Hallo, ich bin neu hier und hab 1000 Fragen.....

  • Hallo Anna,

    erstmal herzlich Willkommen im Forum.

    Ich kann Deinen Wunsch verstehen, aber wie steht denn Dein Freund dazu? Will er denn aufhoeren, denkt er denn, dass er ein Problem hat?

    Mit dem kontrollierten Trinken ist so eine Sache, denn Alkoholabhaengige koennen nicht mehr kontrolliert trinken, denn der Alkohol ist zu einem Suchtmittel geworden.

    Was Du machen kannst? Leider garnichts, wenn Dein Freund nicht sieht, dass er ein Problem hat, da kannst Du nichts machen. Ich denke mal, dass Du wahrscheinlich schon einmal das Thema Alkohol in eurer Beziehung angesprochen hast, wie hat er denn da reagiert. Du selbst kannst nur fuer Dich aktiv werden, indem Du das tust was Dir guttut. Wenn Du Dich in Deiner Beziehung nicht wohlfuehlst und Dein Freund nicht mit dem Trinken aufhoeren will, dann musst Du Dir ernsthaft ueberlegen, ob Du diese Beziehung fuer Dich so weiterfuehren kannst.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Anna,

    ich schreibe dir mal als trockener Alkoholiker. Was genau versprichst Du dir denn von diesem "Projekt"? Sollte er es durchhalten, dann liegt doch auf der Hand, dass er danach sofort wieder richtig Gas gibt, so, wie er ja auch einen Tag vorher nochmal so richtig aufgedreht hat. Und dann kann er ja auch noch sagen: "He, ich habe doch drei Monate durchgehalten, ich bin kein Alkoholiker, also gönn mir mein Bier!" (was natürlich Quatsch ist - ich selbst habe auch Trinkpausen von teils mehreren Monaten hingelegt, aber dann wieder genau da weitergemacht, wo ich aufgehört hatte).

    Gruß
    Eric

  • Hallo Anna,

    wenn Dein Freund sich vor eurem "Vertrag" nochmal so richtig die Hucke vollgesoffen hat, dann scheint es mir schon so, dass er ein Problem damit hat. Kontrolliert trinken kann man nicht, wenn man suechtig nach Alkohol ist, da ist nicht mal das ein oder andere Glas zum Essen drin, da heisst es entweder ganz oder garnicht. Ich kenne diese Situationen, die Du mir beschrieben hast nur allzu gut, mein Ex hat frueher auch so reagiert und nach zum Teil ein oder zweimonatigen alkoholfreien Zeiten, ging es dann wieder richtig rund. Ich konnte niemals zu Parties ohne nicht darueber nachzudenken und zu schauen, ob mein Ex wieder von einer Ecke zur anderen wankt. Zum Teil wurde es dann sogar mit der Zeit schlimmer, er hat dann angefangen Tage durchzusaufen.

    Die ernsthafte Frage, die Du Dir stellen solltest ist, koenntest Du so weiterleben wie bisher, denn Dein Freund scheint ja nicht wirklich wollen, dass er aufhoert zu trinken. Er selbst scheint zu denken, kein Problem zu haben und wenn Du ihn darauf ansprichst, dann verdirbst Du den Tag wieder, sowas ist auch ein eindeutiges Verhalten von Alkoholikern.

    Du schreibst, dass Deine Beziehung eigentlich harmonisch verlaeuft, wenn denn nicht dieser Alkohol waere, aber die Sache musst Du miteinbeziehen, denn der Alkoholkonsum gehoert zu eurer Beziehung und zu Deinem Freund dazu, also wenn Du dann ehrlich bist, laeuft es ja dann doch nicht so harmonisch, denn Du machst Dir Sorgen und er nimmt es nicht wirklich ernst. Ich kann leider nur wiederholen, Du musst Dir die ernsthafte Frage stellen, ob Du die Beziehung, so wie Du sie jetzt hast, weiterfuehren moechtest. Du selbst kannst ihn zu nichts zwingen, er muss von sich aus aufhoeren wollen, denn sonst hat die ganze Sache mit dem "Nicht-mehr-trinken-wollen" gar keine Chance.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Liebe Anna,

    das einzige was ich Dir raten kann ist, dass Du da gar nicht mehr eingreifst, denn eigentlich ist dies ja das Problem Deines Freundes, er muss es angehen, wenn Du jetzt ueberpruefst, fuer ihn die Grenzen aufsetzt, fuer ihn die Spielregeln stellst, wie in diesem Vertrag, somit schlidderst Du immer mehr in die Co-Abhaengigkeit, dass bedeutet, Du konzentrierst Dich total auf das Trinkverhalten Deines Freundes, schaust ob er getrunken hast, legst ihm Regeln auf. Das kann dann zum Teufelskreis werden, aus dem es immer schlimmer wird herauszukommen.

    Wichtig fuer Dich ist es schon, Dir ganz genau zu ueberlegen, ob Du diese Beziehung so wie sie ist weiterfuehren moechtest und welche Konsequenzen Du fuer Dich daraus ziehst. Wieviel Zeit gibst Du Dir, was tust Du wenn es denn in drei Monaten nicht anders wird. Wie stellst Du Dir eine harmonische Beziehung vor.

