Beiträge von Aurora

    Hallo und willkommen Schmetterling,

    im Grunde ist das, was du gerade erlebst, der übliche Ablauf. Leider.

    Die Coabhängige wird endlich aktiv und ändert sich und zieht ihre Androhungen durch. Und der Alkoholiker sieht seine Felle wegschwimmen und versucht mit allen möglichen Mitteln, seine Co wiederzubekommen. Ich habe sowas in meiner ersten Ehe oft erlebt. Dann wurden Versprechungen gemacht, er hat nichts mehr getrunken (jedenfalls nichts für mich Erkennbares), war der liebste und verständnisvollste Mensch. Ich schöpfte Hoffnung, dass es nun endlich, endlich alles gut werden würde.

    Und dann - bumms - wurde er nervöser und aggressiver und schlussendlich saß er wieder vollgesoffen auf dem Sofa. Du wirst sowas hier in ganz, ganz vielen Geschichten von Coabhängigen lesen können.

    Und das bedeutet auch, dass du nichts falsch gemacht hast, du hast keine Schuld sondern er hat es einfach nicht mehr ausgehalten ohne sein Suchtmittel.

    Sowas kannst du auch in den vielen Geschichten der Alkoholiker nachlesen. Mich hat das damals sehr entlastet. Sowas von anderen Cos zu lesen und auch bei den Alkoholikern zu lesen, dass sie sich so ähnlich verhalten hatten. Ich habe mich ja immer schuldig gefühlt, mein Exmann hat mir das so viele Jahre so eingeredet dass ich es zum Schluss wirklich geglaubt habe. Und weil ich nicht immer Schuild haben wollte habe ich mich mehr und mehr verdreht um ihm alles Recht zu machen. Ohne Erfolg...

    Wenn du magst bewerbe dich für den Austausch in den offenen Forenbereichen.

    Das geht hier:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Einfach auf den Link klicken, ausfüllen und dann wirst du freigeschaltet.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Blubbi,

    ich habe dich nun für den Austausch in den offenen Forenbereichen freigeschaltet.

    Wenn du magst, verschiebe ich dein Thema von hier in den Bereich für "Erste Schritte für Angehörige". Sag hier einfach Bescheid.

    Du kannst aber auch ein neues Thema dort eröffnen, solltest dich dann aber dort noch mal vorstellen.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Blubbi,

    ja, das ist echt krass, was einem da durch den Kopf geht. Im Zusammenleben mit einem Abhängigen. Das sind so viele Ängste. Leider ist das dann so, dass die eigene Lebensfreude immer weniger wird und man sich nur noch auf den Alkoholiker konzentriert. Wie er wohl so drauf ist, was einen erwartet, wie man sich am besten verhält um ihn ruhig zu halten...

    Wenn du dich gerne weiter austauschen möchtest, bewerbe dich hier:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Blubbi und herzlich willkommen,

    ich kann mir gut vorstellen, dass alles, was draußen sehr laut ist, dir inzwischen Angst und Schrecken einjagt.

    Sowas sind Folgen vom Leben mit einem Abhängigen. Bei mir war das zum Beispiel die dolle Angst beim Nachhausekommen - ich wusste nie, wie ich ihn vorfinden würde. Und irgendwann begann er mir zu erzählen, im Suff, er würde sich umbringen. Da war dann meine Angst noch größer... Und es gab noch ganz viele andere Dinge.

    Er meint ich wäre vieles Mitschuld.

    Das ist ganz typisch! Das ist ein Merkmal dieser Alkoholkrankheit, dass die Schuld auf andere Menschen oder Umständen geschoben wird. Vor allen die Partnerin, der Partner sind da diejenigen, die am ehesetn und am meisten beschuldigt werden. Aber das stimmt nicht!

    Du bist nicht schuld!

    Niemand ist schuld daran. Wie lange bist du denn mit deinem Partner schon zusammen?

    Lieber Gruß

    Aurora

    Liebe Mili,

    oh je, soooo viel Scham...

