Beiträge von Morgenrot

    Hallo Mira,

    Schrib auf, was dir in den Sinn kommt, das schreiben hier hat mir auch immer geholfen, obwohl ich gerade nicht soviel schreibe.

    Entschuldige, wenn ich dich falsch verstanden habe.


    Zitat

    Aber Hoffnungen mach ich mir eventuell nicht zu viele . Ich habe dich arg Angst vor einer Enttäuschung


    das kann ich gut verstehen, das geht mir genauso. Mein XY trinkt jetzt seit Anfang Oktober nichts mehr, aber ich bleibe skeptisch und warte erst einmal ab.
    Dazu hat er zu lange getrunken.
    Ich spüre aber durchaus Veränderungen und glaube auch langsam, das er es ernst meint. Durch die lange Trinkzeit ist sehr viel an Vertrauen kaputt gegangen und das wird auch noch dauern um es wieder aufzubauen.


    lg Morgenrot

    hallo Mira,

    Zitat

    Er ist seit 4 Tagen nüchtern. Können da jetzt noch schlimme Einzugserscheinungen kommen ?


    das kann dir hier niemand beantworten, da wir alle keine Ärzte sind.
    Meine Meinung, er sollte auf jeden Fall zum Arzt gehen, was hindert ihn daran?
    Er ist erwachsen und sollte für sich klar und deutlich sagen könnnen, wann er wo, welche Hilfe braucht.
    Da muß kein Kümmerer 24 Std, rund um die Uhr zur Verfügung stehen.
    Denk auch mal an dich, und pass auf dich auf.


    lg Morgenrot

    Hallo Mira,

    Zitat

    ich hab ja schon ein bisschen Panik ob so ein Entzug auf eigene Faust gut für ihn ist,


    Was ermacht ist ein kalter Entzug, und der kann lebensgefährlich werden.

    Eines ist sicher, du bist nicht schuld an seiner Trinkerei. Es sollte in einer guten Partnerschaft durchaus drin sein, das jeder etwas für sich unternimmt.


    lg Morgenrot

    liebe Gotti,

    Zitat

    Das mutigste "Projekt " - der alleinige Urlaub- steht mir ja noch bevor


    Das schaffst du bestimmt, ich verreise ja schon einige Jahre alleine.
    Ich habe mir in den ersten Urlauben vorher überlegt, was ich unbedingt sehen möchte und hab dann ausgewählt.
    Wichtig ist, das du die Tage nicht so überfrachtest, auch nicht mit Erwartungen an dich.
    Lass auch traurige Momente zu, die gabs bei mir auch. Ich hab z.Bsp. heulend am Rheinfall gesessen, weil ich niemanden hatte, mit dem ich dieses tolle Schauspiel gemeinsam bestaunen konnte.
    Ganz am Anfang habe ich ein paar Gruppenreisen mitgemacht, aber jetzt gefällt es mir auf eigene Faust viel besser.


    lg Morgenrot

    Hallo Sandra,

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    Das Schamgefühl ist ganz schlimm, denn wir leben in einem kleinen Ort wo uns jeder kennt. Man hat ständig das Gefühl, die Leute wissen Bescheid und gucken mich komisch an, aber direkt ansprechen tut es natürlich keiner.


    Das kenne ich selbst sehr gut, und ich bin mir sicher, das es di anderen natürlich wissen.
    Ich habe auch sehr lange darauf gehofft, das mich mal jemand anspricht, es jemand wahrnimmt, wie schlecht es mir geht.
    Darauf habe ich natürlich vergeblich gehofft, denn es will dir ja keiner weh tun und dich nicht verletzen.
    Weißt du, ab wann es anders wurde?
    Ab dem Tag, wo ich nicht mehr vertuscht und schöngerest habe. Plötzlich kamen bestätigungen von allen Seiten, viele hatten ihn schon vormittags mit "Fahne" erlebt, usw. usw.
    Alle wußten es, und ich habe aus Scham geschwiegen, aber du hast keinen Grund dich zu schämen.
    Dein Mann trinkt, das ist eine Krankheit, aber für sein Verhalten ist nur er verantwortlich.
    Dieses Fremdschämen hat mich sehr lange davon abgehalten etwas für mich zu tun. Es ist auch nicht einfach, das Schweigen zu brechen, aber es war für mich der richtige Schritt, und als ich dann hier im Forum erfuhr, das ich auch keine Schuld trage am Trinken meines Mannes, hat sich das angefühlt wie ein Freispruch.
    Fang an etwas für dich zu tun, dein Mann war 18 Jahre trocken, der müßte wissen, wie es läuft.
    Entgiftung und dann Selbsthilfegruppen, oder auch vielleicht eine Therapie, aber da bekommt er überall Hife, die startet schon in der Engiftung.
    Jetzt bist du an der Reihe, such du dir Hilfe, und tu etwas für dich, denn deinem Mann kannst du nicht helfen.

