Hallo Lui,
Habt ihr einen Rat für mich, was ich tun und wie ich ihn am besten unterstützen kann?
So kommen viele Angehörige von Alkoholikern hier an, ich habe es schon so oft gelesen. Und als ich selbst noch mit einem Alkoholiker in erster Ehe verheiratet war, hatte ich diese Gedanken auch, viele Jahre lang.
Ich sag's mal auf die gemeine Art aber wie es für einen Alkoholiker gut wäre. Am besten unterstützt du ihn, indem du sein Trinken unterstützt, immer eine Flasche bereit hast, ihm den Rücken freihältst, ihm hilfst wenn er umgefallen ist, nicht meckerst sondern tolerierst, dass er trinkt...
Du merkst es selbst, im Grunde genommen gibt es keine sinnvolle Unterstützung. Zumindest nicht, solange der Alkoholiker keine Hilfe möchte, solange er nicht aufhören kann oder will kannst du ihm nicht helfen. Aus der Sucht herauslieben geht nicht, es geht nur vom Abhängigen selbst aus.
Das ist ja das, was Angehörige so kaputt macht in solchen Suchtbeziehungen. Du als Freundin willst ihn unterstützen und reibst dich auf, organisierst vielleicht noch Termine bei der Suchtberatung, beim Arzt, redest dir den Mund fusselig und richtest dein Verhalten auf ihn aus, dass er nicht wütend oder so wird und eine Ausrede hat, dass er wieder trinken muss.
Du nimmst seine Fahne beim Küsschen hin, machst dir Sorgen um seine Gesundheit und irgendwann wirst du immer frustrierter. Weil nichts, rein garnichts hilft ihm verständlich zu machen, dass er sich zugrunde richtet. Wobei der Betroffene das eh selbst weiß aber in der Sucht festhängt.
Einen Rat habe ich für dich, aus eigener Erfahrung. Bedenke deine Rolle in diesem System und was du von deinem Leben erwartest. Du bist nicht verantwortlich für seine Sucht, für ihn und du wirst nichts dagegen machen können, solange er es nicht selbst aus tiefstem Herzen will.
Liebe Grüße Aurora