Beiträge von Aurora

    Hallo Kirschle,

    eher:jetzt hast du es so lang ausgehalten,jetzt brauchst auch nimmer gehen.

    Das empfinde ich irgendwie sehr abwertend dir gegenüber. Ich würde es eher so sehen: jetzt hast du es so lange ausgehalten, es wird Zeit, dass du dein Leben endlich frei und unbeschwert leben kannst.

    Wenn ich jetzt drüber nachdenke ,frag ich mich wie blöd ich war.

    Die Frage hab ich mir auch damals oft genug gestellt. Ich hab mich nach 26 Jahren getrennt. Davon waren die ersten paar Jahre noch gut aber danach ging es los. Mit immer mehr Alkohol und immer mehr fiesem Verhalten mir gegenüber...

    Hab eigentlich alles zu hause gemacht und er musste sich nicht mehr um viel kümmern.

    Genau so war es auch bei mir. Ich war nach der Geburt der Kinder erstmal 13 Jahre nicht berufstätig. Ich bin Jahrgang '58 und auch noch so sozialisiert, die Frau kümmert sich um Haushalt, Kinder, Ehemann, wobei - Ehemann an erster Stelle. Und das war auch die Lebensphilosophie meines ersten Mannes. Der hat sich nur die ersten Jahre noch bisschen gekümmert.

    Mit zunehmender Trinkerei wurde es immer weniger. Und ich, als gute Hausfrau, als fürsorglicher Mensch und überhaupt, hab immer mehr übernommen. Versucht, Normalität herzustellen bzw zu erhalten. Versucht, ihn zu " heilen", wieder als Partner zu bekommen. Ich hab mich echt abgeschuftet. Angestrengt. Dachte, ich wäre nicht gut genug weil es nicht funktioniert hat, was ich tat. Also es gab ja nie ein positives, langfristiges Ergebnis.

    Später war ich dazu noch berufstätig. Und wenn du die vielen Lebensberichte der Coabhängigen hier liest wirst du immer wieder große Ähnlichkeiten finden. Immer wieder diese Versuche, das Leben am Laufen zu halten. Immer wieder die Versuche, die Familie zusammenzuhalten. Eine Normalität zu erhalten. Immer wieder erfolglos... Und am Ende die Cos, völlig erschöpft, oft depressiv, ohne eigenes Leben weil immer alle und alles andere Vorrang hatte.

    Aber okay. Ich kann von mir sagen, dass ich mein Leben damals so gelebt habe wie ich dachte, dass es richtig ist. Ich hab mein Bestes gegeben. Ich wusste nichts von Coabhängigkeit oder was Alkoholismus bedeutet. Vielleicht war es ja bei dir ähnlich.

    Also sei nicht böse auf dich. Sondern sei liebevoll zu dir. Du hast es verdient, glücklich zu sein. Wie das bei dir aussehen kann, weißt du noch nicht so richtig. So empfinde ich das. Aber das geht auch nicht innerhalb von ein paar Tagen, eingefahrene Bahnen zu verändern.

    Aber es geht. Nach und nach. Es ist aber notwendig, dafür was zu tun. Und darum bist du hier richtig. Weil der Austausch helfen kann, eigene Gedanken in Bewegung zu bringen.

    So, habe feddisch...

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Pilatesqueen,

    ich kann mich EllaDrei nur anschließen. Alkoholiker ist Alkoholiker. Und du beschreibst ja auch, dass dein Mann weitere psychische Erkrankungen hat. Ausraster, Gewaltausbrüche. Das kommt noch obendrauf und Alkohol enthemmt erst recht und macht es wohl noch schlimmer.

    In Austausch gehen macht Sinn mit anderen Coabhängigen. Was verspricht du dir von einem Austausch mit einem trockenen Alkoholiker? Denn hier gibt es nur Trockene.

    Lieber Gruß Aurora

    Liebe foxi,

    Sorgen um die Kinder... Mein Sohn ist 40 und ich mache mir noch immer Sorgen. Obwohl er nicht abhängig ist. Er ist einfach nur ER und geht seinen Weg völlig anders als ich es je dachte. Hatte dadurch schon viel schlechte Erfahrungen und Schmerz.

