Beiträge von Aurora

    Hallo Sie,

    einen nahestehenden Menschen zu verlieren ist immer eine ganz schlimme Erfahrung. Aber wenn es durch Suizid passiert ist, ist es nochmal schlimmer. Anders schlimm. Diese Schuldgefühle, es nicht erkannt, bemerkt zu haben, die gehören dazu. Diese Vorwürfe, nichts getan zu haben, auch. Und diese wahnsinnige Ohnmacht, dass man es nicht verhindern konnte.

    Da ist auch viel Wut dabei, auch das ist einfach so in solchen Fällen. Und alles darf erstmal sein.

    Zwei Monate sind nichts, es ist sozusagen gestern passiert. Trauer braucht ihre Zeit. Ich finde es gut, dass du erstmal nicht arbeitest.

    Ich nehm dich in den Arm, unbekannterweise.

    Schreib einfach deine Gedanken hier rein, das kann dich sehr erleichtern.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo und willkommen Maloross,

    Helfersyndrom ist eines der wichtigsten Faktoren um coabhängig zu werden.

    Ich habe gelernt und erfahren dass ich aber keinem helfen kann, der das garnicht will.

    Ich habe mich von meinem ersten Mann nach gut 26 gemeinsamen Jahren im Alter von 49 getrennt. Eine meiner besten Entscheidungen. Auch da hing viel dran, materielle Dinge vor allem. Ich habe mich für ein Leben in Freiheit entschieden. Psychisch und physisch sehr schwer angeschlagen nach all der Zeit.

    Damit du dich mit anderen Angehörigen, Coabhängigen, austauschen kannst, klick auf diesen Link:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Du wirst dann freigeschaltet und findest dein Thema im Bereich

    Erste Schritte für Angehörige und Coabhängige

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Liesel,

    erstmal herzlich willkommen in unserer Online-Selbsthilfegruppe.

    Was du schreibst ist heftig. Vor allem, dass dein Mann immer wieder auch mit deiner Tochter alleine zuhause ist.

    Ja, ist ist sehr selbstständig, das sind Kinder, die in Familien mit einem oder mehreren Abhängigen aufwachsen, oft. Denn ganz oft übernehmen sie Aufgaben, die eigentlich die Eltern übernehmen müssten, weil diese das nicht können. weil sie mit Trinken beschäftigt sind...

    Auch du leidest ja unter der Situation, du machst dir um deine Tochter Sorgen und hast einen Mann, der auch gewalttätig ist.

    Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst, dass du hier angekommen bist. Denn das ist eine Situation, die für dich und vor allem für deine Tochter, sehr schädlich ist.

    Du schreibst, dass es niemand weiß daher ist es super, dass du dich uns hier anvertraust. Das ist wichtig, denn alleine ist es ganz schwer, aus solchen Beziehungen rauszukommen, etwas zu verändern.

    Für einen Austausch mit anderen Angehörigen, Coabhängigen, kannst du diesen Link anklicken den dir, wie ich gerade sehe, Linde eben gegeben hat.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo 4fachmama,

    Kinder haben feine Antennen und bekommen mehr mit als man denkt.

    Und meistens können sie nicht richtig einordnen, was da ist, oft fühlen sie sich schuldig an allem.

    Darum finde ich es wichtig, offen und ehrlich und altersgerecht mit ihnen zu reden.

    Am Besten ist es, dass du mit deiner Tochter redest. Dass der Papa zu viel und zu oft Alkohol trinkt und deshalb komisch ist. Dass weder sie noch ihr anderen etwas dafür könnt aber dass er dadurch gerade nicht für euch da sein kann. Niemand hat Schuld an etwas. Auch wenn du nicht alle Fragen beantworten kannst ist es gut. Du kannst ja auch ehrlich sagen, dass du noch nicht alles weißt aber nach Auswegen guckst, damit es den Kindern und dir gut geht.

    So in etwa.

    Einfach ehrlich sein, das ist so wichtig für Kinder. Und im Grunde auch für dich. Du wirst vielleicht bei oder nach einem solchen Gespräch merken, dass auch bei dir innerlich sich was bewegt. Dein Blickwinkel sich vielleicht verschiebt.

    Es ist einfach so schrecklich wie Machtlos man ist, auf der einen Seite will und kann man nicht loslassen und auf der anderen Seite weiß man das man es muss. Es fühlt sich einfach wie scheitern an und das ist so schlimm zu ertragen.

