Zufrieden leben.....

  • Guten Morgen,

    heute ist also mal wieder einer von Gedenktagen im Jahr, der schon rein von seinem Namen her an Trauer und Depression denken lässt. Dabei war in mir vorhin beim Aufwachen das Gefühl hochgestiegen, dass ich mich heute morgen wohl fühle. Ich lasse mir nicht vom Kalender vorgeben, wie ich mich fühle, habe ich mich also entschlossen und bin gespannt, was dieser Tag mir bringt.

    Ich wünsche allen einen Sonntag der Erholung, des Wohlfühlens und der Zufriedenheit.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen,

    zur Zeit merke ich, wie ich mich wieder einmal verändere. Ich habe ein Bedürfnis danach, ohne die Flüchtigkeiten des „normalen“ Lebens zu sein. Nachhaltigkeit und nicht der rasche Konsum werden mir immer wichtiger. Noch weiß ich nicht genau, wie ich dieses Bedürfnis umsetzen kann in meinem Leben. Aber die ersten Schritte tue ich dahin. Ich sehe einen großen Zusammenhang von Reduktion und Zufriedenheit für mich. Seit einiger Zeit lebe ich recht sparsam und fühle mich gut damit. Äußerlichkeiten verlieren ihren Wert, was aber nicht heißt, dass ich herumlaufe wie eine alte Hexe. Viel mehr ist es eine Ablösung von der Mentalität „mein Haus, mein Auto, mein Rennpferd“. Denn all das sind nur Dinge, die irgendwann verloren gehen können. Mit wenig zufrieden zu sein, ist aber etwas, das in mir ist, das mir erhalten bleibt, auch wenn sich das Außen verändert.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Heute, nach 30 Morgenminuten Ergometer, die in 15 Minuten Englischlektion und 15 Minuten Kochbuchsabberlesen erfrischend aufgeteilt waren, war ich enttäuscht. Bei 320Watt nur 110er Puls, selbst nach 5 Minuten am Anschlag mit 499 Watt mehr geht nicht und sattelverdrehendem hin- und her Gehüpfe kamen nur 130 raus, da hatte ich keinen Bock mehr, die Maschine muß kaputt sein, schönes Gefühl, daß macht mich zufrieden.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Na du Lesestrampler? Du brichst ja wohl alle Rekorde. Beneidenswert!

    Ich fühlte mich heut schon froh und zufrieden, weil ich Hilfe schreien konnte und einer da war, der mich hörte. Manchmal ist das Leben schon Besch..... und heftig traurig. Aber es liegt nicht in meiner Macht, es zu beeinflussen. Auch wenn mich manches traurig macht, macht es mich nicht mehr kaputt. Ich häng mich jetzt einfach ganz zufrieden an die (Strick-)Nadel.

    Bis denne

    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen,

    ein Wochenende ganz für mich alleine. Ohne Verabredungen, ohne Termine, feste Vorgaben von außen. Ein gutes Gefühl. Und ein Gefühl, das mir mitteilt, dass es die letzten Wochen und Monate nicht mehr so war. Im Grunde hatte ich immer wieder Verabredungen mit meinem Ex. Zum Frühstück, zum gemeinsamen Kochen, fürs Kino oder einfach zum Spielen. Und es begannen wieder die morgendlichen netten Mails oder SMSen.

    Als ich mir ein ähnliches Wochenende wie dieses nahm, nämlich nicht verfügbar zu sein, häuften sich die Mails und die Nachfragen, ob es mir gut ginge. Er sagte, dass er Angst um mich gehabt hätte, da ich unter Depressionen leide, und abends an meiner Wohnung vorbei gegangen sei, um zu gucken, ob er Licht sähe, damit er beruhigt sein konnte. Inzwischen glaube ich, dass er Angst davor hat, dass ich nicht mehr immer verfügbar bin. Dieses Gefühl habe ich schon sein einiger Zeit und mich deshalb bewusst zurück gehalten und mich nicht mehr so oft mit ihm verabredet.

    Ich habe inzwischen wieder das Gefühl, dass er trinkt. Nicht immer, aber immer wieder. Da will ich mich nicht mehr hineinziehen lassen. Ich bin traurig darüber, dass er es wieder nicht geschafft hat, aber ich will damit nichts mehr zu tun haben. Mein Problem dabei ist allerdings, dass ich nicht so recht weiß, wie ich mit dem Wissen seines Trinkens umgehen soll. Zumal ich ihn nicht betrunken gesehen habe. Aber viele klitzekleine Puzzleteilchen haben im Laufe der letzten Monate in mir das Gefühl bestärkt, dass er wieder trinkt. Und ich habe mir fest vorgenommen, mein Bauchgefühl bezüglich seiner Trinkerei nie wieder zu ignorieren.

