Hallo Joanne,
du schreibst:
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.......und ich bin nun mal ein Mensch der nicht so stumm leben kann,ich muß reden,will ihn fragen was gestern wieder los war?
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warum will ich es von ihm hören oder auch nicht.
Ich kenne diese Dinge von mir auch. Hinterher, wenn Exmänne wieder einigermaßen ansprechbar schien, wollte ich reden, hab ihm Dinge erzählt, Vorwürfe gemacht usw. Ich wollte einfach damit erreichen, dass er sagt:"Du hast ja Recht!" Ich wollte, dass er dadurch endlich was sieht, hinsieht. Und ich wollte meine Wahrnehmungen bestätigt haben, denn meinen Wahrnehmungen traute ich garnicht mehr. Er sollte mir sozusagen bestätigen, dass er wirklich wieder so besoffen gewesen war, dass er wirklich Alkoholiker ist. Und dass er sich entschuldigt dafür. Und ich wollte es einfach verstehen.
Dass er das nicht erfüllen konnte, einfach weil er als Abhängiger dazu garnicht in der Lage war, das musste ich auch erst lernen. Hinterher, als ich schon getrennt lebte und mich hier im Forum auch durch die Threads der Alkis las. Das hat mir das Loslassen sehr erleichtert.
Auch das kenne ich:
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Lege ich es darauf an,damit ich wieder so richtig wütend auf ihn werde,oder warum will ich es von ihm hören oder auch nicht.
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........ will ich das er mir mit seinen Worten wehtut
Ich habe es auch darauf angelegt. Denn damit bestätigte ich wiederum auch, dass ich wirklich nichts wert war. Für ihn nicht und ich mir selbst auch nicht. Und ich konnte mich wieder wunderbar als Opfer fühlen, als die Starke, die ja all diesen Schmerz heldenhaft aushalten konnte. Ich habe gedacht, na siehste, mehr hast du eben nicht verdient (so in der Art dachte ich es), hast ja alles versucht. Und gleichzeitig konnte ich dadurch Verachtung für ihn fühlen, für seine Schwachheit, nicht aufhören zu können.
So haben wir uns gegenseitig immer mehr hinunter gezogen und gegenseitig weh getan.
Als ich getrennt war, war es ein wenig anders. Da versuchte ich zwischendurch, dass er mir weh tut, damit ich erkennen konnte, dass ich ein Recht gehabt hatte mich zu trennen. Oder ich tat ihm weh, damit er denken sollte," zum Glück bin ich die Alte los...". Damals konnte ich noch nicht so gut erkennen, dass es jedermanns und jederfraus Recht ist, Situationen und Lebensgemeinschaften zu beenden, wenn sie einem nicht mehr gut tun! Dass eine klare Ansage, ein "Stopp, es reicht" genug sind, um etwas zu beenden. Alle dürfen das, alle Menschen! Auch du!
Du hast die ersten Schritte gemacht, warst beim Arzt und beim Anwalt. Auch wenn es beim Anwalt erstmal langsam losgeht und nicht gleich in die Vollen, so ist das ein Schritt! Denn du tust etwas dafür, dass es dir wieder besser gehen kann. Das dauert aber auch, es dauert alles seine Zeit, und kleine Schritte sind erstmal besser als große. Hauptsache, du bist in Bewegung. Starr warst du doch lange genug.
Du sitzt nun da mit Bauchschmerzen, ist doch klar. Denn es ist eben auch nicht leicht, sich von alten, bekannten Dingen zu lösen. Das tut weh! Das ist leider so. Auch wenn die alten Dinge scheußlich waren, trotzdem sind sie vertraut und du warst sie gewohnt. Nun kommen so viele Sachen, die sind erstmal ungewiss, unsicher. Das macht schon Angst. Glaub mir, ich hatte so viel Angst, am Anfang, das hat auch eine lange Weile gedauert, bis das immer weniger wurde! Manchmal ist da jetzt noch bissi Angst, es dauert eben so lange, wie es dauert.
Ein Wunder wird wohl nicht geschehen, oder doch, aber du musst dafür für dich selbst aktiv sein! Du machst dir deine Wunder selbst. Das geht! Ich rede da aus Erfahrung
. Das Leben hat noch viele schöne Dinge parat. Von dem großen, süßen Lebenskuchen stehen dir noch große Stücke zu! Nur nehmen musst du sie dir selbst, einen Servierer gibt es leider dafür nicht...
Liebe Grüße
Aurora