    lg Morgenrot
    Jetz

    Hallo Hartmut,

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    Ist der Unterschied für einen Co ersichtlich, was nun die treibende Kraft ist, den Alkoholiker „trocken“ zu legen? Krankheitsverhalten oder Liebe?


    Mir geht es da ähnlich wie Lütte, in der Situation in der ich noch alles regele und sonstige Hilfestellung gebe, tue ich es einfach.
    Damals dachte ich sicher es ist Liebe, im nachhinein würde ich sagen, es ist keine Liebe wenn ich selbst immer mehr leide, und es mir dabei natürlich auch immer schlechter geht.
    Das kann ich heute sagen, aber so reflektiert kann wohl kaum eine CO sein, die noch mittendrin steckt.
    Ich mußte erst mein persönliches Hamsterrad stoppen können.


    lg Morgenrot

    Hallo Julia,

    Zitat

    Deshalb fällt es mir hier so schwer klar zu sehen, hat mein Freund ein Problem oder ist es eher ein kultureller Unterschied, den ich akzeptieren lernen muss oder eben nicht


    das alles sind Nebenschauplätze.
    Du hast Probleme mit dem Alkoholkonsum eines Menschen, das allein sollte dein Gradmesser sein.
    Vertrau deinen Wahrnehmungen und verwässere sie nicht mit anderen scheinbar wichtigen Argumenten.
    Was nützt es dir, wenn du weißt, das bestimmte Völker viel trinken, du es aber nicht aushalten kannst, wenn dein Freund trinkt.


    lg Morgenrot

    Hallo Conbira,

    mein xy ist Anfang April auch 6 Monate ohne Alkohol. Natürlich hat auch er sich verändert, genau wie ich mich gerade in den letzten Jahren seiner Saufzeit verändert habe.
    Jetzt wird er trocken, und das ist für beide Neuland. Nur weil er nichts mehr trinkt ist lange nicht alles gut, oder wie empfindest du das?
    gefühlt stehe auch ich vor einem erneuten Lebensumbruch.
    Erst nach und nach wird sich zeigen können wie es weitergeht.


    lg Morgenrot

    Hallo Taunus,

    herzlich willkommen bei uns im Forum. Komm in Ruhe an, und hab einen guten Austausch.

    Zitat

    Nun bin ich von der völligen Verzweiflung die mich umgab zumindest ins "Laufen" gekommen um Veränderungen herbei zu führen


    dieses ins Laufen kommen habe ich vor 10 Jahren ähnlich empfunden.
    Ab diesem Moment wo ich offener wurde, und nicht mehr vertuscht und schön geredet habe, ging es mir langsam besser.
    Das wünsche ich dir auch, hab aber auch Geduld mit dir, es braucht alles Zeit, denn die eingefahrenen Wege zu verlassen ist nicht immer einfach.
    Ich kann nach 10 jahren sagen, dass sich der Weg, trotz aller Unwegbarkeiten gelohnt hat.


    lg Morgenrot

    moin Hartmut,

    Zitat

    Ist es denn nicht auch vom Gefühl her eine Niederlage für den CO, den Alkoholiker nicht trockenlegen gekonnt zu haben


    ja gefühlt war es für mich zuerst eine Niederlage, dieses Gefühl hatte ich so lange bis sich das Wissen, nichts tun zu können tief bei mir "eingenistet" hatte.
    Als ich hier ins Forum kam und mir der erste Mitschreiber sagte, "du bist nicht schuld", kam das bei mir an, wie ein Freispruch.

