Beiträge von Aurora

    Hallo Luffi,

    Aber da gibt's niemanden... ich muss alles allein schaffen.

    Echt, genau so waren damals auch meine Gedanken. "Ich muss alles alleine schaffen, es steht niemand hinter mir, keiner, der mich mal auffängt".

    Da habe ich mich so richtig in eine passive Opferrolle fallen lassen. Denn es war so, dass ich auch niemanden um Unterstützung gebeten hatte, nach außen immer die Starke gewesen bin, mir nicht habe anmerken lassen, was wirklich in und mit mir los war. Ich habe immer gedacht, mein Umfeld müsste es doch sehen, wie schlecht es mir geht. Mir helfen, mich da rausholen.

    Ich weiß nicht ob es bei dir auch so ist gerade aber das was du schreibst erinnert mich sehr stark an diese Gefühle, die ich hatte.

    Das wurde dann sehr schnell besser als ich aktiv geworden bin. Mir Hilfe gesucht habe. Mehr und mehr auf mich geachtet habe. An meinen freien Tagen ( ich war da Teilzeit beschäftigt) was für mich unternommen habe.

    Vielleicht gibt es ja Möglichkeiten, Dinge, die du für dich tun kannst auch wenn du krankgeschrieben bist. Du musst ja nicht dauernd bei deinem Mann hocken. Vielleicht hast du in deinem Zuhause eine kleine Ecke nur für dich. In der du lesen kannst, dich ausruhen kannst. Ich hab damals ganz viel Musik über Kopfhörer gehört. Durch die Kopfhörer war ich sozusagen für mich.

    Du hast selbst eine Erkrankung, nimm dich ernst damit. Du bist wichtig.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo,

    ganz, ganz lieben Dank für die Wertschätzung, die ihr für mich habt. Das bedeutet mir so unglaublich viel. Es zeigt mir, dass ich etwas bewirken kann. Denn das möchte ich.

    Nun ist es nicht nur eine besondere Leistung, sich heute noch mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

    Ich sehe das nicht als besondere Leistung. Es ist mir eher ein Anliegen für ein Thema dazusein, das noch immer eher vernachlässigt wird. Keine oder viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

    Für Alkoholiker, Abhängige anderer Drogen oder süchtiger Verhaltensweisen gibt es schon viele Anlaufstellen. Alkoholismus ist, zurecht, inzwischen eine anerkannte Erkrankung. Aber die Angehörigen, die Partner und vor allem die Kinder fallen oft noch immer hinten runter.

    Coabhängigkeit, das Zusammenleben mit einem abhängigen Menschen macht so viel mit einem Partner, mit den Kindern. Emotional, körperlich. Auf allen Ebenen.

    Diese Möglichkeit, die das Forum bietet, sich auszutauschen, mit Menschen in den Austausch gehen zu können die nicht mit irgendwelchen lockeren Tipps um sich werfen sondern aus eigenem Erleben berichten, das empfinde ich als so wichtig. Sagen zu können, " ich weiß, wie es sich anfühlt" kann in jemanden Welten bewegen.

    Wenn ich hier was mitteile, sei es in meinem eigenen Thread hier oder bei den Menschen, die noch in diesem System drinnen sind, dann teile ich meine eigene Erfahrung mit, das, was ich hier von anderen erfahren habe, das, was mir selbst geholfen hat.

    Und das machen auch alle anderen Mitglieder, die hier in den Austausch gehen. Das ist unglaublich toll. Das stößt was an in Menschen, kann etwas bewirken. Kann Selbsthilfe aktivieren, Mut machen, Wege zeigen. Und deshalb bin ich noch immer hier.

    Ich hab hier viel gelernt, für mich ändern und unglaublich verbessern können. Noch immer. Das ist, glaube ich, ein lebenslanger Prozess. Ich bin für mich hier und für Menschen, die an meinem Weg Anteil nehmen möchten und Mut daraus ziehen können.

    So, das war das Wort zum Sonntag. 😅😉

    Aurora

    Hallo,

    zuerst mal danke an euch alle, für die vielen Herzen und die lieben Worte. Das ist echt schön ❤️.

    Was wären für dich rückblickend die größten, wenn auch kleinen Erkenntnisse?

    Puh, ich hab echt überlegt. Ich kann das garnicht ganz genau sagen. Es war eine Ent-wicklung. Jeder neue Schritt bewirkte was und machte mich sicherer.

