Ich bin neu hier-meine Geschichte

  • Hallo Sandra,

    erstmal herzlich Willkommen, gut, dass Du Dich hier angemeldet hast.

    Was soll ich sagen, er sagt Dir Sachen, die Du gerne hoeren willst. Willkommen in der Co-Abhaengigkeit. Du fuehlst Dich ihm verbunden, Du denkst ihr habe eine energetische Verbundenheit, wahrscheinlich denkst Du, dass nur Du ihn retten kannst, mit all Deiner Liebe?

    Eine Frage an Dich, was waere, wenn er nie aufhoert zu trinken, wuerdest Du dann eine Beziehung mit ihm eingehen und ihn so nehmen wie er ist?

    Ein nasser Alkoholiker wird Dir die schoensten Luegenmaerchen erzaehlen und Du wirst sie alle glauben, sie alle fuer wahr haben wollen, denn es hoert sich alle so wahr an, ein nasser Alkoholiker wird Dir niemals zuhoeren und Du kannst mit Engelszungen auf ihn einreden, er wird sich nicht oeffnen. Du kannst ihm nicht helfen nur er sich selbst.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Guten Abend, Atreju!
    Sag mal, ihr habt euch seit so vielen Jahren nicht mehr gesehen. Du bist so weit von ihm getrennt. Und trotzdem liebt ihr euch? Ich kenne mich leider nicht mit energetischer Verbundenheit aus, aber ich weiss, dass ein frischer Trockener seine eigenen Probleme hat. ( Mein Mann hat es seit 4 Mon. geschafft!). Wenn er "seine Zeit" braucht,dann lass ihn. DAs wurde mir hier auch geraten. Geduld, Geduld, Geduld. :roll::roll:
    Aber eine Frage habe ich noch: Woher weisst du - am Telefon - dass er nüchtern ist? Man hört ja viel an der Stimme, aber hundertprozentig hätte ich nie sagen können, dass mein Mann nüchtern war, wenn er angerufen hat. Ich habe es immer in seinen Augen gesehen.
    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo sandra!

    Wenn du einen ratschlag von einem alten spritkpf annehmen möchtest, so gib gas und renne so schnell du kannst.
    Denn du hast ihn noch in seiner sammlung gefehlt. Seine frau hat gewusst, warum sie sich von ihm getrennt hat.
    Nun stand er allein mit seiner geliebten da, die ihm aber keine antworten auf fragen geben kann, weil sie nur eine stumme trösterin ist.
    Jetzt bekommt ihr, egal welcher zufall eine rolle gespielt hat auf einmal kontakt und schon hat er jemanden gefunden, der sein leiden versteht. Herz was willst du mehr, denn das kenne ich doch auch von meiner saufzeit. Was glaubst du, wie viel male ich mit der masche meine frau wieder auf meine schiene bekommen habe. Bei uns waren es nur die kinder, die meine frau nicht rennen lies, obwohl sie wusste, das es verkehrt war.
    Frage dich mal, was dich hindert, nicht zu ihm lebwohl zu sagen.
    Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, so ist es nicht liebe und auch kein neuanfang, sondern ein vertrauter von früher mit dem du reden kannst.
    Ich glaube, das du auch einsam warst, bis du ihn zufällig wieder getroffen hast. Es waren vertraute worte, die dich an deine jugend erinnerten und gut kanntest.
    Dann glaubt man an alle möglichen dinge, weil man sie glauben will. Jetzt erwartest du von deinem freund, das er was gegen seine sauferei (krankheit) macht. Erwartungen haben meist mit enttäuschungen zu tun und so wirst du noch durch das tal der tränen gehen müssen, um zu wissen das deine bemühungen vergebens waren.
    Wenn ich einem hilfesuchenden frage was er für sich möchte, so spüre ich viele ängste in ihm, weil er es nicht weis, wir hier im forum geben nur unsere erfahrungen weiter die wie mit suchtmitteln gemacht haben und wie wir den weg aus der sucht gegangen sind. Mag es als süchtiger oder als CO sein. Möchte einer die denkanstösse noch nicht umsetzen, weil scham, angst uvm. Noch in ihm sind, so kann ich das gut verstehen, weil ich mir auch das recht damals genommen habe. Nur versuche ich durch meine postings euch vor weiterem leidensdruck bewahren zu können.


    Ein Mensch muss sich verändern wollen
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes
    Wort zuviel und jede Anstrengung
    Ve r g e b e n s.


    Es grüsst recht herzlich heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Guten Morgen Sandra,

    als ich meinen Ex kennen lernte, erzählte er mir viel von seiner gescheiterten Ehe und wie ihm sein damalige Noch-Frau mitspielt. Bei mir kam dann das Gefühl auf, dass der Arme unter diesen Umständen ja nun wirklich keinen Grund gehabt hätte, mit dem Trinken aufzuhören. Er hat es damals trotzdem getan und währenddessen mich kennen gelernt. Mich, die ich dachte, wir wären seelenverwandt, wir würden uns ohne Worte verstehen und sicherlich würde es ihm mit mir so gut gehen, dass er nie mehr auf die Idee kommen würde, zu trinken. Schließlich liebte ich ihn so, wie ihn, da war ich mir sicher, noch nie eine Frau geliebt hat. Ich war mir sicher, dass unsere Verbindung etwas ganz, ganz Besonderes sei. Inzwischen habe ich gelernt, dass mein Verhalten typisch Co war und das ganz ohne, dass er mich dahingezogen hat.