    Das, was ich dir geschrieben habe, war jetzt nicht dazu da, dich zusätzlich zu beschämen. Es sind ja erst mal nur Fakten, was da aber an Emotionen auch bei mir hinter standen, welche Ängste, Scham und Schuld und was weiß ich noch alles ich da hatte, das steht da auf einem anderen Blatt. Und das ist bei allen Cos so. Ich kenne keinen Coabhängigen, der aus lauter Lust und Freude aushält. Das hat immer andere Gründe. Die tief in der Persönlichkeit liegen.

    Darum brauchst du dich hier überhaupt nicht zu schämen! Hau alles raus, was dich belastet, das tut gut und hilft beim Sortieren.

    Scham und Schuld sind zwei der Hauptpunkte in der Coabhängigkeit. Glaube ich. Ich habe mich tausende Male fremdgeschämt. für meinen Mann. Und ich habe mich geschämt weil ich in solcher Beziehung festhing, weil ich auf "so einen" reingefallen war, weil ich wohl nichts besseres verdient hatte. Als ich das erste Mal vor einem Fremden, meinem damaligen Chef, zugegeben hatte, dass mein Mann die ganze Woche durchgehend gesoffen hatte, war ich fast ohnmächtig, so peinlich war mir das. Wenn mein Exmann auf Familienfeiern vollgesoffen zur Musik wie ein Bekloppter rumtanzte und sich andere über ihn lustig machten, das war mir sowas von peinlich, oh man...

    Ich hatte damals mit meinem ersten Mann eine Eigentumswohnung gekauft. Diese Wohnung liegt eine Etage unter der meiner Eltern bzw lebt inzwischen ja nur meine alte, demenzkranke Mama noch dort. Ich habe diese Wohnung damals besorgt, ich habe sie mit so viel Liebe eingerichtet, mein Ex hatte für sowas kein Händchen. Hat aber immer groß angegeben, wenn Leute meinte, wie schön wir es hätten, was ER da alles gemacht hätte. Ich habe meine beiden Kinder dort großgezogen, es war mal mein Rückzugsort und ich dachte, mit meinem Ex dort alt zu werden.

    Außerdem hat mein Exmann immer sehr gut verdient und es ging uns finanziell sehr gut. Ich hatte alles, was ich wollte. Außer Liebe, Anerkennung, Unterstützung, Zufriedenheit, Sicherheit emotionaler Art...

    Ich wollte das alles niemals aufgeben. Mein Herz hing daran, alles an mir hing daran. Irgendwann war die Situation mit meinem ersten Mann aber so schlimm, dass ich einfach nicht mehr konnte. Er war nicht bereit zu gehen also bin ich gegangen. Um zu überleben.

    Es gibt viele Facetten, weshalb Coabhängige alles in Kauf nehmen, was mit ihnen geschieht. Das kann man garnicht in wenigen Worten beschreiben, was da alles mitspielt. Ich verstehe deine Beweggründe zu bleiben mehr als gut! Aber du merkst ja selbst, in welchen Gedanken-, Scham- und Schuldstrudeln du hängst. Wie hilflos du dich vielleicht fühlst. Wie sehr du dir wünschst, er würde endlich "zur Vernunft" kommen.

    Es ist gut, dass du hier bist! Und wie schon geschrieben, deine Gefühle sind alle völlig normal. Sie entstehen aus der gesamten Situation. Hier hast du die Gelegenheit, ganz in Ruhe zu sortieren und Klarheit zu bekommen. Denkanstöße. Erkenntnisse. Lese mal in den vielen Threads hier die Geschichten und du wirst staunen wie oft du denken wirst, "das könnte ja ich sein" oder "ja, genau so ist das auch bei mir"!

    Puh, jetzt habe ich ja was hiergelassen. Ich hoffe, es ist dir nicht zu viel. 🙈

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo und willkommen Matsu,

    Ganz nebenbei: Aurora‘s Geschichte hat mich derartig gepackt und berührt, dass ich kaum unterbrechen konnte.

    Was für eine Lebensgeschichte! Herzlichen Dank für die Einblicke

    Es freut mich echt riesig, wenn meine Geschichte jemandem Mut machen kann.

    Es ist gut, dass ihr euch jetzt mit dem ganzen Thema auseinandersetzt und Wege sucht. Deine Eltern werden es wahrscheinlich nicht mehr wirklich schaffen, aus ihrer Rolle raus zu kommen. Wie Morgenrot ja auch schon schrieb ist es für Eltern nochmal eine andere Nummer, wenn das erwachsene Kind in einer Abhängigkeit steckt. Ich hoffe, sie können zwischendurch mal luftholen...

