehen dir offen.

    Und wenn du dann weißt, was du willst, kannst du weitere Schritte machen. Nämlich Schritte in ein Leben, in dem es dir gut geht.

    Ich finde es echt stark, dass du die Polizei informiert hast über die Trunkenheitsfahrt! Ehrlich, ich habe das damals nie geschafft :oops: . Und hatte sehr lange mit Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen deshalb zu kämpfen. Es ist sehr schwer, einen nahestehenden Menschen anzuzeigen. Ich finde das sehr konsequent und das zeigt, wie ernst du es meinst und wie gut du auch Grenzen setzt. Grenzen für Dinge, die du nicht mehr akzeptieren kannst. Das zu können ist sehr wichtig und hilfreich, um aus solcher Beziehung heraus gehen zu können.

    Dein Mann wird so vielleicht schnell klar erkennen, wie ernst dir das alles ist und dass du irgend welche Spielchen nicht mitmachst. Ich habe zum Beispiel immer und immer wieder Dinge angedroht damals, die ich dann zu feige war durchzuziehen. Mein Exmann hat mich dann gar nicht mehr ernst genommen. Er hat über mich nur noch gelacht :( . Kein schönes Gefühl...

    Als ich dann zum Schluss meinte, ich würde mich jetzt endgültig trennen, hat er so fett gelacht und zu unserem Sohn gesagt, "das hat die schon oft gesagt, macht die ja doch nicht!" Ich hab's dann gemacht... Da war er baff.

    Ich wünsche dir jetzt erst mal ein gutes Wochenende
    viele Grüße
    Aurora