Ich bin sehr lange Jahre mit der Situation so umgegangen, wie es die meisten hier getan haben. ich wollte ja nur helfen. Egal was ich tat und worum ich ihn bat, alles verpuffte nichts wurde in irgendeiner Form umgesetzt. Noch nicht mal ein Ansatz war erkennbar. Ich kenne deine ganzen Symptome, die du benannt hast auch. Ich hatte Angst nach Hause zu kommen, weil ich nicht wußte was mich erwartet. Immer das Gefühl zu haben, ich tue zu wenig und ich bin es ihm nicht wert dass er mit dem Saufen aufhört, dass hat mich zermürbt.
Mit dem Forum habe ich nach und nach gelernt, ihm seine Verantwortung zurückzugeben. Ich habe nichts mehr für ihn übernommen. Bin zwar nicht ausgezogen, dafür gab es in meinen Augen verschiedene Gründe, die aber in der Rückschau meinen Begründungen von damals nicht mehr standhalten.
Ich habe begonnen immer mehr etwas für mich zu tun, bis ich schließlich an dem Punkt war, dass ich alleine in Urlaub gefahren bin. Deshalb finde ich es auch gut, dass du dir 2 Tage Auszeit gönnst.
Leider weiß ich nicht, ob ich die Gedanken an den Zustand auch los lassen kann. Ich weiß, dass ich das muss.
Klar wirst du die Gedanken nicht los, die reisen mit. Wenn ich damals daran gedacht habe, habe ich mir versucht ein Zeitlimit zu setzen. Nur eine begrenzte Zeit daran zu denken und zu grübeln, und dann bin ich raus, habe schöne Sachen entdecken können usw.
Müssen tust du gar nichts. Wenn ich etwas "muß" erzeugt es einen Druck und wird zur Belastung. Du darfst rausgehen, obwohl er säuft, du darfst eine gute Zeit machen, obwohl es ihm nicht gut geht. Du darfst dich auf deine Unternehmungen freuen und dich dabei frei fühlen.
Ich habe dieses Freiheitsgefühl das erste Mal nach ewigen Zeiten gefühlt, als ich bei sehr lieben Freunden iN berlin war, und wir am Kudamm in einer Eisdiele gesessen haben. Das war ein tolles Gefühl, und wirkt irgendwie bis heute nach.
lg Morgenrot