    Mein damaliger Therapeut hat mir mal gesagt, ich solle meinen Einfluss auf meine Kinder nicht überschätzen. Da kämen noch sehr viele andere Einflüsse dazu.

    Deine Angst und ja auch Trauer verstehe ich sehr gut. Wenn du magst, fühl dich umarmt.

    Herzensgrüße Aurora

    Hallo kirschle,

    was bei anderen Leuten so los ist, weißt du vielleicht auch nicht so genau. Ob die das wirklich so locker sehen oder einfach sich nicht trauen, darüber zu reden. Oder sich mit ihren Durchhaltesprüchen selbst beruhigen.

    Aber was zählt ist doch, wie es DIR geht. Und dass DU am Limit läufst. Und darum ist es gut, dass du dir hier Hilfe zur Selbsthilfe suchst. Denn mit Durchhalteparolen und " hab dich nicht so" wird dir hier keiner kommen. Oder mit " dann trink doch mit".

    Ich hab selbst erfahren, dass mein Umfeld mir so Sachen erzählt hat. Das hat mir nicht geholfen sondern mich eher noch länger in der Situation stecken lassen. Weil ich tatsächlich die Schuld an allem bei MIR gesucht habe. Ich hab mich also noch mehr gestresst gefühlt. Gedacht, ich wäre zu blöd. Zumal mein Exmann mir auch eingeredet hat, ich würde übertreiben und solle mich nicht so anstellen und würde alles eh völlig falsch sehen.

    Genau, sortier dich erstmal, lass alles sacken

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo und herzlich willkommen Rhino,

    Ich übernehme viele Dinge wie z.B. den Einkauf, online einige Dinge zu recherchieren und einen Plan erstellen.

    Was meinst du damit, dass du Dinge recherchierst und einen Plan erstellst?

    Er hatte vieles durchzustehen (meine Gesundheit) und ich habe verstehen können, dass er deswegen mehr trinkt.

    Und was hat deine Gesundheit damit zu tun, dass er es " durchstehen" musste und deshalb trinken muss?

    Nicht erschrecken, ich frage das um es besser verstehen zu können.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo foxi,

    ich kann mir nur ansatzweise vorstellen wie schwer es ist, sich von seinem Kind abzugrenzen. Nicht zu helfen weil es keinen Sinn hat.

    aber es geht ja auch eher darum wie wir damit fertigwerden dass er jetzt arbeitslos ist, und wir halten uns fern und versuchen es mit Distanz. Was er jetzt vorhat keine Ahnung, ich melde mich auch nicht und wir fragen auch nicht......

    Das ist mit Sicherheit sehr schmerzlich und sehr schwer durchzuziehen und auszuhalten. Aber es ist die beste Lösung für dich und deinen Mann damit ihr euer Leben auch leben könnt. Das Schlimme in Beziehungen mit Abhängigen ist ja, dass auch das Umfeld mit kaputt an dieser Sucht geht.

    Im Grunde genommen wäre es gut, wenn euer Sohn und auch eure Schwiegertochter nicht mehr die Möglichkeit hätte, Kontakt zu euch aufzunehmen. Denn durch seine Anrufe und sein Jammern über seine Lage werdet ihr immer wieder mit reingerissen. Und macht euch ja doch Gedanken. Habt Ängste. Und eure Schwiegertochter gibt ja auch bloß ihre eigene Belastung an euch weiter.

    Geholfen ist damit keinem von euch allen. Es stecken bloß alle zusammen in seiner Sucht fest.

    Ich schick dir mal ganz viel Mut rüber, weiterzumachen. Von eurer Seite her könnt ihr inzwischen gut die Distanz und Grenze wahren. Der nächste Schritt ist, dass eure Grenzen auch für seine Seite zu sind.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo releaseme,

    Ich fühl mich gerade nur leer traurig und unendlich müde. Vl wars das jetzt wirklich... unglaublich.. Ich hätte das nie nie nie erwartet, dass UNS soetwas passieren wird.

    Das ist erstmal ein sehr schlimmes Gefühl. Aber ganz, ganz viele von uns Cos hier, ich eingeschlossen, haben das auch gedacht. Wer rechnet schon damit, dass es so wird.