    Ich denke ich werde auch immer aufpassen müssen, um nicht in alte Muster zurückzufallen.
    Gerade momentan sehe ich mich da gefährdet, da xy auf trockenen Wegen unterwegs ist.
    Ich weiß aber was ich ganz bestimmt nicht will, in die Rolle des COs für trockene zu rutschen.
    Denn dann würde ich wieder um ihn kreisen, wie zu nassen Zeiten, und würde mir mein Leben wieder einengen.


    lg Morgenrot

    hallo Honey,

    Zitat

    wer sich wirklich ernsthaft selbst töten will, sagt es vorher nicht.


    diesen Satz halte ich für sehr gefährlich, und er ist auch schon lange widerlegt.
    Ich kann alle Gefühle verstehen, die bei bei solchen Ankündigungen aufsteigen.
    Ich habe mich derartig unter Druck gesetzt gefühlt, und aus meinem beruflichen Kontext weiß ich, das ich nie alleine die Veratnwortung dafür übernehmen möchte, ob es jemand ernst meint oder nicht.


    lg Morgenrot

    Hallo Tabea,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.
    Machmal dauert es bis die Nachrichten kommen, habe dich gestern abend schon gelesen, aber ich möchte auch die richtigen Worte finden.

    Ich glaube ganz sicher, das dein Vater wieder Hoffnung geschöpft hat, als du ihn im Krankenhaus besucht hast.
    Nasse Alkoholiker denken dann oft, es ist alles wieder gut.
    Du kannst aber deinem Vater sagen, das dies durchaus kein Auftakt für ein mehr an Kontakt ist.

    Zitat

    Ich fühle mich damit schuldig, da er mir sagte, dass er sich sehr freut, wieder Kontakt zu haben, und dass er damals Fehler gemacht hat. Er würde uns gern besuchen kommen..


    ich glaube, das er dies sicherlich auch ernst meint, aber du bist an nichts schuld, wenn du es ablehnst.
    Solange er keine Krankheitseinsicht hat, wird er nichts verändern.
    Es geht hier um dich, was kannst du für dich tun, damit es dir erst einmal besser geht, und du dich entscheiden kannst, was du willst.
    Wichtig ist es dann auch konsequent zu bleiben, denn aus Erfahrung weiß ich, das der nasse Alkoholiker gerne die Gefühlsschwankungen der COabhängigen benutzt um vielleicht wieder einen "Fuß in die Tür" zu bekommen.


    lg Morgenrot

    hallo Honey,

    herzlich willkommen bei uns im Forum.

    Ich habe auch immer diese Selbstmordandrohungen gehört.
    Zuerst war ich geschockt, und habe versucht meine angeblichen Fehler auszumerzen.
    Als ich nicht mehr konnte, und schon ziemlich am Ende war, hab ich ihm auf die Androhung geantwortet, er solle aber aufpassen, das er den richtigen Baum erwischt. :oops:
    Ich war so verzeifelt, ich konnte einfach nicht anders.
    Als ich hier ins Forum kam, hat es mir gut getan, nicht alleine zu sein.
    irgendwann konnte ich dann sogar sagen, das ich die Polizei rufen werde, und ihn einweisen lasse, wegen Suicidgefahr.
    Danach hat er es unterlassen.
    Ich hätte es getan, um ihn spüren zu lassen, das sein Handeln Konsequenzen hat.
    Bei mir hat es Zeit gebraucht um dahin zu kommen, also setz dich nicht unter Druck.

    lg Morgenrot

    hallo Julia,

    herzlich willkommen bei uns im Forum.

    Ich glaube zu diesem Beitrag kann dir hier jede Angehörige etwas schreiben, leider.
    In den Punkten die du beschreibst, sehe ich leider keinen einzigen Anhaltspunkt dafür das sich dein Freund um eine stabile Trockenheit bemüht. Reden kann er viel, da müssen aber auch Taten folgen.
    Dazu gehört mehr, als nichts zu trinken.
    Was er tut ist ganz klar ein einlullen wollen der Partnerin, damit mal wieder etwas Ruhe einkehrt vom ständigen "generve"
    Ich schreibe es so, weil ich selbst diese "Beruhigungspillen" geschluckt habe und er in Ruhe weitersaufen konnte, weil ich immer noch an ihn geglaubt habe.
    Es ist hart, aber du kannst deinem Freund nicht helfen. Du kannst etwas für dich tun, damit es dir besser geht.
    Mach dich nicht länger abhängig von seinem Befinden und seinen Launen.
    Wenn er trinken will, wird er es tun, und dir versuchen hinterher die Schuld zu geben.
    Nimm sie nicht an, denn du hast definitiv keine Schuld.
    Hast du denn jemand mit dem du am Wochenende mal etwas unternehmen kannst?

