tochter einer alkoholikerin

  • hi cherryfly

    ne beknackte situation in der du bist, da kommt die aussage des arztes zwecks der gefahr der leberzirrhose und deine mutter trinkt munter weiter bzw. wieder.

    und was kannst du dagegen tun? ich weiß du willst's nicht hören, wollte ich auch lange zeit nicht wahrhaben - du kannst nichts tun!

    wir kinder (sowie auch angehörige, freunde oder sonstwer) sind da machtlos. erst wenn deine mutter einsicht zeigt, bereit ist hilfe anzunehmen und diese auch umzusetzen, erst wenn sie selbst wieder leben will - erst dann kannst du ihr helfen, natürlich nur soweit es deine kraft zuläßt.

    Zitat

    dazu kommt noch hinzu das sie immer anbrülle und mir das total leid tut aber es kommt einfach raus und ich will ihr doch nicht so wehtun...


    du bist verletzt und enttäuscht, wütend das sie nicht für dich da ist - was ich gut nachvollziehen kann. du darfst auch sauer sein, das problem is damit schadest du dir und deiner mutter. wobei's mir da etz mehr um dich als um deine mutter geht. fühlst dich ja hinterher auch nicht gut dabei :( es hilft in dem moment nur danach schämst du dich und es tut dir leid, so wars zumindest bei mir.

    hast du denn schon mal mit deiner mutter offen über alles geredet, wenn sie nüchtern war? kannst du mit deinem vater offen reden, zeigt er verständnis für dich und deine gefühle? vielleicht wäre auch ein brief eine möglichkeit, an deinen vater und/oder deine mutter - je nachdem ob du dich traust alles zu sagen.

    wenn's mir nicht gut geht, wegen irgendwas stinkig bin - das schreib ich inzwischen alles hier auf - das ging nicht von anfang an, aber mit der zeit bin ich da hinein"gewachsen" - danach ist zwar nicht alles gut, aber mir gehts schon mal besser. ich habs nicht in mich hineingefressen, sondern herausgelassen. les dich hier im kinderbereich in ruhe ein, du wirst sehen du bist nicht allein - und wenn dir nach schreiben zumute is, dann tu das, egal wann und egal wieviel.

    liebe grüße -Summer-

  • Hallo Cherryfly,

    gut das du uns gefunden hast. Du wirst sehen dass wir alle, mehr oder weniger, mit dem selben Problem zu kämpfen haben-Schuldgefühle-.

    Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen, weil man einfach nicht helfen kann und weil man Zorn auf den Betreffenden und sich selbst bekommt.

    So hart es ist, wenn deine Ma nicht will, will sie net. Leider!!! kannst du niemandem verbieten sich tot zu saufen. Ich weiß es klingt hart, aber es ist so. Ich war immer die 1. die es meinem Vater verboten hätte.

    Was du tun kannst betrifft allein dich!!! Versuch dich zu schützen wo du nur kannnst. Such die Unterstützung und austausch, hier bist du erstmal richtig. Wir hören dir zu egal was kommt und versuchen, zumindestes im Netz, für dich da zu sein.

    Liebe Grüße
    Nicole

  • Hallo cherryfly,

    erstmal auch von mir ein ganz herzliches Willkommen hier bei "uns".

    Zitat

    heißt denn entgiften nicht jemand betrunken wieder nüchtern zu machen?


    Im Prinzip ja, aber:
    Eine Entgiftung aber ist etwas mehr als nur "nüchtern machen". Eine Entgiftung ist ein qualifizierter Entzug, sprich das Suchtmittel Alk wird zunächst mit einem anderen Mittel (i.d.R. Dis....) ersetzt, um die Entzugserscheinungen in den Griff zu bekommen (die nebenbei bemerkt nicht ohne sind und u.U. sogar tödlich sein können), danach wird dann der Ersatzstoff langsam ausgeschlichen, sprich die Dosis wird immer mehr reduziert. Dauert übern Daumen gepeilt 10 Tage, wenn sich der Patient nicht vorher auf eigenen Wunsch entlassen lässt, was unsere Pappenheimer ja zu gerne tun, weil sie haben ja kein Problem..!! :evil:
    Desweiteren werden die Ärzte im Khs nur in zwei Fällen eine Entgiftung durchführen (gibt sicher noch mehr Indikationen, aber diese beiden sind sicher die wichtigsten und häufigsten).
    1. Der Patient ist so betrunken und das über längere Zeit, dass er/sie nicht mehr allein zurechtkommt, sprich ins Bett macht, dauernd hinfällt, nichts mehr isst und auch ansonsten hilflos ist. Dann muss entgiftet werden, weil sonst "kalter" Entzug -> Entzugserscheinungen (s.o.).
    2. Eine Entgiftungen eines Patienten, der zwar betrunken ist, aber die unter 1. genannten Kriterien nicht erfüllt, macht dann Sinn (und dann machen die Ärzte das auch, da kannst Du sicher sein), wenn der Patient danach eine Therapie machen will.
    Soviel dazu.

    Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass Deine Mutter jetzt erstmal bei Deiner Oma ist? Das ist ja erstmal schonmal ein kleiner Schritt Richtung Distanzierung. Die räumliche Trennung (ich gehe mal davon aus, dass Deine Oma nicht im gleichen Haus wohnt wie Ihr, oder?) ist eine wichtige Voraussetzung, um auch die emotionale Distanz hinzubekommen. Das geht nicht von jetzt auf gleich, das dauert. Ich z.B. habe versucht, mir vorzustellen, was ich tun würde, wenn diese Person nicht meine Mutter sondern vielleicht eine entfernte Bekannte wäre. Würdest Du ihr dann helfen bzw Dir solch grosse Sorgen machen?? Sicher nicht. Du würdest vielleicht zwei-, dreimal was für sie tun, dann aber irgendwann sagen "das hat keinen Zweck" und es sein lassen, stimmt's?
    Vielleicht noch eines: Der Alki muss von sich aus erkennen, dass er ein Problem hat und (viel wichtiger), er muss von sich aus etwas degegen tun WOLLEN (nicht müssen). Das einzige, was wir als Angehörige bzw speziell Kinder tun können ist, den Alki die Konsequenzen seines Handelns spüren zu lassen. Auf deutsch gesagt, man muss ihn (so schwer es ist) in seinem eigenen Dreck (eigentlich passt hier das Sch... Wort besser) liegen lassen. Wenn man ihn immer wieder da rausholt ist für ihn/sie die Welt in Ordnung, kein Problem, man kann weitersaufen. Und Gründe findet man immer, denn Schuld sind immer die anderen. Sie kümmern sich nicht oder sie kümmern sich zuviel, das Wetter ist schön oder das Wetter ist schlecht, es kommt nix im Fernsehen, ich hatte Kopfschmerzen, ich brauchte was zum Verdauen,.....!!!

    Vielleicht hilft Dir das ja ein wenig, ich wünsch Dir jedenfalls viel Kraft..!!!
    Mir scheint, als könntest Du's zusammen mit Deinem Freund und Deinem Vater schaffen. Kopf hoch, das wird schon..

    Liebe Grüße und bis bald

    Der Insulaner

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