    Die trockenen Alkoholiker in diesem Bereich wuerden Dir eventuell zum Teil raten, dass Du Deine Beine in die Hand nimmst und rennst so schnell wie Du kannst.

    Schreib Dir alles hier vom Herzen und schau Dich mal in Ruhe hier im Forum um, les Dir mal einige Geschichten durch und ziehe fuer Dich Deinen Schluss raus.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Zitat von Anna29

    Und irgendwie hab ich die Hoffnung das da jetzt ein Stein ins Rollen kommt. Ich wünsche ich mir fast, dass er die drei Monate nicht schafft, damit er mal merkt, dass das alles kein Kinderfasching ist.

    Ich denke, von diesem Gedanken solltest Du Abstand nehmen. Wenn Alkoholiker "wach" werden, dann eher durch entstandenes Leid, das der Alkohol verursacht hat. Also eher durch einen massiven Absturz.

    Für den Alkoholiker stellt es sich eher so da, dass er nach einer kurzen Trinkpause sagt und denkt: "So, ich hab ja jetzt bewiesen, dass ich auch ohne kann, was soll ich jetzt noch Monate ohne mein Bier ausharren, das ich mich ja auch redlich verdient hab." Ja und wenn Du ihm das nicht "gönnst", dann bist Du halt eine "Zicke".

    Tut mir leid, sowas schreiben zu müssen. Aber ich denke, es ist das beste, wenn Du von Anfang weißt, womit Du es zu tun hast. Nämlich mit einer ungestoppt tödlich verlaufenden Krankheit, die leider über allem steht, auch über der Liebe.

    Gruß
    Eric

  • Hallo Anna,

    erst mal herzlich willkommen hier.
    Ich kann Jenny nur zustimmen. Schau dich mal hier um. Lese und schreibe was dir auf der Seele brennt. Nicht alles wird auf dich zutreffen. Klar gibt es immer Menschen, bei denen es schlimmer ist.
    Ich habe auch oft gedacht,,. Man was bei denen los ist.
    Aber ehrlich muss es so weit kommen. Willst du wirklich eine Beziehung mit einem Alki. Kinder??? Überlege dir das gut!

    Du schreibst es wäre noch nicht schlimm genug. Warum bist du dann hier?

    Liebe Grüße Sabine

    Nicht ärgern nur wundern!

  • Hi Anna,

    es geht nicht darum was andere denken, denn sie leben ja nicht mit Deinem Freund zusammen. Wichtig ist einfach, dass DU Dich in einer Beziehung rundum wohlfuehlen solltest, wenn es Probleme gibt, sollte man diese ansprechen und wenn Du selbst nicht gluecklich bist, dann solltest Du fuer Dich aktiv werden.

    Wir wollen alle nur ehrlich zu Dir sein, denn ich denke Du verdienst Ehrlichkeit gerade in Sachen wie Alkoholsucht.

    Ich verstehe auch, dass Du Deinen Freund liebst, aber Du kannst den Alkohol nicht einfach ausklammern, der gehoert zu eurer Beziehung dazu. Du selbst kannst nichts machen oder ihm nicht helfen, er muss es selbst von sich aus erkennen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Anna,

    na klar, hier kannst Du Dir immer Unterstuetzung abholen, halt uns auf dem laufenden, sprich Dich hier aus, hier darfst Du ehrlich sein mit Dir und mit uns, dafuer ist dieses Forum ja da.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo, Anna,

    es ist schon sehr eigenartig, wie sehr sich doch viele der Lebensgeschichten hier im Forum gleichen! Auch ich finde vieles von meiner Geschichte bei dir wieder.

    Unterscheiden tun wir uns im Alter: Meine Kinder sind schon groß und ich bin einige Jahre älter als du! Der Vater meiner Kinder, von dem ich noch nicht allzu lange geschieden bin, ist kein Alkoholiker und ich bin dankbar dafür, dass er es nicht ist! Denn ich kann und will mir nicht ausmalen, wie es gewesen wäre, wenn meine Kinder mit einem Alkoholiker als Vater hätten aufwachsen müssen! Das wäre schlichtweg ein Alptraum!

    Mit meinem neuen Partner allein ist es schon schwierig genug!

    Mach dir bitte klar, dass selbst, wenn dein Freund jetzt irgend wann mal aufhört zu trinken und einsieht (für sich begreift), dass er nur ganz ohne Alk mit dir leben kann, du in der Zukunft mit der Ungewissheit, den Zweifeln, dem evtl. Auf und Ab leben musst, und wenn ihr Kinder habt, wird es bestimmt um einiges härter und schwerer als ohne! Überlege genau, stell dir vor, wohin du willst, was du dir wünschst und was nicht und dann stelle dir noch mal die Frage: Will ich es so, wie es vermutlich werden wird? Oder habe ich eigentlich ganz andere Träume?! Jetzt hast du noch alles in der Hand!!!

    Ich drücke dich und wünsche dir für euch alle die richtige Entscheidung!!

    LG

    Oiseau

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!