    Ich wünsche dir einen guten Austausch hier, auch wenn du nicht die Antworten bekommst, die du vielleicht hören willst.
    Hier geht es um dich, wir möchten, das es dir fut geht.

    lg Morgenrot

    hallo,

    Zitat

    Hört sich das für euch an, wie ein Alkoholproblem? Ich habe irgendwie auch Angst, dass ich da was hineininterpretiere, oder ihm was glaube, was eigentlich gar nicht da ist.


    Ja es hört sich so an, als hätte er ein gewaltiges Alkoholproblem.
    Ein Psychiater der auch gleichzeitig Kabarettist ist, hat es mal so formuliert.
    Wenn die 3 "F"s mit ja beantwortet werden, ist die Diagnose klar.
    Frau hat sich über den Alkkonsum beschwert,
    Führerschein ist weg
    Firma macht auch Probleme
    Aber all das ist nicht wichtig, wichtig ist, das du deinen Wahrnehmungen vertraust oder lernst ihnen zu vertrauen.
    Denn diese Selbstzweifel lassen dich immer wieder "umkippen". Ich habe es selbst erlebt, mit welchen Ausreden ich besänftigt wurde.
    Ich wußte teilweise, dass ich den größten Schei.. erzählt bekomme, aber ich habe es geglaubt, sicher auch, weil ich es glauben wollte, weil vielleicht noch Hoffnung da war, aber es war auch das ich mir selbst nicht geglaubt habe was ich sehe.
    Wenn jemand mit der Pulle vor dir steht und sagt, ich trinke doch nichts, dann fühlst du dich im falschen Film.
    Du hast das Bild vor Augen, hast aber trotzdem Zweifel an dir.
    Das ist eine total verrückte Situation.
    Icvh bin mir sicher, das deine Wahrnehmungen richtig sind, vertrau dir.


    lg Morgenrot

    Hallo Nelay,

    herzlich Willkommen bei uns im Forum.

    Zitat

    Es tut mir halt jetzt auch noch so leid, weil er jetzt auch noch seinen Führerschein und somit auch seine Arbeit verloren hat


    Das sind oft die Konsequenzen mit denen sich ein nasser Alkoholiker auseinander setzen muß.
    Ich glaube dir sofort, das du alles versucht hast ihm zu helfen, aber ohne seine Einsicht wird sich nichts verändern.
    Du hast dir deine Dinge mitgenommen, das ist in meinen Augen auch ok, aber es liegt jetzt in seiner Hand, etwas an seinem Leben zu verändern.
    Tu etwas für dich, damit es dir besser geht.
    Das ist anfangs sehr schwer, und geht oft auch nur langsam voran, aber es wichtig, das du damit anfängst und dich wichtig nimmst.


    lg Morgenrot

    hallo ratlos,

    Zitat

    Ich kann nur versuchen keine Angriffsflächen zu bieten.

    ich bekomme Gänsehaut, wenn ich diesen Satz lese. Er spiegelt genau das wieder, was ich auch versucht habe.
    Nur keine Angriffsfläche bieten, dann braucht er auch nicht zu trinken. Das ist ein völliger Trugschluss. Der xy hat immer weiter gesoffen, denn er hat immer neues an mir gefunden, was noch nicht passte.
    Ich existierte quasi nicht mehr, iich wußte nicht mehr wer ich war.
    In einigen Tagen bin ich hier 10 Jahre dabei, weißt du, wie ich dieses Forum gefunden habe?
    Ich war so verzweifelt, weil ich es scheinbar nicht schaffte, die Angriffsflächen zu minimieren.
    Ich wollte einen letzten Versuch starten, um ihm zu helfen, und gab Alkohol in die Suchmaschine ein, und landete hier.
    Den ganzen Tag habe ich hier gelesen und bekam eine kleine Ahnung, dass ich nicht mehr alleine bin.
    Jeder einzelne CO erzählte hier (m)( s ) eine Geschichte und alle ähnelten sich.
    Jede(r) wollte ihrem xy helfen, und hatte schon alles probiert. Als ich an diesem Tag hier aufhörte zu lesen, habe ich meine aufgelösten Tabletten weg geschüttet, weil irgendwo ganz tief drin Hoffnung aufkeimte, aber Hoffnung für mich, das ich etwas für mich ändern konnte.

    Du kannst ihm nicht helfen, sondern nur dir. Komm raus aus dem Hamsterrad des vertuschens, leugnens.
    Mach den ersten Schritt und plötzlich sind Hände da, die du früher nie gesehen hast.
    Das sind meine Erfahrungen, und ich wünsche auch dir, das du aufbrechen kannst, und dich nicht mehr verleugnest.


    lg Morgenrot