    Die erste Erkenntnis war, dass ich keine Schuld an seinem Trinken hatte. Denn das hatte er mir ja immer wieder jahrelang eingeredet. Wer von uns Cos kennt das nicht...

    Das war eine riesige Entlastung.

    Dann die Erkenntnis, dass ich durchaus alleine zurecht kommen kann und werde. Ich diesen vermeintlichen Makel einer gescheiterten Ehefrau nicht mehr als solchen empfand.

    Es wurde mir klar, dass ich das Recht auf Glück habe. Ich DARF glücklich sein auch wenn ich ihn seinem Schicksal überlasse. Denn er ist ein erwachsener Mensch und hat alle Möglichkeiten und das Recht, sein Leben nach seinen Vorstellungen einzurichten. Dazu braucht er mich nicht, ich bin nicht zuständig, nicht verantwortlich.

    Ich darf Grenzen setzen. Nein sagen. Das Leben genießen. Den Fokus auf MICH legen. Ich habe einen Wert und Würde und darf das verteidigen.

    Das ist mir jetzt so eingefallen. Erstmal.

    Aurora

    Hey,

    heute vor 18 Jahren habe ich mich hier angemeldet. Voll entschlossen, endlich was für mich zu tun. Mein Fädchen hier hab ich ein paar Tage später angefangen, ich hatte mich vor lauter Aufregung bei meiner email- Adresse vertippt und deshalb konnte mir der damalige Forenbetreiber den Freischaltungslink nicht schicken.

    Ich hab es dann nochmal probiert und voilà, da war ich. Und bin ich immernoch.

    Was dann daraus geworden ist, ist einfach unglaublich. Als ich die ersten Beiträge bekam hab ich geweint. Endlich waren da Menschen die wussten, wovon ich schrieb. Dass sie bestätigten, dass meine Wahrnehmungen richtig waren. Das war so unfassbar gut, hat mir Mut gemacht für meinen Weg. Dass ich hier sogar mal zu einem zweiten Mann kommen würde hätte ich nicht gedacht. Aber das ist tatsächlich auch noch passiert.

    Ich bin noch immer hier weil ich weiß wie gut es ist, verstanden zu werden. Zu sehen, dass Menschen genauso empfunden haben wie ich, dass sie wussten, wovon ich hier schrieb. Es war gut, Anregungen zu bekommen, Mut zu schöpfen, Wege zu sehen. Ich habe neue Freunde gefunden und mein Leben neu entdeckt.

    Aurora

    Hallo Marilyn,

    Alkohol wirkt auf allen Bereichen des Körpers. Und da verändert sich auch was im Gehirn, der Abhängige verändert sich auch in seiner Persönlichkeit. Da kommen auch Anteile zum Vorschein, die vorher vielleicht nicht so sichtbar waren. Alkohol enthemmt.

    Als würde man dem Tod auf mehreren Ebenen bei seiner Arbeit zusehen.

    Das ist das Schlimme daran. Denn solange der Abhängige trinkt, macht er sich kaputt. Ich sage da, es ist ein langsamer Selbstmord.

    Und dabei zuzusehen löst eben beim Angehörigen, bei dir, viele verschiedene Dinge aus. Weil einfach immer mehr aufhört zu funktionieren, was ein soziales Miteinander bedeutet und einen körperlichen und geistigen Verfall bedeutet.

    Das ist so schwer und das Umfeld leidet mit darunter. Bei mir war das mit einer der Gründe, dass ich mich trennen konnte. Ich hatte in meinem familiären Umfeld gesehen, was es bedeutet, dazubleiben. Ich hatte 3 Tanten, die das mitgemacht haben. Und irgendwann ist mir bewusst geworden dass ich auf dem Weg dahin waren, so wie sie zu werden.

    Diese Vorstellung, die Dinge, die ich da so oft gesehen hatte, waren echt schlimm. Meine Tanten waren mindestens genauso kaputt wie die Onkel.

    Gibt es noch irgendwo in diesem Körper den Menschen, der er mal war? Oder ist er jetzt für immer dieses gefühllose, toxische und machohafte?

    Bei meinem Mann war es so, dass er dann nüchtern auch eher so drauf war wie zu Trinkerzeiten. Es war einfach seine Persönlichkeit. Aber das muss nicht zwangsläufig bei allen so sein. Es nutzt dir jetzt bloß garnichts, darüber nachzudenken. Denn es sieht ja nicht so aus, dass er nüchtern werden will.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Marilyn,

    streich diese Gedanken mal gaaanz schnell aus deinem Kopf. Hier sind mal paar Stoppschilder für deinen Kopf. 🚫⛔️✋️

    Ich schreib sowas eigentlich nicht gerne aber das ist totaler Bullshit.

