Hallo ihr lieben,
ich habe lange und gerne geraucht, meine Marke gibt es heute glaube ich gar nicht mehr. Bin seit 11 1/2 Jahren rauchfrei.
Wollte eigentlich gar nicht aufhören, war eher ein "Zufall".
An einem Samstagmittag stand ich an der Bushaltestelle, wollte zum Dienst fahren.
Sicherheitsblick in meine Zigarettenschachtel , nur noch eine drin. So konnte ich nicht fahren, habe dann nach meiner Geldbörse gekramt, nicht gefunden.
Also meine letzte Ziagrette geraucht, und mich an eine Versprechen erinnert was ich mir mal selbst gegeben hatte um mir zu beweisen, das ich nicht süchtig war. 
Ich wollte nie schnorren, zumal meine Marke nicht von vielen geraucht wurde.
So bin ich zum Dienst gefahren und bin einigermaßen durch den Tag gekommen. Abends habe ich mich dann an einen Slogan von AL Anon erinnert "Nur für heute", damit habe ich versucht, mich von Tag zu Tag zu hangeln.
Es war nicht leicht, und ich habe monatelang von den "guten" Situationen mit Zigaretten geträumt. Cappuccino in der Sonne und dann eine Kippe dabei.
Ich muß sagen, das auch heute noch mal der Gedanke aufkommt, jetzt gehört eine Ziagrette dazu, aber der vergeht wirklich nach Minuten, und hat sich über die Jahre sehr verändert. Da steht jetzt kein Druck oder Impuls mehr dahinter, mir Zigaretten zu kaufen.
Natürlich habe ich süchtig geraucht, das wurde mir dann nach 14 Tagen ohne Qualm endgültig klar.
Zu diesem Zeitpunkt zog mein Sohn von zuhause aus.
An dem Tag als er ging und sein Auto vom Hof verschwand, habe ich mich bedauert. Ich war eine traurige Mutter an diesem Tag.
Jetzt brauchst du aber eine Zigarette. Dann blitzte mir ein Gedanke durch den Kopf: Kommt er dann wieder, wenn du jetzt eine rauchst?
Natürlich nicht.
Dann habe ich angefangen Fenster zu putzen. Als ich einige geputzt hatte, hatte ich wieder so einen Gedanken im Kopf. Jetzt hast du schon soviel gearbeitet, jetzt hast du dir aber eine Tasse Kaffee und eine Zigarette verdient.
Da habe ich begriffen, was mein Suchtmittel alleine gefühlsmäßig alles abdeckte.
Aber es funktioniert nicht. Also habe ich Phasen, in denen ich viel zu viel davon esse und mich auch dementsprechend schlecht fühle (schlechte Haut, schlechtes Gewissen, schlechtes Körpergefühl) oder ich habe Phasen in denen ich GAR NICHTS davon esse und mich großartig fühle
ich kann dich so gut verstehen und glaub mir, ich weiß wie du dich fühlst.
lg Morgenrot