Hallo,
und huhu Ayki
, jaaaa, meine Anfänge hier, wow, was habe ich rumgeeiert, mich unsicher gefühlt. Du hast mich ja als eine der ersten hier in Empfang genommen. Mir so manchen ersten Anstoß gegeben.
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Danke für die Glückwünsche.
Morgen ist es soweit. Um 9.45 h ist es vorbei mit meiner Ehe. Ich fühle mich ziemlich durchwachsen die letzten Tage. Geb ich zu...
Ich hatte auch mein letztes Therapiegespräch, da konnte ich mir auch nochmal positive Rückenstärkung holen und ein Resümee ziehen. Und das mach ich seither. Im Kopf. Da geht es schon rund. Auch wenn nun alles so ist, wie ich es wollte und wie es gut für mich ist, ist es nochmal ein Abschiednehmen. Mein altes Leben ist dann endgültig vorbei, sozusagen. Seit 3 Jahren verarbeite ich ja nun schon diese ganzen Dinge. Wie es war in meiner Ehe, was Exmänne mit mir gemacht hat. Diese Demütigungen, das immer stärker werdende Abwerten meiner Person. Er der Machthaber, ich die Putzfrau, die "Mutter seiner Kinder". Mehr nicht. Wichtig waren immer nur seine Sippe und an erster Stelle sein Wohlbefinden. Egal, um welchen Preis. "Er ist doch soooo sensibel, haaach, er ist doch eben nicht so belastbar wie andere, haaaach, so ist er eben..." O-Ton Exschwiegermutter
. Und ich immer emsig am werkeln, immer alles richtend, immer bereit, meinen Kopf hinzuhalten.
Und dann der Suff. Immer mehr wurde es im Laufe der Jahre. Die letzten Jahre war es die Hölle für mich
. Es war unberechenbar, mein Leben, voller Angst und Zwang. Voller Wut und Enttäuschung. Ich war enttäuscht und frustriert, weil ich es einfach nicht schaffte, einen Schlussstrich zu ziehen. Weil ich immer wieder blauäugig seinen Beteuerungen glaubte. Weil ich dachte, die finanzielle Sicherheit ist wichtiger als das Andere. Das Leben, das Glück. Und ohne Mann leben
, das konnte ich mir ja nun garnicht vorstellen. Eine liebesleere Beziehung war mir wichtiger, als mein Wohlbefinden, wenn ich mich nur einigermaßen sicher fühlen konnte.
Und die ganzen Schuldgefühle und Verantwortlichkeiten, die mich überkamen, nach der Trennung noch mehr als vorher. Manche sind noch immer da, ganz bissi...
. Der Weg, der ganze Prozess, das dauert eben. Es ist aber anders geworden in der Zeit. Nicht mehr so schmerzhaft und drängend. Es sind Fetzen trauriger Gedanken an eine andere Zeit.
Und so geht es mir in den letzten Tagen. Das Schlimme ist nicht mehr so schlimm. Das Gute ist nicht mehr so gut. Es sind Erinnerungen an vergangene Zeiten. Letztens musste ich soooo weinen, ich hörte von einem Sänger ein Lied für seine Kinder, da sah ich mich wieder als junge Frau und Mutter, mit dem Baby auf dem Arm und voller Liebe und Hoffnung. Auf ein Leben mit Exmänne, das mir damals noch so rosig erschien. Ich habe geweint, um diese junge Frau und um die vergangene Zeit, weil es so schön war.
Nun ist es auch schön, anders schön. Ich bin eine reife Frau geworden, gewachsen an den Dingen, die ich erlebt habe. Mein Weg liegt so klar vor mir wie nie. Das konnte ich als junge Frau noch nicht so sehen. Mein Erfahrungsschatz, mein Schmerz der ganzen Jahre, aber auch die positiven Zeiten haben mich geformt und zu der werden lassen, die ich jetzt bin.
Morgen um 9.45 h, da gehe ich als verheiratete da rein und komme als unverheiratete da raus. Zusammen mit Exmänne, wir gehen zusammen da hin. Wir können wieder Freunde sein, heute, haben auch vorhin schon lange telefoniert. Er ist trocken, das macht es einfach. Ich bin dankbar dafür, das macht es so unkompliziert! Freunde sein, keine guten Freunde aber Freunde, mehr ist es nicht. Aber es ist mehr, als ich jemals dachte, für ihn nochmal empfinden zu können.
Aurora