    Du bist an nichts schuld, du hast keine Verantwortung. Wenn ihm irgendwas nicht gepasst hätte an dir, hätte er gehen können.

    Liebe Grüße Aurora

    Vielen Dank ihr Lieben ❤️, ich bin echt baff und freue mich über eure Glückwünsche 🥰.

    Ich möchte ein wenig Mut machen mit dem, was ich hier so niederpinsel.

    Es gab Zeiten in denen ich dachte, es ist nur noch dunkel und schlimm. In mir war Ekel und Scham, Hass und Angst. Und irgendwas in mir war noch da was mich endlich hat handeln lassen. Und es hat sich so sehr gelohnt.

    Ich konnte meinem ersten Mann nicht helfen. Denn er wollte es nicht. Er hatte seinen eigenen Plan.

    Das ist okay aber da mein Plan ein anderer war konnte ich endlich gehen. Und mein Leben neu sortieren. Und dann wirklich leben. Denn das wollte ich.

    Aurora

    Liebe wieweiter,

    vielleicht trauerst du gerade um ganz viel. Um den Menschen, der nicht mehr da ist aber auch um deine Träume, Wünsche, gute Zeiten. Um all das, was ja auch mit ihm zusammenhing.

    Hast du schonmal überlegt ob du eine zeitlang einfach mal eine Trauergruppe besuchst? Kirchengemeinden bieten sowas an, zum Beispiel. Bei Google kannst du bestimmt erfahren, ob sowas in deiner Nähe ist. Ich habe mich nach dem Tod meiner Tochter und meines Enkels eine Weile in einem Internetforum für verwaiste Eltern ausgetauscht. Das hat mir gutgetan weil ich mich nicht mehr so alleine gefühlt habe.

    Da waren andere Mütter und Väter, denen das gleiche wie mir passiert ist.

    Es gibt bestimmt auch Foren für trauernde Partner. Nur mal so als Idee.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo,

    heute vor 14 Jahren habe ich meinen zweiten Mann geheiratet. Wir kannten uns seit Ende 2007, da wurden wir zuerst mal gute Freunde, die ab und an gerne gemeinsam in die Oper gingen.

    Ich hatte nach meiner Trennung vom ersten Mann erstmal echt genug von Männern. Und war vorsichtig, was das erste Operntreffen anbelangte. Aber das verflog schnell denn ich hatte einen Mann vor mir, der mit mir auf Augenhöhe und Respekt umging. Das war ich garnicht mehr gewöhnt.

    Im Laufe der Zeit wurde aus der Freundschaft Liebe. Und ich erfahre seitdem was es bedeutet, eine Beziehung auf Augenhöhe, mit Toleranz, Achtsamkeit, Respekt und Liebe zu führen. So, wie ich es immer wollte.

    Mein erster Mann war dazu nicht in der Lage. Aus vielerlei Gründen seiner Persönlichkeit und dann auch noch seiner Alkoholsucht. Ich hab versucht, die Beziehung so zu biegen, dass sie meinen Wünschen und Lebensvorstellungen entspräche. Dafür habe ich sehr viel in Kauf genommen und Energie reingesteckt. Jahr für Jahr.

    Warum eigentlich? Das habe ich mich damals nach der Trennung oft gefragt. Und vieles für mich herausfinden können, warum ich so gehandelt hatte.

    Es ist echt schwer zu erklären und zu begreifen, was Coabhängigkeit bedeutet. Menschen, die es selbst nicht erlebt haben können das meistens nicht wirklich nachvollziehen, warum man sich das antut.

    Ich für mich kann nur sagen, es war gut, dass ich irgendwann loslassen konnte. Mein Leben wieder selbst in die Hand genommen habe und was draus gemacht habe, was sich gut und richtig für mich anfühlt. Was mich glücklich macht. Ich konnte mit meinem zweiten Mann Höhen und schlimme Tiefen bewältigen. Weil kein Alkohol das Kommando hatte sondern wir frei entscheiden konnten.

    Es war nicht einfach, aus der Suchtspirale auszusteigen. Aber es hat sich gelohnt.