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Mili,

    das hat ja super geklappt mit der Bewerbung und Freischaltung, nun geht es hier weiter.

    Tut mir auch leid für dich, das mit deinem ersten Mann. Wenn man so eine lange Zeit wie du alles für jemanden gibt und es dann schlussendlich doch beenden muß, finde ich das schon ganz hart.

    Na ja, das ist doch aber so, dass ich das alles gar nicht so lange hätte aushalten und mitmachen müssen. Es hat mich niemand gezwungen. Das ist eben das Schlimme an dieser Coabhängigkeit.

    Der Alkoholiker klebt an der Flasche und der/die Coabhänige klebt am Alkoholiker. Mal ganz einfach ausgedrückt. Beide klammern sich fest und wollen und können nicht loslassen. Ich habe mich ja viele Jahre lang gut mit meiner Helferrolle gefühlt. Auf eine bestimmte Art. Es hat einen Teil meiner Persönlichkeit bedient und mir vermeintlichen Selbstwert gegeben.

    Nach der Trennung habe ich mich so leicht und frei gefühlt wie noch nie, war aber auch völlig ausgepowert. Ich habe bis heute meine Energiedepots nicht mehr auffüllen können. Und so geht das ganz vielen Cos, die so lange festhalten. Ich empfehle das nicht, es macht halt einfach keinen Sinn und man lebt schließlich nur einmal. Warum also nicht das Beste aus dem Leben rausholen sondern im Suchtsumpf ersticken...

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo Merlyn,

    du brauchst dich für deine Gedanken nicht zu schämen, denn sie sind nachvollziehbar. Und es sind "nur" Gedanken, die aus der Hilflosigkeit der ganzen Situation folgen. Ich kenne aber aus einem anderen Zusammenhang auch solche Gedanken und auch die Scham darüber. Und deshalb weiß ich, wie gut das helfen kann zu denken, es sind nur Gedanken, die aus meiner Hilflosigkeit, Angst und Sorge resultieren und in dem Zusammenhang ist es verständlich zu wünschen, dass es da mal Entlastung gibt. Solche Gedanken zu haben ist in diesen Situationen nicht unnormal!

    Du kannst dich nun hier:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    bewerben.

    Du wirst dann freigeschaltet für den Austausch und wenn du möchtest verschieben wir dieses Thema hier, das du hier eröffnet hast, in den passenden Bereich. Da kannst du dich dann weiter austauschen. Sag hier einfach Bescheid ob du das möchtest oder ob du lieber im offenen Bereich ein neues Thema aufmachen willst.

    Lieber Gruß

    Aurora

    Hallo Mili und erst mal herzlich willkommen,

    . Natürlich habe ich ihm immer und immer wieder gesagt, wie gefährlich das mit den ganzen Medikamenten und dem vielen Alkohol ist, aber er sagt dann immer bloß, daß er das selber wisse und ja dran sei, was zu ändern. Was soll ich darauf denn noch sagen.. überhaupt läuft jedes Gespräch darüber nur noch ins Leere. Er kann es schon nicht mehr hören und ich habe es inzwischen aufgegeben, diesbezüglich zu ihm durchdringen zu wollen.

    Nichts sollst du darauf noch sagen, es ist doch alles gesagt. Du hast ALLES getan, was du konntest. Jetzt kann ja auch mal Schluss damit sein denn es führt doch zu nichts.

    Ich weiß, wovon ich schreibe, ich habe meinen ersten Mann nach 26 Jahren verlassen. In diesen 26 Jahren habe ich viel Energie dafür aufgebracht um ihn zu retten, ihn zu überzeugen usw. Ohne Erfolg...

    Du lässt ihn ja nicht im Stich. Du hast alles gegeben. Im Grunde genommen hast du schon viel zu viel gegeben. Denn er ist ja ein erwachsener Mann und darf über sein Leben selbst entscheiden. Er hat sich dafür entschieden weiterzusaufen. Bisher.