    Machtlos bist du nur dem Alkohol gegenüber und der Sucht deines Mannes.

    Aber du hast durchaus Macht über dich und dein weiteres Leben und das deiner Kinder.

    Dass du zerrissen bist ist normal. Das ging mir auch so. Der Kopf weiß schon, dass Veränderungen dringend nötig sind aber das Herz braucht noch bisschen dafür. Auch das Gefühl, gescheitert zu sein, kenne ich gut. Aber wenn du mal überlegst, woran bist du gescheitert?

    Mir ist das bewusst geworden, dass ich nur an dem Bild gescheitert bin, was Menschen über mich haben könnten. Und ich habe auch verstanden, dass ich nicht gescheitert bin, meinem Exmann zu helfen, ihn zu retten.

    Denn diese Macht darüber hatte ich nie, es war mir bloß nicht bewusst. Wer keine Hilfe will, der darf sie ablehnen, das wurde mir klar. Diese Erkenntnis hat mich sehr erleichtert.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Marli,

    genau, du hast den Schritt gewagt und siehst, die Welt ist nicht untergegangen. Im Gegenteil, dein Sohn hat sich getraut, dir seine Gefühle zu sagen und ihr habt geredet. Das ist das Beste, was du, was Sohn und du, machen konntet.

    Klopf dir mal auf die Schulter, du bist eine tolle Frau und Mutter.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Lotta,

    du bist nicht schuld!

    Ich habe es ähnlich wie du erlebt. Mir wurde die Schuld in die Schuhe geschoben, dass er ja trinken musste. Weil ich total unmöglich, blöd und sonstwas wäre. Aber meine Worte, mein Ärger oder so waren für ihn nur der Anlass, sein Trinken zu rechtfertigen. Es gibt keine Schuld. Es gibt Sucht und die fordert das Trinken ein. Mit so viel Drang und Zwang dass jedes Mittel recht ist zu rechtfertigen, warum die Pulle gebraucht wird.

    Lass dir nichts einreden. Denn du bist nicht schuld.

    Und wenn du die Nase voll hast und keinen Bock mehr hast auf Ausdünstungen und miese Anmache, dann darfst du dich trennen. Es ist dein gutes Recht dein Leben so zu leben, dass es dir damit gut geht.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Esmerala,

    es ist gut, dass du das Thema Coabhängigkeit jetzt erkennst. Denn es ist okay und gut, wenn du diese Freundin triffst aber es ist auch wichtig für dich, da mit dir achtsam zu bleiben. Manchmal geht es schnell und man steckt wieder mit drin. Du konntest mit ihr reden und deine Gefühle sagen, dass ist gut und ich kann verstehen, dass du dich dadurch erleichtert fühlst.

    Das Thema Sucht ist irgendwie überall. Seit ich sehr offen mit meiner ersten Ehe mit dem Alkoholiker und meiner Coabhängigkeit umgehe höre ich immer und immer wieder, ja, kenne ich, mein Vater, meine Mutter, Onkel, Geschwister, ich....

    Und es ist ja auch so, dass, wenn einen was betrifft und beschäftigt, man sensibel auf das Thema reagiert und aufmerksam ist. Als ich damals schwanger war, sah ich überall Schwangere...

    Liebe Grüße

    Aurora

    Liebe Esmeralda,

    oh, auch deine Freundin ist Alkoholikerin...

    Ich denke, es ist wichtig für mich meine Anteile zu sehen, um nie, nie wieder eine Partnerschaft einzugehen, in der ich mich selbst aus den Augen verliere. Es hat so lange gedauert, mich selbst wieder aufzubauen und zu lieben.

    Das hast du geschrieben. Auch eine Freundschaft ist ja eine Beziehung. Pass gut auf dich auf. Dass du ihr nicht helfen kannst weißt du ja. Aber warum triffst du dich mit ihr? Wird sie eventuell betrunken sein, wenn ihr euch trefft?

    Was zieht dich da an?

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Esmeralda,

    Angst vor dem Unbekannten ist sehr oft der Grund um zu bleiben. Bei mir war es auch so und ich lese es hier immer wieder bei den Cos. Wobei Angst vor Veränderungen eine Angst ist, die so gut wie alle Menschen haben.

    Und auch die Sache mit dem Leidensdruck ist bei vielen so. So war es auch bei mir. Ich habe mich im Frühsommer 2007 nach fast 26jähriger Ehe getrennt.