    Zur Zeit nimmt er an einer Schulungsmaßnahme teil, für die man mindestens 2 Jahre trocken sein muss. Nach seinen Angaben sind es sogar mehr als 3 Jahre. Ich bin nun in der Zwickmühle. Ich kenne die Leute, die ihm die Maßnahme genehmigt haben und auch finanzieren. Ich bin hin- und hergerissen, wie ich mit meinem Verdacht bzw. Wissen umgehen soll. Ich habe mir nun überlegt, ihn vor die Alternative zu stelle, dass er es offen machen soll, ansonsten würde ich es tun.

    Da ich mich schon einmal über längere Zeit habe einlullen lassen, was sein Trinken betrifft, habe ich nicht vor, dies wieder tun. Kürzlich hat er die Tatsache formuliert, dass er während der Zeit, in der wir ein Paar waren, im Grunde immer getrunken hat, aber nach außen immer den Trockenen gemimt hatte. Ich hatte ständig das Gefühl, dass da etwas nicht stimmte, hatte mich damals aber immer wieder überzeugen lassen, dass dem nicht so sei. Ich habe ihn auch damals nie betrunken erlebt, aber sein Verhalten sprach Bände. Und genauso ist es jetzt auch.

    Es macht mich wütend, dass ich mir darum Gedanken mache, ob ich es offen mache oder nicht.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen,

    nun geht sie also wieder los, die neue Woche. Endspurt vor einem kleinen Urlaub. Diese Woche und einen Tag vor Weihnachten muss ich noch arbeiten. Es liegen also eine ganz Menge freier Tage vor mir. Nach dieser Woche....

    Es war ein zufriedenes Wochenende. Ich denke, ich habe mich ein ganzes Teil verändert. Und auch wenn ich traurig über Manches bin, bin ich zufrieden. Geschafft habe ich auch eine ganze Menge am Wochenende. Meine Hausaufgaben liegen hier fertig und eingetütet, damit ich sie zur Korrektur schicken kann. Ein Weihnachtsgeschenk ist fertig und eines fast. Und ich habe ein riesiges Häkelprojekt angefangen. Die Anfänge zeigen mir, dass es genauso wird, wie es mir vorgestellt habe. Allerdings wird es eine Menge Material verbrauchen, sodass ich immer wieder mal bei E... vorbeischauen muss.

    kaltblut : ich weiß. Jedoch plagt mich mein Gewissen, wie ich mit meinem Wissen umgehen soll.

    Und jetzt mach ich mir mein Frühstück. Bis denne

    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo Ihrs,

    ich finde schade, was hier im Moment abgeht. Ich hätte angenommen, dass wir alle erwachsen genug sind, mit Kontroversen umzugehen. Zudem finde ich es nicht gut, wenn kontroverse Threads einfach verschwinden. So wird, in meinen Augen, das Friede-Freude-Eierkuchen-Bild aufrecht erhalten, das im Grunde nicht da ist, denn Menschen und ihre Meinungen sind nun einmal unterschiedlich und nicht immer glatt und gefällig. Wo Menschen sich austauschen, kann es nun einmal zu kritischen Beiträgen kommen. Wir sollten schon in der Lage sein, damit umzugehen. Gegenseitige Schuldzuweisungen und Betitelungen wie Co- oder Trockenheitspapst finde ich dabei nicht sehr hilfreich. Jeder hat seine Meinung, seine Erfahrung, die ihn hier schreiben lassen, wie er schreibt. Wer will denn darüber urteilen, ob dies gut oder schlecht ist? Schließlich ist doch eine Bewertung immer nur von dem abhängig, der sie trifft. Meines Erachtens ist darauf vielmehr der Fokus zu richten, denn Bewertung und Reaktionen sagen eine Menge über den aus, sich von anderen angegriffen fühlt.

    Ich kann verstehen, dass manche sich verabschieden und finde es schade. Ich würde mir wünschen, dass wir, auch hier in einem „unpersönlichen, anonymen Forum“, in der Lage sind Konflikte auszutragen.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Tag,

    ich hatte irgendwo was gelesen, da wollte ich nochmals hin, dabei habe ich mich doch wieder verlesen, hier stehen aber auch so viele Schätze im Forum, dabei habe ich vergessen was ich suchte, jetzt ist es weg, ich bin auch damit zufrieden.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Guten Morgen,

    Advent – die stille Zeit. Wenn ich das Treiben so um mich herum betrachte, sehe ich das so nicht. Alles hetzt und rennt und kauft und bereitet sich auf die Weihnachtstage vor. Ich bin froh und zufrieden, dass ich nun erst mal ein paar Tage aus der Hektik heraus komme. Es haben sich noch ein paar Tage Resturlaub gefunden. So kann ich die stille Zeit auch für mich still leben. Ich kann zur Zeit sehr gut mit mir alleine sein. Darüber bin ich zufrieden.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Leider fällt mir das auch über die Jahre auf: auch, dass Agressionen und Wut während dieser Zeit extremer werden. Durch private und berufliche Kontakte zu Polizei und Feuerwehr weiß ich, dass in dieser Zeit die meiste häusliche Gewalt zu finden ist, die schlimmsten Gewalttaten und die meiste Unzufriedenheit.

