Brauche als CO mal einen Rat von Betroffenen

  • Nach Weihnachten haben wir uns im Urlaub getroffen und da eröffnete er mir, dass er wieder Alkohol trinkt. Ich sagte: " Du bist Alkoholiker - Du kannst keinen Alkohol trinken. Er sagte: " Ich trinke nur zum Genuss - zur Entspannung, Ich kontrolliere das.
    Rational weiß ich, dass das Quatsch ist. Ich habe ihm auch gesagt, dass er damit allen Erkenntnissen zu der Krankheit widerspricht.
    Aber - ich weiß auch - dass mein Mann sehr willensstark ist. Ist das möglich? Gibt es da draußen jemanden, dem das so geht bzw. ergangen ist.
    Wenn nicht - was mache ich?

    Hallo!
    Ne, kontrolliert trinken geht für einen Alkoholiker nicht. Über kurz oder lang wird er mehr trinken als vor der Therapie.
    Was man da macht? Mach was für dich, geh zu einer Selbsthilfegruppe für die Angehörigen, mach was gegen deine Co-Abhängigkeit. Was sonst?

    Es ist ja auch sein gutes Recht, zu trinken. Aber es ist nicht deine Pflicht, mitzuleiden, oder?

    Viele Grüße, Meinolf (Alkoholiker)

  • Hallo Juliane !

    Ich bin Beides, Alkoholiker und Co-Alkoholiker.
    deine Fragen sind einfach gestellt und eigentlich auch einfach zu beantworten.
    Erstens, wenn er Alkoholkrank ist, kann er die Sucht über kurz oder lang nicht kontrollieren. Das heist aber nicht, das er ständig betrunken sein muss, er macht Trinkpausen oder ist Spiegeltrinker ( versucht immer einen bestimmten Pegel (promillewert) zu halten ).
    Zweitens, das liebe Juliane musst Du selber entscheiden.
    Ich will ja nicht den " Moralapostel " geben, aber ich denke das dein Partner nicht EHRLICH zu dir ist. Das Eingeständnis wieder " Kontrolliert " zu trinken, im Urlaub zu machen, da Du dann ja anwesend bist, sagt doch schon einiges aus. Auf jeden Fall hat er sich wieder für die Sucht entschieden.
    Eine persönliche Meinung ? Warum läst Du dich durch Fremdgehen betrügen ? Ich bin ein Mann, aber das hat meiner Meinung nach niemand verdient und ist in meinen Augen ein Vertrauensbruch.

    Ich denke auch , das Du weist was Du machen musst, nämlich Konsequent sein, nur das Umsetzen macht dir wohl Schwierigkeiten. Das nennt man dann Co-Abhängigkeit.
    Sicher sind da noch Gefühle und sicher ist es schwer einen Schlussstrich zu ziehen. Aber auch Du hast nur dieses eine Leben.

    Viele liebe Grüsse von Bernd G

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Servus Juliane,

    Zitat

    Gibt es da draußen jemanden, dem das so geht bzw. ergangen ist.

    Ja, jeder nasse Alkoholiker, der beim Rückfall ertappt wurde und der sich nicht ändern will.

    Klartext: Dein Mann säuft, deswegen will er auch nicht zur Therapie wegen anderen Süchten/Suchtverlagerung: da käme ja sehr schnell auf, dass er wieder säuft...

    Juliane, sieh zu, dass Du "Land gewinnst". Es ist schlimm genug wenn die Sucht ein Leben ruiniert, es müssen nicht zwingend gleich mehrere Leben sein. Deines kannst Du schonen - es ist aber Deine Entscheidung.

    LG und viel Kraft,

    Spedi

  • hallo juliane

    ich denke das dein mann einfach nur aufgehört hat zu tinken, aber nicht wirklich an den ursachen seiner sucht gearbeitet hat. dazu passt vieles was du schreibst, einschließlich das fremdgehen.

    er ist innerlich unzufrieden und sucht sich bestätigung.
    lies mal hier https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…topic10327.html ich denke das dürfte auch interessant für dich sein.

    fakt bei allem ist aber er muß etwas ändern wollen, er muß einsehen das bei ihm was verkehrt läuft. wenn er dazu nicht bereit ist kannst du nur dich selbst in sicherheit bringen.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Zitat von Juliane


    Ich habe IHn dann auf seine Arbeitssucht bzw. Suchtverlagerung angesprochen und dass er sich Hilfe holen muss. Das hat er von sich gewiesen. Er würde das nicht noch mal durchmachen. Er bräuchte nur mich. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich ihn nicht eretten kann.

