Hallo 4fachmama,
Kinder haben feine Antennen und bekommen mehr mit als man denkt.
Und meistens können sie nicht richtig einordnen, was da ist, oft fühlen sie sich schuldig an allem.
Darum finde ich es wichtig, offen und ehrlich und altersgerecht mit ihnen zu reden.
Am Besten ist es, dass du mit deiner Tochter redest. Dass der Papa zu viel und zu oft Alkohol trinkt und deshalb komisch ist. Dass weder sie noch ihr anderen etwas dafür könnt aber dass er dadurch gerade nicht für euch da sein kann. Niemand hat Schuld an etwas. Auch wenn du nicht alle Fragen beantworten kannst ist es gut. Du kannst ja auch ehrlich sagen, dass du noch nicht alles weißt aber nach Auswegen guckst, damit es den Kindern und dir gut geht.
So in etwa.
Einfach ehrlich sein, das ist so wichtig für Kinder. Und im Grunde auch für dich. Du wirst vielleicht bei oder nach einem solchen Gespräch merken, dass auch bei dir innerlich sich was bewegt. Dein Blickwinkel sich vielleicht verschiebt.
Es ist einfach so schrecklich wie Machtlos man ist, auf der einen Seite will und kann man nicht loslassen und auf der anderen Seite weiß man das man es muss. Es fühlt sich einfach wie scheitern an und das ist so schlimm zu ertragen.
Machtlos bist du nur dem Alkohol gegenüber und der Sucht deines Mannes.
Aber du hast durchaus Macht über dich und dein weiteres Leben und das deiner Kinder.
Dass du zerrissen bist ist normal. Das ging mir auch so. Der Kopf weiß schon, dass Veränderungen dringend nötig sind aber das Herz braucht noch bisschen dafür. Auch das Gefühl, gescheitert zu sein, kenne ich gut. Aber wenn du mal überlegst, woran bist du gescheitert?
Mir ist das bewusst geworden, dass ich nur an dem Bild gescheitert bin, was Menschen über mich haben könnten. Und ich habe auch verstanden, dass ich nicht gescheitert bin, meinem Exmann zu helfen, ihn zu retten.
Denn diese Macht darüber hatte ich nie, es war mir bloß nicht bewusst. Wer keine Hilfe will, der darf sie ablehnen, das wurde mir klar. Diese Erkenntnis hat mich sehr erleichtert.
Liebe Grüße
Aurora