Beiträge von Morgenrot

    ich kann deinen Mann auch verstehen, bin ja auch Angehörige.

    Wenn ich richtig mitgelesen habe, hatte er es ja schon geahnt, dass du Alkoholikerin bist, oder? Dann tritt das ein, was wir uns immer gewünscht haben, der Partner wird trocken. Das war für mich erst einmal so unfaßbar, und es mußte unbedingt so bleiben, und dann bin auch ich manchmal über das Ziel hinausgeschossen, es war einfach zuviel Vertrauen kaputt gegangen.

    Ihr solltet reden, denn mit dem trocken werden verändert sich alles, nicht nur für den Alkoholiker.


    lg Morgenrot

    Hallo Cambrina,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen .

    Wenn du eine Depression hast, würde ich zu deinem Psychiater gehen. Alkoholismus und Depressionen gehen sehr oft Hand in Hand. Für weitere Therapien der Depression, sowohl Medikamente als auch Psychotherapie, ist es wichtig trocken zu sein, weil sich Antidepressiva und Alkohol nicht vertragen und für eine mögliche Psychotherapie brauchst du auch einen klaren Kopf.

    Bei der Hausärztin würde ich es aber auch ansprechen. Zum einen für einen Check up und auch für die Medikamentenverordnung ist es sehr wichtig. Denn in den meisten Tropfen ist Alkohol enthalten.


    lg Morgenrot

    Hallo Marsi,

    Ich bin letztens in der Gruppe gefragt worden ob ich Angst hätte alleine zu sein. Das kann ich sehr klar mit einem deutlichen Nein beantworten. Ich war in den letzten Jahren und Monaten sehr viel alleine, habe alles alleine geregelt und organisiert

    mir ist dieser Satz ins Auge gesprungen, denn er könnte von mir sein.

    Ich glaube nicht, dass dieses alleine sein gemeint war. Ich habe ja auch alles allein erledigt, würde mich sogar als alleinerziehend definieren. Aber so richtig mit dir alleine sein, wenn es ruhig um dich ist, du nicht mit Erledigungen zugeschüttet bist, wie sieht es da aus? Du brauchst es hier nicht zu beantworten, wenn du nicht magst. Es war nur mal so ein Gedanke von mir.


    lg Morgenrot

    eure Schilderungen erinnern mich gerade an unsere Jubiläumsfeiern. Da habe ich mir immer 4 Hände gewünscht:wink: 2 zum Anstands klatschen und 2 zum faule Tomaten werfen. Da ich aber mal nur 2 habe, habe ich die ganz still gehalten.

    Dieses Gesülze mag ich nicht, für max. wenige Stunden wird dir vorgebetet wie wichtig du bist und dass der Betrieb dich so dringend braucht. Diese Worte haben keinerlei Halbwertszeit.

    Ihr seid das wichtigste und ihr arbeitet um zu leben und nicht umgekehrt. Bleib konsequent Schmidtty


    lg Morgenrot

    denkst Du, Du hast jetzt Deinen Realitätsbezug wieder? Ist es jetzt ein Selbstläufer oder musst du immer wieder dran arbeiten wie ein*e Alkoholiker*in an der Abstinenz?

    also ich bin in der Realität angekommen, dass würde ich schon sagen. Die Realität sieht so aus, dass ich nichts beeinflussen kann, was den Alkoholiker betrifft.

    Natürlich passiert es immer mal wieder, dass ich in alte Muster verfalle, diese Muster haben mich Jahrzehnte begleitet. Ich kann sie aber jetzt besser erkennen und benennen. Ich für mich weiß, ich bleibe am Ball, und ich tue es für mich.


    lg Morgenrot

    Ich bin beruflich und privat "eigentlich" voll emanzipiert, taff, selbstbewusst, setze klare Grenzen, ... alles gar kein Problem. Aber in meiner Beziehung wird mir schwindelig, wenn ich drüber nachdenke, wie ich hier fast jegliche Grenzen verloren habe!

    das kommt mir sehr bekannt vor, ich kam mir zeitweise vor, als würde ich zwei Leben leben. Zuhause und auf der Arbeit.


    lg Morgenrot

    trotzdem Du in der gemeinsamen Wohnung geblieben bist, mit Deinem alkoholabhängigem Partner zurecht zu kommen?

    Bei uns war es möglich, da wir ein eigenes Haus haben. Es war nicht die Ideallösung, aber ich habe dabei gelernt konsequenter zu sein. Damals haben wir ja beide noch gearbeitet, und ich habe mir meinen Freundeskreis wieder aufgebaut, den ich seinetwegen sehr vernachlässigt hatte.

    Ab dem Zeitpunkt wo ich ehrlich war, bekam ich Unterstützung von meiner Familie. Viele haben es geahnt bzw. gewußt. Was mich damals gekränkt hat war, dass keiner etwas zu mir gesagt hat. Viele wollten mich schonen, weil sie ja durchaus gemerkt, wie schlecht es mir ging. Ich hatte es für mich ganz anders interpretiert, indem ich dachte ich sei Familie und Freunden egal. Die Wahrnehmungen der COs gehen auch oft seltsame Wege.


    lg Morgenrot

    hallo Marsi,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Du bist schon auf der richtigen Spur, wenn du gehen willst und es ihm ankündigst solltest du auch konsequent bleiben, denn sonst besteht die Gefahr, dass er dich irgendwann nicht mehr errnst nimmt..