    Ich drück die Daumen, dass er bald in diese Reha kann. Und dass du anfangen kannst, nach DIR zu schauen. Denn das ist das Wichtige und das Einzige, was du verändern und tun kannst.

    Wenn du dich weiter austauschen möchtest, bewerbe dich hier:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo und willkommen Merlyn,

    Gibt es Erfahrungen andere Ehepartner, die noch im Seniorenalter versucht haben, die Co-Phase zu beenden?

    Ab wann ist für dich Seniorenalter? Fragst du wegen deines Vaters?

    Im Grunde genommen ist es nie zu spät, etwas an seinem Leben zu ändern. Man muss halt nur den ersten Schritt machen und zwar SELBST. Man kann Hilfe von allen Seiten annehmen aber gehen muss jeder den Weg von sich aus. Solltest du also deinen Vater meinen dann kannst du ihm vorschlagen, sich an Suchtberatungsstellen zu wenden, an Selbsthilfegruppen teilzunehmen usw.

    Ich selbst war 49 Jahre alt, als ich mich nach 26 Ehejahren von meinem ersten, alkoholkranken Mann trennen konnte.

    Deine Mutter verhält sich wie die meisten Alkoholkranken, von denen ich gehört und gelesen habe. Da wird die Schuld, dass sie nicht aufhören kann, auf alles andere geschoben, eben auf euch Kinder, den Ehemann, das Wetter, die Steuererhöhung, die Wärme, die Kälte, die schlechte Luft, der Bratengestank...

    Ist es irgendwie möglich, jemandem Suchtkranken aufzuzeigen, dass die Problemlösung mit dem Alkohol anfangen muss und dann auch wieder Kraft für anderes da ist?

    Es ist sehr schwierig an einen nassen Alkoholiker heran zu kommen. Solange keine eigene Einsicht da ist, solange der Kranke selbst nichts ändern will, so lange kannst du dir den Mund fusselig reden. Deine Mutter weiß mit Sicherheit selbst, was mit ihr los ist aber sie hat weder Kraft noch Mut noch Lust, etwas zu verändern.


    Ich bin meinen Kindern (3 und 6 Jahre) und ihrer Mutter (92 Jahre) ehrlich gegenüber bei diesem Thema, wenn sie mich fragen, was los ist, aber frage mich immer wieder, wie ich das am besten erkläre...?

    Deine Kinder sind noch relativ klein aber durchaus in der Lage, die Dinge zu verstehen. Da reicht erst mal, denke ich jetzt mal, ihnen kindgerecht zu sagen, dass ihre Oma schwer krank ist. Denn Alkoholismus ist eine anerkannte Krankheit. Und dann kannst du bestimmt selbst viel besser als alle anderen einschätzen, was du noch erzählst oder ob sie fragen. Es gibt keine Lösungsanleitung, du wirst das mit Sicherheit richtig machen, wie du das mit ihnen beredest. Vertrau da mal deinem Instinkt!

    Auch der Mutter kannst du das erklären. Ich weiß nicht, wie sie drauf ist, 92 ist ja schon ein gutes Alter.

    Ich kann dir ein gutes Buch empfehlen, in dem wird sehr anschaulich und auch für Laien sehr gut erklärt, was Alkoholismus bedeutet.

    "Alk, ein fast medizinisches Fachbuch" von Simon Borowiak.

    Aber es ist noch was anderes wichtig. Alkoholismus ist eine Familienkrankheit. Das merkst du ja selbst. Dein Vater ist mitbetroffen als Prtner und coabhängig, du bist mitbetroffen und wie sieht es da mit Coabhängigkeit aus? Auch die Kinder merken ja, dass was nicht stimmt.

    Möchtest du dich denn hier FÜR DICH austauschen? Es gibt hier einige EKAs.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hey Thomas,

    ich verstehe dich schon, auch deine Schuldgefühle ihr gegenüber sind mir klar.

    Aber du bist doch nicht ununterbrochen für sie verantwortlich. Das geht doch garnicht und sie ist ja auch erwachsen. SIE ist doch zu diesem Mann gegangen... na klar hat der leider die Situation schamlos ausgenutzt und ich finde das sowas von zum Kotzen, was es für kaputte Typen gibt.