    Mir geht es wie Dir: es ist für mich eine Zeit der Ruhe und Besinnung in mich selber. Ich genieße die Gerüche von gebackenen Plätzchen, Mandarinien oder Orangen und meinen Holzofen. Duftöl vermittelt noch wohlige Wärme. Meine Katzen liegen vor dem Ofen und ich muss jonglierend sehen wie ich an ihnen vorbei komme.

    Ich bin glücklich, dass mein neuer Job zum 7.1. beginnt, somit kann ich diese Tage im wohligen Heim verbringen und mich an meiner Rasselbande freuen. Einziger Wehmutspunkt: meine Mutter, 75 hatte einen stillen Herzinfarkt, ich habe Angst um sie und die werte Telekom hat dauerhafte Störungen bei ihrem Anschluss. Wenn jetzt etwas passieren sollte kann sie keine Hilfe holen. Ich wohne zu weit entfernt...

    Lieben Gruß und schöne Adventstage wünscht Dagmar

  • Ich habe kein richtig warmes Wasser. Nix mit Baden und ewigem Duschen, aber ich könnte ja mal mit dem Kneipchen nach dem Joggen anfangen
    oder wie früher den heißen Kessel in die Wanne gießen.

    So bin ich doch trotzdem sehr zufrieden.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Kaltblut,
    das Problem hatte ich auch :) Der Boyler ist zum Baden zu niedrig eingestellt. Also ging es mir wie Dir: das Wasser aus dem Brunnen zum kochen bringen und mit dem Kalten vermengen. Leider nicht genial, aber doch möglich.

    Und Kaltblut:
    was nicht unmittelbar zum Tode führt, härtet ab.

    Heute war ich bei meiner Mum, die einen Herzinfarkt hatte. Normalerweise wäre ich am 24. bei ihr - aber sie muss ab 23 für ein paar Tage zur Überwachung und Untersuchung ins Krankenhaus. Zwar bin ich morgen unterwegs ins Sachen Miezuschuss, aber ganz früh.... dann gehe ich freiwillig nicht mehr auf die hektische Straße.

    Am 1. Weihnachtsfeiertag bei Freunden zum Essen, die restliche Zeit ist Katzentime und Ruhe angesagt. In Wolldecke kuscheln, ein paar Artikel schrieben und den Herrgott einen lieben Mann sein lassen.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo ihr beiden,

    ich musste schmunzeln als ich euere "Warm-Wasser-Geschichten" las. Da will ich mal ganz zufrieden sein, denn ich habe diesbezüglich keine Probleme. Ich seh zwar zu, dass ich so wenig als möglich Energie zum Heizen benötige, jedoch gönn ich mir ziemlich oft ein schönes Schaumbad. Ich bin also froh, dass das warme Wasser ohne Probleme und ohne Holzofen strömt.

    Grad hat sich mein Sohn gemeldet und mir erzählt, dass er übermorgen schon zu Mittag da ist. Ich freu mich auf ihn und die Zeit, die wir beide ganz für uns alleine zum Reden haben werden. Zeit empfinde ich inzwischen als ein großes Geschenk, denn zu viele Dinge engen mich in der freien Zeiteinteilung ein....

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen,

    auf gehts also zum letzten Arbeitstag vor Weihnachten, der sicherlich schnell vorübergeht, auch wenn er zehn Stunden dauert.

    Zufrieden bin ich, weil ich inzwischen alle Geschenke fertig gestellt habe. Morgen früh ist dann nur noch das speziell von meinem Sohn gewünschte Weihnachtsessen zu besorgen. Das für den ersten Feiertag liegt schon nackt im Kühlschrank und wartet aufs Solarium. Ich freu mich auf die Feiertage und das anschließende Wochenende. Und bin natürlich gespannt, was das neue Jahr mir bringen mag.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Guten Morgen,

    in diesem Jahr sind die Tage nicht so lang wie in anderen, nicht so müde machend wie in anderen und ich warte nicht darauf, daß es schnell wieder länger hell wird, sie sind einfach so wie sind, einfach gut, wenn es in mir stimmig ist.