    Ich würde ihn nicht mit in meine Selbsthilfegruppe nehmen, dass ist deins.

    Seine Reaktion auf den Führerscheinentzug und die MPU spricht doch Bände, er hat nicht vor aufzuhören.

    Du hast keinen Einfluß auf sein Trinkverhalten.

    Wenn du dich hier austauschen willst, folge dem Link. Schreibe noch einen kurzen Satz dazu und wir schalten dich frei.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/


    lg Morgenrot

    Ich bin sehr lange Jahre mit der Situation so umgegangen, wie es die meisten hier getan haben. ich wollte ja nur helfen. Egal was ich tat und worum ich ihn bat, alles verpuffte nichts wurde in irgendeiner Form umgesetzt. Noch nicht mal ein Ansatz war erkennbar. Ich kenne deine ganzen Symptome, die du benannt hast auch. Ich hatte Angst nach Hause zu kommen, weil ich nicht wußte was mich erwartet. Immer das Gefühl zu haben, ich tue zu wenig und ich bin es ihm nicht wert dass er mit dem Saufen aufhört, dass hat mich zermürbt.

    Mit dem Forum habe ich nach und nach gelernt, ihm seine Verantwortung zurückzugeben. Ich habe nichts mehr für ihn übernommen. Bin zwar nicht ausgezogen, dafür gab es in meinen Augen verschiedene Gründe, die aber in der Rückschau meinen Begründungen von damals nicht mehr standhalten.

    Ich habe begonnen immer mehr etwas für mich zu tun, bis ich schließlich an dem Punkt war, dass ich alleine in Urlaub gefahren bin. Deshalb finde ich es auch gut, dass du dir 2 Tage Auszeit gönnst.

    Leider weiß ich nicht, ob ich die Gedanken an den Zustand auch los lassen kann. Ich weiß, dass ich das muss.

    Klar wirst du die Gedanken nicht los, die reisen mit. Wenn ich damals daran gedacht habe, habe ich mir versucht ein Zeitlimit zu setzen. Nur eine begrenzte Zeit daran zu denken und zu grübeln, und dann bin ich raus, habe schöne Sachen entdecken können usw.

    Müssen tust du gar nichts. Wenn ich etwas "muß" erzeugt es einen Druck und wird zur Belastung. Du darfst rausgehen, obwohl er säuft, du darfst eine gute Zeit machen, obwohl es ihm nicht gut geht. Du darfst dich auf deine Unternehmungen freuen und dich dabei frei fühlen.

    Ich habe dieses Freiheitsgefühl das erste Mal nach ewigen Zeiten gefühlt, als ich bei sehr lieben Freunden iN berlin war, und wir am Kudamm in einer Eisdiele gesessen haben. Das war ein tolles Gefühl, und wirkt irgendwie bis heute nach.


    lg Morgenrot

    Hallo Tulpe,

    ob ich überhaupt noch was für ihn tun kann?

    Leider ist es so, dass wir nichts für den nassen Alkoholiker tun können. Das können wir als Angehörige zu keiner Zeit, so lange keine Krankheitseinsicht vorhanden ist. Es ist eher so, dass wir ihn mit allen Hilfestellungen die Sucht begünstigen. Folge deinem Kopf, denn der hat recht. Es handelt sich um einen erwachsenen Menschen der Verantwortung für sich übernehmen muß.

    Hier muß wirklich der Kopf über über das Bauchgefühl siegen, ich habe es auch erlebt, und ich weiß wie schwer es ist. Er weiß wie es geht, er war in der LZT und hat dort Rüstzeug mit auf den Weg bekommen. Da wurde auch ein möglicher Rückfall ausführlich thematisiert.


    lg Morgenrot

    Hallo Tulpe,

    herzlich willkommen hier in unserer Selbsthilfegruppe.

    Im Kopf ist mir klar, dass nur ich an der Situstion etwas ändern kann, wenn ich ihn jetzt endlich mal mit seiner Sucht allein lasse und meinen Auszug vorbereite. Nun muss ich meine Kraft zusammennehmen und das auch wirklich durchziehen.

    Du bist auf dem richtigen Weg, du hast erkannt, dass du nichts tun kannst. Das ist schon mal ein guter Anfang. Auf wen "möchtest" du denn wütend werden? Wut ist gut, aber sie bindet auch erst einmal deine Kraft, die dir dann vielleicht für dich fehlt.

    Es ist wichtig, dass du deinen Auszug nur ankündigst, wenn du auch in der Lage bist, ihn konsequent durchzuziehen. Wenn es bei Ankündigungen bleibt, wirst du nicht mehr ernst genommen.

    Wenn du dich hier austauschen magst folge bitte unten dem Link, schreib noch einen kurzen Satz dazu, und dann schaltebn wir dich für die offenen Bereiche frei. Dort beginnt dann der Erfahrungsaustausch.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/


    lg Morgenrot