    Aurora

    Hallo Ella,

    Da wir ja nicht verheiratet sind und nicht zusammen leben, muss ich zwar nichts spezielles regeln. Aber ich will mich um meine Gesundheit kümmern, wieder fitter werden und mein soziales Netz stärken, neue Bekanntschaften knüpfen, ein paar positive Erlebnisse sammeln. Ich glaube, das gehe ich jetzt mal an. Gedanken an ihn halte ich zurzit nicht gut aus, deshalb versuche ich mal, den Blick neu auszurichten

    Das ist super denn das ist DEIN Weg. Du bist ihm zu nichts verpflichtet.

    Er kann und sollte jetzt seinen Weg alleine gehen.

    Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Silberstreifen,

    solche Dreistigkeit macht mich immer wieder sprachlos.

    Am besten ist es tatsächlich, dass du die Polizei rufst. Wenn du es jetzt nicht machst wird es sooo immer wieder passieren. Er muss einfach knallhart die Konsequenzen spüren.

    Hab Mut, was anderes wird dir kaum helfen.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Mailyn,

    ich habe auch erst nach der Trennung angefangen zu realisieren, was da eigentlich abgegangen ist. Ich war so in dieser Situation verstrickt dass ich es tatsächlich als Normalität empfand, was er so veranstaltete. Das passiert ganz oft in solchen Verbindungen, nicht nur mit Alkoholikern sondern eben in kranken Beziehungen.

    Du fängst an, dich daran zu gewöhnen.

    Im Zusammenleben mit einem Abhängigen entwickeln sich emotionale Dinge. Das ist eine Art Abhängigkeit. Oft sind Menschen betroffen, die aus dem Zusammenleben etwas für sich herausziehen. Das Kümmern gewissermaßen brauchen. Bei mir zum Beispiel war es, dass ich beweisen wollte, dass ich was wert bin, dass ich eine Daseinsberechtigung habe. Dass ich patent und belastbar bin. Dafür habe ich von Außen auch Anerkennung bekommen.

    " Toll, wie du das machst, dass du das aushältst", war sowas, was mir gesagt wurde. Und " wenn du dich trennst geht er völlig unter". Das ging runter wie Öl und dafür nahm ich viel in Kauf. Und hab weitergemacht...

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Heinzi,

    und herzlich willkommen.

    Du merkst es selbst, du kannst ihr nicht helfen. Solange sie es selbst nicht will kannst sonstwas tun, sie wird weitermachen wie immer. Du hast alles Mögliche getan damit sie nicht trinkt aber sie tut es doch. Weil die Sucht das von ihr verlangt.

    Du kannst dich gerne mit anderen Menschen hier austauschen, klick einfach auf diesen Link:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Schreib ganz kurz was dazu und dann wirst du freigeschaltet. Dein Thema findest du dann im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Marilyn,

    das liest sich so als hätte sich viel sortiert bei dir.

    Was ich bei dir immer wieder gelesen habe ist die Schuld, die du bei dir siehst. Und warum dadurch alles so gekommen ist.

    Dass er abhängig trinkt ist schonmal nicht deine Schuld. Es sei denn, du hättest ihm mit Gewalt die Flasche vor den Hals gehalten. Und deine psychischen Erkrankungen sind auch nicht schuld. Dafür kannst du ja nichts. Er hätte sich ja, wenn er damit nicht umgehen konnte, trennen können. Zum Beispiel.

    Eher lese ich aus deinen Beiträgen heraus, dass er deine psychischen Dinge dazu benutzt hat, benutzt, sich mächtiger zu fühlen indem er dich klein macht.

    Ich schließe heute damit ab, dass ich euch Berichte, dass ich mich gerade anfange abzunabeln und das ein sehr schönes Gefühl ist🫶🏼

    Darum finde ich das super, dass du dich von diesem Menschen, der dir nicht guttut, trennen willst. Auch für deine Tochter wird das viel besser sein. Sie bekommt ja mit, wie du behandelt wirst und wie er drauf ist. Und nun wird sie sehen dass es möglich ist, etwas dagegen zu tun und Grenzen zu setzen, dass eine Trennung eine gute Lösung sein kann. Und erlaubt ist.

    Das schöne Gefühl, dass du dabei hast, wird noch besser werden wenn du merkst, dass es dir auch nach und nach wieder besser gehen wird. Zu handeln ist immer ein gutes Gefühl, du bist nicht mehr ausgeliefert sondern hast Kontrolle über dein eigenes Leben.

    Liebe Grüße Aurora