    Aber ganz ehrlich, wie kannst oder willst du verhindern, dass so etwas oder auch der Alkoholmissbrauch nicht mehr passiert? Du müsstest sie ja einsperren.

    Es ist eben das ganz, ganz Schlimme dass du als Partner siehst, wie sie sich kaputt macht und du bist völlig machtlos.

    Ich weiß auch wie schwer das fällt, da weg zu sehen, sie ist ja ein Mensch und dir liegt was an ihr. Ob das noch Liebe ist wage ich zu bezweifeln. Aber es ist irgend eine Verbindung, eine kranke Verbindung. Denn Partnerschaften funktionieren so nicht!

    Ich weiß aus eigener schmerzvollen Erfahrung, wie schwer das Loslassen da ist. Aber alles andere hat keinen Sinn.

    Wenn du weiter mitmachst, sie immer wieder aus allen Situationen rausholst, wird sie keinen Grund haben, was zu ändern. Sie hat ja dich und du machst es ihr bequem. Du hilfst ihr, beschützt sie und rettest sie aus allem Scheiß. Und sie kann weiterhin problemlos in ihren schlimmen Krankheiten, denn sie ist ja schlimm krank, rumschwimmen. Sie muss nichts dagegen unternehmen dass es ihr mal besser gehen könnte. Denn du sorgst doch perfekt dafür, dass sie versorgt wird. Sie bekommt Mitleid, Tutsitutsi, Streicheleinheiten, Essen und Trinken und ein warmes Bett. Klasse, oder?

    Und du rackerst dich ab, vernachlässigst dein eigenes Leben. Zerstörst dich regelrecht, lässt dich zerstören. Du bist ein Held!? Oder doch nicht!?

    Das ist doch kein Leben, was du führst. In Angstzuständen, Schlaflosigkeit, völliger Erschöpfung. Meene Jüte und du bist noch sooo jung. Alles liegt noch vor dir.

    Was genau zwingt dich, das alles zu ertragen und mit zu machen? Das ist eine Frage, die ich ganz ernst meine und über die du nachdenken kannst. Denn wirklich freiwillig macht das niemand. Was ist in dir, das dich so an sie und dieses Dasein, denn Leben ist das nicht wirklich, fesselt. Wenn du die Kraft hast dann gehe ganz ehrlich mal mit dir um und horche in dich rein, was das sein kann.

    Eine Therapie wäre klasse, schade, dass du sie abgebrochen hast...

    Lieber Gruß

    Aurora

    Hallo Thomas,

    ich hab dein Fädchen gerade noch mal durchgelesen und erst mal hier gesessen und nicht gewusst, was ich dir noch schreiben kann. Im Grunde wurde vor mehr als einem Jahr alles geschrieben hier.

    Gerade kam aber was in mir hoch nämlich die Frage, wie lange willst du dich eigentlich selbst noch zerstören, denn nichts anderes ist diese Beziehung. Es ist alles furchtbar was da passiert ist, ohne Frage. Aber hat jemals irgend etwas, was du für sie gemacht hast und machst was an ihrer Sauferei geändert? Sie ist psychisch sehr schwer krank. Bist du ein Facharzt, der ihr da raus helfen kann und vor allem, will sie überhaupt Hilfe?

    Du bist besorgt weil sie sich kaputt macht. Im Grunde machst du nichts anderes mit dir.

    Lieber Gruß

    Aurora

    Hallo und willkommen Herbstmensch,

    gut, dass du dir Unterstützung holst, der "kleine Mann im Ohr" ist nämlich ein sehr gefährliches Kerlchen. Und gut, dass dein Kalter Entzug ohne Folgen abgelaufen ist. Glück gehabt...

    Ein guter Einstieg sind auch unsere Artikel, zusammengestellt von Betroffen und Mitbetroffenen, die es geschafft haben, die Sucht zu stoppen und ein zufriedenes Leben zu leben.

    https://alkoholiker-forum.de/article-list/

    Ich werde mich hier mal in Ruhe durchlesen.

