• Hi Corinna,
    erst einmal ganz herzlich willkommen hier im Forum. Klasse, dass Du Dir die Unterstützung suchst, die Dir gut tut. Ziemlich heftig momentan, gell?

    Zitat

    Ich habe mir eine Gesprächstherapie verordnen lassen (hatte ich schonmal, als ich wg. meiner MS eine Depression entwickelt hatte). Alleine schaffe ich das alles nicht. Auch die Telefonnr. einer SHG in meiner Nähe habe ich. Jetzt, wo ich den Mut hatte, mich hier zu "outen", werde ich nachher auch den Anruf bei der SHG schaffen.


    Ja, da drücke ich Dir alle Daumen, dass Du das schaffst und die SHG-Leute Dich dann gut aufnehmen.

    Dich auf Dich selbst zurückbesinnen ist momentan das beste, was Du machen kannst, nicht nur wegen der MS, sondern u.U. strahlst Du dann Deine Stärke und Dein "bei Dir sein" nach aussen aus und "hilfst" so Deinem Mann, sich selbst zu helfen...

    Was für mich so hart war zu lernen ist, dass die beste Hilfe, die wir als Angehörige geben können, die "Nichthilfe" ist, bzw. alles zu unterlassen, was den Partner / Mann / Frau etc. in der jeweiligen Situation gefangen hält oder ihm / ihr ermöglicht ein suchtbestimmtes Leben weiterzuführen.

    Ich les Dich gerne wieder, schreiben hier hat mir auch sehr geholfen und tut es immer noch! :wink:

    Viele Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Liebe Corinna!

    Herzlich willkommen hier im Forum, ich bin sicher, dass es Dir eine grosse Hilfe sein kann, wenn Du hier liest und schreibst und Antworten bekommst und diskutieren kannst. Also ein prima erster Schritt, der Dich hierher geführt hat!

    Und für die weiteren Schritte wünsche ich Dir viel Kraft und Geduld (das ist glaub ich das, was ich am allerallerdringendsten bräuchte, verflixt! :)). Gute Ratschläge kann ich Dir keine geben, bei mir happert es noch gewaltig mit den Fortschritten, aber dafür kann ich umso besser verstehen, wenn Du schreibst, dass Dein Kopf genau weiss, was Du zu tun hast, Dein Herz aber dagegen anschreit! Meins steckt auch noch ganz arg in der Trotzphase, schmeisst sich auf den Boden und brüllt rum, will einfach nicht will einfach nicht will einfach nicht. :(

    Aber das Forum hilft, ganz bestimmt und was Dir hilft, das kann dann vielleicht auch Deinem Mann helfen. Ich wünsche es Euch!

    Herzliche Grüsse,

    c.

  • Hallo Corinna,

    nicht jeder schafft es beim ersten Mal, trocken zu werden. Manch einer braucht mehrere Anläufe, evtl. auch mehrere Therapien.

    Von der letzten kam er offenbar noch nass zurück, nass im Denken. Abgrenzung von anderen Alkies, die noch tiefer in der Sucht stecken, immer schön nach dem Motto: andere sind ja noch viel schlimmer als ich…“
    Nö, sind sie nicht, ich habe die gleiche Krankheit wie sie, sie haben nur schon eine tiefere Stufe erreicht, traurig genug, aber nix, worauf man runter schauen sollte.
    Sie sind nur die Spitze des Eisberges, weil sie auffällig geworden sind. Die anderen besorgen sich prima Deckmäntelchen, um ihre Sucht zu verbergen. Die müssen dann eben noch weiter trinken…

    Diesmal scheint etwas bei Deinem Partner anders auszusehen, vielleicht hat es klick im Kopf gemacht ? Ich würde es ihm sehr wünschen, denn ohne das klick wird man nicht bereit sein, tiefgehende Veränderungen in seinem Leben vorzunehmen.
    Kommt er allerdings nach Hause und meint immer noch, Alk im Haus haben zu können, hat er nix begriffen. Das geht nämlich GAR NICHT. Viel zu gefährlich… der erste Saufdruck kommt irgendwann mal, dann ist man FROH, nichts im Hause zu haben.

    Corinna, niemand kann wirklich heimlich trocken werden. Hoffentlich hat Dein Partner nicht diese dumme Idee. Er macht es sich mit sowas nur unnötig schwer, er ist jetzt unheilbar krank, kann seine Sucht nur stoppen, er wird nie wieder gesund.
    Darauf ist Rücksicht zu nehmen, auch im Bekanntenkreis. Freunde werden darauf Rücksicht nehmen, die anderen werden nicht mehr kommen, weil ihnen evtl. Alk saufen wichtiger ist als der Mensch, den sie besuchen.
    Und wenn man bei ihnen zu Besuch ist, werden sie in seiner Anwesenheit nicht trinken.
    Die anderen sind keine Freunde, die sowas tun.
    Ich biete schließlich einem Diabetiker auch kein Stück Torte an, wenn ich weiß, er darf das nicht essen, weil es ihm danach evtl. schlecht geht. Und ich esse sicher dann auch keins vor seiner Nase, macht man einfach nich.

    Beobachte ihn mal gut weiter, wie er sich zu seiner Krankheit äußert, ob er sie für sich angenommen und akzeptiert hat. Das ist sehr wichtig, ich hoffe, die Thera hilft ihm dabei.

    LG an Dich und pass gut auf Dich selbst auf !

    Lilly
    (Alkoholikerin)

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