    Mein Exmann hat auch schlimme Dinge zu mir gesagt und er wusste genau, womit er mich mitten in's Herz treffen konnte. Das hat sich angefühlt als hätte er mich geschlagen. Und im Grunde genommen ist es ja auch so. Worte können Waffen sein. Genau DAS ist dir heute passiert.

    Er hat Schuld und Verantwortung auf dich abgewälzt. Das ist erstmal schlimm. Aber ich sag dir, dass du keine Schuld an etwas hast, du bist nicht verantwortlich. Dass er trinkt ist eine Folge der Sucht, es ist nur bequem für ihn, sich mit solchen Ausbrüchen zu rechtfertigen. Das passiert in solchen Beziehungen immer und immer wieder.

    ich habe Job und viele Leute die mir helfen,

    Das ist sooo viel wert.

    Aber jetzt atme erstmal durch und versuche, zur Ruhe zu kommen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo releaseme,

    heute Vormittag hast du im SOS -Bereich geschrieben:

    releaseme
    21. September 2025 um 13:32

    Wie geht es dir inzwischen. Konntest du dich etwas beruhigen und den Tag noch einigermaßen in Ruhe verbringen?

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Krümel,

    Ist es okay, wenn ich hier einfach ein bisschen vor mich hin lamentiere? Es fühlt sich gerade an, als hätte ich die Büchse der Pandora geöffnet und es ist erleichternd, mit Menschen zu kommunizieren, die keinen von uns kennen und alles neutral bewerten können, sich mit der Thematik auskennen..

    Das ist völlig okay. Und dass es da jetzt plötzlich plopp und plopp bei dir macht ist super. Denn es bewegt sich was und das ist gut. Das ist der Sinn des Austausches.

    Er hat mit seinen Freunden über sein Problem gesprochen, das rechne ich ihm unfassbar hoch an! Dass von denen aber keiner ihm den Kopf wäscht, keiner von den Wiesn zurücktritt, keiner ihn nach dem Verstand fragt... ich verstehe es nicht.

    Natürlich sagen die nichts weiter, warum sollten sie ihm den Kopf waschen? So wie du diese Gruppe beschreibst hängen die alle ziemlich drin. Und keiner will da genauer bei sich selbst hinsehen. Was sie müssten, würden sie ihm den Kopf waschen...

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Kruemel und herzlich willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe,

    Fakt ist, dein Mann sagt, dass er nicht auf das Trinken von Alkohol verzichten will. Eine Abhängigkeit kann keiner diagnostizieren außer er selbst. Aber es ist schon heftig, was er da tut.

    Dich belastet sein Konsum sehr und du denkst dauernd drüber nach. Du hast eine regelrechte Abneigung dagegen, inzwischen. Und genau DAS ist es, was wichtig ist.

    Denn daran kannst du was ändern, wenn du es möchtest. Solange dein Mann meint dass es okay ist, was er macht, solange er das schönredet, solange wird er weitermachen wie bisher.

    Wenn du dich hier mit anderen Angehörigen austauschen möchtest, klick auf diesen Link:https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Schreib kurz, dass du um Freischaltung bittest. Dein Thema wird dann von hier in den Bereich für Angehörige und Coabhängige verschoben, dort ist dann der Austausch.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo,

    wir sind im Urlaub und es ist DIE Erholung. Ich schlafe ellenlang, anscheinend hat mein Körper, meine Seele einen großen Nachholbedarf. Ich geh vor 22h in's Bett und penne bis kurz vor 7h. Das habe ich schon ewig nicht mehr gekonnt, das ist soooo gut.

    Das Wetter hier an der See könnte klitzekleines bisschen besser sein aber es ist okay. Ich fang an mich wie neugeboren zu fühlen 😄. Und das ist ja der Zweck vom Ganzen.

    So kann es von mir aus jetzt bleiben.

    Aurora

    Hallo Haferflocke,

    Kennt das noch jemand, dass man das Gefühl hat, seinem Partner nicht mehr Vertrauen zu können? Ich habe wirklich lange überlegt, woran dass wohl liegen kann.

    Oh ja, das kenne ich gut.