    Genau, mach das erstmal und wenn du denkst, wir sind eine Selbsthilfegruppe, bei der du dich gerne austauschen möchtest, bewerbe dich hier:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Lieber Gruß

    Aurora

    Liebe Tini,

    der Gelassenheitsspruch und das Gebet sind ein sehr guter Anfang! Auch, dass du mal weg gefahren bist. Selbst wenn es nicht sofort hilft dass es dir besser geht, ist es doch ein Anfang auf dem Weg dorthin. Leider geht es eben nicht so schnell, aus diesen Gedankenstrukturen heraus zu kommen.

    Vielleicht kannst du damit anfangen, dir nur noch eine bestimmte Zeit am Tag anzusehen, wann dein Sohn zum letzten Mal online war.

    Und dann dir zu sagen, "ich kann ja nichts tun, ich habe bisher alles in meiner Macht stehenden getan und mehr geht gerade nicht!"

    Du darfst es dir auch gut gehen lassen und was Schönes essen. Denn wenn du das nicht tust wird dein Sohn davon auch nicht satt. Es macht keinen Sinn auf das Schöne zu verzichten. Dadurch wirst du immer mutloser, trauriger und andererseits ist das halt sinnlos weil es bei ihm nichts bewirkt. Mit Sicherheit macht sich dein Sohn um dich keine Gedanken...

    Dir selbst Gutes zu gönnen stärkt dich ja auch. Es gibt dir Kraft und Lebensfreude. Dein Sohn lebt sein Leben anders als du, anders, als jede Mutter sich das für ihr Kind wünscht (ich bin selbst Mutter zweier Kinder, meine Tochter ist aber verstorben). Das heißt ja aber nicht, dass du nun kein Recht dazu hast, DEIN Leben zu genießen. Ich kann das gut nachfühlen durch meine eigene Trauer um meine Tochter. Sie ist nicht an einer Sucht verstorben sondern durch eine Lungenembolie.

    Am Anfang hatte ich auch solche Gedanken wie du jetzt. Wie kann ich glücklich sein wenn sie nicht mehr da ist um ihr Leben genießen zu können. Da kam mir mal so ein Gedankenblitz... Ich habe zwei Möglichkeiten.

    Ich kann mein Leben nun ebenfalls in Dunkelheit, Angst, Trauer leben ohne es zu genießen. Dann kann ich gleich aus dem Fenster springen...

    Ich möchte aber noch leben weil ich noch Menschen habe, denen ich wichtig bin und die mir wichtig sind. Und wenn ich also noch leben möchte dann sollte ich das auch so gut genießen, wie es geht denn alles andere ist Quatsch.

    Ich möchte dir Mut machen. Trotz dieses Schicksals mit deinem Sohn. Es liegt nicht in deiner Macht, daran etwas zu ändern. Du kannst darum beten, dass er es begreift, was er da tut. Dass er von anderer Stelle Hilfe bekommt und sie auch annimmt.

    Und ich möchte dir Mut machen dich selbst zu sehen. Das Licht, die Blumen, all die schönen Dinge, die es ja auch gibt. Du kannst auf den Verzicht von all dem niemandem helfen, im Gegenteil, du schadest einzig und allein dir damit sehr. Ich glaube nicht dass das der Sinn des Lebens ist, dass, was diese höhere Macht für dich möchte.

    Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig Mut machen. Trauer, Weinen, das ist gut und wichtig! Es gibt viel zu betrauern gerade für dich. Denn nichts anderes ist ja das Loslassen deines Sohnes. Aber mach es dir ein wenig leichter indem du auch das annimmst, was sich an Gutem für dich bietet.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo und willkommen Niodorma,

    ich habe das schon sehr oft so gehört, dass Alkoholiker, wenn sie in Therapie oder so sind, plötzlich sehr abweisend sind. Sie brauchen das um für sich selbst erst mal klar zu kommen.

    Dass aber nun du der Buhmann bzw die Buhfrau sein sollst kenne ich eher als nasses Verhalten. Nasse Alkoholiker geben so gut wie immer die Schuld an ihrem Saufen anderen, bevorzugt eben leider dem Partner.

    Was kannst du tun? Ganz einfach. Lege jetzt mal deinen Focus und deine Energie nur auf dich! Er ist versorgt und in professioneller Behandlung, soll nun mal seinen Weg erst mal finden und verstehen lernen, wieder Eigenverantwortung zu übernehmen.