    Hast du denn nach der Trennung damals für dich erkennen können, was dich so lange in der Beziehung festgehalten hat?

    Liebe Grüße

    Aurora

    Ja, simsala,

    das ist das Muster der Familienkrankheit Alkoholismus.

    Der Alkoholiker sitzt in der Mitte und um ihn herum strudeln die Angehörigen. Machen und tun und richten sich nach ihm. Erledigen alles und halten so gut es geht alles von ihm fern. Sie übernehmen seine Verantwortung mit. Ohne dass es für ihn Konsequenzen hat. Er sitzt im Zentrum, da ist es ruhig und er kann seine Sucht ausleben ohne gestört zu werden.

    Es gibt sogar Schaubilder darüber.

    Deshalb ist es ja so dass wir sagen, die beste Hilfe ist die Nichthilfe bzw Trennung. Denn solange er sich nicht bewegen muss, im Zentrum sitzt und in sich in Ruhe seiner Sucht hingeben kann, solange wird er nichts ändern. Und die Angehörigen kreisen und kreisen bis sie so schwindelig sind, dass sie umfallen...

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Doro,

    ich mische mich einfach mal ein...

    Mit dem Verbiegen kennen sich Cos auch sehr gut aus, denn wir tun, solange wir in einer Cobeziehung stecken, nichts anderes.

    "Gefährliche Freundschaften" gibt es übrigens auch bei "uns" also bei Coabhängigen. War schon öfter so, dass Coabhängige hier ankommen und sich einfach nur auskotzen wollen. Zuerst mal ist das auch okay denn es ist ein gutes Gefühl, verstanden zu werden. Wenn dann die nächste neue Co dazukommt, da einsteigt, entsteht eine Verbindung, die nicht hilfreich ist. Für niemandem aus dieser Verbindung. Denn anstatt etwas zu ändern beginnt ein Austausch über die Schlechtigkeit der Abhängigen und über das Leiden der Coabhängigen. Ein Kreislauf...

    Haben wir hier ab und an immermal wieder. Leider.

    Aber da kann ich nichts machen außer darauf hinzuweisen, dass es nutzlos ist, was da abgeht. Dass es nicht der Sinn unserer bzw wohl jeder Selbsthilfegruppe ist, sich gegenseitig im Leid zu bestärken, sich noch anzufeuern und nicht hinzusehen. Auch da reißt einer den anderen mit und bleibt in der Abhängigkeit stecken.

    Mir sind da die Hände gebunden, ich kann niemanden retten. Ich kann darauf hinweisen, mehr nicht. Wenn meine Hinweise nicht angenommen werden, wenn keine Änderung eintreten kann, dann nehme ich das hin. Die Betroffenen verabschieden sich meistens schnell wieder. Das finde ich so schade aber es ist, wie es ist. Auch Coabhängigkeit führt meistens zu körperlichen und seelischen Krankheiten.

    Egal ob Alkoholiker, Co oder überhaupt, ich kann Wege aufzeigen aber niemanden zwingen, sie zu gehen. Weder im Freundlichen noch im Bösen. Das habe ich in vielen leidvollen Jahren in der Ehe mit dem alkoholabhängigen Mann gelernt. Und im Leben generell...

    Liebe Grüße

    Aurora

    Liebe Julia,

    du kannst zurecht stolz auf dich sein. Vor allem, dass du bei eurem Gespräch ruhig und standhaft geblieben bist, ist sehr gut. Denn du hast ihm damit gezeigt, dass du es ernst meinst.

    Seine Reaktionen, Heulen, Abwerten, sich Rausreden, das habe ich fast genauso erlebt damals. Es gehört einfach dazu. Und zu wissen dass es so ist, erleichtert es irgendwie auch. Denn bei mir war es so, dass ich mich nicht mehr so schuldig und schlecht gefühlt habe.

    Liebe Grüße Aurora

    Liebe Yuna,

    meine Schwiegermutter hat damals mit mir ähnlich geredet.

    Lass dich nicht davon unterkriegen, sie lebt ja nicht dein Leben. Du bist nicht verpflichtet, alles auszuhalten was er macht.

    Mein Satz damals, den ich mir immer wieder in solchen Momenten gesagt habe, war:

    Es ist mein gutes Recht, glücklich zu sein. Es ist mein gutes Recht, dafür zu sorgen, dass es so ist.

    Und das gilt auch für dich!

    Liebe Grüße Aurora