    Ich bin zufrieden.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Guten Morgen,

    manchmal erfordert es meine Zufriedenheit, mich abzugrenzen. Ich habe festgestellt, dass dies am schwersten ist da, wo die Menschen einem sehr nahe stehen. Vielleicht fordert Nähe Grenzüberschreitung heraus. Ich bin zufrieden darüber, dass ich inzwischen Grenzziehung schaffe. Ach wenn ich damit "weihnachtlich" Erwartungshaltung nicht erfüllen kann.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Hallo,

    endlich mal wieder raus, daß hätte noch einige Kilometer so weiter gehen können. Alle noch da, Kranich, 24 freche bunte, graue, schwarze, weiße Gefieder und zwei stolze kleine bunte Unbekannte, Immigrierte, die sind nicht von hier, haben mich aber zum Stehen und Lachen gebracht, wie die zu zweit hinter dem Weib her waren, Herr Otter hat sich noch nicht gerührt. Ich bin nur zweimal durchgetreten, auf dem Streckeneis, das war gut für die Koordination, die Schlammstellen waren dafür noch gefroren, gut für die Schuhe, die Luft war herrlich, gut für meine Lunge, meine Haut, mich. Morgen erwische ich es vielleicht etwas glatter, da mache ich etwas mehr Koordinationstraining. Ich bin zufrieden.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • So, die erste Woche ambulante Reha ist vorbei. Sie ist deutlich anstrengender als die stationäre, die ich vor 2 1/2 Jahren machte. Eine ständige Hetzerei zwischen den einzelnen Terminen. Am Nachmittag komme ich vollkommen fertig mit der Welt nach hause und kann mich eigentlich nur noch hinlegen. Und ich muss ziemlich viele Sachen machen, die mir keinen Spaß machen. Ganz schön blöd und nix zum zufrieden sein. Mal gucken, wie es weitergeht.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • @ Kaltblut: Vom Belohnungssystem schreibst du an anderer Stelle... das ist ein interessantes Ding, lieber Kaltblut, weil es uns die angenehmen Gefühl beschert. Und du hast recht, solange das nur durch „Belohnung“ von außen funktioniert, haben wir ein Problem. Sicherlich braucht jeder die Rückmeldung von außen, um sich überhaupt seiner Individualität bewusst zu werden. Jedoch wird es fatal, wenn wir nur DANN das gute Gefühl der Belohnung und des Angenommenseins erleben.

    Mir fällt das zur Zeit bei der Reha ganz deutlich auf. Gruppensitzungen sind dafür ein ideales Beobachtungsfeld. Das eine Gruppenmitglied erzählt schon seit 3 Sitzungen, dass es über Probleme grübelt und lässt sich bitten, darüber zu berichten. Allerdings haben wir es bisher noch nicht geschafft. Aber die Person hat erst einmal die ungebrochene Aufmerksamkeit und scheint diese, trotz Ziererei, zu genießen. Ein anderes Gruppenmitglied weiß jede Stunde etwas zu erzählen. Im Grunde immer das Gleiche, holt sich aber jedes Mal ein Therapeutenlob ab, weil eine für diese Person schwierige Situation gut gemeistert wurde. Belohungssystem... wie Kaltblut schon schreibt, tiefe Atemzüge frischer Luft nach einem Tag im Büro können eine Belohung sein oder die Behaglichkeit eines wohltemperierten Raumes, der mich weder frieren noch schwitzen lässt. Die Tatsache, dass ich mich freue, nach hause zu kommen, auch wenn dort überhaupt niemand ist, macht mir ein gutes Gefühl. Ich werde belohnt, für die Arbeit an mir, die mir aus meiner Beziehungs- bzw. Co-Abhängigkeit heraus hilft. Lebensfreude, ohne dass irgend etwas großes passiert, sondern einfach die Tatsache, dass ich meine Muskeln, meinen Körper spüren kann, wie er funktioniert. Auch wie ich annehmen kann, dass manche Dinge nicht mehr so sind, wie zu der Zeit als ich zwanzig war, freut mich. Früher konnte ich mir nicht vorstellen, Fältchen oder Pölsterchen zu bekommen. Inzwischen kann ich mich annehmen, wie ich bin. Auch wenn ich manchmal zu anderen Menschen kritisch bin oder auch mal krätzig. Wie ich meine Grenzen wahrnehmen und verteidigen kann....

    All das sind Dinge, die mein Belohnungssystem in Gang setzen, ohne dass ich das Feedback von außen brauche. Eine Zufriedenheit und ein Wohlfühlen, die aus mir selber kommen. Auch wenn nicht alles glatt und rund läuft...

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

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