    Und du kannst lernen, wieder deine eigenen Bedürfnisse zu sehen und durchzusetzen, die Verantwortung für ihn ihm zu überlassen und Dinge tun, die dir und deinen Kindern gut tun. Einen ganz wichtigen Schritt hast du schon getan, nämlich du hast dich hier in unserer Selbsthilfegruppe angemeldet. Da kannst du stolz drauf sein, denn oft ist dieser Schritt nach außen einer der schwersten.

    Liebe Sonntagsgrüße

    Aurora

    Hallo Strubly,

    Wut gehört mit dazu und kann oft ein Motor dafür sein, was zu verändern.

    Ich hab es damals auch oft so gedacht. Mein Exmann und ich hatten eine tolle Eigentumswohnung, genug Einkommen um uns was leisten zu können, die Kinder erwachsen und gut geraten...

    Und doch hat das alles nicht geholfen. Die Sucht hat ihn voll beherrscht und er war nicht in der Lage, das zu verändern. Im Grunde genommen hat er von all dem Guten nichts gehabt denn er konnte das nicht genießen. Er war nur darauf aus, seine Sucht zu befriedigen. Traurig, oder?

    Und ich hab da mit drinnen gehangen weil ich dachte, ihm helfen zu können, zu müssen. Und weil ich auf meine vielen Dinge wie Wohnung, gutes gemeinsames Einkommen etc (und noch vieles mehr) nicht verzichten wollte. Aber ehrlich gesagt hatte ich ja auch von all dem nichts. Denn auch ich konnte es nicht genießen weil ich voll im Strudel der Coabhängigkeit und seiner Abhängigkeit mitwirbelte.

    Ich war wütend auf ihn, er schien mir ja alles zu vermasseln... nur weil er egoistisch war und weitersaufen musste. Ich habe gelitten und auch die Kinder. Oh wie wütend ich auf ihn war. Bis mir ein Licht aufging. Warum machte ich eigentlich MEIN Glück nur von ihm abhängig? Er wollte ja einfach nicht mit dem Trinken aufhören also gab es nur die Möglichkeit, dass ICH mich bewegen musste. Und das hab ich gemacht...

    Schreib alles auf, was dich bewegt. das ist sooo hilfreich! ich habe das damals so erfahren und auch jetzt ist es noch so. Beim Aufschreiben wirst du selbst vielleicht so manches "Aha-Erlebnis" haben. Denn oft werden einem Dinge bewusst wenn man sie schwarz auf weiß sieht, sie klar vor einem stehen und sich was sortiert hat.

    Liebe Grüße

    Aurora

    Hallo und willkommen Strubly,

    ja, hier gibt es viele Frauen, denen es so geht oder ging wie dir. Also die einen alkoholabhängigen Partner haben oder hatten, die am Ende ihrer Kräfte sind / waren, die Wege gesucht haben, da raus zu kommen.

    Auch bei meinem Exmann ging es nach der Pensionierung noch mal eine Stufe schlimmer los. Mein Ex war allerdings zu dem Zeitpunkt noch "jung", sag ich mal, er wurde in Erwerbsminderungsrente geschickt. Da war er... ca 50 Jahre alt. Er war auch vor seiner Berentung schon einige Jahre krankgeschrieben, dann arbeitslos (mit Absprache des Arbeitgebers) und ab da wurde es schon viel schlimmer. Hatte er auch vorher schon voll zugelangt so gab es dann schlussendlich kein Halten mehr.

    Ich habe mich nach 26 Ehejahren getrennt, obwohl ich an meiner Wohnung sehr gehangen habe und es mir sehr schwer gefallen ist. Ich verstehe dich da sehr gut! Aber schlussendlich blieb mir nichts anderes übrig, wollte ich überleben und endlich ein glückliches Leben haben. Das ist jetzt 14 Jahre her und ich bin inzwischen 63 Jahre alt und froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Für einen Neuanfang ist es nie zu spät. Mein Exmann hat sich inzwischen leider totgesoffen...

    Aber nun komm erst mal in Ruhe hier an und les dich ein wenig durch die Geschichten durch. Du wirst sehen, wie viele Parallelen es gibt.


    Liebe Grüße

    Aurora