    Denn da widerspreche ich bonny ganz entschieden. Der Abhängige kann uns nicht in die Co-Abhängigkeit ziehen. Seine Verhaltensweisen, seine Manipulationen, entspringen einfach der Tatsache, dass er nichts ändern möchte. Er möchte sein Umfeld so gestalten, dass er ungestört weitertrinken kann. Die Disposition zur Co-Abhängigkeit ist in uns schon vorher da und wird auch nach ihm da sein. Denn in uns selbst ist der Hang dafür da, uns aufzugeben und ganz und gar auf den anderen einzulassen. Wir fühlen uns ihm so nah und verbunden und haben das Empfinden, dass wir eins mit ihm sind, weil wir irgendwann unsere eigenen Grenzen verloren haben. Uns geht es gut, wenn er gut drauf ist und wir hängen durch, wenn er trinkt, depressiv ist und sich einfach so benimmt, wie es seiner Krankheit entspricht. Mit Liebe hat das in der Regel wenig zu tun. In der Beziehung zu einem Abhängigen haben wir so viel mit ihm zu tun und über ihn nachzudenken und für ihn zu agieren, dass wir nicht über uns selbst nachdenken müssen. Spätestens dann, wenn der Abhängige selbst wirklich an seiner Trockenheit arbeitet, wird uns das bewusst, denn dann sucht er den Abstand, den wir meiden. Wir brauchen die Nähe, die Symbiose, weil in uns selbst keine Selbstvertrauen ist, keine Substanz. Wir brauchen ihn, um uns lebendig zu fühlen, nützlich und liebenswert. Helfen und für Andere da zu sein, ist einfach ein Teil unseres Lebens, damit wir uns etwas wert fühlen. Sicherlich macht dies niemand von uns bewusst, aber die Verbindung zu einem Alki gibt uns das, was wir selbst in uns nicht finden. Bestätigung unseres „etwas wert sein“. Wenn wir ihn aus den Armen der Sucht retten können, fühlen wir uns gut. Nur liegt es nicht in unserer Hand, ihn zu retten. Nur an uns selbst können wir etwas tun. Und wenn dein Freund nun den Abstand sucht, aus welchen Gründen auch immer, dann nutze die Zeit, dich mit dir selbst auseinander zu setzen. Frage dich, was deine eigenen Wünsche und Ziele sind und beschäftige dich damit, warum du so auf ihn reagierst. Als Denkanstoß sei dies gedacht, weil es mir geholfen hat und mich vorwärts gebracht hat.

    Für mich war die Alkoholkrankheit meines Ex im nachhinein ein Glücksfall, denn durch sie habe ich angefangen, mein eigenes Leben auf den Prüfstand zu stellen. Ich habe mich weiterentwickelt und inzwischen eine große Zufriedenheit gefunden darin, mein Leben alleine und nur für mich zu gestalten. Dadurch, denke ich, werde ich vielleicht irgendwann wieder eine Beziehung eingehen können und zwar eine, in der ich mich nicht aufgeben werde und nur durch den Anderen lebe.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Liebe Bonny,

    ich muss da Ette zustimmen.

    Als Co muessen wir auch wieder die Verantwortung uebernehmen, nur dann kommen wir aus dieser Abhaengigkeit raus. Das bedeutet, dass wir Angehoerige verstehen lernen, dass wir diejenigen sind, die Co sind und wir diejenigen sind, die das zu verantworten haben und nicht der alkoholkranke Partner. Das waere genau das gleiche Ding, als wenn der alkoholkranke Partner Dich fuer seine Sucht verantwortlich macht.

    Wichtig fuer uns ist, bei uns zu bleiben und nicht unsere Glueck abhaengig von unserem Partner zu machen, dass ist ein wichtiger Schritt, der innerlich vollzogen werden muss, nur so koennen wir unser Verhalten ueberpruefen und veraendern.

    Es gibt einen guten Spruch/Gebet, der hat mir immer gut geholfen, um mich daran zu erinnern:

    Edit elocin: Bitte keine Zitate einfügen,danke

    Ich wuensche Dir viel Kraft,

    Jenny

  • Hallo ich nachmal,

    leider darf ich nicht zitieren, wegen den Urheberrechten, aber hier dann nochmal den Spruch in meinen Worten gefasst.

    Wir muessen akzeptieren, dass es Dinge im Leben gibt, die wir nicht aendern koennen und es gibt Dinge im Leben die wir aendern koennen und ich hoffe die Weisheit zu erlangen, zu erkennen welche ich und welche ich nicht aendern kann.

    Alles Liebe,

    Jenny

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!