    Hallo Juliane,
    gerade habe ich deinen Beitrag nochmal gelesen. Die Frage ist, ob man jemanden braucht, weil man ihn liebt, oder ob man jemanden liebt, weil man ihn braucht. Das erste ist Liebe, und das zweite eine Form von zerstörerischer Abhängigkeit.

    Meine Schwester hat mir gesagt, daß sie sehr unter meinem Trinken gelitten hat, und ich war sehr erstaunt, weil ich das überhaupt nicht registriert hatte. Ich weiß nicht, ob dein Mann überhaupt merkt, daß du mitleidest, ich würde nicht drauf wetten.

    LG, Meinolf

  • Hallo Zusammen,

    auch wenn die Frage sich an die Alkis richtet, möchte ich als Co. trotzdem meinen Senf dazugeben.

    Mein Mann hat getrunken, solange ich ihn kenne.

    Leider habe ich es am Anfang nicht als Problem gesehen (wie wahrscheinlich viele hier) und als es für mich zum Problem wurde, konnte er es nicht verstehen.

    Kommentare wie: "mir geht es doch gut" oder "Du gönnst mir mein Feierabendbier nicht" kennen wohl fast alle.

    Das ich durch seine Sauferei richtig krank geworden bin, hat er nicht gesehen.

    Warum auch? Habe ich doch, in dem ich sein System aufrecht erhalten habe, seine Trinkerei noch unterstützt.

    Das wusste ich aber nicht, ich habe es erst hier gelernt, nachdem ich mich informiert habe.

    Zitat von Meinolf

    Ich weiß nicht, ob dein Mann überhaupt merkt, daß du mitleidest, ich würde nicht drauf wetten.

    Meiner hat es nicht gemerkt, da bin ich mir sicher!

    Ihm war es wichtig, daß genug Nachschub da war!

    Wie es mir ging, war ihm völlig egal (bzw. er hat es gar nicht registriert).

    Erst nachdem er nüchtern wurde, hat er gemerkt, das Alkoholismus tatsächlich eine "Familienkrankheit" ist.

    Lieben Gruß
    Speedy

  • Hallo Juliane,
    vordergründig muss er erst einmal etwas gegen seine Sucht tun,alles andere,könnte daraus resultieren!!

    Du sprichst hier den Kampf an,den kann er nur verlieren,er muss vollendst kapitulieren vor dem Suchtmittel!

    Einen Kampf zu führen gegen einem so übermächtigen Gegner,läuft in der Regel darauf hinaus,das Schlachtfeld,im übertragenem Sinne als Verlierer zu verlassen!

    Alleroberste Präorität muss für Ihn haben,seine Krankheit,sofern er diese auch als solche für sich annehmen kann,zum stoppen zu bringen.

    In der Regel verändert sich ein trockenwerdender Alkoholiker automatisch,diese Veränderungen sind sehr individuell,und möglicherweise,wirst auch Du,mit diesen Veränderungen nicht klar kommen,möglicherweise!

    Wie gesagt Hauptaugenmerk von Ihm muss sein,in allererster Instanz etwas für sich zu tun,genauso wie es dein bestreben sein sollte,Dir Hilfe zu holen,Du musst ebenso in erster Linie an dich denken,wie er es auch machen muss!

    Jeder von euch beiden,sollte sich die Hilfe für sich holen,die er glaubt für sich zu benötigen,ich bin der Meinung,solange er sein Suchtproblem,seine Krankheit nicht zum stoppen bringen kann,nutzt auch eine Paartherapie nicht wirklich etwas,weil das Problem nicht an der eigentlichen Wurzel behandelt wird!Dieses ist ausschließlich meine Meinung,und auch mein Erfahrungswert,mit denen niemand konform gehen muss!

    Zu allererst muss jeder sein eigenes Problem behandeln/lassen,nur dann,kann es meiner Meinung nach Sinn machen gemeinsam zu einer Lösung zu kommen,und an dieser wieder gemeinsam zu wachsen!

    Gruß Andi

  • Hallo Juliane,
    dann hat es ja wenigstens Dir geholfen!

    Denn dafür sind wir ja schließlich alle hier,um uns selbst zu helfen,und auch anderen,dieses ist ja der Sinn unserer Selbsthilfegruppe hier.

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag,und das Du dort anknüpfen kannst,dein Leben für dich bewusst zu leben!

    Gruß Andi

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