    Nach der Trennung damals war mein Exmann erstmal nüchtern. Und wir haben ( leider, wie ich heute sage) noch viel zusammen unternommen. Eigentlich waren wir wie ein altes Ehepaar, nur mit getrennten Wohnungen. Was ich aber die ganze Zeit gemerkt hatte war, dass ich kein Vertrauen mehr hatte. Im Grunde genommen wartete ich nur darauf, dass er wieder trinken würde.

    Denn das war ja meine Erfahrung all die Jahre gewesen. Ich hab gedroht, er hat eine Trinkpause gemacht. Bis ich wieder in der Spur war und es von vorne losging.

    Er hatte mir auch, als nasser Alkoholiker, vieles versprochen, was er tun würde, nicht tun würde und so. Worauf ich mich immer wieder verlassen hatte. Und immer wieder war es nicht so. Ich konnte mich auf nichts verlassen.

    Na klar ist das Vertrauen dann irgendwann weg.

    Und ich merke auch, wie in mir zwischenzeitlich die Hoffnung aufkommt, wenn er sich noch ändert, wie unsere Träume doch noch in Erfüllung gehen könnten. Total bekloppt. ICH weiß dass das nichts wird.

    Nicht bekloppt. " Die Hoffnung stirbt zuletzt" ist so ein geflügeltes Wort. Was mich zum Beispiel auch viel zu lange hat festhalten lassen. Ich wollte um's Verderben doch meinen Lebenstraum nicht aufgeben müssen. Du weißt, dass es nichts wird, das ist gut. Aber den Kopf ploppt halt gerne nochmal ein Schild auf. Dann plopp doch einfach ein neues Schild dagegen auf.

    So in etwa: "Nööö, keine Chance, das wird nix mehr". Oder was auch immer.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Simsalabim,

    ich habe auch eine zeitlang einmal das Forum als SHG gehabt und eine reale Gruppe vor Ort. Bei der realen Gruppe war der Angehörigenteil eher spärlich. Ich hab versucht, da mehr Schwung reinzubringen, was mir in meiner Ortsgruppe auch gelungen ist. Aber inzwischen bin ich seit über 10 Jahren nur noch hier.

    Es ist gut, dass du ausschöpfst, was du an Selbsthilfe bekommen kannst. Du erscheinst mir noch in vielem sehr festgefahren. Gut, dass du das ändern möchtest. Dazu ist es nie zu spät.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Simsalabim,

    und, wirst du es tun? In die reale SHG gehen? Konntest du inzwischen schon für dich sortieren, wie es für dich weitergehen kann?

    Hier gibt es ja ganz viele Wege, wie Angehörige für sich was verändert haben um wieder ein gutes Leben zu bekommen. Ich hoffe, du konntest davon schon was für dich mitnehmen, vielleicht sogar was für deine Situation anwenden.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Haferflocke,

    erstmal herzlich willkommen.

    Es ist die Zukunft einer ganzen Familie, die da den Bach runter geht. Meine Hoffnung, meine Vorstellung von Zukunft... das macht mich grade traurig.

    Ja, das ist ja auch traurig. Wünsche, Hoffnungen aufzugeben, das ist erstmal ein Gefühl von Trauer und Verlust.

    Aber es ist ja nur ein ( berechtigter) Teil vom Ganzen. Aus diesem System auszusteigen bedeutet auch viel mehr Gutes. Neue Wege und Möglichkeiten, Sicherheit für die Kinderseelen, die in einem geschützten Rahmen groß werden können. Das bedeutet Lebensfreude, neue Chancen. Ruhe und Lachen.

    Ich konnte dieses System erst verlassen, da waren meine Kinder schon groß und ich Ende 40. Ich war leer, ausgebrannt, depressiv, völlig erschöpft. Meine Kinder waren erleichtert, dass ich diesen Schritt machen konnte.

    Und dann haben sich überall neue Türen geöffnet. Und es kam sogar, unerwarteterweise, eine neue Liebe dazu. Eine, die es wert ist, die glücklich macht und völlig anders ist. Lebenswert und erfüllend.

    Ich kann es nur empfehlen. Was unglücklich macht und nicht mehr passt zu verändern, zu verlassen.

    Liebe Grüße Aurora